Pirckheimer-Blog

Neuerscheinung

Di, 11.08.2026

Auf der Longlist – Ingo Schulzes brandneuer Roman.

Die Longlist Deutscher Buchpreis für 2026 wurde heute verkündet

Der Deutsche Buchpreis dürfte längst zu den prestigeträchtigsten Auszeichnungen vor allem für die neuesten Romane des anstehenden Buch-Halbjahres zählen – die zwanzig Kandidatinnen und Kandidaten auf der Longlist wurden heute in den allgemeinen wie den einschlägigen Printmedien, so etwa im Börsenblatt des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels verkündet. Mit dabei ist, neben drei weiteren Nominierungen aus Sachsen, das neue, noch gar nicht erschienene Buch Das Wasser im August von Ingo Schulze, den man getrost als Freund der Pirckheimer bezeichnen darf: Seine Erzählung Kakoj Koschmar oder You are welcome erschien mit Arbeiten von Julia Penndorf 2021 als Jahresgabe in der Friedenauer Presse. „Vielleicht ist die Liebesgeschichte in Das Wasser im August auch eine Schule des Sehens, des Erkennens und Schreibens, und der Versuch, sich der Welt, der Menschen und der eigenen Geschichte so genau und so lebendig wie möglich zu versichern“, schreibt sein Verlag zum neuen Opus, das am 28.08., an Goethes Geburtstag, erscheint. Ja, man darf und sollte sehr gespannt sein, zumal das Buch im Vorfeld auch mit dem Uwe-Johnson-Preis geehrt wurde. Die weiteren Nominierten für den Buchpreis 2026 sind: Shida Bazyar und Helene Bukowski, Miriam Carbe, Muri Darida, Alisha Gamisch, Franziska Gänsler, Tomer Gardi, Valeria Gordeev, Elias Hirsch, Svenja Leiber, Leh-Wei Liao, Peggy Mädler, Giuliano Musio, Yade Yasemin Önder, Lukas Rietzschel, Heinz Strunk, Karosh Taha, Lilli Tollkien sowie Dana Vowinckel. Die Vergabe findet im Herbst auf der Frankfurter Messe statt – vorher wird am 08.09. die Shortlist verkündet. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 02.08.2026

Im neuen "Bothen 35": Thomas Mann und Hans Meid.

Hamburger Bothe 35 erschienen

Im modifizierten Gewand kommt die neue Ausgabe des Hamburger Bothen, seiner Nummer 35, die soeben erschienen ist, daher; inhaltlich fasst das digitale Journal der norddeutschen Pirckheimer, herausgegeben von Rudolf Angeli und Peter Engel seit dem ersten Heft, wieder die schönen und die im besten Sinne die Büchernarren umtreibenden Dinge an mit einem fundierten Potpourri an Aufsätzen, Einblicken und Nachrichten zum Stand der Bibliophilie und höheren Bücherkunde. Gestaltung und Layout liegen nun bei Jürgen Meyer. Und: Eine weitere Neuerung erfährt man am Ende der Ausgabe – Rudolf Angeli, von Anfang an beim Bothen dabei, der sich als Verständigungs-Organ in der Corona-Zeit gründete, verlässt die Redaktion, dankt der Leserschaft und bleibt dem Blatt aber natürlich als Leser erhalten ... zudem als einer der beiden Betreiber des Verlags Angeli & Engel, der eben mit seiner achten Publikation, einer Monographie zum bildnerischen Werk von Wolfgang Borchert (1921–1947), reüssierte. Und von der gut besuchten Premiere des Buchs in der Hamburger Staatsbibliothek am 16. Juni 2026 wird auch im neuen Hamburger Bothen in Text und Bild berichtet. Im Hauptaufsatz der Ausgabe berichtet Sabine Knopf zum Thema Geschichte einer Freundschaft – Der Dichter Richard Dehmel und der Verleger Gustav Kirstein Faszinierendes aus der Literatur- und Verlagsgeschichte – auch der große Max Klinger, der Dehmels Zwölf Gedichte originalgrafisch mit drei Blättern begleitete, tritt auf; die illustre Kollaboration erschien 1912. – Dem Zeitsprung in den Wandsbecker Bothen folgt noch ein Text zu der bezaubernden Erstausgabe von Thomas Manns Mario und der Zauberer, die 1930 samt Illustrationen sowie Cover und Vorsatz von Hans Meid (1883–1957) erfolgte und heute so schön, ja, und zeitrelevant ist wie seinerzeit, worauf Peter Engel verweist. Nun, alles neu und alles beim Alten zugleich: Gut sieht er aus, der neue Bothe.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 30.07.2026

