Pirckheimer-Blog

Katalog

Mi, 17.12.2025

40. Antiquaria-Katalog ist online

Der neue Katalog für die 40. Antiquaria in Ludwigsburg ist online und über den vorderen Link abrufbar, eine gedruckte Version ist auch auf Anfrage erhältlich. Die traditionelle Antiquariatsmesse findet vom 22. bis 24. Januar 2026 zum 40. Mal in der Musikhalle Ludwigsburg (Bahnhofsstraße 19, 71638 Ludwigsburg) statt. Der Katalog ist ein zentrales Element der Antiquaria-Messe. Seit 1988 erscheint er jährlich zur Messe, ideenreich gestaltet, größtenteils von den ausstellenden Antiquaren und Ausstellern selbst. Er präsentiert ausgewählte Objekte und greift den jeweiligen thematischen Schwerpunkt (den es allerdings in diesem Jahr so nicht gibt, vielmehr wird auf dem Katalogcover die Vielfalt der bisherigen Kataloge gezeigt) auf. Gestartet als Loseblattsammlung, ist er heute sowohl gebunden als auch digital als PDF verfügbar. Insgesamt 235 Ausstellende kann die Antiquaria in den 40 Jahren zählen, etliche sind von Beginn dabei: alle Namen werden auf Tafeln in der Musikhalle aufgelistet sein. Und dazu gibt es natürlich wieder ein vielfältiges Angebot von seltenen, kuriosen und einzigartigen antiquarischen Büchern, Autographen, Ephemera und Graphiken vom 15. bis zum 21. Jahrhundert aus allen Gebieten.  Es reicht von der Gregor Gogs Streitschrift der Vagabunden Der Kunde von 1929 (500 Euro) bis zum „Buch für die Ewigkeit“ (um 1600): [Oertl, Hieronymus], Der christlich Glaube Mit Gottseligen christlichen und hoch tröstlichen Gebeten ... (für zarte 295.000 Euro). Zudem erfolgt die Verleihung des 31. Antiquaria-Preises am 22. Januar 2026 um 20.15 Uhr im Podium der Musikhalle an die berühmte Illustratorin, Buchgestalterin, Autorin Rotraut Susanne Berner. Die Laudatio für die Geehrte hält Martin Bauer von der Humboldt-Universität zu Berlin.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 12.11.2025

Nun 40: "Antiquaria" in Ludwigsburg findet vom 22. bis 24. Januar 2026 in der Musikhalle daselbst statt.

Die 40. Antiquaria in Ludwigsburg

Die 40. Antiquaria – Antiquariatsmesse in Ludwigsburg findet in der Musikhalle daselbst (Bahnhofsstraße 19, 71638 Ludwigsburg) vom 22. bis 24. Januar 2026 statt. 40. Antiquaria – das sind 40 Jahre Vielfalt! „Und die Vielfalt zeigt sich auch mit den Veränderungen der Messekataloge, die wir auf dem aktuellen Katalogumschlag vereint zeigen: Zur ersten Messe gab es – unserer alternativen Haltung entsprechend – keinen Katalog: Wir wollten bewusst keine Spitzenangebote zeigen, sondern nur vor Ort ein Angebot für jedermann und jederfrau! Aber schon zur 2. Antiquaria kam die Einsicht, dass es ohne diesen Werbeträger schwierig ist – und so entschieden wir uns für einen Katalog in ungewöhnlicher Form, der die Individualität der einzelnen Ausstellenden zeigen sollte: ein Loseblattkatalog. Jede/r vervielfältigte den selbst gestalteten Beitrag; verschiedene Schriften, Papiere sammelten sich in einer extra angefertigten Mappe – individueller ging es nicht! Dann nach sechs Jahren der Schritt zum doch praktischeren, gebundenen Katalog im DIN-A4–Format und kamen später auf das jetzige, dessen Umschlag ab 2009 das jeweilige Rahmenthema der Messe in die Gestaltung aufnahm.“ 2026 hat die Messe kein Rahmenthema, steht vielmehr für sich selbst, ihre Gründer, Ausstellerinnen und Aussteller. „Insgesamt 235 Ausstellende kann die Antiquaria in den 40 Jahren zählen, etliche sind von Beginn dabei: alle Namen werden auf Tafeln in der Musikhalle aufgelistet sein.“ Und dazu natürlich wieder ein vielfältiges Angebot von seltenen, kuriosen und einzigartigen antiquarischen Büchern, Autographen, Ephemera und Grafiken vom 15. bis zum 21. Jahrhundert aus allen Gebieten. Der gesamte Katalog wird ab Mitte Dezember auf der Internetseite der Antiquaria einzusehen sein. Und ... der 31. Antiquaria-Preis wird am Abend des Eröffnungstages der Messe im Podium der Halle verliehen an die Illustratorin, Buchgestalterin und Autorin Rotraut Susanne Berner. Dank ans Orgateam um Petra Bewer, Jubel für die Geehrte!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 25.10.2025

