Pirckheimer-Blog

Pirckheimer-Gesellschaft

Mi, 27.04.2022

Wandelhalle Frühjahr 2022

Die von Silvia Werfel im Auftrag der Gesellschaft der Bibliophilen herausgegebene Wandelhalle für Bücherfreunde, welche bereits vor Ostern an deren Mitglieder verschickt wurde, enthält u.a. auch einen Bericht von Ralf Wege über das Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2021 in Hamburg.
Der Bericht kann hier nachgelesen werden.

Außerdem enthält dieses Heft Beiträge zur Forschungsbibliothek von Günter Gerhard Lange, zur Jahresgabe der Fränkischen Bibliophilen, ein Exlibris-Porträt: Mathilde Ade für Otto Julius und Gemma Bierbaum, einen Bericht über den Preis für junge Sammlerinnen und Sammler an Elisabeth Wittkowski, unter dem Titel «Mich schaudert dieses Krieges» zu Graphische Zyklen zum Ersten Weltkrieg und über den vor 100 Jahren geboren Celestino Piatti.

Fr, 04.03.2022

Kinder zum 100. Geburtstag von Franz Fühmann

Mit dem Titel "Bücher fallen nicht vom Himmel" entstand eine Hommage von Kindern an Egbert Herfurth und Franz Fühmann zum 100. Geburtstag des Dichters.
In 60 limitierten Exemplaren erschienen, schrieben die Neun- bis Dreizehnjährigen ihre Gedanken zu Fühmanns "Die dampfende Hälse der Pferde im Turm von Babel" und den Illustrationen von Egbert Herfurth zu diesem unvergänglichen Kinderbuch.

Eine Präsentation dieser verdienstvollen Arbeit zur Buchmesse in Leipzig fiel leider in diesem Jahr wieder aus. Um so wichtiger ist es, das jüngste Buch der Bücherkinder Brandenburg und die damit verbundene verdienstvolle Arbeit des Pirckheimers Armin Schubert und weiterer Beteiligten an diesem Projekt, wie Dietmar Block und Sven Märkisch, hier und in 14 Tagen auf der artbook.berlin vorzustellen.

In der AG Bücherkinder Brandenburg entstand ein Buch mit einer Tiefgründigkeit und graphischer Qualität, das durchaus einen gleichberechtigten Platz im Regal neben allen anderen in einer Bibliothek einnimmt. Die besondere Bedeutung dieses Titels liegt jedoch in der kulturpädagogischen Arbeit mit Kindern, die seinen Entstehungsprozess begleitete, eine Arbeit, die von den Mentoren, allen voran Armin Schubert, weitgehend ohne das erforderliche und auch geforderte Dazutun durch die Politik geleistet wurde, Unterstützung kam von der Kulturbund-Stiftung und der Pirckheimer-Gesellschaft.
Und es wurde in der AG Bücherkinder Brandenburg mit diesem Buch-Projekt eine Idee von Christa Wolf Realität: "Es ist sowieso meine Hoffnung, dass man mit Kunst, mit Literatur, mit Malerei, mit Musik Menschen gefühlsmäßig entwickeln kann. [...] all diese riesigen Jungendprobleme... können auf diese Weise gemildert werden."

Egbert Herfurth - Bücher fallen nicht vom Himmel
Brandenburg an der Havel 2021
Teilauflage mit Orig.-Radierungen der Kinder
Auflage 60 Expl., 68 S., geb.
Satz und Layout: Sven Märkisch, Armin Schubert
Einband und Bindung: Henry Günther

Do, 03.03.2022

Der Engel der Geschichte

In diesen Tagen nimmt sicher jeder Pirckheimer, sofern er sie in seiner Sammlung hat, die «Engel der Geschichte» in die Hand, eine von HAP Grieshaber herausgegebene Künstlerzeitschrift.

Denn HAP Grieshaber engagierte sich bekanntlich gegen die Diktaturen in Griechenland und unter Pinochet in Chile und setzte sich in Zeiten des Kalten Krieges für den Brückenschlag zwischen den beiden deutschen Staaten ein. Hierbei entstanden auch zahlreiche Kontakte mit der Pirckheimer-Gesellschaft, sowie Ausstellungsbeteiligungen. Heft 104 der Marginalien enthielt als typografische Beilage postum seinen Text «Meine Bücher».

