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Pirckheimer-Blog

Sa, 22.01.2022

Legende © Gutenberg-Museum

Morgen ist Tag der Handschrift

Am 23. Januar wird der "Tag der Handschrift" international gefeiert.

So auch im Gutenberg-Museum Mainz. Viele der Lettern im Druckladen des Gutenberg-Museums haben mit der Handschrift mehr gemein, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Denn die Schriften, die wir zum Drucken nutzen, beruhen auf der Handschrift. Als Gutenberg bewegliche Lettern aus Blei herstellte, um damit seine berühmte Bibel zu drucken, war es ihm ein Anliegen, die Lettern möglichst der damals gängigen Handschrift anzugleichen. Auch heute noch werden Schriften genutzt, die eine Handschrift imitieren, so zum Beispiel auch die Schrift „Legende“.

Fr, 21.01.2022

Nocturne (2015), © Tobias Gellscheid.  

Road to Nowhere

Virtuose Grafiken, die sich auf die Popkultur als Phänomen der westlichen Nachkriegszeit fokussieren, sind seit 20. Januar im Gutenberg-Museum erlebbar! Die Sonderausstellung „Road to Nowhere. Druckgrafiken von Tobias Gellscheid“ präsentiert neue Arbeiten des 20. Stadtdruckers Tobias Gellscheid.
Holz- und Linolschnitt sowie der Holzstich sind Gellscheids bevorzugte technische Medien. Er amtierte von 2018-2019. Der virtuose Grafiker fokussiert sich auf die Popkultur als Phänomen der westlichen Nachkriegsgesellschaften, Holz- und Linolschnitt sowie der Holzstich sind Gellscheids bevorzugte technische Medien.

Ausstellung: 20. Januar - 22. Mai 2022

Gutenberg-Museum
Liebfrauenplatz 5, 55116 Mainz

 

Do, 20.01.2022

Goltzsche, Dieter: (Kopf), Offsetlithographie in Braun, 1975, 610 x 425

Gespräch mit Dieter Goltzsche abgesagt

Das am 13. Dezember hier angekündigte Künstlergespräch mit Dieter Goltzsche und Sigrid Walther in der Galerie der Berliner Graphikpresse zum Radierwerk des Künstlers, sowie dem neu erschienenen dritten Band des Werkverzeichnisses der Radierungen, im Rahmen der Ausstellung Teile von Etwas. Radierungen aus den Jahren 1960 bis 2021 muss aufgrund der sich zuspitzenden Infektionslage leider abgesagt werden.

Der Ende November 2021 erschienene dritte Band des Werkverzeichnisses der Radierungen von Dieter Goltzsche, der unter anderem einige Graphiken für die Pirckheimer-Gesellschaft schuf, wird dennoch in der weiterhin geöffneten Galerie erhältlich sein wird.

Ausstellung: 14. Dezember 2021 - 11. Februar 2022

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin-Friedrichshain

Mi, 19.01.2022

Hans-Christoph Rackwitz, "Marktkirche, Halle / S., ll" 2012. 65 x 50 cm

HANS-CHRISTOPH RACKWITZ - GRAFIK

"Obwohl ich während meines Studiums an der "Burg" bei Professor Frank Ruddigkeit und hervorragenden Druckern, wie Gerhard Günther, in fast allen grafischen Techniken unterwiesen wurde, hat sich mehr und mehr die Bevor­zugung der Radierung herauskristallisiert. Die spitze Nadel entspricht dem Bleistift in der Zeichnung, und so kann ich die Klarheit und den Detailreichtum der Architektur als auch die schwungvolle oder bizarre Linienführung in der Natur wiedergeben. Neben der bewußten Steuerung setze ich gern den Kontrast des Zufalls, indem Asphalt und Säure eigene Wege bestreiten - manchmal mildere ich sie durch Schleifen ab. Oft ist es ein langer Weg, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin."
(Hans-Christoph Rackwitz)

Eröffnung: 15. Februar um 17 Uhr, Einführende Worte: Reinhard Rex, Vorsitzender des Vereins "Freunde des Himmelreichs", Musik: Thomas König, Violine
Ausstellung: 15. Februar - 11. März 2022

Galerie Himmelreich
Breiter Weg 213b, Ecke Danzstraße, 39104 Magdeburg

Di, 18.01.2022

Für erwachsene Märchenfreunde!

Morgen gibt es im Winckelmann-Museum eine Sonderführung durch unsere Ausstellung „Märchen, Sagen und Symbole“.

