Pirckheimer-Blog

Di, 27.09.2022

Vom 08.10.22 bis 03.03.23 sind die Arbeiten von Olaf Wegewitz in Brandenburg a. d. Havel zu sehen.

Olaf Wegewitz in Brandenburg

Vom 8. Oktober bis zum 3. März des nächsten Jahres ist die Ausstellung Sedimente mit neuen Arbeiten – Grafik, Zeichnungen, Schreine – von Olaf Wegewitz in Brandenburg an der Havel zu sehen. Der vielfältige und vielfach ausgezeichnete Künstler, 1949 in Schönebeck (Elbe) geboren und über den Umweg Leipzig seit vielen Jahren in Huy-Neinstedt ansässig, hat Deutschland in seiner ganzen Länge und Breite durchquert. Nun macht er Station in Brandenburg und gewährt in der Galerie „Sonnensegel“ (Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg a. d. H.) einen kleinen, aber äußerst eindrucksvollen Einblick in sein künstlerisches Schaffen. Sedimente nennt Wegewitz seine Ausstellung. Der Titel löst Assoziationen mit Begriffen wie ‚Geschichtetes‘ oder ‚Bodensatz‘ aus. Bedeutungen, wie sich senken und sich setzen, lassen sich aus dem Wortstamm ableiten. Auch Erfahrenes, Gedankliches muss sich setzen, bevor es sich in der spontanen Zeichnergeste oder im filigran geplanten Kunstprojekt neu manifestiert. Die ausgestellten Blätter sind anschauliche Beispiele dieser Transformationen des Naturvorbilds in eine individuelle Kunstform. Die Schau wird am 08.10. um 16 Uhr eröffnet – durch die Unterstützung der Pirckheimer-Gesellschaft konnte Uwe Gellner, Sammlungskurator im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg, für die Rede zur Vernissage gewonnen werden. Wie immer ist der Druck des originalgrafischen Künstlerplakats Bestandteil der Ausstellungseröffnung.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 26.09.2022

Neben anderen Motiven sind auch die berühmten Raben von Bodo W. Klös in Ahlbeck zu sehen.

„Ein Rabe ist gelandet“

Unter dem Titel Ein Rabe ist gelandet werden seit dem 24. September in der Kunsthalle Ahlbeck auf Usedom die Grafiken von Bodo W. Klös gezeigt. Gezeigt werden in der umfangreichen Verkaufsausstellung neben seinen weithin gerühmten Raben auch grafisch interpretierte Tierkreiszeichen, Portraits und erotisch aufgeladene Blätter. Die Veranstalter schreiben in ihrer Einladung zum Kunstgenuss an der Ostsee: „Über Ihren Besuch würden wir uns freuen, bevor die Raben wieder zurück zu ihrem Erschaffer flattern. Die Ausstellung wird vom 24.09.2022 bis zum 05.01.2023 in unseren Räumen im Bahnhof Ahlbeck zu sehen sein.“ Die BuchKunst-Usedom bzw. die Kunsthalle Ahlbeck finden sich in der Bahnhofsstraße 1 des Seebads. In Kürze soll auch auf der polnischen Seite der Insel, nur wenige Kilometer entfernt, im Eingangsbereich des Radisson Blu in Świnoujście (Swinemünde) Kunst aus beiden Ländern gezeigt werden.

(André Schinkel)

Sa, 24.09.2022

Der erste Preis beim Keith-Wingrove-Memorial-Wettbewerb ging an Deborah Chapman aus Montreal für ihr Mezzotinto-Exlibris "Poseidon".

Keith Wingrove Memorial Prizes

Gruß aus Nordamerika II: Wie Klaus Rödel im FISAE-Newsletter berichtet, teilt James P. Keenan in seinem kurzen Bericht vom XXXIX. FISAE Exlibris Congress auch die Preisträger des Keith-Wingrove-Memorial-Wettbewerbs mit. Die Auszeichnungen gingen in diesem Jahr nach Kanada, in die USA, die Türkei, nach Polen und Frakreich. Im Einzelnen wurden mit den Keith Wingrove Memorial Trust Prizes des American Bookbinders Museums folgende Künstler geehrt: Der erste Preis geht an Deborah Chapman aus Montreal in Quebec (Kanada) für ihr Mezzotinto Poseidon (für George Steiner). Den zweiten Preis erhielt Marina Terauds aus Michigan (Vereinigte Staaten) – ihr Exlibris, eine Radierung, entstand für Claudia Smukler. Nurgul Arikan, Istanbul (Türkei) wird für sein computergeneriertes Exlibris für M. Omer Dedeoglu geehrt. Anerkennungen und ehrenvolle Erwähnungen gingen an die Exlibris mit dem synchronen Titel Jack London an Krzysztof Marek Bak aus Bielsko-Biala in Polen (Computer Generated Design – „for KHB”) und – auch er ein sehr bekannter Exlibris-Künstler in Europa wie Amerika – Oleg Dergachov. Der gebürtige Russe lebt im französischen Soyaux, er war lange Jahre als Kunst- und Hochschullehrer in Kanada tätig; seine Radierung schuf er für James P. Keenan. Ein herzlicher Glückwunsch an die internationale Riege an Preisträgerinnen und Preisträgern!

