Pirckheimer-Blog

Exlibris

Do, 18.07.2024

Oktober: "XL. FISAE-Kongress" in Palma de Mallorca.

FISAE: 400. Newsletter erschienen

Soeben ist der 400. digitale Newsletter-Rundbrief der FISAE aus der Feder von Klaus Rödel erschienen, das Exlibris-Wesen in Europa, nein, an sich weltweit mit einer Reihe Schlaglichter auf Europa (schließlich ist die FISAE im Herzen des Kontinents beheimatet: Rödel, der Verfasser der Rundbriefs, ist im dänischen Frederikshavn, wo sich bis vor kurzem einer der größten Exlibris-Sammlungen befand, zu Hause) in allen Facetten beleuchtend. Standesgemäß wie überblicksbewusst ist die Ausgabe Nummer 400 des digitalen Infoblatts zu allen Belangen der Exlibris-Kunst und -Sammelleidenschaft und die nationalen Exlibris-Gesellschaften koordinierend und verbindend, ein Register aller Rundbriefe vom ersten bis in die unmittelbare Gegenwart. Es finden sich darin, namentlich in den jüngeren Ausgaben, auch immer wieder Würdigungen für die Marginalien, die Zeitschrift für Buchkunst, Bibliophile und Grafik der Pirckheimer-Gesellschaft, deren Heft 253 (2024/2) eben erschien, während die Redaktion bereits an Ausgabe 254, die wiederum, soviel sei verraten, wieder delikat gefüllt sein wird, baut und wirkt. In den seit 2021 erscheinenden und digital verschickten FISAE-Kompendien hat sich zugleich soviel Info-Content angefunden, dass auch das Register jeweils nur mit den wichtigsten Beiträgen des jeweiligen Rundbriefes hantieren kann. Mithin ein schöner Beweis, dass die Szene, bei allen Zumutungen der letzten Jahre wie der Jetztzeit, lebendig ist. Die nächste große Aktion ist der FISAE-Kongress in Palma de Mallorca im Herbst.

(André Schinkel)

Fr, 07.06.2024

Ehre, wem Ehre gebührt: Ein ganzes Museum für Stasys Eidrigevičius, das "Stasys Mu.Se.Um", wurde am 31.05.2024 im litauischen Panevėžys eröffnet.

Panevėžys: Ein Museum für Stasys Eidrigevičius (Stasys Mu.Se.Um)

Seit dem 31. Mai hat die nordlitauische Stadt Panevėžys eine besondere Attraktion: Es wurde dort ein Museum allein für den Künstler Stasys Eidrigevičius, das Stasys Mu.Se.Um, feierlich mit einem Festwochenende und der Vernissage der ersten Personalausstelllung Ikon-O-Stasys eröffnet. An allen drei Tagen konnte man sich für Führungen in Englisch und Litauisch eintragen und dem Maler, Grafiker, Exlibisten und Fotografen, der international mit vielen Preisen geehrt wurde und der in seinem Heimatland und seiner zweiten Heimat Polen quasi mehr als weltberühmt ist, begegnen. Auch ein Programmteil eigens für Kinder wurde aufgelegt. „Die Debütausstellung des Museums“, heißt es auf der Webseite des Mu.Se.Ums, „kuratiert von Lina Albrikienė und Ignacy Eidrigevičius, wird auf drei Etagen des Museums ausgestellt und wird eine Fläche von mehr als 1.000 Quadratmetern einnehmen. Die Ausstellung wird die Fantasie der Besucher mit verschiedenen künstlerischen Lösungen und Techniken anregen, für die der Künstler bekannt ist.“ Stasys dürfte wohl der vielgestaltigste litauische Künstler der Gegenwart sein, sein uniques Werk wird bis nach Amerika und Japan, zu dem der Meister eine ganz besondere Verbindung hat, rezipiert und bewundert. Geehrt wurde Stasys unter anderem mit dem Komturkreuz des Verdienstordens der Republik Polen, der Ehrendoktorwürde der Universität Vilnius, dem litauischen Nationalpreis für Kultur und Kunst sowie dem Großfürst-Gediminas-Orden. Weitere Infos finden sich hier.

(André Schinkel)

Sa, 20.04.2024

Logo zum FISAE-Kongress Palma de Mallorca 2024.

