Pirckheimer-Blog

Buch

Di, 13.01.2026

Filmaufnahmen – Mentor Armin Schubert und seine Bücherkinder vor dem 'Einhorn-Teppich' in Potsdam.

Potsdam: „Open House“ & Premiere

Das Museum Barberini in der brandenburgischen Landeshauptstadt (Humboldtstraße 5–6, 14467 Potsdam) lädt zum Open-House-Termin am 25. Januar 2026 in die Kapitale an der Havel ein. Von 10 bis 19 Uhr (letzter Einlass: 18 Uhr) gibt es freien Eintritt ins Museum und jeweils 12.30 und 15.30 Uhr Einführungen zur aktuellen Ausstellung Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst im Museum sowie von 14 bis 16 Uhr freie Atelierzeit für alle. Und – dabei findet aber auch und vor allem die Premiere des Arte/ZDF-Films Das Einhorn. Kulturgeschichte einer Sehnsucht von Mathias Frick (2025, 52 Minuten) statt, in dem die Brandenburger Bücherkinder, die sich eingehend mit der Materie der Schau befassten und unter Mentorschaft von Pirckheimer-Freund Armin Schubert ein Einhorn-Buch veröffentlichten, eine bedeutende Rolle spielen. Die Bücherkinder werden seit Jahren auch von der Pirckheimer-Gesellschaft unterstützt und gefördert. Der Film wird jeweils um 11 (Screening, auf Einladung des Hauses) und um 14 Uhr (öffentlich) gezeigt. Was für tolle Nachrichten: Chapeau!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 11.01.2026

Susanne Padberg präsentiert "Best of 2025" in Wien.

„Druck & Buch“ Wien: Best of 2025

Die erste Präsentation der Galerie Druck & Buch in der österreichischen Hauptstadt (Berggasse 21/2, A-1090 Wien – ganz in Schrittnähe des Sigmund-Freud-Hauses) gilt den Erwerbungen des Ausstellungshauses von Susanne Padberg im letzten Jahr. Die Pirckheimerin schreibt dazu in ihrer Rundmail: „Vielen Dank für viel Gutes im alten Jahr und die besten Wünsche für das neue Jahr – ein neues Jahr ist ja immer mit Hoffnung und Verheißung verbunden (möge sie sich erfüllen) und auch mit dem Rückblick auf Gutes: Best of 2025, die besten Neuzugänge des alten Jahres! Diese sind vom 09. Januar bis 27. Februar in der Galerie in Wien und online zu sehen ...“ Gezeigt werden dabei die Neuzugänge von Käthe Wenzel und Tricia Treacy, Herbert Stattler – ferner Werke von Clifton Meador, Stefan Gunnesch, Robbin Ami Silverberg, Natalia Weiss ... sowie der Blow Up Press, von Daniela Deeg & Cynthia Lollis, Ken Campbell und Josef Schwaiger, von den augen:falterinnen aus Leipzig und Emily McVarish. Die Galerie im Zentrum Wiens ist Mo bis Fr 11 bis 18 Uhr geöffnet.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 05.01.2026

"Mit Glanz und Gloria": seit 10.12. in Dresden zu sehn.

In Dresden: „Mit Glanz und Gloria“

Vor 40 Jahren, an Weihnachten 1985, wurde der Fernseh-Mehrteiler Sachsens Glanz und Preußens Gloria erstmals ausgestrahlt. Es war die aufwändigste Filmproduktion der DDR. Weniger bekannt ist die polnische Filmproduktion Gräfin Cosel (1960) von Jerzy Antczak. Dies wiederum war die bis dahin kostengünstigste Produktion der polnischen Kinematografie. Den Stoff lieferte die Sachsen-Trilogie des polnischen Schriftstellers und Journalisten Józef Ignacy Kraszewski. Kraszewski war 1863 nach Dresden gekommen. Er lebte hier 22 Jahre lang im Exil. In seinen Romanen Gräfin Cosel, Brühl und Aus dem Siebenjährigen Krieg schildert er die sächsisch-polnische Geschichte und ihre Akteure – als Autor und Historiker, als Pole und Bewohner Dresdens. Die Romane spielen in der „Sachsenzeit“: Von 1697 bis 1763 wurden das Kurfürstentum Sachsen und das Königreich Polen in Personalunion von August II. und dann von seinem Sohn August III. regiert. Die Ausstellung im Kraszewski-Museum (Nordstraße 28, 01099 Dresden) stellt diverse legendäre Persönlichkeiten des höfischen Lebens an der Elbe vor und gibt Einblicke in dessen Festkultur. Einen genauen Blick richtet sie auf Kraszewskis Romane sowie die Hintergründe und die Entstehung der Filme. Wie entstanden die Filme – wie beurteilte der polnische Schriftsteller August den Starken und den sächsisch-polnischen Hof? Und wie gestaltete sich das Leben am polnischen Hof, den die Wettiner von 1697 bis 1763 regierten? In der Schau sind zahlreiche Leihgaben aus sächsischen und polnischen Sammlungen zu sehen, darunter Gemälde, Grafiken, originale Filmkostüme sowie Medaillen, Plakate und Ausgaben der Bücher Kraszewskis und weiterer sächsischen Romanschriftsteller aus dem 19. Jahrhundert. Die Ausstellung ist seit dem 10.12.2025 und noch bis zum 25.10.2026 zu sehen.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