Peter Nagengasts "Rückkehr aus Troja" – in Stendal.
Lilo (2. v. r.) und Robert Nagengast (r.) im Gespräch mit Gästen bei der Ausstellungseröffnung "Rückkehr aus Troja" im Winckelmann-Museum in Stendal.

Nagengasts „Rückkehr aus Troja“

Der Berliner Künstler Peter Nagengast (1935–1985) schuf in seinem letzten Lebensjahr einen umfangreichen Zyklus von Zeichnungen zu den Irrfahrten des Odysseus. Diese sind noch bis zum 23. November 2025 im Winckelmann-Museum in Stendal zu sehen. Ergänzt wird die Schau mit Werken von sechzehn Gegenwartskünstlern aus dem Sammlungsbestand des Museums, die sich mit Themen um Troja und die Odyssee auseinandersetzen. Darunter sind dem Buch- und Grafikfreund so vertraute Namen wie Klaus Süß, Ulrich Hachulla, Dagmar Ranft-Schinke sowie Rolf Xago Schröder oder Alfred Traugott Mörstedt und Ronald Paris. 

„Die ausgestellten Skizzen und Zeichnungen zeigen, wie intensiv sich Peter Nagengast mit der Antike auseinandergesetzt hat“, sagte zur Eröffnung Museumsdirektorin Dr. Stephanie-Gerrit Bruer. Sie begrüßte zur Vernissage im Winckelmann-Museum die Witwe des Künstlers Lilo Nagengast sowie den Sohn Robert. Robert Nagengast freute sich, dass das „letzte große Werk“ seines Vaters in Stendal in einem so umfangreichen Rahmen gezeigt wird – in dem Jahr, in dem sich sein Todestag zum 40. Mal jährt und er seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte. Bereits während seiner Gymnasial-Zeit habe sich sein Vater für die Antike interessiert, die ihn sein Leben lang begleitet habe, bis zur 1986 bei Aufbau erschienenen Odyssee mit seinen Illustrationen – sein „letzter großer Bildzyklus.“

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog mit 156 Seiten und 102 Farbabbildungen erschienen. Er ist an der Museumskasse zum Sonderpreis erhältlich. In ihm schreibt Käthe Wenzel: „Unter Nagengasts suchenden, spröden Strich tauchen die altbekannten Gestalten neu und ungewohnt aus dem Nebel auf: Schön, aber befremdlich: eulenäugig, mächtig, aber verformt, fast shakespearehaft, oder wie entfernte Cousinen von Hoffmanns Erzählungen … Athene, Kirke, Odysseus …“ In ihrem Katalogbeitrag Die Welt ein Schiff setzt sich Dr. Kathrin Schade, die wissenschaftliche Kuratorin des Winckelmann-Museums, mit der Figur des Odysseus in modernen Bildwerken des Stendaler Sammlungsbestandes auseinander. Abgerundet wird der Katalog mit einer kurzen Biografie Peter Nagengasts und einem ausführlichen Verzeichnis der ausgestellten Werke. 

