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Pirckheimer-Blog

Sa, 25.09.2021

Officina Ludi
Christian Ewald
Eckehart SchumacherGebler
Herbert Kästner im Gespräch mit Rainer Ehrt
Ralph Aepler (mitte) bei Uwe Warnke (lks.), Fotos: ad

Pirckheimer auf der BuchDruckKunst

Am Nachmittag dann der Rundgang durch die BuchDruckKunst. Die Auflagen infolge Pandemie waren hart für die Gäste, Aussteller und Veranstalter, so durften auf der Messe die 60 Aussteller nur gleichzeitig von 40 Interessenten besucht werden. Da die Besucher sich naturgemäß in der Regel Stunden auf der Messe aufhielten, standen viele teilweise stundenlang Schlange am Eingang und eine Führung der Pirckheimer über das Messegelände durch Klaus Raasch war nicht möglich. Eine ausführliche Einführung im Freien musste ausreichen, dem folgte ein individueller Besuch der Tagungsteilnehmer bei den Ausstellern.

Auf der BuchDruckKunst fanden dann die Teilnehmer des Jahrestreffens Pirckheimer, die nicht zum Jahrestreffen, sondern als Aussteller gekommen waren, wie Hanif Lehmann, Eckehart SchumacherGebler, Rainer Ehrt, Christian Ewald ...
Pirckheimer konnten damit neben Pirckheimern Illustratoren, Drucker, Buchkünstler und Verleger treffen, mit denen sie seit Jahren bekannt und häufig freundschaftlich verbunden sind, mit denen sie jedoch zwangsläufig seit Pandemiebeginn keinen persönlichen Kontakt hatten hatten.

So wurde dieser Nachmittag wie angestrebt zu dem Höhepunkt des Jahrestreffens und die BuchDruckKunst gab Hoffnung.

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Ralph Parkner (mitte), Udo Puster-Wall
lks.: Prof. Matthias Gubig, Fotos: ad

Hafenrundfahrt zum Jahrestreffen

Den Vormittag verbrachten die Pirckheimer auf dem Wasser im Hamburger Hafen.

Ein wahrhafter Gegenpol zu dem, womit sich die Freunde des Buches sonst auseinandersetzen und damit eine interessante Abwechslung durch die Einblicke in die Vergangenheit der Handelsstadt, durch die Ästhetik monstösen Technik gepaart mit ausgefeilter Logistik und dennoch mit seinen kraftvollen Eindrücken eine Einstimmung in das, was uns am Nachmittag erwartet: der feinsinnige Umgang mit dem Buch und der Graphik als Objekte der Kunst. 

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Fr, 24.09.2021

Elke Rehder, "Ich möchte ein Leuchtturm sein ...", Radierung, Aufl. 75 Expl. + 7 e.a.

Graphik zum Jahrestreffen 2021

Heute begann, parallel zur BuchDruckKunst, in Hamburg das 48.Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft.

Zur Begrüßung überreichte Elke Rehder allen Teilnehmern eine, zum Jahrestreffen entstandene, dem Hamburger Dichter Wolfgang Borchert zum 100. Geburtstag gewidmete Radierung zum Gedicht

"Ich möchte ein Leuchtturm sein

in Nacht und Wind -
für Dorsch und Stint -
für jedes Boot -
und bin doch selbst
ein Schiff in Not!
"

(Wolfgang Borchert, aus Laterne, Nacht und Sterne. Gedichte um Hamburg, 1946)

Do, 23.09.2021

Cleo-Petra Kurze, Tanz auf dem Vulkan, 2012, Mischtechnik (Feder, Tusche, Farbe, Buntstift)

Cartoons und so…

Das Satiricum des Sommerpalais Greiz zeigt eine Ausstellung von Cleo-Petra Kurze mit Werken ihres künstlerischen Schaffens der letzten 45 Jahre. Dazu stellt die Künstlerin Zeichnungen aus ihrem privaten Depot zur Verfügung. Ergänzt wird die Schau aus dem Bestand der Sammlung im Sommerpalais.

Cleo-Petra Kurze studierte von 1970-1975 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Von da an war sie freiberuflich tätig als Illustratorin und Cartoonistin. Sie war regelmäßige Teilnehmerin an den Biennalen und den Triennalen der Karikatur im Greizer Sommerpalais.

