Pirckheimer-Blog

Fr, 25.03.2022

Stand der Pirckheimer-Gesellschaft
Tamara Ivanova und Michael Bensman (die Maske fiel nur fürs Foto!)
Rainer Ehrt, Foto © ad

artbook.berlin nord

Nach zwei Jahren Corona-Pause heute endlich wieder ein Neustart der artbook.berlin, zurückgekehrt zu den Wurzeln in die Galerie Nord, diesmal mit 30 Ausstellern noch etwas kleiner, selbst die 1. artbook.berlin vor 10 Jahren war mit 45 Ausstellern größer, aber auch 2022 zeigte sich die Künstlerbuchmesse wieder mit gewachsener Qualität.

In der Begrüßungstüte für die Aussteller diesmal neben dem traditionellen Schoko-Buchstaben eine FFP2-Ma..., aber die Lust an der Begegnung von Buchkünstlern mit Sammlern und die Wunsch der Besucher an Gesprächen mit den Buchkünstlern war ungebrochen. Wie auch die Freude an kollegialen Begegnungen. Übrigens auch mit Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft.

Unter den Ausstellern finden sich alte Bekannte, wie Barbara Beisinghoff, Julienne Jattiot, Sabine Golde, Tamara Ivanova und Michael Bensman, Claudia Berg, Petrus Akkordeon, Peter Rensch, auch Pirckheimer, wie Hanfried Wendland, Rainer Ehrt, das Klingspor-Museum, Uta Schneider und Ulrike Stoltz (hier können nicht alle genannt werden).

Am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft konnte man einen ersten Blick in die Marginalien (244. Heft) werfen. Es enthält für Mitglieder, die das Heft am Montag im Briefkasten haben werden, den signierten Holzschnitt von Uwe Pfeifer "HIN UND HER".

Die Messe ist noch am Sonnabend von 14 bis 20 Uhr und Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Galerie Nord/ Kunstverein Tiergarten Berlin-Moabit
Turmstraße 75, 10551 Berlin

Do, 24.03.2022

Harald Kretzschmar, Brecht-Karikaturen, Postkarten

5 Karikaturen von Harald Kretzschmar im Brecht-Shop

Fünf Karikaturen von Bertolt Brecht und seinem Umfeld des Pirckheimers Harald Kretzschmar sind seit Januar exklusiv in der Buchhandlung am Obstmarkt in Augsburg erhältlich.
Kurt Idrizovic, ebenfalls Pirckheimer, entdeckte eine der Karikaturen in den „Marginalien“ (Typografische Beilage in Heft 241: "Harald Kretzschmar: Über das Porträtieren") und kam rasch mit dem Zeichner überein, diese bekannten Porträt-Karikaturen im Brecht-Shop als Postkarten anzubieten.

Volkmar Häußler, passionierter Sammler von Graphiken zu Brecht, berichtet darüber im „Dreigroschenheft“ 2/2022.

Harald Kretzschmar, 1931 in Berlin geboren, wuchs in Dresden auf und studierte von 1950 bis 1955 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Danach arbeitete er freischaffend, u.a. bis 1991 beim „Eulenspiegel“. 1975 war er Mitbegründer des „SATIRICUM“ in der Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz, die als Nationale Karikaturensammlung der DDR (und nach der Wende ganz Deutschlands) mit mehr als 10.000 Blatt einen hervorragenden satirischen Bilderfundus zur Zeitgeschichte darstellt.

Weißt Du, was der Frieden ist?, Künstler für den Frieden 1981
Aufbrüche ins Ungewisse, edition progris, Berlin 2021

Genug! Frieden!

Zwei Bücher haben mich in der letzten Zeit besonders beschäftigt.

Zuerst im Januar der 2021 bei edition progris (Berlin) von Dr. Wolfgang Knop herausgegebene Titel „Aufbrüche ins Ungewisse“. Er sammelt illustrierte Künstlerpost und hat von den sechs Ausgewählten Lutz Gode, Renate Herfurth, Karl-Georg Hirsch, Günter Lerch, Werner Wolfgang Neumann und Werner Schinko, die sich in Wort und Bild an Flucht und Vertreibung erinnern, Briefe veröffentlicht und sich zu diesen geäußert. Es wurde über die Vergangenheit geschrieben, die jetzt aber leider im Zusammenhang mit der Ukraine wieder aktuell ist.