Kunsthaus Müller: Wasserkunst und Wassertropfen auf Reisen

Thüringen: Im Kunsthaus Müller in Wurzbach (Kunsthaus Müller & Galerie für zeitgenössische Kunst, Markt 06, 07343 Wurzbach) dreht sich seit dem gestrigen 29. Juli und bis zum 02. Oktober 2026 alles ums Wasser. In der Ausstellung Wasserkunst. Malerei und Grafik werden Künstlerinnen und Künstler der Galerie gezeigt ... Flankiert wird die Schau von Zwei Wassertropfen auf Reisen, der zweiten Sommer-Exposition im Museum für Steindruck, in der computerbasierte Grafik von Sieglinde Kunath gehängt ist. Die beiden Ausstellungen sind begleitet von einem Beiprogramm, das sich sehen lassen kann. Am 01. August stellen die Autorin Irene Zoch und Sieglinde Kunath ihr neues Kinderbuch im Rahmen des Literaturcafés vor. Beginn der Veranstaltung ist um 14 Uhr, der Eintritt beträgt 10 Euro, für Schülerinnen und Schüler ist er frei. Am 22. August findet ab 14 Uhr das Sommerfest für die Kunst statt mit allem Pi, Pa und Po – unter anderem wird die Landung eines U-Boots von und mit Michael Fischer-Art, einem der Künstlerfreunde des Hauses, erwartet: Nun, wenn das nix ist. Und am 13.09. ist ab 10 Uhr Tag des offenen Denkmals im Kunsthaus, Eintritt frei.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 29.07.2026

Christofer Kochs malt und singt

Er ist ein künstlerischer Tausendsassa, Maler und Grafiker, seit jüngstem auch unter der Sigle Theo the Bird mit Band und erstem eigenen Album musikalisch unterwegs: Christofer Kochs, lebend in Augsburg, zugleich auch seit 2018 mit einem Lehrauftrag für Zeichnung und Grafik an der Freien Kunst Akademie daselbst lehrend aktiv, es ist die insgesamt fünfte Dozentur, die er übernahm. Kochs ist zudem der Schöpfer der Exclusiv-Grafik für die Teilnehmer des Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft in Nürnberg im kommenden September, er findet sich in der im Druck befindlichen, in Kürze erscheinenden Ausgabe 262 (Heft 2026/3) der Marginalien, zu dem er die Originalgrafische Beilage beisteuert und in der Rubrik Zu Besuch im Atelier eingehend vorgestellt wird. Der auch als Bildhauer/Skulpteur Tätige trägt für die Mitglieder der Gesellschaft, mit dem Titel Belichtung des Jetzt, eine von einer Pinselzeichnung ausgehende Serigrafie bei. Am 22.07.26 war nun Christofer Kochs bei der Abendschau des Bayerischen Rundfunks zu Gast, präsentierte seine Single Kittens live und berichtete von seiner vielfältigen Arbeit, auch einem anstehenden kreativen Arbeits- und Studienaufenthalt in einem Künstlerhaus im Norden. Via Weblink ist der Beitrag hier einsehbar.

(André Schinkel via Hans Rabenbauer)

Mo, 27.07.2026

Im FISAE-Newsletter 374: "Die Welt im Kleinformat".