So, 04.01.2026

Neu erschienen: Ingolf Brökel: Null-lage. Gedichte. Berlin: PalmArtPress 2025. Hardcover, 120 Seiten, ISBN 978-3-96258-234-0, Preis: 22 Euro. Farbe von Coverschrift, Vorsatz und Lesebändchen Ton in Ton.

Gelesen übers Jahr · II: Die „Null-Lage“-Texte von Ingolf Brökel

Es beginnt mit einem schönen Wort, der Literatur wie der Physik, der, mit Verlaub, „vernünftigen“ Kunst Ingolf Brökels, gleichsam würdig: Null-Lage (oder, lyrisch fast noch schöner, Nulllage), ein um den Ruhepunkt geführtes Unterfangen, und, praktisch gesehen, um den Punkt eines nur mit sich selbst tarierten Geräts, den Nullpunkt einer Waage etwa, das Nichts, auf das die Nadel, der Magnet, die Aussicht zeigt, Abgleich und schwer zu erklärender Abgrund in einem. Ja, und ein guter Point Nemo in einer Zeit, da die Welt und ihre Verderber in den Arsch getreten gehören. Nun, und es bezieht sich im Fall Ingolf Brökels, seines Zeichens lange Lehrender der Physik in Berlin, auf die Verwerfungen der Zeit wie auch des Ur-Eigenen. Corona-Mief blinkt auf, die Vorhut der qualvollen Beschissenheit, in die die Epoche einbog. Aber auch das widerständige Vergehen der Altvorderen und des eigenen Sehens und Denkens, das Hervorholen vielfältiger Erinnerung, das sich in der Reife und im Rückblick einstellt. Ja, und auch Fluchtgedanken, was uns im Angesicht der Gegebenheiten pro domo et mundo nicht verwundern mag: „Ich habe die Stelle gefunden / In einem Buch / Dort bin ich versunken / Falls ihr es findet / Schlagt zu.“ (Endlich, S. 82) Oder dies: „Das Gegenteil von Mensch / Ist Mensch“, wie es Brökel in den kargen Begegnungen (Stück 5, S. 80) formuliert. Und – was eine Eindeutigkeit und Ambivalenz in einem greift, wie, nach Niels Bohr, eine tiefe Wahrheit wieder eine tiefe Wahrheit nach sich zieht und keine Falschheit wie die einfache selbe. Dazu flirren Variablen und Ankreuzmomente, aber letztlich ist alles ein Denken und Deuten, ein Sichten und ... – nun ja, auch Wünschen und die Erkenntnis, dass es oft nur ganz knapp neben dem ist, was denn regel-recht wäre, sinn-voll: „Ganze Leben / Werden geopfert / Um Noten / Richtig zu spielen / Wunderkinder // Aber keiner trifft / Den Ton / Alles / Nur Klang / Und vorbei.“ (Pianissimo, S. 63) Karg, kühl und geradeaus ist es, das Sprechen dieser Erwägung, die das Ende einer trilogischen Denk- und Schreibbewegung bildet, oft von geradezu haikuartiger Prägnanz: „Aus der Null und der Null zu: / Das ist der Fluss“, und kehrt am Ende ebendahin zurück: „zur Null hin / oder sich treiben lassen gegen Null.“ Ein stilles, ein kristallin-intimes, selbst widerständiges, ein klarblickendes wie allgültiges Buch, vorgelegt bei PalmArtPress, äußerlich in schlichter Eleganz, austarierter Würde. 

