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Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Pirckheimer-Blog

Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Fr, 17.09.2021

Blick in die Ausstellung, Foto: Elke Lang

Documenta. Politik und Kunst

Politik und Kunst“ stehen im Fokus einer umfangreichen Ausstellung über die documenta von ihrer erste Ausgabe 1955 bis 1997, das war die d10, im Deutschen Historischen Museum. Im nächsten Jahr wird die fünfzehnte stattfinden. Konzipiert wurde die documenta von Anfang an mit zwei politischen Zielen. Einmal ging es um die Aufarbeitung der nazistischen Vergangenheit mit ihrer Verdammung avantgardistischer Kunst, indem man sich ausschließlich der Moderne widmete. Zum anderen sollte die documenta ihre Rolle im Kalten Kriegs als Abgrenzung zur DDR und deren Sozialistischen Realismus lediglich das Kunstschaffen im „Westen“ einschließlich der USA zeigen. In der DDR lebende Künstler, wie Gerhard Altenbourg, traten unabhängig von ihrer Staats-Zugehörigkeit auf. Wie es in der Einleitung zu dem über 300 Seiten starken Katalog heißt, war die documenta „viel enger an das politische Programm der BRD gebunden, als es auf den ersten Blick scheint“.

Eine besondere Rolle spielte die d6 1977, denn aufgrund von innerdeutschen Staatsverträgen war erstmals eine Teilnahme der DDR möglich. Das ging nicht ohne Konflikte hinter den Kulissen vor sich und brachte dem Kurator Lothar Lang den zweifelhaften Ruf ein, mit der Staatssicherheit der DDR zu kooperieren. Diese hatte ihm eine kulturpolitische Einschätzung des DDR-Auftritts abverlangt. Dieser d6 ist ihrer Bedeutung gemäß in der Ausstellung, die nicht chronologisch, sondern nach Themen aufgebaut ist, ein größerer Platz als den anderen Abteilungen eingerichtet worden.

Es erscheint ein Katalog.

(Elke Lang)

Ausstellung: noch bis 9. Januar 2022

Deutsches Historisches Museum Berlin

Rainer K. Langner (lks.) und Bernd Friedrich
Hannes Zerbe am Flügel von Hanns Eisler und Ernst Busch, Fotos © ad

Bernd Friedrich - Das zeichnerische Werk

Ausgewählte Graphiken aus fünf Jahrzehnten

Heute Abend wurde gut besucht in Pankow eine Ausstellung mit dem zeichnerischen Werk des Pirckheimers Bernd Friedrich Schulz eröffnet. Die Laudatio hielt Rainer-K. Langner, langjähriger Freund des Künstlers und der Komponist und Pianist Hannes Zerbe spielte an einem Flügel, an dem schon Hanns Eisler und später Ernst Busch arbeitete.

"Es ist nicht die erste Vernissage und ist doch eine Premiere, zeigt der in der Altmark zwischen Wiesen, Feldern und einem kleinen Fluss geborene Künstler diesmal ausschließlich ausgewählte Grafiken seines zeichnerischen Werks der letzten fünf Jahrzehnte. Gewiss, sein künstlerisches Oeuvre ist vielfältiger - Lithografien, Malerei, druckgrafische Experimente, Mail-Artdrucke mit historischen Lettern und alten Klischees, der Buchdruck – um nur einiges zu nennen. Die Liebe zur Zeichnung aber ist Bernd Friedrich all die Jahre hindurch geblieben, hat sein künstlerisches Schaffen befruchtet. Eine stille, vielleicht eine verschwiegene Liebe.
[...]
Der Mensch, die weite Landschaft, schrundige Felsformation – Themen, die Bernd Friedrich fünf Jahrzehnte hindurch in all seinen Arbeiten immer wieder angeregt haben und ihn als einen ebenso einfühlsamen wie genau beobachtenden Künstler ausweisen."

(Rainer-K. Langner)

Hier wird die Vernissage mit einigen Fotos von Abel Doering dokumentiert und ein ausführlicher Einblick in die Ausstellung gegeben, einschließlich der Laudatio von Rainer K. Langner.

