Pirckheimer-Blog

Nachruf

Di, 02.12.2025

Mit Franz Fühmann 1976 in Schlagenthin (oben). Die Künstlerin Núria Quevedo und Pirckheimer Armin Schubert (unten) waren viele Jahre eng befreundet. Auch mit den "Bücherkindern" war Núria Quevedo verbunden, deren "Pax questuosa" ist ihr gewidmet.

Große Trauer um Núria Quevedo

Wie soeben unser Pirckheimer-Freund, der Mentor und Prinzipal der Bücherkinder Brandenburg, Armin Schubert, mitteilt und eben erst bekannt wurde, ist die große Künstlerin Núria Quevedo (1938–2025) in ihrer Wahlheimatstadt Berlin gestorben. Schubert, der mit Quevedo viele Jahre eng befreundet war, schreibt: „Mein Gott, nun auch noch Núria Quevedo; sie starb am 22. November des Jahres, und (das) erschüttert mich tief. Seit 1976 sind wir, begonnen mit Franz Fühmanns Roman für Kinder, Prometheus, miteinander verbunden. Das hat gehalten über all die Jahre. Zuletzt waren wir in Chemnitz dabei, als sie den Schmidt-Rottluff-Ehrenpreis bekam.“ Und weiter heißt es: „... durch sie haben wir auch Barcelona kennen und lieben gelernt. In meiner Sammlung sind viele gute Kunstwerke; erst jüngst haben wir die große Farblithografie Jeder, der seinen Weg geht ... zu einem Gedicht von Antonio Machado für die Eröffnung der Friedensdekade 2025 in der Petrikapelle beim Dom zu Brandenburg als Impuls verwendet.“ Núria Quevedo wurde am 18. März 1938 eben in Barcelona geboren, sie war die Tochter republikanischer Emigranten und lebte seit 1952 in Berlin, ab 1997 auch in Sant Feliu de Guíxols in der katalanischen Provinz Girona. Sie studierte von 1958 bis 1963 an der Weißenseer Kunsthochschule bei Arno Mohr, Klaus Wittkugel und Werner Klemke, war von 1968 bis 1971 Meisterschülerin bei Klemke. Ihr unverkennbares und umfängliches, zunächst grafisches, später auch malerisches Werk wurde vielfach geehrt und ausgezeichnet. Mit Brandenburg an der Havel war sie über Armin Schubert, Christa Wolf, die Galerie Sonnensegel, die Bücherkinder vielfältig verbunden, stellte in der Domstadt aus, arbeitete mit Schülerinnen und Schülern und war auch an den Buchprojekten der Bücherkinder beteiligt – eines der Bücher, Pax questuosa, ist ihr und Anna Seghers (1900–1983), deren Aufstand der Fischer von St. Barbara sie 1981 (wie auch die Erzählung Kassandra von Christa Wolf (1984)) illustrierte, als Hommage gewidmet. Sie arbeitete auch zu einigen Vertretern und Vertreterinnen der Sächsischen Dichterschule: Volker Braun, Karl Mickel, Kerstin Hensel. Núria Quevedo war mit dem Dokumentarfilmregisseur Karlheinz Mund verheiratet. Ihr Werk ist in zahlreichen großen Häusern wie der Neuen Nationalgalerie vertreten. Mit anderen Berliner Künstlerinnen gründete sie 1992 die Künstlerinnen-Initiative Xanthippe e. V. Zuletzt waren ihre Arbeiten 2023/24 in Chemnitz (Kunstsammlungen am Theaterplatz) zu sehen.

