Pirckheimer-Blog

Nachruf

Do, 24.09.2026

Antje Kunstmann. | © Amrei-Marie via CC BY-SA 4.0

Antje Kunstmann ist gestorben

Für eine Verlegerin wie Antje Kunstmann war der Erhalt des Kurt-Wolff-Preises vollkommen angebracht, zwingend und notwendig: 2022 erhielt sie ihn – ihr Adlatus war seinerzeit der gleichsam für seine wunderschönen Publikationen zu rühmende Andreas Heidtmann (Poetenladen-Verlag). 1949 in Bad Kissingen geboren – hatte sie zusammen mit Peter Weismann 1976 den Weismann Verlag-Frauenbuchverlag gegründet, von 1990 bis 2023 führte sie den Verlag unter ihrem eigenen Namen weiter, unter dem er seitdem von ihrem Sohn Moritz Kirschner weiterbetrieben wird. Antje Kunstmann scharte eine illustre Melange Autorinnen, Autoren, Künstler um sich: Wolf Erlbruch, Natascha Wodin, Axel Hacke, Wiglaf Droste; auch international reüssierte die Verlegerin, nahm Rafael Chirbes, Noam Chomsky und Tim Parks ins Programm. Einen skurrilen Schwerpunkt bilden Humor und Satire: Marie Marcks, Manfred Deix und Robert Gernhardt; auch ein kleines, feines Hörbuchprogramm gehört zum Portfolio. 2024 wurde das Editionshaus zudem mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet. Am 16. September ist Antje Kunstmann in München im Alter von 77 Jahren gestorben. Die Welt der Kunst- und Büchernarren verliert eine Verlegerin von großem und besonderem Format. Viele Printmedien gedenken der Verstorbenen mit Trauer und Erinnerungen.

(André Schinkel)

Di, 22.09.2026

Abschied von Hans-Jürgen Wilke

In der ersten Septemberwoche erreichte uns überraschend die traurige Nachricht, dass unser jahrzehntelanges Mitglied Hans-Jürgen Wilke aus Berlin unerwartet in seinem 89. Lebensjahr verstorben ist. Wilke, Buchdrucker von Beruf, war vielen Pirckheimern (und über die Gesellschaft hinaus) als Sammler und Experte für Conrad Felixmüller (1897–1977) bekannt, für den er lange Zeit Grafiken druckte. Erst im vergangenen März hielt er auf der Leipziger Antiquariatsmesse einen Vortrag über diese Tätigkeit. Über Felixmüller und die beeindruckende Sammlung, die Wilke zu ihm und mit seinem Werk angelegt hatte, über seine Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Künstler hatte der Verstorbene immer wieder bei Treffen und mittels Vorträgen berichtet – so gibt es einen beeindruckenden Bericht von einem solchen Vortrag beim Berliner Bibliophilen-Abend im Februar 2015. Auch im Rahmen der Cottbuser Ausstellung Mit dem Auge und dem Herzen. Conrad Felixmüller, die über den Jahreswechsel 2024/2025 im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst, die sich zu großen Teilen auf Wilkes Felixmüller-Sammlung stützte, Beispiele aus allen Schaffensdekaden und auch Rara wie Druckstöcke umfasste, war Hans-Jürgen Wilke als letzter Drucker des Künstlers im Januar 2025 mit einem Vortrag in Erscheinung getreten. Informationen zu Trauerfeier und Beerdigung werden bei Bekanntwerden auf der Pirckheimer-Website kommuniziert. 

(André Schinkel via Matthias Haberzettl) 

Do, 27.08.2026

26.08.2026: Trauer um Péter Nádas

Wieder ein Großer, dem man letztlich den Nobelpreis verweigert hat: Am gestrigen 26. August starb der ungarische Weltliterat Péter Nádas (1942–2026). Ein Versäumnis, das er mit: Philip Roth, Les Murray und – bis auf Weiteres – mit Margaret Atwood teilt ... Thomas Reche, der in seinem Verlag einige seiner schönsten Bücher in bibliophilen Ausgaben publizierte, stellte auf seiner Website einen ergreifenden Nachruf ein, der auf die enge Zusammenarbeit, die überlegene Freundlichkeit des gewaltigen Erzählers und Fotografen, die kongeniale Kombination überdies mit den Grafiken von Susanne Theumer etwa, rekurriert. Es wird langsam dünne mit den Ernstzunehmenden heute, nun ja – wen wundert’s, in einer idiotischen, zutiefst reaktionären Zeit. Menschenfreunde trauern. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 16.06.2026