Exlibris – Die Welt im Kleinformat

Neu: In seinem aktuellen FISAE-Newsletter (Ausgabe 574) verweist Klaus Rödel auf ein für die Freundin, den Freund des Exlibris wichtiges Katalog-, Ansichts- und Nachschlagewerk in Bezug auf die hohe Zeit der buchaffinen Kleingrafik: „Mehr oder weniger alle Exlibrissammler besitzen neben ihren Exlibris auch einschlägige Literatur, um zu recherchieren, Information zu sammeln und fehlendes Wissen zu ergänzen. So habe ich auch seit 1964 versucht, eine einschlägige Fachbibliothek aufzubauen, die nach gut 60 Jahren etwa 8.500 Titel umfasst, von Jahrbüchern, Büchern, Katalogen, Zeitschriften, Mitteilungen bis zu Flyern, Einladungen, Speisekarten ... Für mich ist die Präsentation wesentlicher Publikationen aus verschiedenen Jahrzehnten eine wichtige Vermittlungsfunktion, und in diesem FISAE-Newsletter wird eine der wichtigen und vor allem aufschlussreichen Publikationen [zur Thematik] vorgestellt: Exlibris. Die Welt im Kleinformat. Klein- und Gebrauchsgrafik aus der Blütezeit des Exlibris, Museum Schloss Moyland, 08.03.2009 bis 14.06.2009.“ Die Ausstellung zum Katalog bezog sich seinerzeit auf die einstige private Exlibris-Sammlung von Franz Joseph und Hans van der Grinten im Schloss sowie eine Reihe Leihgaben aus dem Joseph Beuys Archiv des Landes Nordrhein-Westfalen und berücksichtigte etwa 500 Objekte mit einem starken Bezug auf die Blütezeit des Exlibris um 1900 und die nachfolgenden Jahrzehnte. Nebst einer umfangreichen Bild-Auswahl der damals gezeigten Stücke präsentiert Rödel die Informationen und Ausführungen, etwa aus dem Vorwort der Ausgabe von Dr. Bettina Paust (2009 Direktorin auf Schloss Moyland), in den für den Newsletter üblichen zehn Sprachen. Faszinierend: Die weitgefasste Auswahl der Blätter, von historisierend bis modern – von Kaisertreue über Mythologie bis Jugendstil und Werbung.

(André Schinkel)

Do, 23.07.2026

Dokumentarfilm „The Librarians“

Seit dem Jahr 2021 haben in den USA Versuche der Zensur von Buchbeständen in Bibliotheken massiv zugenommen. Vor allem Schul-, aber auch öffentliche Bibliotheken sind gut organisierten Kampagnen ausgesetzt, im Namen des Jugendschutzes Bücher zu entfernen. Betroffen sind vor allem Titel zu sexueller Aufklärung, Präferenz und Identität sowie Werke über afroamerikanische Geschichte, Rassismus, Vielfalt und Gleichberechtigung. The Librarians porträtiert Bibliothekare, Bibliothekarinnen, Eltern und andere Akteure, die sich gegen die Zensurversuche zur Wehr setzen – trotz massiver Bedrohungen, Einschüchterungen und mancherorts sogar Kriminalisierung. Der Film The Librarians verknüpft dokumentarische Sequenzen mit historischem und aktuellem Archivmaterial, darunter auch eine Verfilmung des Anti-Zensur-Klassikers Fahrenheit 451 (1953) von Ray Bradbury (1920–2012). Die brisante Dokumentation ordnet die Ereignisse in einen größeren gesellschaftlichen Kontext ein und zeigt, wie manche Akteure ihre Zensurabsichten mit nahezu allen Mitteln vorantreiben – und wer sie dabei finanziell und politisch unterstützt. Ihr Ziel ist dabei nichts weniger als ein grundlegender Umbau der Gesellschaft. Der Film The Librarians zeigt, dass in der gegenwärtigen Atmosphäre stark polarisierter Wertvorstellungen auch in einer Demokratie mit 250-jähriger Geschichte die Verteidigung angemessener Freiheitsrechte für alle kein Selbstläufer ist. Das Werk wurde unter anderem beim Sundance Festival und South by Southwest gezeigt – fand weithin Beachtung in den USA und Kanada, ist Emmy-nominiert und war ein New York Times Critics’ Pick. Die offizielle Seite zum Film findet sich hier. Eine deutsche Webseite (bei Anmeldung bzw. mit Bibliotheksausweis ist der Film hier englisch mit Untertiteln abrufbar) existiert ebenfalls.

