Pirckheimer-Blog

Buch

So, 29.03.2026

Arte: „Ein Tier für alle Wünsche“

Wenn eine Sache ins Laufen kommt und scheinbar nicht mehr zu stoppen ist, nennt man das einen Lauf. So ist das im Moment mit den Brandenburger Bücherkindern ... Mit ihren Arbeiten zum Thema Einhorn haben die – seit vielen Jahren auch von der Pirckheimer-Gesellschaft unterstützten – kreativen Kinder und Jugendlichen aus der Havelstadt unter der Ägide ihres rührigen Mentors, Pirckheimer-Freund Armin Schubert, ganz offenbar nicht nur einen Nerv getroffen. In glücklicher Fügung mit den Tatsachen, dass die Stadt an der Havel einen Einhornteppich besitzt und zudem im Potsdamer Museum Barberini eine umfassende Ausstellung zum Thema, die sich soeben auf den Weg ins Einhorn-Mekka, das Musée de Cluny in Paris aufmacht, stattfand, hat die Kreativgang um Schubert in der Reihe ihrer Bücher eines über den Mehrwert des Einhorns verfasst und gezeichnet und weithin, bis ins Nachbarland Frankreich eben, Aufmerksamkeit erfahren. Auch Arte war da und ließ die Brandenburger Bücherkinder auch Teil seiner Dokumentation über das wohl alleredelste aller Fabelwesen werden, das zugleich ambivalente und zaubrige Aspekte vereint ... Nach seiner Vor-Premiere im Museum in Potsdam gibt es, wie auch das Programm-Magazin des Senders für April ankündigt, nun den Termin der Erstausstrahlung: Am 19.04.2026 um 16.45 Uhr wird der Film bei Arte gezeigt. Später wird er auch im Musée de Cluny in der Schau zu sehen sein. Im Anschluss lesen die Kinder anlässlich des Welttages des Buches am 24.04.2026 in Potsdam (der Blog berichtete). Davor werden sie bzw. ihre Arbeit auf der BuchDruckKunst in Hamburg und – zum Familientag im Pariser Museum präsent sein. Fabelhafte Tage (sic!) für das Buch und die Kreativität: Wohl dem.

(André Schinkel)

Sa, 28.03.2026

Die "Banned Books" sind zur Zeit in Greifswald in der Stadtbibliothek "Hans Fallada" (bis 28.04.) zu sehen.
Tipp: Die Wanderausstellung "Banned Books" ist in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs und zur Zeit in der Stadtbibiothek von Greifswald zu sehen. Für weitere Ausstellungsorte bestehen Möglichkeiten: Bitte beim Pirckheimer Matthias Wehry melden, der zugleich der Direktor der Landesbibliothek in MV ist.

MV: Ausstellung „Banned Books“

Im Februar ging es los: Eine Wanderausstellung zum Thema „Banned Books“ nimmt Anlauf. Die von der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit dem Landesverband MV im Deutschen Bibliotheksverband (dbv) erdachte Ausstellung feierte vom 17. bis 27. Februar Premiere in Schwerin. Nun wanderte sie weiter nach Greifswald – in die Stadtbibliothek „Hans Fallada“ (Stadtbibliothek, Knopfstraße 18–20, 17489 Greifswald), wo sie bis 28. April zu sehen ist.

Die Ausstellung Banned Books setzt sich mit einer aktuellen Entwicklung in den Vereinigten Staaten auseinander: der zunehmenden Entfernung von Büchern aus Schulen und Bibliotheken, die Themen wie Rassismus, Geschlechteridentität, sexuelle Orientierung, Geschichte, Politik oder gesellschaftliche Ungleichheiten behandeln. 2024 dokumentierte die American Library Association (ALA) 2.452 aus US-amerikanischen Bibliotheken verbannte Titel. Seit 2021 hat PEN America fast 23.000 Bücherverbote in öffentlichen Schulen der USA dokumentiert. Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl dieser verbannten Bücher und erzählt die Geschichten hinter den Debatten. 

„Diese Zensur wird von Gruppen mit konservativen Standpunkten vorangetrieben – und hat sich auf fast alle Bundesstaaten ausgeweitet“, so der PEN America. „Sie richtet sich vor allem gegen Bücher über Rassismus oder Bücher, in denen Menschen mit anderer Hautfarbe und LGBTQ+-Personen sowie entsprechende Themen vorkommen, sowie gegen Bücher für ältere Leser, die sexuelle Anspielungen enthalten oder über sexuelle Gewalt aufklären.“ Den book ban haben in den vergangenen Jahren viele Bücher erreicht: große Klassiker wie Charles Darwins On the Origin of Species, Anne Franks Tagebücher, moderne Literatur wie Margaret Atwoods The Handmaid’s Tale oder auch Haruki Murakamis Kafka on the Shore. Auch Literatur von Minderheiten und der Bürgerrechtsbewegung wurden aus Schul-, Stadt- und Hochschulbibliotheken entfernt, so James Baldwins Go Tell It On the Mountain, Roxanne Dunbar-Ortiz An Indigenous Peoples History of the United States. Literatur zur sexuellen Orientierung wie Maia Kobabes Gender Queer oder Alex Ginos George wurden auf Druck einzelner Interessenvertretungen ebenso aus den Regalen entfernt wie Art Spiegelmans Graphic-Novel-Klassiker Maus oder J. K. Rowlings Harry Potter.

