Pirckheimer-Blog

Katalog

So, 28.06.2026

Der Ausstellungskatalog "Vielseitige Buchpatienten" von Reinhard Nitsche sowie Kirsten Meyer begleitet die gleichnamige Exposition im Domherrenhaus zu Verden. Unser Rezensent Michael Spyra lebt in Halle an der Saale als Autor und Lehrer – zuletzt erschien sein Band "In Auflösung begriffen" (bei Urs Engeler).

Die Verdener Buchretter geben Einblick im Domherrenhaus

Es ist beschwerlich, sich vor den Brandmeldungen unserer Tage zu verbergen, erreichen sie einen doch jederzeit und allerorts. Umso erfreulicher dann, wenn sich Nachrichten von vorgestern der Informationsflut beigesellen, wider Erwarten per Post. Die Feuermelder vergangener Tage haben nämlich die angenehme Eigenschaft, gegenwärtige Ereignisse als relativ zu entschärfen. 

Im konkreten Fall soll es um den Katalog Vielseitige Buchpatienten von Reinhard Nitsche und Kirsten Meyer gehen. Dieser ist begleitend zur gleichnamigen Ausstellung seit dem 13. Mai und bis zum 23. August 2026 im Historischen Museum Domherrenhaus Verden (Untere Straße 13, 27283 Verden) mit dem Untertitel Auf Spurensuche in der historischen Bibliothek des Domgymnasiums Verden erschienen. – Der Oberstudienrat und die Restauratorin präsentieren uns dreizehn Bände aus den angesprochenen Beständen, die zwischen 1550 und 1836 publiziert wurden und die von Aristoteles über Johann Lund und Sebastian Münster bis hin zu Abraham Scultetus reichen. Darunter befinden sich auch eine plattdeutsche Bibel und ein Kräuterbuch von 1588.

Jedes Werk bekommt sein Kapitel, in dem Nitsche die Arbeiten vorstellt. Das tut er historisch akkurat und mit Begeisterung, der Herr Oberstudienrat, der nach Dienstende durch die Archive und Magazine des Gymnasiums wandelt und uns ein kurzes Schlaglicht, einen knappen Vortrag über das jeweilige Buch, seine Verfasser oder die historische Einordnung gibt. Dabei erzählt Nitsche lebendig nach und berichtet mit erfrischender Leichtigkeit, was den Rezensenten sich gern dazu hinreißen lässt, den Katalog als ein Prosawerk lesen zu wollen: im irrlichternden Kerzenschein des Lehrers vorweg schlendernd und im nüchternen und klaren Schein der Restauratorin nachschreitend.

Beide Stimmen sind überaus sympathisch und eingenommen für ihre Patienten, was den Inhalt lebendig macht und ihre Ausführungen von denen einschlägiger Lexika unterscheidet. Schon die Kapitelüberschriften stimmen darauf ein: Indiana Jones muss es gelesen haben! Kein Christentum ohne Bundeslade & Co.! lese ich zu Lunds Jüdische Heiligthümer, 1701, Alte Bibliothek Nro. 04, oder: Ikarus der Reformierten? Was von Scultetus übrig blieb – der Fall des Prager Bildersturms zu einer Sammlung mehrerer Predigten desselben von 1621. Beide Überschriften bilden nur eines der vielen Spektren zwischen Popkultur und klassischer Antike dieses Kataloges ab.

Bereichert wird die jeweilige Einordnung Nitsches um eine Darlegung der Restaurationsschritte. Das erdet die Texte und unterstreicht die Ernsthaftigkeit, mit der sich Meyer an die Rettung und den physischen Erhalt der Werke gemacht hat. Darüber hinaus enthält der Katalog etliche Abbildungen der jeweiligen Werke und Restaurationsschritte. Für mich ist Vielseitige Buchpatienten ein Band, der auch außerhalb der Ausstellung funktioniert, gleichwohl der Besuch derselben noch bis Ende August in Verden möglich ist. Sehr zu empfehlen!

(Michael Spyra)

Sa, 30.05.2026

Berühmt durch "Mullewapp" und "Tabaluga": Helme Heine. Der Künstler schuf auch Kunstwerke für das Günter Grass-Haus. Sie sind bis Januar in Lübeck zu sehen – in der nahen Kinder- und Jugendbibliothek.

