Pirckheimer-Blog

Fr, 10.05.2024

Die "Bücherkinder" und zwei weitere Klassen trafen Sänger Wolf Biermann zu einem Gespräch in Berlin.

Gespräch mit einem Zeitzeugen: die Brandenburger Bücherkinder treffen Wolf Biermann in Berlin

Ein überaus denkwürdiges Gespräch mit einem Zeitzeugen der Geschichte des letzten wie dieses Jahrhunderts, dem bedeutenden Dichter und Liedermacher Wolf Biermann, fand am 07. Mai 2024 im Deutschen Historischen Museum in Berlin statt. Die Bücherkinder und weitere Schüler der Evangelischen Grundschule am Dom zu Brandenburg waren von der Bundeszentrale für politische Bildung eingeladen worden, um mit dem Georg-Büchner-Preisträger und Ehrenbürger von Berlin, geboren 1936 und seit langem wieder wohnhaft in Hamburg, ins Gespräch zu kommen. Nach einer Einführung durch die Bundeszentrale für politische Bildung in Brandenburg a. d. Havel besuchten zwölf Kinder Tage später die Ausstellung im Deutschen Historischen Museum, um danach zwei Stunden in einem Frage- und Antwortspiel dem berühmten Künstler Biermann zu begegnen.

Zur Doppelfragestunde waren auch zwei weitere Klassen angereist, die die Veranstaltung zudem musikalisch bereicherten. So gaben einige Schüler unter Anleitung einer klassischen Gitarristin ein Lied für Wolf Biermann zum Besten. Und eine Gruppe Flötistinnen und Flötisten gaben zum Auftakt, wie Pirckheimer-Freund und der Mentor der Bücherkinder Armin Schubert berichtet, eine Einstimmung zum Treffen mit dem Marsyas-und-Apoll-Thema: Marsyas spielte dereinst so lustvoll auf der Doppelflöte, dass er den Gott Apoll zum Wettstreit herausforderte und besiegte. Dafür ließ ihn Apoll bei lebendigem Leib häuten. Der Marsyas-Mythos dient bis heute als Parabel über das Verhältnis von Schönem und Hässlichem, Ohnmacht und Macht ... Was für ein Einstand für die Begegung mit dem, wie er selbst sang, Drachentöter und einer beeindruckenden Biografie. 

Die so ernste, zugleich unschuldige wie augenzwinkernde Frage des Tages aber kam, und so sieht es wohl auch die Bundeszentrale für politische Bildung, von Yuna von den Bücherkindern aus der schönen Stadt an der Havel, erzählt Armin Schubert weiter, und sie bot zudem eine Steilvorlage für Wolf Biermann, den sie überrascht und dem sie zugleich nicht schlecht gefallen haben dürfte. Ja, beim Besuch des Dorotheenstädtischen Friedhofs mit seinen vielen so prominenten Namen hätten sie sich mit den anderen Kids gefragt, wie es denn wäre, wenn Biermann in einem Jahrzehnt dort auf diese träfe: „Wir waren bei Anna Seghers und bei Bertolt Brecht auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. Möchten Sie da auch gern in zehn Jahren sein, um mit Brecht zu quatschen ...?“ 

Und der Wolf antwortete biermannesk: Ja, natürlich, dann wünsche er in dem Fall gleich mit Bertolt Brecht (1898–1956), der Weigel (1900–1971), mit Hanns Eisler (1898–1962), Anna Seghers (1900–1983) und dem großen Philosophen Hegel (1770–1831) sofort zu reden. Mit Johannes R. Becher (1891–1958), erster Kulturminister der DDR von 1954 bis 1958, hingegen möchte er auf keinen Fall auch nur ein Wort wechseln! Alles in allem war dies wohl für jede Beteiligte, jeden Beteiligten – auch Darstellerin und Interpretin Barbara Schnitzler war darunter – eine denkwürdige Begegnung mit dem Barden. Zum Abschluss überreichte Armin Schubert an Biermann noch das Pax questuosa der Bücherkinder sowie den Offenen Brief Hans-Eckardt Wenzels, eines seiner Konzerte in Leipzig betreffend, der Ende April hohe Wellen schlug. Ob Biermann dazu etwas sagt? Es bleibt interessant.

(André Schinkel/Armin Schubert/Pressemitteilung)

Do, 09.05.2024

Einband des neuen "Palmbaum" – von Sighard Gille.

Neuer „Palmbaum“ erschienen

Goethe und Beethoven schauen sich an, wenn wir das Cover des neuen Palmbaum, das erste Heft für 2024, des Literarischen Journals aus Thüringen – das auf drei Dekaden seiner Existenz zurück- und eben auch vorausblicken kann, in diesen Zeiten keine Selbstverständlichkeit und ein Segen für den Freund der schönen und in die Tiefe gehenden ... der gut gemachten Zeitschrift, aufklappen. Nun, und sie tun das seltsam verquer: Der eine Meister steht Kopf, während der andere bribbelbrubblig einherblickt. Das hat wohl, selbst wenn die Radierung Sighard Gilles, eines der bedeutenden Vertreter der Leipziger Schule, zwanzig Jahre alt ist, mit dem gewählten und bearbeiteten Titelthema des aktuellsten Palmbaum-Hefts: Welterbe Thüringen? Glanz und Elend der Kleinstaaterei, vermittelnd zu tun. Gille selbst, gebürtiger Eilenburger, Jahrgang 1941, kommt denn auch in dem Porträt des Redaktionsleiters und Pirckheimer-Freunds Jens-Fietje Dwars in einer schönen Annäherung zu Bild und Stimme ... Diese Dwars-Porträts gehören zum Besten, was man momentan in der Auseinandersetzung mit bildender Kunst zu lesen bekommt – ja, dem Porträtisten gelingt es immer wieder, Credo und Quintessenz dessen, was die Erwählten treibt und hält, bestechend einzufangen. Auch die Kleinstaaterei der DDR, mit der die Künstler einst zu kämpfen hatten, leuchtet auf, aber das Leitthema greift dazu noch viel tiefer: mit den auf Thuringia bezogenen Beiträgen von Astrid Ackermann, Claudia Schönfeld, Detlef Ignasiak, Klaus Bellin, Rolf Schneider und Anne Viola Siebert, nebst Seitenblicken nach Weißenfels und ins Anhaltische. Im Primärteil gibt es Gedichte von Altmeister Peter Gosse, von Ron Winkler und Thomas Böhme, Prosa von Landolf Scherzer und B. K. Tragelehn, gefolgt von einem feinen Interview-, Essayistik- und Redeteil unter anderem mit Dietmar Ebert und Nancy Hünger und der umfangreichen Rubrik Rezensionen, auch dies mittlerweile selten in diesem rasenden Jahrhundert. Dwars gelingt im Bund mit seinem Redaktionsvize Ulrich Kaufmann auf 220 Seiten ein ums andere Mal das sanft-schöne Wunder, ein hohes Maß an Information und literarischem Input in Kohärenz mit einem guten Stück Publikation zu bringen, das man gern in der Hand und unter dem Auge hat. Ja, und selbst wenn man hier noch viel Interessantes zu erkunden hat, das sei gesagt, eigentlich ist man neugierig schon wieder, was das nächste Heft bringt. Und das ist ein Wert in dieser wackligen Zeit, die uns umgibt. (Palmbaum. Literarisches Journal aus Thüringen, Heft 1/2024, Bucha bei Jena: quartus 2024, KlBr, 220 Seiten, Einband von Sighard Gille, ISSN 0943-545X, Einzelheft: 12 Euro, Jahres-Abo: 23 Euro.)

