Der Träger des Käthe-Kollwitz-Preises und des Brandenburgischen Kunstpreises, der Grafiker und Illustrator Manfred Butzmann (1942–2026) ist in seiner Heimatstadt Potsdam, im Stadtteil Bornim, in dem er auch geboren wurde, am 04. Januar im Alter von 83 Jahren gestorben. Vor allem den Berlinern ist er als unbestechlicher Chronist ‚ihrer Dinge‘ im Gedächtnis geblieben. Butzmann wuchs in Eutzsch im Wittenbergischen auf und studierte nach einer beruflichen Ausbildung zum Offsetretuscheur und Malübungen in Caputh in Weißensee bei Werner Klemke, Arno Mohr und Klaus Wittkugel. Nach seiner Meisterschülerschaft bei Werner Klemke arbeitete Butzmann als Buchillustrator und Einbandgestalter, machte sich als Grafiker, Aquarellist und Plakatkünstler einen Namen. „Berlin verdankt ihm viele Abbilder seiner rauen Seele“, schreibt die tageszeitung vom 06. Januar in ihrem Nachruf auf Manfred Butzmann. Und: „Butzmann, das ist beste ‚Berliner Schule‘, sein künstlerischer Blick glitt über Menschen und Stadt, sah einen Schwarzen Giebel, der sich roh auf der Wand des Nachbarhauses abzeichnete, oder den Anhalter Puff, ein pervers pink getünchtes Haus, während nebenan alles wegbrach.“ Und mit einer besonderen Vorliebe gestaltete Butzmann, dessen Ausstellungsplakate Maßstäbe setzten, auch Frottagen, Abreibungen u. a. von Berliner Hausfluren, aber auch von Grabsteinen und Türblättern. Seine überaus unkonventionelle Plakat-Kunst setzte Butzmann auch für zahlreiche öffentlich relevante Themen ein. 2007 zog es ihn zurück nach Potsdam-Bornim, wo er am vergangenen Sonntag starb. Er illustrierte u. a. Bücher und Textzyklen von Maxim Gorki, Iwan Turgenjew sowie Gustav Meyrink und Nikos Kazantzakis.
(André Schinkel/Pressemitteilung)