Pirckheimer-Blog

Buch

Di, 04.08.2026

Faust in Ton: Phili und der Meister

In einer Welt, in der mittlerweile alles online möglich ist und genau das auch oft und gerne genutzt wird, hat sich ein Künstler aus Norddeutschland bewusst entschieden, mittels traditioneller Handwerkskunst einem literarischen Meisterwerk öffentlichen Raum zu geben. „Phili“, wie er sich selbst nennt, stempelt den ersten Teil von J. W. v. Goethes Faust, Buchstabe für Buchstabe, in Ton, wahrlich ein Mammutprojekt. Erstmals im Oktober 2025 teilte er seine Vision in den sozialen Medien. Mehr als 26.000 Menschen auf TikTok und 34.000 auf Instagram begleiten seitdem sein Projekt Faust in Ton. Seine Videos erreichen bis zu zwanzig Millionen Menschen. 

Täglich nimmt er seine Zuschauer mit und lässt sie an seiner Arbeit teilhaben. Für sie nimmt er sich Zeit und beantwortet alle aufkommenden Fragen mit Freude. Ein Follower auf Instagram schenkte dem Künstler sogar eine Ausstechform für seine Tonplatten, im 3D-Drucker gedruckt. Seitdem sind alle seine Tonplatten perfekt geschnitten. Doch das sind nicht die einzigen Reaktionen. Angefixt durch Philis Videos, greifen nicht wenige aus seiner Community zum Buch, entweder zum ersten Mal oder nun aus einem neuen Blickwinkel heraus. 

Doch was genau begeistert seine Anhänger? Es ist die Idee dahinter, die Möglichkeit, an der Entstehung teilzuhaben und vielleicht auch, weil es um ein Buch geht, für das viele mehrere Anläufe brauchen. So war es auch bei Phili. Was die Schule nicht vermochte, schaffte ein Ereignis in seinem privaten Umfeld. Durch seine ganz persönliche Geschichte fand er zurück zum Faust und zu der Gewissheit, dieses Werk würde zur Grundlage seines nächsten Projektes. 

Öffentliche Plätze sind seit jeher Orte der Begegnung, des Austauschs – des gemeinsamen Erlebens. Auch Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) erlebte auf seiner Reise durch Italien die besondere Atmosphäre dieser Plätze und ließ sich davon inspirieren. – Der „Faustplatz“ greift diesen Gedanken auf: ein Ort der Begegnung, des Austauschs und des Verweilens, ganz im Sinne der Offenheit und Neugier, die auch Goethes Werk prägen. 

Ein öffentlicher Ort, für alle Menschen zugänglich, der seine zirka 700 bedruckten Tontafeln einbettet, ist der Traum des Künstlers. Eine Möglichkeit zu haben, sich mit einem so bedeutenden Werk auseinandersetzen zu können ... auch wenn man ohne Bezug dazu aufgewachsen ist, in einer Sprache geschrieben, die auf mehreren Ebenen viele vor eine Herausforderung stellt ... mit Worten, die heute keine Verwendung mehr finden. Ein altes Werk in eine neue Form, die heute entsteht, zu überführen und das Publikum daran teilhaben zu lassen, ist aus Sicht des Künstlers ein möglicher Schlüssel. Noch weiß er nicht, wo sein Faustplatz entstehen wird. Auch wenn Weimar ideal erscheint, sind noch viele Gespräche zu führen und viele bürokratische Hürden zu überwinden. Aber auch dabei wird ihn seine Anhängerschaft unterstützen.

Phili ist in keine Schublade zu stecken. Er ist ein multimedialer Künstler. Für seine berufliche Zukunft hat er viele Pläne. Er möchte Konzerte mit seiner Band geben und wieder öfter als Schauspieler arbeiten. Auch kann er sich vorstellen, einen Podcast ins Leben zu rufen, in welchem er andere junge Künstler zu einem Gespräch über Kunst, Literatur und Musik einlädt. Eines ist bei seinen vielen Vorhaben sicher, er wird das Hier und Jetzt damit deutlich schöner gestalten. 