Um gegen den Krieg in der Ukraine zu protestieren, stellte die Kunstsammlung Gera in kürzester Zeit eine Sonderausstellung mit dem Titel „GENUG! FRIEDEN!“ aus eigenen Beständen, u. a. aus einer bis 1989 zusammengetragenen „Sammlung Handzeichnungen der DDR“, zusammen. Zu lesen ist: „Gezeigt werden unter anderem sechs Radierungen aus dem Zyklus „Der Krieg“ von Otto Dix, die neben den Kriegsgräueln an der Front auch die Panik der Zivilbevölkerung thematisieren. Eine Mappe über den Krieg schuf auch Bernhard Heisig, der seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg in Illustrationen zum Roman „Krieg“ von Ludwig Renn verarbeitete, der sich wiederum um den Ersten Weltkrieg dreht. Ein Blickfang und Kontrast ist das großformatige Gemälde „1525 – Deutschland in Erwartung“ von Horst Sakulowski, von dem weitere surreale Arbeiten in der Schau zu sehen sind. Sein großes Werk im Eingangsbereich gibt den Hoffnungsschimmer mit, der sich durch die Schau verstärkt, etwa in Variationen der Friedenstaube. Die gezeigten Arbeiten stammen neben den Genannten von Eberhard Dietzsch, Theo Balden, Erich Drechsler, Karl-Georg Hirsch – von ihm ist auch das titelgebende Werk – Lutz Ketscher, Hans Theo Richter“.
Das titelgebende Werk „GENUG! FRIEDEN!“ kannte ich aus einem Buch aus dem Jahr 1981, das ich mir, durch den Titel inspiriert, wieder einmal ansah. „Weißt Du, was der Frieden ist?“ ist ein Lese-Bilder-Noten-Buch für den Frieden, das in Berlin (West) herausgegeben wurde von der Initiative Künstler für den Frieden. 90 Künstler der Literatur, der Bildenden Künste und der Musik aus damals Ost und West haben sich z. T. in Erstveröffentlichungen zum Frieden geäußert. Eine Auswahl soll genannt werden: Literatur: Ingeborg Drewitz, Ute Erb, Erich Fried, Peter Härtling, Heinz Kahlau, Gisela Kraft, Christa Wolf. Bildende Kunst: Helmut Goettl, Karl-Georg Hirsch, Kurt Mühlenhaupt, Ronald Paris, Nuria Quevedo, Monika Sieverking, Hanefi Yeter. Musik: Hans Werner Henze, Siegfried Matthus, Ruth Zechlin, Grete von Zieritz.
Ein bemerkenswertes Buch, das in der Auflage von 4 Tausend sicherlich auch noch in Antiquariaten zu finden ist.

(Gerhard Rechlin)

Ausstellung: 5. März - 24. April 2022

Kunstsammlung Gera -Orangerie
Orangerieplatz , 07548 Gera

Mi, 23.03.2022

Klaus Walther, Was soll man lesen?, Faber & Faber 2005

KLAUS WALTHER ZUM 85.

"Wer am Morgen des 15. September 2005 in eine Leipziger Straßenbahn einstieg, der konnte eine Überraschung erleben: Die Fahrgäste fanden auf den Plätzen Klaus Walthers Buch »Was soll man lesen?
Ein Leseverführer«. Der Leipziger Verlag Faber & Faber, das Leipziger Haus des Buches, die Buchmesse, die Leipziger Verkehrsbetriebe, die Leipziger Volkszeitung und MDR Figaro hatten diese gelungene Überraschung organisiert und unterstützt. Anlass war das 15. Gründungsjubiläum des Verlages Faber & Faber.