(André Schinkel)

Mi, 08.05.2024

Um "Karl Mays Traum" und sein Werk dreht sich von 10. bis 12. Mai alles im Lößnitzgrund in Radebeul.

31. Karl-May-Festtage in Radebeul

Karl Mays Traum – unter dem schönen Titel öffnet der Lößnitzgrund vom 10. bis 12. Mai 2024 wieder seine Schwingtüren und verwandelt sich für ein ganzes Wochenende in eine abenteuerliche Fantasiewelt, wie Karl May (1842–1912) sie sich in seinen berühmten Geschichten erträumte. Das Festwochenende eröffnen The Western Girls in der Westernstadt Little Tombstone zur Freiberger Countrynacht am Freitagabend. Der Santa-Fé-Express begibt sich für drei Tage auf seine abenteuerliche Fahrt. Die Westernvereine haben ihre Städte mit frischem Staub geputzt und die Bank für die Räuber gefüllt. Man begegnet raubeinigen Cowboys sowie den edelsten Damen in ausladenden Reifröcken, während Country-Bands mit Livemusik für Stimmung sorgen.

Auch kleine Halunken versinken begeistert im Westernfieber bei Goldwäschen, Ponyreiten und ausgiebigem Toben. Der Lößnitz-River an der Golden Nugget Ranch ist voller kleiner Kinderfüße im Goldrausch, die am Lagerfeuer schnell wieder trocknen. Als ganz besonderes Highlight bieten die Landesbühnen Sachsen exklusiv eine Kostprobe ihres neuen Abenteuerstücks Shatterhand von Holger Kahl! Winnetou bleibt für uns immer „Häuptling der Apachen“. In der „Kleinen Feder“ bietet sich jedoch die Chance, seinen realen Vorbildern vom White Mountain Apache Tribe aus Arizona zu begegnen und ihre Tänze zu erleben. Vom Stamm der Oglala Lakota freuen wir uns auf die beiden sympathischen Publikumslieblinge Delacina Chief Eagle und Nuvassie Blacksmith.

In diesem Jahr folgen wir auch wieder Karl Mays alter ego Kara Ben Nemsi in den faszinierenden Orient. Pferdefreunde finden ihr Paradies im Sternreitercamp Altwahnsdorf. Zum Höhepunkt der Festtage – der großen Sternreiterparade am Sonntag gehört die Meißner Straße den Sternreitern mit ihren herausgeputzten Rössern. Also die Cowboystiefel putzen und „Howdy!“ zu den 31. Karl-May-Festtagen! Zentraler Platz der Veranstaltung ist die Lößnitzgrundstraße in 01445 Radebeul.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Di, 07.05.2024

Zwei Jahre "Bleilaus" wird am 11. in Soltau gefeiert.
Mit dabei ist Tetsche, der Schöpfer der "Bleilaus". Der berühmte Cartoonist wurde 1946 in Soltau geboren.

Soltau: Zwei Jahre „Schrift- und Druckwelt“ mit der Bleilaus

Die Bleilaus feiert zwei Jahre Schrift- und Druckwelt in Soltau (Kirchstraße 2, 29614 Soltau) und ein buntes Fest neben der felto-Filzwelt: am 11. Mai von 15 bis 21 Uhr! Die Ära des Druckhandwerks ist in Soltau noch lange nicht zu Ende. Schon seit Mai 2022 ist es als Immaterielles Kulturerbe in der Kirchstraße lebendig. Als Maskottchen begrüßt Bleilaus Guddi Gutenberg alle Interessierten gleich über dem Eingang ... „So weckt sie Tag und Nacht Neugierde auf die Soltauer Welt der Schwarzen Kunst mit Millionen von Buchstaben“, scherzt Reinhard Riedel, Erster Vorsitzender des Trägervereins. Es gibt nicht nur Führungen, sondern auch Praxis im Setzen und Drucken. Die fast ausgestorbene Technik Johannes Gutenbergs wird im ästhetisch gestalteten Museum von engagierten Ehrenamtlichen mit Erfolg weitervermittelt. Zahlreiche Blei- und Holzschriften wie auch alte, noch voll funktionsfähige Maschinen der früheren Soltauer Buchdruckereien Herzberg und Mundschenk zeigen die einst revolutionäre und hochmoderne Weise, Texte zu vervielfältigen.

Das zweijährige Bestehen der Schrift- und Druckwelt wird der Verein zentral in Soltaus Innenstadt auf Röders Hof neben der felto-Filzwelt feiern, und zwar am kommenden Sonnabend. Um 15 Uhr wird das Fest feierlich eröffnet. Die Bläsergruppe Happy Brass mit Sönke Klegin und weiteren Talenten belebt den Nachmittag. Aktive Vereinsmitglieder kommen in Kleidung wie zu Gutenbergs Zeiten und lassen die Besucherschaft aus nah und fern selbst drucken. Der in Soltau geborene Cartoonist Tetsche ist als Schöpfer der Bleilaus prominenter Gast. Außerdem versteigern Mitglieder des Soltauer Fotoclubs „Pixelwerkstatt“ zwischendurch schöne Foto-Leinwände für einen guten Zweck. Ab 18 Uhr sorgt die Band Heavy Silence für Stimmung. Sie zelebrieren die Hymnen der letzten Jahrzehnte mit 100 Prozent Spaß und viel Leidenschaft. Klassiker und moderne Songs bekommen mit Akustikgitarren die eigene Heavy-Silence-Mischung, laden zum Tanzen ein. 