(André Schinkel)

Do, 22.09.2022

Exlibris: eine große Leidenschaft auch in Amerika.
James Keenan, Dan Mueller und Ann Pari-Mueller.
Der Book Club of California ǀ © James Keenan

Gruss aus Nordamerika

Über Klaus Rödel erreicht uns ein Gruß aus den Vereinigten Staaten: Im Nachgang des XXXIX. FISAE Exlibris Congress, der am 15. September in Oakland, Kalifornien, stattfand, berichtet FISAE-Vizepräsident James Keenan kurz vom Treffen der Exlibris-Freunde im Regatta Room des Oaklander Waterfront Hotels und gibt seiner Hoffnung Ausdruck, künftig auch mehr Sammler und Begeisterte aus Europa zu treffen, was, so der ehemalige FISAE-Präsident Rödel, „für die Belebung des Exlibris auf beiden Kontinenten von Vorteil“ wäre.

Keenan schreibt: „Der Kongress in San Francisco war mit 50 Teilnehmern bei jeder unserer Veranstaltungen ein Erfolg. Es war ein kleiner Kongress mit überwiegend nordamerikanischen Teilnehmern, die sich über das Sammeln von Exlibris informieren wollten. Es ist schade, dass die Europäer nicht teilnehmen konnten, da ihr Einfluss den Austausch in der Zukunft fördern würde. Im Mittelpunkt unseres Treffens stand passenderweise die bedeutende zeitgenössische Buchkunstbewegung, die heute in San Francisco im Gange ist. (...) Alle hatten viel Spaß, und die Ausstellungen, Vorträge und Empfänge waren außergewöhnlich. Auch das mehrgängige Abschlussbankett in Yoshi’s Jazz Club am Jack London Square war köstlich!“

Dazu gibt es eine Reihe beeindruckende Fotos und eine Auflistung der Ehrungen für besondere Leistungen (die Keith Wingrove Memorial Trust Prizes, die nach Kanada, in die USA, nach Polen und in die Türkei gehen); auch eine Teilnehmerliste wird in Aussicht gestellt. Bereits am 12. September wurde die Ausstellung The Tribute to George Steiner. An International Bookplate Competition exhibition, präsentiert vom Book Club of California, die in der 312 Sutter Street in San Francisco bis zum 12. Dezember zu sehen wird, eröffnet.

Zum Kongress erschienen insgesamt vier PublikationenTribute to George Steiner. An International Bookplate Competition (Cambridge Bookplate, 2022), Ex Libris: The Art of Contemporary World Bookplates (ebd., 2022), Illustrated Essays on Bookplate Collecting. Revised edition (ebd., 2022), Antioch Bookplate Company. Excerpts from the Autobiography of Ernest Morgan 1905–2000 (ebd., 2022); zusätzlich wurde auf William E. ButlerAmerican Bookplate (Primrose Hill Press, London 2000) ausdrücklich verwiesen. 

Auch standen wichtige Entscheidungen an. Der bisherige FISAE-Präsident James Keenan stand nicht mehr für die Wahl an die Spitze zur Verfügung. Zur neuen Präsidentin wurde gewählt Maria Casas Hierro, Keenan wurde erster, Anthony Pincott zweiter Vizepräsident. Da es für den Exekutivsekretär keine Kandidatur gab, führt Olli Ylönen das Amt bis 2024 fort. Dann findet der XL. Kongress statt, erwählter Ort für die Tagung ist mit großer Mehrheit Palma de Mallorca auf den Balearen geworden. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 20.09.2022

superILLU: Die Illustration fängt das Unsagbare im Netz der Wörter ... ǀ © Uta Schneider/Juliane Wenzl

superILLU — Die Zweite

Welche Bedeutung haben Illustrationen? Ist dieses Medium überhaupt noch aktuell? Und: Wie illustriert man eigentlich? Zu diesen Fragen haben Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis kontroverse Antworten vorgelegt, die in der Publikation superILLU nachzulesen sind. Am Veranstaltungsabend werden diese grundlegenden Thesen zur Illustration erstmals öffentlich vorgestellt sowie mit neuen Gästen und Publikum diskutiert. Es wird dafür herzlich eingeladen am Dienstag, den 04.10.2022 um 18 Uhr in die Ingeborg-Drewitz-Bibliothek in Berlin-Steglitz. Es diskutieren: der Kunstwissenschaftler Andreas Rauth (Beitrag: Stil und Authentizität der Illustration), Kunsthistoriker Johannes Rößler (Hybridität/historische Genese der Illustration), Typografin und Künstlerin Ulrike Stoltz (Schriftbildlichkeit, Illustration als Darstellung des Unsagbaren im Netz der Wörter), Illustratorin und Bildwissenschaftlerin Juliane Wenzl (visuelle Narrationsformen, Vermittlung von Inhalten mit Bildern). Die Bibliothek befindet sich im dritten Obergeschoss im Einkaufszentrum Das Schloss, Grunewaldstraße 3, 12165 Berlin, und ist via S- und U-Bahn (Bahnhof Rathaus Steglitz) gut zu erreichen. Die Veranstaltung wird organisiert von der Hegenbarth Sammlung Berlin, die Plätze sind begrenzt, es wird um Anmeldung unter anmeldung@herr-hegenbarth-berlin.de gebeten.

superILLU: Zu einer Theorie der Illustration =
superILLU: Towards a Theory of Illustration.
Hrsg. v. Ulrike Stoltz u. Juliane Wenzl.
Weimar: Jonas Verlag 2022. In deutscher und
englischer Sprache, 352 Seiten, Broschur,
ISBN 978-3-89445-593-4, 32,00 Euro.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 18.09.2022

Farbradierung und Linolschnitt von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries: "Denn nirgend bleibt er" (Friedrich Hölderlin, Fragment 38). Künstlerin und Künstler führen am 23.09. nicht nur durch die Ausstellung, es gibt auch eine Lesung mit der Oldenburger Schauspielerin Elfi Hoppe.