Bücherverbote sind nicht nur ein amerikanisches Thema – sie berühren zentrale Fragen unserer Gesellschaft. In der Ausstellung blättern Sie eigenständig durch die Seiten der gebannten Romane, Streitschriften, Studien, Graphic Novels, Kinder- und Wörterbücher – gewinnen so einen Eindruck davon, was eine Gesellschaft verliert, wenn Bücher zensiert werden. Weitere Ausstellungs-Orte sind für die Schau geplant. Interessierte Institutionen können sich bei der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern melden, Ansprechpartner ist der Pirckheimerfreund Matthias Wehry.

(Till Schröder/Pressemitteilung)

Mo, 23.03.2026

Zum Erfolg der Pirckheimer auf der Buchmesse 2026 trugen auch die "Bücherkinder" mit ihrer Lesung bei.

Großer Erfolg der Bücherkinder auf der Leipziger Buchmesse 2026

Der Auftritt der Bücherkinder Brandenburg am vergangenen Samstag, 21.03., auf der Leipziger Buchmesse war wieder ein feiner Erfolg. Um 15 Uhr traten die jungen Schreiberinnen und Schreiber sowie Künstlerinnen und Künstler in Begleitung ihres Mentors und Begründers der Bücherkinder-Gruppe, Pirckheimerfreund Armin Schubert, in Halle 5 der großen Frühjahrsmesse in Sachen Buch und Literatur in Leipzigs Nordosten zur Präsentation ihres neuesten Buchs Vom Mehrwert des Einhorns, das Ende letzten Jahres (unter anderem begleitet von einer Arbeit Angela Hampels) erschien, vor gut gefülltem Auditorium an. „(D)ie Lesung der Bücherkinder Brandenburg auf der Leipziger Buchmesse ist außerordentlich gelungen und von einem großen Publikum mit viel Beifall bedacht worden“, so beschreibt Armin Schubert die Messe-Veranstaltung. „Am Ende der Lesung bekamen die Kinder Buchgeschenke der Pirckheimer-Gesellschaft, und es wurde in Vorfreude darauf hingewiesen, dass der arte-Dokfilm zum Einhornprojekt am 19. April 2026 um 16.45 Uhr über den Sender arte-TV laufen wird.“ Durch den Film wird die kreative Arbeit der Bücherkinder auch im Nachbarland, im Musée de Cluny in Paris, wo sich der berühmte Einhornsaal befindet, zu Ehren kommen (der Blog berichtete). Und vielleicht wird es möglich sein, in der Gotthardtgemeinde in Brandenburg an der Havel, wo sich der Brandenburger Einhornteppich befindet, der die Kinder bei ihrer Arbeit inspirierte, so eine Art Public Viewing zu organisieren, wenn der Film zum Mythos des Fabelwesens ausgestrahlt wird. Das jedenfalls würde den Bücherkindern der Stadt und natürlich auch Armin Schubert, der im letzten Jahr für seine Arbeit ausgezeichnet wurde, gefallen. Gleichsam am Buchmessesamstag hatte zudem Antiquar Wolfgang Neubert aus seinen Memoiren gelesen. Diese waren als exklusive Jahresgabe der Pirckheimer-Gesellschaft für das Jahr 2025 erschienen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 21.03.2026

Bücherkinder: Einhorn-Film seit dem 20.03. in der Arte-Mediathek

Große Reminiszenz für eine Legende: Die Dokumentation Das Einhorn. Kulturgeschichte einer Sehnsucht ist seit gestern, 20.03.2026, in der Mediathek von arte abrufbar. Ihr Regisseur Mathias Frick geht in der Reportage der Symbolhistorie des wohl berühmtesten aller Fabelwesen auf eine bestechende Weise nach: Seinem Wurzeln im Glauben (dem es, zumindest in der Bibel, wohl einer Fehlübersetzung entspringt) wie im Träumen der Menschen, seinen natürlichen Vorbildern, seiner Ambivalenz, Würde und seinem Eingang in die Alltagskultur. Stars des Films, neben der Kreatur der Erwägung selbst: u. a. die Tapisserie, der Einhornteppich aus St. Gotthardt in Brandenburg, die Ausstellung zum Thema im Museum Barberini in Potsdam, der weltberühmte Einhornsaal in Cluny. Und natürlich die Brandenburger Bücherkinder samt ihrem langjährigen Mentor, Pirckheimer-Freund Armin Schubert, die dem Tier ein ganzes Buch widmeten: Vom Mehrwert des Einhorns, und heute auf der Leipziger Buchmesse eben dieses präsentieren: um 15 Uhr in Halle 5, Bühne E604. Wunderbare Sache. Toller Film. Unbedingt anschaun. Und weitersagen! Und zur Lesung hingehn!