Wie entstanden die Welt und das Leben in dieser Vielfalt, wie lautet der Plan der schicksalsbestimmenden, übernatürlichen Mächte, welche Ursachen haben Übel, Krankheit und Tod, und von welchen außergewöhnlichen Taten gibt es neue Kunde? Die Ausstellung stellt die Themen Märchen, Mythen, Legenden, Fabeln und Sagen vor, die einen fundamental wichtigen Bestandteil jeder Kultur und ihres kollektiven Gedächtnisses bilden. Dabei werden Spuren verfolgt, die sich durch die Erzählungen von Menschen verschiedener Kulturen ziehen. Diese Spuren beginnen tief in der Vorgeschichte und verbreiten sich zu einem frühen Zeitpunkt. Sie entfalten sich in den Mythen, Sagen, Fabeln, Legenden der Antike und führen in die Welt unserer europäischen Märchen, welche zunächst nur mündlich tradiert worden sind.  Der Einfluss dieser Literaturgattungen prägt die Kunst seit Jahrtausenden. Die in den Geschichten überlieferten Erzählelemente finden sich heute wieder in der modernen Welt der Fantasy-Erzählungen und Filme.

19. Januar 2022, 15:00 Uhr, 2G, eine Voranmeldung ist bis bis 16 Uhr am 18. Januar erforderlich.

Winckelmann-Museum
Winckelmannstr. 36-38, 39576 Stendal

Bibliophilie und die Facetten einer Sammlung

Nachdem 2021 insbesondere die Antiquarinnen und Antiquare zu Wort kamen, sind im Zusammenhang mit der Stuttgarter Antiquariatsmesse, die vom 18. bis 22. Februar 2022 leider wieder nur online stattfinden wird, mehrere Veranstaltungen geplant, auf denen Sammler berichten und begeistern werden. Wir schauen auf Sammler und Sammlungen in der Geschichte, aber auch auf das literarische und bibliophile Leben im heutigen Deutschland.

Im Vorfeld der Messe wird ein u.a. ein interessantes online-Gespräch mit Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft angeboten: Was bedeutet heute noch der Aufbau einer Sammlung? Was verbirgt sich hinter den Sammlungen, denen wir begegnen? Was ist ihre Geschichte, wer sind die Menschen, die sie zusammengetragen haben? Wie werden Sammlungen gefördert, präsentiert, und wie zeigt sich die bibliophile Welt in der heutigen Öffentlichkeit?

Am Gespräch nehmen teil: Ralph Aepler, Vorsitzender der „Pirckheimer Gesellschaft“, Dr. Ursula Kampmann, Redakteurin „Bookophile“ und der Antiquar und Pirckheimer Michael Solder aus Münster. Moderation: Elvira Tasbach, Berliner Antiquarin und Mitglied im Vorstand des Verbandes Deutscher Antiquare.

9. Februar 2022 19 Uhr
Webinar-ID 813 4842 8483
Registration hier.

Mo, 17.01.2022

Oasen der Bibliophilie

Unser Mitglied Ralf Plenz achtet nicht nur mit seinen kürzlich hier vorgestellten Perlen der Literatur auf ansprechende Gestaltung der im Hamburger Input-Verlag erscheinenden Bücher.

Die 2019 erschienene, leicht autobiografisch gefärbte, Romantrilogie "Großstadtoasen" über sechs junge Erwachsene in der „Oase“ einer deutschen Großstadt, einer scheinbar ruhigen, vom Weltgeschehen unbehelligten Idylle, die zum Nährboden der kulturellen, linksalternativen und grünen Bewegung wird, mündet in einem Psychogramm der grün-alternativen Szene. Der Leser erlebt Spannendes und Merkwürdiges aus Musik, Kultur, Druck- und Verlagswesen, was ihn zu einem Szene-Insider der 1980er Jahre macht.

Bereits damals erfüllt Ralf Plenz mit dieser Trilogie den Anspruch auf das gut gemachte Buch, das auch den Wünschen der Bibliophilen entgegen kommt. Mit offenem, dennoch beschriftetem Buchrücken "lassen sich die Bücher wunderbar aufschlagen und bleiben auch offen liegen – sie wollen eben gelesen werden. Das Cover wurde aufwendig veredelt: zwei Millimeter dicker durchgefärbter Karton (schwarz, grau, weiß), Siebdruck, Prägung und Stanzung. Ein haptisches Erlebnis der Extraklasse." (Ralf Plenz)

So, 16.01.2022

Rainer Ehrt, Zerstreute Sammlung, VEVAIS Editions 2021
Abb. © ad

66 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft

Am 29. Januar 1956 wurde die Pirckheimer-Gesellschaft gegründet. Grund genug, an diesem Tag ein Buch unter den Freunden, also nicht nur unter den Mitgliedern, unserer bibliophilen Vereinigung zu verlosen.