Trauerfeier für Christian Ewald

Soeben treffen die Informationen für die Trauer- und Kondolenzfeierlichkeit für Christian Ewald ein – der Grafiker, Autor und legendäre Verleger der Katzengraben-Presse war am 09. Mai in seiner Wahlheimatstadt Berlin gestorben. Die Abschiedsfeier für Ewald findet am 19. Juni ab 16 Uhr im Rathaus von Friedrichshagen in der Bölschestraße 87 in 12587 Berlin statt. Es kann dort bis 19.30 Uhr kondoliert werden. Die Beisetzung findet am 03. Juli 2026 an Christian Ewalds Herkunfts-Ort statt: Die Urnenfeier in der Friedhofskapelle in Weimar-Ehringsdorf (Hinter dem Friedhof, 99425 Weimar) ist für 13.30 Uhr gesetzt. Christian Ewalds Katzengraben-Presse in Berlin-Köpenick bestand 36 Jahre, ihr Verleger wie auch dessen Bücher und Installationen wurden vielfach geehrt.

(André Schinkel via Matthias Haberzettl)

Mi, 10.06.2026

Große Trauer um Klaus Raasch II

Die Nachricht vom Tod des Hamburger Druckers, Künstlers und Büchermachers Klaus Raasch (1960–2026) – der Blog berichtete gestern – zieht weite Kreise in der bibliophilen Gemeinde des Landes. Soeben erschien der offizielle Nachruf von Annette Kölbel und Matthias Taube, die in seiner Nachfolge die Organisation der BuchDruckKunst übernahmen. In ihm würdigen sie Raasch als den Buchdrucker Deutschlands, bei dem Verlage und Handpressen die besonderen Drucke ihrer Autorinnen und Autoren in Auftrag gaben. „Seine Akribie, sein Farbempfinden, sein tiefes Wissen von dem Zusammenspiel von Papier, Druckstock, Farbe und Druckpresse hat einzigartige Bücher entstehen lassen.“ Und schließlich: „Wir sind sehr, sehr traurig.“ Klaus Raasch starb in der Nacht vom 07. auf dem 08. Juni in Hamburg-Altona. Er wurde 66 Jahre alt. Er hinterlässt Frau und Sohn. Die Trauer- und Gedenkfeier für ihn findet am 25. Juni 2026 um 13.30 Uhr in Hamburg statt.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 09.06.2026

Großer Verlust: Künstler, Drucker und Büchermacher Klaus Raasch ist in der Nacht zu Montag gestorben.

Große Trauer um Klaus Raasch

Wie eben aus verschiedenen Quellen, unter anderem von Matthias Taube und Henry Günther, zu erfahren ist, ist Klaus Raasch, hochgeschätzter Künstler und Büchermacher – mithin „Vater“ der BuchDruckKunst, nach langer, schwerer und tapfer ertragener Krankheit in der Nacht vom Sonntag auf den Montag gestorben. Der Hamburger war eine wichtige und weithin geachtete Persönlichkeit innerhalb der bibliophilen Gemeinde, sein Fehlen wird, auch wenn er viele seiner Angelegenheiten, so die Übergabe der Organisation der BuchDruckKunst und die Auflösung seines Druckateliers Schwarze Kunst, beherzt und umsichtig anging, lange nachhallen und deutlich bleiben. Der 1960 in Wanne-Eickel geborene Raasch lebte seit 1981 in der großen Hansestadt, er war viele Jahre Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, von 1986 an arbeitete er freiberuflich. Bereits im Mai, zur artGrafik in Ahrenshoop, wo er zu den Ausstellern der ersten Stunde gehörte, konnte er nicht mehr anreisen. Ausführlichere Würdigungen zu Klaus Raasch, so durch Matthias Taube, werden sicher bald folgen. 

(André Schinkel)

So, 07.06.2026

Wurde nur 56 Jahre – Marjane Satrapi ist gestorben.