(André Schinkel)

Fr, 13.03.2026

Das neue Heft der "Marginalien" ist eben erschienen.

Marginalien: Heft 260 erschienen

Pünktlich im Vorfeld der Leipziger Buchmesse, die vom 19. bis 22. März in die Stadt an Pleiße, Parthe und Weißer Elster einlädt, ist die neue Ausgabe der Marginalien, Ausgabe 2026/1 (Heft 260) der Zeitschrift für Buchkunst & Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft bei quartus erschienen. Die Nummer ist auf verschiedene Weise eine Ausgabe der Würdigungen und Rückblicke geworden, wie Chefredakteur und stellvertretender Vorstand der Gesellschaft, Till Schröder, gleich im Vorab-Editorial vermerkt: Zum Einen ist das genauso geplant und komponiert; zum anderen gebieten das die Geschehnisse in der Zeit. So ist das Heft auch eines des Gedenkens, Erinnerns und Nachrufens geworden: Gleich viermal wird die große Malerin und Grafikerin Núria Quevedo in der Ausgabe gewürdigt – die Spanierin, die viele Jahrzehnte in Berlin lebte, war verehrt und bewundert und auch einigen Protagonisten der Pirckheimer-Gesellschaft, Armin Schubert etwa, sehr nah und vertraut, eins der Bücher der Bücherkinder ist u. a. ihr als Hommage gewidmet. Der Verleger und Pirckheimer Michael Faber erinnert an Maler, Zeichner, Bildhauer und Grafiker Hermann Naumann, ja, und auch der Autor, Sammler, Herausgeber und Bibliophile Manfred Jendryschik, der 2025 in seiner Wahlheimatstadt Leipzig starb, wird gewürdigt. Der gebürtige Dessauer war der mitteldeutschen Künstlerszene eng verbunden. Ferner gibt es einen Text zu einem leicht übersehenen Jubiläum der Messe in Leipzig, zwei Beiträge zur Satirezeitschrift pardon, die dank Till Kaposty-Bliss wieder auflebt: eine Liebeserklärung von Norbert Grewe und das Interview mit dem Neu-Initiator. Das Verschwinden der Buchhandlungen beleuchtet Ralf Plenz, und Peter Arlt verweist auf Amboß & Hämmer von Baldwin Zettl. Um Spiralbindung geht es, und in der Originalgrafischen Beilage samt Begleittext um die Kunst der Schweizerin Olga Prader. Dem gut gefüllten Rezensions-Teil folgen Nachrichten für Bibliophile, das Geburtstagstableau und Ausstellungs-Infos. Auch Archiv-Splitter gibt es, eine neue Rubrik, die Wissenswertes und Skurriles aus 70 Jahren Pirckheimer-Gesellschaft berichtet. Ein rundum gut gefülltes Marginalien-Heft also: Das bibliophile Frühjahr kann kommen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 02.03.2026

Zur Lesung, zu Gespräch und Diskussion mit Michael Knoche lädt die SBB am 16.03.2026 nach Berlin ein.

Knoche: „Revolution im Leseland“

Zur Buchvorstellung und Diskussion zu Michael Knoches beim Wallstein-Verlag in Göttingen edierter Untersuchung Revolution im Leseland. Wissenschaftliche Bibliotheken der DDR nach der Wende lädt die Staatsbibliothek zu Berlin in den Wilhelm-von-Humboldt-Saal (Unter den Linden 08, 10117 Berlin) am Montag, den 16. März 2026, um 18 Uhr ein. Im Gespräch, neben dem Verfasser der Monografie, Michael Knoche: Jens Bisky und Carola Pohlmann, die Moderation übernimmt Achim Bonte. – Nach dem Mauerfall 1989 standen auch die Bibliotheken der DDR vor einer radikalen Neuausrichtung. Gerade den Staats-, Landes- und Universitätsbibliotheken gelang jedoch – mit Unterstützung aus dem Westen – eine rasche und beispiellose Modernisierung. Die Lücken in den Sammlungen wurden geschlossen, die Gebäude saniert und mit zeitgemäßer Informationstechnologie ausgestattet. Diese Erneuerungsoffensive löste einen Schub aus, von dem das gesamtdeutsche Bibliothekssystem profitiert hat. Auch in personeller Hinsicht verlief die Umgestaltung bemerkenswert: Zwar wurde das Personal auf Leitungsebene streng evaluiert, aber anders als in vielen Bereichen der Hochschulen gab es keinen starken Elitenaustausch von West nach Ost. Die Personalstärke der Belegschaften blieb relativ konstant – auch wenn die Übernahme der Angestellten in das bundesdeutsche Tarifsystem konfliktträchtig war und viele Erwartungen enttäuschte. Immerhin blieb der Großteil der Arbeitsplätze erhalten. Während andernorts nur von Versäumnissen und Verlierern die Rede ist, belegt dieses Buch: Die wissenschaftlichen Bibliotheken nicht nur im Osten, sondern auch im Westen gehören zu den Gewinnern der Einheit. Die Lesung findet in Kooperation mit den Freunden der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. statt. Alle Informationen zur Veranstaltung mit Michael Knoche in der SBB finden sich hier ... Um Anmeldung wird gebeten.