Zu gewinnen ist der nebenstehende, in der VEVAIS Editions erschienene Titel "Zerstreute Sammlung, Erotische Geschichten" unseres Mitglieds Rainer Ehrt. Zur Verlosung kommt die broschierte Ausgabe.
Layout und Satz des Buches übernahmen der Autor und Jörg Wachtel, der Satz erfolgte in Praho Pro und Neue Frutiger, Herstellungsdesign Alexander Scholz und Hans Jörg Rafalski, Druck und Verarbeitung Sportflieger Berlin, Endveredlung Ingrid Trommer, Königshain-Wiederau.

Weiterhin werden ausgewählte Titel der Reihe "Perlen der Literatur" zur Verlosung kommen, eine neue Reihe des Pirckheimers Ralf Plenz mit europäischen Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts in bester Ausstattung, einer individuellen, an den Inhalt angepasste Typographie, einer Bauchbinde mit kaligraphischer Gestaltung, einheitlich blauen Leineneinbänden und farbiges, zum Buchtitel passendes Vorsatzpapier, Hardcover-Leineneinband, gutem Papier, sorgfältigem Druck und Fadenheftung.

Zur Teilnahme am Gewinnspiel genügt eine E-Mail mit dem Titel des ersten Drucks der Pirckheimer-Gesellschaft, der den Anwesenden auf der Gründungsveranstaltung im damaligen Café Budapest in Berlin übergeben wurde. Ein Hinweis, den allerdings nur Insider verstehen: Ein Jahr später erschien das erste Heft der Marginalien, Blätter der Pirckheimer-Gesellschaft, fast zwei Jahre später dann die erste Jahresgabe "Sechs Generationen auf Bücherjagd" von Jürgen Kuczynski.

Ein gelber Aufkleber auf der letzten Rechnung: ! Bitte beachten ! Mit Heft 2/2022 wird die GRAPHISCHE KUNST eingestellt

Schluss nach 50 Jahren

Und wieder gibt es ein abgeschlossenes Sammelgebiet, eine traurige Nachricht für Freunde der Druckgraphik.

Es war wenigen schon länger bekannt oder wurde von einigen vermutet, jetzt ist es offiziell: Die Zeitschrift Graphische Kunst, 1973 von Curt Visel gegründet und seit dem Jahrgang 2004 als Neue Folge von Jürgen Schweitzer geführt, stellt zum Jahresende 2022 nach zwei letzten Ausgaben ihr Erscheinen ein.

Ab dem Jahrgang 2004 wurden die Themen der bisherige Zeitschrift Illustration 63, zur Förderung der Buchkultur 1963 ebenfalls von Curt Visel gegründet, in diese Ausgabe integriert. Damit wird die Graphische Kunst 50 Jahre erfolgreich die klassische Druckgraphik mit Beiträgen zu graphischen Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts gefördert haben.
Dabei unterstrich den bibliophilen Charakter der Graphischen Kunst, dass ihr separat zwei nummerierte und signierte Radierungen oder Lithographien sowie vier signierte Holz- oder Linolschnitte beigelegt waren. Der Ausgabe B(101-200) waren drei signierte Holz- oder Linolschnitte beigelegt. Eine Ausgabe C war nicht nummeriert und ohne Originalgraphik-Beilagen. Die Auflage erschien in 250 nummerierten und 300 nicht nummerierten Exemplaren.

Sa, 15.01.2022

Maggipilze aus "Seht her, wir sind´s", Verlag der Nation 1957

Zum 100. von Franz Fühmann

Zur Erinnerung an den 100sten Geburtstag von Franz Fühmann wird hier ein Foto mit einigen frühe Titeln des bedeutenden deutschen Schriftstellers eingestellt, die offensichtlich in den Medien am heutigen Tag weniger stark beachtet wurden. Viel liest man vom "Judenauto" und andern Werken, in denen er sich mit der Zeit des Nationalsozialismus und seiner eigenen Verstrickung damit auseinandersetzt und auch von seiner kritischen Haltung gegenüber Funktionären und Politikern der DDR und seinen Hinweisen auf Änderungen ihrer Politik, was letztlich zu seinem Rückzug aus kulturpolitischen Verbänden dieses Staates, wie dem Schriftstellerverband der DDR und der Akademie der Künste, führte.