Führung und Lesung bei der Jahrestagung in Oldenburg

Das Pirckheimer-Jahrestreffen in Oldenburg wird um einen Höhepunkt reicher. Am 23.09. werden Anja Harms und Eberhard Müller-Fries die Teilnehmer des diesjährigen Jahrestreffens persönlich durch die Ausstellung „Wie ist doch alles weit ins Bild gerückt“ führen. Es werden aber nicht nur die Künstler selbst im Landesmuseum Oldenburg ihre Arbeiten präsentieren. Die Kammerschauspielerin Elfi Hoppe wird zudem literarische Texte vortragen. Elfi Hoppe ist vielen Menschen in Oldenburg und darüber hinaus durch unzählige Theater-Rollen bekannt. 2020 wurde sie sogar zum Ehrenmitglied des Oldenburgischen Staatstheaters ernannt. Wir freuen uns nicht nur auf künstlerischer Ebene, sie für diesen Nachmittag  gewinnen zu können, sondern vor allem auch, unseren Mitgliedern und Oldenburger Gästen damit eine Freude bereiten zu können!

(Charlotte Aepler)

Sa, 17.09.2022

Vom 29.9. bis 2.10. findet die paper positions im Herzen Hamburgs statt. ǀ © paper positions

Paper Positions in Hamburg

Die paper positions hamburg – the show findet in diesem Herbst zum zweiten Mal in Hamburg statt. Vom 29. September bis zum 2. Oktober 2022 werden auf der paper positions hamburg die Werke von über 30 internationalen Künstler*innen im zentral gelegenen Jupiter, dem ehemaligen Domizil des Karstadt Sport, in der Mönckebergstraße 2–4, 20095 Hamburg, ausgestellt. Ausgewählte Hamburger Galerien und eine kleine Auswahl von Aussteller*innen aus anderen Teilen Deutschlands präsentieren jeweils eine künstlerische Position zeitgenössischer und moderner Kunst mit, aus und auf Papier. Ermöglicht wird diese Ausstellung durch die Förderung der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, die Unterstützung der Kreativgesellschaft Hamburg und realisiert in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Hamburger Galerien. Informationen zu Öffnungszeiten und Tickets finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 16.09.2022

Bei den Ahrenshooper Literaturtagen werden auch die Nocturnen Henry Günthers präsentiert.
Doppelseite aus dem Buch.

21. Ahrenshooper Literaturtage

Vom 01. bis 03.10.2022 findet in der Strandhalle Ahrenshoop die größte Buchmesse Mecklenburg-Vorpommerns statt. Auf ihr präsentieren sich 15 Verlage u. a. mit Literatur über das Bundesland am Meer, die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und Ahrenshoop. Auf der Messe spiegelt sich auch wider, dass Ahrenshoop ein Künstlerort ist. Der Ort ist durch seine reiche künstlerische Tradition und nicht zuletzt durch sein hochrenommiertes, in den ganzen Ostsee-Raum ausstrahlendes Künstlerhaus Lukas, das Kunstschaffende aller Sparten beherbergt, berühmt. Auf der Messe sind aufgrund dessen neben regulären Publikationen auch besondere Druckerzeugnisse, wie zum Beispiel künstlerisch anspruchsvolle Bücher aus handgeschöpftem Papier, mit siebgedruckten Illustrationen, originalgrafische Bücher, Blätter, Karten sowie Sammelmappen, die per Holzschnitt, Linotype oder Monotypie gedruckt wurden, zu finden. So ist auch die aktuelle Publikation der BuchKunstBalance in der Strandhalle zu bewundern, Nocturnen von Henry Günther, die mit dem beziehungsreichen Untertitel Ahrenshooper Gedichte zu glänzen wissen. Das Büchlein wurde auf Bütten gedruckt und ist mit Zeichnungen des Autors versehen.

Henry Günther: nocturnes
Ahrenshooper Gedichte
Format: 19,5 x 15 cm, 28 Seiten,
gedruckt auf Büttenpapier,
Einband: Fedrigoni Tintoretto crema,
signierte Ausgabe, 25 Euro.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 15.09.2022

Miniatur von Albrecht Dürer in Aristoteles’ „Opera“, Bd. 1. Venedig: Aldus Manutius, 1495. Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover. ǀ © GWLB
Miniatur von Albrecht Dürer in Polydeukes’ „Onomastikón“. Venedig: Aldus Manutius, 1502. Landesbibliothek Oldenburg. ǀ © Frauke Proschek
Dr. Christof Metzger, Chef-Kurator der Albertina Wien. ǀ © Albertina Wien

Dürer-Miniaturen in Oldenburg

„Dürer, Pirckheimer, Manutius und die Liebe zum Buch“ – die Landesbibliothek Oldenburg zeigt erstmals zwei Buchmalereien in einer Ausstellung, die Dürer zugeschrieben werden. Vor kurzem wurde in der Landesbibliothek ein Buch mit einer Miniatur entdeckt, die wahrscheinlich von Albrecht Dürer (1471–1528) eigenhändig gemalt wurde. Der spektakuläre Fund sorgte international für Aufsehen. Die Miniatur gehört zu einer kleinen Gruppe von Buchmalereien, die Dürer für seinen Freund, den Humanisten Willibald Pirckheimer (1470–1515), gestaltete. Die Oldenburger Miniatur ist vom 16.09. bis zum 29.10.22 in der Tresorvitrine der Landesbibliothek zu sehen – gemeinsam mit einer zweiten Miniatur Dürers aus der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover.