Ausstellung: 9. Oktober 2021 - 15. Januar 2022

Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz
SATIRICUM des Sommerpalais Greiz
Fürstlich Greizer Park, 07973 Greiz

Tiere ordnen

Diese illustrierte Geschichte der Zoologie von David Bainbridge ist nicht nur für den naturgeschichtlichen Leser interessant, sondern vor allem auch für den Liebhaber historischer illustrierter Bücher.

Der Titel "Tiere ordnen" ist eine bibliophile und spannende Wissenschaftsgeschichte der Zoologie. Neben den Beschreibungen der großen Epochen der Kategorisierung der Fauna von Aristoteles über die Aufklärung, der Zeit nach Darwin bis hin zur modernen Molekulargenetik enthält das Buch drucktechnisch perfekte Reproduktionen von Abbildungen aus Werken zur Fauna, so das "Aberdeen Bestiary" (um 1200), Hartmann Schedels "Nürnberger Chronik" (1493), Johannes Johnstonus "Historiae Naturalis de Quadrupedibus", Einhörner (1657), John Rays "Ornithologie" (1678), William Derhams "A Natural History of English Insects", sowie natürlich Maria Merians "Metamorphosis Insectorum Surinamensium" (1705) und John James Audubons "Birds of America" (1827-1838).
Die zeitgenössischen Diagramme und Schautafeln des letzten Jahrhunderts sind dabei genauso sehenswert, wie die alten, meist colorierten Stiche und selbst die abschließenden modernen Computergraphiken, z.B. zum Massenaussterben, vor 201 Millionen Jahren beginnend und bis in die Gegenwart wirkend, oder auch Leonard Eisenbergs "Tree of Life" sind nicht nur informativ, sondern auch illustrativ interessant.

(Blick ins Buch)

David Bainbridge, Tiere ordnen. Eine illustrierte Geschichte der Zoologie
Haupt-Verlag, Bern 2021
256 Seiten, ca. 350 meist farbige Abb., geb., Fadenheftung
30 €
ISBN 978-3-258-08229-5

Mi, 22.09.2021

Katalog zur Ausstellung © Uwe Loesch. Foto: Klingspor Museum Offenbach

0, nix*

Von 2002 an bis heute verbindet die Ausstellungen des Klingspor Museums die Plakatgestaltung des international renommierten Gestalters Uwe Loesch. Er ist Träger des Gutenberg Preises der Stadt Leipzig, erhielt den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland, zahlreiche Ausstellungen, Preise und Auszeichnungen auf Plakatbiennalen begleiten seinen Weg. Davon profitieren auch immer wieder die über 100 Plakate, die dem Buch- und Schriftmuseum in Offenbach sein grafisches Gesicht geben. Sie bilden den einen Schwerpunkt der Ausstellung. Der andere – erstmals öffentlich präsentiert – liegt auf der Vielfalt des typografischen Schaffens für Bücher, Zeitschriften und Programmankündigungen. Vieles erscheint als Geniestreich aus dem Moment heraus. Die Ausstellung demonstriert, wie kontinuierlich dabei das Modulieren von Überzeugungen die Handschrift des Uwe Loesch leitet.
Grafik Design kämpft mit dem Zuviel an Effekt und Zuwenig an Esprit. Uwe Loesch gehört zu denen, die sehenswert die Balance halten.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (29 Euro).

24. September bis 14. November 2021, Einlass nur für 3G

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Di, 21.09.2021

GORDON  WELTERS - Fotografie

Herbstausstellung in der Galerie SONNENSEGEL

Ein Weltreisender macht Station in der Heimat. Der in Brandenburg an der Havel geborene Fotograf Gordon Welters hat im Auftrag renommierter internationaler Magazine und Zeitungen wie der New York Times den ganzen Erdball bereist. Seine Reportagen führten ihn nach Palästina, Russland, Kasachstan, Bangladesch, Indonesien, in den Senegal, nach Tansania, Kuba, Kanada und durch Europa.

Trotz dieser Weltläufigkeit empfindet der Fotokünstler eine tiefe Verbundenheit zu der vertrauten Brandenburgischen Region. In gewisser Weise zählt auch die Galerie „Sonnensegel“ zu diesen heimischen Wurzeln, so dass diese Ausstellung mit Arbeiten Gordon Welters schon längst überfällig schien. Schließlich fanden die Bilder des Brandenburger Fotografen regelmäßig den Weg in große Fotoausstellungen auf der ganzen Welt und wurden mehrfach ausgezeichnet.