Für Gaumenfreuden sorgen die Soltauer LandFrauen mit leckerem Kuchen. Später bietet der Food-Truck des DRK-Kreisverbandes Fallingbostel abwechslungsreiche Speisen. Auch für Getränke ist gesorgt. Das Fest wird gesponsert von der Kreissparkasse Soltau, den Stadtwerken Soltau, der IHG Soltau, Edeka Ehlers, Hagebau, VGH-Versicherungsbüro Grefe und Raiffeisen Centralheide. Der Eintritt ist für das Fest ist frei, Spenden für die Feier der Bleilaus willkommen.

Die Bleilaus – Schrift- und Druckwelt Soltau
Mo, Mi, Sa von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung
www.buchdruckmuseum-soltau.de
Erlebniswerkstatt Buchdruck-Museum Soltau e. V.
Birkenstraße 10a, 29614 Soltau
E-Mail: info@buchdruckmuseum-soltau.de

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 06.05.2024

10. bis 12. Mai: Fanzineist Vienna Art Book & Zine Fair.

Fanzineist Vienna Art Book & Zine Fair vom 10. bis zum 12. Mai 2024

Sie ist wieder da: Die Fanzineist Vienna Art Book & Zine Fair findet vom 10. bis 12. Mai 2024 im Atelierhaus Akademie der bildenden Künste Wien (Lehárgasse 6–8, A-1060 Wien, der Ausstellungs- und Messeort firmiert unter: Semperdepot) statt. Die Besuchszeiten am kommenden Wochenende fallen wie folgt: Freitag 16 bis 21 (Party bis 23.30 Uhr), Samstag 13 bis 20 (Party bis 23 Uhr) und am Sonntag 12 bis 19 Uhr. Der Eintritt zum Event ist frei. Am Samstag gibt es zudem die Fanzineist Vienna Party im Celeste (Hamburgerstraße 18, A- 1050 Wien), sie geht von 22 bis 5.30 Uhr. An den drei Tagen trifft sich das Who’s Who der Fanzine-Szene in der österreichischen Hauptstadt, insgesamt sind 128 Aussteller vor Ort und 26 Online-Aussteller gemeldet. Neben den Präsentationen gibt es Workshops, Performances, Konzerte, DJ-Sets, Videopräsis, Screenings. Alles dreht sich ums Zine, es gibt Fanzines, Künstlerbücher, Comics, Graphic Novels und vieles mehr zu bestaunen. Zur Zine Fair gehört auch ein Queer Quarter. Es kann an allen Veranstaltungen physisch und online teilgenommen werden. Organisator der Non-Profit-Messe ist Deniz Beser. Alle Informationen zu ihr finden sich auf der Website der Zine Fair und bei Facebook (Main Event und Party Event).

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 05.05.2024

Die "Bücherkinder" Malte und Alma beim Schreiben. Ganze sieben Bücher haben die Kinder geschrieben.
Auf diese Publikationen sind die "Bücherkinder" stolz – und am 17.06.24 stellen sie drei davon in Berlin vor.

Juni: Die „Bücherkinder“ in Berlin

Das dicht besetzte Leben und – der Aufstand der „Schwachen“ heißt die besondere Veranstaltung, eine gemeinsame Lesung der Bücherkinder aus Brandenburg an der Havel mit der Christa Wolf Gesellschaft, der Anna-Seghers-Gesellschaft und der Pirckheimer-Gesellschaft, die am Montag, den 17. Juni 2024, um 17 Uhr in der Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund (Referat 55: Bildung und Wissenschaft, FB Veranstaltungen, In den Ministergärten 3, 10117 Berlin) stattfindet. 

Dazu schreiben die zum Lese-Event Einladenden: „Der Titel zu unserer Lesung Das dicht besetzte Leben bezieht sich auf Essays, Briefwechsel und Gespräche zwischen Anna Seghers und Christa Wolf (erschienen beim Berliner Aufbau-Taschenbuch Verlag 2003). Anna Seghers hat immer wieder über die ‚Kraft der Schwachen‘ geschrieben. Mit Bezug zur Lage vor den Wahlen in Brandenburg, zur Lage in Europa und der Welt ist heute ein Aufstand der ‚Schwachen‘ notwendig. Eine Nummer zu groß? Schwach und kleinlaut dürfen wir bei der Lage nicht bleiben.“ Und weiter heißt es da: 

„Immer wieder haben wir gerade mit Kunst und Kultur, mit zivilgesellschaftlichem Engagement und Mut bewiesen, dass wir Menschen in der Lage sind, Verhältnisse zu ändern. (…) Inbegriffen ist das Problem der ‚Über-Individualisierung‘ unter den Menschen, die uns vom Gemeinwesen wegdriften. Genau das alles hat uns heftig erreicht und schafft Populisten Zulauf. Das aktuelle Interview mit Lars Eidinger zu seinem Familiendrama Sterben hat uns ein weiteres Mal bestärkt, dass unsere kulturelle Bildungsarbeit mit Kindern wichtig ist. Sie schult deren eigenes Denken und Urteilen an Beispielen unserer Kultur als Gleichnis und im Verhältnis zu Fragen unserer Zeit.“

Die Bücherkinder und die Vertreter der fördernden Gesellschaften laden mit der Staatskanzlei des Landes Brandenburg zu einer Präsentation der jüngsten Bücher ein, die die Bücherkinder Brandenburg zu anstehenden gesellschaftlichen Fragen geschrieben und publiziert haben . Mit dabei sind Pax questuosa – ein Friedensbuch und Die Farben der Kindheit mit Texten zur Kindheit von Jurek Becker, Franz Fühmann, Günter Grass, Christa Wolf – sowie Du liebe Hühnerkastanie und manche Zugabe. Eine wichtige, famose Sache: Hingehn! Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 04.05.2024

Die 33. IAKH-Jahresschrift ist in Leipzig erschienen.