(Charlotte Aepler)

Di, 14.07.2026

Der Teppich im Detail. | © Anne-Marie Graatz/BLDAM

BLDAM-Juli-Podcast: Ein Einhorn in Brandenburg an der Havel

Lange im Schatten, inzwischen weithin berühmt: Der Brandenburger Einhornteppich ist das Thema des aktuellen Juli-Podcasts Denkmalzeit (Ausgabe 083) des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege. Das Denkmalamt begleitet damit die Rückkehr des restaurierten Teppichs in seine Heimatkirche in der Havelstadt, St. Gotthardt. Dabei kommen verschiedene Protagonistinnen und Protagonisten zu Wort, die das Projekt begleiteten, so auch Pirckheimer-Freund und Mentor der Bücherkinder, Armin Schubert – der von der kreativen Auseinandersetzung mit dem Fabeltier und der Arbeit am Einhorn-Buch der Bücherkinder berichtet. Das Gespräch mit ihm führt Anne-Marie Graatz, sein Beitrag zum Mehrwert des Einhorns ist etwa ab Minute 17:50 bis Minute 22:50 zu hören. Der vollständige Denkmalzeit-Podcast ist unter dem hier eingepflegten Link nachhörbar.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 30.06.2026

Björn Kuhligk: zu Gast bei Favoritenpresse & Friends.

Björn Kuhligk am Richardplatz

Tolle Meldung: Die Berliner Favoritenpresse eröffnet im kommenden Herbst eine eigene Galerie in Berlin-Neukölln (Richardplatz 07, 12055 Berlin); und weil das ein Anlass zur Freude ist, lädt sie für das erste Juliwochenende am 04. und 05.07. zu einer Art Voreröffnung ein. Ja: Zu Gast wird an diesen Tagen Björn Kuhligk sein. Der Dichter und Fotograf ist ein echtes Hauptstadtgewächs und deren jeweiligen Kiezen mit Linse und Stift auf der Spur. In seinem neuen Bild- und Textband bei den Favoriten spürt er Schönefeld nach, jenem 20.000-Leute-Ort am BER, von dem man vielleicht nicht so genau weiß, ob er wirklich existiert, obwohl er in aller Munde ist ... Diese Ambivalenz bannt Kuhligk, der am 04. und 05. Juli bei Favoritenpresse & Friends vor Ort sein wird, in beeindruckende Bilder. Die Galerie ist von 12 bis 21 (Sa) bzw. 12 bis 18 Uhr (So) geöffnet. Den Band Schönefeld gibt es für 40 Euro beim Verlag, für Sammler auch mit exclusiven Vorzugsabzügen in drei Motiven. Fein.

(André Schinkel via Robert Grieger)

Mo, 22.06.2026

„Bücherfest“ auf dem Bebelplatz findet vom 27. bis 28.06.2026 statt

Die Welt ist in Bewegung, mehr denn je. Umso wichtiger, dass wir verbunden bleiben. Seien Sie herzlich eingeladen zum Berliner Bücherfest 2026! Gemeinsam feiern wir das Buch, das Lesen und das demokratische Miteinander. Und wo tun wir das, wenn nicht am 27. und 28. Juni 2026 auf dem Bebelplatz in Berlin-Mitte! Und: Das erste Mal ist in diesem Jahr auch die Pirckheimer-Gesellschaft mit einem Stand dabei. Mehr als hundert Verlage, Buchhandlungen, Literaturvereine und Gesellschaften frönen an dem Wochenende ihrer Passion. Drei Veranstaltungszelte bieten Platz, Einblick und Gehör für Lesungen und Präsentationen. Ein Treffpunkt für Bücher, Ideen, Gesichter und Stimmen. Ein ganzes Wochenende, um sich in der Open-Air-Buchhandlung zu tummeln, um in die schillernde Welt zwischen Buchdeckeln einzutauchen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die ihre Buchleidenschaft zum Beruf und Hobby gemacht haben. Alle Infos dazu gibt es hier. Herzlich willkommen – zum Berliner Bücherfest 2026 auf dem Bebelplatz!

(Robert Grieger)

Fr, 19.06.2026

Die "Schönsten Deutschen Bücher" 2026 stehn fest und sind bei der Stiftung Buchkunst anzuschauen.