Marginalien im FISAE-Newsletter

Klaus Rödel, der in regelmäßiger Folge seinen FISAE-Newsletter von Dänemark aus in die Welt versendet, hat auf die neue Ausgabe der Marginalien, der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft (Heft 252, 2024/1), verwiesen. In zehn Sprachen übersetzt, nimmt dabei das Editorial des Chefredakteurs des PG-Journals, Till Schröder, eine Auswahl aus den vielen Abbildungen aus dem Heft begleitend, einen schönen Raum ein und spricht auf diese Weise mit den Kunst- und Grafikliebhabern in der Welt. Die FISAE, die sich global mit dem Exlibris befasst und, vermittelt in ihrem Newsletter Wissen zu Exlibristen aus verschiedenen Ländern, erinnert an Jubiläen und Todesfälle, gibt Infos zu den anstehenden Jahrestagungen, das Exlibris betreffend, so zum Beispiel in Neustadt an der Orla ... wo die Jahrestagung der Deutschen Exlibris-Gesellschaft vom 24. bis 28. April 2024 stattfindet; und Palma de Mallorca: Auf der Balearen-Insel ist indes im Herbst die FISAE-Jahrestagung anberaumt. Das erste Drittel des FISAE-Newsletters Nr. 374 aber ist den Marginalien vorbehalten, die Übersetzungen des Eingangstextes Schröders sind schön flankiert von Fotografien und Abbildungen aus dem Heft-Gesamt. Sehr schön der Eröffnungssatz von Klaus Rödel zur neuen Ausgabe: „Nun liegt die Nummer 252 der Marginalien vor uns mit einer Fülle von interessantem Lesestoff und vielen Illustrationen zur Freude aller Literatur- und Grafikliebhaber.“ Das freut doch wiederum das Redaktoren-Herze ... Zu den weiteren Themen des Newsletters wurde und wird auch im Folgenden in diesem Blog berichtet. Und natürlich und hinwiederum sicher auch in den Marginalien, zumal es da immer wieder einiges Aufsehenerregendes ums Eck von Neustadt (Orla) zu berichten gibt, von Schloss Burgk etwa, das inzwischen der Hauptort des europäischen Exlibris-Sammelwesens ist und seit jeher ein „Inner Sanctum“ der Pirckheimer-Gesellschaft zumal.

(André Schinkel)

Di, 16.01.2024

Die DEG lädt zur Jahrestagung in die Hauptgegend des europäischen Exlibris-Wesens ein, ganz in die Nähe von Schloss Burgk, das eine Legende für alle Freunde der Kunst ist ... nach Neustadt an der Orla.

Einladung zur DEG-Jahrestagung

Um Anmeldung bis zum 15.03. wird gebeten: Die Deutsche Exlibris-Gesellschaft lädt vom 25. bis zum 28. April bereits zum sechsten Mal ganz in die Nähe von Schloss Burgk (auch für jeden Pirckheimer ein Heiligtum) zum Jahrestreffen ein ... diesmal ins benachbarte und traditionsreiche Neustadt an der Orla. DEG-Vorstand Henry Tauber schreibt: „Wir freuen uns sehr (...) im nahen Umkreis von Schloss Burgk zu Gast sein zu dürfen, diesmal in Neustadt (Orla) mit seinem mittelalterlichen, denkmalgeschützten Stadtkern (u. a. der Stadtkirche St. Johannis mit einem Altar aus der Werkstatt Lucas Cranachs). Wie Sie dem Programm entnehmen können, werden wir ab Samstagnachmittag in Schloss Burgk selbst sein, mit der Möglichkeit zum Besuch der Sonderausstellungen und den Räumlichkeiten, in denen das DEG-Archiv seine neue Heimstatt gefunden hat – und später der Festveranstaltung mit Preisverleihungen, Ehrungen, Buffet und Tombola. Lassen Sie uns gemeinsam die vor uns liegenden vier Tage im Spät-April zu einem weiteren schönen und gelungenen Höhepunkt des Exlibrisvereinsjahres machen! Herzliche Grüße und bis bald!“ Die Anmeldung ist auf der Webseite der DEG möglich. Auf nach Thüringen!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 03.12.2023

Kleinod: Museum Schloss Burgk oberhalb der Saale.