Das Engagement dieses großen Künstlers ist Mahnung auch im aktuellen Konflikt in Europa.

Die Online-Auktionsplattform Artpeers bietet in der in 5 Tagen auslaufenden Auktion «Der Engel der Geschichte XII. Für Grieshaber zum 15. Februar 1969». Im Folio-Format und losen Bogen enthält es neben einem doppelseitigen, höchst aktuellen Holzschnitt Grieshabers (siehe Abb.), Orig.-Lithographien von Hans Martin Erhardt, Fritz Genkinger und Rudolf Szymanski, eine Orig.-Zinkätzung von Rudolf Hochlehner, ein Orig.-Linolschnitt von Gisela Sternstein, ein Orig.-Holzschnitt von Gert Köller, die Graphik der späteren Lebensgefährtin von Grieshaber Margarete Hannsmann «Prometheus: Alpha», und einer s/w-Fotografie von Walter Renz. Der Umschlag wurde von Josua Reichert gestaltet.
Das Heft wurde in einer Auflage von 1000 Exemplaren von Margot Fürst und Roland Hänßel herausgegeben und erschien in der manus presse.

Sa, 29.01.2022

66 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft

Vor 66 Jahren fand im Berliner Café Budapest die Gründungsveranstaltung der Pirckheimer-Gesellschaft statt. Diese Organisation ist damit zwar nur halb so alt, wie die beiden anderen überregionalen deutschen Bibliophilen-Verbände, aber von der Mitgliederzahl auch die zweitstärkste von ihnen.

In Erinnerung an die Gründung verloste die Pirckheimer-Gesellschaft einige Bücher bei Beantwortung der Frage nach dem Titel ihres ersten Drucks, der den Anwesenden auf der Gründungsveranstaltung übergeben wurde. Dieser Titel wurde vor genau einem Jahr hier als Bibliophiles des Monats vorgestellt.

Die richtige Antwort lautet also "29. Januar 1956".

Dieser erste Druck der Pirckheimer-Gesellschaft enthält zwei Texte: die Anekdote "Herzog von Alba bei einem Frühstück auf dem Schlosse zu Rudolstadt im Jahre 1547" von Friedrich Schiller und die betreffende Passage der von Schiller für seine Schrift genutzten Quelle aus "Res in Ecclesia et Politia Christiana gestae Rudolstadt 1670" von J. Söffing. Die Nennung mindestens eines dieser Titel galt damit ebenfalls als richtige Antwort. Ebenso wurde als korrekte Antwort auch "Heft Null der Marginalien" gewertet. Insider nennen dieses Heft so, da das Layout dieses Drucks für die ersten dreizehn Ausgaben der Marginalien übernommen wurde.

Gewonnen haben

  • Udo H. (Neuenhagen) - Rainer Ehrt, "Zerstreute Sammlung, Erotische Geschichten", VEVAIS Editions 2021
  • Gabriele A. (Markranstädt) - Gorch Fock, "Seefahrt ist not!", Perlen der Literatur Bd. 2, Input-Verlag 2021
  • Sabine M. (Altenburg) - Georg Orwell, "1984", Perlen der Literatur Bd. 5, Input Verlag 2021
  • Gerhard P. (Halle) - Hannelore Valencak, "Das Fenster zum Sommer", Perlen der Literatur Bd.11, Input-Verlag 2021
  • Michael L. (Nürnberg) - Franz Werfel, "Eine blassblaue Frauenschrift", Perlen der Literatur Bd. 13, Input-Verlag 2021

Wir danken den Stiftern der Gewinne. Die Bücher gehen den Gewinnern in den nächsten Tagen zu.

So, 16.01.2022

Rainer Ehrt, Zerstreute Sammlung, VEVAIS Editions 2021

66 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft

Am 29. Januar 1956 wurde die Pirckheimer-Gesellschaft gegründet. Grund genug, an diesem Tag ein Buch unter den Freunden, also nicht nur unter den Mitgliedern, unserer bibliophilen Vereinigung zu verlosen.