IAKH-Jahresschrift erschienen

Die 33. Jahresschrift für Künstlerbücher und Handpressendrucke, die Ausgabe des Periodikums der IAKH für 2024, ist in der Edition Lebensretter (Schlösschenweg 1, 04155 Leipzig) in der Pleiße-Metropole erschienen. Sie enthält eine Reihe Aufsätze und Essays zu Buchkunst und -handwerk, über Sammlungen, Künstler und Verlage – unter anderem sind Beiträge von Jost Braun, Reinhard Grüner, Axel Pilz und Ingo Cesaro sowie ein Register der IAKH-Aktivitäten der letzten dreißig Jahre enthalten. Die Edition ist in vier Ausgabe-Varianten mit Originalen von Chris Löhmann und Steffen Braumann (jeweils Radierungen) in einer Preisspanne von 89 bis 120 Euro zu erhältlich. Das Periodikum begleitet jeweils die jährlichen Ausstellungen der IAKH zum Thema im Zeitraum der Leipziger Buchmesse, und die Originalbeigaben können unter diesem Link eingesehen werden. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 03.05.2024

Weltenschöpfer aus Sachsen: Wagner, Klinger, May.

Die drei Weltenschöpfer: Richard Wagner, Max Klinger, Karl May

NEUES AUS ROBERTS KLEINER BÜCHERECKE

Was verbindet den Fliegenden Holländer, Winnetou und Max Klingers Sirenen? Das wird in dieser groß angelegten Publikation zur künstlerischen Wesensverwandtschaft der drei sächsischen Genies, die die gleichnamige Ausstellung im Leipziger Museum der bildenden Künste im Sommer 2013 begleitete, deutlich. Der Aufbruch zu neuen Ufern ist Richard Wagner (1813–1883), Max Klinger (1857–1920) und Karl May (1842–1912) gemeinsam. Allesamt in Sachsen geboren und durch das kulturelle Umfeld der Region geprägt, praktizierten der Komponist, der bildende Künstler und der Schriftsteller in vergleichbarer Weise eine Lebensgestaltung in europäischer Dimension. Alle drei verarbeiteten die eigenen Konflikte mit den gesellschaftlichen Normen in ihren Kunstgestalten und kühnen künstlerischen Visionen. Anlässlich des 200. Geburtstags von Richard Wagner unternimmt der Band eine gattungsübergreifende Zusammenschau der Vorstellungswelten der drei Sachsen, die für die Kunst- und Kulturentwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts so ungemein bedeutend waren. Schwerpunkte der Untersuchung bilden dabei die Idee des Gesamtkunstwerks und die symbolisch aufgeladene, pathetisch besetzte Landschaftsauffassung der Künstler, sich als Schöpfer neuer Welten von parabelhaftem Charakter verstehend ... Erschienen bei Hatje Cantz.

Hans-Werner Schmidt: 
Weltenschöpfer: Richard Wagner
Max Klinger, Karl May im Museum
der bildenden Künste Leipzig.
Berlin: Hatje Cantz Verlag 2013,
232 S., gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-77573-537-7, 9,95 Euro.

(Robert Grieger)

Do, 02.05.2024

Bis 04.08.: Francisco de Goya & Co. in Braunschweig.

„Im Labyrinth der Unvernunft“

Das Herzog Anton Ulrich-Museum (Museumsstraße 1, 38100 Braunschweig) präsentiert vom 26. April bis 4. August 2024 die neue Ausstellung Goya. Im Labyrinth der Unvernunft – Der Zyklus Los Disparates im jüngst neueröffneten Raum Kunst auf Papier. Francisco de Goyas (1746–1828) 22 fulminante Aquatinta-Radierungen des Zyklus Los Disparates gehören zu den Höhepunkten seines Werks. Im Kupferstichkabinett des Museums sind sie in hervorragenden Drucken vertreten. Als so leidenschaftlicher wie innovativer Radierer nutzte der spanische Meister die Technik der in Frankreich in den 1760er Jahren entwickelten Aquatinta-Radierung. Sie ermöglichte ihm die Erschaffung dramatisch-malerischer Kompositionen vor dem Hintergrund kosmischer Düsternis. Und: Francisco de Goyas grafische Technik und seine Bedeutung als Vorbild für gegenwärtige Kunst ist in Zusammenarbeit mit der HBK Braunschweig, Werkstatt für Radierung, als Teil in der Ausstellung integriert. Studierende haben sich intensiv sowohl mit dem Leben und Schaffen Goyas als auch mit der altmeisterlichen Technik der Aquatinta-Radierung in neuen Kunstwerken befasst. Es finden im Begleitprogramm dialogische Führungen jeweils am Sonntags, 15 Uhr, an folgenden Tagen statt: 09.06., 23.06., 07.07., 04.08. Und am 30.05. spricht Maria Ondrej um 18.30 Uhr von der Inspiration de Goyas und seiner Radierkunst. HBK-Studierende haben freien Eintritt in die Schau.

(André Schinkel/HBK/Pressemitteilung)

Mi, 01.05.2024

Cool: Am 11. Mai ist der "Gratis Kids Comic Tag 2024"!

Am 11. Mai ist Gratis Kids Comic Tag!

Kinder-Comics für den Lese-Nachwuchs: Am 11. Mai 2024 ist Gratis Kids Comic Tag, und über 900 Comic- und Buchhandlungen, Bibliotheken und Büchereien in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind dabei. Zehn Verlage mit Fokus auf Kinder- und Jugendcomics haben sich dafür zusammengetan und 21 Kinder-Comic-Hefte ausgewählt, die an eben dem Samstag, den 11. Mai, in Buchhandlungen, Comicshops und Bibliotheken kostenlos verteilt werden. Die beteiligten Verlage produzieren eigens für diesen Tag Comic-Hefte, die dann dort gratis erhältlich sind. Von Superhelden über bekannte Figuren aus den unendlichen Weiten des Disney-Universums bis hin zu den neuen Independent Comic-Figuren – in dem kunterbunten Portfolio an Angeboten ist für jeden Geschmack ist etwas dabei. Alle Informationen zu den teilnehmenden Verlagen, zu den 21 kostenlosen Kinder-Comics und darüber, wo es diese geben wird, über zusätzliche Aktionen wie Signierstunden mit Comic-Künstlern und -Künstlerinnen, Ausstellungen, Wettbewerbe und Zeichenkurse gibt es auf der Website zum großen Comic-Gratistag – www.gratiscomictag.de.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Paul Auster. | © by David Shankbone (via CC-BY 3.0)

New York: Trauer um Paul Auster

In memoriam Peter Demetz (1922–2024), too.