(André Schinkel)

Di, 30.12.2025

Löwe, Einhorn, neues Bücherkinder-Buch – in "Vom Mehrwert des Einhorns" geht's mythisch zur Sache. Darin werden Bilder, Fotos, Recherchen, ja, und vor allem Texte zu einem superben Thema geboten. Der Kultursender Arte drehte einen Film zu dem Projekt, der Anfang 2026 in Potsdam und Paris gezeigt wird.

Das Bibliophile zum Jahresende: „Vom Mehrwert des Einhorns“

Inner sanctum bibliorum: Das Bibliophile des Monats kommt dieses Mal aus dem inneren Kreis, den eigenen Reihen, und es würdigt explizit die Arbeit der Bücherkinder Brandenburg, ihre jüngste Publikation und ihren unermüdlichen Mentor, Pirckheimer-Freund Armin Schubert. Und es heißt ja auch, das Schönste hebt man sich bis zum Schluss auf. So auch 2025: Mithin handelt es sich bei den Bücherkindern um ein überaus ambitioniertes Projekt, das von Armin Schubert in Variationen seit vielen Jahren angeboten und durchgespielt wird: die Begegnung junger Menschen mit Literatur und Kunst, die Anregung, selbst schaffend tätig zu werden ... und mit den Musen, Autorinnen, Autoren, Künstlerinnen und Künstlern in den Austausch zu treten, Freude und Bleibendes im Blick.

So auch in diesem, dem (sic!) brandneuen Buch der Bücherkinder, die seit Jahren von verschiedenen Institutionen, so auch der Pirckheimer-Gesellschaft gefördert und unterstützt werden. Es heißt: Vom Mehrwert des Einhorns. Einhorn, das mythische Wesen in der Kunst. Das Kunstwerk entstand, jene umspielend und begleitend, zur Einhorn-Ausstellung im Potsdamer Museum Barberini – die ab März im Musée des Cluny in Paris gezeigt wird. Illustre Künstlerinnen und Künstler wie Angela Hampel (unter anderem für den Titel) und Pètrus Akkordéon (wundervoll, der mit dem Einhorn kuschelnde Löwe, der den jungen Schöpferinnen und Schöpfern gewidmet ist!) waren dabei den Bücherkindern und ihrem Mentor zur Seite, das Einhorn-Projekt zu einem guten und runden Ende zu führen. Nun liegt es vor, reist bald mit der Schau nach Frankreich und sorgt für weitere Weihen.

Auch zu Filmehren gerieten so die Akteurinnen und Akteure aus Brandenburg an der Havel, ihre Arbeit, ihren Aufenthalt im Museum begleitend. Armin Schubert schreibt unter anderem dazu: „... zum Schließtag des Museums Barberini am Dienstag, dem 04. November 2025, wurden die Bücherkinder Brandenburg zu Drehaufnahmen mit Lesung aus ihrem Buch Vom Mehrwert des Einhorns eingeladen. Dazu hier einige Aufnahmen von der Filmarbeit an diesem Nachmittag in Potsdam. [Bericht im Pirckheimer-Blog folgt gesondert anlässlich der Premiere.] Die Filmpremiere wird im Januar 2026 im Auditorium des Museums [Humboldtstraße 05/06 (Alter Markt), 14467 Potsdam, geöffnet Mo und Mi bis So 10 bis 19 Uhr] stattfinden. Danach läuft der Filmbeitrag zum Einhorn in der Kunst im Januar/Februar 2026 auf dem Kultursender Arte. Und weiter heißt es: 

Im März 2026 wird dann diese Ausstellung im Musée de Cluny in Paris gezeigt. Dazu läuft dann auch dort der Film. Einige Eltern möchten mit mir diese Ausstellungseröffnung ebenfalls besuchen. Damit hat unsere Bemühung, die der Pirckheimer-Gesellschaft e. V., zum Umgang von Kindern mit Büchern und Kunst, mit dem Lesen und Schreiben, eine weitere vorzeigbare Qualität erreicht.“ So ist es. Und: Die langjährige Arbeit im Dienst der Vermittlung von Kultur hat Armin Schubert vor kurzem die Verdienstmedaille des Landes Brandenburg eingebracht. Das Buch selbst bietet auf 72 Seiten in Farbe sorgsam ediert die Texte, Fotos, Flyer, Recherchen und Dokumente sowie die Zeichnungen der Bücherkinder, zu einem Thema, das ein ewiges und in der Zeit stehendes zugleich ist und viele Vorbilder aus der Kunst und Religion kennt. Auch Gedichte (darunter Rilke), weitere Tiere, ein signiertes Blatt Angela Hampels, eine herrliche Folge Akkordéon-Bilderspäße sind dabei. 