[...] 2005 fand sich eine Gesprächsrunde in der Leipziger Buchhandlung Hugendubel zusammen. Im sachkundigen Publikum waren viele bedeutende Autoren versammelt. [...]
Klaus Walther antwortete auf die Frage, warum er das Buch »Was soll man lesen?« geschrieben habe: »Weil ich selbst ein Leser bin und die richtigen Leser wollen anderen Menschen mitteilen, was sie gelesen haben«. Aber jeder Mensch habe einen anderen Lebenshintergrund. Deshalb habe er auch nicht nur über seine Lieblingsbücher geschrieben. Wer lese heute noch Wieland? Vielmehr habe er das Buch als Liebhaber von Büchern geschrieben, der mit Büchern lebe. Helmut Richter [... nannte als Vorzug des Buches], dass es nicht mit dem Gestus des »Kanons« daherkomme. Klaus Walther habe ein redliches Buch geschaffen.
Einerseits schwärme er von der Literatur. Andererseits dränge er niemandem ein Buch auf.
Michael Hametner antwortete: »Ich freue mich über jeden, der zum Lesen verführt wird«. Gleichzeitig sage er aber: [...] Vielleicht werde auch falsch argumentiert, wenn nur die Lust am Lesen hervorgehoben werde. Denn Lesen mache auch Mühe, man müsse Zeit investieren. Das sei oft nicht einfach. Viele heutige Leser wollten auch die aktuellen Bücher gar nicht lesen, sondern sie wollten mitreden können. Deshalb konzentrierten diese sich auf das Lesen von Buchbesprechungen. Elmar Faber warf hier ein, dass [...] Man [...] konstatieren [müsse], dass Lesen vielleicht doch eine elitäre Angelegenheit sei. Das schließe nicht aus, dass man selbst begeistert sei. Wenn er aufhören müsse zu lesen, dann werde er wahrscheinlich auch aufhören zu leben. Gleichzeitig müsse man auch sagen, dass Lesen selbstverständlich Mühe und Vergnügen gleichzeitig sei. Ein Vergnügen ohne Mühe sei keines. [...]"

(Johannes Eichenthal)

kompletten Artikel lesen in der Litterata

© Ulrike Stoltz

Resonanzen & Gestrüpp

Als Buch des Monats stellt die renommierte Buchkünstlerin und Typografin Ulrike Stoltz im Klingspor Museum ihr Künstlerbuch „Caro Giordano. Resonanzen & Gestrüpp“ vor, welches 2020/21 im Rahmen des Künstlerbuchpreises der Herzog-August-Bibliothek entstand.
Aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähert sich die Künstlerin dem Leben und Werk des italienischen Renaissance-Philosophen und Astronomen Giordano Bruno. Dabei recherchiert sie nicht nur die historischen Fakten und deren wissenschaftliche Aufarbeitung, sondern beschreibt auch ihre ganz persönliche Beziehung zu Bruno. Bei dieser Arbeit stößt sie auf Resonanzen oder verirrt sich im Gestrüpp – Erfahrungen, die in der künstlerischen Umsetzung sichtbar werden und sich in vielfältigen Verknüpfungen zwischen Kunst, Philosophie und Spiritualität niederschlagen.

1. April 2022, 18 Uhr, Anmeldung erforderlich

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Di, 22.03.2022

1. Buchfenster Brandenburg

Am 2. April 2022 werden in elf Buchhandlungen der Region das erste Mal die "Buchfenster Brandenburg" präsentiert, Fenster, die dazu gedacht sind, besondere Bücher der regionalen Verlage ins Scheinwerferlicht zu rücken.
Diese erste Buchfenstersaison wird mit einer Ausstellung und Lesungen im Hugendubel Cottbus und einer Lesung im Rahmen der preisgekrönten Veranstaltungsreihe "Guten Morgen Eberswalde" im Stadtpark am Weidendamm eröffnet.

Trotz der nun schon seit zwei Jahren bedrückenden Rahmenbedingungen seit der ersten Brandenburger Buchmesse 2018 sind Verlage, verlegende Autorinnen und Autoren sowie Buchkünstlerinnen und -künstler zu eine etablierte, weiter wachsende Gemeinschaft geworden. Das wurde auch mit einer Einladung der Stadt- und Landesbibliothek gewürdigt, am 3. September im Rahmen der Festveranstaltungen zum Doppeljubiläum 100 Jahre Landesbibliothek und 30 Jahre Stadt- und Landesbibliothek die 4. Messe "Schöne Bücher aus Brandenburg" durchzuführen.

Mehr Informationen finden sich zu gegebener Zeit im Pirckheimer-Blog, sowie hier.