(André Schinkel via Armin Schubert)

Sa, 22.11.2025

Helme Heine ist in seiner Wahlheimat in Neuseeland mit 84 gestorben. | © HelmeHeineArt (CC BY-SA 4.0)

„Freunde“: Trauer um Helme Heine

Seine Bücher und Figuren, aus Freunde, Mullewapp oder auch der durch Peter Maffay in Klang und Bild gesetzten Drachensaga Tabaluga, sind legendär – mit Fug und Recht kann man Helme Heine als einen der bekanntesten und erfolgreichsten Kinderbuchautoren und -illustratoren der Gegenwart bezeichnen. Der 1941 in Berlin geborene Künstler, der auch Drehbücher, Hörspiele und satirische Texte verfasste, lebte zeitweise auch in Südafrika, etwa seit 1990 nannte er down under sein Zuhause, nahm zuvor noch Zwischenstation in Irland. 1976 debütierte Heine mit dem Elefanteneinmaleins bei Middelhauve. Aber am bekanntesten sind sicherlich die drei Freunde aus dem Mullewapp-Kosmos geblieben, denen 2009 auch Filmehren angediehen: Johnny Mauser, Franz von Hahn sowie der dicke Waldemar. Helme Heine wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Troisdorfer Bilderbuchpreis, einem Premio Grafico wie dem Oldenburger Bilderbuchpreis ... Helme Heine starb am 20. November in seiner Wahlheimat Russell, Northland (Neuseeland) – er wurde 84 Jahre alt. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 23.08.2025

Eugen Gomringer ist gestorben – der Künstler und Nestor der Konkreten Poesie wurde 100 Jahre alt.

Eugen Gomringer ist gestorben

Er galt als der Erfinder der Konkreten Poesie, justament im Jubiläumsjahr seines Kollegen Ernst Jandl wurde er 100 Jahre alt, und im Gegensatz zu E. J. erlebte er (quasi stellvertretend, wie seine Tochter Nora anmerkte) diesen Ehrentag: Eugen Gomringer, dessen Lebensspanne sich nun mit konkreter Akkuratesse von 1925 bis 2025 erstreckt. Der schweizerisch-bolivianische Erneuerer der Dichtung, der mit unzähligen Künstlerinnen und Künstlern verbunden und befreundet war, war in der deutschen Sprache wie auch der spanischen höchst bewandert; und wer ihm begegnete, nahm den Eindruck mit nach Hause, einen Redlichen getroffen zu haben ... In Bolivien, wo man ihn Das Genie von Beni nannte, war Gomringer ein Star. Sein Gedicht avenidas, das 2017 eine laute Debatte um Achtsamkeit, Bewunderung und die Freiheit der Kunst auslöste, ist als Konstellation auf vielen Hauswänden zu finden. Am 21. August ist Gomringer im Kreis der Seinen in Bamberg gestorben. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 09.08.2025

Pirckheimer-Freund Jens Henkel ist gestorben – bis 2023 betrieb er seine "burgart-presse" (siehe oben).

07.08.2025: Trauer um Jens Henkel

Die Stadt Rudolstadt und die Welt des schönen Buches einschließlich der Pirckheimer trauern um den Museologen und Verleger Jens Henkel, den legendären Betreiber der burgart-presse, der am 07. August 2025 im Alter von 72 Jahren gestorben ist. Im Jahr 2023 hatte seine Handpresse den Betrieb bereits eingestellt, viele der dort erschienenen originalgrafischen Text-Bild-Bände gehören zum Bestand der schönsten Bibliophilia dieser Zeit und sind so begehrt wie gesucht. Das Verlagsprogramm mit seinen sieben Reihen kann durch den Rückzug Henkels vor zwei Jahren als abgeschlossen betrachtet werden, die Nachricht vom Tod ihres Editors schmerzt und bedeutet einen großen Verlust für die ostthüringische Kulturstadt wie die Buchwelt. Henkel war Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, er arbeitete über Jahrzehnte mit zahlreichen Autoren und Künstlern zusammen, so mit Matthias Biskupek, Karl-Georg Hirsch, Kay Voigtmann und vielen anderen. Die Stadt Rudolstadt verdankt ihm zugleich durch sein museologisches Wirken vieles. Sie schreibt u. a. in ihrem Nachruf: „Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und die Stadt Rudolstadt trauern um den langjährigen Kustos am Thüringer Landesmuseum Heidecksburg, Verleger und Kämpfer für die Kultur in seiner Heimatstadt Rudolstadt, Jens Henkel. Der 72-Jährige ist am Donnerstag, 07. August 2025, nach langer schwerer Krankheit verstorben. ‚Wir haben einen klugen Kopf und eine gewichtige Stimme für die Kultur verloren‘, sagte Landrat Marko Wolfram. ‚Unser Mitgefühl gehört in diesen Stunden seiner Frau Renate und seiner Familie. Wir werden Jens Henkel in bleibender Erinnerung behalten und sein Andenken wahren‘, so der Landrat.“ Weiter heißt es: „Der gebürtige Rudolstädter war über Jahrzehnte in herausragendem Maße im kulturellen Bereich aktiv und hat im politischen Ehrenamt im Stadtrat der Stadt Rudolstadt Anfang der 1990er Jahre wichtige Weichenstellungen für die kulturelle Entwicklung vorgenommen. Beinahe ein halbes Jahrhundert – von 1971 bis 2018 – bildete seine hauptberufliche Tätigkeit im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt das Fundament für sein vielseitiges Wirken.“ Im ersten demokratischen Rudolstädter Stadtparlament ab 1990 war Jens Henkel Stadtrat in der Fraktion SPD/Neues Forum. Henkel war auch für zehn Jahre für die Konzeption und Realisierung der Buchreihe Künstler in Thüringen zuständig. Auch sonst ist die Liste der Verdienste um die Kultur seiner Stadt lang. In der burgart-presse erschienen ab 1991 49 Pressendrucke, bibliophile Drucke und 27 weitere Publikationen – die Unterlagen der Edition befinden sich in der Anna Amalia in Weimar. 2023 erhielt Jens Henkel das Bundesverdienstkreuz. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 04.08.2025