An der Realisierung waren neben Schubert zudem Sven Märkisch, Dietmar Block, Klaus Raasch und Henry Günther beteiligt. Nun: Würdiger kann man die Rubrik Bibliophiles des Monats für das scheidende Jahr kaum beenden. Die Bücherkinder (und Pirckheimer) sind halt ne tolle Truppe. 

(André Schinkel)

So, 28.12.2025

"Endlose Seite in einem Kurbelkasten": das Rollbuch.

Rollbuch: Ein neues Bucherlebnis

Ein Buch mit einer „endlosen Seite in einem Kurbelkasten“, ein „neuartiges Leseerlebnis“ verspricht das Rollbuch, das etwa um 2012 das Licht der Welt erblickte. Eigentlich von einem Kameraprinzip ausgehend, entwickelten die Illustratorin und Designerin Ann-Christin Müller und der Produkt-Designer und Fotograf Paul Lichtenegger das Rollbuch-Prinzip, stellten ihre Erfindung erstmals auf der Independent Book Fair in Hamburg vor. Das Rollbuch, vor und zurück bewegbar, bietet eine Reihe möglicher Anwendungen: als rollendes Gästebuch, Endlosfilm in Papier und Holz, uniquer Transporteur von Geschichten und Bilderfolgen. Und alle Rollbuch-Informationen finden sich hier.

(Bert Blaubart)

Do, 25.12.2025

„Weihnachten“ von J. W. v. Goethe

Bäume leuchtend, Bäume blendend,
Überall das Süße spendend,
In dem Glanze sich bewegend,
Alt- und junges Herz erregend –

Solch ein Fest ist uns bescheret,
Mancher Gaben Schmuck verehret;
Staunend schaun wir auf und nieder,
Hin und her und immer wieder.

Aber, Fürst, wenn dirs begegnet.
Und ein Abend so dich segnet,
Daß als Lichter, daß als Flammen
Vor dir glänzten allzusammen

Alles, was du ausgerichtet,
Alle, die sich dir verpflichtet:
Mit erhöhten Geistesblicken
Fühltest herrliches Entzücken.

[1822.]

(Johann Wolfgang von Goethe)

So, 14.12.2025

Der komplette "Grimmschrat", die Bände 1 bis 5. Der himmelblaue ist der neue, der Gretel-Band des hoch ambitionierten Unterfangens, das nun – zum "guten Ende" – auch noch einen Schuber bekam. Top-Tipp!

Schrat in Höchstform: Band 5 der Grimmschen Märchen erschienen

„Und das haben wir jetzt davon: Ein Jahrhundertwerk in fünf Bänden.“ So beschreibt es Felicitas Hoppe in ihrem euphorischen Geleit für den letzten, den fünften, den Gretel-Band des in Sachen Märchen wohl ambitioniertesten Projekts der letzten Jahre: den jetzt schon ikonisch zu nennenden Grimmschrat, der vollständig neu illustrierten und edierten Henrik-Schrat-Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm, erschienen bei Textem in Hamburg. Und natürlich ist der letzte Band des Werks, das Henrik Schrat Jahre beschäftigte, wunderschön – quietschhimmelblau mit einem edlen silbernen Buchschnitt (Hardcover, Leinen, 288 Seiten, etwa 350 Abbildungen, 34 Euro), weswegen er auch – der Glitzernde heißt in der feinen Reihe, die alle Märchentexte der Grimms versammelt, gestaltet von Interkool/Christoph Steinegger. Nun, und vor allem: komplett durchillustriert vom Schrat, seines Zeichen auch Mitglied unserer Gesellschaft, samt Cameos aus der Jetztzeit, Herzschmerz und Gruselbusel, Lititi und Märchenwucht auf höchstem Niveau. Jawohl, das muss die Welt in ihrer bibliophilen Ausformung bewegen. Wer also für Weihnachten noch nach Schönblättrigem Ausschau hält, die Suche ist hiermit beendet. Es kann noch beim Schrat geordert und auch abgeholt werden bis zum 24.12. – es gibt auch Schenkrikel und für die Komplettisten einen feinen Schuber (für 20 Euro). Und wer wollte das nicht sein unter den einschlägigen Büchernarrn: ein Komplettist. Man eile sich. Der Direktkontakt zum Schrat hier, Kontakt zum Verlag hierüber. 

