Pirckheimer-Blog

Pirckheimer-Gesellschaft

Fr, 16.10.2026

Andreas Eichler: Literarischer Vortrag im Lithaus Magdeburg

Andreas Eichler kehrt mit seinen literarischen Wanderungen am 22.10. im Literaturhaus in der Thiemstraße 07 in 39104 Magdeburg ein – er lädt zu einem Bildvortrag zu zwei Persönlichkeiten aus der Elbestadt, das teilen die Pirckheimer-Freunde Sigrid und Ralf Wege mit. Die Themen des um 19 Uhr beginnenden Vortrags werden sein: die große Mysterikerin Mechthild von Magdeburg (1207–1282), deren komplexes Werk Das fließende Licht der Gottheit bis heute ein Faszinosum ist, und die für das literarische Leben der Stadt zu DDR-Zeiten wichtige Autorin Christa Johannsen (1914–1981), die vor allem durch ihre Romane und nicht zuletzt ihre fördernde Arbeit eine etablierte Gestalt des Magdeburger Literaturbetriebs, die mehrfach ausgezeichnet wurde, war. Der vortragende Andreas Eichler ist der Geschäftsführer des Mironde Verlags in Niederfrohna, in dem auch seine dreibändigen Literarischen Wanderungen durch Mitteldeutschland erschienen. Der Eintritt für alle zur Veranstaltung, zu der Verlag, Literaturhaus und die Magdeburger Pirckheimer einladen, ist frei. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 08.10.2026

Marginalien-Pakete sind zurück: Drei Bündel je zum Sonderpreis

Marginalien-Überraschungspakete zum Kennenlernen (Sonderpreis) sind zurück. Es ist ja gerade groß in Mode: sogenannte BlindBoxen: Man kauft etwas und weiß nicht, was drin ist. Wir hatten das schon früher und lassen es wieder aufleben, nur bei uns hat man zumindest eine Vorstellung, was einen erwartet: Bibliophile Erkenntnisse. Die Marginalien als einziges deutschsprachiges Journal, das sich der Buchkunst, -grafik und Bibliophilie widmet, feiert im nächsten Jahr den 70. Geburtstag. 

Wer in „alten“ Ausgaben der Marginalien blättert, kann immer wieder etwas Überraschendes finden. Gönnen Sie sich selbst das Vergnügen oder schenken Sie dieses einfach anderen Buch-, Kunst- und Grafikliebhabern. Drei Marginalien-Pakete hat der Vorstand bei der Sichtung der Lagerbestände geschnürt, die jetzt zum Sonderpreis erworben werden können. Wichtig: Die Zusammenstellung der Marginalien und Grafiken erfolgt zufällig. Man kann kein gezieltes Objekt erhalten. Im Fall eines Beitritts zur Pirckheimer-Gesellschaft im Jahr der Bestellung wird der Preis für das Paket auf den ersten Mitgliedsbeitrag angerechnet. Die abgebildeten Hefte und Drucke dienen zur Darstellung (man hat keinen expliziten Anspruch auf die im Bild gezeigten Hefte und Grafiken) des Angebots.

Es werden drei Pakete angeboten: drei Marginalien-Hefte ohne oder mit Grafik-Beilage(n). Ihr Preis liegt zwischen 5 und 20 Euro zuzügl. 2,95 Versand. Man findet sie hier im Pirckheimer-Shop.

(Robert Grieger)

Di, 22.09.2026

Abschied von Hans-Jürgen Wilke

In der ersten Septemberwoche erreichte uns überraschend die traurige Nachricht, dass unser jahrzehntelanges Mitglied Hans-Jürgen Wilke aus Berlin unerwartet in seinem 89. Lebensjahr verstorben ist. Wilke, Buchdrucker von Beruf, war vielen Pirckheimern (und über die Gesellschaft hinaus) als Sammler und Experte für Conrad Felixmüller (1897–1977) bekannt, für den er lange Zeit Grafiken druckte. Erst im vergangenen März hielt er auf der Leipziger Antiquariatsmesse einen Vortrag über diese Tätigkeit. Über Felixmüller und die beeindruckende Sammlung, die Wilke zu ihm und mit seinem Werk angelegt hatte, über seine Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Künstler hatte der Verstorbene immer wieder bei Treffen und mittels Vorträgen berichtet – so gibt es einen beeindruckenden Bericht von einem solchen Vortrag beim Berliner Bibliophilen-Abend im Februar 2015. Auch im Rahmen der Cottbuser Ausstellung Mit dem Auge und dem Herzen. Conrad Felixmüller, die über den Jahreswechsel 2024/2025 im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst, die sich zu großen Teilen auf Wilkes Felixmüller-Sammlung stützte, Beispiele aus allen Schaffensdekaden und auch Rara wie Druckstöcke umfasste, war Hans-Jürgen Wilke als letzter Drucker des Künstlers im Januar 2025 mit einem Vortrag in Erscheinung getreten. Informationen zu Trauerfeier und Beerdigung werden bei Bekanntwerden auf der Pirckheimer-Website kommuniziert. 