Schloß Burgk: Größter Exlibris-Bestand des ganzen Kontinents

Was für ein Platz, um ein Zentrum der Buchkunst, des Exlibris zu sein! Das Museum Schloss Burgk dürfte durch die Übernahme des Archivs der Den Dansk Exlibris Fond, das 100.000 Objekte umfasst, wohl im Hinblick darauf, dass sich bereits zwei weitere bedeutende Sammlungen im Bestand des Kleinods im Thüringischen befinden, zum bedeutendsten Ort, an dem die kleinen und feinen Kunstwerke verwahrt und gezeigt werden, in Europa aufgestiegen sein. Erst im Juli hat das Museum die Sammlung der Deutschen Exlibris Gesellschaft e. V.  mit etwa 36.000 Exponaten übernommen und dem eigenen Exlibris-Archiv (30.000 Stücke) beigesellt. Am 24.11. kam nun mit dem dänischen Schatz samt einer kostbaren Fachbibliothek eine große Pretiose dazu. Das Haus oberhalb der Saale, das auch mit Lothar Lang und damit den Pirckheimern aufs Engste verbunden ist, sollte damit ein zentraler Ort für das Exlibris nicht nur auf dem Kontinent, sondern durch die sich jeweils ergänzenden Ausrichtungen der drei Kollektionen letztlich weltweit werden. Und es ist zugleich eine gute Nachricht, dass das Schloss, das überdies eine umfängliche Exposition zur fürstlichen Kultur Mitteldeutschlands beherbergt und ein bedeutendes Zeugnis der Geschichte von (Ost-)Thüringen ist, mit dem unvergleichlichen Bestand auch öffentlich, anhand von Ausstellungen, arbeitet, wie Museumsleiterin Sabine Schemmrich versichert. Dies war auch der Wunsch und die Bedingung des Vorstands der dänischen Exlibris-Gesellschaft, dass ihre Sammlung weiterhin einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich ist, wie deren Vorstandsmitglied Klaus Rödel mitteilt. Der Transfer der vielen Kisten und Ordner des dänischen Bestands Ende November sorgte für viel Aufmerksamkeit: Neben der international agierenden FISAE und der DEG selbst berichtete auch die thüringische Dependance von MDR Kultur von dem Ereignis und der Kunst zuträglichen Coup. Es sind gute Nachrichten, die es braucht in dieser auch der Kunst und der Kultur gefährlichen Zeit.

(André Schinkel)

So, 09.07.2023

Professor Dr. Hans-Walter Stork, Direktor der EAB in Paderborn. | © Theologische Fakultät Paderborn

Druckfrischer Exlibris-Katalog

Exlibris in den Büchern der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn – dieser höchst fundierte Auswahlkatalog erschien, worauf Klaus Rödel im jüngsten FISAE-Newsletter nochmals verweist, anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Exlibris Gesellschaft (DEG) im Mai 2023 in Paderborn, bei der die DEG auch beschloss, den Zusatz Forum für Kleingrafik einzuführen: „Bereits 2017 hatte die DEG eine Jahrestagung in Paderborn abgehalten und dabei auch die Erzbischöfliche Akademische Bibliothek besucht, deren Exlibris in einer Kabinettausstellung präsentiert wurden. Einen Katalog gab es damals leider nicht. Umso erfreulicher ist die Veröffentlichung dieses Katalogs, der ein wichtiger Beitrag zur Literatur über das Exlibris ist und hoffentlich viele Freunde finden wird. Hans-Walter Stork hatte ja bereits in seinem hervorragenden Vortrag während des Besuches der Bibliothek der EAB einen Vorgeschmack auf sein fundiertes Wissen im Bereich [des] Exlibris gegeben, und nun ist es für alle zugänglich, die sich diese ausgezeichnet illustrierte Veröffentlichung (Hans-Walter Stork: Exlibris in den Büchern der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek (EAB) Paderborn. Ein Auswahlkatalog. Paderborn 2023. Broschur, 128 Seiten, 25 x 18,5 cm, ISBN 978-3-982523-0-4) anschaffen. Interessenten wenden sich bitte an die Mail info@eab-paderborn.de.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 28.05.2023

Krzysztof Marek Bąk (links) wurde für sein Wirken für die DEG und die Exlibris-Kunst geehrt. Die Lobworte sprach Henry Tauber. | © Mariana Myroshnichenko