Besucher haben so erstmals die Chance, die beiden Buchmalereien unmittelbar im Original zu vergleichen. Alle anderen bekannten Dürer-Miniaturen befinden sich im europäischen Ausland und in den USA. Rund um diese beiden Spitzenwerke präsentiert die Landesbibliothek Oldenburg bis Ende Oktober ein hochkarätiges Vortragsprogramm. Experten verschiedener Fachrichtungen beleuchten die Beziehungen der drei großen Renaissance-Persönlichkeiten und ihre Leidenschaft für Bücher. Zu sehen ist auch die Kabinettausstellung „Bücherschätze der venezianischen Renaissance aus der Offizin des Aldus Manutius“.

Den Eröffnungsvortrag Schöner lesen. Albrecht Dürer und das Buch als Kunstwerk am heutigen Donnerstag, den 15.09., um 19 Uhr hält Dr. Christof Metzger. Er ist Chef-Kurator der Albertina Wien, einer der größten und bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt, und international anerkannter Dürer-Experte. „Die jüngst in der Landesbibliothek Oldenburg entdeckte Buchrarität, das 1502 in Venedig gedruckte Onomastikón des Polydeukes, ist ein (kunst-)historisches Dokument von allererstem Rang“, so Metzger. Auf dem ersten Blatt finden sich in delikater Deckfarbenmalerei auf Delphinen balancierende Putten, die das Wappen eines der wichtigsten deutschen Büchersammler des Humanismus begleiten: Willibald Pirckheimer. Es fügt sich in eine Gruppe von 19 ähnlich opulent ausgestatteten Klassikerausgaben, als deren Gestalter Pirckheimers Freund und Vertrauter Albrecht Dürer in der Diskussion steht. Der Vortrag beleuchtet den historischen Hintergrund dieses hochbedeutenden bibliophilen Projekts und versucht auf die Frage aller Fragen – „Hat Dürer es selbst gemalt?“ – die Antwort zu geben.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen von Ausstellung und Kabinettausstellung, die ebenfalls bis zum 29.10. gezeigt wird, sind Druckerschwärze und antiker Geist. Die Rolle der italienischen Offizinen im Humanismus mit Professor Dr. Detlef Haberland (Bonn) am 12.10. und Willibald Pirckheimer, Albrecht Dürer und die Griechen mit Professor Dr. Niklas Holzberg (München) am 18.10. Auch diese Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr, der Eintritt zu allen drei Vorträgen ist frei. Eine Anmeldung zu den Vorträgen wird wegen der begrenzten Plätze empfohlen – dies ist via Mail (lbo@lb-oldenburg.de) wie per Telefon: (0441) 50 50 18 20, möglich. Die Bibliothek befindet sich in Oldenburg am Pferdemarkt 15 und ist Montag bis Freitag von 10–19, Samstag von 9–12 Uhr geöffnet.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 13.09.2022

Kinderbuchantiquar Winfried Geisenheyner, Klaus Ensikat und Xago (v. l.) am Pirckheimer-Stand auf der BücherLust 2022. ǀ © Till Schröder
Mehr als 40 Aussteller waren auf der BücherLust zu Gast. ǀ © Kerem Saltuk

Impression von der BücherLust

Die alte Tribünenhalle der Trabrennbahn in Berlin-Karlshorst war anlässlich der BücherLust am 10. und 11.09.2022 mit über 40 Antiquariaten gut gefüllt. Von der Haarlocke eines französischen Königs bis zu einem Sammelbildalbum zur kubanischen Revolution war die Bandbreite wie erwartet groß. Bei guter Stimmung tauschten sich Interessierte, Künstler und Antiquare aus, man hätte sich noch etwas mehr Publikum wünschen können – vielleicht war das spätsommerliche Wetter an dem Wochenende einfach eine Spur zu schön und lockte nach draußen. Leider musste die Pirckheimer-Gesellschaft ihr geplantes Programm wegen krankheitsbedingter Absagen eindampfen und war nur am Samstag präsent, konnte aber wieder neue Mitglieder gewinnen. Highlights waren die Signierstunde Klaus Ensikats am Stand der Gesellschaft und das kleine Geigenkonzert am Stand des Musikalienantiquariats Florisatus aus Den Haag am Sonnabendnachmittag. 2023 soll es eine zweite Ausgabe der BücherLust geben.

(Till Schröder)

So, 11.09.2022

Gedichte Altenbourgs erschienen 2019 bei Wallstein.
Die Studie "Ein Engel im Atelier" erschien ebenfalls in Göttingen.

Altenbourg zu Gast bei Novalis

Altenbourg und Novalis, das ist aus Sicht des großen Altenburger Künstlers eine stimmige und triftige Kombination. So findet das nächste Treffen der Gerhard Altenbourg Gesellschaft am 24. September 2022 im Novalis-Museum auf Schloss Oberwiederstedt statt, dem Geburtsort des von Altenbourg verehrten Dichters und Naturforschers. Damit schließt sich im Jubiläumsjahr anlässlich des 250. Geburtstags Friedrich von Hardenbergs ein berührender Kreis. Im Vorfeld der Diskussion, wie wiederum der 100. Ehrentag von Gerhard Altenbourg, der auf das Jahr 2026 fällt, würdig zu feiern sei, sollte der kleine Ort an der Wipper im Mansfeldischen der ideale Platz sein.