Michael Knoche: Revolution im Leseland.
Lesung, Gespräch und Diskussion
am 16. März 2026 um 18 Uhr, in
der Staatsbibliothek zu Berlin,
Wilhelm-von-Humboldt-Saal,
Unter den Linden 08, 10117 Berlin.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Di, 17.02.2026

"Ahrenshoop": Neues Buch von Günther und Leiberg.

Günther · Leiberg: „Ahrenshoop“

Es beginnt mit einem unterschwelligen Bekenntnis in konzentrierter Form, die noch die klassische Silbenversammlung eines Haiku unterschreitet: „je müder ich werde / desto lieber / bin ich am meer ...“ Die (hier baltische) See, die alte Ursprungswelle, als Garant für die benötigte Geborgenheit, als Ort der Sehnsucht, zur Ruhe zu kommen, Erholung zu finden? Man kann das so lesen. Der Mann, von dem die 13 Texte von Ahrenshoop 2026 stammen, muss es wissen: Pirckheimer-Freund Henry Günther ist an der Ostsee, in Ribnitz-Damgarten, wo er seine Edition BuchKunstBalance (Koch-Gotha-Platz 01, 18311 Ribnitz-Damgarten, Telefon & WhatsApp: (0163) 17 28 704) betreibt, zuhause. Günther, der auch für die Organisation der artGrafik in Ahrenshoop verantwortlich zeichnet und die Brandenburger Bücherkinder um Armin Schubert in der Realisierung ihrer ambitionierten wie vielgelobten Projekte unterstützt, hat für das nun brandneu vorgelegte Unikatbuch wiederholt mit Helge Leiberg zusammengearbeitet. Die 13 poetischen Notate wurden von dem Künstler ins Buch (Format: 50 x 33, aufgeschlagen 66 cm, 33 Seiten, Büttenpapier BFK Rives France) geschrieben und gezeichnet. Gefasst ist das Unikat in einen von Leiberg bemalten Halbledereinband, umhüllt von einer Ganzleinen-Kassette. Die Einmal-Ausgabe ist von den Urhebern signiert und schlägt nicht zuletzt aufgrund ihrer Exklusivität mit 5.250 Euro zu Buche. Als Unikate erschienen bereits mehrere Leiberg-Bücher in der Edition von Henry Günther, zuletzt Tango Nocturnes (2023). Und: Günthers Edition BuchKunstBalance wird in diesem Juni im Übrigen in der MuseumsAkademie Fischland-Darß im Kunstmuseum Ahrenshoop geehrt: Am 25.06. um 19 Uhr (der Einlass erfolgt um 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen) werden 35 Jahre Edition gefeiert (der Blog berichtet dazu noch einmal gesondert). Und dazwischen gibt es die artGrafik in der Strandhalle ... Doch ganz schön was los an See und Bodden: „zwischen den schritten // das weiße rauschen / am meer. ein klang / der bleibt.“ Gut so. Und die Kollaboration Günther · Leiberg bestens verortet.

(André Schinkel)

So, 15.02.2026

Spitzenstücke in der Bayerischen Stabi ab dem 11.03.

Stabi München: die Spitzenstücke

Die Bayerische Staatsbibliothek hütet und bewahrt in ihren Magazinen und Tresoren unzählige Spitzenstücke des schriftlichen und visuellen Kulturerbes der Menschheit: erlesene Handschriften – 14 von ihnen zählen zum UNESCO-Weltdokumentenerbe – Inkunabeln und rare alte Drucke, Landkarten, Noten, Nachlässe, historische Fotos, Künstlerbücher, Orientalia, Hebraica, Asiatica von Weltrang u. v. m. Aufgrund strenger konservatorischer Vorgaben sind diese Schätze nur sehr selten öffentlich zu sehen. Für den #StabiLiebling öffnet die Bibliothek ihre Tresore und präsentiert in ihrer Schatzkammer jeden Monat an zwei Tagen ein Spitzenstück aus den Sammlungen. Die Präsi-Reihe startet am 11. und 12. März mit der weltberühmten Gutenberg-Bibel, gefolgt im April von den Bairischen Landtafeln von Philipp Apian, einer Ikone der altbayerischen Kartographie, und dem Bußpsalmencodex Albrechts V., der wohl schönsten Musikhandschrift der Welt, im Mai ... Die Schatzkammer liegt im ersten Obergeschoss der Stabi. Jeweils um 11, 13 und 17 Uhr der Präsitage (die bis zum Februar 2027 bereits feststehen) geben Experten Erläuterungen zu den Preziosen. Alle Infos zu diesem so besonderen Angebot finden sich auf der Webseite der Staatsbibliothek verlinkt.