Ehrung für Krzysztof Marek Bąk

Noch einmal Paderborn: Bei der Jahrestagung der Deutschen Exlibris-Gesellschaft (die auf besagtem Treffen auch die Aufnahme der Zusatzbezeichnung Forum für Kleingrafik im Namen beschloss) wurde am 13. Mai noch eine besondere Ehrung vorgenommen – die Verleihung der Walter-von-Zur-Westen-Medaille an Krzysztof Marek Bąk. In diesem Jahr hat der Vorstand der DEG entschieden, diese Medaille dem polnischen Grafikdesigner und Künstler zuzusprechen, der „zu den derzeit führenden Exlibristen zählt, die sich für die Anerkennung und Etablierung des computergenerierten Exlibris-Designs einsetzen“. Bąk zeichnet unter anderem für das Logo der DEG verantwortlich; der noch junge (Jahrgang 1977) Designer und Künstler, der an der Akademie der Bildenden Künste in Wrocław studierte, seit zehn Jahren Professor an der Philosophischen Fakultät der Schlesischen Universität in Katowice ist und am dortigen Institut für Bildende Kunst das Modern Exlibris Research Studio leitet, schaut bereits auf ein großes und beachtliches Œuvre: insgesamt 2.300 Blätter Exlibris und Kleingrafik, die in über 100 Exhibitionen gezeigt und mit vielen Preisen geehrt wurden. Bąk ist zudem künstlerischer Leiter des renommierten Internationalen Exlibris-Wettbewerbs in Gliwice, seine Arbeiten entstehen in „CGD-Technik, das heißt also als computergeneriertes Design, wobei er die abgebildeten Objekte, die oft aus der Natur stammen, meist auf einen stark kontrastierenden – schwarzen oder weißen – Hintergrund setzt, um sie zu pointieren.“ Weiter heißt es in der Laudatio, die Henry Tauber auf den Geehrten hielt: „Er bietet dem Betrachter Sinnbilder und Veranschaulichungen an, die reichlich Raum für Interpretationen lassen, Zeit und Möglichkeit zum Sichversenken, zur Besinnung, zur Meditation.“ Geehrt wird dabei auch das innovative Ersuchen Bąks, neue Ideen für das Exlibris auch in Richtung digitale Medien zu entwickeln: Buchzeichen für E-Books, Apps und AR-, VR-, QR-Codes ... oder auch das „Ex telefonum“, das gewissermaßen das Äquivalent des Exlibris für Smartphone & Co. ist. Auch die Pirckheimer gratulieren Krzysztof Marek Bąk zur Walter-von-Zur-Westen-Medaille für 2023!

(André Schinkel)

Do, 25.05.2023

Erster Preis: Mykhailo Drimaylo: "Japan", Exlibris für Stefan Wisniewski, C3/C5, drei Platten, 2023.

DEG-Preise bei Tagung in Paderborn vergeben

Zu den Höhepunkten auch der 73. DEG-Tagung, die von 11. bis 14. Mai in Paderborn (der Blog berichtete) stattfand, gehörte natürlich traditionell die Präsentation der für den Wettbewerb für Exlibris und Gelegenheitsgrafik eingesandten Arbeiten, die seit Beginn des vergangenen Jahres entstanden, und die Auszeichnung der Sieger*innen in den einzelnen Kategorien. 2023 beteiligten sich am Wettbewerb in Paderborn 40 Künstlerinnen und Künstler mit insgesamt 120 Arbeiten (101 Exlibris, 19 Gelegenheitsgrafiken), was eine leichte Steigerung gegenüber dem Wettbewerb 2002 in Moers (37 Künstler*innen aus zehn Ländern, 110 Grafiken) bedeutet. Die Jury bestand aus Bert Groeneveld, Marina Maroz und Christiane Windeck und verteilte die drei Preise in der Kategorie „Bester Künstler“/„Beste Künstlerin” an Mykhailo Drimaylo (Ukraine), Silvana Martignoni (Italien) und Krzysztof Marek Bąk (Polen). Die Publikumspreise gingen an Josef Werner und Marie Plyatsko. Die Jurierung und Preisvergabe an die Prämierten fand während des Treffens statt. Die Tagung unter der Präsidentschaft von Henry Tauber und Utz Benkel (neuer Vizepräsident) und organisiert von Lydia Willemsen war auch sonst ein großer Erfolg mit vielen illustren Gästen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 24.05.2023

Karl Vissers große Enzyklopädie "Geschiedenis van het modern Belgische ex libris (1880–2022)" dürfte sich künftig als Standardwerk für die Exlibris-Kunst in Belgien und auch weit darüber hinaus erweisen.