Auf dem Foto finden sich Bücher mit frühen eigenen Gedichten Fühmanns, wie "Die Nelke Nikos", welches anläßlich der "Weltfestspiele 1951 der Jugend und Studenten für den Frieden" entstand, sowie ein Kinderbuch mit Bildern von Inge Friebel aus dem Bestand der Stadtbezirksbibliothek Berlin Prenzlauer Berg mit dem Stempel von 1990 "Dieses Buch wurde aus dem Bestand entfernt" und der mit Karl Schrader entstandene Titel von 1957 "Seht her, wir sind´s" mit Gleichnissen zu Pilzen und "Kleinem Gewimmel".

Und nicht unerwähnt soll an dieser Stelle zum 100sten des Erzählers, Essayisten, des Lyrikers und dem Kinderbuchautor bleiben, dass die Pirckheimer um Armin Schubert, wie Egbert Herfurth, Henry Günther und andere hervorragendes leisteten, das Werk eines der bedeutendsten Autoren der DDR der heranwachsenden Generation im letzten Projekt der Bücherkinder Brandenburg nahe zu bringen. Im Geiste von Franz Fühmann werden die Bücherkinder 2022 weitermachen, hoffen wir auf die nötige kulturpolitische Unterstützung.

Gerhard Richter, Comic Strip, 1962, Buch, Tusche auf Papier © Gerhard Richter Archiv, Staatliche Kunstsammlungen Dresden / Scan: Kerstin Küster / Gerhard Richter 2021 (12102021)

Gerhard Richter Künstlerbücher

Anlässlich seines 90. Geburtstags am 9. Februar 2022 zeigt die Kunstbibliothek in der Neuen Nationalgalerie erstmals die Künstlerbücher Gerhard Richters in einer großen Überblicksausstellung. Die Bücher, für die Richter immer auf eigene Bildmotive zurückgriff und mit abstrakten Verfahren experimentierte, sind für das Verständnis seiner Arbeit und sein Selbstbild als Künstler unverzichtbar. Mit Werken aus der Sammlung der Kunstbibliothek, der Nationalgalerie und dem Kupferstichkabinett sowie Leihgaben des Gerhard Richter Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und des Verlags der Buchhandlung Walther und Franz König, Köln, gibt die Ausstellung einen einzigartigen Einblick in die Gedankenwelt des Künstlers.

Gerhard Richter (* 9. Februar 1932 in Dresden) ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Künstler der Gegenwart. Seit Jahrzehnten begeistert seine Kunst durch die malerischen Techniken, die Intelligenz der Themen und die konsequenten Umbrüche der Arbeitsweisen, von den ersten grau verwischten Bildern nach Fotografien bis zu den farbigen abstrakten Bildern. Bereits 1966 entstand das erste Künstlerbuch von Richter in Zusammenarbeit mit Sigmar Polke. Seitdem sind Bücher für das Verständnis seiner Arbeit und sein Selbstbild als Künstler unverzichtbar geworden.

10. Februar 2022 - 29. Mai 2022

Neue Nationalgalerie
Staatliche Museen zu Berlin / Preußischer Kulturbesitz

Fr, 14.01.2022

AFGHANISTAN PER DU PERDÜ

Zum 83. Geburtstag am 15. Januar 2022 erscheint im Hybriden-Verlag von Hartmut Andryczuk eine neue Edition von Hartmut Geerken.