(André Schinkel via Matthias Haberzettl) 

So, 20.09.2026

Pirckheimer bei der „Rare Books“

Einen Auftakt nach Maß gab es am Freitag bei der Messe Rare Books Berlin mit den Pirckheimern mittendrin: An Stand 15 präsentiert im Kronprinzenpalais (Unter den Linden 03, 10117 Berlin) die Pirckheimer-Gesellschaft ihre Arbeit und ihre Publikationen im Rahmen der Rare Book Week, in die die Messe inkludiert ist, das ganze Wochenende. Am Sonnabend waren, moderiert von Till Schröder, Armin Schubert und seine Bücherkinder Brandenburg zu Gast (der Blog berichtete im Vorfeld). Das Bild aus dem Palais zeigt unseren Pressevorstand Robert Grieger am Stand, auf dem sich einige der schönsten Beispiele der Vereinsarbeit versammeln: die klassischen wie zugleich auch die neuesten Ausgaben der Marginalien, Werbe- und Infomaterial, in der Vitrine zudem Jahresgaben und die hochedle Edition Pirckheimer mit einer Reihe namhafter Grafikerinnen und Grafiker der Gegenwart. Im Merchandising auffallend: die wundersamen Pirckheimer-Tassen; nun, also, wenn die zwei nicht mehr zum Aufbewahren von Lesezeichen und Stiften gebraucht werden, ich wüsste da ein lindes Küchen-Asyl in Halle, mit besten Präferenzen ... Die Rare Books ist am heutigen Sonntag noch bis 17 Uhr geöffnet. – An Stand 60 ist im Übrigen der Berliner Bibliophilen-Abend zu finden, der Beispiele aus sage und schreibe 120 Jahren Arbeit zeigt; alle Ausstellenden sind hier verzeichnet.

(André Schinkel)

Fr, 18.09.2026

19.09.: An den Marken meiner Tage

An den Marken meiner Tage heißt das neueste Buchprojekt der Bücherkinder Brandenburg, der Schreib- und Kreativgruppe, die seit nunmehr bald zwanzig Jahren unter der Mentorschaft von Pirckheimer Armin Schubert, unter anderem von der Pirckheimer-Gesellschaft gefördert und flankiert von anderen Pirckheimern wie Henry Günther oder der Besatzung der Brandenburger Galerie Sonnensegel eigene Bücher gestaltet und publiziert und damit viel Aufmerksamkeit erzielte. Unermüdlich schreiben, illustrieren und gestalten die Bücherkinder ihre eigenen Bücher. Im Verbund mit Künstlern, Schriftstellern und Buchmenschen entstehen außergewöhnliche Projekte, die zeigen, wie lebendig die Freude am Lesen, Erzählen und Gestalten sein kann. Till Schröder wird sie und ihren Mentor zur Rare Books Berlin vorstellen ... – und die Bücherkinder aus dem Dom-Campus der Evangelischen Schulen in Brandenburg (Havel) lesen auf dem Roten Sofa eigene Texte aus ihrem aktuellen Buch-Projekt zu Menschen wie Margot Friedländer und Igor Levit, Marlene Dietrich und Willy Brandt, Mascha Kaléko und Christa Wolf. Am morgigen 19. September 2026 findet das statt, um 15.30 Uhr, im Kronprinzenpalais zu Berlin, Unter den Linden 03, 10117 Berlin. Die Rare Book Week, in deren Rahmen die Rare-Books-Messe stattfindet, läuft bereits seit dem 14. September in der Hauptstadt und bietet eine Vielzahl Präsentationen um das schöne/seltene Buch.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 13.09.2026

Gut: Pirckheimer-Vorstand einhellig wiedergewählt.