Zu gewinnen ist der nebenstehende, in der VEVAIS Editions erschienene Titel "Zerstreute Sammlung, Erotische Geschichten" unseres Mitglieds Rainer Ehrt. Zur Verlosung kommt die broschierte Ausgabe.
Layout und Satz des Buches übernahmen der Autor und Jörg Wachtel, der Satz erfolgte in Praho Pro und Neue Frutiger, Herstellungsdesign Alexander Scholz und Hans Jörg Rafalski, Druck und Verarbeitung Sportflieger Berlin, Endveredlung Ingrid Trommer, Königshain-Wiederau.

Weiterhin werden ausgewählte Titel der Reihe "Perlen der Literatur" zur Verlosung kommen, eine neue Reihe des Pirckheimers Ralf Plenz mit europäischen Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts in bester Ausstattung, einer individuellen, an den Inhalt angepasste Typographie, einer Bauchbinde mit kaligraphischer Gestaltung, einheitlich blauen Leineneinbänden und farbiges, zum Buchtitel passendes Vorsatzpapier, Hardcover-Leineneinband, gutem Papier, sorgfältigem Druck und Fadenheftung.

Zur Teilnahme am Gewinnspiel genügt eine E-Mail mit dem Titel des ersten Drucks der Pirckheimer-Gesellschaft, der den Anwesenden auf der Gründungsveranstaltung im damaligen Café Budapest in Berlin übergeben wurde. Ein Hinweis, den allerdings nur Insider verstehen: Ein Jahr später erschien das erste Heft der Marginalien, Blätter der Pirckheimer-Gesellschaft, fast zwei Jahre später dann die erste Jahresgabe "Sechs Generationen auf Bücherjagd" von Jürgen Kuczynski.

Sa, 18.12.2021

Bibliophiles des Monats

Das erste Jahr, in welchem im Blog der Pirckheimer-Gesellschaft "Bibliophiles des Monats" vorgestellt wurde, geht zu Ende.
Ein Überblick über das Jahr 2021 findet sich hier - vorgestellt wurden in diesem Jahr

Januar - Edition Schwarzdruck: BWL-Reihe (1999ff)
Februar - Pirckheimer-Gesellschaft: 29. Januar 1956 (1955)
März - LBA: Rote Wut und schwarze Galle (1991)
April - Bertolt Brecht: Gegen Verführung (2017)
Mai - BBA: Tellers Trauungsrede für Herrn von Itzenplitz und Fräulein von Friedland, 1792 (1928)
Juni - Klaus Waschk: Vor&NachBilder (2021)
Juli - Schweizerische Bibliophilen-GesellschaftBibliophilie (2021)
August - Ulrich Tarlatt: abschied von sara (1992)
September - miley: Ein Tagebuch (2002)
Oktober - Ingo Schulze: Kakoj Koschmar oдer You Are Welcome (2021)
November - Frans Masereel und das Buch (1961)
Dezember - Jacobus SchnellpfefferStecknadeln im Sofa (1997)

Das Spektrum der ersten mit diesem Ehrentitel bedachten Bücher ist zwar bereits annähernd breit gefächert, doch sollte durchaus auch Besonderes aus anderen Sammlungen, wie z.B. Buchobjekte, historisch Wertvolles oder Raritäten der Druckgraphik in dieser Rubrik auftauchen. Wir wissen, die Regalen der Pirckheimer beherbergen viele Schätze und auch Kuriosa.

Obwohl alle Freunde des Bibliophilen aufgerufen waren, Lieblingstitel für diese Rubrik vorzuschlagen und es auch einige Bekundungen gab das zu tun, fehlte es doch an der Tat. Damit nun nicht weiterhin ausschließlich Titel aus der Bibliothek des Blogbetreibers Bibliophiles des Monats werden, ist hiermit jeder (was jede einschließt) angesprochen, entsprechende Vorschläge einzureichen.

Mi, 13.10.2021

Pandemie vs. "Re:connect" in Frankfurt

Ab 20. Oktober soll Frankfurt wieder der Mittelpunkt der literarischen Welt werden. Allerdings wird die Buchmesse deutlich kleiner ausfallen als vor der Pandemie und auch teilweise virtuell bleiben.