„Helme Heine – Es war einmal ...“ in Lübeck: Ausstellung bis 10.01.2027

Mit der Ausstellung Helme Heine – Es war einmal … widmet sich das Günter Grass-Haus einem der bedeutendsten Bilderbuchkünstler unserer Zeit. Helme Heine war zeitlebens unterwegs – geografisch wie künstlerisch: von Berlin über Afrika und Irland bis nach Neuseeland, vom Theater hin zum international gefeierten Autor und Illustrator. Im vergangenen Jahr verstarb der große Schöpfer kleiner Bildwelten in seinem neuseeländischen Zuhause am Meer.

Seine Figuren – etwa die „Freunde“ aus Mullewapp oder der kleine grüne Drache Tabaluga – sind weltweit bekannt. Neben Illustrationen aus seinen Klassikern zeigt die Ausstellung vor allem neuere Arbeiten. Diese illustrieren mit feinem Humor zentrale gesellschaftliche Themen unserer Zeit wie Klimawandel, Migration, Geschlechtergerechtigkeit, Frieden und Demokratie.

Erstmals werden zudem Werke präsentiert, die Helme Heine eigens für das Günter Grass-Haus geschaffen hat und die auf den Nobelpreisträger und Lübeck Bezug nehmen. Ergänzt werden diese Arbeiten durch Dokumentationen des letzten, bewegenden Besuchs der Kuratoren beim Künstler im bayerischen Prutting kurz vor seinem Tod. Dort gewährte Helme Heine persönliche Einblicke in seinen künstlerische Arbeit, begegnete dem Team mit Offenheit, Vertrauen und großer Herzlichkeit. Eine Begegnung, die die Arbeit an der Ausstellung auf besondere Weise prägte und inspirierte.

Eine Auswahl der Werke wird in der Kinder- und Jugendbibliothek der Hansestadt Lübeck (Hundestraße 05, 23552 Lübeck) präsentiert – die sich nur wenige Schritte vom Günter Grass-Haus entfernt befindet. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museumsshop erworben werden kann. Ein begehbares, aus Holz gefertigtes „Mullewapp“-Dorf, zahlreiche Originalskizzen und -entwürfe sowie Mal- und Zeichenstationen laden Kinder und Erwachsene gleichermaßen dazu ein, zu entdecken, zu spielen und zu staunen. Die Schau wurde kuratiert von Carl Manzey und gestaltet von Berit Reutershan und ist noch bis zum 10. Januar 2027 in der Hansestadt zu sehn. 

Alle Informationen dazu finden sich auf der Webseite des Günter Grass-Hauses. Am 05. Juni wird eine Führung durch die Ausstellung angeboten, sie beginnt um 17 Uhr. Wer mag, kann sich um 18 Uhr im Anschluss der Führung durch das Günter Grass-Haus (in der Glockengießerstraße 21, 23552 Lübeck) anschließen. Gute Gelegenheit, das Forum für Literatur und Bildende Kunst zu besuchen!

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 11.05.2026

Karl-Georg-Hirsch-Ausstellung in Göpfersdorf ab dem 22. Mai

Die Anita und Günter Lichtenstein Stiftung (Dorfstraße 12, 04618 Göpfersdorf) ehrt einen großen Grafiker dieser Zeit: aus dem Dunklen ins Licht heißt die neue Jahresexposition der Stiftung in Göpfersdorf im Altenburger Land und widmet sich dem Werk von Karl-Georg Hirsch. Hirsch, der dieser Tage seinen 88. Geburtstag feiert, blickt als Meister vor allem (aber nicht nur) des kleinen Formats auf ein gigantisches Werk, in dessen Zentrum etwa 3.000 Druckgrafiken und eine kaum zu überschauende Zahl Zeichnungen stehen. Vor allem in seiner Kardinaltechnik des Holzstichs wie auch des Holzschnitts, verbunden mit einer unverkennbaren Sprache in Stil und Motivik hat Hirsch, der immer wieder auch Bezug auf Literatur in seiner Kunst nimmt, für die Insel-Bücherei arbeitete und selbst mehrere bibliophile Publikationsreihen aus der Taufe hob, Standards gesetzt. Die Schau in Göpfersdorf wird am 22. Mai um 17 Uhr eröffnet, es liest und spricht Rolf Sakulowski. Die Schau wird bis zum Januar 2027 zu sehen sein, am 08.08.2026 findet von 14 bis 17 Uhr eine Midissage statt. Es erscheint ein Katalog, an dem der Pirckheimer-Freund wie Hirsch-Kenner Jens-Fietje Dwars wesentlich beteiligt ist. Karl-Georg Hirsch wurde 1938 in Breslau geboren, er lebt in Leipzig und gehört zu den bedeutendsten Grafikern der Gegenwart. Durch seine langjährige (1976–2003) Lehrtätigkeit an der Leipziger HGB hat er sein Wissen an viele heute selbst hochgeschätzte Schülerinnen und Schüler weitergegeben. Sein Werk wurde vielfach geehrt, unter anderem mit dem Gutenberg-Preis ... er ist Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften, Literatur und Schönen Künste Belgien seit 1994. Seine Arbeiten sind bei vielen Sammlern höchst begehrt.