Die gute Nachricht aus Nürnberg: Vorstand wurde wiedergewählt

Eine bessere Bestätigung für gute Arbeit als einstimmige Wiederwahl gibt es nicht: Auf der 2026er Jahrestagung der Pirckheimer-Gesellschaft in Nürnberg wurde heute der sich wieder zur Wahl stellende amtierende bzw. entlastete Vorstand (bei fünf Selbstenthaltungen seiner Mitglieder) mit größtmöglicher Quote von den anwesenden Mitgliedern de facto einstimmig wiedergewählt. Wirken werden also auch fürderhin: Matthias Haberzettl, Till Schröder, Hans Rabenbauer, Robert Grieger und Dan Reynolds. Damit findet ein denkwürdiges Treffen an in vieler Hinsicht bemerkenswertem Ort ihr einhelliges Ende. Gratulation an die Wiedergewählten! Schön, die Leitung der Gesellschaft in guten Händen zu wissen. Vom weiteren Gelingen der Tagung wird sicher in Kürze berichtet. Erste Einblicke in Bildern wie Statements sind auf dem Facebook-Account der Pirckheimer zu finden. 

(André Schinkel)

Fr, 11.09.2026

"Marginalien 262" – das 'ganze Paket'. Das neue Heft ist soeben bei quartus erschienen. | © Till Schröder

Marginalien: Heft 262 erschienen

Als reiche Lieferung kommen die neuen Marginalien daher: Die Ausgabe 262 der Zeitschrift für Buchkunst & Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft enthält als Überraschung und Ehrung eine eigenständige Beilage anlässlich des 90. Geburtstags von Herbert Kästner mit Würdigungen für den verdienstvollen Jubilar und exklusiver Grafikbeilage der von ihm hochgeschätzten Leipziger Künstlerin Stephanie Marx. Seinen Ehrentag feierte Kästner am 01. September, und die Reihe der Gratulanten war sowohl auf dem Papier wie auch bei der ihm gewidmeten Feier in der Pleißestadt lang: LBA, Insel Verlag, Künstler, Autoren und natürlich die Pirckheimer, deren Arbeit er zugleich prägte. Auch sonst ist das neue Heft üppig bestückt, widmet sich den Ausgaben von Erich Kästners Emil und die Detektive oder Karel Čapeks Der Krieg mit den Molchen, von dem insbesondere die kongenial von Hans Ticha illustrierte Fassung aus der Vielzahl der Auflagen heraussticht, einem Bild von Konrad Felixmüller, Flaneuren und Reisenden, Eduard Taska sowie der Kirchenbibliothek St. Nikolai im sächsischen Döbeln. Zahlreiche Nachrufe beschäftigen sich mit den Werken und Verdiensten Christians Ewalds und Klaus Raaschs. Ein weiteres Thema verzahnt sich auf gleich zwei Ebenen im Heft: Marlene Dietrichs (1901–1992) Leben, Wirken, Denken, Bibliothek werden in Text und Typografischer Beilage gewürdigt – in letzterer kommt die große Mimin, Sängerin, Autorin selbst zu Wort. Die Grafische Beilage stammt von Christofer Kochs, den Markus Schreyer im Heft porträtiert. Der Rezensionsteil befasst sich u. a. mit den Sichtungen der DDR-Literatur bzw. -Verlage durch Carsten Gansel und Christoph Links. Jubiläums-Splitter gibt es von Till Schröder, und das Heft-Ende bringt wie immer Nachrichten aus der Pirckheimer- im Besonderen und der Bücherwelt im Allgemeinen. Feines, umfänglich gefülltes Heft, das alle Bibliophilen informiert, ehrt und: hüllt.

(André Schinkel)

Nürnberg: Pirckheimer-Treffen 2026 hat begonnen.