Paris: Marjane Satrapi gestorben

Sie wurde nur 56 Jahre alt: Am 04. Juni starb in Paris die weltberühmte iranisch-französische Comic-Künstlerin, Illustratorin, Malerin und Filmemacherin Marjane Satrapi (1969–2026). – Mit ihrer vierbändigen Comic-Autobiografie Persepolis, die zwischen 2000 und 2003 erschien und 2007 von der Künstlerin im Verbund mit Vincent Paronnaud verfilmt wurde, setzte sie Standards: Das Werk wurde vielfach ausgezeichnet, die Verfilmung erhielt den Jurypreis bei den Filmfestspielen in Cannes und war für den Oscar nominiert. Die in einfachen Schwarz-Weiß-Bildern gehaltene Graphic Novel erzählt von Satrapins Kindheit und Jugend im Iran in Engführung mit der turbulenten Geschichte des Landes: Sturz des Schahs, die Islamische Republik, der Krieg zwischen dem Iran und dem Irak und die Flucht nach Europa. Zugleich brach der Stoff eine Reihe Stereotypen über das Leben in dem vorderasiatischen Land auf. Satrapi wurde damit zu einer der meistgelesenen, erfolgreichsten Autorinnen des Iran. Im Anschluss veröffentlichte die Künstlerin einige weitere Bücher und Filme, illustrierte Kinderbücher und arbeitete als Herausgeberin. Marjane Satrapi starb nach Auskunft ihrer Freunde aus Trauer um ihren Mann Mattias Ripa, der im Jahr zuvor gestorben war. In seinem Nachruf würdigte der Élysée-Palast Satrapi – als große Künstlerin und Kämpferin für die Freiheit.

(André Schinkel via Christian von Hoffen)

Fr, 05.06.2026

Der Slawist, Autor, Sammler und Pirckheimer Peter Hoffmann ist im Alter von 101 Jahren gestorben.

Abschied von Dr. Peter Hoffmann

Der Berliner Pirckheimerfreund und Slawist Peter Hoffmann ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am 16. Mai 2026 im Alter von 101 Jahren gestorben. Zuletzt lebte Hofmann, der als Osteuropa-Experte weithin Anerkennung genoss, in Nassenheide in Brandenburg. Nach dem Studium der Geschichte und Slawistik, der Promotion leitete Hoffmann die Arbeitsgruppe Geschichte der slawischen Völker an der Berliner Akademie der Wissenschaften. Seine umfängliche Bibliothek, die sich mit Aspekten der russischen Geschichte, der deutsch-russischen Beziehungen sowie allgemeineren Fragen zu Aufklärung und Absolutismus im 18. Jahrhundert befasste, gehört mittlerweile zum Bestand der renommierten Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel und wird dort als Spezialsammlung archiviert und nutzbar gehalten. Sein Titel Russland im Zeitalter des Absolutismus (1988) gilt als Standardwerk. Pirckheimer wurde Hoffmann im Jahr 1986. 2018 erschien seine Autobiografie In der hinteren Reihe. Im Vorfeld seines 100. Geburtstags am 09. November 2024 gab der Wissenschaftler und ausgewiesene Bücherfreund dem Chefredakteur der Marginalien, Till Schröder, ein Interview (Heft 255, Ausgabe 2024/4). Insgesamt publizierte Hoffmann – als Autor und Mitautor – 33 Bücher.

(André Schinkel)