(André Schinkel)

Sa, 07.03.2026

"Visions of Wonder" – Poughkeepsie, New York (USA).

Poughkeepsie: Visions of Wonder

Im Rahmen der Ausstellung Visions of Wonder, die sich in Poughkeepsie, New York, am Vassar College (Main Library) mit der bildnerischen Darstellung zu den Märchenstoffen der Gebrüder Grimm befasst und die noch bis zum 08. Juni 2026 zu sehen ist, wird auch das originalgrafische Buch Die Wilden Schwäne (nach dem Text bei Hans Christian Andersen und dem ganz ähnlichen Plot bei den Grimms) von Barbara Beisinghoff gezeigt. Zur Schau kann auch der Online-Katalog Visions of Wonder: Illustrating Grimms’ Tales Across Two Centuries unter dem anhängenden Link in Augenschein genommen werden, ein Kapitel widmet sich dort auch dem unikalen Beisinghoff-Werk. Ausstellung und Katalog ehren zudem die Bild-Arbeit von Kult-Illustrator Maurice Sendak.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 05.03.2026

Die Präsentation des Katalogs bei der Eröffnung der "Aldinen"-Ausstellung, von links nach rechts: Astrid Steiner-Weber, Corinna Roeder, Detlef Haberland, Anna Teschner, Matthias Bley. Die LBO verfügt über einen kostbaren Bestand von "Aldinen"-Editionen.

LBO: Ein Schatz kommt ans Licht

Aldinen: Buchschätze der venezianischen Renaissance heißt die Kabinettausstellung, die seit dem 19.02. und noch bis zum 21.03.2026 in der Landesbibliothek Oldenburg (Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg) zu sehen ist. Über fünf Jahre hat der Bonner Literaturwissenschaftler Professor Dr. Detlef Haberland am Katalog der Drucke des Aldus Manutius und seiner Nachfolger in der Landesbibliothek Oldenburg gearbeitet und darin 275 kostbare Bücher aus der Renaissance erstmals wissenschaftlich beschrieben und untersucht. Der italienische Humanist Aldus Manutius gründete 1495 in Venedig einen Verlag, der sich besonders den Texten griechischer und römischer Autoren widmete. Seine Bücher, Aldinen genannt, wurden wegen ihrer herausragenden philologischen Qualität schon im 16. Jahrhundert hoch geschätzt und setzten auch in Typographie und Gestaltung neue Maßstäbe. Mit einer Festveranstaltung am 18. Februar stellte die Landesbibliothek diesen lange verborgenen Schatz nun der Öffentlichkeit vor. „Historische Kulturschätze – seien es Bücher oder andere Objekte – können nur für die Forschung fruchtbar werden, wenn sie wissenschaftlich erschlossen und öffentlich sichtbar gemacht werden“, betonte Anna Teschner, Referatsleiterin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, bei der Eröffnung der Ausstellung im Februar. Mit einer eigenhändigen Dürer-Miniatur in einem der Werke gab es zudem eine handfeste Sensation vermelden. Die LBO ist Mo bis Fr 10 bis 19, Sa 09 bis 12 Uhr offen. Der Eintritt ist frei. 

(André Schinkel/LBO/Pressemitteilung)

Sa, 03.01.2026

Die 63. Antiquariatsmesse Stuttgart findet vom 23. bis 25.01.2026 statt. Der Katalog ist jetzt einsehbar.