Nürnberg, Freitag – Pirckheimer-Jahrestagung für 2026 begann

Erste wunderbare Bilder erreichen den Pirckheimer-Blog am heutigen Abend über den Facebook-Account der Seite der Gesellschaft: Die Jahrestagung für 2026 in der Willibald-Pirckheimer- und Albrecht-Dürer-Stadt Nürnberg hat begonnen. Das Treffen unserer im gesamten deutschsprachigen Raum aktiven und auch international arbeitenden Gesellschaft fand seinen guten Auftakt mit zwei Führungen im Germanischen Nationalmuseum (Kartäusergasse 01, 90402 Nürnberg) und vielen Erstdrucken und anderen bibliophilen Spezereien: Salomons Canticum dabei und Goethes Werther, die legendären Gedichte von Georg Heym. Bis zum Sonntag versammeln sich die Bibliophilen und Grafikfreunde, auch in diesem Jahr gibt es ein umfängliches Tagungsprogramm in der fränkischen Kulturmetropole zu absolvieren und zu bewundern. Info auf der Website und in den Marginalien.

(André Schinkel, momentan zur Reha in Mielno)

Mi, 09.09.2026

Film "Der Name der Rose" feiert 40. Geburtstag. Die Pirckheimer präsentieren ihn: am 24.09.26 in Berlin.

Umberto Eco und die Pirckheimer, II: 40 Jahre „Der Name der Rose“

Vor genau vierzig Jahren begannen in der ehemaligen Zisterzienserabtei Kloster Eberbach die Dreharbeiten für ein Meisterwerk, basierend auf dem gleichnamigen Romanbestseller von Umberto Eco (1932–2016), erschienen 1980, deutsch in der kongenialen Übersetzung von Burkhard Kroeber 1982. Die Verwandlung des stillen, verschlafenen Ortes in ein gewaltiges Filmset machte das Kulturdenkmal im Rheingau weltberühmt. 2026 jährt sich die Erstausstrahlung des Kinoklassikers, verfilmt vom französischen Kultregisseur Jean-Jaques Annaud, zum vierzigsten Mal. Der Name der Rose erzählt, zugleich von Eco ausdrücklich als griffigen Roman der Postmoderne anvisiert, die Geschichte des Erwachsen- und Weisewerdens seines Protagonisten Adson von Melk und zugleich eine ungeheuerliche Kriminalstory, die bis auf die Suche nach dem mystischen Buch der Komödie des Aristoteles (welch Kniff, Eco führt das Verschwinden des Buches, das heute niemand kennt, vor!) seit dem Ende der Antike zurückgeht und zudem die Historie des Kirchenstreits, der in die Inquisition und Verketzerung gipfelt. Die Verfilmung war, als sie 1986 erschien, und ist bis heute ein cineastisches Ereignis, die grandiose internationale Besetzung sorgte für den nachhaltigen Nachruhm vieler Protagonisten. Neben vielen Veranstaltung zu diesem Jubiläum reiht sich auch das Kino Casablanca (Friedenstraße 12/13, 12489 Berlin) in Berlin-Adlershof ein. Das Kino zeigt den Klassiker in Kooperation mit der Pirckheimer-Gesellschaft. Karten gibt es im Kino oder online. Drücken wir die Daumen, dass der Hansa Verlag rechtzeitig zum Jubiläum die Graphic Novel zum Buch rausbringt. Dann tritt der Verlag auch als Partner auf, und ich darf als Kooperation diese bei der Kinovorführung präsentieren. Auch würde ich dann etwas Beiwerk zum Film und Buch zeigen ... Am 24.09., 20.30 Uhr. Karten über: T. (030) 677 57 52, casablanca-berlin@gmx.de und hier.

(Robert Grieger/Zuarbeit zu Buch und Regisseur: André Schinkel)

Di, 08.09.2026

Das TW ist die durch das Inkunabelreferat der Stabi zu Berlin erarbeitete Datenbank der im Buchdruck des 15. Jahrhunderts verwendeten Drucktypen. Die Basis bildet Konrad Haeblers Typenrepertorium der Wiegendrucke, das zwischen 1905 und 1924 in fünf Bänden publiziert wurde. Die Pirckheimer widmen sich ihm heute – um 19 Uhr in der Staatsbibliothek. Die Veranstaltung findet im Konferenzraum 4 statt. Durch den Pirckheimer-Abend führt Oliver Duntze.