(Robert Grieger via Uwe Apel/Pressemitteilung)

Mo, 20.07.2026

Marginalien im FISAE-Newsletter

In seinem neuen FISAE-Newsletter Nummer 573 stellt Klaus Rödel, der zugleich in zahlreichen Ländern eine Krise des Exlibris-Wesens konstatiert – gewissermaßen als Argument, dass es noch ein paar Instanzen gibt, die sich dem Kleingrafik-Thema widmen – neben der Exlibriswereld und der Suomen Exlibrisyhdistys auch die jüngste Ausgabe der Marginalien (Ausgabe 261, Heft 2026/2) vor. Flankiert wird der Newsletter von einem der klassischen Porträts von Willibald Pirckheimer (1470–1530), dem Namensgeber der Gesellschaft. Neben der reichen Auswahl aus dem Bildbestand des Heftes bringt Rödel die Inhaltsangabe und das Editorial von Chefredakteur Till Schröder in den in der FISAE üblichen zehn Sprachen. Ebenso verfährt der FISAE-Neuigkeitenbrief mit den Journalen aus den Niederlanden und Finnland. Darüber hinaus gibt es Infos zum anstehenden 41. FISAE-Kongress in Varna in Bulgarien. Ein weiterer Newsletter (die Sonder-Ausgabe 573A) widmet sich Gernot Blum, dem langjährigen DEG-Präsidenten, der im vergangenen Mai im Alter von 86 Jahren gestorben ist. Der Mediziner war stolzer Besitzer einer 200.000 Stücke Exlibris und diverse Gelegenheitsgrafiken umfassenden Sammlung, sein Sammelschwerpunkt der Tod in allen Facetten.

(André Schinkel)

Do, 09.07.2026

BuchBerlin am 31.10. und 01.11.2026

Die BuchBerlin – die Berliner Buchmesse ist eine Erlebnismesse und wichtigster Treffpunkt für die unabhängige Literaturszene. Mehr als 300 unabhängige Verlage, Autorinnen, Autoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum stellen ihre aktuellen Bücher auf der BuchBerlin vor; auf 80 Lesungen kann man das erleben. Das Event findet am 31.10. (10 bis 18) und am 01.11. (10 bis 17 Uhr) statt in der Arena Berlin (Eichenstraße 04, 12435 Berlin). Die Infos zu der Messe finden sich hier.

(André Schinkel)

Di, 30.06.2026

Björn Kuhligk: zu Gast bei Favoritenpresse & Friends.

Björn Kuhligk am Richardplatz

Tolle Meldung: Die Berliner Favoritenpresse eröffnet im kommenden Herbst eine eigene Galerie in Berlin-Neukölln (Richardplatz 07, 12055 Berlin); und weil das ein Anlass zur Freude ist, lädt sie für das erste Juliwochenende am 04. und 05.07. zu einer Art Voreröffnung ein. Ja: Zu Gast wird an diesen Tagen Björn Kuhligk sein. Der Dichter und Fotograf ist ein echtes Hauptstadtgewächs und deren jeweiligen Kiezen mit Linse und Stift auf der Spur. In seinem neuen Bild- und Textband bei den Favoriten spürt er Schönefeld nach, jenem 20.000-Leute-Ort am BER, von dem man vielleicht nicht so genau weiß, ob er wirklich existiert, obwohl er in aller Munde ist ... Diese Ambivalenz bannt Kuhligk, der am 04. und 05. Juli bei Favoritenpresse & Friends vor Ort sein wird, in beeindruckende Bilder. Die Galerie ist von 12 bis 21 (Sa) bzw. 12 bis 18 Uhr (So) geöffnet. Den Band Schönefeld gibt es für 40 Euro beim Verlag, für Sammler auch mit exclusiven Vorzugsabzügen in drei Motiven. Fein.