„Schönste Deutsche Bücher“ 2026

Einmal im Jahr kürt die Stiftung Buchkunst die Schönsten Deutschen Bücher des Jahres, so auch 2026. Das Prozedere beschäftigt auch jährlich zwei Jurys aus Expertinnen und Experten. Die Auswahl deckt ein breites Spektrum ab: In jeder der fünf Kategorien werden jeweils fünf Bücher ausgezeichnet: Allgemeine Literatur; Wissenschaftliche Bücher, Fachbücher; Lehrbücher, Ratgeber, Sachbücher; Kunstbücher, Fotobücher, Ausstellungskataloge und Kinderbücher, Jugendbücher (vgl. Abbildung). Die Bücher werden deutschlandweit und darüber hinaus in Ausstellungen und diversen Veranstaltungen vorgestellt. So werden die prämierten Exponate im Frankfurter Literaturhaus im Foyer gezeigt, desweiteren in zahlreichen Bibliotheken und Buchhandlungen. Auch Lesungen und Gespräche sind geplant, so wird etwa am 01. Juli Oswald Egger mit seinem von der Stiftung ausgezeichneten Neu-Werk Oskar Fiala und das Prinzip der kleinsten Wirkung im PalaisPopulaire in Berlin zum Terrassengespräch erwartet. Alle ausgewählten Schönsten Bücher 2026 finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 11.06.2026

„Er wollte einmal Maler werden“

„Nicht versäumen: Dienstag, 16.06., 18 Uhr, findet im Vortragsraum in der Staatsbibliothek eine Buchpremiere statt: Borchert Er wollte einmal Maler werden. Farbige Bilder und Zeichnungen von Wolfgang Borchert.“ So steht es im aktuellen Hamburger Bothen, der Ausgabe 34, die Anfang Juni erschien. Es handelt sich dabei um das neueste Buch des Verlags Angeli & Engel, den die beiden hanseatischen Pirckheimer-Freunde Rudolf Angeli und Peter Engel mit schönen Veröffentlichungen, geübtem Bibliophilenblick und feiner Leidenschaft betreiben und das es in jeweils kleiner Auflage in einer regulären und einer Sammler-Ausgabe (samt Originalblatt vom Pirckheimer und Künstler Rainer Ehrt) gibt. Die Edition beleuchtet dabei eine weitere Facette des wohl berühmtesten Autors der Kahlschlag-Literatur, des viel zu früh verstorbenen Erzählers, Dramatikers, Dichters Wolfgang Borchert (1921–1947): sein bildnerisches Werk. Die Normalausgabe (89 Exemplare) gibt es für 60 Euro, die Vorzugsausgabe (Exemplare 1 bis 55, mit beiliegender Radierung Ehrts) für 144 Euro – die Exemplare 56 bis 60 kommen nicht in den Handel. Exemplare des Buches (Hardcover, Format 24 x 30 cm, 132 Seiten, mit etwa 100 überwiegend farbigen Abbildungen, ISBN 978-3-9824980-5-8) können via Rudolf_Angeli@web.de oder Peter_Engel@gmx.de direkt geordert werden ... Die Präsentation findet statt in der ehrwürdigen Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg – Carl von Ossietzky, Von-Melle-Park 03, 20146 Hamburg. Für den Freundeskreis gibt es einen Rabatt von 5 (Normal-) bzw. 10 Euro (Vorzusgausgabe), bei Versand fallen Kosten von 7 Euro an. Zugreifen ...

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 29.04.2026

Der "Gratis Comic Tag" findet 2026 am 09. Mai statt.

Am 09. Mai 2026 ist wieder „Gratis Comic Tag“ an 1.100 Buchorten!