Di, 19.05.2026

Berlin: Trauer um Harald Metzkes

Im Moment geht ganz augenscheinlich das Abschiednehmen um. Die Kunstwelt trauert um Harald Metzkes (1929–2026): Er gehörte zu den bedeutenden Vertretern der Berliner Malerschule, und am Ende seines Lebens standen zwei retrospektive Ausstellungen in Berlin (zum 95.) und Potsdam. Am vergangenen Donnerstag, den 14. Mai, ist Metzkes im Alter von 97 Jahren in Wegendorf, einem Ortsteil von Altlandsberg gestorben. Das Werk des gebürtigen Bautzners, der nach einer Steinmetz-Lehre in Bautzen in Dresden an der Hochschule für Bildende Künste studierte – und von 1955 bis 1958 Meisterschüler von Otto Nagel in Berlin war, überspannt mehr als sieben Jahrzehnte. Berlin, in dem die Kunstwelt ihn liebevoll den „Cézannisten“ vom Prenzlauer Berg nannte, blieb er auch nach seinem Umzug nach Altlandsberg in den neunziger Jahren stets verbunden. Das Œuvre von Harald Metzkes erfuhr hohe und höchste Ehren – durch den Käthe-Kollwitz-Preis und den Hannah-Höch-Preis, die Einladung zur Biennale in Venedig, die Ehrenbürgerschaft von Altlandsberg, um nur einige zu nennen. Sein überaus umfängliches Werk wird seit 2011 auf einer eigenen Webseite gesichtet und dokumentiert. Dort finden sich auch Stimmen zum Werk wie ein Bilderverzeichnis. Die Bücherkinder schufen mit dem Künstler und seinem Sohn Robert 2020 ein gemeinsames Buch.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 10.05.2026

Christian Ewald (in der Mitte des Bilds) an der Seite von Andreas Platthaus (li.) und Michael Krüger Ende 2014 bei der Präsentation des "e-walds" in Mainz.

Abschied von Christian Ewald

Wie von verschiedenen Seiten aus der Pirckheimer-Gesellschaft zu erfahren ist, ist der Verleger der legendären Katzgraben-Presse, Christian Ewald (1949–2026) in der Nacht vom 08. zum 09. Mai in seiner Wahlheimatstadt Berlin gestorben. Der vielfach für seine künstlerische und verlegerische Arbeit Geehrte wurde in Weimar geboren und studierte Typografie und Gebrauchsgrafik in Berlin. 1990 gründete er in einem der ältesten Häuser in Berlin-Köpenick den nach der anrainenden Straße benannten Verlag. Der hochgeschätzte Künstler, Büchermacher wie kundige Austauschs- und Gesprächspartner in Sachen Bibliophilie war Mitglied unserer Gesellschaft – zum Jahreswechsel 2014 präsentierte er unter der prominenten Anteilnahme von Andreas Platthaus von der FAZ und Hanser-Kult-Verleger Michael Krüger seinen e-wald im Gutenberg-Museum in Mainz. In Heft 256 (2025/1) der Marginalien würdigt Helmut Garritzmann Christian Ewald im Zuge einer Ehrung in seiner Geburtsstadt zum 75. wie auch die Presse zum 35. Geburtstag. Abel Doering, der mit ihm eng befreundet war, könnte es nicht treffender formulieren: „Mit dem Tod von Christian Ewald hat die bibliophile Gemeinde einen weiteren großen Verlust erlitten, er wird uns fehlen.“ So ist es.

(André Schinkel via Henry Günther)

Sa, 11.04.2026

Roland Berger (1942–2026). | © Abel Doering/Archiv

Abschied von Prof. Roland Berger

Am 04. April starb, wie von verschiedener Seite, so unter anderen der jungen Welt vom 09. April 2026, mitgeteilt wird, das langjährige (1969–2025) Pirckheimer-Mitglied Professor Dr. Roland Berger (1942–2026) nach langer Krankheit. Berger, der in Weinböhla in Sachsen geboren wurde, verstarb im Alter von 83 Jahren im brandenburgischen Hohen Neuendorf, wo er seit 1996 gelebt hatte. Er war neben seiner Mitgliedschaft in der Pirckheimer-Gesellschaft auch eine Reihe Jahre Vorstandsmitglied der Pirckheimer. Nach dem Abitur an der ABF der MLU Halle-Wittenberg studierte er Kunsterziehung und Deutsch an der Berliner Humboldt-Universität und war als Dozent tätig. 1976 erfolgte die Promotion, 1985 bis 1995 war er Professor mit künstlerischer Lehrtätigkeit am Fachbereich Kunsterziehung der Humboldt-Uni. Danach war er wieder als Lehrer und Dozent in den neuen Bundesländern tätig. Neben seiner kunstpädagogischen und akademischen Arbeit war Roland Berger auch immer als bildender Künstler tätig; sein umfangreiches Werk ist vielgestaltig und umfasst unter anderem Radierungen, Zeichnungen, Exlibris, Scherenschnitte – auch Plakate, Illustrationen und Publizistik ... Seine bevorzugten künstlerischen Haupttechniken waren indes der Holz- und der Linolschnitt, eines seiner thematischen Leitmotive ist der Harlekin. Er zeigte sein Werk in einer Vielzahl von Ausstellungen, seine Grafik erschien in Zeitungen, Zeitschriften, in der Edition Schwarzdruck – und nicht zuletzt auch in den Marginalien. So steuerte er u. a. etwa die Originalgrafische Beilage für die Mitglieder zum Heft 209 (Ausgabe 2013/1) der Zeitschrift für Buchkunst & Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft bei, auch den Jahrestreffen widmete er seine Gabe. Insbesondere waren auch seine originellen Neujahrsgrüße beliebt. Roland Bergers Arbeiten waren international bekannt und geschätzt. Auch Frottagen und Plastisches sind Teil seines Werks.