Ausstellung: 17. September - 30. November 2021, Anmeldung erforderlich

Helle Panke
Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

Do, 16.09.2021

screenshot "Blick in die Ausstellung" und Einladungskarte, Abb. © ad

CARL RABUS. EIN MEISTER DER MODERNE

Zeichnungen und Druckgrafiken aus der Sammlung des Pirckheimers Gerd Gruber

Die Cranach-Stiftung und die als national wertvolles Kulturgut anerkannte Sammlung Gerd Gruber arbeiten immer wieder mit Sonderausstellungen das Werk weitgehend unbekannter, vom NS-Regime verfolgter Künstler der Moderne auf.
Die Ausstellung 2021 widmet sich Carl Rabus (1898 Kempten/Allgäu-1983 Murnau), der von 1916-1918 an der Münchner Akademie studiert hatte. Nach dem Militärdienst 1918/1919 stellte er an so prominenten Ausstellungsorten wie Herwarth Waldens STURM-Galerie in Berlin aus. Aus dem kraftvollen, gegenständlich-expressionistischen Frühwerk werden die Grafiken "Selbstbildnis vor dem Spiegel" (1923), der "Aufschrei" (1923) und "Hiob" (1923) gezeigt. 1934 emigrierte Rabus, der früh der ASSO beigetreten war, nach Wien. Vier Jahre später folgte er seiner Lebensgefährtin, der jüdischen Fotografin Erna Adler, nach Brüssel. 1940 wurde Rabus im französischen Lager St. Cyprien interniert. Dort entstanden Zeichnungen, die als eindrucksvolle Zeugnisse des Lageraufenthaltes sich erhalten haben. Eine Bleistiftzeichnung ist in der Ausstellung zu sehen. Das Motiv dieser Zeichnung greift Rabus in einem Blatt der 1944/1945 entstandenen Linolschnittfolge "Passion" auf, in der er seine Lager- und Kriegserfahrungen und die Verfolgung durch das NS-Regime verarbeitet. Der ausgestellte Farblinolschnitt "Frau mit aufgestütztem Arm" (1949) zeigt Rabus' nach dem 2. Weltkrieg zunehmende Auseinandersetzung mit der Abstraktion.

Zur Ausstellung erscheint ein kleiner, 24seitiger Katalog. Hier anhand von Fotos von Gerd Gruber in Blick in die Ausstellung.

Ausstellung: 11. September - 14. November 2021

Cranach-Stiftung Wittenberg'
Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg

Christoph Rauch, Foto © ad
Abb. Schahnameh

Pirckheimer-Abend in Berlin

Die Berlin-Brandenburger Pirckheimer erhielten heute Abend in einer pandemiebedingt kleineren Gruppe vom Leiter der Orientabteilung Christoph Rauch eine Einführung in diese Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin.

"Die Orientabteilung nahm im Jahre 1919 als eigenständige Abteilung ihre Arbeit auf. Die von ihr betreuten Sammlungen gehören zu den bedeutendsten ihrer Art in Europa. Mit etwa 600.000 Bänden Druckschriften und einem umfangreichen Zeitschriftenbestand bieten sie herausragendes Primär- und Sekundärmaterial zu allen Aspekten Afrikas und Asiens (außer Ostasien)."

In natürlich viel zu knappen 3 Stunden stellte Chrisph Rauch vor allem die Handschriftensammlungen, die einmalige Originale von Afrika bis Ost- und Zentralasien umfassen, vor. Mehrere der besonderen Exemplare, deren Herkunft mit Anekdoten humorvoll und fachkundig von Christoph Rauch beschriebenen wurde, so z.B. einige der kostbaren Blätter des Jahangir-Album des Moghul-Kaisers Ǧahāngīr (reg. 1605–1627) oder die Handschrift Schahnameh, konnten die Teilnehmer aus nächster Nähe betrachten.

(ad)

Mi, 15.09.2021

Johannes Strugalla, Foto © Klingspor-Museum

Johannes Strugalla, Quod libet

Die Stadtwerke Offenbach und das Klingspor Museum laden zum Besuch der Ausstellung "Die Bilder der Buchkünstler XI – Johannes Strugalla" ein.