Autor und Herausgeber Manfred Jendryschik wurde heute in Leipzig beigesetzt. "Glas und Ahorn" (1967) war sein erstes Buch, dem etwa 30 weitere folgten.

Trauer um Manfred Jendryschik

Gestorben in der zweiten Junidekade, fand heute der Schriftsteller, Lektor, Herausgeber Manfred Jendryschik (1943–2025) auf dem Friedhof Leipzig-Wahren seine letzte Ruhe. Der gebürtige Dessauer, der von 1990 bis 1996 ... für die damaligen Verhältnisse ungewöhnlich, da in der direkten Nachwende Ostdeutsche nur selten leitende Posten besetzten, Kulturdezernent seiner Vaterstadt war, hinterlässt ein umfangreiches Werk: etwa dreißig eigenständige Bücher, sechzig Herausgaben, Flugblätter, Text-Bild-Bände und Bibliophilia. Viele Jahre dem Mitteldeutschen Verlag verbunden, in den er am Ende seines Lebens wieder zurückkehrte, gab er in den 2010ern gemeinsam mit deren Verleger die Weiße Reihe des Projekte-Verlags heraus: insgesamt 48 Bände mit Texten und Grafiken von Autorinnen, Autoren, Künstlern und Künstlerinnen, die zur Creme der Szene gehören. Viele dieser Buchwerke erschienen auch samt Vorzugsausgaben. Gemeinsam mit seiner Partnerin seit 35 Jahren, der Autorin und Fotografin Rosemarie Fret, und deren Tochter, der Grafikerin und Malerin Jusche Fret, verfolgte er gemeinsame Projekte. Vor 1990 hatte Jendryschik als Lektor im mdv gearbeitet – nach seiner Kritik an der Biermann-Ausbürgerung ging er im Herbst 1976 in den Freiberuf. Jendryschik gilt als Entdecker und Förderer vieler literarischer Talente – so Christine Lambrecht, Wilhelm Bartsch oder Jörg Kowalski. Erstere war auch bei der Trauerfeier zugegen, wie auch sein Herzensfreund, der Leipziger Lyriker und poeta doctus der Sächsischen Dichterschule, Peter Gosse, und Karl-Georg Hirsch, mit dem Jender, wie ihn seine Nächsten nannten, ebenfalls befreundet war und eng zusammenarbeitete. Die Trauerrede für Jendryschik hielt auf Bitten seiner Witwe Pirckheimer-Freund André Schinkel. In seinen Worten verwies Schinkel auf Herkunft und Vermächtnis M. J.s, der in der DDR und darüber hinaus ein erfolgreicher, zugleich unorthodoxer Autor war. Im Herbst des Jahres ist in Halle eine Matineelesung aus seinem letzten Buch Deckweiß für alle! geplant – auch Projekte-Verleger Reinhardt O. Hahn plant eine Würdigung Jendryschiks. Ein Großteil seiner älteren Bücher ist antiquarisch erhältlich und übrigens nach wie vor lesenswert.