(André Schinkel im Namen der Pirckheimer-Gesellschaft)

Mo, 30.03.2026

Harz: Trauer um Alexander Kluge. | © Thomas Peters

Ein großer Halberstädter: Stadt trauert um Alexander Kluge

In einem bewegenden Statement nimmt das renommierte Gleimhaus in Halberstadt Abschied von einem der großen Söhne der Stadt – am 25. März 2026 war der große Autor, Filmemacher und intellektuelle Tausendsassa Alexander Kluge in seiner Wahlheimat München im Alter von 94 Jahren gestorben. Seine Herzens-Verbindung zu seiner „Vaterstadt“ hatte Alexander Kluge, der zu den bedeutendsten Denkern, Dokumentaristen und Schreibern der alten wie neuen Bundesrepublik zu zählen ist, nie verloren – 2017 bekam der vielfach, so auch mit dem Georg-Büchner-Preis und, ihn wohl besonders berührend, mit dem Klopstock-Preis des Landstrichs seiner Herkunft wie auch diversen Film- und Fernsehpreisen, Ausgezeichnete die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt, in der er 1932 als Sohn eines Arztes geboren wurde, verliehen. Mit dem Gleimhaus, seit vielen Jahren Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, hatte Kluge mehrere Projekte verwirklicht: „Das Gleimhaus realisierte in den vergangenen Jahren mehrere Ausstellungen zu und mit ihm. Eine dauerhafte Präsentation zu Alexander Kluges Leben und Werk ist für 2027 geplant. Das Gleimhaus verliert einen wichtigen Gesprächspartner und Freund. Wir sind traurig.“ Als Autor debütierte Kluge 1962 mit Lebensläufe. Er war Mitbegründer des Neuen deutschen Films. Sein Film Abschied von gestern (1966) mit seiner Schwester Alexandra in der Hauptrolle erhielt bei den Filmfestspielen in Venedig einen Silbernen Löwen. Eine Vielzahl Ehrungen und Auszeichnungen folgte dem nach, seine Stimme hatte international Gewicht. Seine Schilderung des Bombenangriffs auf Halberstadt am 08. April 1945 erschüttert. Am 28. Mai wird Kluge während der Jahrestagung der Akademie für Sprache und Dichtung während einer öffentlichen Veranstaltung im Großen Saal des Harztheaters seiner Vaterstadt (18.30 Uhr) noch einmal explizit geehrt; auch Ute Pott vom Gleimhaus wird dabei sein.

(André Schinkel)

So, 08.03.2026

Berlin: Abschied von Michael Ley

Am 06. Januar starb der Künstler und Pirckheimer-Freund Michael Ley (1953–2026) in Berlin. Am 06. März wurde ihm zu Ehren die Gedenkausstellung Abschied von Freunden in der Galerie Wolf & Galentz (Wollankstraße 112a, 13187 Berlin) mit Werken von Ley selbst, Achim Borsdorf, Udo Würtenberger und Giuliana Del Zanna eröffnet. Sie wird bis zum 19. April zu sehen sein und ist am Sonntag von 14.30 bis 17.30 Uhr und Montag von 17.30 bis 21.30 Uhr geöffnet. Die Beisetzung und Trauerfeier für Michael Ley findet am Donnerstag, den 19. März 2026, um 12 Uhr auf dem Friedhof St. Hedwig, Ort: Ollenhauerstraße 63, 13403 Berlin statt. Anfahrt mit dem Bus: M21, 122 bis Ollenhauerstraße, oder mit dem PKW: Parkplatz Friedhof Humboldtstraße, Treffpunkt: Kapelle. Die Abbildung zeigt eines der in der Galerie Wolf & Galentz ausgestellten Werke von Michael Ley.