Das Motto der 73. Ausgabe lautet «Re:connect - Welcome back to Frankfurt». Dieser Slogan scheint jedoch etwas zu weit gegriffen, denn die Messe wird bei Weitem nicht einmal die halb so groß wie in alten Zeiten sein. So nehmen in diesem Jahr nur 1.700 Aussteller an der Messe teil - 2019 war die Zahl mit fast 7.500 Ausstellern noch mehr als 4mal so groß und die Anzahl der teilnehmenden Länder ist auf weniger als 60% geschrumpft. Einige Pirckheimer werden dennoch mit dabei sein, so z.B. Christian Ewald mit der Katzengraben-Presse, Sven Uftring mit ASKU, Catharine J. Nicely mit PalmArtPress oder wie berichtet Hanfried Wendland. Die Pirckheimer-Gesellschaft selbst ist jedoch nicht mehr vertreten.
Leider wird auch die Besucheranzahl aufgrund der Zugangsbeschränkungen im günstigsten Fall maximal halb so groß sein wie vor der Pandemie.
Ehrengast Kanada will seinen, eigentlich bereits für 2020 vorgesehenen Gastland-Auftritt nachholen. Von den 60 Autorinnen und Autoren, die das Land in Frankfurt vertreten, kommen nur 9 real auf die Messe, auch die bekannteste Autorin des Landes, Margaret Atwood, wird nur virtuell zur Eröffnung zugeschaltet.

Frankfurter Buchmesse: 20. - 24. Oktober 2021

So, 03.10.2021

Abb. © ad

Das dritte Jahrzehnt LBA

Der Leipziger Bibliophilen-Abend gründete sich 1904 und zählte seitdem zu den angesehensten und wirkungsreichsten bibliophilen Vereinigungen Deutschlands. Er löste sich, einer Zwangsauflösung zuvorkommend, 1933 aufgrund der vielen jüdische Mitglieder in seinen Reihen auf. Ab 1956 lebte die Leipziger Bibliophilie als Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft im Kulturbund der DDR wieder auf und am 9. Januar 1991 entstand daraus der LBA neu; keineswegs als eine Konkurrenz zu den weiterhin bestehenden Pirckheimern. Konsequent ist daher, dass zahlreiche LBA-Mitglieder zugleich in der Pirckheimer-Gesellschaft verankert sind.

Zum Jubiläum erschien, wie aller zehn Jahre üblich, nun allerdings mit einer halbjährlichen Corona-Verzögerung eine Festschrift mit Textbeiträgen von dreizehn Autoren (Michael Hametner, Herbert Kästner, Stefanie Jacobs, Sabine Knopf, Mark Lehmstedt, Thomas Kleiderling, Clemens Meyer, Thomas Theobald Döring, Manfred Jendryschik und Norbert Grewe) und signierten Originalgraphiken von neun Künstlern (Madeleine Heublein, Julienne Jattiot, Frank Eißner, Alim Pasht-Han, Sighard Gille, Christian Weihrauch, Yvette Kiessling, Uwe Bremer und Gudrun Petersdorff), sowie Bibliographie und Dokumentation.

Hrsg.: Thomas Glöß - Das dritte Jahrzehnt LBA
Leipzig 2021. 146 S., 325 x 205 mm., Pappband in Schuber.
Gesamtgestaltung Gert Wunderlich.
Satz in der Maxima, typographische Bearbeitung: André Grau.
Druckerei Friedrich Pöge auf Lessebo Design matt natural 150 g/qm.
Die buchbinderische Verarbeitung erfolgte durch die Müller Buchmanufraktur Leipzig.
Auflage 260 nummerierte Exemplare.

Fr, 23.04.2021

Verlosung zum Welttag des Buches

Der Film "THE BOOKSELLERS – Aus Liebe zum Buch" konnte Ende letzten Jahres nach nur wenigen Tagen um den Kinostart herum aufgrund der Pandemiebeschränkungen leider kaum im Kino gezeigt werden.
Nunmehr wurde er jedoch pünktlich zum Welttag des Buches am 23. April 2021 auf DVD veröffentlicht und kann dann auch gestreamt werden.