Die Gestaltung des Katalogs hat übrigens Robert Nagengast übernommen, selbst Künstler und Grafiker. Für das Cover entschied er sich für ein Zusammenspiel zweier Zeichnungen seines Vaters.

Rückkehr aus Troja. Die Abenteuer des Odysseus. 
Katalog zur Ausstellung im Winckelmann–Museum,
Winckelmannstraße 36–38, 39576 Stendal, 
vom 04. Oktober bis zum 23. November 2025, 
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr,
Katalog-ISBN: 978-3-9825616-5-3, 29,95 Euro.

(Sigrid und Ralf Wege)

Di, 22.07.2025

Auf der DEG-Seite besprochen: "Dies ist mein Buch!"

DEG/Kerrutt: „Dies ist mein Buch!“

Dies ist mein Buch! heißt die sehenswerte Exlibris-Doppelausstellung, die aus der Sammlung Alexander Kerrutts zusammengestellt im Wetzlarer Stadtmuseum (Ort: Lottestraße 08–10, 35578 Wetzlar) und im Waldmuseum Braunfels (Hecksbergstraße 21, 35619 Braunfels) zu sehen ist. Zu den Expositionen erschien ein gleichnamiger Katalog, der alle Blätter des Doubles zeigt. DEG-Vize und Presseattaché der Exlibris-Gesellschaft Siegfried Bresler hat die Publikation auf der Webseite der DEG ausführlich gewürdigt und besprochen, unter anderem wird da die Übersichtlichkeit (je ein Exlibris pro Seite) und die gute Druckqualität des Bandes gelobt. Die Kerrutt-Sammlung wird thematisch geordnet mit einem erheblichen Fokus auf den Jugendstil und die Lebensreformanfänge, die das Exlibris zu einer hohen Blüte brachten, vorgestellt. Und auch wenn Bresler etwas Provenienz am Ende des Buches vermisst, die Auskunft zu den einzelnen Blättern gäbe, zieht er eine positive Bilanz für diesen schönen Katalog. Die ganze Besprechung findet sich hier. Der Katalog ist für 20 Euro zu haben. Das Stadtmuseum in Wetzlar ist Di bis So von 10 bis 17 Uhr geöffnet, die Exhibition bis zum 12. Oktober 2025 zu sehen. Am 03. August gibt es im Museum zudem einen Tauschtag.

(André Schinkel)

Fr, 11.07.2025

"Everything Matters" – Ausstellung zu Susan Sontag im Literaturhaus München. | © Catherina Hess/LHM

In München: „Everything Matters“

Abgesehen von einer Sommerpause im August ist die im Mai eröffnete Ausstellung Susan Sonntag:  „Everything Matters“ im Literaturhaus (Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München, Salvatorplatz 01, 80333 München) der bayerischen Kapitale noch bis zum 30. November zu sehen. „Für die brillante Essayistin, Schriftstellerin, Kulturbesessene war es gleichermaßen wichtig zu lesen, zu schreiben, zu schauen, zu handeln, zu leben. Die Ausstellung im Literaturhaus München stellt diese Ikone philosophischen Denkens im 20. Jahrhundert in fünf Stationen vor und inszeniert eine Zeitreise an ihren Lebensort New York und zu ihren Lebensmenschen“, heißt es im Text zur Schau auf der Seite des LHM. Die Ausstellung ist von Mo bis So 11 bis 18 Uhr, am Do 11 bis 20 Uhr zu sehen. Der Eintritt: 8 (ermäßigt 6 bzw. 3, letzte Runde ab 17.30 Uhr 4) Euro. Weitere Infos: hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 28.06.2025