Neu: Geschiedenis van het modern Belgische ex libris (1880–2022)

In seinem neuen FISAE-Newsletter weist Klaus Rödel auf eine wichtige Neuerscheinung, die Exlibris-Kunst im Nachbarland Belgien betreffend, hin: Dort erschien mit Geschiedenis van het modern Belgische ex libris (1880–2022)History of the modern Belgian ex libris (1880–2022) aus der Feder von Karl Vissers nun wohl das umfassendste und tiefgreifendste Werk zur Sichtung der Gattung im Königreich mit Anrecht zum Standard-Opus für lange Zeit. Klaus Rödel, der selbst als ausgewiesener Kenner und v. a. Sammler der belgischen Exlibris-Künstler gilt, schreibt dazu: „Vor uns liegt eine Veröffentlichung, die Lesestoff für viele Stunden enthält. Die Geschichte des Exlibris in Belgien, eines der Länder, die zu den ergiebigsten auf diesem Gebiet der Kunst zählen, reich an Künstlern, die für mich zu den besten der 60er, 70er und 80er Jahre zählen. Viele dieser Künstler machen die Basis meiner Sammlung aus, ohne diese wäre sie viel ärmer. Recht hat er wohl, belegt er das doch auch mit einer Vielzahl Beispiele, die er der Kollektion im Frederikshavner Kunstmuseum zur Bebilderung seiner Kurzrezension entnimmt. In fünf Gruppen aufgeteilt bis in die Gegenwart, untersucht Vissers erstmals umfassend die Geschichte des belgischen Exlibris über 140 Jahre bis in die Gegenwart und füllt somit eine Lücke im Dokumentationsbestand. Ergänzt ist das Werk durch ein Künstler- und Eignerverzeichnis sowie eine umfassende Bibliographie. Erschienen ist das 417 Seiten starke Opus bei Graphia in 500er Auflage und in drei Ausführungen zu haben: zunächst als Softcover für 35 Euro und als Hardcover für 45 Euro. Ein Teil der Hardcover-Auflage (36 Stück) erscheint mit einer beiliegenden Grafik von Walter Brems. Und das gute Stück wiegt, bei den Maßen 30,5 x 21,5 cm, 2,2 Kilo. Großer Bahnhof fürs belgische Exlibris: Het zij so!

(André Schinkel)

Fr, 03.03.2023

Utz Benkel schuf eigens das "Tagungsblatt zur DEG-Jahrestagung 2023" (Linolschnitt) für das Treffen.

Last Call to Boarding: Paderborn

Noch bis zum 15. März gilt die Anmeldefrist für die Jahrestagung der DEG, die im Mai 2023 nach 2017 zum zweiten Mal in der wunderschönen Stadt Paderborn stattfindet. Die Tagung findet vom 11. bis 14.5. im hochmodernen, 2007 erbauten Vier-Sterne-Hotel Welcome am Rand der Paderborner Altstadt statt. In zwei Tauschräumen und drei Räumen für Künstler und Antiquare gibt es genügend Platz für Sammleraktivitäten, für Fachgespräche und zum Austausch. Das Hotel verfügt über mehr als 130 Zimmer, weiterhin laden ein Restaurant und die Gaststätte Plückers im Hotel zur Pause oder einem Absacker am Abend ein. Das Hotel befindet sich ganz in der Nähe der vielen Sehenswürdigkeiten Paderborns, das eine große Zahl reizvoller Baudenkmale und den namensgebenden kürzesten Fluss Deutschlands, die im Stadtgebiet aus Hunderten Quellen hervortretende Pader, aufweist. Erreichbar ist der Tagungsort mit der Bahn (IC) oder dem Auto über die Autobahn A33, die die A2 mit der A44 verbindet. Täglich gibt es Flugverbindungen von und nach München. Der Flughafen Paderborn-Lippstadt ist durch einen Bus-Shuttle mit der Gastgeber-Stadt verbunden. Siegfried Bresler, der die Tagung vor Ort mit Lydia Willemsen organisiert, lädt noch herzlich zur Anmeldung ein: „Jährlich versammelt die Deutsche Exlibris Gesellschaft (DEG) die Sammler von Exlibris-Grafiken zu einer Tagung. Vom 11. bis zum 14. Mai 2023 werden sich in Paderborn im Hotel Welcome mehr als 100 Exlibris-Sammler aus vielen Ländern zur Jahrestagung treffen. Sie werden dort ihre Exlibris-Grafiken tauschen und bei den anwesenden Künstlern neue Exlibris-Aufträge vereinbaren. Weitere Informationen zur Tagung und Anmeldeformulare unter www.exlibris-deg.de.“ In diesem Sinne: Willkommen in Paderborn! 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 10.01.2023

Der zweite Band der Schriftenreihe "Verborgene Schätze des Gutenberg-Museums" widmet sich der Exlibris-Sammlung des Hauses.