63. Antiquariatsmesse Stuttgart: Der Messekatalog ist verfügbar

Der Katalog für die 63. Antiquariatsmesse in Stuttgart vom 23. bis 25.01.2026 (neuer Standort: Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle, Berliner Platz 1–3, 70174 Stuttgart) ist, zum Download, als blätterbare Onlineausgabe und auch in Papier bestellbar) seit Ende des vergangenen Jahres verfügbar. „Auf der Antiquariatsmesse Stuttgart präsentiert der Messekatalog die ganze Vielfalt der internationalen Ausstellerinnen und Aussteller. Er führt durch das sorgfältig kuratierte Angebot von 72 Antiquariaten aus 11 Ländern und lädt dazu ein, seltene Bücher, Handschriften, Graphiken und Papierantiquitäten gezielt zu entdecken“, heißt es auf der Webseite der Messe.​ Und weiter ist in den Ausführungen zu lesen: „Der Katalog begleitet Ihren Messebesuch, lädt aber auch schon im Vorfeld zum digitalen Stöbern und Entdecken ein. So lassen sich bereits vor dem Messebesuch Highlights markieren, der Rundgang über die Messe planen und begleitende Veranstaltungen entdecken.“ Sowie:​ „Jeder Eintrag im Katalog ist sorgfältig von den teilnehmenden Antiquariaten zusammengestellt: mit präzisen Beschreibungen, bibliographischen Angaben, Abbildungen und Preisangaben, damit Sie gezielt nach Ihren Sammelgebieten suchen, sich inspirieren lassen und Entdeckungen machen können. Die große internationale Bandbreite der Aussteller spiegelt sich im Angebot des Kataloges wider – von internationalen Erstausgaben in der Literatur, Handschriften und Autographen, alten Drucken und Inkunabeln, illustrierten Werken und Pressendrucken bis hin zu internationaler moderner und zeitgenössischer Kunst auf Papier oder als Photographie.“ So wird der Katalog, heißt es da, zum idealen Werkzeug für die Vorbereitung des Messebesuchs, für Terminabsprachen mit Ausstellern und für die Nachrecherche. Alle Informationen dazu gibt es hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 27.12.2025

Bis März ist Hans Ticha in Rostock zu sehen. Danach wandert die Retrospektive weiter nach Nürnberg.

Kunsthalle Rostock: Hans Ticha

In memoriam Perry Bamonte

Am 13. Dezember wurde sie eröffnet, bis zum 15. März 2026 ist sie in der renommierten Kunsthalle Rostock (Hamburger Straße 40, 18069 Hansestadt Rostock), flankiert von einem umfangreichen Begleitprogramm, zu sehen, die große Werkschau zum 85. Geburtstag von Hans Ticha. Das „alte“ wie das „neue Geschrei“ hatte und hat der große Pop-Art-Ironiker seit jeher auf dem Kieker, und seiner ganz eigenen künstlerischen Linie ist Ticha dabei immer treu geblieben: Ein echter „Ticha“ ist in der Regel stets unverkennbar. Zum ersten Mal wird dem Künstler eine umfangreiche Retrospektive durch die Kunsthalle ausgerichtet. Als vielfach preisgekrönter Meister der Buchgrafik genießt er einen weitreichenden Ruf. „Über 120 Leihgaben aus namhaften Museen wie der Neuen Nationalgalerie Berlin, dem Deutschen Historischen Museum Berlin, dem Haus der Geschichte Bonn und dem Sportmuseum Leipzig sowie noch nie ausgestellte Werke aus Privatsammlungen haben wir zusammengetragen, um die bisher größte Werkschau zu präsentieren“, sagt Dr. Jörg-Uwe Neumann, Direktor der Kunsthalle Rostock. Feinsinnige Ironie, präzise Malweise, große Vielfalt der Themen zeichnet das Werk Tichas aus. Mit seiner Kunst eckte er in der DDR immer wieder an. Bis heute äußert sich Ticha kritisch zum Zeitgeschehen, was sich auch in der Schau bei einigen hoch aktuellen Werken, die erstmals gezeigt werden, niederschlägt. Die Kunsthalle ist jeweils Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt: 10 (ermäßigt 8) Euro. Zur Ausstellung erschien auch ein Katalog, er ist für 49 Euro im Museumsshop zu haben. Und – vom 23. März bis zum 14. Juni 2026 wird die Werkschau im Neuen Museum Nürnberg (am Klarissenplatz, 90402 Nürnberg) gezeigt. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 17.12.2025