Sieben Exemplare der DVD konnten anlässlich des Welttages des Buches durch die Pirckheimer-Gesellschaft verlost werden. Folgende Gewinner erhalten die DVD „The Booksellers“ in den nächsten Tagen mit der Post:

Udo H. / Neuenhagen
Wolfgang Z. / München
Gerhard Sch. / Biblis
Sven P. / Wilhelmshaven
Gertrud C. / Stralsund
Sigrid W. / Magdeburg
Christian F. / Berlin

Mo, 29.03.2021

Aus dem Antiquariat 1/2021

Heft 1 diesen Jahres der Zeitschrift für Antiquare und Büchersammler ist jetzt erschienen, (pandemiebedingt?) ohne eingelegte Mitteilungen für Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft und 4 Seiten kleiner.
Ein ausführliche buchgeschichtliche Untersuchung unter der Rubrik Literatur widmet sich dem Drucker des ›Werther‹ (Johannes Salzwedel) und unter der Rubrik Sozialkritik findet sich der Beitrag Industrie 1.0 - Friedrich Engels und der Aufstand der schlesischen Weber 1844 (Jörg Bönig).
Das Heft enthält auch ein Interview von Björn Biester mit dem neu gewählten Vorsitzenden der Maximilian-Gesellschaft Ulrich Johannes Schneider - hieraus zwei Zitate:

"Bücher sind und bleiben besondere Liebhaberstücke, so wie sie das in der Vergangenheit waren, selbst wenn gerade der Antiquariatsmarkt sich verkleinert und im Buchhandel auch digitale Produkte auftauchen. Vergessen wir nicht, dass das Buch in seiner langen Geschichte immer schon sowohl ein ordinäres Kommunikationsmittel war wie ein Gegenstand der Hingabe. Bücher repräsentieren in ihrer aktuellen Produktion - und es gibt doch nicht wenige Buchhersteller und Verlage, die sich um Kunst und Schönheit bemühen - erstaunliche und staunenswerte Produkte unserer Kultur, bezeugen deren Phantasie und Neugier."
"Der Rückgang von Mitgliederzahlen ist in allen bibliophilen Gesellschaften eine neuere Tendenz. [...] Wir sehen am Beispiel der Pirckheimer-Gesellschaft, die mit einem neuen Auftritt und aktiver Mitgliederwerbung diesem Trend erfolgreich widersteht, dass man durchaus etwas tun kann."

Fr, 15.01.2021

Graphik: Lothar Sell (1939 -2009), Holzschnitt, 2005

Bibliophiles des Monats

Satzungsgemäß hat sich die Pirckheimer-Gesellschaft die Aufgabe gestellt, "... das Sammeln von schönen und wertvollen Büchern, von Graphik und Exlibris zu fördern und zu unterstützen, Kenntnisse über Geschichte und Gegenwart des Buches zu verbreiten, Mitglieder und Öffentlichkeit mit Werken der Buchkunst und Graphik vertraut zu machen, ...". Da sich jedoch aktuell der Austausch zu unseren Sammlungen, unseren bibliophilen Neigungen und die Vermittlung von Wissen rund um das Buch kontaktlos gestalten muss, wird hiermit angeregt, dafür auch diesen Blog stärker zu nutzen.

Unser Mitglied Klingspor Museum hat schon vor Jahren eine Veranstaltungsreihe "Buch des Monats" ins Leben gerufen, bis vor kurzem mit physischem Kontakt, auf Facebook gibt es seit geraumer Zeit einen virtuellen "Pirckheimer-Lesetipp" und die DEG stellt im Netz ein "Exlibris des Monats" vor.

Nach der positiven Resonanz zur erzwungenen Verlegung des Pirckheimer-Abends der Berlin-Brandenburger im Dezember 2020 ins Virtuelle (siehe Sammlerfreuden), wird es hier im Blog künftig eine Rubrik "Bibliophiles des Monats" geben, zu der jeder Pirckheimer und Freund unserer Gesellschaft (was alle weiblichen und diverenten einschließt!) Beiträge liefern kann, bitte an den Blog, nach Möglichkeit mit einem Abbildung und einem Text in Bildschirmgröße.
Da die Rubrik "Bibliophiles des Monats" heißt, wird aus den Einsendungen monatlich die jeweils am interessantesten erscheinende veröffentlicht, weitere Einsendungen werden in Monaten berücksichtigt, wo derartige Beiträge ausbleiben.