Johannes Strugalla zählt zu den arriviertesten Künstlern, die Wort- und Bildkunst im Buch zu einer Aussage eigener Art assimilieren. Die Bücher, die er zusammen mit Francoise Despalles ediert (Editions Despalles, Mainz, Paris), gehören zum Kernbestand der Gattung „Künstlerbuch“, der sich das Klingspor Museum vornehmlich widmet. Nahezu sämtliche Bücher der Edition können im Lesesaal des Museums eingesehen werden.
Im steten Zu- und Ineinanderfließen gewinnt einerseits Typographie linear-zeichnerische Gestalt, agiert andererseits die gezeichnete Linie als gleichsam beredte Textur. Farbe spricht Bände.
Die Ausstellung öffnet das jüngste seiner Künstlerbücher „quod libet“ (2020/21) zur Begehung. Das Motiv des Einbands, blaue Wellen, dazu ausgesuchte Farbseiten und Textseiten ergänzen sich zu einer fließenden Bewegung an den Wänden entlang.
Die Monitore im Treppenhaus geben Einblick in die beiden Bücher „forma“ und „Zinnober“.
Mit dieser Ausstellungsreihe richten die Stadtwerke Offenbach Holding GmbH und das Klingspor Museum Offenbach den Blick auf die Malerei, Grafik und Druckgrafik von Künstlerinnen und Künstlern, deren Buchkunst das Klingspor Museum Offenbach sammelt.

Vernissage: 30. September 2021, 18 Uhr, Einlass nur für 3 G, Anmeldung erforderlich bis 26. September per E-Mail
Die Ausstellung ist für ca. ein Jahr zu sehen

Stadtwerke Offenbach Holding GmbH
Senefelderstraße 162
63069 Offenbach am Main

Edition BuchKunstBalance: Poetische Miniaturen XII, "Jahres_Zeiten Boden_Los", Farbholzdrucke zu Gedichten von Sarah Kirsch

20. Ahrenshooper Literaturtage

Während die artGRAFIK Ahrenshoop auf den 26.-29. Mai 2022 verschoben werden musste, finden die Ahrenshooper Literaturtage in diesem Jahr Anfang Oktober doch noch statt.

Insgesamt 22 Verlage und eine Autorengruppe stellen Literatur aus oder über Mecklenburg-Vorpommern, das Fischland und Ahrenshoop auf der größten Buchmesse Mecklenburg-Vorpommerns in der Strandhalle Ahrenshoop vor, darunter BUCHKUNSTBALANCE des Pirckheimers Henry Günther, die EDITION SCHLITZOHR, OFFIZIN SCHWARZE KUNST und der VERLAG ATELIER IM BAUERNHAUS.

1. bis 3. Oktober 2021

Starndhalle Ahrenshoop
Dorfstraße 16B, 18347 Ahrenshoop

Di, 14.09.2021

CC BY-SA 3.0

Pergamonaltar in Berlin

Prof. Dr. Volker Kästner (Kustos der Antikensammlung Berlin) spricht im Winckelmann-Museum über den "Pergamonaltar in Berlin".

Die Friese des Großen Altars von Pergamon, kurz Pergamonaltar genannt, gehören zu den berühmtesten Ausstellungsobjekten auf der Berliner Museumsinsel. Seit 2014 ist jedoch der Altarsaal des Pergamonmuseums wegen der noch einige weitere Jahre dauernden grundlegenden Sanierungsarbeiten für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Eine Ausstellung im Winckelmann-Museum ruft dieses bedeutende Zeugnis der antiken Kunst uns wieder ins Gedächtnis. Die antiken Altarreliefs mit dem Götter-Gigantenkampf sind in ungewöhnlicher Vollständigkeit erhalten. Trotzdem ist es immer noch reizvoll für Archäologen und Künstler, die Lücken im Fries zu ergänzen und seine Darstellungen zu interpretieren. Der Vortrag soll einen Einblick gewähren in die komplexe Provenienz- und Museumsgeschichte sowie von den aktuellen Forschungen und Sanierungsarbeiten an den Altarfriesen berichten.