40. Antiquaria-Katalog ist online

Der neue Katalog für die 40. Antiquaria in Ludwigsburg ist online und über den vorderen Link abrufbar, eine gedruckte Version ist auch auf Anfrage erhältlich. Die traditionelle Antiquariatsmesse findet vom 22. bis 24. Januar 2026 zum 40. Mal in der Musikhalle Ludwigsburg (Bahnhofsstraße 19, 71638 Ludwigsburg) statt. Der Katalog ist ein zentrales Element der Antiquaria-Messe. Seit 1988 erscheint er jährlich zur Messe, ideenreich gestaltet, größtenteils von den ausstellenden Antiquaren und Ausstellern selbst. Er präsentiert ausgewählte Objekte und greift den jeweiligen thematischen Schwerpunkt (den es allerdings in diesem Jahr so nicht gibt, vielmehr wird auf dem Katalogcover die Vielfalt der bisherigen Kataloge gezeigt) auf. Gestartet als Loseblattsammlung, ist er heute sowohl gebunden als auch digital als PDF verfügbar. Insgesamt 235 Ausstellende kann die Antiquaria in den 40 Jahren zählen, etliche sind von Beginn dabei: alle Namen werden auf Tafeln in der Musikhalle aufgelistet sein. Und dazu gibt es natürlich wieder ein vielfältiges Angebot von seltenen, kuriosen und einzigartigen antiquarischen Büchern, Autographen, Ephemera und Graphiken vom 15. bis zum 21. Jahrhundert aus allen Gebieten.  Es reicht von der Gregor Gogs Streitschrift der Vagabunden Der Kunde von 1929 (500 Euro) bis zum „Buch für die Ewigkeit“ (um 1600): [Oertl, Hieronymus], Der christlich Glaube Mit Gottseligen christlichen und hoch tröstlichen Gebeten ... (für zarte 295.000 Euro). Zudem erfolgt die Verleihung des 31. Antiquaria-Preises am 22. Januar 2026 um 20.15 Uhr im Podium der Musikhalle an die berühmte Illustratorin, Buchgestalterin, Autorin Rotraut Susanne Berner. Die Laudatio für die Geehrte hält Martin Bauer von der Humboldt-Universität zu Berlin.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 12.11.2025

Nun 40: "Antiquaria" in Ludwigsburg findet vom 22. bis 24. Januar 2026 in der Musikhalle daselbst statt.

Die 40. Antiquaria in Ludwigsburg

Die 40. Antiquaria – Antiquariatsmesse in Ludwigsburg findet in der Musikhalle daselbst (Bahnhofsstraße 19, 71638 Ludwigsburg) vom 22. bis 24. Januar 2026 statt. 40. Antiquaria – das sind 40 Jahre Vielfalt! „Und die Vielfalt zeigt sich auch mit den Veränderungen der Messekataloge, die wir auf dem aktuellen Katalogumschlag vereint zeigen: Zur ersten Messe gab es – unserer alternativen Haltung entsprechend – keinen Katalog: Wir wollten bewusst keine Spitzenangebote zeigen, sondern nur vor Ort ein Angebot für jedermann und jederfrau! Aber schon zur 2. Antiquaria kam die Einsicht, dass es ohne diesen Werbeträger schwierig ist – und so entschieden wir uns für einen Katalog in ungewöhnlicher Form, der die Individualität der einzelnen Ausstellenden zeigen sollte: ein Loseblattkatalog. Jede/r vervielfältigte den selbst gestalteten Beitrag; verschiedene Schriften, Papiere sammelten sich in einer extra angefertigten Mappe – individueller ging es nicht! Dann nach sechs Jahren der Schritt zum doch praktischeren, gebundenen Katalog im DIN-A4–Format und kamen später auf das jetzige, dessen Umschlag ab 2009 das jeweilige Rahmenthema der Messe in die Gestaltung aufnahm.“ 2026 hat die Messe kein Rahmenthema, steht vielmehr für sich selbst, ihre Gründer, Ausstellerinnen und Aussteller. „Insgesamt 235 Ausstellende kann die Antiquaria in den 40 Jahren zählen, etliche sind von Beginn dabei: alle Namen werden auf Tafeln in der Musikhalle aufgelistet sein.“ Und dazu natürlich wieder ein vielfältiges Angebot von seltenen, kuriosen und einzigartigen antiquarischen Büchern, Autographen, Ephemera und Grafiken vom 15. bis zum 21. Jahrhundert aus allen Gebieten. Der gesamte Katalog wird ab Mitte Dezember auf der Internetseite der Antiquaria einzusehen sein. Und ... der 31. Antiquaria-Preis wird am Abend des Eröffnungstages der Messe im Podium der Halle verliehen an die Illustratorin, Buchgestalterin und Autorin Rotraut Susanne Berner. Dank ans Orgateam um Petra Bewer, Jubel für die Geehrte!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 25.10.2025

Peter Nagengasts "Rückkehr aus Troja" – in Stendal.
Lilo (2. v. r.) und Robert Nagengast (r.) im Gespräch mit Gästen bei der Ausstellungseröffnung "Rückkehr aus Troja" im Winckelmann-Museum in Stendal.