08.09. – Erinnerung: Pirckheimer-Abend in der Stabi zu Berlin

Das Typenrepertorium für Drucke des 15. Jahrhunderts (TW) ist die durch das Inkunabelreferat der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz erarbeitete Datenbank der im Buchdruck des 15. Jahrhunderts verwendeten Drucktypen. Die Basis bildet das von Konrad Haebler herausgegebene Typenrepertorium der Wiegendrucke, das zwischen 1905 und 1924 in fünf Bänden publiziert wurde. Haebler verzeichnete und beschrieb alle damals bekannten Drucktypen. Die methodische Neuerung Haeblers war eine Klassifizierung der Typen nach der Form der Majuskel M, für die er während der Arbeiten für das Repertorium eine Übersicht mit 101 verschiedenen Formen zusammenstellen konnte (vgl. die Tafel der M-Formen in der Abbildungskolumne). Zweites Klassifizierungsmerkmal war die auf die englischen Bibliografen Henry Bradshaw und Robert Proctor zurückgehende Bestimmung der Kegelhöhe der Typen, gemessen jeweils auf 20 Zeilen. Die Angabe von M-Form und Kegelhöhe ist bis heute das am weitesten verbreitete und bewährteste Klassifizierungsschema für Drucktypen der Inkunabelzeit. Durch die Typenbestimmung nach der Proctor-Haeblerschen Methode ist es möglich, auch für Inkunabeln ohne Impressum den Druckort, ihren Drucker oder das ungefähre Erscheinungsdatum zu bestimmen, indem die Typen mit jenen in lokalisierten bzw. firmierten und datierten Drucken verglichen werden. Treffpunkt für den Abend dazu ist heute 18.50 Uhr in der Stabi-Säulenvorhalle vor dem Brunnenhof (Unter den Linden 08, 10117 Berlin). 

(Robert Grieger via Ninon Suckow)

Umberto Eco und die Pirckheimer, Teil I: „Eine Bibliothek der Welt“

Zusammen mit der Rare Book Week präsentieren wir zwei Filmvorführungen im Kino Filmkunst 66 in Berlin-Charlottenburg (Bleibtreustraße 12, 10623 Berlin). Am 17. September 2026, um 17 Uhr, zeigen wir The Booksellers – aus Liebe zum Buch, einem Dokumentarfilm über die amerikanische Antiquariatsszene in New York. Am 18.09. präsentieren wir am gleichen Ort den Dokumentarfilm Umberto Eco – Eine Bibliothek der Welt. In den Marginalien hatten wir bereits im Jahr 2024 zur Deutschlandpremiere über den Film berichtet und ein Interview mit dem Regisseur Davide Ferrario geführt (Heft 253, 2024/2). Die Filme werden im Original mit Untertiteln gezeigt. Karten sind über das Kino erwerbbar. Wir freuen uns, viele bekannte Gesichter im Publikum wiederzusehen. Umberto Eco (1932–2016) zählte zu den großen Denkern des letzten Halbjahrhunderts, er war auch ein passionierter Leser und Sammler, seine private Bibliothek umfasste mehr als 30.000 Bände.

(Till Schröder)

Fr, 04.09.2026

14. bis 20.09.26: Die Rare Book Week Berlin – Pirckheimer mittendrin

Die Rare Book Week, das antiquarische Großereignis des Jahres in Deutschland, steht in den Startlöchern. Vom 14. bis zum 20. September 2026 steht Berlin ganz im Zeichen des Sammelns und Bewahrens, des Handelns und Entdeckens. Im Mittelpunkt steht der Kongress der Internationalen Vereinigung der Antiquare (ILAB), gefolgt von einem Fachsymposium an der Staatsbibliothek zu Berlin zu allen wichtigen, die Buchwelt bewegenden Themen. Schließlich mündet die Rare Book Week in einer Antiquariatsmesse im Kronprinzenpalais Unter den Linden: die Rare Books Berlin, mit über 100 Händlern aus der ganzen Welt.

Die Pirckheimer-Gesellschaft ist Medien- und Programmpartner der Rare Book Week und der Rare Book Berlin, veranstaltet vom Verband Deutscher Antiquare (VDA). Wir sind die gesamte Messe über mit einem Stand im Kronprinzenpalais vertreten, gleich im Erdgeschoss links neben dem Eingang. Hier geht es zum Messeplan. Die Rare Book  ist flankiert von einem reichhaltigen Veranstaltungsprogramm. Hier geht es zur Programm-Übersicht. Auch dort sind wir involviert.