(André Schinkel via Robert Grieger)

Mo, 29.06.2026

Munich: Ink Me Baby One More Time

Ink Me Baby One More Time ... – so mancher Titel trägt momentan mehr den Sommer in sich als das allgemeine Bratapfelwetter, das man sich am soeben heiß verstrichenen Wochenende, möglichst aus dem Schatten, betrachten und einverleiben konnte. Der Radierverein München lädt vom 03. bis 24. Juli unter diesem Titel zur Mitgliederausstellung samt der drei Jahresgaben auf 2026 in die Schau ein. Mit dabei ein Star der farbenfrohen Art: Moritz Götze – kraft seiner Melange aus Pop, Punk und Tiefgang. Vernissage ist am 02. Juli 2026 ab 19 Uhr: Ludwigstraße 07, 80539 München. Es ist während der Expositionsdauer Mi bis Fr 15 bis 19, am 1. Samstag im Monat 11 bis 14 Uhr geöffnet.

(André Schinkel)

So, 28.06.2026

Der Ausstellungskatalog "Vielseitige Buchpatienten" von Reinhard Nitsche sowie Kirsten Meyer begleitet die gleichnamige Exposition im Domherrenhaus zu Verden. Unser Rezensent Michael Spyra lebt in Halle an der Saale als Autor und Lehrer – zuletzt erschien sein Band "In Auflösung begriffen" (bei Urs Engeler).

Die Verdener Buchretter geben Einblick im Domherrenhaus

Es ist beschwerlich, sich vor den Brandmeldungen unserer Tage zu verbergen, erreichen sie einen doch jederzeit und allerorts. Umso erfreulicher dann, wenn sich Nachrichten von vorgestern der Informationsflut beigesellen, wider Erwarten per Post. Die Feuermelder vergangener Tage haben nämlich die angenehme Eigenschaft, gegenwärtige Ereignisse als relativ zu entschärfen. 

Im konkreten Fall soll es um den Katalog Vielseitige Buchpatienten von Reinhard Nitsche und Kirsten Meyer gehen. Dieser ist begleitend zur gleichnamigen Ausstellung seit dem 13. Mai und bis zum 23. August 2026 im Historischen Museum Domherrenhaus Verden (Untere Straße 13, 27283 Verden) mit dem Untertitel Auf Spurensuche in der historischen Bibliothek des Domgymnasiums Verden erschienen. – Der Oberstudienrat und die Restauratorin präsentieren uns dreizehn Bände aus den angesprochenen Beständen, die zwischen 1550 und 1836 publiziert wurden und die von Aristoteles über Johann Lund und Sebastian Münster bis hin zu Abraham Scultetus reichen. Darunter befinden sich auch eine plattdeutsche Bibel und ein Kräuterbuch von 1588.

Jedes Werk bekommt sein Kapitel, in dem Nitsche die Arbeiten vorstellt. Das tut er historisch akkurat und mit Begeisterung, der Herr Oberstudienrat, der nach Dienstende durch die Archive und Magazine des Gymnasiums wandelt und uns ein kurzes Schlaglicht, einen knappen Vortrag über das jeweilige Buch, seine Verfasser oder die historische Einordnung gibt. Dabei erzählt Nitsche lebendig nach und berichtet mit erfrischender Leichtigkeit, was den Rezensenten sich gern dazu hinreißen lässt, den Katalog als ein Prosawerk lesen zu wollen: im irrlichternden Kerzenschein des Lehrers vorweg schlendernd und im nüchternen und klaren Schein der Restauratorin nachschreitend.