Diese Nachricht, auch wenn man sie befürchtete schon, erschüttert den literarischen Globus: Paul Auster (1947–2024) ist tot. Er starb am gestrigen 30. April in seiner Wahlheimatstadt New York, die auch für sein Werk, etwa 30 Bücher, die in 40 Sprachen übersetzt wurden, prägend war. Seinem Debüt 1982 unter seinem Klarnamen (er hatte zuvor bereits unter zwei Pseudonymen publiziert), das sich distanziert mit dem Tod seines Vaters auseinandersetzte, folgte von 1985 bis 1987 der Ruhm in Gestalt der Bände seiner New-York-Trilogie nicht ganz auf dem Fuß, Austers experimentelle Krimis waren zunächst 17-mal abgelehnt worden, erst ein kleines Publishing House erbarmte sich. Aber von da an war es nicht mehr aufzuhalten: Es folgten weitere Großwerke wie Leviathan (1992) und Mr. Vertigo (1994) bis hin zu Invisible (2009) und dem 1.250-Seiten-Klopfer 4 3 2 1 (2017) und seinem finalen Buch, dem schmalen und höchstgradig persönlichen, sprichwörtlich mit den letzten Dingen befassten Baumgartner (2023). Es zeigt den verlöschenden Erzähler noch einmal auf der Höhe seiner einzigartigen Gabe. Austers narrative und erwägende Motivik beschäftigt sich mit den Gegensätzen von natürlicher und symbolischer Ordnung, darin ist er als Romancier, Novellist und Dramatiker wie Essayist intentionell den Transzendentalisten (Thoreau und Hawthorne) des vorletzten Jahrhunderts ähnlich und transformiert diese Denk- und Interpretationsansätze in unsere Zeit. In zweiter Ehe war Paul Auster mit Siri Hustvedt (*1955) verheiratet, die selbst eine überaus erfolgreiche Romanautorin ist. Die Gegenwart verliert mit Paul Auster einen ihrer größten Erzähler.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 30.04.2024

Die Büchergilde hat "Die Verwandlung" mit vielen kongenialen Blättern Rosy Lilienfelds anlässlich des 100. Todestags Franz Kafkas aufgelegt. Das Resultat ist nichts weniger als eine bibliophile Entdeckung. Die Kohlezeichnungen der Künstlerin, die Vertreterin einer "verschollenen Generation" ist und die 1942 in Auschwitz ermordet wurde, werden hier erstmals vorgelegt. Sie ergänzen den Kafka-Plot frappierend.

Bibliophiles dieses Monats: „Die Verwandlung“ von Franz Kafka

Caminante, son tus huellas / el camino, y nada más … (Machado)

Kafka und kein Ende: Wenn dem vor hundert Jahren im Alter von nur vierzig Jahren Gestorbenen nur der Hauch, ein Krümchen seines Ruhms zu Lebzeiten, wie er ihn (und auch noch gegen seinen Letzten Willen) im Tode traf, erreicht hätte, er hätte sich, Enttäuschung gewohnt, wohl gewundert und vielleicht auch verwahrt. Es ist aber so – Franz Kafkas (1883–1924) Werk ist zum Inbegriff der Verwerfungen des letzten (und wohl auch dieses) Jahrhunderts geworden. Die Verwandlung scheint da, neben den drei fragmentarisch gebliebenen Romanen Kafkas, ein Emblem dieses Erzählers geblieben zu sein; angesichts der großen Weitläufigkeit seines Werks, seiner Meisterschaft auch und vor allem in den kleinen Formen stellen sie letztlich nur das obere Pyramidion seines Wirkens dar.

Dass es so ist, verwundert indes nicht. Mit Das Urteil (1913) und In der Strafkolonie (1919) bildet Die Verwandlung, die 1915 erschien, eine exemplarische Novellen-Trilogie, die das Doppelthema der Unüberwindbarkeit von Instanzen, seien es Väter oder Vorgesetzte und das, was sein Nachgänger Wolfgang Koeppen (1906–1996) später mit dem elementaren Verdiktum „Wir sind von Anbeginn verurteilt“ (so in Jugend von 1976) treffend und schneidend beschrieb, mustergültig vor. Der Plot, in dem vom ersten Satz an das Verhängnis seine (sic!) Fühler ausstreckt, ist Signet und Vademecum einer der Blüten der Literatur der Moderne geworden, hinter dem sich jeweils ein Kosmos eröffnet, der die Gebresten der Existenz aufs Korn und mit buchhalterisch-advokatischer Akkuratesse wie kühler Anteilnahme in den Blick nimmt und damit die bedrückendsten Abgründe erzählt. 

Der Abyss entspringt dabei und fällt in die Tiefe seiner selbst, aus dem tiefsten Alltag heraus, der die sprichwörtliche Geworfenheit des Menschen, seine Entfremdung und Selbstentfremdung in der Moderne in sich trägt und hinter dem Biedermeier des Funktionierens, Funktionieren-Müssens hervorlugt. Gregor Samsa, der sich für seine saumselige Familie den Arsch aufreißt, findet sich in ein chitinbehängtes Monstrum, nun ... ja ... – verwandelt. Der Rest, wenn auch erst nach dem Tod Franz Kafkas und durch die vermittelnde Arbeit seines Freundes Max Brod (1884–1968), der den zu Kafka-Lebzeiten publizierten Texten den fulminanten Nachlass beigesellte, ist Literaturgeschichte. 

Ein bisschen scheint es auch so, dass im entwickelten Spätkapitalismus nun die Nachzehrer aufwachen und nicht nur das Andenken dieses Erzählers wahren, sondern ja auch einen gediegenen Euro damit machen mögen. Bei der Veröffentlichung von Die Verwandlung, Kafkas bekanntester und auch die Vielgestalt seines übrigen Werks ein wenig verdeckender Erzählung, im Programm der Büchergilde Gutenberg liegt der Fall anders. Dieses Buch ist weniger ob der Wiederauflage der Novelle ... – sondern aufgrund seiner illustrativen Beigabe verdienstvoll, würdig und auch besonders. Und es berührt, wenn man sich eingehend mit der Geschichte des Zustandekommens dieser Kombination des Textes mit den bisher unbekannten Zeichnungen Rosy Lilienfelds befasst.