Catalogue de Stéphane Mallarmé

Ehrung für einen Meister des Symbolismus: die Librairie Jean-Claude Vrain (10, rue Saint-Sulpice 75006 Paris Téléphone: (01 43) 29 36 88, E-mail: jcvrain@wanadoo.fr) legt mit dem neuen Band Stéphane Mallarmé: „Le Maître“. Livres, manuscrits, lettres, iconographie, objets, alentours einen neuen bibliophilen bzw. mit den bibliophilen Aspekten in Stéphane Mallarmés (1842–1898) Werk befassten Katalog-Standard vor. Mallarmé gilt bis heute als einer der größten Dichter Frankreichs, sein so bahnbrechendes wie zugleich formstrenges Werk bildet neben anderen Größen wie Arthur Rimbaud oder Paul Verlaine und im Nachgang des sicher größten Erneuerers der europäischen Dichtung im Europa des 19. Jahrhunderts, Charles Baudelaire, eines der lyrischen Einfallstore der Moderne in der französischen Kunst. „Liebe Sammler, Händler, Kuratoren, Hortende“, so heißt es in der Ankündigung der Edition, und weiter steht da: „Katalogliebhaber und Schnäppchenjäger! Jean-Claude Vrain, der lustige Typ, freut sich, seinen neuen Katalog zu präsentieren, der Stéphane Mallarmé gewidmet ist. Wenn Sie interessiert sind, alles steht zum Verkauf!“ Das 225-seitige Werk umfasst insgesamt 322 Nummern: Bücher, Manuskripte, Briefe, Ikonographisches, Objekte und Verwandtes aus dem Leben und Wirken Mallarmés und seinen Kontakten zu anderen bedeutenden Vertretern der Künste. Viel vollständiger bekommt man den Abgleich zwischen Leben und Werk wohl nicht hin. Einblicke gibt es hier. Das Buch in französischer Sprache ist für 60 Euro zu haben. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 06.05.2025

"Sonnensucher" in Zwickau. | © Christian von Hoffen

„Sonnensucher!“: Die Kunst der Wismut in Zwickau (bis 10.08.25)

Die Ausstellung dürfte über die Ismen hinweggreifend die Gemüter bewegen: Noch bis zum 10. August 2025 ist in Zwickau die große Exposition Sonnensucher! Kunst und Bergbau der Wismut zu sehen. In der Zeit des Kalten Krieges förderte die SDAG Wismut Uran für die Sowjetunion, das als waffenfähiger Rohstoff ersteren durchaus auf Trab halten half. Zugleich sammelte, quasi als Staat im Staat, das Unterfangen in großem Stil Bildende Kunst und baute so die größte Kunstkollektion eines DDR-Unternehmens auf: Mehr als 4.000 Werke von 450 Künstlern finden sich in ihr bewahrt.

Als Partnerprojekt der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz für das Jahr 2025 präsentiert sich die Kunstsammlung der heutigen Wismut GmbH in einer großen und attraktiven Sonderschau, die, am 10. April eröffnet, noch bis zum Hochsommer in der Historischen Baumwollspinnerei (metaWERK Zwickau AG, Pölbitzer Straße 09, 08058 Zwickau) zu sehen sein wird: „Eine“, wie der Flyer verrät, „bilderreiche Expedition in die jüngste Vergangenheit, die auch zu den Themen der Transformation nach der deutschen Wiedervereinigung führt“, die erste Zusammenschau dieser Art.

Im Zentrum von Sonnensucher! werden etwa achtzig Gemälde und 150 grafische Arbeiten aus der Wismut-Kunstkollektion gezeigt. Gerade die grafische Abteilung ist hochkarätig bestückt: Nuría Quevedo findet sich dort ... Rolf Münzner, Regina Franke, Frank Ruddigkeit, Hans Meyer-Foreyt; auch die Groß-Meister Bernhard und Johannes Heisig, Karl-Georg Hirsch und Werner Tübke sind in der Sammlung zu finden. So changiert die Exposition zwischen expliziter Kunst der Arbeit, Staatskunst und bedeutenden Exponaten der Creme der Szene nebst Zeugnissen zur Wismut selbst.