Was ist der Gratis Comic Tag? Der Gratis Comic Tag ist ein besonderer Tag für alle, die Comics lieben – und für alle, die sie vielleicht erst noch entdecken wollen! Einmal im Jahr verschenken Buchhandlungen, Comicläden und Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz viele tolle Comics komplett kostenlos. Ziel ist es, Lesespaß zu wecken und Kinder, Jugendliche und auch die Erwachsenen für die bunte Welt der Comics zu begeistern. An diesem Tag, der am 09. Mai stattfindet, kannst du einfach vorbeikommen, dir Comics aussuchen und diese mit nach Hause nehmen – ganz umsonst! Ob lustig, aufregend oder fantastisch – für jedes Alter ist etwas dabei. In nur wenigen Tagen reißen fast 1.100 Buchhandlungen, Comic-Stores, Büchereien und Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Türen auf und freuen sich auf große und kleine Comic-Fans! Folgende ausgewiesene Verlagshäuser mit respektablen Comic-Programmen sind an der Aktion beteiligt: Carlsen und Chinabooks, Cross Cult, Edition Helden, Egmont, Kibitz, Klett Kinderbuch, Panini, Reprodukt, Splitter und schließlich Ueberreuter. Insgesamt 22 Comics sind zig-tausendfach produziert, versendet und freuen sich nun auf euch. Die beteiligten Bücherorte und Comic-Händler können wie auch die Einzeltitel der Comics auf der hier verlinkten Website eruiert werden. Auch für die beteiligten Buchhandlungen sind dort alle Infos zum 09.05. eingestellt.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

So, 29.03.2026

Arte: „Ein Tier für alle Wünsche“

Wenn eine Sache ins Laufen kommt und scheinbar nicht mehr zu stoppen ist, nennt man das einen Lauf. So ist das im Moment mit den Brandenburger Bücherkindern ... Mit ihren Arbeiten zum Thema Einhorn haben die – seit vielen Jahren auch von der Pirckheimer-Gesellschaft unterstützten – kreativen Kinder und Jugendlichen aus der Havelstadt unter der Ägide ihres rührigen Mentors, Pirckheimer-Freund Armin Schubert, ganz offenbar nicht nur einen Nerv getroffen. In glücklicher Fügung mit den Tatsachen, dass die Stadt an der Havel einen Einhornteppich besitzt und zudem im Potsdamer Museum Barberini eine umfassende Ausstellung zum Thema, die sich soeben auf den Weg ins Einhorn-Mekka, das Musée de Cluny in Paris aufmacht, stattfand, hat die Kreativgang um Schubert in der Reihe ihrer Bücher eines über den Mehrwert des Einhorns verfasst und gezeichnet und weithin, bis ins Nachbarland Frankreich eben, Aufmerksamkeit erfahren. Auch Arte war da und ließ die Brandenburger Bücherkinder auch Teil seiner Dokumentation über das wohl alleredelste aller Fabelwesen werden, das zugleich ambivalente und zaubrige Aspekte vereint ... Nach seiner Vor-Premiere im Museum in Potsdam gibt es, wie auch das Programm-Magazin des Senders für April ankündigt, nun den Termin der Erstausstrahlung: Am 19.04.2026 um 16.45 Uhr wird der Film bei Arte gezeigt. Später wird er auch im Musée de Cluny in der Schau zu sehen sein. Im Anschluss lesen die Kinder anlässlich des Welttages des Buches am 24.04.2026 in Potsdam (der Blog berichtete). Davor werden sie bzw. ihre Arbeit auf der BuchDruckKunst in Hamburg und – zum Familientag im Pariser Museum präsent sein. Fabelhafte Tage (sic!) für das Buch und die Kreativität: Wohl dem.

(André Schinkel)

Sa, 28.03.2026

Die "Banned Books" sind zur Zeit in Greifswald in der Stadtbibliothek "Hans Fallada" (bis 28.04.) zu sehen.
Tipp: Die Wanderausstellung "Banned Books" ist in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs und zur Zeit in der Stadtbibiothek von Greifswald zu sehen. Für weitere Ausstellungsorte bestehen Möglichkeiten: Bitte beim Pirckheimer Matthias Wehry melden, der zugleich der Direktor der Landesbibliothek in MV ist.

MV: Ausstellung „Banned Books“

Im Februar ging es los: Eine Wanderausstellung zum Thema „Banned Books“ nimmt Anlauf. Die von der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit dem Landesverband MV im Deutschen Bibliotheksverband (dbv) erdachte Ausstellung feierte vom 17. bis 27. Februar Premiere in Schwerin. Nun wanderte sie weiter nach Greifswald – in die Stadtbibliothek „Hans Fallada“ (Stadtbibliothek, Knopfstraße 18–20, 17489 Greifswald), wo sie bis 28. April zu sehen ist.