(André Schinkel, in seiner Erscheinungsform als Märchen-Elf)

So, 30.11.2025

Unter dem Titel "Der Kinderbuchsammler" gab es am 26.11. einen Beitrag zu Manfred Kujau im RBB – der in zwei Mediatheken der ARD abgerufen werden kann.

RBB: Porträt von Manfred Kujau

Am 26.11.25 gab es unter dem Titel Der Kinderbuchsammler einen Beitrag zu Pirckheimer-Freund Manfred Kujau in der Sendung Der Tag in Berlin & Brandenburg. Manfred Kujau arbeitete in der Glasindustrie und sammelte bereits als Lehrling Kinderbücher. Heute besitzt er mehrere hundert Exemplare und recherchiert die Lebenswege der meist unbekannten Autoren. So stieß er auf Emmy Landmann, eine jüdische Autorin, die während der Nazi-Zeit nach Holland emigrierte. Ihr 1920 erschienenes Bilderbuch Ein Starenheim ist eine Rarität. Kujau sammelt Bücher aus seiner eigenen Kindheit, die er damals nur ausleihen konnte, und liebt besonders die schönen Illustrationen alter Werke, die er in Antiquariaten oder online findet. Der Beitrag von Martina Hiller von Gaertringen ist hier und hier zu finden und anzuschauen. Ich habe den Bericht zu Manfred Kujau durch Zufall am besagten Sendetag gesehen. Musste mir diesen dann gleich in der Mediathek nochmal anschaun.

(Gesehen und gefunden von Robert Grieger)

Fr, 21.11.2025

06.12.: 70. 'Kinderbuchausstellung' in Offenbach. | © Illustration: Tatjana Prenzel. Gestaltung: turbo type

Kinderbuchausstellung ab 06.12.

Vom 06.12.25 bis zum 15.03.26 ist die 70. Internationale Kinderbuchausstellung in Offenbach zu sehen. Ja, die Traditionsausstellung bei Klingspor (Herrnstraße 80, Südflügel Büsingpalais, 63065 Offenbach am Main) wird 70, und die Kids sind herzlich eingeladen zur Party! Ein Geburtstag ist in vielen Teilen der Welt ein Grund zu feiern, aber auch Anlass, über Vergangenheit und Zukunft nachzudenken. Drei Monate lang feiert die Kinderbuchausstellung Geburtstag und schaut zurück auf viele Jahrzehnte Bilderbuch. Was ist alles auf dem Buchmarkt los gewesen, welche Ausgaben sind heute Kult, und was würde heute nicht mehr so im Regal landen? Was erwartet das Kinderbuch in der Zukunft? Daneben zeigt die Ausstellung wie in jedem Jahr zahlreiche Neuerscheinungen aus vielen Ländern, die besonders schön gestaltet oder erzählt sind. „Kommt also vorbei, feiert mit uns zum 70. Mal die Kinderbuchausstellung, stanzt Konfetti und stempelt Geschenkpapier, entdeckt neue und alte Bilderbücher, bastelt Girlanden und freut euch mit uns!“ Alle Info dazu hier!

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

So, 16.11.2025

book art center Halle und Dichterkreis Halle: 2 x 17 Arbeiten in Text und Bild finden sich im ganz neuen b.a.c.H.-Taschenkalender 2026. Es ist dies die erste Zusammenarbeit beider Künstler:innen-Kollektive. Der Kalender wurde 500-mal gedruckt und kostet 29 Euro. Er wurde am 03.11.25 erstmals präsentiert.