Die Gerhard Altenbourg Gesellschaft gründete sich im November 2018 in Altenburg, dem Wirkort des Künstlers. Sie will beitragen, das künstlerische und dichterische Werk Gerhard Altenbourgs zu erhalten, wissenschaftlich zu erfassen und publizistisch zu verbreiten. Die Gesellschaft unterstützt darin – sowohl finanziell als auch durch eigene Projekte – die seit 2002 bestehende Stiftung Gerhard Altenbourg, die den umfangreichen Nachlass des Künstlers betreut – inklusive des Wohnhauses mit Bibliothek und Kunstsammlung sowie des Gartens.

Die Pirckheimer-Gesellschaft gehört zu den Gründungsmitgliedern der inzwischen auf knapp 100 Mitglieder angewachsenen Gerhard Altenbourg Gesellschaft. Die 2019 aufgenommenen Aktivitäten wurden durch Corona unterbrochen, doch konnte die Gesellschaft zwei Publikationen der Stiftung fördern: noch 2019 den im Wallstein Verlag erschienenen Band Wald minotaurisch mit Gedichten Altenbourgs in einer Auswahl des Dichters Wulf Kirsten, und 2021 Ein Engel im Atelier, die ebenfalls im Wallstein Verlag edierte kunst- und geistesgeschichtliche Studie des Kunsthistorikers Dieter Blume zu Altenbourgs künstlerischer Ausgestaltung des zentralen Raumes im Haus am Braugartenweg.

Gegenwärtig, so Vorsitzende Jutta Penndorf, baut die Gesellschaft eine eigene Website auf. 2021 gab sie mit Unterstützung des Förderkreises des Lindenau-Museums den Holzschnitt Erich dressiert seinen Vogel – einen Nachdruck vom originalen Druckstock der Stiftung durch Stefan Knechtel, heraus. Als jüngste Publikation legte sie 2022 eine Annäherung an Altenbourgs Garten mit Bildern und Texten von Zeitgenossen und mit finanzieller Unterstützung der Stadt Altenburg und der Thüringer Staatskanzlei vor. All diese Aktivitäten werden wie das Künftige Thema in Oberwiederstedt sein. Interessierte erhalten weitere Informationen und melden sich bitte unter der Mailadresse post@gerhard-altenbourg-gesellschaft.de für die Teilnahme an.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 09.09.2022

Breslauer Preis für Bibliographie: Erster Preis 2022.
Den zweiten der insgesamt vier vergebenen Preise erhält Ernst Fischer.

Breslauer Preis für Bibliographie

Die International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) hat die Gewinner des Breslauer Preises für Bibliographie 2022 bekanntgegeben. Insgesamt wurden 99 Arbeiten eingereicht. Der erste Platz ging an Jack Baldwin mit A Catalogue of Fifteenth-Century Printed Books in Glasgow Libraries and Museums (zwei Bände, Woodbridge: Boydell and Brewer 2020). Die Universitätsbibliothek Glasgow besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen seltener Bücher im Vereinigten Königreich, darunter 1.062 Inkunabeln. Eine Beschreibung von weiteren 62 Inkunabeln aus anderen Glasgower Bibliotheken und Museen vervollständigt den Katalog.

Der zweite Preis geht an Ernst Fischer (Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Historische Kommission): Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert. Band 3 Drittes Reich und Exil, drei Teile: Exilbuchhandel 1933–1945/1; Exilbuchhandel 1933–1945/2; Exilbuchhandel/Supplement (Berlin und Boston: De Gruyter, 2020 und 2021). Den dritten Platz belegt Renaud Adam mit Vivre et imprimer dans les Pays – Bas Méridionaux (Des Origines à la réforme) (zwei Bände, Turnhout: Brepols 2018). Eine Honourable Mention (Lobende Erwähnung) erhielten schließlich Frank Romano und Miranda Mitrano mit History of Desktop Publishing (New Castle, Delaware: Oak Knoll Press 2019).

Die Auszeichnung, mit dem alle vier Jahre herausragende bibliografische und buchgeschichtliche Arbeiten gewürdigt werden, wurde erstmals 1967 verliehen. Der ILAB Breslau Prize for Bibliography wird von der ILAB mit der großzügigen Unterstützung der B. H. Breslauer Foundation gesponsort und am 14. September 2022 im Rahmen des ILAB-Symposiums in der Weston Library (Bodleian Libraries) in Oxford, verliehen. Eine Ausstellung aller eingereichten Bücher samt der 2022 ausgezeichneten Titel wird vom 15. bis 18. September 2022 während der London Rare Book Fair (Firsts) in der Londoner Saatchi Gallery zu sehen sein. – Das Opus magnum des zweiten Preisträgers, Ernst Fischer, wurde übrigens in der Ausgabe 243 (2021/4) der Marginalien durch Klaus-Jürgen Becker rezensiert und gewürdigt. 

(Maria Bogdanovich)

Mi, 07.09.2022

Die "BücherLust" findet am 10. und 11. September in Berlin statt.

Pirckheimer-Teilnahme nur reduziert möglich

Wie der Vorstand der Pirckheimer-Gesellschaft soeben mitteilt, muss das Programm des Vereins auf der BücherLust am 10. und 11. September in Berlin-Karlshorst (der Blog berichtete) am Sonntag krankheitsbedingt komplett entfallen. Durch die Absage des Quintus-Verlags ist leider auch das Programm für den Samstag nur reduziert möglich. Die Signier-Stunde mit Klaus Ensikat am Sonnabend findet, so die Auskunft von Vorstandsvorsitzendem Dr. Ralph Aepler, wie geplant statt.  