Neue verborgene Schätze des Gutenberg-Museums

In der bibliophilen Schriftenreihe des Gutenberg-Museums Verborgene Schätze des Gutenberg-Museums wurde soeben das zweite Buch veröffentlicht: Exlibris. Klein, nützlich, schön von Annette Ludwig und Elke Schutt-Kehm. Die Geschichte der Sammlung begann in den 1950er Jahren, als der Bibliophile und Kunstsammler Richard Doetsch-Benzinger (1877–1958) dem Museum seine Sammlung schenkte. Unter den Gebern waren auch der erste Vorsitzende der Deutschen Exlibris-Gesellschaft, Willy Tropp (1884–1972), der italienische Restaurant-Besitzer Mario De Fillippis und viele andere. 

Heute umfasst die Exlibris-Sammlung des Museums über 130.000 Exemplare. Rund 7.000 Künstler aus mehr als 60 Ländern sind vertreten. Die wissenschaftliche Bearbeitung der Sammlung begann in den 1980er Jahren. Das Werk gibt einen umfassenden Einblick in die Zusammensetzung der Sammlung, einzelne Kapitel sind stilistischen und und technischen Aspekten gewidmet. Neben der Liste der Künstlerinnen und Künstler, Eignerinnen und Eigner geben die Autorinnen eine ausführliche Analyse in „Motivvielfalt von A bis Z“: Architektur und Landschaft, Bibliotheksansichten, Blumen und Pflanzen, Buchherstellung und -vertrieb ... 

Das Buch enthält 150 Abbildungen, der Anhang die Auflistung der Ausstellungen des Museums, die Veröffentlichungen zur Sammlung etc. „In der Tat: Exlibris können mitreißen, beglücken, zum Nachdenken anregen. Sie zu sammeln, ist für viele kein Hobby, sondern eine Leidenschaft! Durchblättert man die Bestände der Exlibris-Sammlung des Gutenberg-Museums, so taucht man ein in die Geschichte und die Geschicke der Menschen, für die die kleinen Blätter geschaffen wurden.“ 

Annette Ludwig/Elke Schutt-Kehm:
Exlibris. Klein, nützlich, schön.
Herausgegeben vom Gutenberg-Museum,
Wismar: Nünnerich-Asmus 2022,
160 Seiten, 150 Illustrationen,
ISBN 978-3-96176-208-8.

(Maria Bogdanovich)

Do, 22.12.2022

Zwei Exlibris von Žibuntas Mikšys (1923–2013).

Exlibris von Žibuntas Mikšys

Klaus Rödel teilt im jüngsten FISAE-Newsletter Interessantes über einen litauischen Exlibris-Künstler mit, dessen 100. Geburtstag im nächsten Jahr ansteht. Er schreibt: „Liebe Exlibrisfreunde, aus Litauen kommt ein Artikel über den Künstler Žibuntas Mikšys mit einer Auswahl seiner interessanten Exlibris. Es ist erfreulich, dass unsere Exlibrisfreunde in Litauen […] mit Material für den FISAE-Newsletter beitragen.“ Jonas Nekrašius, ein ausgewiesener Kenner des ganz eigenen, außergewöhnlichen Werks wie des Lebens von Mikšys, würdigt dessen Vermächtnis wie folgt:

„Die Exlibris von Žibuntas Mikšys (1923–2013) heben sich aus dem Universum der von zeitgenössischen litauischen Künstlern gestalteten Exlibris ab. Seine Exlibris sind einzigartig in ihrer Sensibilität, Transparenz, Klarheit der Botschaft, Eleganz und Plastizität. Inspiration für die Arbeit des Künstlers sind: der Mensch als Wesen, die Welt um ihn herum, Bilder der Natur, Fragmente der Stadt, architektonische Motive, Schriftzüge und Inschriften.

Wir glauben, dass der Künstler über 150 Exlibris entworfen hat, darunter einzigartige Collagen. Linolschnitt und Radierung, oft mit Aquatinta veredelt, sind seine bevorzugten Techniken zur Herstellung von Exlibris. Mikšys hat erwähnt, dass sein erstes Exlibris Ex libris Ž. Mikšys ein Linolschnitt aus dem Jahr 1940 war. Der Künstler signierte seine Exlibris nur selten und vertrat die Ansicht, dass Exlibris in mehreren Exemplaren gedruckt und in die Bücher gelegt werden sollten, um die Eigentümerschaft anzuzeigen. Seine Exlibris zeichnen sich durch ein organisches Bild aus – eine Mischung aus grafischen und linearen Strukturen des assoziativen Denkens.