Mo, 21.03.2022

Rainer Ehrt, Zerstreute Sammlung (Foto und Montage: ad)

Preußen und andere Exoten

Der aktuelle Frankfurter Grafikbrief 242 verweist auf eine in Kürze in der Büchergilde Buchhandlung zu sehende Ausstellung mit Werken von Rainer Ehrt.

"Als ich im Februar Rainer Ehrts Atelier in Kleinmachnow südlich von Berlin betrete, arbeitet er an der Staffelei an einem Portrait von – Angela Merkel. Ich staune, und frage nach. „Das wird das offizielle Porträt für das Kanzleramt. Hat sie sich gewünscht. Ist eine Sensation: Unbekannter ostdeutscher Künstler bekommt den begehrtesten Porträt-Auftrag!"...

Ich schaue auf die tief heruntergezogenen Mundwinkel der Porträtierten, und vor allem auf die beiden Figuren, die im Hintergrund die Kanzlerin flankieren: Konrad Adenauer und Walter Ulbricht. Als ich zweifelnd auf den Künstler schaue, schüttelt der sich vor Lachen. Nein, die Sensation findet nicht statt, er arbeitet in eigenem Auftrag. „Konrad Adenauer hat sie als eines ihrer Vorbilder bezeichnet, und Walter Ulbrichts DDR hat ihre Jugend geprägt“. Mit künstlerischen Mitteln macht Ehrt Dimensionen der Persönlichkeit von Merkel sichtbar, die in Worte schwer zu fassen wären."

(Wolfgang Grätz)

Ausstellung: 28. März - 21. Mai 2022

Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt/M.

So, 20.03.2022

Katja Spitzer, Queens, Siebdruck, 2022, unten: Matthias Frohl überreicht einen Blumengruß an eine "Königin der Illustration"

Studio Dreams mit KATJA SPITZER

Gestern wurde in Brandenburg a.d. Havel die Ausstellung „STUDIO DREAMS – Katja Spitzer – Grafik und Illustration“ eröffnet.

Die musikalische Umrahmung dieser Vernissage war mit Bedacht gewählt: der Cellist Jens Naumilkat hatte sich vom jüngsten Bucherfolg Katja Spitzers „Haare – Geschichten um Frisuren“ anregen lassen und mit drei Musikerkollegen ein kleines Medley aus dem Musical „Hair“ arrangiert. Was die Beteiligten bei der Vorbereitung noch nicht ahnten, war die Tatsache, dass die Botschaft dieses Meilensteins der Popkultur „Make love, not war“ auch als Kommentar zu den aktuellen Weltereignissen zu lesen ist.

Bezugnehmend auf den in der Ausstellung gezeigten Siebdruck „Queens“ erklärte der Galerieleiter die aus Berlin angereiste Katja Spitzer zu einer der „Königinnen der Illustrationskunst“ und passte deshalb bei der Übergabe eines reise- und transportfähigen Blumengrußes seine Körperhaltung der verbalen Klassifikation an.

Im Rahmen der Ausstellung liest Katja Spitzer im Mai aus ihrem Buch „Haare - Geschichten um Frisuren“. Zu dieser Lesung wird es auch nochmals eine Druckaktion zum 2. Brandenburger Bilderbogen geben.

Ausstellung: 19. März - 17. Juni 2022
Lesung: 5. Mai 2022, 15 Uhr

Galerie „Sonnensegel“
Brandenburg a.d. Havel, Gotthardtkirchplatz 4/5

Sa, 19.03.2022

1. artgrafik Ahrenshoop

Im dritten Anlauf soll die 1. artGRAFIK AHRENSHOOP Messe für zeitgenössische Druckgrafik , Fotografie, Zeichnung und BuchKunst stattfinden.

Damit findet im Künstlerort Ahrenshoop zum ersten Mal eine Messe für zeitgenössische Kunst statt, die Künstler aus dem gesamten Bundesgebiet vereint.

Durch die künstlerische Praxis befindet sich die Druckkunst in einem stetigen Prozess. Neue künstlerische Ausdrucksformen werden durch immer neue technische Möglichkeiten präsentierbar. Die Tradition der künstlerischen Drucktechnik wird aktuell vor allem von Bildenden Künstlern gepflegt. Hoch-, Tief-, Flach- und Durchdruck und deren Mischformen ermöglichen grafische Werke von hoher Qualität.