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 06.09.2022

Der ikonische Herrscher Tutanchamun wird in Lissabon von der Exlibris-Akademie geehrt.

Exlibris und Ägyptomanie

Gute und ungewöhnliche Nachricht gibt es für alle Exlibris-Freunde aus Portugal. Am 24. September nimmt nach kurzer Sommerpause die Academia de Portuguesa de Ex-Libris ihre Ausstellungs- und Sitzungstätigkeit wieder auf. Aus Anlass des 100. Jahrestages der Entdeckung des Grabs von Tutanchamun im Tal der Könige in Luxor-Theben durch Howard Carter, die einen an sich wenig bedeutenden Pharao des Neuen Reichs zu einem Superstar der Moderne katapultierte und eine zweite Welle der Ägyptomanie auslöste, die letztlich bis heute anhält, widmet sich die Akademie, teilt Klaus Rödel von der FISAE mit, in der Ausstellung „Egyptomania, Sphinges and Pyramids“ des Architekten Segismundo Pinto dem Thema. Der Ausstellungseröffnung um 15 Uhr folgt die Konferenz „Tutanchamun in Portugal. Berichte in der portugiesischen Presse (1922–1939). Archäologie, Ägyptomanie, Ägyptologie“ unter der Ägide von Professor José das Candeias Sales und Dr. Susana Mota. Es laden ein die Präsidentin der Academia, Ana Cristina Martins, Vizepräsident José Estevéns Colaço und Generalsekretärin Madalena Ferreira Jordão. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 04.09.2022

Die Bleiläuse laden am 11.9. zur Lesung.

Verena Liebers liest bei den Bleiläusen

Die Bleiläuse freuen sich auf Verena Liebers, auch unter ihrem Künstlerpseudonym VIGLi bekannt und selbst eine Bleilaus! Sie liest am 11. September um 11 Uhr im Dachgeschoss der felto Filzwelt in Soltau aus ihren mit „lächelnden“ Fingerspitzen geschriebenen Texten. Gleich danach sind alle eingeladen, nach Munster auf den Ollershof zu kommen. Neben der beeindruckenden Ausstellung „Glasplastik und Garten“ gibt es am Tag des Offenen Denkmals ein buntes Programm bis 16 Uhr. Die Bleiläuse sind mit ihren „Glaslandplätzen“, die vor Ort mit einer mehr als hundert Jahre alten Druckmaschine angefertigt werden, dabei. Interessierte Besucherinnen und Besucher können sich etwa ihre Namen setzen und eindrucken lassen. Mit im Gepäck: Bleilettern – wie zu Gutenbergs Zeiten! Weitere Infos finden sich unter www.buchdruckmuseum-soltau.de.

(André Schinkel)

Fr, 02.09.2022

Der Leipziger Bibliophilen-Abend lädt am 6.9. zur Auktion ins Haus des Buches ein.

LBA lädt zur Auktion

Der Vorstand des Leipziger Bibliophilen-Abends e. V. (LBA) lädt zur Auktion bibliophiler Bücher am 6. September 2022 ein. Beginn ist 19 Uhr im Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig. Die Vorbesichtigung der Objekte ist am 5.9. von 15–18 Uhr und am 6.9. von 17–18.30 Uhr im Haus des Buches möglich. Auf Homepage des Vereins steht die Objektliste zum Download bereit: www.leipziger-bibliophilen-abend.de. Die Auktion speist sich aus den gestifteten Beständen von Vereinsmitgliedern, angereichert mit Einreichungen Leipziger Buchkünstler. Bibliophile Editionen kommen zu generell niedrigen Ansetzungen zur Versteigerung. Im Vordergrund stehen dabei Editionen des LBA von 1905 bis 2015, aber auch Ausgaben vieler weiterer bibliophiler Urheber. Darunter befinden sich zahlreiche seltene Stücke und Rara. Das Auktionsangebot in seiner Fülle darf als einmalig bezeichnet werden. Der Erlös der Auktion kommt dem LBA und seiner Publikationstätigkeit zugute, ein Teil der Einnahmen wird für den Erwerb von Büchern für die Kinder ukrainischer Flüchtlinge gespendet.

(Thomas Glöß/Pressemitteilung)

Do, 01.09.2022

Die Arbeiten von Andrea Ackermann, Frank Eißner, Bettina Haller, Tatjana Skalko-Karlovski und Susanne Theumer sind ab 1.9. in Wansleben am See zu sehen.
Ausstellungs-Impression ǀ © Susanne Theumer

Novalis in Wansleben am See

Es ist die fünfte und wohl auch die letzte Station für „Das Höchste ist das Verständlichste“ – seit dem 1. September 2022 hängen die Resultate des Pleinairs, das sich im Herbst 2021 mit dem Leben, den Orten und dem Werk von Novalis aka Friedrich von Hardenberg (1772–1801) anlässlich seines 250. Geburtstags befasste, in der KZ-Gedenkstätte in Wansleben am See. Die Werke von Andrea Ackermann, Frank Eißner, Bettina Haller, Tatjana Skalko-Karlovski und Susanne Theumer, die dem in Oberwiederstedt Geborenen gewidmet sind, kehren damit in den Landstrich der Herkunft Novalis’, ins Mansfeld, zurück.