Nagengasts „Rückkehr aus Troja“

Der Berliner Künstler Peter Nagengast (1935–1985) schuf in seinem letzten Lebensjahr einen umfangreichen Zyklus von Zeichnungen zu den Irrfahrten des Odysseus. Diese sind noch bis zum 23. November 2025 im Winckelmann-Museum in Stendal zu sehen. Ergänzt wird die Schau mit Werken von sechzehn Gegenwartskünstlern aus dem Sammlungsbestand des Museums, die sich mit Themen um Troja und die Odyssee auseinandersetzen. Darunter sind dem Buch- und Grafikfreund so vertraute Namen wie Klaus Süß, Ulrich Hachulla, Dagmar Ranft-Schinke sowie Rolf Xago Schröder oder Alfred Traugott Mörstedt und Ronald Paris. 

„Die ausgestellten Skizzen und Zeichnungen zeigen, wie intensiv sich Peter Nagengast mit der Antike auseinandergesetzt hat“, sagte zur Eröffnung Museumsdirektorin Dr. Stephanie-Gerrit Bruer. Sie begrüßte zur Vernissage im Winckelmann-Museum die Witwe des Künstlers Lilo Nagengast sowie den Sohn Robert. Robert Nagengast freute sich, dass das „letzte große Werk“ seines Vaters in Stendal in einem so umfangreichen Rahmen gezeigt wird – in dem Jahr, in dem sich sein Todestag zum 40. Mal jährt und er seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte. Bereits während seiner Gymnasial-Zeit habe sich sein Vater für die Antike interessiert, die ihn sein Leben lang begleitet habe, bis zur 1986 bei Aufbau erschienenen Odyssee mit seinen Illustrationen – sein „letzter großer Bildzyklus.“

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog mit 156 Seiten und 102 Farbabbildungen erschienen. Er ist an der Museumskasse zum Sonderpreis erhältlich. In ihm schreibt Käthe Wenzel: „Unter Nagengasts suchenden, spröden Strich tauchen die altbekannten Gestalten neu und ungewohnt aus dem Nebel auf: Schön, aber befremdlich: eulenäugig, mächtig, aber verformt, fast shakespearehaft, oder wie entfernte Cousinen von Hoffmanns Erzählungen … Athene, Kirke, Odysseus …“ In ihrem Katalogbeitrag Die Welt ein Schiff setzt sich Dr. Kathrin Schade, die wissenschaftliche Kuratorin des Winckelmann-Museums, mit der Figur des Odysseus in modernen Bildwerken des Stendaler Sammlungsbestandes auseinander. Abgerundet wird der Katalog mit einer kurzen Biografie Peter Nagengasts und einem ausführlichen Verzeichnis der ausgestellten Werke. 

Die Gestaltung des Katalogs hat übrigens Robert Nagengast übernommen, selbst Künstler und Grafiker. Für das Cover entschied er sich für ein Zusammenspiel zweier Zeichnungen seines Vaters.

Rückkehr aus Troja. Die Abenteuer des Odysseus. 
Katalog zur Ausstellung im Winckelmann–Museum,
Winckelmannstraße 36–38, 39576 Stendal, 
vom 04. Oktober bis zum 23. November 2025, 
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr,
Katalog-ISBN: 978-3-9825616-5-3, 29,95 Euro.

(Sigrid und Ralf Wege)

Di, 22.07.2025

Auf der DEG-Seite besprochen: "Dies ist mein Buch!"