book art center Halle: Kalender

1991 gründeten Studierende der Germanistik den dritten Halleschen Dichterkreis, eine offene Runde von Autor:innen, die sich regelmäßig trifft, um ihre jeweils aktuellen, noch unfertigen Texte zur Diskussion zu stellen. Dank der Arbeit in dieser Runde ist schon eine beachtliche Zahl an Gedichtbänden, Erzählbänden und Romanen auf den Weg gebracht worden ... Seit 2014 gibt es das Künstler:innenkollektiv book art center Halle, kurz b.a.c.H. Es veröffentlicht unter anderem seit 2015 einen Taschenkalender, der jedes Jahr aufs Neue unter einem bestimmten Motto 12 bis 14 Künstler:innen mit ihren Arbeiten vereint. Die Künstlerinnen des b.a.c.H. haben überwiegend an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle studiert. Neben den eingestreuten Illustrationen bietet der Kalender im Taschenbuchformat in der Wochenübersicht reichlich Platz für Notizen, eine Sammeltasche bewahrt wichtiges Kleinod. Nun – für das Jahr 2026 – haben sich das book art center Halle und der Hallesche Dichterkreis zusammengefunden, um den Kalender für das kommende Jahr gemeinsam zu gestalten. Diese Kooperation symbolisiert das große &-Zeichen als leuchtenden Iris-Siebdruck auf dem blau melierten Leinenumschlag. So feiern wir auch 2026 als Jahr der fruchtbaren Zusammen­arbeit – denn ein bisschen mehr Wir ist für alle gut, oder? Der b.a.c.H.-Taschenkalender 2026, der am 03.11. im Rahmen des Wir-Festivals seine Premiere feierte, kostet 29 Euro, die Auflage ist limitiert auf 500 Exemplare. Er kann via Mail: post@bookartcenterhalle.de, bestellt werden.

(Petra Reichenbach/Pressemitteilung)

Do, 13.11.2025

LBA: "Bücherlust" im HdB. | © by Ekkehard Schulreich

LBA: Von der „Lust auf die Bücher“

„Bücherlust“ verbindet Qualität von Text, Druck, Gestaltung: Über 120 Jahre ist das Maßstab des Leipziger Bibliophilen-Abends. Ausstellung im Foyer des Literaturhauses Leipzig gibt Einblicke

Von Sperontes’ Singender Muse an der Pleiße bis zur neuesten Edition der Reihe 24x34. Grafik öffnet sich ein Kosmos – die Jahresausstellung Bücherlust. Die Drucke des Leipziger Bibliophilen-Abends 1904 bis 2025 im Literaturhaus Leipzig gibt Einblick in die Drucke des LBA von seinen Ursprüngen bis in die Gegenwart. Zu sehen ist nicht nur ein angesichts der Begrenztheit des Foyers und der intensiven Publikationstätigkeit in all den Jahrzehnten kleiner Teil an Büchern, Mappen, originalgrafischen Blättern. Plakate, Flyer, Einladungen vermitteln darüber hinaus einen Eindruck von den LBA-Aktivitäten und zeigen, dass auch dabei auf gestalterische Qualität Wert gelegt wird.

Was mich so fasziniert: Der LBA ist nicht geradlinig, nicht einseitig. Wir sehen ein Geflecht an Drucktechniken, Einbänden, literarischen Inhalten“, sagte Eberhard Patzig zur Vernissage am 07. November. Er sprach von einem „Universum“. Gemünzt war das auf die Drucke aus der Anfangszeit des Vereins, zu sehen in zwei Vitrinen am Eingang. Darunter – ein Hauptwerk – die Festschrift zum 25-jährigen Bestehen 1929: Die Leipziger 99; ein Titel, der auf die damalige Begrenzung der Mitgliederzahl abzielte. Der Befund trifft aber für die Schau als Ganzes zu. Für Eberhard Patzig und für Thomas Glöß, die diese 12. Ausstellung eine Reminiszenz und ein Abschiedsgeschenk: Zwölf Jahre waren beide an der Spitze des Vereinsvorstandes des Leipziger Bibliophilen-Abends tätig.

„Längst werden wir über unsere Publikationstätigkeit identifiziert“, sagte Thomas Glöß. Er verwies darauf, dass die Wiederaufnahme dessen bereits in den letzten Jahren der DDR begann – angestoßen durch Herbert Kästner, der die Leipziger Regionalgruppe der Pirckheimer leitete, die Wiedergründung des Leipziger Bibliophilen-Abends vorantrieb und heute Ehrenmitglied ist. 