Beide Stimmen sind überaus sympathisch und eingenommen für ihre Patienten, was den Inhalt lebendig macht und ihre Ausführungen von denen einschlägiger Lexika unterscheidet. Schon die Kapitelüberschriften stimmen darauf ein: Indiana Jones muss es gelesen haben! Kein Christentum ohne Bundeslade & Co.! lese ich zu Lunds Jüdische Heiligthümer, 1701, Alte Bibliothek Nro. 04, oder: Ikarus der Reformierten? Was von Scultetus übrig blieb – der Fall des Prager Bildersturms zu einer Sammlung mehrerer Predigten desselben von 1621. Beide Überschriften bilden nur eines der vielen Spektren zwischen Popkultur und klassischer Antike dieses Kataloges ab.

Bereichert wird die jeweilige Einordnung Nitsches um eine Darlegung der Restaurationsschritte. Das erdet die Texte und unterstreicht die Ernsthaftigkeit, mit der sich Meyer an die Rettung und den physischen Erhalt der Werke gemacht hat. Darüber hinaus enthält der Katalog etliche Abbildungen der jeweiligen Werke und Restaurationsschritte. Für mich ist Vielseitige Buchpatienten ein Band, der auch außerhalb der Ausstellung funktioniert, gleichwohl der Besuch derselben noch bis Ende August in Verden möglich ist. Sehr zu empfehlen!

(Michael Spyra)

Sa, 27.06.2026

„Indiecon“ lädt nach Hamburg ein

Indiecon ist ein gemeinsames Projekt von unabhängigen Magazine-, Buch-, Kunstdruck-, Zine-, Newsletter-, Podcast- und Website-Verlagen aus aller Welt. Das dreitägige Verlagsfestival findet im Oberhafen in Hamburg statt, einem ehemaligen Güterbahnhof, der heute im Kreativviertel mitten im Stadtzentrum liegt. Dass unabhängige Festival, an dem sich 2025 mehr als 30 Länder beteiligten, wird in diesem Jahr vom 04. bis zum 06. September stattfinden. Neben Ausstellerinnen und Ausstellern aus fünfzehn deutschen Städten waren u. a. Gäste aus der Ukraine, China, der USA, aus Taiwan, Singapur, Mexiko, Nigeria und vielen anderen Staaten mit ihren Arbeiten auf der Indiecon. Auf der Webseite des Festivals kann man sich bereits informieren und auch schon Tickets ordern.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 24.06.2026

"Lucky Luke – Morris’ einsamer Westernheld" wird ab 02.10.2026 bis zum 28.03.2027 in Berlin zu sehn sein.

... Morris’ einsamer Westernheld

Was passiert, wenn Jacob und Wilhelm Grimm mit ihren Märchen im Wilden Westen landen? Genau das erzählen Flix und Reinhard Kleist in ihrem neuen Comic-Album Die Grimm Brothers – eine Geschichte über Schneewittchen und Froschkönig, zwischen Saloons und Prärie, über zwei Gelehrte außerhalb ihrer Komfortzone und über Lucky Luke, der den beiden natürlich zur Stelle ist, wenn es brenzlig wird. Dies war letzten Dienstag Thema im Museum für Kommunikation Berlin bei der Vorstellung des neuen Hommage-Band zum 80. Jubilate von Lucky Luke. Dort wurde zum ersten Mal die neue Ausstellung im Museum angekündigt. In Zusammenarbeit mit Flix (vgl. die Abbildung) ist diese noch in Arbeit und wird sich mit dem einsamen Westernheld beschäftigen. Da diese sich noch in Konzeption befindet, war man noch vorsichtig mit weiteren Informationen. Die Aufregung ist aber bereits enorm groß, wie man spürte. Gezeigt wird sie von Oktober bis März. Das Museum für Kommunikation befindet sich in der Leipziger Straße 16 in 10117 Berlin. Vormerken!