Eine Linie, eine Zeichnung und virtuos eingebettete Schrifttexte, die in den Werken des Miniaturdrucks zu einer einzigen Struktur zusammenwachsen, bewahren nicht nur die Integrität und Dekorativität des künstlerischen Bildes, sondern wecken auch eine eigentümliche Spannung und eine Kette von Assoziationen, die uns dazu anregen, Symbole zu durchdringen und nach einem tieferen Sinn zu suchen. Er schuf solche Exlibris für die Schauspieler S. Pilka, L. Noreika, die Künstlerkollegen V. Antanavičius, V. Kisarauskas und A. Švažas, die Dichter S. Geda und M. Karčiauskas, den Publizisten J. Keliuotis, den Ethnografen V. Milius und andere. 

Der Künstler fertigte auch eine Reihe von Exlibris-Collagen an, in die er häufig Poststempel, handgeschriebene Texte, Drucke und andere Materialien einarbeitete. Zusammen mit dem deutschen Künstler Rainer Mordmüller entwarf er einen „Giganten“ – wie er es selbst nannte – ein Exlibris mit der Aufschrift Ex libris Rainer Gottlieb Mordmüller, das nicht dem für seine Drucke üblichen Maßstab entsprach. […] Die Exlibris […] wurden auf zahlreichen europäischen und nordamerikanischen Ausstellungen gezeigt, darunter auf Exlibris-Kongressen und anderen internationalen Wettbewerben. Diese Präsentation ist Teil des Projekts der litauischen Exlibris-Schöpfer für ein enzyklopädisches Nachschlagewerk, das vom litauischen Kulturrat und der Stadtverwaltung von Šiauliai finanziert wird.“

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 18.12.2022

Heinrich Vogeler (Porträt des Künstlers von 1897).

150 Jahre Heinrich Vogeler

Am 12. Dezember jährte sich der Geburtstag Heinrich Vogelers (1872–1942) zum 150. Mal. Der epochenprägende wie vielseitige Künstler, dessen Leben untrennbar mit Worpswede wie dem Jugendstil verbunden ist und der nach der Zuwendung zur Sowjetunion und zum Sozialismus ein tragisches Ende in der kasachischen Steppe fand, wurde aus diesem Anlass mit diversen Ehrungen und Erinnerungen bedacht. Die Heinrich-Vogeler-Gesellschaft unterstützte gemeinsam mit der Deutschen Exlibris-Gesellschaft (DEG) und der Heinrich Vogeler Stiftung Haus im Schluh einen Grafik-Wettbewerb zum 150. Geburtstag Heinrich Vogelers. Die Organisation und Durchführung des Wettbewerbs lagen in den Händen von Siegfried Bresler. Im April prämierte eine Jury drei der eingereichten Werke samt zwei Besonderer Erwähnungen. Alle eingereichten Grafiken werden seit dem 26. November 2022 und noch bis Anfang März 2023 in Worpswede im „Haus im Schluh“ und vom 11. bis 14. Mai 2023 zur DEG-Tagung in Paderborn ausgestellt und in einem sehr interessanten und lohnenden Katalog veröffentlicht, der alle Beiträge zum Wettbewerb samt der Preisträgerinnen (Marianna Antonacci, Carla Fusi, Ekaterina Kuberskaia) und Besonderen Erwähnungen (Katarzyna Handzlik, Carsten Heuer) enthält. Insgesamt waren 100 Arbeiten von 72 Künstler*innen aus 13 Ländern eingereicht. Der Katalog zur Ausstellung ist im „Haus im Schluh“ in Worpswede und zur DEG-Tagung in Paderborn erhältlich. Die prämierten Werke können auf der Webseite der DEG (www.exlibris-deg.de) eingesehen werden.

(André Schinkel)

Sa, 24.09.2022

Der erste Preis beim Keith-Wingrove-Memorial-Wettbewerb ging an Deborah Chapman aus Montreal für ihr Mezzotinto-Exlibris "Poseidon".