Zuvor waren die Arbeiten im Novalis-Schloss selbst, im Landratsamt des Landkreises Mansfeld-Südharz in Sangerhausen, im Künstlertreff Café Krem in Aschaffenburg sowie ein zweites Mal in der Goldenen Aue, im geschichtsträchtigen Sangerhäuser Spengler-Museum zu sehen. Während des Pleinairs, organisiert von Susanne Theumer, gefördert von „Glück auf! Wohin?“ und maßgeblich vom Landkreis unterstützt, entstanden, flankiert von Ausflügen, Führungen und Vorträgen, eine Vielzahl Kunstwerke: Radierungen, Aquarelle, Holzschnitte, Zeichnungen und Gemälde im innigen Bezug zur Landschaft wie den Texten von Novalis

Bei der Gedenkstätte handelt es sich um eines von zwei ehemaligen Außenlagern des KZ Buchenwald im Ort, der Verein, der sich für das Andenken derer, die hier bis 1945 litten, engagiert, ist für seine ambitionierte Arbeit, die sich auch der Vermittlung von Kunst und Kultur in Form von Ausstellungen, Konzerten und Workshops widmet, weit über die Grenzen der Region hinaus bekanntgeworden. Die Exhibition ist zunächst bis Ende September zu sehen – Führungen durch die Schau und auf dem Gelände sind nach telefonischer Anmeldung und Vereinbarung möglich: Interessenten wählen bitte die (034601) 2 77 47. Die Gedenkstätte findet sich unter folgender Adresse: Pumpstation 1a, 06317 Seegebiet Mansfelder Land, OT Wansleben am See.

(André Schinkel)

Di, 30.08.2022

Das Logo der Competition 2022.
Der erste Preis ging an Angela James.
Den zweiten Preis erhielt Tarja Rajakangas.
Student's Award: Begoña Cabero Diéguez.

A Gathering of Leaves: Designer Bookbinders 2022

Die internationale Ausstellung für Designer-Buchbinder findet vom 7. Juli 2022 bis 25. Februar 2023 im Vereinigten Königreich und in Schottland statt. Sie stellt die Gewinner des Internationalen Buchbinderwettbewerbs 2022, A Gathering of Leaves, vor, ein Projekt der Gesellschaft der Designer Bookbinders in Zusammenarbeit mit Mark Getty und den Bodleian Libraries (Oxford).

Die Ausstellung zeigt die besten Arbeiten der Buchbindekunst der ganzen Welt. Es handelt sich um sind 28 preisgekrönte Beiträge und weitere 48 herausragende Beiträge zum Thema „Pflanzen, Flora und Gärten“. Das Thema ist inspiriert von dem Wunsch, den 400. Jahrestag der Gründung des Botanischen Gartens von Oxford zu feiern, dem ältesten Botanischen Garten Großbritanniens und eines der ältesten wissenschaftlichen Gärten der Erde.

Die Jury bestand aus: Lester Capon, Präsident und Fellow of Designer Bookbinders, Glenn Bartley, Fellow of Designer Bookbinders und Leiter der königlichen Buchbinderei auf Schloss Windsor, Rachel Ward-Sale, Fellow und ehemalige Präsidentin von Designer Bookbinders, sowie Chris Fletcher, Keeper der Spezialsammlungen an der Bodleian Library und Fellow am Exeter College, Oxford.

Zu Ehren des Bibliophilen und eines begeisterten Anhängers der Buchbinderkunst Sir Paul Getty KBE (1932–2003) werden zwei Hauptpreise (10.000 und 6.000 britische Pfund) vergeben. Der erste Preis ging an Angela James (Vereinigtes Königreich), den zweiten Preis erhielt Tarja Rajakangas (Finnland). Der dritte Preis ist ein Preis nach dem Quorum des Studenten der Universität Oxford (500 britische Pfund). 2022 bekam den Oxford University Student’s Award Begoña Cabero Diéguez aus Spanien.

Weitere 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Silberpreise. Die Ausstellung wird von einem  Katalog begleitet. Designer Bookbinders ist eine der weltweit führenden Gesellschaft zum Genre. Sie wurde vor über 50 Jahren gegründet und hat sich dem Handwerk des modernen Buchbindens und der Buchkunst verschrieben. Die ausgezeichneten Exponate werden nacheinander in Oxford, London und Edinburgh gezeigt.

Weston Library, Bodleian Libraries
7. Juli bis 18. September 2022
Broad Street, Oxford OX1 3BG
www.bodleian.ox.ac.uk

Sotheby’s, London
21. bis 29. September 2022
Kiddell Gallery, 34–35 New Bond Street, London, W1A 2AA
www.sothebys.com

University of Edinburgh
4. November 2022 bis 25. Februar 2023
Main Library Gallery, George Square, Edinburgh, EH8 9LJ
www.ed.ac.uk

(Maria Bogdanovich)

So, 28.08.2022

Buch trifft Holz wird Raum: Anja Harms und Eberhard Müller-Fries stellen in Oldenburg aus.
Harms und Müller-Fries arbeiteten kongenial zusammen. ǀ © Anja Harms/Eberhard Müller-Fries

Buch trifft Holz wird Raum

Künstlerbücher und Buchskulpturen von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries in der Landesbibliothek Oldenburg: Wenn die international bekannte Buchkünstlerin und der Bildhauer zusammenarbeiten, entstehen im Dialog von Holz, Papier und feinster Drucktechnik einzigartige les­bare Skulpturen, raumgreifende Installationen und farbensprühende Künstlerbücher voller Überra­schungen. Vom 01.September bis 21. Oktober 2022 ist die Ausstellung Wie ist doch alles weit ins Bild gerückt“. Künstlerbücher und Buchskulpturen von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries in der Landesbibliothek Oldenburg zu sehen. Die Vernissage findet am 31. August um 19 Uhr in der Landesbibliothek statt.