Zusammen mit der Rare Book Week präsentieren wir zwei Filmvorführungen im Kino Filmkunst 66 in Berlin-Charlottenburg (Bleibtreustraße 12, 10623 Berlin). Am 17. September 2026, um 17 Uhr, zeigen wir The Booksellers – aus Liebe zum Buch, einem Dokumentarfilm über die amerikanische Antiquariatsszene in New York. Die Pirckheimer-Gesellschaft war Medienpartner des Films zur Deutschlandpremiere 2020. Leider verhinderte die Pandemie einige geplante Vorführungen und Gespräche. Nun holen wir es nach: Marginalien-Chefredakteur Till Schröder begrüßt die Händlerin Heather O’Donnell (Honey & Wax Booksellers) aus dem Film im Anschluss an die Vorführung zu einem Gespräch (auf Englisch). Am 18.09. präsentieren wir am gleichen Ort den Dokumentarfilm Umberto Eco – Eine Bibliothek der Welt. In den Marginalien hatten wir bereits im Jahr 2024 zur Deutschlandpremiere über den Film berichtet und ein Interview mit dem Regisseur Davide Ferrario geführt (Heft 253, 2024/2). Die Filme werden im Original mit Untertiteln gezeigt. Karten sind über das Kino erwerbbar. Wir freuen uns, viele bekannte Gesichter im Publikum wiederzusehen.

Auch während der Messe gibt es im Kronprinzenpalais eine Reihe von Talks Auf dem Roten Sofa, inmitten der Kabinettausstellung Ich hab noch einen Koffer in Berlin – Die Privatbibliothek von Marlene Dietrich. Deren Kuratorin Sibylle Kaldewey erzählt ausführlich von ihren Funden in der aktuellen Ausgabe der Marginalien (Heft 262, 2026/3). Zusätzlich unterhält sich Till Schröder am 20. September, 14 Uhr, auf dem Roten Sofa mit Werner Sudendorf, dem ehemaligen Leiter der Sammlungen der Deutschen Kinemathek, über den Nachlass der Dietrich und seine damaligen Erlebnisse, als die Sammlung 1993 aus New York nach Berlin kam. Am 19. September, 15.30 Uhr, präsentieren sich die Bücherkinder Brandenburg mit ihren neuesten Texten zum Thema An den Marken meiner Tage, mit Bezügen zu Mascha Kaléko, Marlene Dietrich, Margot Friedländer und Christa Wolf. Till Schröder führt kurz in die Arbeit der Bücherkinder und ihres Mentors Armin Schubert ein. Auch trifft der Schauspieler Leonard Lansink, ermittelnder Antiquar aus der ZDF-Krimiserie Wilsberg, auf den echten Antiquar und Motivgeber Michael Solder aus Münster (19.09., 17 Uhr) oder plaudert Weltkunst-Chefredakteurin Lisa Zeitz mit dem Vorsitzenden des Verbands Deutscher Antiquare, Markus Brandis, und dem Fotohistoriker Manfred Heiting über das Sammeln (19.09., um 14 Uhr). Außerdem verleiht der VDA am Sonntag den Jungen Sammlerpreis, Teil des Gewinns ist eine Jahresmitgliedschaft in unserer Gesellschaft. 

Wir laden alle Pirckheimer herzlich ein, die Rare Book Week zu besuchen. Berlin ist immer eine Reise wert, und die Chance auf so viel geballte bibliophile Internationalität bietet sich nicht so oft. Allen Mitgliedern können wir Freikarten für die Messe bereitstellen. Sie gehen den Pirckheimern per E-Mail zu. Der reguläre Eintrittspreis beträgt 5 Euro pro Person.

Rare Book Week vom 14. bis 20.09.2026,
inkl. Rare Books Berlin vom 18.09. bis 20.09.,
u. a. Unter den Linden 03, 10117 Berlin, mit
Präsentation der Bücherkinder Brandenburg
sowie zwei Filmen im Kino Filmkunst 66.

(Till Schröder)

Di, 01.09.2026

Gerenot Richter wird zum 100. in Meiningen geehrt.

