Wolfgang Neubert - 50 Jahre unterwegs mit Büchern
Erinnerungen eines Antiquars und Sammlers
Das Sammeln hat ebenso wie der Antiquariatsbuchhandel in den letzten Jahrzehnten große Veränderungen erlebt. Ob die Verhältnisse besser oder schlechter geworden sind, darüber lässt sich trefflich streiten. Es lohnt sich jedenfalls, daran zu erinnern, wie es früher war. Der Sammler und Antiquar Wolfgang Neubert, der auf 50 Jahre Mitgliedschaft in der Pirckheimer-Gesellschaft zurückblickt, hat ein Buch darüber geschrieben, wie er am Ende der 1960er Jahren als Sammler in der DDR anfing und nach der deutschen Einheit ein heute noch existierendes Versandantiquariat begründete. Im ersten Teil seines Buches ist die Rede von den Mühen in der DDR, eine bibliophile Sammlung aufzubauen, dem Ausverkauf alter Bücher durch die staatlichen Antiquariate in den Westen, der Benachteiligung einheimischer Sammler bei der Belieferung aus Katalogen gegenüber Devisenkunden, den Schleichwegen zu Raritäten durch Tausch und Kleinhandel, der Verfolgung Neuberts durch die Steuerfahndung und der Hilfe dagegen durch den Pirckheimer-Vorstand.
Im zweiten Teil erzählt er vom Aufbau seines Geschäfts in Thalheim (Erzgebirge) an der Peripherie Deutschlands, den vielen in die Welt verschickten Katalogen und den Messeauftritten in Leipzig und Ludwigsburg. Verbindend zwischen beiden Lebensabschnitten war die Freude am Suchen und Finden seltener Bücher. Über 50 Jahre war er unterwegs mit Wünschelrute und Spürnase, erlebte dabei manche Überraschungen und Abenteuer und lernte markante Sammlerpersönlichkeiten kennen
(Wolfgang Neubert: 50 Jahre unterwegs mit Büchern. Herausgegeben und mit einer Vorbemerkung von Carsten Wurm. Berlin: Pirckheimer-Gesellschaft 2025, ca. 200 S., gebunden, 12 Abb. und viele Vignetten von Egbert Herfurth. Gestaltet von Thomas Glöß)
Die Vorzugsausgabe mit einem kolorierten Acrylstich von Egbert Herfurth ist bereits vergriffen.