DEG/Kerrutt: „Dies ist mein Buch!“

Dies ist mein Buch! heißt die sehenswerte Exlibris-Doppelausstellung, die aus der Sammlung Alexander Kerrutts zusammengestellt im Wetzlarer Stadtmuseum (Ort: Lottestraße 08–10, 35578 Wetzlar) und im Waldmuseum Braunfels (Hecksbergstraße 21, 35619 Braunfels) zu sehen ist. Zu den Expositionen erschien ein gleichnamiger Katalog, der alle Blätter des Doubles zeigt. DEG-Vize und Presseattaché der Exlibris-Gesellschaft Siegfried Bresler hat die Publikation auf der Webseite der DEG ausführlich gewürdigt und besprochen, unter anderem wird da die Übersichtlichkeit (je ein Exlibris pro Seite) und die gute Druckqualität des Bandes gelobt. Die Kerrutt-Sammlung wird thematisch geordnet mit einem erheblichen Fokus auf den Jugendstil und die Lebensreformanfänge, die das Exlibris zu einer hohen Blüte brachten, vorgestellt. Und auch wenn Bresler etwas Provenienz am Ende des Buches vermisst, die Auskunft zu den einzelnen Blättern gäbe, zieht er eine positive Bilanz für diesen schönen Katalog. Die ganze Besprechung findet sich hier. Der Katalog ist für 20 Euro zu haben. Das Stadtmuseum in Wetzlar ist Di bis So von 10 bis 17 Uhr geöffnet, die Exhibition bis zum 12. Oktober 2025 zu sehen. Am 03. August gibt es im Museum zudem einen Tauschtag.

(André Schinkel)

Fr, 11.07.2025

"Everything Matters" – Ausstellung zu Susan Sontag im Literaturhaus München. | © Catherina Hess/LHM

In München: „Everything Matters“

Abgesehen von einer Sommerpause im August ist die im Mai eröffnete Ausstellung Susan Sonntag:  „Everything Matters“ im Literaturhaus (Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München, Salvatorplatz 01, 80333 München) der bayerischen Kapitale noch bis zum 30. November zu sehen. „Für die brillante Essayistin, Schriftstellerin, Kulturbesessene war es gleichermaßen wichtig zu lesen, zu schreiben, zu schauen, zu handeln, zu leben. Die Ausstellung im Literaturhaus München stellt diese Ikone philosophischen Denkens im 20. Jahrhundert in fünf Stationen vor und inszeniert eine Zeitreise an ihren Lebensort New York und zu ihren Lebensmenschen“, heißt es im Text zur Schau auf der Seite des LHM. Die Ausstellung ist von Mo bis So 11 bis 18 Uhr, am Do 11 bis 20 Uhr zu sehen. Der Eintritt: 8 (ermäßigt 6 bzw. 3, letzte Runde ab 17.30 Uhr 4) Euro. Weitere Infos: hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 28.06.2025

Catalogue de Stéphane Mallarmé

Ehrung für einen Meister des Symbolismus: die Librairie Jean-Claude Vrain (10, rue Saint-Sulpice 75006 Paris Téléphone: (01 43) 29 36 88, E-mail: jcvrain@wanadoo.fr) legt mit dem neuen Band Stéphane Mallarmé: „Le Maître“. Livres, manuscrits, lettres, iconographie, objets, alentours einen neuen bibliophilen bzw. mit den bibliophilen Aspekten in Stéphane Mallarmés (1842–1898) Werk befassten Katalog-Standard vor. Mallarmé gilt bis heute als einer der größten Dichter Frankreichs, sein so bahnbrechendes wie zugleich formstrenges Werk bildet neben anderen Größen wie Arthur Rimbaud oder Paul Verlaine und im Nachgang des sicher größten Erneuerers der europäischen Dichtung im Europa des 19. Jahrhunderts, Charles Baudelaire, eines der lyrischen Einfallstore der Moderne in der französischen Kunst. „Liebe Sammler, Händler, Kuratoren, Hortende“, so heißt es in der Ankündigung der Edition, und weiter steht da: „Katalogliebhaber und Schnäppchenjäger! Jean-Claude Vrain, der lustige Typ, freut sich, seinen neuen Katalog zu präsentieren, der Stéphane Mallarmé gewidmet ist. Wenn Sie interessiert sind, alles steht zum Verkauf!“ Das 225-seitige Werk umfasst insgesamt 322 Nummern: Bücher, Manuskripte, Briefe, Ikonographisches, Objekte und Verwandtes aus dem Leben und Wirken Mallarmés und seinen Kontakten zu anderen bedeutenden Vertretern der Künste. Viel vollständiger bekommt man den Abgleich zwischen Leben und Werk wohl nicht hin. Einblicke gibt es hier. Das Buch in französischer Sprache ist für 60 Euro zu haben. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 06.05.2025

"Sonnensucher" in Zwickau. | © Christian von Hoffen

„Sonnensucher!“: Die Kunst der Wismut in Zwickau (bis 10.08.25)

Die Ausstellung dürfte über die Ismen hinweggreifend die Gemüter bewegen: Noch bis zum 10. August 2025 ist in Zwickau die große Exposition Sonnensucher! Kunst und Bergbau der Wismut zu sehen. In der Zeit des Kalten Krieges förderte die SDAG Wismut Uran für die Sowjetunion, das als waffenfähiger Rohstoff ersteren durchaus auf Trab halten half. Zugleich sammelte, quasi als Staat im Staat, das Unterfangen in großem Stil Bildende Kunst und baute so die größte Kunstkollektion eines DDR-Unternehmens auf: Mehr als 4.000 Werke von 450 Künstlern finden sich in ihr bewahrt.