Meiningen, Elisabethenburg: 100. Geburtstag von Gerenot Richter

Eine Einladung, die aus der Südthüringer Musenstadt natürlich auch nach Franken geht, mit der Thüringer Pirckheimer-Gruppe am Sonnabend, 24. Oktober, um 11 Uhr, im Schloss Meiningen (Elisabethenburg), Schlossplatz 01, 98617 Meiningen, zum 100. Geburtstag des Grafikers Gerenot Richter eine Auswahl seiner Radierungen und Aquatintaradierungen, die den Meininger Museen als Schenkung von der Witwe des Künstlers, Ingeborg Richter, übereignet wurden, zu bewundern.

Die Vorlage der Grafiken bestreitet in einem schönen Bibliotheksraum Frau Dr. Almut Pollmer-Schmidt, die eine kleine Einführung zum Haus und zu den beiden Sonderausstellungen zu Herzog Georg II. geben wird. Zum Künstler und zu seiner Kunst ergänzt die Einführung unser Pirckheimer-Freund, Kunsthistoriker, Kenner der Künstler Professor Dr. Peter Arlt (Gotha), dessen Artikel Nike für totale Abrüstung! über Gerenot Richter in der 263. Marginalien-Ausgabe erscheinen wird.

Also, schon mal den Termin im Herbst vormerken! Der Geburtstag Gerenot Richters jährt sich am 05. Dezember zum 100. Mal. Wer sich den Thüringer Pirckheimern anschließt, kann mit ihnen am 24.10.2026 im Anschluss im Turmcafé gemeinsam noch Kaffee trinken. Jeder Teilnehmer zahlt entsprechend dem moderaten Gruppen-Eintritt je 5 Euro. Die Aufwandsgebühr für die Einführung in Höhe von 25 Euro übernimmt die Pirckheimer-Gesellschaft. Rund um die Museen im Meininger Zentrum sind einige Parkplätze zu finden, die (begrenzt auf zwei Stunden) nutzbar sind. Alternativ wird empfohlen, den nahegelegenen, fußläufigen Parkplatz Zentrum-West zu benutzen.

(André Schinkel via Peter Arlt/Pressemitteilung)

Di, 04.08.2026

Faust in Ton: Phili und der Meister

In einer Welt, in der mittlerweile alles online möglich ist und genau das auch oft und gerne genutzt wird, hat sich ein Künstler aus Norddeutschland bewusst entschieden, mittels traditioneller Handwerkskunst einem literarischen Meisterwerk öffentlichen Raum zu geben. „Phili“, wie er sich selbst nennt, stempelt den ersten Teil von J. W. v. Goethes Faust, Buchstabe für Buchstabe, in Ton, wahrlich ein Mammutprojekt. Erstmals im Oktober 2025 teilte er seine Vision in den sozialen Medien. Mehr als 26.000 Menschen auf TikTok und 34.000 auf Instagram begleiten seitdem sein Projekt Faust in Ton. Seine Videos erreichen bis zu zwanzig Millionen Menschen. 

Täglich nimmt er seine Zuschauer mit und lässt sie an seiner Arbeit teilhaben. Für sie nimmt er sich Zeit und beantwortet alle aufkommenden Fragen mit Freude. Ein Follower auf Instagram schenkte dem Künstler sogar eine Ausstechform für seine Tonplatten, im 3D-Drucker gedruckt. Seitdem sind alle seine Tonplatten perfekt geschnitten. Doch das sind nicht die einzigen Reaktionen. Angefixt durch Philis Videos, greifen nicht wenige aus seiner Community zum Buch, entweder zum ersten Mal oder nun aus einem neuen Blickwinkel heraus. 

Doch was genau begeistert seine Anhänger? Es ist die Idee dahinter, die Möglichkeit, an der Entstehung teilzuhaben und vielleicht auch, weil es um ein Buch geht, für das viele mehrere Anläufe brauchen. So war es auch bei Phili. Was die Schule nicht vermochte, schaffte ein Ereignis in seinem privaten Umfeld. Durch seine ganz persönliche Geschichte fand er zurück zum Faust und zu der Gewissheit, dieses Werk würde zur Grundlage seines nächsten Projektes. 