(André Schinkel/BSB/Pressemitteilung)

Di, 10.02.2026

Solitaire-Zyklus: Hannes Möller stellt in der LBO aus.

Hannes Möllers „Solitaire“ in der LBO: Bibliotheken-Projekt 2026

Das Bibliotheken-Projekt von Hannes Möller, das in hohem Maße einzigartig an die künstlerische Umsetzung seltener, rarer und in Mitleidenschaft (durch den Brand in der Anna Amalia 2004 etwa) gezogener Bücher in den großen Bibliotheken des europäischen Raums herangeht, geht weiter: Ab dem 26. Februar werden ausgewählte Exponate aus dem dritten Zyklus des Projekts, Solitaire, in der Landesbibliothek Oldenburg (Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg) gezeigt. Das berückende Unterfangen Möllers, das mit Brandbücher/Aschebücher und Die verlorene Bibliothek zwei weitere Legs besitzt und in der fotorealistisch-malerischen Würdigung von Buchsolitären (oder was von ihnen übrigblieb) besteht, wird zudem flankiert von der dritten Auflage des Begleitbuchs (Solitaire, Hardcover, 96 Seiten, 81 Farb- und Schwarzweißabbildungen, zum Preis von 34,95 Euro zuzüglich 6,95 Euro Versandkosten), die u. a. beim Künstler zu haben ist. Was gibt es in Oldenburg zu sehen? „Gezeigt werden u. a. zehn große Arbeiten aus dem Solitaire-Zyklus, darunter sechs neue Bilder u. a. aus Gotha, Coburg und der Landesbibliothek Oldenburg“, so schreibt es der Künstler Hannes Möller in seiner Einladung. Die Ausstellung wird regulär vom 27.02. bis zum 25.04.2026 zu sehen sein, zur Vernissage am 26.02. um 19 Uhr sprechen Professor Dr. Peter Burschel von der HAB Wolfenbüttel und für die LBO Corinna Roeder. Die Schau ist von Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr, an den Samstagen von 09 bis 16 Uhr zu sehen, der Eintritt in die Bibliothek ist frei. Bücher als Individuen, in Gemälden in Szene gesetzt, man möge sich das nicht entgehen lassen. Das Buch zum Solitaire-Projekt erscheint am 15. Februar und kann vorbestellt werden ... Alle LBO-Infos hier

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 31.01.2026

Jubiläum: Pirckheimer auf Touren

Pirckheimer auf Touren: Im Jubiläumsjahr unserer Gesellschaft ruhen wir uns nur ein klein wenig aus mit Rückblicken und Festivitäten. Wir werden auch dies tun – vor allem in Nürnberg beim Jubiläumstreffen –, aber 70 Jahre Pirckheimer sind für uns Anlass, wie gewohnt aktiv in die Öffentlichkeit zu gehen. Wir werden in Kooperationen Präsenz zeigen und bei verschiedenen Veranstaltungen und Messen auftreten. Den Auftakt macht unser Mitglied Marie-Pierre Bonniol im Februar (06.–22.02.) mit einer Ausstellung in Bielefeld (Viktoriastraße 24, 33602 Bielefeld) in den Räumen des Kunsthauses Artists Unlimited. Die Pirckheimer sind Medienpartner. Die Schau kreist um eine Idee des Schriftstellers Richard Brautigan aus seinem Roman Die Abtreibung (1971): als eine Sammlung unveröffentlichter Manuskripte. In den 1990ern erweckte Todd R. Lockwood diese fiktive Bibliothek als The Brautigan Library in den USA zum Leben mit nun beinahe 400 Bänden. Bonniol kuratiert Werke der Sammlung und lud ihre Mutter, die naive Malerin Danielle Bonniol-Ferrus, ein, die besondere Bücherei Brautigans/Lockwoods in Bildern zu kommentieren. 