Traditionell wird ein originalgrafisches Plakat aufgelegt. Der Fotograf gestattete der Galerie, ein Foto grafisch zu adaptieren. Die von Sven Märkisch gedruckten Exemplare signiert Gordon Welters für die Eröffnungsgäste.

(Matthias Frohl)

Eröffnung: 25. September 2021, 16 Uhr
Ausstellung: 25. September 2021  - 25. Februar 2022

Galerie "Sonnensegel"
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg

Remigio

In den Marginalien, der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, ist eine Rezension von Till Schröder zum Projekt „Remigio“ erschienen, einem Graphic-Novel-Projekt von Eduardo Roca (Grafik) und Nikolaus Topic-Matutin (Plot und Texte). Erzählt werden die Abenteuer des papiergeborenen Remigio, der außergewöhnliche Eigenschaften besitzt und sich mit seiner Vertrauten, Dora, der Kubistin, zwischen Bild und Welt hin und her bewegt.
Vor einem Jahr wurde hier über eine Crowdfunding-Aktion für dieses Projekt berichtet. Die Blätter 1-11 erschienen in einer Auflage von 250 + 50 Bonusexemplaren, 12 und 13  mit einer Auflage von 60 zuzüglich EA. Das Format ist 86 x 61 cm.
Die Folge wird fortgesetzt.

Die Rezension ist hier nachzulesen.

(Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin)

Mo, 20.09.2021

Spuren

Selbst in den Büchern in heimischen Regalen findet man mitunter unverhofft alte Spuren der Pirckheimer-Gesellschaft, so in einer Ausgabe der bb-Reihe des Aufbau-Verlags #551 "Gabriel Chevallier, Clochemerle".

In diesem Taschenbuch wurden 1985 die Marginalien beworben. Seinerzeit noch mit 80 Seiten - heute sind es 128 Seiten plus einer 8seitigen typografischen Beilage. Auf die 12 Bildtafelns haben wir inzwischen zugunsten der im Text gezeigten vermehrten Abbildungen verzichtet.
Mitglieder erhalten die Marginalien wie von Anbeginn kostenlos, inzwischen nicht mehr nur sporadisch, sondern kontinuierlich mit einer originalgraphischen Beilage.

(nach einer Information von Harald Kugler)

Jörg Seifert, Foto: © ad

Bierdeckelsprüche

In einer musikalischen Lesung trägt der Annaberger Künstler Jörg Seifert Bierdeckelsprüche aus seinem aktuellen Katalog und kleine Texte vor und singt Lieder zur Gitarre.

Bierdeckeltexte
das schöne an ihrer produktion, man muss sich
kurzfassen. nein, es hat heut nicht geschneit und nicht einer
der toten, den täglichen, bei über 7 milliarden menschen,
ist auferstanden. ich kann nichts dafür, dass es nicht schneit.
und auch sonst für fast nichts, ehrlich!

Die Gedenkausstellung für Klaus Roenspieß ist in der Galerie der Berliner Graphikpresse noch bis zum 1. Oktober 2021 zu sehen.

Lesung: 23. September 2021, 19 Uhr, max. 15 Plätze, Anmeldung erforderlich, es gilt die 3 G-Regel

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin

Christina Wildgrube, Ærø, 29,5 x 39,6 cm, Monotypie, 2021, Detail (lks.), Nina Annabelle Märkl, The Inside of the Outside of the Inside 1_2, ca. 115 x 70 x 25 cm, Kaltnadelradierung, Tuschezeichnung, Federstahl, Magnete, 2021, Detail

Lineares in München

Der Verein für Original-Radierung München stellt in einer Ausstellung LINEARES Werke von von Christina Wildgrube und Nina Annabelle Märkl aus.

Als Künstlerin im Feld der Druckgrafik liegt das Interesse von Christina Wildgrube auf den im Buchdruck verwendeten Verzierungen (Ornamente / Schmuckelemente) aus Blei oder Messing, die sie an Schraffuren in Landkarten erinnern. 
Sie greift diese Assoziation zur Abbildung von Raum auf, entwickelt druckgrafische Bildkompositionen und verdeutlicht eine Möglichkeit, eine einst elementare Handwerkstechnik, vom Prozess des Digitalen abgelöst, bildnerisch neu zu definieren und umzunutzen. Die Letter, das Ornament wird zum Pixel im Bild.