Letztere bestehen in Ergänzung der Kunstwerke aus Fotografien, Filmmaterialien und Dokumenten zu Werk und Sammlung. „Durch Integration von Leihgaben aus anderen Sammlungen wird auch das weitere Bergbaugeschehen im Raum Zwickau sowie in der DDR thematisiert“, heißt es weiter in den Linernotes des Flyers. Zusammen mit dem selbst museal zu nennenden Gebäude der Spinnerei, die bis 1991 in Betrieb war und als Denkmal wie Bürobau genutzt wird, ergibt sich mithin ein ideales Gesamtkunstwerk der Epoche. Die Ausstellung ist von Mi bis Fr 10 bis 17 und am Sa/So von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Es erschien ein so opulenter wie preiswerter Katalog zur Schau. Tipp!

(André Schinkel)

Mi, 16.04.2025

Exposition in Leipzig feiert 200 Jahre 'Börsenverein'.

„Zwischen Zeilen und Zeiten: 200 Jahre Börsenverein“ ab 24.04.25

Vor nunmehr 200 Jahren, am 30. April 1825, unterzeichneten 101 Buchhändler und Verleger ihre Börsenordnung, die zugleich die Geburtsstunde des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig war. Es ist die älteste dauerhaft bestehende Branchenorganisation in Deutschland. Die Ausstellung Zwischen Zeilen und Zeiten präsentiert anlässlich des Jubiläums ausgewählte Objekte und Dokumente aus den umfangreichen Beständen der Börsenvereinsbibliotheken Leipzig und Frankfurt am Main, die im Deutschen Buch- und Schriftmuseum (Deutscher Platz 01, 04103 Leipzig) aufbewahrt werden. Die präsentierten Objekte werfen in acht Kapiteln Schlaglichter auf 200 Jahre bewegte Verbands- und Buchhandelsgeschichte. Heute sind im Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V. insgesamt ca. 4.000 Verlage, Buchhandlungen, Antiquariate, Zwischenbuchhändler und Verlagsvertreter organisiert. Die wichtigste Zeitschrift der Branche ist das seit 1834 ununterbrochen erscheinende Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Die Schau in Leipzig wird am 23. April um 18 Uhr eröffnet und ist dann bis zum 15. Dezember zu sehen. Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 (Donnerstag 10 bis 20) Uhr geöffnet, der Eintritt frei. Es erschien eine umfangreiche Publikation mit mehr als 200 Essays im Wallstein Verlag Göttingen. Zwischen Zeilen und Zeiten: Alle Informationen gibt es hier

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 18.01.2025

"Das Salz der Bibeln": noch bis 30.03.25 in Lüneburg. Die Stadt war im Barock für ihr Salz und ihre Bibeln (in Fässern!) aus der Stern’schen Druckerei berühmt.

„Das Salz der Bibeln“: bis 30.03.25

Noch bis zum 30.03.2025 präsentiert sich Lüneburg (im Museum Lüneburg, Willy-Brandt-Str. 01, 21335 Lüneburg) als Stadt des Buchdrucks. Vor 400 Jahren errichteten hier die Brüder Johann und Heinrich Stern eine Druckerei, die sich zu einem Zentrum des Bibeldrucks entwickelte. Stern’sche Bibeln waren ein Bestseller des Barockzeitalters und nach dem Salz der wichtigste Verkaufsschlager Lüneburgs. Wie zuvor das „Weiße Gold“ wurden auch die Erzeugnisse der „Schwarzen Kunst“ in Fässern transportiert und in ganz Nordeuropa gehandelt. Zur bisher größten Sonderausstellung des Museums Lüneburg erschien ein Katalog in dessen Schriftenreihe. Das Museum ist Di, Mi und Fr von 11 bis 18, Do von 11 bis 20 Uhr, an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Alle Infos hier.