23. September 2021, 15 Uhr

Winckelmann-Museum
Vortrag in der Hochschule Magdeburg-Stendal
Osterburger Straße 25, 39576 Stendal

Mo, 13.09.2021

Preußischer Bilderbogen

Der in Kleinmachnow bei Berlin lebende Maler, Grafiker und Illustrator Rainer Ehrt zeigt in Neuruppin eine umfangreiche Retrospektive seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit Brandenburg-Preußen aus fünfundzwanzig Jahren: Ironische, sinnliche, anspielungsreiche Bilderzählungen, die sich der Vergangenheit und Gegenwart dieses widersprüchlichen Staatswesens phantasiereich annähern.

Vor 240 Jahren wurde Karl Friedrich Schinkel in Neuruppin geboren. 2021 ist auch das 180. Todesjahr des berühmten Multitalentes. Einmal mehr Anlass sich neben Fontane auch Schinkel zu widmen. Mehr sogar! Beide Persönlichkeiten begegnen sich in der Graphic Novel „Lieber Fontane! Lieber Schinkel!“ (hendrik Bäßler verlag, Berlin) erstmalig direkt. Auf sehr anschauliche Weise schafft es der Künstler Rainer Ehrt zusammen mit dem Journalisten Reinhard Wahren, die beiden in Bild und Text ihre Geburtsstadt zu erkunden zu lassen. Neben der Buchneuerscheinung präsentiert Ehrt eine Ausstellung zum Thema Preußen.

Ausstellung: 10. Oktober - 30. Dezember 2021

Kulturkirche Neuruppin
Virchowstraße 41, 16816 Neuruppin

So, 12.09.2021

Illustration: PantherMedia / Marko Beric

Betrügerische Angebote

Bereits im März 2020 wurde ein Angeklagter in 17 Fällen für diesen Betrug verurteilt - aktuell erhalten wieder vorwiegend ältere Menschen den gleichen Besuch von "Vertretern", die an der Haustür Bücher und Faksimiles zu überteuerten Preisen anbieten.

Ein Rentner aus Cottbus z.B. konnte gerade noch rechtzeitig Kaufverträge über zwei Faksimiles sowie einen Kreditvertrag über 20.000 Euro rückgängig machen. Der Verkäufer hatte dem Cottbusser angeboten, seine schon seit 1991 immer wieder aufgestockte „Lexikothek“ auf Vollständigkeit zu prüfen und so angeblich beim möglichst gewinnbringenden Weiterverkauf der Sammlung behilflich zu sein. Natürlich "fehlten der Sammlung" des Rentners nach Auskunft des Verkäufers "zwei wichtige Exemplare, ohne die die Sammlung nur schwer weiter zu veräußern sei".
Die Anwaltskanzlei SDK aus Bielefeld bekräftigte, dass die bislang geprüften Bücher keine Faksimiles sind, sondern lediglich billige Imitate. Und „Die Verbraucherzentrale Brandenburg rät dringend von diesen Verträgen ab. Diese Bücher und Faksimiles taugen nicht als Geldanlage. Ein Weiterverkauf – noch dazu gewinnbringend – ist nahezu ausgeschlossen“, so Stefanie Kahnert, Juristin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Es ist davon auszugehen, dass Pirckheimer aufgrund ihrer intensiven Beschäftigung mit dem Kulturgut Buch nicht nur den ideellen oder ästhetischen Wert von Büchern kennen, sondern auch den materiellen Wert recht gut einschätzen können. Sammelanfänger von Büchern sind also gut beraten, z.B. den Rat von befreundeten Mitgliedern unserer Gesellschaft beim Kauf von Büchern einzuholen.