"um der dunklen irreparablen situation, in der afghanistan, vom westen weit zurückgebombt, heute ist, gerecht zu werden, stelle ich 38 passfotos von afghanischen menschen, im originalformat & noch aus der zeit des königreichs afghanistan, zwei originalen afghanischen musikinstrumenten gegenüber. die fotos sind zum teil ausgebleicht & beschädigt, ohne jede funktion, losgelöst von aller offizialität & niemand weiss, wer von den abgelichteten zufällig noch am leben ist. auch bild & namen sind auseinandergerissen & nicht mehr zuzuordnen. – bei den einschreibungen für die deutschkurse am goethe-institut kabul waren in den 70er jahren des letzten jahrhunderts, aus welchen gründen auch immer, eine anzahl passfotos übriggeblieben. da hinter jedem foto ein mensch steht, war es mir nicht möglich, diese fotos zu entsorgen, sondern ich nahm sie an mich & entdeckte sie fast fünfzig jahre später in einer plastiktüte wieder. 
die instrumente: das eine, fellbezogene, saiteninstrument, das man nur in afghanistan findet, ist eine rubab. das andere, ein dekorierter, mit restsaiten bespannter holzkörper, ist eine jatga, eines der ältesten pentatonischen saiteninstrumente aus der mongolei, bekannt seit dem sechsten jahrhundert vor unserer zeit. ich habe es in kabul gefunden, aber in den sieben jahren, in denen ich mit afghanistan per du war, habe ich im indo-afghanischen raum nie ein ähnliches instrument gesehen. beide instrumente sind irreparabel lädiert, & es lassen sich durch meine berührungen mit händen & fingernägeln nur noch töne & geräusche entlocken, die einen ursprünglichen klang vielleicht in weiter entfernung noch erahnen lassen.
"
(Hartmut Geerken, Mai 2021)

Edition mit einer Originalzeichnung von Hartmut Andryczuk, signiert und nummeriert.
52 Seiten mit einem Vorwort von Hartmut Geerken und 38 Bewerberinnen und Bewerber für das Goethe-Institut in Kabul in den 1970er Jahren.
AUDIO-CD: „AFGHANISTAN PER DU PERDÜ“ FÜR ZWEI UNSPIELBAR GEWORDENE AFGHANISCHE INSTRUMENTE VON HARTMUT GEERKEN, REC. 1. MAI 2021, WAITAWHILE STUDIOS, DURATION 23:35. RE-MASTERED IN MONO VON ROMAN BUNKA.

HARTMUT GEERKEN 83RD BIRTHDAY JANUARY 15, 2022
mimas atlas # 22
100 copies
50 €, Oversea Postage = 7 €
Delivery as of January 20, 2022

Haus mit der Madonna

Der Pirckheimer Till Sailer veröffentlichte einen Roman mit dem bewegendes Schicksal einer Frau in der Zwischenwelt der deutschen Nachkriegszeit. 
Till Sailer, geb. 1942 in Weimar, studierte an der Hochschule für Musik »Franz Liszt«, arbeitete als Orchestermusiker in Cottbus, danach in Berlin als Rundfunkjournalist. Nach ersten Publikationserfolgen Zusatzstudium am Leipziger Literaturinstitut »Johannes R. Becher« . Seit 1980 freiberuflicher Schriftsteller mit dem Schwerpunkt auf Musikbelletristik. Er lebt in Bad Saarow.
Hanna Sewald steht 1947 vor dem Nichts. Ihr Mann Albin, völkischer Dichter und Erzieher einer nationalpolitischen Lehranstalt, kam in den letzten Kriegstagen ums Leben. So muss Hanna allein den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder sichern. Ihr Vater, der liberale Jurist Wilhelm Elsner, Mitglied der Thüringer Landesregierung, nimmt die Familie im Weimarer »Haus mit der Madonna« auf. Aber für die Akademikerin gestaltet sich die Arbeitssuche im Osten problematisch. Ebenso kann Hanna im Westen nicht Fuß fassen. Als auch ihr Vater in politische Bedrängnis gerät, bittet er sie schließlich um Hilfe, und auf diesem unsicheren Fundament erlebt sie die Gründung der DDR …
Till Sailer erzählt mitreißend und in großer Nähe zu seinen Protagonisten vom Schatten der Vergangenheit und einem schwierigen Neubeginn – die Geschichte einer Frau, die keine innere Wandlung vortäuschen wollte, aber alte Leitbilder nicht völlig überwinden konnte.

Till Sailer, Haus mit der Madonna
Mitteldeutscher Verlag, Halle 2021
332 S., geb., 135 × 210 mm
25 €
ISBN 978-3-96311-510-3

Do, 13.01.2022

Jahresgabe 2021 der Pirckheimer Gesellschaft

Als Jahresgabe 2021 ist für unsere Mitglieder das Buch "Strawalde. Nebengekritzeltes. Gedichte aus sieben Jahrzehnten mit fünfzig Zeichnungen und Collagen" vorgesehen, welches von Jens-F. Dwars herausgegeben wurde und für die Pirckheimer-Gesellschaft erschien.
Neben der Jahresgabe wird es eine inhaltlich identische Vorzugsausgabe in 75 Exemplaren für die Sammler der Edition Ornament geben. die von Silke Steinhagen (Weimar) handgebunden wird. Diesen Exemplaren liegt eine signierte Lithografie von Strawalde bei, gedruckt von Christian Müller (Wurzbach).