Die Ausstellung Banned Books setzt sich mit einer aktuellen Entwicklung in den Vereinigten Staaten auseinander: der zunehmenden Entfernung von Büchern aus Schulen und Bibliotheken, die Themen wie Rassismus, Geschlechteridentität, sexuelle Orientierung, Geschichte, Politik oder gesellschaftliche Ungleichheiten behandeln. 2024 dokumentierte die American Library Association (ALA) 2.452 aus US-amerikanischen Bibliotheken verbannte Titel. Seit 2021 hat PEN America fast 23.000 Bücherverbote in öffentlichen Schulen der USA dokumentiert. Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl dieser verbannten Bücher und erzählt die Geschichten hinter den Debatten. 

„Diese Zensur wird von Gruppen mit konservativen Standpunkten vorangetrieben – und hat sich auf fast alle Bundesstaaten ausgeweitet“, so der PEN America. „Sie richtet sich vor allem gegen Bücher über Rassismus oder Bücher, in denen Menschen mit anderer Hautfarbe und LGBTQ+-Personen sowie entsprechende Themen vorkommen, sowie gegen Bücher für ältere Leser, die sexuelle Anspielungen enthalten oder über sexuelle Gewalt aufklären.“ Den book ban haben in den vergangenen Jahren viele Bücher erreicht: große Klassiker wie Charles Darwins On the Origin of Species, Anne Franks Tagebücher, moderne Literatur wie Margaret Atwoods The Handmaid’s Tale oder auch Haruki Murakamis Kafka on the Shore. Auch Literatur von Minderheiten und der Bürgerrechtsbewegung wurden aus Schul-, Stadt- und Hochschulbibliotheken entfernt, so James Baldwins Go Tell It On the Mountain, Roxanne Dunbar-Ortiz An Indigenous Peoples History of the United States. Literatur zur sexuellen Orientierung wie Maia Kobabes Gender Queer oder Alex Ginos George wurden auf Druck einzelner Interessenvertretungen ebenso aus den Regalen entfernt wie Art Spiegelmans Graphic-Novel-Klassiker Maus oder J. K. Rowlings Harry Potter.

Bücherverbote sind nicht nur ein amerikanisches Thema – sie berühren zentrale Fragen unserer Gesellschaft. In der Ausstellung blättern Sie eigenständig durch die Seiten der gebannten Romane, Streitschriften, Studien, Graphic Novels, Kinder- und Wörterbücher – gewinnen so einen Eindruck davon, was eine Gesellschaft verliert, wenn Bücher zensiert werden. Weitere Ausstellungs-Orte sind für die Schau geplant. Interessierte Institutionen können sich bei der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern melden, Ansprechpartner ist der Pirckheimerfreund Matthias Wehry.

(Till Schröder/Pressemitteilung)

Mo, 23.03.2026

Zum Erfolg der Pirckheimer auf der Buchmesse 2026 trugen auch die "Bücherkinder" mit ihrer Lesung bei.

Großer Erfolg der Bücherkinder auf der Leipziger Buchmesse 2026

Der Auftritt der Bücherkinder Brandenburg am vergangenen Samstag, 21.03., auf der Leipziger Buchmesse war wieder ein feiner Erfolg. Um 15 Uhr traten die jungen Schreiberinnen und Schreiber sowie Künstlerinnen und Künstler in Begleitung ihres Mentors und Begründers der Bücherkinder-Gruppe, Pirckheimerfreund Armin Schubert, in Halle 5 der großen Frühjahrsmesse in Sachen Buch und Literatur in Leipzigs Nordosten zur Präsentation ihres neuesten Buchs Vom Mehrwert des Einhorns, das Ende letzten Jahres (unter anderem begleitet von einer Arbeit Angela Hampels) erschien, vor gut gefülltem Auditorium an. „(D)ie Lesung der Bücherkinder Brandenburg auf der Leipziger Buchmesse ist außerordentlich gelungen und von einem großen Publikum mit viel Beifall bedacht worden“, so beschreibt Armin Schubert die Messe-Veranstaltung. „Am Ende der Lesung bekamen die Kinder Buchgeschenke der Pirckheimer-Gesellschaft, und es wurde in Vorfreude darauf hingewiesen, dass der arte-Dokfilm zum Einhornprojekt am 19. April 2026 um 16.45 Uhr über den Sender arte-TV laufen wird.“ Durch den Film wird die kreative Arbeit der Bücherkinder auch im Nachbarland, im Musée de Cluny in Paris, wo sich der berühmte Einhornsaal befindet, zu Ehren kommen (der Blog berichtete). Und vielleicht wird es möglich sein, in der Gotthardtgemeinde in Brandenburg an der Havel, wo sich der Brandenburger Einhornteppich befindet, der die Kinder bei ihrer Arbeit inspirierte, so eine Art Public Viewing zu organisieren, wenn der Film zum Mythos des Fabelwesens ausgestrahlt wird. Das jedenfalls würde den Bücherkindern der Stadt und natürlich auch Armin Schubert, der im letzten Jahr für seine Arbeit ausgezeichnet wurde, gefallen. Gleichsam am Buchmessesamstag hatte zudem Antiquar Wolfgang Neubert aus seinen Memoiren gelesen. Diese waren als exklusive Jahresgabe der Pirckheimer-Gesellschaft für das Jahr 2025 erschienen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 21.03.2026