(nach einer Information von Michael Lutz)

Sa, 11.09.2021

Lyrische Flugblätter

Wo wurden die ersten Bände des „größten Lyrikers deutsche Sprache" des 20. Jahrhunderts, Gottfried Benn, publiziert? Wo wurden frühe Gedichte der „größten Lyrikerin deutscher Sprache" des 20. Jahrhunderts, Else Lasker-Schüler, veröffentlicht? Wo erschienen Frühwerke des Autors des Schlüsselromans „Berlin-Alexanderplatz", Alfred Döblin, und des Schöpfers der Biene Maja, Waldemar Bonseis? Wo publizierten die Österreicher Theodor Kramer und Johannes Urzidil frühe Werke? Wo fanden sich Dada (mit Richard Huelsenbeck und Yvan Goll) und Futurismus (mit Marinetti und Buzzi) unter einem Dach? Und wo illustrierte Ernst Ludwig Kirchner sein erstes Buch und gestalteten Carlo Carra, George Grosz, Ernst Ludwig Kirchner oder Ludwig Meidner Bucheinbände oder ganze Graphikfolgen?

Wo gab es all dieses? In den „Lyrischen Flugblättern" des Alfred Richard Meyer Verlags, der größten und zugleich wohl unterschätztesten literarischen Reihe der kurzen expressionistischen Epoche.

Diese Reihe wurde nun erstmals vollständig bibliographiert und erscheint als neuer Band der Serie „Die ultimativen Bibliographien expressionistischer Reihen" im Verlag des Roten Antiquariats.

Ende September stellt Josef Smolen seine neue, vom Pirckheimer Christian Bartsch herausgegebene, Bibliographie „Lyrische Flugblätter des Alfred Richard Meyer Verlags" im renommierten Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum vor, das 1924 von Otto Neurath, dem genialen Philosophen der Wiener Schule, dem Ökonomen und Erfinder der Bildstatistik, die die Welt von vor 100 Jahren revolutioniert und jene, wie wir sie heute kennen, erst ermöglicht hat. Komplexe Geschehnisse einfach und verständlich darzustellen, Kunst und Kultur als Teil der Gesellschaft und Wirtschaft zu erleben, war Neuraths Sendung. Welch passender Ort, um bibliographische Klarheit zu schaffen und damit den vorangegangenen Präsentationen der Bibliographien zu den Reihen „Der Rote Hahn" und „Das Neuste Gedicht" die neuesten Erkenntnisse zu den„Lyrischen Flugblättern" in diesem Hause hinzu zu gesellen.

Buchvorstellung: 23. September 2021, 18:30 Uhr, in Anwesenheit von Josef Smolen, Christian Bartsch, Andreas Lehner (Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum)

Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum
Vogelsanggasse 36, 1050 Wien

Fr, 10.09.2021

© Rosa Lachenmeier

Rosa Lachenmeier: The Sound of New York Bridges

Gespräche über New York. Brücken bauen nach dem 11. September

Ursprünglich für den 4. Dezember 2020 als Buch des Monats geplant, findet die Vorstellung des neuen Buches von Rosa Lachenmeier 'The Sound of New York Bridges' durch die Buchkünstlerin im Klingspor Museum jetzt am kommenden Samstag statt, an einem Tag, an dem die Gedanken vieler in New York weilen.
Rosa Lachenmeier verbindet in ihrem Künstlerbuch Aufnahmen der Brücken über den East River, den Harlem River und den Hudson mit künstlerisch überarbeiteten Schallplatten. Ein Assoziationsfeld zu den Themen Bewegung, Musik, Innovation und Stadt entsteht und bildet nicht zuletzt eine Hommage an das Bedürfnis der Menschen, Verbindendes zu erschaffen.

11. September 2021, 15 Uhr, Einlass mit GGG, Anmeldung unter 069 8065 2164

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Do, 09.09.2021

Die große Reise des MARCO POLO

Diesmal ist es keine große Reise, die Marco Polo antritt, sondern nur ein kleiner Ausflug der Galerie "Sonnensegel".
Am Tag des Denkmals 2021 eröffnet der Verein „kulturWust“ in einer Benefizveranstaltung in der Kirche Wust eine Ausstellung mit Illustrationen, die Schüler des "von Saldern Gymnasiums Brandenburg“ unter der Leitung ihres Lehrers, des Pirckheimers Matthias Frohl, für einen originalgraphischen Kunstkalender, gedruckt vom Pirckheimer Sven Märkisch, angefertigt haben.

Näheres zum Kalender siehe hier.