(Ernst-Günther Liebetraut)

Do, 12.06.2025

Carsten Pfeiffer ist am 15. März gestorben. | © privat

Trauer um Carsten Pfeiffer

Die Pirckheimer trauern um ihr Mitglied Carsten Pfeiffer. Der bibliophile Tausendsassa und begeisternde Feingeist in Sachen Bücher und Buchprojekte starb bereits am 15. März. Zu den vielen Stationen seines Wegs gehörten etwa die Vertriebsleitung bei Cornelsen und Egmont, er war bereits als junger Mann einer der Mitbegründer des Münchner Lyrikkabinetts und bleibt nicht zuletzt und vor allem auch als Mitstreiter des Verlags Das Kulturelle Gedächtnis in bleibender Erinnerung. Thorsten Ahrend, Leiter des Leipziger Literaturhauses, würdigt den unermüdlichen Freund und Kenner des Buches in einem so ergreifenden wie ausführlichen Nachruf im Börsenblatt des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Unter dem Motto Er wusste schlichtweg alles geht er noch einmal dem Weg Carsten Pfeiffers nach. „Wir vermissen ihn sehr“, heißt es auch auf der Seite des Verlags Das kulturelle Gedächtnis. Möge er im Bücherhimmel sein, schließt Ahrends Text: „... lieber Carsten, wer, wenn nicht du.“ Carsten Pfeiffer starb viel zu jung, er wurde nur 57 Jahre alt. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 10.06.2025

Günther Uecker 2011. | © Oliver Mark (CC BY-SA 4.0)

10.06.: Trauer um Günther Uecker

Wie in den späten Abendstunden des heutigen Tags bekannt wurde, ist der aus Crivitz stammende und international vor allem für seine wuchtigen Nagelbilder bekannt gewordene Maler und Grafiker, der auch in den letzten Jahren als Glas- und Objektkünstler fruchtbar tätig war, Günther Uecker (1930–2025) in Düsseldorf gestorben. Der gebürtige Mecklenburger wuchs auf Wustrow auf und studierte nach einer Lehre zuerst in Weißensee, verließ 1953 die DDR und studierte schließlich bei seinem künstlerischen Idol Otto Pankok (1893–1966) in Düsseldorf. Von 1974 bis 1995 war Uecker schließlich selbst Professor an der Düsseldorfer Kunsthochschule. Er gehörte zu den bekanntesten und erfolgreichsten Künstlern seiner an erfolgreichen Künstlern nicht armen Generation, seine Werke werden höchstdotiert gehandelt. Er arbeitete mit zahlreichen anderen bildenden Künstlern, aber auch Autorinnen und Autoren, Christa Wolf etwa und/oder Eugen Gomringer, zusammen: So erschien Wolfs Wüstenfahrt mit Sandbildern Ueckers 1999. Günther Uecker wurde 95 Jahre alt.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 12.04.2025

Wolfgang Würfel (1932–2025.) | © by Peter Bertignac

Trauer um Wolfgang Würfel

„Was für ein schönes und zutreffendes Bild: Ein Mensch 
heißt Würfel und ist vielseitig.“ (Heinz Knobloch)

Wie erst dieser Tage bekannt wurde, ist der renommierte Grafiker, Illustrator und Maler Wolfgang Würfel (1932–2025) bereits am 26. Januar in Berlin gestorben, seine Beisetzung fand Anfang April statt. Würfel zählte zu den produktivsten Buchgrafikern und -illustratoren seiner Generation, sein unverkennbarer, so üppiger wie strichgenauer Stil veredelte mindestens 200 Publikationen im regulären wie im bibliophilen Bereich. Der gebürtige Leipziger studierte 1950 bis 1955 in Berlin-Weißensee bei Arno Mohr, belegte auch Gastvorlesungen bei Werner Klemke. Von 1977 an lebte Wolfgang Würfel in Glienicke/Nordbahn am Rand von Berlin. Seine bevorzugten Techniken, in denen er es zu hoher Meisterschaft brachte, waren der Holzstich, die Schabkunst, die Ölgrafik und Federzeichnung. Weithin bekannt wurde Würfel auch für seine Feuilleton-Illustrationen zu Heinz Knoblochs (1926–2003) Rubrik Mit beiden Augen in der DDR-Zeitung Wochenpost (1968–1991). Für sein Werk wurde er unter anderem mit dem Hans-Baltzer-Preis des Kinderbuchverlags sowie der Goldmedaille für Illustration der Internationalen Buchkunst-Ausstellung in Leipzig geehrt – insgesamt zehn seiner Buch-Kunstwerke wurden als Schönste Bücher der DDR ausgezeichnet. 