Als Partnerprojekt der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz für das Jahr 2025 präsentiert sich die Kunstsammlung der heutigen Wismut GmbH in einer großen und attraktiven Sonderschau, die, am 10. April eröffnet, noch bis zum Hochsommer in der Historischen Baumwollspinnerei (metaWERK Zwickau AG, Pölbitzer Straße 09, 08058 Zwickau) zu sehen sein wird: „Eine“, wie der Flyer verrät, „bilderreiche Expedition in die jüngste Vergangenheit, die auch zu den Themen der Transformation nach der deutschen Wiedervereinigung führt“, die erste Zusammenschau dieser Art.

Im Zentrum von Sonnensucher! werden etwa achtzig Gemälde und 150 grafische Arbeiten aus der Wismut-Kunstkollektion gezeigt. Gerade die grafische Abteilung ist hochkarätig bestückt: Nuría Quevedo findet sich dort ... Rolf Münzner, Regina Franke, Frank Ruddigkeit, Hans Meyer-Foreyt; auch die Groß-Meister Bernhard und Johannes Heisig, Karl-Georg Hirsch und Werner Tübke sind in der Sammlung zu finden. So changiert die Exposition zwischen expliziter Kunst der Arbeit, Staatskunst und bedeutenden Exponaten der Creme der Szene nebst Zeugnissen zur Wismut selbst.

Letztere bestehen in Ergänzung der Kunstwerke aus Fotografien, Filmmaterialien und Dokumenten zu Werk und Sammlung. „Durch Integration von Leihgaben aus anderen Sammlungen wird auch das weitere Bergbaugeschehen im Raum Zwickau sowie in der DDR thematisiert“, heißt es weiter in den Linernotes des Flyers. Zusammen mit dem selbst museal zu nennenden Gebäude der Spinnerei, die bis 1991 in Betrieb war und als Denkmal wie Bürobau genutzt wird, ergibt sich mithin ein ideales Gesamtkunstwerk der Epoche. Die Ausstellung ist von Mi bis Fr 10 bis 17 und am Sa/So von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Es erschien ein so opulenter wie preiswerter Katalog zur Schau. Tipp!

(André Schinkel)

Mi, 16.04.2025

Exposition in Leipzig feiert 200 Jahre 'Börsenverein'.

„Zwischen Zeilen und Zeiten: 200 Jahre Börsenverein“ ab 24.04.25

Vor nunmehr 200 Jahren, am 30. April 1825, unterzeichneten 101 Buchhändler und Verleger ihre Börsenordnung, die zugleich die Geburtsstunde des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig war. Es ist die älteste dauerhaft bestehende Branchenorganisation in Deutschland. Die Ausstellung Zwischen Zeilen und Zeiten präsentiert anlässlich des Jubiläums ausgewählte Objekte und Dokumente aus den umfangreichen Beständen der Börsenvereinsbibliotheken Leipzig und Frankfurt am Main, die im Deutschen Buch- und Schriftmuseum (Deutscher Platz 01, 04103 Leipzig) aufbewahrt werden. Die präsentierten Objekte werfen in acht Kapiteln Schlaglichter auf 200 Jahre bewegte Verbands- und Buchhandelsgeschichte. Heute sind im Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V. insgesamt ca. 4.000 Verlage, Buchhandlungen, Antiquariate, Zwischenbuchhändler und Verlagsvertreter organisiert. Die wichtigste Zeitschrift der Branche ist das seit 1834 ununterbrochen erscheinende Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Die Schau in Leipzig wird am 23. April um 18 Uhr eröffnet und ist dann bis zum 15. Dezember zu sehen. Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 (Donnerstag 10 bis 20) Uhr geöffnet, der Eintritt frei. Es erschien eine umfangreiche Publikation mit mehr als 200 Essays im Wallstein Verlag Göttingen. Zwischen Zeilen und Zeiten: Alle Informationen gibt es hier

(André Schinkel/Pressemitteilung)