Außerdem stellte Bonniol anlässlich unseres Jubiläums eine Filmreihe für Kinder mit Kurzfilmen über Bücher zusammen, die 2026/2027 in deutschen Städten gezeigt werden soll. Näheres zu den Terminen folgt online und in den Marginalien.  – Im März beginnt für die Pirckheimer die Messe-Saison. Wir sind wieder präsent auf der Leipziger Buchmesse (19.–22.), der BuchDruckKunst in Hamburg (am 11. und 12. April) – sowie bei der artbook in Berlin im November. In Leipzig bieten wir dem neuen Buch der Bücherkinder über Einhörner eine Bühne – und ein Dokumentarfilm zur Kulturgeschichte des Einhorns wird im Juni auf Arte laufen, der in Zusammenarbeit mit dem Museum Barberini in Potsdam auch die Bücherkinder in ihrem Tun filmte. In der Woche gleich nach unserem Jahrestreffen in Nürnberg im September sind wir Medien- und Programmpartner der Rare Book Week in Berlin, veranstaltet vom Verband Deutscher Antiquare und anlässlich der Tagung der Internationalen Vereinigung der Antiquare (ILAB) vom 14. bis 20. September in Berlin. Die Rare Book Week bietet Veranstaltungen an verschiedenen Orten Berlins und eine dreitägige Buchmesse im Kronprinzenpalais. Neben der Einbindung ins Programm werden wir auch als Pirckheimer-Gesellschaft mit einem Stand vor Ort sein, der auch das Jubiläum der PG abbildet. 

Im Jubiläumsjahr schenkt unser Mitglied Nikolaus Topic-Matutin von der Neuhauser Kunstmühle ein bei ihm erschienenes Künstlerbuch der Malerin Marika Voß der Staatsbibliothek zu Berlin. Die Übergabe am 19. März 2026 samt Podiumsgespräch mit der Künstlerin wird organisiert von der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg. Im Juni liest Pirckheimer-Freund Christoph Links in der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker (Johannes-Stelling-Straße 29, 19053 Schwerin) in Kooperation mit unserer Gesellschaft aus seinem neuen Buch Verschwundene Verlage. Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte und unterhält sich auch mit Till Schröder über die Geschichte der Pirckheimer und ihre Rolle im Buchland DDR. Der Link zum Buch findet sich hier. Dies ist ein erster Ausblick ins Jubiläumsjahr unserer Gesellschaft, weitere Vorhaben und Veranstaltungen sind in Planung. Alle Mitglieder sind eingeladen, das Jubiläum ebenfalls als Anlass für eigene Veranstaltungen zu nehmen, Kooperationen anzuregen. Der Vorstand unterstützt gern. 

Auf geht’s in weitere 70 Jahre.

(Till Schröder)

Mi, 28.01.2026

In Potsdam: Bücherkinder on Film

Bücherkinder on film! Am 25. Januar war es soweit: Premiere des Arte/ZDF-Films Das Einhorn. Kulturgeschichte einer Sehnsucht von Mathias Frick (2025, 52 Minuten) im Museum Barberini. Der Veranstaltungssaal im dritten Stock proppevoll, aufgeregte Kinder in der ersten Reihe. Denn auch die Bücherkinder Brandenburg spielten eine gewichtige Rolle im Film, der anlässlich der großen Potsdamer Ausstellung Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst entstand. Nach kurzen Worten der Produzentin Eva Rink und Museumsleiterin Ortrud Westheider ging es los. Der Bogen im Film spann sich von der Bibel und Heraldik über Kirchenkunst und Moderne bis ins Jetzt, zu einem schwarzen Einhorn von Carsten Nicolai und den Rainbow-Unicorns der LBGTB+-Community. Eindrückliche Bilder, interessante Einsichten der Kuratoren, Kamerafahrten entlang der Objekte – auch vielen illuminierten Büchern und naturkundlichen Berichten: Der Film erzählte umfassend aber nicht langatmig von christlicher Bedeutung und weltlicher Ermächtigung. Genau richtig. Neben Kuratoren aus Edinburgh, aus New York, Paris oder Potsdam, einer Restauratorin aus Brandenburg oder dem Archivleiter in Schwäbisch-Gmünd, das sich ältestes Stadtwappen mit Einhorn in Deutschland auf die Fahnen schreiben kann, kamen auch die Bücherkinder zu Wort und ins Bild, die ihre ganz eigene Herangehensweise ans Ergründen des Fabeltiers aufzeigten: schreibend und zeichnend. Die Bücherkinder waren dabei, als ein mittelalterlicher Wandteppich mit aufsehenerregender Stilistik in einer Kirche in Brandenburg für die Ausstellung entdeckt und abgenommen wurde. Sie lesen aus ihren Geschichten im Ausstellungsraum im Barberini, sie diskutieren in ihrem AG-Raum in der Schule. Mit viel Beifall setzte der Abspann ein. Im Publikum nicht nur Eltern, auch Möglichmacher wie Museums- und Archivleiter, Kuratoren, Restauratoren, Filmproduzenten, Fernsehredakteure. Sie alle holt Mathias Frick sich bedankend nach vorn, auch die Bücherkinder. Was auch beeindruckte: die immense Wuselei im gesamten Museum. Viele, viele Besucher stürmten das Barberini anlässlich des Tags der Offenen Tür. Die Warteschlange vor dem Haus reichte beinahe hinüber bis zur Kirche. Da ahnt man vielleicht, was auf Paris zukommt: Denn ins Museé de Cluny mit seinem berühmten Einhornsaal aus Wandteppichen wandert die Schau demnächst weiter. Ab 09. März gastiert sie an der Seine. Ein toller Tag für die Brandenburger Bücherkinder und ihren Mentor Armin Schubert, im Pirckheimer-Kosmos aktiv seit über fünfzig Jahren. Sobald die Sendetermine feststehen, geben wir hier im Blog Laut. Unbedingt ansehen!