Teilnehmer: Angelika-Christina Brzóska / Gerlinde Creutzburg / Rainer Ehrt / Tina Flau / Hans Götze / Henry Günther / Volkmar Herre / Linde Kauert / Rita Lass / Fred Lautsch / Urte von Maltzahn-Lietz / Britta Matthies / Thomas Offhaus / Klaus Raasch / Gudula Zientek / Katja Lang / Susann Hoch.

... siehe auch hier

Messe: 26. - 29. Mai 2022

Strandhalle Ahrenshoop
Dorfstraße 16 b, 18347 Ahrenshoop

Foto: Facebook o.A.

zur Absage der MMPM

Der 25. Branchentreff von Minipressen, Kleinverlagen, Handpressen, Buchkünstlern und Autoren hätte von 26. bis 29. Mai in der Mainzer Rheingoldhalle stattfinden sollen. Einen Monat davor hatte die Mainzer Kulturdezernentin die Veranstaltung mit der Begründung abgesagt, dass "ein reger Austausch von vielen Menschen in Innenräumen problematisch sei".

Gegen diese Entscheidung gibt es Widerstand. Verlegerin Annette Sievers (Peter Meyer Verlag) z.B. wendet in einem Brief an die Kulturdezernentin und den Oberbürgermeister ein, dass die Absage zu einer Zeit, in der alles wieder geöffnet wird, nicht nachzuvollziehen sei. Darin heißt es "Sicher gibt es noch mehr Raum rund um die Rheingoldhalle, den man bespielen könnte". Sie verweist auf Unstimmigkeiten bei der Begründung der Absage und liefert der Stadt gleichzeitig Alternativen, die ein Stattfinden der Mainzer Minipressen Messe ermöglichen würden.

Fr, 18.03.2022

© Katja Spitzer

Studio Dreams

„Studio Dreams – Atelierträume“ nennt Katja Spitzer eine Ausstellung mit freier Grafik und Buchillustrationen in der Brandenburger Galerie „Sonnensegel“.

Katja Spitzers besondere Affinität zur Buchillustration entwickelte sich früh. Ausdrücklich verweist sie auf die Prägung durch die vielfältige und qualitätsvolle DDR-Illustrationskunst und nennt neben Werner Klemke Namen wie Manfred Bofinger, Hans Ticha, Egbert Herfurth und Volker Pfüller, der dann auch in der Studienzeit zu ihren Lehrern zählte.
Dabei geriet die Zeichnerin aber nie in Gefahr, Stilelemente solcher Künstler zu übernehmen bzw. sich ihren bildnerischen Handschriften anzupassen. Der Strich von Katja Spitzer ist unverwechselbar. Ihre oft in reduzierten Farben gezeichneten Personen, Objekte und Tiere sind durch klare, abstrahierte, sicher gesetzte und fast minimalistisch wirkende Linien gekennzeichnet. Jede unnötige Arabeske, jeder überflüssige Schnörkel wird vermieden, um eine größtmögliche grafische Klarheit zu erreichen.

Katja Spitzer wurde 1979 in Zerbst geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Geschichte in Halle und Illustration in Leipzig und Luzern. Sie lebt heute am Müggelsee und arbeitet in einem Atelier in Berlin Prenzlauer Berg.
2021 erschien „Hey, hey, hey, Taxi!“, das erste Buch von Saša Stanišić mit ihren Illustrationen. Ebenfalls 2021 erschien ihr Buch "Haare. Geschichten über Frisuren" mit eigenen Texten.

Vernissage: 19. März 2022, 15 Uhr, die Künstlerin ist anwesend, musikalische Umrahmung: Musikquartett „CelloQuadrat“ unter Leitung von Jens Naumilkat
Ausstellung: 19. März - 17. Juni 2022

Galerie „Sonnensegel“
Brandenburg a.d. Havel, Gotthardtkirchplatz 4/5

Wenzel & Band bei BODONI

Bodoni Openair mit Wenzel & Band

Der Sommer kommt. Im BODONI Vielseithof wird noch an Kulturterminen gearbeitet, aber einer steht jetzt schon fest:

WENZEL & Band kommen nach Buskow!