Keith Wingrove Memorial Prizes

Gruß aus Nordamerika II: Wie Klaus Rödel im FISAE-Newsletter berichtet, teilt James P. Keenan in seinem kurzen Bericht vom XXXIX. FISAE Exlibris Congress auch die Preisträger des Keith-Wingrove-Memorial-Wettbewerbs mit. Die Auszeichnungen gingen in diesem Jahr nach Kanada, in die USA, die Türkei, nach Polen und Frakreich. Im Einzelnen wurden mit den Keith Wingrove Memorial Trust Prizes des American Bookbinders Museums folgende Künstler geehrt: Der erste Preis geht an Deborah Chapman aus Montreal in Quebec (Kanada) für ihr Mezzotinto Poseidon (für George Steiner). Den zweiten Preis erhielt Marina Terauds aus Michigan (Vereinigte Staaten) – ihr Exlibris, eine Radierung, entstand für Claudia Smukler. Nurgul Arikan, Istanbul (Türkei) wird für sein computergeneriertes Exlibris für M. Omer Dedeoglu geehrt. Anerkennungen und ehrenvolle Erwähnungen gingen an die Exlibris mit dem synchronen Titel Jack London an Krzysztof Marek Bak aus Bielsko-Biala in Polen (Computer Generated Design – „for KHB”) und – auch er ein sehr bekannter Exlibris-Künstler in Europa wie Amerika – Oleg Dergachov. Der gebürtige Russe lebt im französischen Soyaux, er war lange Jahre als Kunst- und Hochschullehrer in Kanada tätig; seine Radierung schuf er für James P. Keenan. Ein herzlicher Glückwunsch an die internationale Riege an Preisträgerinnen und Preisträgern!

(André Schinkel)

Do, 22.09.2022

Exlibris: eine große Leidenschaft auch in Amerika.
James Keenan, Dan Mueller und Ann Pari-Mueller.
Der Book Club of California ǀ © James Keenan

Gruss aus Nordamerika

Über Klaus Rödel erreicht uns ein Gruß aus den Vereinigten Staaten: Im Nachgang des XXXIX. FISAE Exlibris Congress, der am 15. September in Oakland, Kalifornien, stattfand, berichtet FISAE-Vizepräsident James Keenan kurz vom Treffen der Exlibris-Freunde im Regatta Room des Oaklander Waterfront Hotels und gibt seiner Hoffnung Ausdruck, künftig auch mehr Sammler und Begeisterte aus Europa zu treffen, was, so der ehemalige FISAE-Präsident Rödel, „für die Belebung des Exlibris auf beiden Kontinenten von Vorteil“ wäre.

Keenan schreibt: „Der Kongress in San Francisco war mit 50 Teilnehmern bei jeder unserer Veranstaltungen ein Erfolg. Es war ein kleiner Kongress mit überwiegend nordamerikanischen Teilnehmern, die sich über das Sammeln von Exlibris informieren wollten. Es ist schade, dass die Europäer nicht teilnehmen konnten, da ihr Einfluss den Austausch in der Zukunft fördern würde. Im Mittelpunkt unseres Treffens stand passenderweise die bedeutende zeitgenössische Buchkunstbewegung, die heute in San Francisco im Gange ist. (...) Alle hatten viel Spaß, und die Ausstellungen, Vorträge und Empfänge waren außergewöhnlich. Auch das mehrgängige Abschlussbankett in Yoshi’s Jazz Club am Jack London Square war köstlich!“

Dazu gibt es eine Reihe beeindruckende Fotos und eine Auflistung der Ehrungen für besondere Leistungen (die Keith Wingrove Memorial Trust Prizes, die nach Kanada, in die USA, nach Polen und in die Türkei gehen); auch eine Teilnehmerliste wird in Aussicht gestellt. Bereits am 12. September wurde die Ausstellung The Tribute to George Steiner. An International Bookplate Competition exhibition, präsentiert vom Book Club of California, die in der 312 Sutter Street in San Francisco bis zum 12. Dezember zu sehen wird, eröffnet.

Zum Kongress erschienen insgesamt vier PublikationenTribute to George Steiner. An International Bookplate Competition (Cambridge Bookplate, 2022), Ex Libris: The Art of Contemporary World Bookplates (ebd., 2022), Illustrated Essays on Bookplate Collecting. Revised edition (ebd., 2022), Antioch Bookplate Company. Excerpts from the Autobiography of Ernest Morgan 1905–2000 (ebd., 2022); zusätzlich wurde auf William E. ButlerAmerican Bookplate (Primrose Hill Press, London 2000) ausdrücklich verwiesen. 

Auch standen wichtige Entscheidungen an. Der bisherige FISAE-Präsident James Keenan stand nicht mehr für die Wahl an die Spitze zur Verfügung. Zur neuen Präsidentin wurde gewählt Maria Casas Hierro, Keenan wurde erster, Anthony Pincott zweiter Vizepräsident. Da es für den Exekutivsekretär keine Kandidatur gab, führt Olli Ylönen das Amt bis 2024 fort. Dann findet der XL. Kongress statt, erwählter Ort für die Tagung ist mit großer Mehrheit Palma de Mallorca auf den Balearen geworden. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)