(ad)

Als Beispiel, wie das aussehen könnte, folgt hier ein erster Beitrag zu "Bibliophiles des Monats" vom Blogbetreiber.

Do, 14.01.2021

NEUES ZUM 48. JAHRESTREFFEN IN HAMBURG

Das nebenstehende Plakat dürfte zu einer echten Rarität werden, denn das 48. Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2021 in Hamburg wurde gemeinsam mit der BuchDruckKunst um mindestens ein viertel Jahr verschoben. An einem gemeinsamen neuen Termin für beide Veranstaltungen wird mit Hochdruck gearbeitet. Eventuell noch in diesem Monat, auf jeden Fall sobald er feststeht, wird er hier und an allen gewohnten Stellen bekannt gegeben.

Ansonsten ändert sich praktisch Nichts. Das Programm war weitgehend vorbereitet und kann den Marginalien Heft 4/2020 entnommen werden. Achtung: Das Programm wurde inzwischen teilweise geändert und ist in dieser Form nicht mehr aktuell! Teilnehmer können nach Terminbekanntgabe in Hamburg bei unserem Tagungshotel Intercity-Hotel Barmbek ihr Zimmer aus dem Kontingent "Pirckheimer Jahrestagung" buchen, bereits getätigte Buchungen werden übernommen, sofern der Teilnehmer das wünscht. Der Teilnehmerbeitrag wird sich für 2021 auf 97 € belaufen und beinhaltet wie gehabt 7 Euro für eine Reiserücktrittsversicherung.

Do, 17.12.2020

Foto © Armin Schubert

Neues von den Bücherkindern Brandenburg

[...]Metzkes & Metzkes. Ein Pferd für den König und den Prinzen“, lautet der Titel des neuen Werkes von den Bücherkindern Brandenburg. [...]

Vor über einem Jahrzehnt hat Armin Schubert, Lehrer im Ruhestand und immer noch engagierter Kämpfer für klassische Bildung, diese Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen. Zehn Kinder aus der vierten bis sechsten Klasse verfassen als Jahresprojekt in der evangelischen Schule am Dom ein Buch. Sie schreiben Gedichte, Geschichten, malen zudem Bilder – gedanklich und stilistisch an Vorbildern orientiert, die Armin Schubert ihnen gibt.
[...] Die Werke, mittlerweile neun an der Zahl, beschäftigen sich mit Künstlern wie Jurek Becker, Arno Mohr, Werner Klemke oder zuletzt Klaus Ensikat. [...]
Diese künstlerische und literarische Auseinandersetzung mit den Vorbildern fördert Projektleiter Schubert nicht nur mit Blicken in Bücher oder Filme, sondern vor allem –wenn möglich – mit einem persönlichen Treffen der Künstler. Das war Corona bedingt nur in Teilen realisierbar, obwohl Vater und Sohn sich gleichermaßen auf die Schüler freuten. Doch während sie das Atelier von Robert Metzkes einen ganzen Tag lang erkundeten, nahmen die Kinder in Hinblick auf Harald Metzkes Alter von 91 Jahren letztendlich Abstand von einem Besuch. Gemälde wie auch Plastiken haben die Mädchen und Jungen zu Gedichten, Geschichten und eigenen Bildern inspiriert, die unterhaltend, fantasievoll, kindlich unschuldig, nachdenklich, tiefsinnig und kritisch zugleich sind. Oder wie es Robert Metzkes in seinem Dankesschreiben verfasst: „Die Texte und Bilder, ja, ich kann jetzt nicht schreiben von den Kindern, nein: von Adele, Armin, Charlotte, Emma, Frederike, Freya, Helene, Kai, Maximilian und Runa entfalten einen Zauber, der mich bezaubert, eine Unbefangenheit, die mich gefangen nimmt. (…) So öffnet das Buch ein Fenster, in die lebendige Phantasie zu schauen… und wir finden in den Texten Deutungen, die überraschen und Parabeln, die der Wirklichkeit verblüffend nahe kommen.“ Beispielhaft dafür ist Armins: „Der feige Prophet“. Aus dem Gemälde „Rittlings vorwärts“ von Harald Metzkes, auf dem ein Reiter falsch herum auf einem Pferd davongetragen wird, hat der Junge eine Metapher auf Donald Trump gemacht. „...das ist ja unser Problem“, stellt der Schüler in seinem Text fest. „Wir reiten in großem Galopp voran und wollen gar nicht wissen,wohin wir reiten und was dann wird. Nee, der auf dem Pferd ist kein Prophet. Er ist feige und lässt sein Pferd davon rasen“ [...] Als Linoleumdruck fertigte Armin dazu den „Teufel auf dem Pferd“ an. Eine breit grinsende Reiterfigur mit blondem Trump-Haarschitt und Hörnern auf dem Kopf.
Seit Mittwoch hält Armin wie die anderen Bücherkinder das fertige Werk erstmals in der Hand. Entstanden ist ein hochwertiger, gebundener Band, der mit einer bemerkenswerten Zweiteilung aufwartet.
[...] Vorne wie hinten – oder hinten wie vorne – hat das Buch eine Titelseite – je ein Teil des Buches ist von dort ausgehend Harald sowie Robert Metzkes gewidmet. 60 Exemplare sind gedruckt. Sie werden nicht verkauft, sondern gehen an Kinder und Freunde. Gut 5000 Euro kostet die Arbeit der Bücherkinder pro Schuljahr.In diesem Jahr stammt die Förderung größtenteils aus Lottomitteln [...]. Außerdem unterstützt die Pirckheimer-Gesellschaft [...] das Projekt seit Jahren. Öffentlich präsentiert werden soll „Metzkes & Metzkes“ mit den Büchernkindern auf der Leipziger Buchmesse am Samstag, 29. Mai. Bis dahin allerdings werden die Mädchen und Jungen schon am nächsten Projekt arbeiten, verrät Armin Schubert. Beim nunmehr zehnten Buch steht Egbert Herfurth im Mittelpunkt.