Wie breit das Spektrum ist, wie faszinierend, erschließt sich dem Besucher bei einem Blick in die Vitrinen, beim Wandeln zwischen den Stellwänden. Da ist die Schriftbild-Reihe, beispielhaft Nummer 05: Hanns Eisler Dr. Faustus mit Schablithografien von Michael Triegel. Da sind die Leipziger DruckeGilgamesch mit Radierungen von Reinhard Minkewitz (Nr. 17) und Blaubart mit Farbholzschnitten von Klaus Süß (Nr. 19). Da sind die Paradiesischen Dialoge, die mit Edition sieben ihren Abschluss jetzt gefunden haben – zum Beispiel Gedichte Hans-Eckhardt Wenzels und Lithografien von Johannes Heisig (Nr. 01) – und Das Lied von der Erde mit Lithografien von Sighard Gille (Nr. 05). Da ist die Reihe 24x34. Grafik. Der aktuelle neunte Druck vereint einen Text von Wilhelm Bartsch und eine Aquatinta-Radierung von Wolfgang Buchta.

Eine Klammer um beide Vereine – den Leipziger Bibliophilen-Abend, der von 1904 bis 1933 bestand, und den 1991 wiederbelebten – bildet die ausgestellte Jahresgabe 2023. Sie zeigt die vier Exlibris des LBA: jene von Bruno Héroux und Walter Tiemann aus der Anfangszeit und jene von Oswin Volkamer (1996) und endlich Robert Schmiedel (2023) ... Die Ausstellung im Foyer des Literaturhauses in Leipzig (Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig) ist bis zum 08. Januar 2026 zu sehen.

(Ekkehard Schulreich)

Mi, 12.11.2025

Nun 40: "Antiquaria" in Ludwigsburg findet vom 22. bis 24. Januar 2026 in der Musikhalle daselbst statt.

Die 40. Antiquaria in Ludwigsburg

Die 40. Antiquaria – Antiquariatsmesse in Ludwigsburg findet in der Musikhalle daselbst (Bahnhofsstraße 19, 71638 Ludwigsburg) vom 22. bis 24. Januar 2026 statt. 40. Antiquaria – das sind 40 Jahre Vielfalt! „Und die Vielfalt zeigt sich auch mit den Veränderungen der Messekataloge, die wir auf dem aktuellen Katalogumschlag vereint zeigen: Zur ersten Messe gab es – unserer alternativen Haltung entsprechend – keinen Katalog: Wir wollten bewusst keine Spitzenangebote zeigen, sondern nur vor Ort ein Angebot für jedermann und jederfrau! Aber schon zur 2. Antiquaria kam die Einsicht, dass es ohne diesen Werbeträger schwierig ist – und so entschieden wir uns für einen Katalog in ungewöhnlicher Form, der die Individualität der einzelnen Ausstellenden zeigen sollte: ein Loseblattkatalog. Jede/r vervielfältigte den selbst gestalteten Beitrag; verschiedene Schriften, Papiere sammelten sich in einer extra angefertigten Mappe – individueller ging es nicht! Dann nach sechs Jahren der Schritt zum doch praktischeren, gebundenen Katalog im DIN-A4–Format und kamen später auf das jetzige, dessen Umschlag ab 2009 das jeweilige Rahmenthema der Messe in die Gestaltung aufnahm.“ 2026 hat die Messe kein Rahmenthema, steht vielmehr für sich selbst, ihre Gründer, Ausstellerinnen und Aussteller. „Insgesamt 235 Ausstellende kann die Antiquaria in den 40 Jahren zählen, etliche sind von Beginn dabei: alle Namen werden auf Tafeln in der Musikhalle aufgelistet sein.“ Und dazu natürlich wieder ein vielfältiges Angebot von seltenen, kuriosen und einzigartigen antiquarischen Büchern, Autographen, Ephemera und Grafiken vom 15. bis zum 21. Jahrhundert aus allen Gebieten. Der gesamte Katalog wird ab Mitte Dezember auf der Internetseite der Antiquaria einzusehen sein. Und ... der 31. Antiquaria-Preis wird am Abend des Eröffnungstages der Messe im Podium der Halle verliehen an die Illustratorin, Buchgestalterin und Autorin Rotraut Susanne Berner. Dank ans Orgateam um Petra Bewer, Jubel für die Geehrte!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 18.10.2025