(André Schinkel)

Sa, 08.02.2025

Die Schöpferin von "Pixi" und "Conni" ist gestorben.

Trauer um Eva Wenzel-Bürger

Die renommierte Grafikerin Eva Wenzel-Bürger (1932–2025), als Schöpferin von Pixi und Conni und damit der Pixi-Bücher berühmt geworden, ist, wie erst jetzt bekanntgegeben wurde, kurz vor ihrem 93. Geburtstag am 31. Januar in ihrer Herkunfts- und Heimatstadt Berlin gestorben. Nach der Ausbildung zur Grafikerin etablierte sich Eva Wenzel-Bürger ab den 1960er Jahren als Kinderbuch-Illustratorin, gab dem Wichtel Pixi für die gleichnamige Reihe im Carlsen Verlag eine Gestalt und arbeitete dann eng zusammen mit der Autorin Liane Schneider, woraus eine Vielzahl gemeinsamer Conni-Bücher entsprangen. Gerade letztere Gestalt war ein großer Erfolg, die 2016 und 2017 sogar zu Filmehren (mit Emma Schweiger in der Hauptrolle) kam. Auch in anderen Ländern war die Figur unter jeweils anderen Namen erfolgreich. Und bereits vor vier Jahren wurde die Eva Wenzel-Bürger-Stiftung gegründet, um das Erbe der Künstlerin auch über ihren Tod hinaus zu pflegen und kenntlich zu halten. Für ihren Verlag, in dem sie auch eine Vielzahl anderer Bücher als Illustratorin betreute, und ihre riesige Fanschar in Groß und Klein, die ihr Werk liebt, ein gewaltiger Verlust. 

(André Schinkel)

Do, 12.09.2024

Die Pirckheimer-Gesellschaft trauert um ihr letztes Gründungsmitglied: Am 03.09. starb Udo Mammen im Alter von 94 Jahren. Die Trauerfeier für Mammen findet am 16.09. im Gleimhaus in Halberstadt statt.

Pirckheimer-Gründungsmitglied: Verein trauert um Udo Mammen

Die Pirckheimer-Gesellschaft trauert um ihr letztes Gründungsmitglied: Udo Mammen (1930–2024) ist am 03. September gestorben. Mammen wurde am 24. Juli 1930 im ostfriesischen Esens geboren, er war als Lehrer und Fachschullehrer in Kunrau in der Altmark, in Halberstadt, wo er seit 1958 lebte, und Quedlinburg tätig, bis 1992 als zweiter Direktor der Medizinischen Fachschule in der späteren Welterbestadt. Seinerzeit las er von der bevorstehenden Gründung der Pirckheimer-Gesellschaft, wandte sich an das Gründungskomitee und wurde nach Berlin eingeladen, wo er am 29. Januar 1956 die Gesellschaft mit aus der Taufe hob. Von diesem Ereignis berichtet auch die Schrift Jubelrufe aus Bücherstapeln, die 2006 aus Anlass des fünfzigsten Gründungsjubiläums der Gesellschaft erschien. Auch in den Marginalien wurde Mammen gewürdigt (Heft 184). Im Unruhe-Stand entwickelte Udo Mammen noch einmal ein umfangreiches publizistisches Wirken, über 200 Beiträge, darunter mehr als 40 Aufsätze, erschienen von ihm in der Altmark-Zeitung des Uelzener Pirckheimer-Freunds Horst Hoffmann. Die Trauerfeier für Udo Mammen mit anschließender Beisetzung auf dem städtischen Friedhof findet am 16. September um 11 Uhr im Gleimhaus seiner Wahlheimatstadt statt, ein gemäßer Ort, dem er verbunden war. Es sei auch erwähnt, dass sein Sohn Ubbo Mammen, der in Halle lebt, am Tag nach dem Ableben seines Vaters dessen Mitgliedschaft übernommen hat. Eine ausführliche Würdigung Udo Mammens ist für die Marginalien 255 geplant.