Bücherkinder: Einhorn-Film seit dem 20.03. in der Arte-Mediathek

Große Reminiszenz für eine Legende: Die Dokumentation Das Einhorn. Kulturgeschichte einer Sehnsucht ist seit gestern, 20.03.2026, in der Mediathek von arte abrufbar. Ihr Regisseur Mathias Frick geht in der Reportage der Symbolhistorie des wohl berühmtesten aller Fabelwesen auf eine bestechende Weise nach: Seinem Wurzeln im Glauben (dem es, zumindest in der Bibel, wohl einer Fehlübersetzung entspringt) wie im Träumen der Menschen, seinen natürlichen Vorbildern, seiner Ambivalenz, Würde und seinem Eingang in die Alltagskultur. Stars des Films, neben der Kreatur der Erwägung selbst: u. a. die Tapisserie, der Einhornteppich aus St. Gotthardt in Brandenburg, die Ausstellung zum Thema im Museum Barberini in Potsdam, der weltberühmte Einhornsaal in Cluny. Und natürlich die Brandenburger Bücherkinder samt ihrem langjährigen Mentor, Pirckheimer-Freund Armin Schubert, die dem Tier ein ganzes Buch widmeten: Vom Mehrwert des Einhorns, und heute auf der Leipziger Buchmesse eben dieses präsentieren: um 15 Uhr in Halle 5, Bühne E604. Wunderbare Sache. Toller Film. Unbedingt anschaun. Und weitersagen! Und zur Lesung hingehn!

(André Schinkel)

Fr, 13.03.2026

Das neue Heft der "Marginalien" ist eben erschienen.

Marginalien: Heft 260 erschienen

Pünktlich im Vorfeld der Leipziger Buchmesse, die vom 19. bis 22. März in die Stadt an Pleiße, Parthe und Weißer Elster einlädt, ist die neue Ausgabe der Marginalien, Ausgabe 2026/1 (Heft 260) der Zeitschrift für Buchkunst & Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft bei quartus erschienen. Die Nummer ist auf verschiedene Weise eine Ausgabe der Würdigungen und Rückblicke geworden, wie Chefredakteur und stellvertretender Vorstand der Gesellschaft, Till Schröder, gleich im Vorab-Editorial vermerkt: Zum Einen ist das genauso geplant und komponiert; zum anderen gebieten das die Geschehnisse in der Zeit. So ist das Heft auch eines des Gedenkens, Erinnerns und Nachrufens geworden: Gleich viermal wird die große Malerin und Grafikerin Núria Quevedo in der Ausgabe gewürdigt – die Spanierin, die viele Jahrzehnte in Berlin lebte, war verehrt und bewundert und auch einigen Protagonisten der Pirckheimer-Gesellschaft, Armin Schubert etwa, sehr nah und vertraut, eins der Bücher der Bücherkinder ist u. a. ihr als Hommage gewidmet. Der Verleger und Pirckheimer Michael Faber erinnert an Maler, Zeichner, Bildhauer und Grafiker Hermann Naumann, ja, und auch der Autor, Sammler, Herausgeber und Bibliophile Manfred Jendryschik, der 2025 in seiner Wahlheimatstadt Leipzig starb, wird gewürdigt. Der gebürtige Dessauer war der mitteldeutschen Künstlerszene eng verbunden. Ferner gibt es einen Text zu einem leicht übersehenen Jubiläum der Messe in Leipzig, zwei Beiträge zur Satirezeitschrift pardon, die dank Till Kaposty-Bliss wieder auflebt: eine Liebeserklärung von Norbert Grewe und das Interview mit dem Neu-Initiator. Das Verschwinden der Buchhandlungen beleuchtet Ralf Plenz, und Peter Arlt verweist auf Amboß & Hämmer von Baldwin Zettl. Um Spiralbindung geht es, und in der Originalgrafischen Beilage samt Begleittext um die Kunst der Schweizerin Olga Prader. Dem gut gefüllten Rezensions-Teil folgen Nachrichten für Bibliophile, das Geburtstagstableau und Ausstellungs-Infos. Auch Archiv-Splitter gibt es, eine neue Rubrik, die Wissenswertes und Skurriles aus 70 Jahren Pirckheimer-Gesellschaft berichtet. Ein rundum gut gefülltes Marginalien-Heft also: Das bibliophile Frühjahr kann kommen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 02.03.2026