In schwierigen Zeit wird Kultur zum Lebensmittel!

Wenzel & Band sind bei Bodoni. Es entsteht am Abend wieder ein ganz besonderes Wenzel-Textblatt im traditionellen Bleisatz gesetzt und gedruckt im Bodoni-Museum!

Bei Bodoni ist es die wohlgeformte Type als Medium der Verständigung, bei Wenzel die feinsinnige Zunge mit temperamentvoller Musik. Die beiden vereint eine ästhetische Haltung mit Achtung und Liebe an die Dinge zu gehen.

Eine Begegnung zweier Wegbereiter – International und weltoffen!

(Marc Johne)

BODONI Openair: 27.8.2022, 19 Uhr

Buchwerk Bodoni e.V.
Buskower Dorfstraße 22, 16816 Buskow bei Neuruppin

Do, 17.03.2022

Ingo Schulze (lks.) und Armin Schubert, Foto © Rüdiger Böhme

Pirckheimer trafen Ingo Schulze

Am 8. März fand in Gernsbach eine Lesung von Ingo Schulze mit dem »Kakoj Koschmar oдer You Are Welcome« statt. Dieser von der Pirckheimer-Gesellschaft in einer Vorzugsausgabe bei Matthes und Seitz Berlin herausgegebene Titel ist bei uns noch erhältlich. Im Anschluss an die Lesung überreichte Ralph Aepler dem Schriftsteller Werk der Bücherkinder Brandenburg "Bücher fallen nicht vom Himmel", einer Hommage an Egbert Herfurth und Franz Fühmann.

Zwei Tage später war Ingo Schulze dann auch beim Pirckheimer Armin Schubert. Dabei bekräftigte der Vater der Bücherkinder nicht nur die Einladung zu einer gemeinsamen Lesung in der Dom-Aula noch in diesem Jahr. Armin Schubert hatte für den Schriftsteller zwei colorierte Radierungen dabei, die sich auch in dem Buch wiederfinden. Diese Radierungen haben die beiden Bücherkinder Emma und Helene gemeinsam mit dem Brandenburger Künstler Dietmar Block geschaffen.

Michael Lüder bei der Arbeit am Jubiläumskalender (Foto: Potsdamer Bibliotheksgesellschaft)

100 Jahre Landesbibliothek Potsdam

Aus Anlass des 100jährigen Bestehens der Brandenburgischen Landesbibliothek in Potsdam am 30. Juni 2022 plant der Förderverein des Hauses die Herausgabe eines immerwährenden Jubiläumskalenders mit Fotos von Buchobjekten und Künstlerbüchern aus deren Bestand.

Damit soll das gedruckte Brandenburger Kulturerbe entsprechend dem Motto der Feierlichkeiten „#ohne_Verfallsdatum“ gefeiert werden.

Um diesen Kalender herauszugeben, hat der Verein eine Crowdfunding-Aktion gestartet, an der sich auch die Pirckheimer-Gesellschaft beteiligt, denn auch wir nutzen die Räume dieser Bibliothek für unsere Veranstaltungen, so z.B. am 3. Mai 2022 mit Künstlerbüchern von Tina Flau. Darüber hinaus möchten wir es unseren Mitgliedern und Freunden des Buches ans Herz legen, dieses Vorhaben auch individuell zu unterstützen.

Mi, 16.03.2022

Matthias Frohl (lks.) mit dem Entwurf des 2. Brandenburger Bilderbogens, noch ohne Beschriftung - Sven Märkisch zeigt den 1. Brandenburger Bilderbogen (Foto © ad)

2. Brandenburger Bilderbogen

Vor einem Jahr konnte hier der 1. Brandenburger Bilderbogen „Karambolage“ vorgestellt werden, am gestrigen Tag der Druckkunst erfolgte die Zusammengestellung des 2. Bilderbogens, diesmal mit dem Thema „Rendezvous“ (siehe gestrigen Post zum Tag der Druckkunst).

Während im vorigen Jahr sich lediglich eine Graphik dem Corona-Virus widmete, war es in diesem Jahr Schuld daran, dass diese Vollendung des 2. Bogens ohne die Teilnahme von Künstlern und Publikum erfolgen musste, neben wenigen Freunden der Galerie Sonnensegel war lediglich Presse anwesend.