(André Schinkel)

Sa, 03.08.2024

Uwe Grüning (1942–2024) ist tot. | © Franko Martin

Neumark: Trauer um Uwe Grüning

Wie erst vor kurzem bekannt wurde, ist der Autor, Nachdichter und Politiker Uwe Grüning (1942–2024) bereits am 23. Juli 2024 in seinem letzten Heimatort, dem sächsischen Neumark, gestorben. Der in 1942 in Pabianice bei Łódź Geborene wuchs bei Hohenstein-Ernstthal und Glauchau auf, er studierte und promovierte an der TU Ilmenau und war ab 1982 als freier Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber tätig, seine Gedichte, Erzählungen und Romane, aber auch seine Sammelausgaben etwa zur tschechischen Lyrik erzielten hohe Auflagen. 1990 war Uwe Grüning Mitglied der letzten Volkskammer der DDR, danach für drei Legislaturen Mitglied des sächsischen Landtags, wo er zur CDU-Fraktion gehörte. Er war Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste, die sich ihm in Kürze mit einem ausführlicheren Nachruf widmen wird. Viele Künstler berufen sich auf seine Anregerschaft, so u. a. Henrik Schrat, der ihm in Greiz begegnete (vergleiche sein Porträt im nächsten Heft der Marginalien). Vor allem Uwe Grünings strenge Dichtkunst galt als formvollendet.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 09.07.2024

Der Enkel wie auch Hüter des Nachlasses von Käthe Kollwitz, Dr. Arne Kollwitz ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am 25.06.24 gestorben. | © Armin Schubert

Berlin: Trauer um Arne Kollwitz

Der viele Jahre als Arzt in leitender Funktion am Franziskus-Krankenhaus in Berlin-Charlottenburg tätige Enkel und Hüter des Nachlasses von Käthe Kollwitz, Arne Kollwitz (1930–2024), ist, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits am 25. Juni im Alter von 94 Jahren gestorben. Mediziner wie sein Vater und Großvater, wurde er auch als vehementer Streiter für das Werk seiner Großmutter (1867–1945) bekannt, etwa, als es darum ging, ob ihr Werk auch in Berlin (West) weiter gewürdigt sein soll. „Meine Großmutter war eine wagemutige Frau“, so liest man es in einem seiner Interviews (2017) zur Thematik. Auch mit der Pirckheimer-Gesellschaft und den Bücherkindern Brandenburg war Kollwitz verbunden (vgl. die Abbildung, 2. v. r.): „Ich bin sehr traurig“, schreibt Pirckheimer-Freund Armin Schubert in seiner Traueradresse an das Kollwitz-Museum, „und danke ihm sehr für die Unterstützung bei einer Ausstellung und bei Aktionen der Jugendlichen, die an Käthe und Peter Kollwitz erinnerten.“ Arne Kollwitz hatte die Galerie Sonnensegel e. V. in Brandenburg an der Havel besucht und im Verbund mit dem Museum auch die Arbeit der Bücherkinder gefördert. 