Öffentliche Plätze sind seit jeher Orte der Begegnung, des Austauschs – des gemeinsamen Erlebens. Auch Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) erlebte auf seiner Reise durch Italien die besondere Atmosphäre dieser Plätze und ließ sich davon inspirieren. – Der „Faustplatz“ greift diesen Gedanken auf: ein Ort der Begegnung, des Austauschs und des Verweilens, ganz im Sinne der Offenheit und Neugier, die auch Goethes Werk prägen. 

Ein öffentlicher Ort, für alle Menschen zugänglich, der seine zirka 700 bedruckten Tontafeln einbettet, ist der Traum des Künstlers. Eine Möglichkeit zu haben, sich mit einem so bedeutenden Werk auseinandersetzen zu können ... auch wenn man ohne Bezug dazu aufgewachsen ist, in einer Sprache geschrieben, die auf mehreren Ebenen viele vor eine Herausforderung stellt ... mit Worten, die heute keine Verwendung mehr finden. Ein altes Werk in eine neue Form, die heute entsteht, zu überführen und das Publikum daran teilhaben zu lassen, ist aus Sicht des Künstlers ein möglicher Schlüssel. Noch weiß er nicht, wo sein Faustplatz entstehen wird. Auch wenn Weimar ideal erscheint, sind noch viele Gespräche zu führen und viele bürokratische Hürden zu überwinden. Aber auch dabei wird ihn seine Anhängerschaft unterstützen.

Phili ist in keine Schublade zu stecken. Er ist ein multimedialer Künstler. Für seine berufliche Zukunft hat er viele Pläne. Er möchte Konzerte mit seiner Band geben und wieder öfter als Schauspieler arbeiten. Auch kann er sich vorstellen, einen Podcast ins Leben zu rufen, in welchem er andere junge Künstler zu einem Gespräch über Kunst, Literatur und Musik einlädt. Eines ist bei seinen vielen Vorhaben sicher, er wird das Hier und Jetzt damit deutlich schöner gestalten. 

(Charlotte Aepler)

So, 02.08.2026

Im neuen "Bothen 35": Thomas Mann und Hans Meid.

Hamburger Bothe 35 erschienen

Im modifizierten Gewand kommt die neue Ausgabe des Hamburger Bothen, seiner Nummer 35, die soeben erschienen ist, daher; inhaltlich fasst das digitale Journal der norddeutschen Pirckheimer, herausgegeben von Rudolf Angeli und Peter Engel seit dem ersten Heft, wieder die schönen und die im besten Sinne die Büchernarren umtreibenden Dinge an mit einem fundierten Potpourri an Aufsätzen, Einblicken und Nachrichten zum Stand der Bibliophilie und höheren Bücherkunde. Gestaltung und Layout liegen nun bei Jürgen Meyer. Und: Eine weitere Neuerung erfährt man am Ende der Ausgabe – Rudolf Angeli, von Anfang an beim Bothen dabei, der sich als Verständigungs-Organ in der Corona-Zeit gründete, verlässt die Redaktion, dankt der Leserschaft und bleibt dem Blatt aber natürlich als Leser erhalten ... zudem als einer der beiden Betreiber des Verlags Angeli & Engel, der eben mit seiner achten Publikation, einer Monographie zum bildnerischen Werk von Wolfgang Borchert (1921–1947), reüssierte. Und von der gut besuchten Premiere des Buchs in der Hamburger Staatsbibliothek am 16. Juni 2026 wird auch im neuen Hamburger Bothen in Text und Bild berichtet. Im Hauptaufsatz der Ausgabe berichtet Sabine Knopf zum Thema Geschichte einer Freundschaft – Der Dichter Richard Dehmel und der Verleger Gustav Kirstein Faszinierendes aus der Literatur- und Verlagsgeschichte – auch der große Max Klinger, der Dehmels Zwölf Gedichte originalgrafisch mit drei Blättern begleitete, tritt auf; die illustre Kollaboration erschien 1912. – Dem Zeitsprung in den Wandsbecker Bothen folgt noch ein Text zu der bezaubernden Erstausgabe von Thomas Manns Mario und der Zauberer, die 1930 samt Illustrationen sowie Cover und Vorsatz von Hans Meid (1883–1957) erfolgte und heute so schön, ja, und zeitrelevant ist wie seinerzeit, worauf Peter Engel verweist. Nun, alles neu und alles beim Alten zugleich: Gut sieht er aus, der neue Bothe.

(André Schinkel/Pressemitteilung)