(Till Schröder)

Di, 13.01.2026

Filmaufnahmen – Mentor Armin Schubert und seine Bücherkinder vor dem 'Einhorn-Teppich' in Potsdam.

Potsdam: „Open House“ & Premiere

Das Museum Barberini in der brandenburgischen Landeshauptstadt (Humboldtstraße 5–6, 14467 Potsdam) lädt zum Open-House-Termin am 25. Januar 2026 in die Kapitale an der Havel ein. Von 10 bis 19 Uhr (letzter Einlass: 18 Uhr) gibt es freien Eintritt ins Museum und jeweils 12.30 und 15.30 Uhr Einführungen zur aktuellen Ausstellung Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst im Museum sowie von 14 bis 16 Uhr freie Atelierzeit für alle. Und – dabei findet aber auch und vor allem die Premiere des Arte/ZDF-Films Das Einhorn. Kulturgeschichte einer Sehnsucht von Mathias Frick (2025, 52 Minuten) statt, in dem die Brandenburger Bücherkinder, die sich eingehend mit der Materie der Schau befassten und unter Mentorschaft von Pirckheimer-Freund Armin Schubert ein Einhorn-Buch veröffentlichten, eine bedeutende Rolle spielen. Die Bücherkinder werden seit Jahren auch von der Pirckheimer-Gesellschaft unterstützt und gefördert. Der Film wird jeweils um 11 (Screening, auf Einladung des Hauses) und um 14 Uhr (öffentlich) gezeigt. Was für tolle Nachrichten: Chapeau!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 11.01.2026

Susanne Padberg präsentiert "Best of 2025" in Wien.

„Druck & Buch“ Wien: Best of 2025

Die erste Präsentation der Galerie Druck & Buch in der österreichischen Hauptstadt (Berggasse 21/2, A-1090 Wien – ganz in Schrittnähe des Sigmund-Freud-Hauses) gilt den Erwerbungen des Ausstellungshauses von Susanne Padberg im letzten Jahr. Die Pirckheimerin schreibt dazu in ihrer Rundmail: „Vielen Dank für viel Gutes im alten Jahr und die besten Wünsche für das neue Jahr – ein neues Jahr ist ja immer mit Hoffnung und Verheißung verbunden (möge sie sich erfüllen) und auch mit dem Rückblick auf Gutes: Best of 2025, die besten Neuzugänge des alten Jahres! Diese sind vom 09. Januar bis 27. Februar in der Galerie in Wien und online zu sehen ...“ Gezeigt werden dabei die Neuzugänge von Käthe Wenzel und Tricia Treacy, Herbert Stattler – ferner Werke von Clifton Meador, Stefan Gunnesch, Robbin Ami Silverberg, Natalia Weiss ... sowie der Blow Up Press, von Daniela Deeg & Cynthia Lollis, Ken Campbell und Josef Schwaiger, von den augen:falterinnen aus Leipzig und Emily McVarish. Die Galerie im Zentrum Wiens ist Mo bis Fr 11 bis 18 Uhr geöffnet.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 05.01.2026

"Mit Glanz und Gloria": seit 10.12. in Dresden zu sehn.