Nina Annabelle Märkl‘s Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Kaltnadelradierung, Zeichnung und Objekt, der Vervielfältigung und dem Unikat. Über die Faltung linearer Zeichnungen von Raumstrukturen, die Übersetzung in die Radierung und die Fortführung in der Tuschezeichnung entsteht in Verbindung mit den Linien des Federstahls und seiner Schatten ein Spannungsfeld zwischen tatsächlichem und möglichen Raum.

Die Künstlerinnen lernten sich 2020 in Wittenberg kennen, wo beide zu unterschiedlichen Zeiten Stipendiatinnen der Cranach-Stiftung waren.

Eröffnung: 23. 9.2021 von 19 Uhr, Einführung: Dr. Barbara Fischer
Ausstellung: 24. September - 16. Oktober 2021
Open Art: 24. September 2021, 18 Uhr, 25. September 2021, 11 Uhr
Lange Nacht: 16. Oktober 2021, 18 Uhr

Verein für Original-Radierung München e.V.,
Ludwigstraße 7, Innenhof

So, 19.09.2021

Richard Stoiber (liks.) und Barbara Kalender, nach einem Foto von Christian Werner

März Verlag wird reaktiviert

Vor einem guten Jahr starb Jörg Schröder, der legendäre Verleger des 1969 von ihm gegründeten März Verlags, den er später gemeinsam mit seiner Frau Barbara Kalender führte. Seit 1988 schlummerte das Verlagsarchiv im Literaturarchiv Marbach und in der Universitätsbibliothek Leipzig. Nun kehrt der März Verlag in die Gegenwart zurück. Barbara Kalender hat mit Richard Stoiber, langjähriger Lektor bei Matthes & Seitz Berlin, einen neuen Verleger für den März Verlag gefunden. Im Frühjahr 2022 soll das erste Programm der neu gegründeten März Verlag GmbH erscheinen. Das war Anlass für ein Gespräch von Margit Lesemann mit Barbara Kalender und Richard Stoiber über die „Selbstverständlichkeit, den Verlag zu reaktivieren“:
[...] Welche Ziele verfolgen Sie beide? Und auf welche Themen setzen Sie?
Richard Stoiber: Die Tradition von März fortzusetzen. Das bedeutet, wir möchten die politische und künstlerische Bewegung des 20. Jahrhunderts fördern, die Avantgarde. Gleichzeitig aber auch offen sein für die Tendenzen der Gegenwart, das heißt die Avantgarde von morgen.
Barbara Kalender: Übrigens verlegte März nie nur Belletristik, sondern Bildbände, Comics, Politisches, Pornografie, Kinderbücher, Theorie und war immer offen für alles Neue. Ich liebe die Vielfalt.
Werden die MÄRZ-Klassiker in dem typischen gelb-rot-schwarzen Design erscheinen?
BK: Natürlich werden die März-Klassiker so erscheinen, wie Jörg Schröder sie entworfen hat. Er war ja nicht nur der Verleger, sondern auch Buchgestalter und Schriftsteller. Die neuen Titel hingegen werden sich absetzen …
RS: … was sich sowohl inhaltlich als auch ästhetisch zeigen wird. Eine Leitlinie zu haben, sich immer wieder orientieren zu können an einem verlegerischen Ideal, ist dabei eine große Hilfe. Denn eines ist klar: Auch die neuen Bücher sollen den einstigen Ansprüchen genügen und Teil des März-Kosmos werden. [...]

... gesamten Artikel auf BuchMarkt lesen.

Sa, 18.09.2021

Buchskulptur »Seafarer« von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries, Unikat

Zu den Sternen siehe

Die Walldorfer Kommunale Galerie zeigt unter diesem Titel Arbeiten von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries.

Die Literatur ist der ständige Begleiter von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries. Gedichte u. a. von Paul Celan, Ingeborg Bachmann, Friedrich Hölderlin, altenglische Elegien, aber auch die Gesänge aus dem finnischen Nationalepos „Kalevala“ stoßen bei ihnen etwas an, was sie in Farben, Formen und Strukturen übersetzen. In ihren Werken vereinigen sie zwei Künste: sie ist Buchkünstlerin, er Bildhauer, gemeinsam entstehen raumgreifende, lesbare Skulpturen, Installationen, Buchskulpturen, und Künstlerbücher. Ihre gemeinsam erschaffenen Arbeiten leben von der künstlerischen und handwerklichen Aneignung des jeweils anderen. Sie denken zusammen, was sich ausschließt und eröffnen damit neue Perspektiven.