Der vielfach ausgezeichnete Filmemacher Jürgen Böttcher, der als Maler und Grafiker seine Bilder mit Strawalde signiert, beging 2021 seinen 90. Geburtstag. Aus diesem Anlaß erschienen seine Gedichte aus sieben Jahrzehnten, die er für die Pirckheimer-Gesellschaft geschaffen hat. Strawalde spricht lieber von Nebengekritzel. Denn die Verse entstanden immer nur nebenbei, neben dem Malen und Filmedrehen. Sie sind keine hehre Gedanken-Lyrik, die Ewigkeitsgeltung beansprucht. Nicht in Stein gemeißelt, vielmehr spontane Notizen, rau und lebendig wie seine Bilder, geboren aus unbändiger Lust am Sprachspiel, an Alliteration, Reim und dadaistischer Sprengung des Sinns, um sich sinnlich am reinen Klang der Worte zu erfreuen. Grüße von Anna Blume, an denen Schwitters seine Freude hätte, Narren-Sprüche gegen „die Überweisen“, die „mit Weisheit Tisch und Wand besch...“ (Nietzsche).
Aufs Schönste ergänzen sich diese lustvollen Kritzeleien mit den Zeichnungen und Collagen. Von Strawalde handgeschrieben erscheinen die Verse wie grafische Strukturen und geben sich umgekehrt die Bilder als rätselhafte Schriftzeichen zu erkennen, die dazu einladen, entziffert oder vielmehr erhört zu werden. Denn letztlich sind beide Klanggebilde, die uns vom Leben erzählen.

Edition Ornament im quartus-Verlag Bucha, 2021,
12 S., 16,5/24,4 cm, Festeinband

Mi, 12.01.2022

Fotos © ad

Der Sammler auf Reisen: Rostock

Die Antiquariatsszene in Rostock ist seit meinem letzten Besuch arg geschrumpft, gerade einmal zwei Antiquariate existieren noch in der Stadt: das traditionsreiche Norddeutsche Antiquariat und das Antiquariat Wulff in der Rosa-Luxemburg-Straße 37.

Susanne Thorentz betreibt das 1955 gegründete Norddeutsche Antiquariat inzwischen in der unscheinbaren aber geschichtsträchtigen Buchbinderstraße in einem Eckhaus der von Rostockern und Touristen beliebten Kröpeliner Str. im Stadtzentrum. In dem Haus fand man früher die G.B. Leopold´s Universitätsbuchhandlung.
Mit einem Fahrstuhl ist das Antiquariat in zwei kleinen Räumen in der zweiten Etage erreichbar. Zu DDR-Zeiten war es um ein vielfaches besser gelegen und bot in größeren Räumen seine Bücher an, infolge der seitdem horrend gestiegenen Mieten in dieser stark frequentierten innerstädtischen Fußgängerzone mussten diese Räumlichkeiten jedoch aufgegeben werden. Kulturvermittlung ist halt brotlos und verlangt eine Portion Idealismus.
Schon nach kurzem Gespräch merkt man dieser Antiquarin ein fundiertes Fachwissen an und ihr Engagement zur Erhaltung dieser Nische von Kultur, Literatur und Bibliophilie. In diesem Antiquariat fand sich folgerichtig auch trotz des beengten Platzes eine gerahmte Zeitungsnotiz aus den 50ern über das Norddeutsche Antiquariat, welche sie stolz von der Wand nahm und vorzeigte.
Der Schwerpunkt des Antiquariats, von dem nur ein kleiner Teil in den engen, kleinen Räumen zu finden ist, liegt weniger bei den auch angebotenen teuren, von bibliophilen Sammlern gesuchten Stücken, sondern ist neben Belletristik und illustrierten Büchern Mecklenburgica, Geschichte, Orts- und Landeskunde, Technik, Schifffahrt ...
So z.B. attestierte Walter Kempowski dem Antiquariat, dort "eine jener Schwarten gefunden zu haben, nach denen [... er] in den sechziger und siebziger Jahren vergeblich Ausschau hielt. Jenes Material, das ich für meine Deutsche Chronik so dringend gebraucht hätte."

(ad)