So mag es trösten, dass der fertige Brandenburger Bilderbogen in 10 Tagen auf der artbook.berlin nord am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft präsentiert werden kann, dann auch gemeinsam mit einigen beteiligten Künstlern von augen:falter, die ebenfalls dabei sind.

artbook.berlin nord: 25. - 27. März 2022

Galerie Nord/Kunstverein Tiergarten
Turmstraße 75, 10551 Berlin-Moabit

Di, 15.03.2022

Andruck und mögliche Gestaltung zum 2. Brandenburger Bilderbogen

Tag der Druckkunst

Seit dem 15. März 2018 zählen die traditionellen Drucktechniken Flachdruck, Hochdruck, Lithografie und Durchdruck zum immateriellen Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission. Das wird seitdem als „Tag der Druckkunst“ jährlich mit einem Aktionstag gefeiert, so auch hier:

Die „Galerie Sonnensegel“ vereint heute 16 mehrfarbigen Originalgrafiken in Postkartenformat zum zweiten Brandenburger Bilderbogen „Rendezvous“. Mit dabei sind: Anne Deuter, Matthias Frohl (Sonnensegel), Inka Grebner (augen:falter), Nancy Jahns (Sonnensegel), Lydia Lander, Sven Märkisch (Sonnensegel), Urte von Maltzahn-Lietz (augen:falter), Natascha Mehler, Thomas M. Müller, Franziska Neubert (augen:falter), Nadine Respondek (augen:falter), Julia Penndorf (augen:falter), Mario Schott, Katja Spitzer, Martina Stein (Sonnensegel) und Anya Triestram.

15. März 2022, 15 Uhr

DRUCKLADEN der Galerie „Sonnensegel“,
Brandenburg a.d. Havel, Gotthardtkirchplatz 4/5

Das Museum für Druckkunst Leipzig lädt am Tag der Druckkunst bei ermäßigtem Eintritt ein, 3 Euro, 1,50 Euro ermäßigt, Kinder frei:
10-17 Uhr: Vorführungen der Gieß-, Satz- und Drucktechniken
14-17 Uhr: Offene Werkstatt Letterpress. Eigene Texte oder typografische Ideen im Bleisatz umsetzen.
15 Uhr: Führung durch die Ausstellung „Unter dem Radar“

Museum für Druckkunst
Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig

Und die Kunstsammlung Jena lädt zu einer thematischen Sonderführung mit dem Künstler Peter Schnürpel in seiner noch bis zum 20. März gezeigten Ausstellung "Von Chine Collé bis Reservage" ein und bleibt an dem Tag bis 21 Uhr geöffnet.
Peter Schnürpel ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass die Kunst der Druckgrafik nicht nur ein bewahrenswertes altes Handwerk ist, sondern sie mit vielfältigen und wandelbaren Ausdrucksformen auch heute ein höchst lebendiges Medium bleibt. Statt die Radiernadel zur bloßen Vervielfältigung seiner expressiven Zeichnungen zu nutzen, weiß Schnürpel kühn die Möglichkeiten des druckgrafischen Verfahrens auszuschöpfen: Er kratzt und ätzt, fertigt Kaltnadelradierungen ebenso wie seltene Kombinationen mit Reservage auf Eisen oder aufwändig collagierte Chine Collés an. Die meisterhaften Ergebnisse entstehen in enger Kooperation mit seinen Druckern, seit 1989 sind das Jeanette und Reinhard Rössler.

Kunstsammlung Jena
Städtische Museen Jena
Markt 7, 07743 Jena

Mo, 14.03.2022

v.l.n.r: Uwe Bremer, Zeitmaschine, 1989, Radierung, 49,4 x 36,5 cm
Mimmo Paladino, Tra gli Ulivi, 1984, Radierung, 134 x 98 cm
Natascha Mann, Gefallener Engel, 1987, Holzschnitt, 131 x 107 cm

Hokuspokus

Das von Gregor Hiltner im Frühjahr 2021 in Berlin mit großem Aufwand und Sachverstand kuratierte Ausstellungsprojekt "Hokuspokus - Künstler als Schamanen" hat in fünfzehn verschiedenen Positionen das Thema Glaube und Aberglaube im Spiegel künstlerisch-schamanistischer Praxis beleuchtet.