Eröffnung: 3. Oktober 2021, 11 Uhr, Ursula Illert liest Gedichte von Hölderlin und anderen
Ausstellung: 3. - 31. Oktober 0221
Finissage: 31. Oktober 2021, 11 Uhr

Kommunale Galerie
64546 Walldorf, Waldstraße 100

Fr, 17.09.2021

Rainer K. Langner (lks.) und Bernd Friedrich
Hannes Zerbe am Flügel von Hanns Eisler und Ernst Busch, Fotos © ad

Bernd Friedrich - Das zeichnerische Werk

Ausgewählte Graphiken aus fünf Jahrzehnten

Heute Abend wurde gut besucht in Pankow eine Ausstellung mit dem zeichnerischen Werk des Pirckheimers Bernd Friedrich Schulz eröffnet. Die Laudatio hielt Rainer-K. Langner, langjähriger Freund des Künstlers und der Komponist und Pianist Hannes Zerbe spielte an einem Flügel, an dem schon Hanns Eisler und später Ernst Busch arbeitete.

"Es ist nicht die erste Vernissage und ist doch eine Premiere, zeigt der in der Altmark zwischen Wiesen, Feldern und einem kleinen Fluss geborene Künstler diesmal ausschließlich ausgewählte Grafiken seines zeichnerischen Werks der letzten fünf Jahrzehnte. Gewiss, sein künstlerisches Œuvre ist vielfältiger - Lithografien, Malerei, druckgrafische Experimente, Mail-Artdrucke mit historischen Lettern und alten Klischees, der Buchdruck – um nur einiges zu nennen. Die Liebe zur Zeichnung aber ist Bernd Friedrich all die Jahre hindurch geblieben, hat sein künstlerisches Schaffen befruchtet. Eine stille, vielleicht eine verschwiegene Liebe.
[...]
Der Mensch, die weite Landschaft, schrundige Felsformation – Themen, die Bernd Friedrich fünf Jahrzehnte hindurch in all seinen Arbeiten immer wieder angeregt haben und ihn als einen ebenso einfühlsamen wie genau beobachtenden Künstler ausweisen."

(Rainer-K. Langner)

Hier wird die Vernissage mit einigen Fotos von Abel Doering dokumentiert und ein ausführlicher Einblick in die Ausstellung gegeben, einschließlich der Laudatio von Rainer K. Langner.

Ausstellung: 17. September - 30. November 2021, Anmeldung erforderlich

Helle Panke
Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

Blick in die Ausstellung, Foto: Elke Lang

Documenta. Politik und Kunst

Politik und Kunst“ stehen im Fokus einer umfangreichen Ausstellung über die documenta von ihrer erste Ausgabe 1955 bis 1997, das war die d10, im Deutschen Historischen Museum. Im nächsten Jahr wird die fünfzehnte stattfinden. Konzipiert wurde die documenta von Anfang an mit zwei politischen Zielen. Einmal ging es um die Aufarbeitung der nazistischen Vergangenheit mit ihrer Verdammung avantgardistischer Kunst, indem man sich ausschließlich der Moderne widmete. Zum anderen sollte die documenta ihre Rolle im Kalten Kriegs als Abgrenzung zur DDR und deren Sozialistischen Realismus lediglich das Kunstschaffen im „Westen“ einschließlich der USA zeigen. In der DDR lebende Künstler, wie Gerhard Altenbourg, traten unabhängig von ihrer Staats-Zugehörigkeit auf. Wie es in der Einleitung zu dem über 300 Seiten starken Katalog heißt, war die documenta „viel enger an das politische Programm der BRD gebunden, als es auf den ersten Blick scheint“.

Eine besondere Rolle spielte die d6 1977, denn aufgrund von innerdeutschen Staatsverträgen war erstmals eine Teilnahme der DDR möglich. Das ging nicht ohne Konflikte hinter den Kulissen vor sich und brachte dem Kurator Lothar Lang den zweifelhaften Ruf ein, mit der Staatssicherheit der DDR zu kooperieren. Diese hatte ihm eine kulturpolitische Einschätzung des DDR-Auftritts abverlangt. Dieser d6 ist ihrer Bedeutung gemäß in der Ausstellung, die nicht chronologisch, sondern nach Themen aufgebaut ist, ein größerer Platz als den anderen Abteilungen eingerichtet worden.

Es erscheint ein Katalog.

(Elke Lang)

Ausstellung: noch bis 9. Januar 2022

Deutsches Historisches Museum Berlin