(Antje Preuschoff, Märkische Allgemeine, 16.12.2020)

Mo, 14.12.2020

Postkarten jetzt auch bei der Maximilian-Gesellschaft

Vor gut drei Jahres kreierte die Pirckheimer-Gesellschaft den Slogan "Verrückt nach Buch und Graphik?". Das erste Mal nutzten wir diesen Slogan auf der Leipziger Buchmesse 2017. Seitdem ist er unter anderem in der Headline unserer Internetpräsenz zu finden als "Pirckheimer-Gesellschaft für Sammler & andere Verrückte"

Dieser Slogan kam offensichtlich gut an, so gut, dass er jetzt auch von der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst übernommen wurde: "Verrückt nach Büchern? Dann werden Sie Mitglied der Maximilian-Gesellschaft" So heißt es jedenfalls auf zwei Postkarten, die die Maximilian-Gesellschaft jetzt für ihre Mitgliederwerbung nutzt.

Do, 12.11.2020

Pirckheimer-Jahrestreffen im Qurier

Auch das Amtsblatt der Welterbestadt Quedlinburg Qurier (lautschriftlich "Kurier"?) berichtete über das 47. Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft:

"Rund 60 Liebhaber des schönen Buchs aus ganz Deutschland trafen sich vom 18. bis 20. September 2020 zu ihrer Jahrestagung in Halberstadt, Aschersleben und Quedlinburg.
„Die Region ist eine Perle und stand schon lange auf der Wunschliste unserer Jahrestreffen. Als Welterbestadt Deutschlands bietet sie jede Menge kulturhistorisch aber auch aktuell bedeutender Schätze wie den Halberstädter Dom, das Klopstock-Haus oder die Lyonel-Feininger-Galerie“, so
Ralph Aepler, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft.
Zudem spiegeln die verschiedenen Stationen des Jahrestreffens die Vielfalt der Pirckheimer-Gesellschaft wider: Mit
Johann Wilhelm Ludwig Gleim als Mäzen und Sammler das Engagement der Pirckheimer für das „alte Buch“, mit Neo Rauch einen Gegenwarts-Künstler von internationalem Rang und mit seinem Schüler Sven Großkreutz einen Vertreter der nächsten Generation, der für Kontinuität und moderne Buchkunst" steht.

(Hervorhebungen: ad)