Eben diese, die Novelle begleitenden Illustrationen sind die Entdeckung der Veröffentlichung der Büchergilde zum Kafka-Jahr, und sie erzählen von einer künstlerisch sowie menschlich aufregenden Wiederherstellung des Wissens um eine bedeutende Grafikerin einer verlorenen Generation. 2022 erstmals wieder in einer Ausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt zugänglich gemacht, ist das Leben und Werk von Rosy Lilienfeld (1896–1942) einer mehr als überfälligen Rehabilitation zu unterziehen. Die verschollene Künstlerin ist dem Expressionismus zuzurechnen, als Jüdin wurde sie 1942 in Auschwitz ermordet. Über die Umstände des Wiederfindens der kongenialen Arbeiten zu Kafkas Text berichtet in einem Nachwort im Buch die Direktorin des Jüdischen Museums, Dr. Eva Sabrina Atlan. Dort wird am 06. Juni auch die Präsentation von Die Verwandlung stattfinden.

Das Buch, das diese und Kafkas Geschichte in sich trägt, ist inhaltlich wie gestalterisch nichts weniger als ein Ereignis. Die Düsternis beider Linien, der narrativen wie zeichnerischen, verbindet sich hier mit einer hohen bibliophilen Güte, Würde und Kunstfertigkeit, die, auch wenn man das von Gilde gewöhnt sein mag, noch einmal etwas absolut Besonderes hat. Rosy Lilienfeld findet so treffende Bilder für das passive Aufbegehren Gregor Samsas und die sich, nun ja, abkühlende Umgebung seiner Familie, für die er, zum Tier geworden, jetzt völlig nutzlos ist, dass es den Leser und Betrachter schubbert. Und man zugleich die Augen nicht davon lassen kann ... So ist denn diese Neuausgabe der Verwandlung eines der schönsten, ja, und umtreibendsten Bücher der Saison.

Franz Kafka: Die Verwandlung. Mit Illustrationen von Rosy Lilienfeld und einem Nachwort von Eva Sabrina Atlan. Frankfurt am Main: Büchergilde Verlagsgenossenschaft, gebunden, fadengeheftet mit Lesebändchen, Rundumfarbschnitt sowie Prägung, 112 Seiten, ISBN 978-3-76327-471-0, für 28 Euro.

(André Schinkel) 

Mo, 29.04.2024

Soeben erschienen: die neue "Wandelhalle" der GdB.

Neue „Wandelhalle“ erschienen

Die Frühjahrsausgabe 2024 der Wandelhalle für Bücherfreunde, den Nachrichten der Gesellschaft der Bibliophilen e. V. ist soeben erschienen. Unter der Ägide von Silvia Werfel, der Redaktions-Verantwortlichen, Autorin und Fachjournalistin aus Wiesbaden, ist wieder ein feines Heft zusammen gekommen. Das Journal erscheint als Periodikum der ältesten Bibliophilen-Gesellschaft im deutschen Sprachraum (gegründet 1899) zweimal im Jahr und informiert intern und extern über die Neuigkeiten in der Buch- und Buchgrafikwelt. So lädt gleich im Editorial der neuen Ausgabe die Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Dr. Annette Ludwig, zur großen Jubiläums-Jahrestagung nach Weimar ein. Auch wenn es die 123. Tagung ist, feiert die GdB 2024 ihr 125-jähriges Bestehen. Unter den gleichgesinnten Vereinigungen, die sich mit Buchkunst und Bibliophilie befassen, gilt die GdB als die „Weimarer“ Gesellschaft: Da die Eintragung des Vereins dereinst in der Klassikerstadt erfolgte, ist treffen sich Ende Mai/Anfang Juni quasi „Weimarer in Weimar“ zur Jubiläumstagung. Und, das sei vorausgeschickt, das Programm der Bibliophilentage 2024 ist aufregend, illuster! Alle Informationen dazu gibt es unter diesem Link. Zurück zum Heft: In der Rubrik Blickpunkt gibt es aus der Feder der Chefredakteurin den eingehenden Text Bilderrausch, Augenschmaus. Comics als Sammelobjekte und Kulturgut. Silvia Werfel widmet sich darin der eigenen und doch im Metier noch recht jungen Begeisterung für die Gattung ... und es eröffnet sich letztlich nicht nur eine ganz eigene Welt, sondern auch ein faszinierendes, reich facettiertes Sammel- und Liebhabergebiet. In den Bibliophilen Notizen finden sich ein kleines Porträt von Max Liebermanns Frau ... und ein Hinweis auf den wunderbaren Film Umberto Eco. Eine Bibliothek der Welt, der sich der 32.000 Bände fassenden Sammlung des Ausnahmeautors wie -denkers widmet. Weitere Themen: Julius Nitsche, Artur Dieckhoff, Paul Maar, Print & Crime, Käthe Kollwitz und Núria Quevedo. Weiterhin Nachrichten, Ausstellungs- und Büchertipps sowie Rezensionen. Ein Heft – voller Buch!

(André Schinkel)

So, 28.04.2024

Ab 30.05.: der Internationale Comic-Salon Erlangen.

21. Internationaler Comic-Salon Erlangen vom 30.05.–02.06.2024

Der Internationale Comic-Salon Erlangen (als Kurztitel: CSE) ist eine seit 1984 zweijährlich stattfindende Veranstaltung und mit über 25.000 Besuchern das bedeutendste Comic-Festival im deutschsprachigen Raum und wird auch als „Erlanger Comic-Biennale“ bezeichnet. Veranstalter ist das Kulturamt der Stadt Erlangen (Abteilung Festivals und Programme, Gebbertstraße 01, in 91052 Erlangen), die Festivalleitung liegt bei Bodo Birk. Das Kernstück ist die Comicmesse in der Heinrich-Lades-Halle, dem Kongresszentrum der Stadt Erlangen (Ort: Rathausplatz 01, 91052 Erlangen) mit Ständen vieler deutscher Comic-Verlage und Comic-Händler. Ergänzt wird die Messe von Ausstellungen, die an diversen Standorten der Erlanger Innenstadt verteilt sind, einer großen Comic-Börse auf dem Markt und illustren Veranstaltungen u. a. auch auf dem Schlossplatz der Stadt. Insgesamt werden 200 Aussteller erwartet. Während des Salons wird auch der renommierte Max-und-Moritz-Preis vergeben. Alle Informationen zur Messe finden sich unter diesem Link.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Sa, 27.04.2024