(Robert Grieger)

Mo, 22.06.2026

Christoph Links ist am 24.06.26 in Schwerin zu Gast.

Verschwundene Verlage der DDR: Christoph Links liest in Schwerin

Christoph Links’ neues und in seinem (mittlerweile als Imprint des Aufbau Verlags geführten) eponymen Editionshaus erschienenes Buch Verschwundene Verlage der DDR dürfte mithin schon dabei sein, ein Klassiker der Verlagsgeschichtsforschung zu werden. Der Pirckheimer-Freund, Autor und Verleger stellt am 24. Juni sein Werk mit dem Untertitel Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945–1990) ab 19 Uhr in der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker (Johannes-Stelling-Straße 29, 19053 Schwerin) exclusiv vor und präsentiert einige außergewöhnliche Fälle. Till Schröder, Chefredakteur der Marginalien – Zeitschrift für Buchkunst & Bibliophilie und stellvertretender Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft, diskutiert mit. Die Landesbibliothek zeigt an diesem Abend ausgewählte Bestände aus verschwundenen Verlagen. – Der Verlag Friedrich Bahn, der Mecklenburger Verlag, der Loef Verlag oder der Petermänken Verlag, zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zugelassene Verlage ... obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 noch mehr als 200 Editionshäuser eine Genehmigung erhalten hatten. Der Verlagshistoriker Christoph Links hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht der Frage nach, warum und wie sie verschwanden. Wurden sie vom Staat aus politischen Gründen enteignet, steuerrechtlich zum Aufgeben gezwungen, sind sie in den Westen abgewandert ... haben sie aus eigenem Antrieb aufgegeben – oder wurden sie gegen ihren Willen fusioniert? Dahinter steht die grundsätzliche Frage, mit welchen Mitteln und Methoden die SED-Führung im Bereich der Kulturwirtschaft agierte, wie sie geistige und wirtschaftliche Konkurrenz aus dem Wege räumte, um für die bevorzugten Firmen finanziell ertragreiche Monopolstellungen zu schaffen. All dies wird in der Lesung, im Vortrag und Gespräch Thema sein. Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist nicht notwendig. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss findet ein Umtrunk statt.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 19.06.2026

Die "Schönsten Deutschen Bücher" 2026 stehn fest und sind bei der Stiftung Buchkunst anzuschauen.

„Schönste Deutsche Bücher“ 2026

Einmal im Jahr kürt die Stiftung Buchkunst die Schönsten Deutschen Bücher des Jahres, so auch 2026. Das Prozedere beschäftigt auch jährlich zwei Jurys aus Expertinnen und Experten. Die Auswahl deckt ein breites Spektrum ab: In jeder der fünf Kategorien werden jeweils fünf Bücher ausgezeichnet: Allgemeine Literatur; Wissenschaftliche Bücher, Fachbücher; Lehrbücher, Ratgeber, Sachbücher; Kunstbücher, Fotobücher, Ausstellungskataloge und Kinderbücher, Jugendbücher (vgl. Abbildung). Die Bücher werden deutschlandweit und darüber hinaus in Ausstellungen und diversen Veranstaltungen vorgestellt. So werden die prämierten Exponate im Frankfurter Literaturhaus im Foyer gezeigt, desweiteren in zahlreichen Bibliotheken und Buchhandlungen. Auch Lesungen und Gespräche sind geplant, so wird etwa am 01. Juli Oswald Egger mit seinem von der Stiftung ausgezeichneten Neu-Werk Oskar Fiala und das Prinzip der kleinsten Wirkung im PalaisPopulaire in Berlin zum Terrassengespräch erwartet. Alle ausgewählten Schönsten Bücher 2026 finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)