(André Schinkel)

Do, 09.01.2025

62. Antiquariatsmesse in Stuttgart: am Freitag 12 bis 19.30, samstags 11 bis 18 und sonntags 11 bis 17 Uhr.

Antiquariatsmesse in Stuttgart

Wertvolle Bücher, Autografen, illustrierte Werke, Grafik: Vom 24. bis zum 26. Januar 2025 findet die 62. Antiquariatsmesse Stuttgart am Domizil des Württembergischen Kunstvereins (Ort: Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart) in der schwäbischen Metropole statt. Deutschlands führende Messe des Antiquariats- und Grafikhandels präsentiert 2025 mehr als 60 deutsche und internationale Antiquariate und Galerien mit ihren wertvollen und bibliophilen Büchern, Handschriften sowie Grafiken und illustrierten Werken in zentraler Lage am Stuttgarter Schlossplatz. Die Messe ist das Branchentreffen der Sammlerinnen und Sammler sowie Händlerinnen und Händler bibliophiler Schätze und ein jährliches Highlight für Buch- und Kunstliebhaber. Seit dem Gründungsjahr 1962 kontinuierlich in Stuttgart beheimatet, ist die Messe seit Jahrzehnten auch ein fester Bestandteil im Kulturkalender der Region. Der Messekatalog für 2025 erschien im Dezember und ist hier abrufbar.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 20.12.2024

'Kaiserring'-Ehrung 2024: Miriam Cahn stellt bis zum 27. Januar 2025 im Mönchehaus Museum Goslar aus.

Kaiserring: Miriam Cahn in Goslar

Diverse Arbeiten der Trägerin des Kaiserrings der Stadt Goslar 2024, der Schweizer Malerin, Zeichnerin, Performerin Miriam Cahn, werden noch bis zum 27. Januar 2025 im Mönchehaus Museum Goslar (Mönchestraße 1, 38640 Goslar) gezeigt. Die gebürtige Baslerin, die in Stampa lebt, wurde vor allem durch ihre experimentelle und innovative Herangehensweise an die Kunst bekannt. Ihre figurativen Gemälde und Zeichnungen tragen nicht selten Elemente des Hyper- und Surrealistischen in sich, Objekte können sich vermischen und verschiedene Bedeutung in sich tragen. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr geöffnet. Am 27. Dezember findet im Rahmen der Exposition ein Workshop zum Thema Das emotionale Gesicht statt. Führungen zu Miriam Cahn werden für die gesamte Ausstellungszeit angeboten. Ein Katalog ist in Vorbereitung. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 05.12.2024

Anna Boghiguian wird in Köln für ihr Œuvre geehrt.

Anna Boghiguian mit Wolfgang-Hahn-Preis für 2024 geehrt

Die 1946 in Kairo geborene Künstlerin Anna Boghiguian wurde mit dem 30. Wolfgang-Hahn-Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig (Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln) ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 08. November 2024 statt, die dazugehörige Schau im Museum wird bis zum 30. März 2025 zu sehen sein. Die ägyptisch-kanadische Künstlerin armenischer Herkunft zählt seit ihren Teilnahmen an den Biennalen von Istanbul und Sharjah und an der dOCUMENTA 13 zu einer der spannendsten Positionen der Gegenwartskunst. Bekannt ist sie für ihre figurativen Wandmalereien, (Notiz-)Bücher, Zeichnungen, Gemälde, Fotografien, Skulpturen und auch für einige spektakuläre großformatige Installationen. Boghiguians Arbeiten entstehen oft spontan und vor Ort. Zur Retrospektive der Geehrten erscheint in Kürze ein Katalog.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 28.11.2024

Blick in die Ausstellung im Lenbachhaus in München.
Gruber-Leihgaben von Erich Kahn, Ré Soupault und Heinz Lohmar. Gerd Gruber unterstützt die Schau ...
... auch mit Paul Éluard: "La dernière nuit", Paris 1942.