Lutz Möller stellt seit 26.04. in der Braunschweiger Galerie "Geyso20" aus. | © Christian von Hoffen

„Das Wesen des Staubsaugers“

Zur Vernissage nach Braunschweig lud am gestrigen 26. April die Galerie Geyso20 (Geysostraße 19/20, 38106 Braunschweig) ein. Gezeigt werden Arbeiten des international gefeierten Künstlers Lutz Möller, die sich zeichnerisch und grafisch den Dingen des Alltags annähern und damit für eine große Aufmerksamkeit sorgten. Die Exposition heißt denn auch Das Wesen des Staubsaugers nach einem seiner erklärten Lieblingsobjekte der Erwägung und Betrachtung. Die Schau ist von Montag bis Freitag von 10 bis 15 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Lutz Möller ist der Galerie, die auch Atelieranschluss hat, seit drei Jahrzehnten verbunden. Sein Wirken wurde erst kürzlich mit der Aufnahme von neun seiner Arbeiten in die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Zur Schau-Eröffnung spach der Direktor des Museums Sammlung Prinzhorn in Heidelberg, PD Dr. Thomas Röske. Und: Zur Ausstellung erscheinen ein Katalog und ein Film zur begleitenden Dokumentation. Der Film ist Bestandteil der Ausstellung.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 26.04.2024

Comic und Film für Kafka: am 29.05.2024 in Wien.

Franz Kafka ins Bild gesetzt: mit Filmvorführung und Vernissage

Anlässlich seines 100. Todestages am 03. Juni findet ein Schwerpunkt zu Franz Kafka (1883–1924) statt, der die bis heute enigmatische Zentralfigur der literarischen Moderne aus verschiedenen medialen Perspektiven ins Bild setzt. Der Präsentation eines Überraschungsfilms zu Franz Kafka voraus geht ein Gespräch mit dem Literaturwissenschafter und Mitherausgeber der Werke Kafkas Hans-Gerd Koch, dem Schriftsteller, Fotografen und Schauspieler Hanns Zischler sowie dem Filmemacher und Fotografen Clemens Schmiedbauer. Auch grafisch bietet der Abend etwas: Der Zeichner Nicolas Mahler präsentiert seine künstlerischen Zugänge im Comic. Anschließend wird eine Ausstellung mit Kafka-Zeichnungen Mahlers im Foyer des illustren Ortes von Überraschung und Exposition eröffnet. Bei diesem handelt es sich um das Literaturmuseum in der Hauptstadt Österreichs, es befindet sich in der Johannesgasse 6 in A-1010 Wien. Statt findet die Sache in ganz unmittelbarer Nähe des Kafka-Todestages, am 29. Mai 2024 von 19 bis 21 Uhr. Der Eintritt für das Doppelevent ist frei. Die Feierlichkeiten zum Gedenken an den großen Prager Erzähler, dem in den Wörterbüchern ein eigens für ihn erfundenes Adjektiv zugewiesen wird, werden wohl noch das ganze Jahr und nicht nur im deutschsprachigen Raum anhalten. Das literarische Werk des 1924 zu früh Verstorbenen gilt als Schlüssel für die Verwerfungen des zwanzigstens Jahrhunderts; eigentlich hatte Kafka die Vernichtung des größten Teils seines Werks verfügt. Aber sein Freund und Nachlass-Betreuer Max Brod brachte das nicht übers Herz ... und Franz Kafka wurde postum weltberühmt.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 25.04.2024

Initiator Jürgen Jankofsky am 23.04. vor der DNB.
"Logbuch" und "Verse von einer Universität" – am 23.04. ehrten Christoph Liedtke, Thomas Kunst, Jürgen Jankofsky, Adina Heidenreich und André Schinkel Walter Bauer (1904–1976) in der DNB.

Walter-Bauer-Ehrung in Leipzig

Er dürfte zu den zu Unrecht lange vergessenen mitteldeutschen Autoren des letzten Jahrhunderts zählen: Walter Bauer (1904–1976). Geboren als Arbeiterkind in Merseburg, wurde Walter Bauer Lehrer – es war aber vor allem sein zweites Buch, das ihn 1930 schlagartig berühmt machte: Stimme aus dem Leunawerk. Die Größen der Epoche: Walther Victor, Kurt Tucholsky, Stefan Zweig, Max Tau und Hermann Hesse, lobten diesen Band, der Lyrik und lyrische Prosa enthielt und auf eine neuartige Weise in Tradition von Expressionismus und Neuer Sachlichkeit eine Literatur der Arbeitswelt schuf, die ihresgleichen suchte. Der Beginn eines Werks, das sich weit öffnen sollte und zu Lebzeiten neunzig Bücher zeitigen: Romane, Erzählungen, Essays, Stücke, Hörspiele und immer wieder Gedichte. 1952 wanderte Bauer, von den restaurativen Entwicklungen in der jungen Bundesrepublik und nicht zuletzt durch das Scheitern einer Liebe enttäuscht, nach Kanada aus. Es folgten schwere Jahre als Tellerwäscher und Hilfsarbeiter, danach studierte Walter Bauer in Toronto Sprache und Literatur und brachte es zum Lecturer und schließlich zum Associate Professor. Sein Werk wuchs und wuchs – ein Dilemma seiner Diaspora aber war, dass Bauer weitgehend sein Publikum verlor. Sein Kollege und Bruder im Geiste Jürgen Jankofsky, Merseburger wie er und in Leuna lebend, war maßgeblich an der Wiederentdeckung Bauers in seiner Heimat beteiligt, er vertritt mittlerweile die weltweiten Rechte an dessen Werk. Seit 1980 gibt es eine Reclam-Ausgabe der Stimme aus dem Leunawerk, sie wurde initiiert durch Hans-Martin Pleßke (1928–2010), der mehr als vier Jahrzehnte an der DNB wirkte und einer der ersten Walter-Bauer-Preisträger war. So ehrte die Buchpremiere am 23.04. auch ihn. Gegenstand war der neue Band der Bauer-Reihe im Mitteldeutschen Verlag, der zwei Gedichtbände aus dem Nachlass vereint. Herausgeber Jankofsky hatte dafür mit Thomas Kunst und Pirckheimer-Freund André Schinkel zwei Preisträger und Adina Heidenreich und Christoph Liedtke zwei Bauer-Stipendiaten geladen. Er selbst, Bauer-Preisträger 1996, moderierte den Abend, zeigte die Bücher des Autors und präsentierte seltene Aufnahmen des Dichters. Die Eingeladenen lasen dazu Texte des zu Ehrenden. In der Buchreihe erscheinen neben Sammelbänden und Monografien des Dichters auch die Funde aus dem Nachlass, nebst den Gedichten auch Artikel, Essays und Kindertexte Walter Bauers. Den Abschluss soll eine Auswahl aus den Tagebüchern bilden. In den letzten Jahren ist eine kleine Bauer-Renaissance zu verzeichnen, so fußt das Drehbuch des Hollywood-Films Grey Owl auf einem Band des Autors, werden immer wieder Einzeltitel nachverlegt und sind die Hörspiele Bauers nach wie vor im ÖRR zu konsumieren. Gute Aussicht also zum 120. Geburtstag des Dichters, der seine Herkunft nie vergessen konnte, am 04.11.24, dem Tag, an dem auch ein neuer Walter-Bauer-Preis vergeben wird.