Harms und Müller-Fries verwenden in ihren Projekten Texte und Textfragmente als Ba­sis ihrer gemeinsamen künstlerischen Ausdrucksweise. Ausgangspunkt ist stets die Literatur, deren Sprach- und Klangbilder sie in eine moderne Formensprache übertragen. Künstlerin und Künstler nut­zen dabei ihre verschiedenen Schwerpunkte und spielen mit unter­schiedlichsten Materialien und Techniken. Feine Drucktechniken, Bleisatz und Typografie werden mit raffinierter Holzbearbeitung kombiniert. Zum Einsatz kommen hauchzarte Japanpapiere ebenso wie Büttenpapier, Tusche, Farben und immer wieder Holz, z. T. mit Feuer geschwärzt. So gegensätzlich und schwer vereinbar die Materialien oft auch sind, so unendlich viele Möglichkeiten eröffnen sie im gemeinsamen künstlerischen Prozess. Es entstehen raumgreifende Buchskulpturen und Objekte, lesbare Skulpturen und Künstlerbücher, die in den Ausstellungen von Harms und Müller-Fries zu raumbezogenen Installationen verwoben werden. Internationale Aufmerksamkeit erlangte be­sonders ihr Projekt zum finnischen Nationalepos Kalevala, das sie anlässlich der 100-Jahr-Feier von Finnland in der Turku City Library präsentierten.

Vor allem lyrische Texte bilden die Grundlage der Werke, die Anja Harms und Eberhard Müller-Fries für ihre Oldenburger Ausstellung ausgewählt haben. Sie stammen aus verschiedenen Epochen, ange­fangen bei Fragmenten des persischen Mystikers Rūmī aus dem 13. Jahrhundert über Texte von Friedrich Hölderlin bis zu Gedichten von Paul Celan. Das Zitat im Titel stammt von Rainer Maria Rilke. In der Ausstellungsreihe Positionen moderner Buchkunst der Landesbibliothek Oldenburg ragt die Ausstellung von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries durch ihre einzigartige Materialität und ihre raumgreifende Dimension hervor.

Bei der Vernissage am 31. August führt Sarah Janke um 19 Uhr in die Arbeit der beiden Künstler ein. Frau Janke ist für das Fachreferat Künstlerbücher an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel zuständig. Zur Finissage am 21. Oktober (wiederum um 19 Uhr) hat die Landesbibliothek den Kunsthistoriker Dr. Stefan Soltek, den ehemaligen Direktor des Klingspor-Museums Offenbach, eingeladen. Anja Harms und Eberhard Müller-Fries sind bei beiden Gelegenheiten anwesend. Um vorherige Anmeldung zu beiden Veranstaltungen wird gebeten, Kontakt besteht zur Abteilungsleiterin für Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit, Frau Michaela Klinkow: klinkow@lb-oldenburg.de. Die Ausstellung im Landesmuseum Oldenburg (Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg) ist von Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr sowie samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Am 3.10. bleibt die Landesbibliothek geschlossen. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 27.08.2022

Im halleschen Stadtarchiv wird Hannelore Heises gedacht.

Erinnerung an Hannelore Heise

An die wunderbare Schriftgestalterin Hannelore Heise (1941–2021) erinnerte in diesem Sommer eine Ausstellung im Stadtarchiv Halle, die nur noch wenige Tage (bis zum 1. September) zu sehen ist. Geboren in Ostpreußen, studierte Heise bis 1966 an der halleschen Kunsthochschule und war nach freier Tätigkeit von 1980 bis 2010 als Dozentin und Lehrbeauftragte in der Grundlagenlehre und im Lehrfach Schriftgestaltung tätig und prägte so Generationen von Kunststudenten. „Während ihrer eigenen Lehrtätigkeit an der halleschen Hochschule gelang es ihr auf ganz individuelle Art, das besondere Verhältnis zwischen menschlichem Maß und dem Umgang mit Schrift zu vermitteln“, so würdigt Burg-Emeritus Rolf Müller das Werk der zu Ehrenden. „Als Lehrende und zugleich immer wieder selbst Lernende trug sie mit ihrem Grundlagenfach entscheidend zum ‚guten Ruf‘ der Burg bei. Sie verstand es auf ganz eigene Weise, Formstrenge mit spielerischer Freiheit zu verbinden.“ Als freie Grafikerin gestaltete sie Spielkarten, Plakate, Signets, auch Leuchtwerbung und Verpackungen. Einen besonderen Namen machte sie sich durch die Gestaltung von Briefmarken. Ihr Entwurf der Sondermarke Gartenreich Dessau-Wörlitz wurde 2003 zur „Schönsten Briefmarke Europas“. Auch das Goldene Buch der Stadt und Urkunden der Leopoldina tragen ihre Handschrift. Das kalligrafische Schreiben wurde ihr zur Passion und zum Raum individuellen Ausdrucks – voller Freude am Experiment. Die Ausstellung wurde im Verbund mit dem halleschen Kunstverein realisiert. Ein würdiger Abschied.

(André Schinkel)