(Ninon Suckow/André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 18.02.2026

Bereits am 01.02.2026 starb mit Günter Richter ein bedeutender Maler & Grafiker der Leipziger Schule.

Vertreter der Leipziger Schule: Abschied von Günter Richter

Er war einer der stilleren, dem Tun und dem Handwerk verpflichteter Vertreter der Leipziger Schule – bereits am 01. Februar starb in seiner Wahlheimatstadt Leipzig Günter Richter (1933–2026) im Alter von 92 Jahren. Richters Themen spannten sich im Wirkfeld zwischen Werden, Blühen, Welken und Vergehen – ob in der Natur oder in der menschengemachten Welt – auf, eine so passionierte wie spezielle Vorliebe hatte Richter für die Abbildung von Holz und Architektur. Der Maler und Grafiker, der auch eine Reihe zwischen Neuer Sachlichkeit und Surrealismus changierender Exlibris schuf, hatte in der 1950er Jahren an der HGB bei Bernhard Heisig studiert und war freischaffend tätig, arbeitete zeitweise als Lehrer und viele Jahre als Dozent am Lindenau-Museum in Altenburg und an seiner Leipziger Alma mater. Richter gehörte auch 1972 zu den Begründern der Leipziger Grafikbörse, die er mehrere Jahre leitete. Günter Richter war zudem auch als Schriftsteller tätig und veröffentlichte bei Plöttner und Mirabilis. Seine bildnerischen Arbeiten werden in diversen größeren Kollektionen, so in der Nationalgalerie in Berlin, Im Dresdner Kupferstichkabinett, im Leipziger Museum der Bildenden Künste, im Stendaler Winckelmann-Museum, gesammelt und archiviert. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 08.01.2026

Potsdam-Bornim: Manfred Butzmann ist gestorben.

Trauer um Manfred Butzmann

Der Träger des Käthe-Kollwitz-Preises und des Brandenburgischen Kunstpreises, der Grafiker und Illustrator Manfred Butzmann (1942–2026) ist in seiner Heimatstadt Potsdam, im Stadtteil Bornim, in dem er auch geboren wurde, am 04. Januar im Alter von 83 Jahren gestorben. Vor allem den Berlinern ist er als unbestechlicher Chronist ‚ihrer Dinge‘ im Gedächtnis geblieben. Butzmann wuchs in Eutzsch im Wittenbergischen auf und studierte nach einer beruflichen Ausbildung zum Offsetretuscheur und Malübungen in Caputh in Weißensee bei Werner Klemke, Arno Mohr und Klaus Wittkugel. Nach seiner Meisterschülerschaft bei Werner Klemke arbeitete Butzmann als Buchillustrator und Einbandgestalter, machte sich als Grafiker, Aquarellist und Plakatkünstler einen Namen. „Berlin verdankt ihm viele Abbilder seiner rauen Seele“, schreibt die tageszeitung vom 06. Januar in ihrem Nachruf auf Manfred Butzmann. Und: „Butzmann, das ist beste ‚Berliner Schule‘, sein künstlerischer Blick glitt über Menschen und Stadt, sah einen Schwarzen Giebel, der sich roh auf der Wand des Nachbarhauses abzeichnete, oder den Anhalter Puff, ein pervers pink getünchtes Haus, während nebenan alles wegbrach.“ Und mit einer besonderen Vorliebe gestaltete Butzmann, dessen Ausstellungsplakate Maßstäbe setzten, auch Frottagen, Abreibungen u. a. von Berliner Hausfluren, aber auch von Grabsteinen und Türblättern. Seine überaus unkonventionelle Plakat-Kunst setzte Butzmann auch für zahlreiche öffentlich relevante Themen ein. 2007 zog es ihn zurück nach Potsdam-Bornim, wo er am vergangenen Sonntag starb. Er illustrierte u. a. Bücher und Textzyklen von Maxim Gorki, Iwan Turgenjew sowie Gustav Meyrink und Nikos Kazantzakis.

(André Schinkel/Pressemitteilung)