(André Schinkel)

Fr, 28.06.2024

Harald Kretzschmar ist gestorben. | © CC BY-SA 3.0

Trauer um Harald Kretzschmar

Traurige Nachrichten aus Brandenburg: der weithin bekannte Karikaturist Harald Kretzschmar (1931–2024) ist gestern (27.06.), wie Künstlerkollege und Pirckheimer-Freund Rainer Ehrt mitteilt, in seinem Haus in Kleinmachnow gestorben. Kretzschmar, der auch als Grafiker und Feuilleton-Autor bis ins hohe Alter aktiv war, ist vor allem als Porträtkarikaturist bekannt geworden; er zählte zu den bekanntesten Karikaturisten der DDR. Nach dem Abitur in Dresden studierte der gebürtige Berliner 1950 bis 1955 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig. Seitdem arbeitete er freischaffend. 1955 kam er zum Eulenspiegel wo er bis 1991 zum festen Zeichnerstamm gehörte. Dort betrieb er unter anderem die Kolumne für Porträtkarikatur auf der seit dem Jahr 1958 bestehenden Kulturseite. Auch übte sich Kretzschmar im Verfassen von Porträt-Essays, von Glossen und Kunstkritiken; später kam eine Reihe von Buchveröffentlichungen zu seinem Werk dazu. Im Verband Bildender Künstler der DDR organisierte er als erster Vorsitzender der Zentralen Sektionsleitung Karikatur bedeutende Ausstellungen und das als nationale Karikaturensammlung der DDR gedachte, weithin renommierte Satiricum Greiz. Neben den Presse-Veröffentlichungen trat Grafik und Acrylbildern hervor. Zu diversen Gelegenheiten war Harald Kretzschmar zudem ein überaus gefragter Schnellporträtist. Auch seiner Wahlheimat seit 1956, Kleinmachnow, setzte er mit dem Porträt-Buch Paradies der Begegnungen (2008). Eine Würdigung Harald Kretzschmars als Künstler und Mensch wird sich in der nächsten, der Herbst-Ausgabe der Marginalien finden. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 30.05.2024

Heinz Zander ist tot. | © by Stadtverwaltung Erfurt

Nachruf: Trauer um Heinz Zander

Heinz Zander (1939–2024), großer Maler und Grafiker der Leipziger Schule, der auch als Autor reüssierte, ist tot. Wie erst vor wenigen Tagen bekannt wurde, starb er am 15. Mai 2024 nach längerer Krankheit in Leipzig. Anlässlich seines im Herbst anstehenden 85. Geburtstags wird gerade eine umfangreiche Auswahl aus seinem den Mythologien und dem Realismus gleichsam verpflichteten Werk im Erfurter Angermuseum gezeigt (der Blog berichtete). Pirckheimer-Freund und Zander-Kenner Peter Arlt schrieb dazu im Neuen Deutschland. Von ihm stammt auch der in der gestrigen Ausgabe der Zeitung erschienene Nachruf. Die Ausstellung in Erfurt, die nun als Retrospektive zugleich zur Hommage wird, ist noch bis zum 28. Juli des Jahres zu sehen. Die Kunstwelt verliert mit dem Meister Heinz Zander einen akribisch-eigentümlich-einzigartigen Magier seiner Fächer.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 25.05.2024

In Alice Munros Büchern baden ... | © by CC BY-SA 2.0

Mai: Erinnerung an Alice Munro

In ihrer Heimat Kanada ist sie so berühmt, dass ganze Bibliotheks- und Buchhandlungswände nur aus ihren Werken bestehen: Die Literaturnobelpreisträgerin von 2013, Alice Munro (1931–2024), starb am 13. Mai still, sie war schon lange verstummt; aber ihre 150 Erzählungen vor allem werden es sein, die sie auch fortan zum festen Bestand der angelsächsischen Literatur zählen lässt. In den englischsprachigen Ländern war Munro eine Bestsellerautorin, zugleich eine Meisterin des Stils der Novelle wie der Short Story. Die hohe Ehrung für sie kam spät, viele meinen, zu spät, und sie verwehrte wohl zugleich auch die Auszeichnung der zweiten, ebenso großen Erzählerin aus Kanada, Margaret Atwood, die den Nobelpreis auch längst und zwingend bekommen haben müsste. Das wird nun wohl nicht mehr geschehen, aber es ist genausowenig Alice Munro, die eine diebische Vorliebe für verzwickte Geschichten hatte, anzulasten ... Als Buch des Monats möge im Mai Munros letzte Sammlung Dear Life stehen, im Original 2012, in deutscher Übersetzung unter dem Titel Liebes Leben 2013 bei S. Fischer erschienen: 14 Erzählungen, in feiner Meisterschaft vereint.

(André Schinkel)