Zur Lesung, zu Gespräch und Diskussion mit Michael Knoche lädt die SBB am 16.03.2026 nach Berlin ein.

Knoche: „Revolution im Leseland“

Zur Buchvorstellung und Diskussion zu Michael Knoches beim Wallstein-Verlag in Göttingen edierter Untersuchung Revolution im Leseland. Wissenschaftliche Bibliotheken der DDR nach der Wende lädt die Staatsbibliothek zu Berlin in den Wilhelm-von-Humboldt-Saal (Unter den Linden 08, 10117 Berlin) am Montag, den 16. März 2026, um 18 Uhr ein. Im Gespräch, neben dem Verfasser der Monografie, Michael Knoche: Jens Bisky und Carola Pohlmann, die Moderation übernimmt Achim Bonte. – Nach dem Mauerfall 1989 standen auch die Bibliotheken der DDR vor einer radikalen Neuausrichtung. Gerade den Staats-, Landes- und Universitätsbibliotheken gelang jedoch – mit Unterstützung aus dem Westen – eine rasche und beispiellose Modernisierung. Die Lücken in den Sammlungen wurden geschlossen, die Gebäude saniert und mit zeitgemäßer Informationstechnologie ausgestattet. Diese Erneuerungsoffensive löste einen Schub aus, von dem das gesamtdeutsche Bibliothekssystem profitiert hat. Auch in personeller Hinsicht verlief die Umgestaltung bemerkenswert: Zwar wurde das Personal auf Leitungsebene streng evaluiert, aber anders als in vielen Bereichen der Hochschulen gab es keinen starken Elitenaustausch von West nach Ost. Die Personalstärke der Belegschaften blieb relativ konstant – auch wenn die Übernahme der Angestellten in das bundesdeutsche Tarifsystem konfliktträchtig war und viele Erwartungen enttäuschte. Immerhin blieb der Großteil der Arbeitsplätze erhalten. Während andernorts nur von Versäumnissen und Verlierern die Rede ist, belegt dieses Buch: Die wissenschaftlichen Bibliotheken nicht nur im Osten, sondern auch im Westen gehören zu den Gewinnern der Einheit. Die Lesung findet in Kooperation mit den Freunden der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. statt. Alle Informationen zur Veranstaltung mit Michael Knoche in der SBB finden sich hier ... Um Anmeldung wird gebeten.

Michael Knoche: Revolution im Leseland.
Lesung, Gespräch und Diskussion
am 16. März 2026 um 18 Uhr, in
der Staatsbibliothek zu Berlin,
Wilhelm-von-Humboldt-Saal,
Unter den Linden 08, 10117 Berlin.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Di, 17.02.2026

"Ahrenshoop": Neues Buch von Günther und Leiberg.