In Dresden: „Mit Glanz und Gloria“

Vor 40 Jahren, an Weihnachten 1985, wurde der Fernseh-Mehrteiler Sachsens Glanz und Preußens Gloria erstmals ausgestrahlt. Es war die aufwändigste Filmproduktion der DDR. Weniger bekannt ist die polnische Filmproduktion Gräfin Cosel (1960) von Jerzy Antczak. Dies wiederum war die bis dahin kostengünstigste Produktion der polnischen Kinematografie. Den Stoff lieferte die Sachsen-Trilogie des polnischen Schriftstellers und Journalisten Józef Ignacy Kraszewski. Kraszewski war 1863 nach Dresden gekommen. Er lebte hier 22 Jahre lang im Exil. In seinen Romanen Gräfin Cosel, Brühl und Aus dem Siebenjährigen Krieg schildert er die sächsisch-polnische Geschichte und ihre Akteure – als Autor und Historiker, als Pole und Bewohner Dresdens. Die Romane spielen in der „Sachsenzeit“: Von 1697 bis 1763 wurden das Kurfürstentum Sachsen und das Königreich Polen in Personalunion von August II. und dann von seinem Sohn August III. regiert. Die Ausstellung im Kraszewski-Museum (Nordstraße 28, 01099 Dresden) stellt diverse legendäre Persönlichkeiten des höfischen Lebens an der Elbe vor und gibt Einblicke in dessen Festkultur. Einen genauen Blick richtet sie auf Kraszewskis Romane sowie die Hintergründe und die Entstehung der Filme. Wie entstanden die Filme – wie beurteilte der polnische Schriftsteller August den Starken und den sächsisch-polnischen Hof? Und wie gestaltete sich das Leben am polnischen Hof, den die Wettiner von 1697 bis 1763 regierten? In der Schau sind zahlreiche Leihgaben aus sächsischen und polnischen Sammlungen zu sehen, darunter Gemälde, Grafiken, originale Filmkostüme sowie Medaillen, Plakate und Ausgaben der Bücher Kraszewskis und weiterer sächsischen Romanschriftsteller aus dem 19. Jahrhundert. Die Ausstellung ist seit dem 10.12.2025 und noch bis zum 25.10.2026 zu sehen.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

So, 04.01.2026

Neu erschienen: Ingolf Brökel: Null-lage. Gedichte. Berlin: PalmArtPress 2025. Hardcover, 120 Seiten, ISBN 978-3-96258-234-0, Preis: 22 Euro. Farbe von Coverschrift, Vorsatz und Lesebändchen Ton in Ton.

Gelesen übers Jahr · II: Die „Null-Lage“-Texte von Ingolf Brökel

Es beginnt mit einem schönen Wort, der Literatur wie der Physik, der, mit Verlaub, „vernünftigen“ Kunst Ingolf Brökels, gleichsam würdig: Null-Lage (oder, lyrisch fast noch schöner, Nulllage), ein um den Ruhepunkt geführtes Unterfangen, und, praktisch gesehen, um den Punkt eines nur mit sich selbst tarierten Geräts, den Nullpunkt einer Waage etwa, das Nichts, auf das die Nadel, der Magnet, die Aussicht zeigt, Abgleich und schwer zu erklärender Abgrund in einem. Ja, und ein guter Point Nemo in einer Zeit, da die Welt und ihre Verderber in den Arsch getreten gehören. Nun, und es bezieht sich im Fall Ingolf Brökels, seines Zeichens lange Lehrender der Physik in Berlin, auf die Verwerfungen der Zeit wie auch des Ur-Eigenen. Corona-Mief blinkt auf, die Vorhut der qualvollen Beschissenheit, in die die Epoche einbog. Aber auch das widerständige Vergehen der Altvorderen und des eigenen Sehens und Denkens, das Hervorholen vielfältiger Erinnerung, das sich in der Reife und im Rückblick einstellt. Ja, und auch Fluchtgedanken, was uns im Angesicht der Gegebenheiten pro domo et mundo nicht verwundern mag: „Ich habe die Stelle gefunden / In einem Buch / Dort bin ich versunken / Falls ihr es findet / Schlagt zu.“ (Endlich, S. 82) Oder dies: „Das Gegenteil von Mensch / Ist Mensch“, wie es Brökel in den kargen Begegnungen (Stück 5, S. 80) formuliert. Und – was eine Eindeutigkeit und Ambivalenz in einem greift, wie, nach Niels Bohr, eine tiefe Wahrheit wieder eine tiefe Wahrheit nach sich zieht und keine Falschheit wie die einfache selbe. Dazu flirren Variablen und Ankreuzmomente, aber letztlich ist alles ein Denken und Deuten, ein Sichten und ... – nun ja, auch Wünschen und die Erkenntnis, dass es oft nur ganz knapp neben dem ist, was denn regel-recht wäre, sinn-voll: „Ganze Leben / Werden geopfert / Um Noten / Richtig zu spielen / Wunderkinder // Aber keiner trifft / Den Ton / Alles / Nur Klang / Und vorbei.“ (Pianissimo, S. 63) Karg, kühl und geradeaus ist es, das Sprechen dieser Erwägung, die das Ende einer trilogischen Denk- und Schreibbewegung bildet, oft von geradezu haikuartiger Prägnanz: „Aus der Null und der Null zu: / Das ist der Fluss“, und kehrt am Ende ebendahin zurück: „zur Null hin / oder sich treiben lassen gegen Null.“ Ein stilles, ein kristallin-intimes, selbst widerständiges, ein klarblickendes wie allgültiges Buch, vorgelegt bei PalmArtPress, äußerlich in schlichter Eleganz, austarierter Würde. 

(André Schinkel)