(André Schinkel/DNB/Pressemitteilung)

Mi, 24.04.2024

"paper positions" in Berlin | © Clara Wenzel-Theiler

Berlin: Die „Paper Positions“ 2024

Vom 25. bis 28. April 2024 präsentiert die achte Ausgabe von paper positions berlin, zeitlich parallel zum Gallery Weekend Berlin, sechzig internationale Galerien aus elf Ländern. Die mehr als 150 Positionen aus der zeitgenössischen wie der modernen Kunst haben alle eines gemeinsam: Sie beschäftigen sich mit der Zeichnung und dem Material Papier. Den Besucherinnen/Besuchern wird ein Überblick über die Besonderheit des Mediums geboten. Die Werke und Urheber können sich dabei von allen ihren Seiten zeigen. Charakteristisch für die paper positions ist die Idee eines Kunstsalons in Form einer Messe: Durch den Verzicht auf klassische Kojen entsteht zudem die Atmosphäre einer großen, hellen und luftigen Gruppenausstellung. Dabei besteht die Möglichkeit, die künstlerischen Positionen im Dialog wahrzunehmen, zu entdecken und sich über das Gesehene auszutauschen. Es werden außerdem am Donnerstag und Freitag Preise in drei Kategorien vergeben. Alle weiteren Informationen zum 2024er Berlin-Leg der paper positions finden sich hier.

(André Schinkel)

Di, 23.04.2024

Am 23. April jedes Jahres ist Welttag des Buches.

23. April: Welttag des Buches 2024

Am 23. April ist es wieder so weit: Deutschlandweit feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und alle Lesebegeisterten am UNESCO-Welttag des Buches ein großes Lesefest. Eine regionale Tradition ist zu einem internationalen Ereignis geworden: 1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum Welttag des Buches, dem weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und nicht zuletzt die Rechte der Autoren. Die UN-Organisation für Kultur und Bildung hat sich dabei von dem katalanischen Brauch inspirieren lassen, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Und über diesen Brauch hinaus hat der 23. April auch aus einem weiteren Grund besondere Bedeutung: Er ist der Todestag von William Shakespeare (1564–1616) und Miguel de Cervantes (1564–1616), zwei der größten Autoren in der zweiten Hälfte des letzten Jahrtausends. Auf der Welttag-Webseite können sich alle Interessierten und Lesebegeisterten über die umfangreichen Aktionen der Welttag-des-Buches-Partner: Stiftung Buchkultur & Leseförderung des Börsenvereins, Stiftung Lesen, cbj-Verlag, Deutsche Post DHL, ZDF und die avj, informieren.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Bücher und Whisky ... passt das?

Whisky und Buch, passt das zusammen? Eindeutig ja. Dies konnte ich vor einiger Zeit bei den Berliner Pirckheimern bei einem Vortrag zum Thema unter Beweis stellen (der Blog berichtete). Im Sommer 2020 (ausnahmsweise etwas Positives zu Corona-Zeiten) haben sich zwei Verrückte über die sozialen Medien angefreundet: Meine Wenigkeit (Robert Grieger, Pirckheimer, Mitglied des Vorstands der Pirckheimer-Gesellschaft und Herausgeber der Berliner Whisky Depesche) sowie Matthias Hartinger (mittlerweile durch mich auch Pirckheimer-Freund und Chef von Whisky & Talk). Uns vereinte die Leidenschaft für das „Wasser des Lebens“, das Buch und das Sammeln von Büchern zum Thema. Aber wir wollten auch mehr und Gleichgesinnten eine Plattform geben. Somit gründeten wir am Welttag des Buches (23.04.2021) eine Facebook-Gruppe Bücher rund um Whisk(e)y & Co. Mittlerweile mehr als 200 Mitglieder tauschen sich dort über Bücher rund um Whisky und andere Spirituosen und auch Bücher, die irgendwie in diese Richtung zielen, aus. Egal, ob alte Ausgaben, Neuerscheinungen, Bibliophiles und Seltenes, Bücher über Holzarten, Fasshandwerk, Historisches zum Thema Whisky etc. – nichts ist unmöglich und wird präsentiert. Natürlich führten wir auch bereits viele Interviews mit Autoren und Jounalisten aus der Szene oder präsentierten diese online und luden auch zu Diskussionsrunden ein. Daran kann man sehen, was zwei verrückte Pirckheimer mit dem Hang zum guten Tropfen anstellen können. Nun, und diese Verrücktheit treibt uns jetzt schon genau drei Jahre um. Die Aktivitäten der Gruppe kann man unter diesem Link verfolgen und auch sich an unserer Kommunikation beteiligen und mitmischen. Die im Abbildungsteil beigefügten Logos der Berliner Whisky Depesche und unserer FB-Gruppe Whisky und Buch stammen vom Brandenburger Künstler und Autor Jörg Ugowski.

(Robert Grieger)