Günther · Leiberg: „Ahrenshoop“

Es beginnt mit einem unterschwelligen Bekenntnis in konzentrierter Form, die noch die klassische Silbenversammlung eines Haiku unterschreitet: „je müder ich werde / desto lieber / bin ich am meer ...“ Die (hier baltische) See, die alte Ursprungswelle, als Garant für die benötigte Geborgenheit, als Ort der Sehnsucht, zur Ruhe zu kommen, Erholung zu finden? Man kann das so lesen. Der Mann, von dem die 13 Texte von Ahrenshoop 2026 stammen, muss es wissen: Pirckheimer-Freund Henry Günther ist an der Ostsee, in Ribnitz-Damgarten, wo er seine Edition BuchKunstBalance (Koch-Gotha-Platz 01, 18311 Ribnitz-Damgarten, Telefon & WhatsApp: (0163) 17 28 704) betreibt, zuhause. Günther, der auch für die Organisation der artGrafik in Ahrenshoop verantwortlich zeichnet und die Brandenburger Bücherkinder um Armin Schubert in der Realisierung ihrer ambitionierten wie vielgelobten Projekte unterstützt, hat für das nun brandneu vorgelegte Unikatbuch wiederholt mit Helge Leiberg zusammengearbeitet. Die 13 poetischen Notate wurden von dem Künstler ins Buch (Format: 50 x 33, aufgeschlagen 66 cm, 33 Seiten, Büttenpapier BFK Rives France) geschrieben und gezeichnet. Gefasst ist das Unikat in einen von Leiberg bemalten Halbledereinband, umhüllt von einer Ganzleinen-Kassette. Die Einmal-Ausgabe ist von den Urhebern signiert und schlägt nicht zuletzt aufgrund ihrer Exklusivität mit 5.250 Euro zu Buche. Als Unikate erschienen bereits mehrere Leiberg-Bücher in der Edition von Henry Günther, zuletzt Tango Nocturnes (2023). Und: Günthers Edition BuchKunstBalance wird in diesem Juni im Übrigen in der MuseumsAkademie Fischland-Darß im Kunstmuseum Ahrenshoop geehrt: Am 25.06. um 19 Uhr (der Einlass erfolgt um 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen) werden 35 Jahre Edition gefeiert (der Blog berichtet dazu noch einmal gesondert). Und dazwischen gibt es die artGrafik in der Strandhalle ... Doch ganz schön was los an See und Bodden: „zwischen den schritten // das weiße rauschen / am meer. ein klang / der bleibt.“ Gut so. Und die Kollaboration Günther · Leiberg bestens verortet.

(André Schinkel)

So, 15.02.2026

Spitzenstücke in der Bayerischen Stabi ab dem 11.03.

Stabi München: die Spitzenstücke

Die Bayerische Staatsbibliothek hütet und bewahrt in ihren Magazinen und Tresoren unzählige Spitzenstücke des schriftlichen und visuellen Kulturerbes der Menschheit: erlesene Handschriften – 14 von ihnen zählen zum UNESCO-Weltdokumentenerbe – Inkunabeln und rare alte Drucke, Landkarten, Noten, Nachlässe, historische Fotos, Künstlerbücher, Orientalia, Hebraica, Asiatica von Weltrang u. v. m. Aufgrund strenger konservatorischer Vorgaben sind diese Schätze nur sehr selten öffentlich zu sehen. Für den #StabiLiebling öffnet die Bibliothek ihre Tresore und präsentiert in ihrer Schatzkammer jeden Monat an zwei Tagen ein Spitzenstück aus den Sammlungen. Die Präsi-Reihe startet am 11. und 12. März mit der weltberühmten Gutenberg-Bibel, gefolgt im April von den Bairischen Landtafeln von Philipp Apian, einer Ikone der altbayerischen Kartographie, und dem Bußpsalmencodex Albrechts V., der wohl schönsten Musikhandschrift der Welt, im Mai ... Die Schatzkammer liegt im ersten Obergeschoss der Stabi. Jeweils um 11, 13 und 17 Uhr der Präsitage (die bis zum Februar 2027 bereits feststehen) geben Experten Erläuterungen zu den Preziosen. Alle Infos zu diesem so besonderen Angebot finden sich auf der Webseite der Staatsbibliothek verlinkt.

(André Schinkel/BSB/Pressemitteilung)