Surrealismus und Antifaschismus

Das durch seine Sammlung zur Künstlergruppe Der Blaue Reiter und deren Umkreis berühmte Lenbachhaus in München (Luisenstraße 33, 80333 München) zeigt bis zum 02. März 2025 im Kunstbau die Ausstellung Aber hier leben? Nein danke. Surrealismus und Antifaschismus. Mit etwa 400 Exponaten dokumentiert die Ausstellung, beginnend mit den 1920er Jahren bis in die Gegenwart, antifaschistische Positionen von Surrealisten, wobei die vielfältigen Aktivitäten gegen den Nationalsozialismus einen besonderen Schwerpunkt einnehmen. Viele der in der Ausstellung vertretenen Surrealisten wurden von den Faschisten diskriminiert, verfolgt und ins Exil getrieben. 

Nicht nur mit Worten, sondern auch unter Einsatz ihres Lebens kämpften sie im Untergrund oder in den Reihen der Interbrigaden in Spanien gegen den Faschismus. In der Ausstellung werden neben Gemälden, Grafiken und Fotografien auch zahlreiche Publikationen und Dokumente präsentiert. Gleichberechtigt neben den „großen Namen“ wie Max Ernst, René Magritte, André Masson und Joan Miró stehen auch weniger bekannte Künstler wie Victor Brauner, Leonora Carrington, Óscar Domínguez und Raoul Ubac. 

In der Ausstellung, speziell aber in dem voraussichtlich im Dezember erscheinenden Katalog (in den Sprachen Englisch und Deutsch, zirka 600 Seiten), kommen in Manifesten, Aufrufen, Gedichten und weiteren Materialien Louis Aragon, André Breton, Robert Desnos, Paul Éluard, Paul Westheim und viele andere zu Wort. Unser Pirckheimer-Freund Dr. Gerd Gruber unterstützt die Ausstellung mit sieben Werken aus seiner Sammlung, darunter auch eine der wenigen erhaltenen Arbeiten von Heinz Lohmar (1900–1976), eine Tempera, die er 1935 im Exil in Paris schuf. Als Lohmar nach dem Einmarsch der Nazis in Paris fliehen musste, zerstörten diese die in der Wohnung verbliebenen Werke des Künstlers. Die Tempera überstand, da sie Lohmars Frau auf der Flucht in ihrem Koffer mitnahm. 

Ein zweites bemerkenswertes Exponat ist ein kleines, 1942 in nur 65 Exemplaren gedrucktes Büchlein mit dem Gedicht La dernière nuit (Die letzte Nacht) von Paul Éluard (1895–1952) samt einer Radierung von Henri Laurens (1885–1954). Die Publikation, gedruckt im Untergrund, wurde nur an enge Freunde und Mitglieder der Résistance übergeben; das vorliegende Exemplar trägt eine mehrzeilige, mit farbigen Stiften geschriebene Widmung Éluards an einen seiner Mitstreiter.

Alle Informationen zu Aber hier leben? Nein danke. Surrealismus und Antifaschismus, seit dem 15. Oktober in der Städtischen Galerien im Lenbachhaus und Kunstbau zu sehen, unter diesem Link.

Aber hier leben? Nein danke.
Surrealismus und Antifaschismus.
Ausstellung vom 15.10.2024 
bis zum 02.03.2025 in der
Städtischen Galerie im Lenbachhaus
und Kunstbau München.
Dienstag bis Sonntag
sowie feiertags 10 bis 18 Uhr,
Donnerstag 10 bis 20 Uhr,
Montag geschlossen.
Eintritt: 10 (ermäßigt 5) Euro.

(Gerd Gruber/André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 23.11.2024

Hommage an Elfriede Lohse-Wächtler, hier: "Lissy" (1931), bis 09.02.2025 im Hamburger Barlach-Haus.