6. BuchKunstSalon hat begonnen

Gestern begann in Aschaffenburg der 06. Buchkunstsalon, den Susanne Theumer, Bernhard Hench und Frank Eißner in der Coronazeit begründeten und der eine Alternative zu den großen Messen bietet: In kleinem Ambiente bieten Buch- und Grafikenthusiasten und -enthusiastinnen ihre Werke und Arbeiten an. Die kleine Metropole im nordwestlichen Zipfel Bayerns an Main und Aschaff scheint für eine solche Aktion geradezu prädestiniert – überschaubar, und doch ist alles vorhanden von der Infrastruktur bis zur großen Geschichte und Kultur. Noch heute und morgen bis in den frühen Abend empfangen die Ausstellerinnen und Aussteller ihre Sammler, Käufer und sonst sich Interessierenden im Herzen der mainfränkischen Stadt. Die kleine, feine Messe ist dabei flankiert von einem nicht unerheblichen Kulturbeiprogramm: mit Theater, Musik und Aktionen. An zwei Orten, deren Zentromer das Café Krèm Bernhard Henchs, der sich als Magnet und gute Seele für die Kulturschaffenden nicht nur seiner Region erwiesen hat, bildet, ist alles konzentriert auf das bibliophile und/oder schönst gebundene Buch, edle Kalender, Originalgrafik und -zeichnungen ... Und die Kundschaft der Eingeladenen weiß das familiäre und zugleich professionelle Engagement in Aschaffenburg zu schätzen. Das alles ist für kleinen Eintritt zu haben: nur 3 Euro kostet die Karte, und die Türen zum buch- und grafikschönen Glück öffnen sich ... das kann man ja mal versuchen, in Leipzig oder Frankfurt für diesen Obolus sich bis zu den Buchkunstständen durchzukämpfen ... Und es wird auch 2025 viel geboten, neben den Protagonisten sind in diesem Jahr wieder eine Reihe illustrer Künstlerinnen, Künstler, Herausgeber und Editionen vor Ort: Andrea Ackermann sowie Claudia Richter, Inka Grebner, Wolfgang Grätz von der Büchergilde Gutenberg ... die edition sonblom, der Verlag Thomas Reche, die edition wasser im turm.berlin, Martin Lang, John Gerard, Rollbuch und The Bear Press. Die Karten gelten für beide Salon-Orte, die in der City unmittelbar in Nachbarschaft sind: Riesengasse 10 und Herstallstaße 20. Heute bis 19, morgen bis 17 Uhr. Hingehn!

(André Schinkel)

Di, 16.09.2025

"Das große runde rote Dings hüpft" ist der 47. Druck der Edition Einstein – in der Buchreihe "Das andere Kinderbuch" erscheinen feine Künstlerbilderbücher.

Neu in der Edition Einstein: „Das große runde rote Dings hüpft“

Neues von der Edition Einstein von Hans Witte (Edition Einstein, Galerie für Buchdruckkunst, Deitlevsen 01, 31860 Emmerthal in Niedersachsen): „Liebe Freunde und Freundinnen der Edition Einstein, hier kommt eine wichtige Information! Der neue Band Nr. 47 meiner Reihe Das andere Kinderbuch erscheint in der ersten Oktoberhälfte. Darin zeigt das große runde rote Dings zehn Kunststücke in einer Auflage von 15 handgedruckten Exemplaren.“ Die Edition Einstein wurde 1989 als Handpressen-Verlag von dem Buchkünstler, der in ihm mit Hilfe einer Andruck-Presse aus den fünfziger Jahren, einem umfassenden und immer noch wachsenden Bestand alter und moderner Blei- und Holzschriften sowie Bild-Klischees und einer gleichsam wachsenden Lust am Herstellen von Druckwerken arbeitet, gegründet. Die Buchreihe Das andere Kinderbuch ist ein wesentlicher Schwerpunkt bibliophilen Verlagsarbeit Hans Wittes. Er schreibt dazu: „Damit gehören wir weltweit zu dem sehr kleinen Kreis von Editionen, die regelmäßig Künstlerbilderbücher publizieren. Etwa die Hälfte unserer Ausgaben werden noch in der historischen Manier des Johannes Gutenberg Blatt für Blatt auf der Handpresse erstellt. Inhaltlich finden sich in dieser Reihe sowohl die klassischen Themen wie Struwwelpeter, ABC, Rattenfänger von Hameln oder Märchen, aber auch ganz freie, kreative und experimentelle Formen. Stilistisch sind diese Ausgaben vor allem geprägt von der Collage und von typographischen Elementen.“ 2025 erschienen bereits: Das Buch voller Vehler (vier Andrucke), und: ABC für liederliche Kinder (zehn Bögen). Alle Infos dazu hier. 

(André Schinkel /Pressemitteilung)