Der Verein für Original-Radierung München zeigt eine Auswahl von acht nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die das Thema auch (druck-)graphisch bearbeitet haben: Joseph Beuys, Blalla W. Hallmann, Adébayo Bolaji, Uwe Bremer, Gregor Hiltner, Juan Logan, Natascha Mann, Christian Rösner und Mimmo Paladino.

Vernissage: 24. März 2022, 19 Uhr
Ausstellung: 25. März - 14. April 2022

Verein für Original-Radierung München e.V.
Ludwigstrasse 7 Innenhof | 80539 München

Do, 10.03.2022

Das andere Kinderbuch

Eins, zwei, drei,
auf der Treppe liegt ein Ei

Dieser in der Edition Einstein neu erschienene Handpressendruck beinhaltet 20 alte Abzählverse für Kinder. Es ist der 39. Band der von Hans Witte gestalteten und veröffentlichten Reihe „Das andere Kinderbuch“.

In diesem ca. A4-querformatig angelegten Druckwerk sind die Texte unterschiedlich farbig und von diversen zum Teil historischen Typen gedruckt. Illustriert ist dieses bibliophile Buch mit sechs mehrfarbigen Zahlentypografiken … gemäß dem Leitsatz des Verlages „Altes Handwerk mit jungem Gesicht“.

Historische Druckerei und Galerie für Buchdruckkunst der Edition Einstein
Deitlevsen 1, 31860 Emmerthal-Deitlevsen
Auflage: 20 nummerierte und signierte Exemplare, Preis: 120 Euro (Vertrieb nur über Edition Einstein)

Mi, 09.03.2022

Roland Berger, Farbteppich aus den 12 Pentominos, 2020, Linolschnitt, 340 x 340 mm

Sextett - Druckgraphik

In einer Ausstellung des Kunstvereins Templin wird das graphische Schaffen des Pirckheimers Roland Berger aus Hohen Neuendorf vorgestellt.

Meine Bilder zeigen oder erzählen etwas 'und gedeihen entweder zu einem Zeichen für Erfundenes oder führen bildhaft und einfühlsam die Schilderung einer Lebenssituation vor. Ersteres neigt zum Spiel und zur Konstruktion, während die andere Art szenengebunden das Dasein der Menschen hymnisch feiert oder auch warnend dramatisiert und anklagend mahnt.
Auf beiden Ebenen bin ich inzwischen 60 Jahre als Künstler tätig und weiß, Verdruss und Empörung verlangen andere Ausdrucksmittel als Zuwendung und Einverständnis zum Leben.
Die Welt hat sich in den letzten Jahren wesentlich verändert. Ein zukunftorientiertes Maß- und Wertebewusstsein ist kaum noch zu erkennen und noch schwerer zu bewahren. So sind die Momente der Daseinsbejahung oft auch in abstrakten Spielen erlebbar, verschaffen mir Glück und Genugtuung.
Peter Hille (1854 - 1904) erinnerte daran «Arbeiten ist bei sich selbst sein.»
Die Ausstellung in Templin widmet sich sechs verschiedenen Werkgruppen.

(Roland Berger)

Vernissage: 19. März 2022, 15 Uhr, Laudatio: Helmut Müller, Luise Rau, Ensemble "Quillo" (Cello)
Ausstellung: 19. März - 12. Mai 2022

Galerie im Neuen Rathaus
Prenzlauer Allee 7, 17268 Templin

Di, 08.03.2022

Rose vor Marginalien (Foto © ad)

Zum Internationalen Frauentag

Der im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen 1911 am Vorabend des Weltkrieges, welcher später der Erste hieß, ins Leben gerufene Internationalen Frauenkampftag, der seit 1975 als „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ gefeiert wird, hat in dieser, unserer Zeit keineswegs seine Bedeutung verloren. Leider nicht nur in seiner Betonung der Gleichberechtigung der Frau, in der von religiösen Vorurteilen geprägten Welt genauso wie auch noch in hochentwickelten Industrienationen, ebenso wieder aktuell in seiner Forderung nach weltweitem Frieden.

Diese Rose ist allen gewidmet, die sich für die Rechte der Frau und den Frieden einsetzen.