„Ich als Irrwisch“: Eine Hommage an Elfriede Lohse-Wächtler

Sensationelle Kunst in Hamburg: Die gebürtige Dresdnerin Elfriede Lohse-Wächtler (1899–1940) zählt zu den wichtigen künstlerischen Stimmen des frühen 20. Jahrhunderts. Ihre dynamische und von Empathie getragene Bildsprache ist in der Kunst der Neuen Sachlichkeit ohne Vergleich. Ihr Werk wird noch bis zum 09. Februar 2025 im Ernst Barlach Haus im Jenischpark (Stiftung Hermann F. Reemtsma, Baron-Voght-Straße 50a, 22609 Hamburg) in der Freien und Hansestadt gezeigt. Bereits mit 16 Jahren verlässt sie ihr Elternhaus und ist ab 1917 Dresdner Avantgardekreisen aktiv; zu den Freunden der Eigensinnigen gehören Künstler wie Otto Dix, Conrad Felixmüller, Otto Griebel, Rudolf Adrian Dietrich und Johannes Baader. Von 1925 bis 1931 erlebt Lohse-Wächtler in Hamburg eine persönlich belastende, künstlerisch jedoch höchst produktive Zeit. Die Lebensumstände führen zu psychischen Problemen und 1929 zu einem ersten Klinikaufenthalt. Ihrer labilen Verfassung trotzt die Künstlerin kraftvolle Werke ab. Selbstbewusst dringt sie dabei auch in Männerwelten und Sperrbezirke vor, malt im Hafen und auf St. Pauli. In rascher Folge entstehen Bordell- und Kneipenszenen, Typenporträts und eindringliche Selbstbildnisse. Elfriede Lohse-Wächtlers Geschichte endet mit Zwangshospitalisierung und Auslöschung: 1940 wird sie im Rahmen der nationalsozialistischen Krankenmorde („Aktion T4“) in Pirna getötet. Zum 125. Geburtstag am 04. Dezember widmet das Haus der Ausnahmekünstlerin eine Retrospektive mit annähernd 100 Werken aus 25 öffentlichen und privaten Sammlungen. Zudem erscheint ein Katalog bei Kettler (224 Seiten, 19,50 Euro) und findet ein umfangreiches Begleitprogramm statt. 

(André Schinkel/Ernst Barlach Haus/Pressemitteilung)

Di, 01.10.2024

"Was gibt’s denn da zu lachen? Die komische Kunst des Walter Moers" – seit dem 22.09. in Oberhausen.

„Was gibt’s denn da zu lachen?“

Die Frage ist in der Tat berechtigt, wenn auch nicht ganz so ernst gemeint, denn, der Mann ist kein Kontinent, sondern ein ganzer Kosmos: Walter Moers. Und unter eben dem Titel Was gibt’s denn da zu lachen? Die komische Kunst des Walter Moers zeigt seit 22.09. die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen (Konrad-Adenauer-Allee 46, Oberhausen) einen Einblick in das wohlgemerkt ganze Moers-All. Bis zum 24.01.2025 ist die Schau in Oberhausen zu sehen, nebst einem umfangreichen Beiprogramm samt öffentlichen Führungen an Sonn- und Feiertagen jeweils um 11.30 Uhr durch die Direktorin Dr. Christine Vogt (die nächsten Termine finden am 06. und am 20.10. statt). Und in der Exhibition begegnet man, natürlich, Käpt’n Blaubär und Hein Blöd ... dem unsympathischen Kleinen Arschloch und Adolf, der Nazi-Sau ... den Wesen des großen Zamonien-Romanzyklus und vielen anderen Figuren aus den Büchern und Comics von Walter Moers. Zur Schau im Schloss erschien ein 256-seitiger Katalog bei Kerber zum Preis von 43 Euro. Alle Infos unter diesem Link. Die Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr geöffnet. Der Eintritt: 8 (ermäßigt 4) Euro.

(André Schinkel/Pressemitteilung)