Die Eröffnung wird musikalisch durch ein Konzert des Sängers Maxim Shagaev begleitet.

Eröffnungsveranstaltung: 11. September 2021, 14 Uhr
Ausstellung: 11. September - 26. November 2021

Kirche Wust
Wuster Straße, 14776 Brandenburg

Di, 07.09.2021

Veronika Schäpers - "das müssen sie mir erst einmal beweisen" - Erzählung von Heiko Michael Hartmann, Abb. © Susanne Padberg

The Body and the Book

Die Wiener Galerie DRUCK & BUCH zeigt in einer Zeit, in der wir alle auf unsere Vulnerabilität verwiesen werden und zeitweise kaum herauskommen aus der Selbstreflexion, in einer Ausstellung das Künstlerbuch als maximal selbstreflektorisches Medium in einen neuen Fokus! (Susanne Padberg)

Die Ausstellung “The Body and the Book” spannt den Bogen weit:
Veronika Schäpers - "das müssen sie mir erst einmal beweisen" - eine Erzählung von Heiko Michael Hartmann aus der Sicht eines Verschwörungstheoretikers mit Original-Photogrammen von vermeintlichen Heilmethoden,
Robbin Ami Silverberg - "I can´t breathe / à bout de souffle" verbindet die politischen, sozialen, virusbedingten und emotionalen bedrohlichen Beengungssituationen,
Boush Musa / Thorsten Baensch - "from Darfur to Brussels & England". Flucht, dokumentiert, gemalt...,
Stefan Gunnesch - "Der Fall Anna O." eine Geschichte von Leib und Seele,
Thorsten Baensch & Christine Dupuis - "Cookbook" - Kochbuchprojekt, dessen Basis eine endlose Sammlung an Rezepten von Besuchern ist, die gemeinsame Basis, das Essen,
Romano Hänni - "Iti Amotytoma Muxum - Ein Lehrbuch für Typographie aus Utopia" - hier ist der Buchkörper Thema, bzw. die Typographie und der Handsatz - und die Utopie,
Patrizia Meinert - Michel Serres "Carte d´Identité", Faltbuch mit Körperdruck - nach Serres ist die Haut eine Landschaft, die von den Spuren des Lebens gezeichnet ist,
Carina Hesper - "Like a pearl in my hand" - schwarze Seiten, die erst durch die buchstäblich körperliche Zuwendung Portraits verstossener Kinder sichtbar machen,
Clifton Meador - "Victory Defeat" - Die Verkörperung der Macht,
Carola Willbrand - "Käfig, Erinnerungen Hellblau, Erinnerung grau", eine performativ, installative Verbindung von Körper und Buch, die Stola birgt die beiden Bücher,
Robbin Ami Silverberg - "Living with Tassels & Trim", eine Erinnerungsarbeit, ein textiles Buch, geborgen in einem prächtigen Kleidungsstück,
Burgi Kühnemann - "Wolfshunger", eine radikale Bearbeitung des Rotkäppchenstoffes.

Exponatenliste mit jeweils gefilmten Büchern.
UND... - Auf druckundbuch finden Sie nun die Aufzeichnungen der online-Gespräche mit Uta Schneider/Ulrike Stoltz, mit Rosa Lachenmeier und mit Stefan Gunnesch.

Soft-Opening: 9. September 2021, 17 Uhr
Ausstellung: 9. September - 29. Oktober 2021

Susanne Padberg
Galerie DRUCK & BUCH, Wien

Zeichnungen von Qi Baishi

Im nächste Vortrag im Rahmen der Ausstellung "Diese Katze ist die Sonne selbst", die in Kooperation mit dem Liechtensteinischen Landesmuseum Vaduz im Winckelmann-Museum gezeigt wird, präsentiert die Pirckheimerin Agnes Kunze, M.A., eine besondere Leihgabe: die Zeichnungen des „chinesischen Picasso“ (gest. 1957), der, aus einer armen Bauernfamilie stammend, sich zuerst im Selbststudium der Malerei zuwandte und später Kalligraphie, Siegelkunst und Dichtkunst erlernte. Zu seinen unzähligen Werken zählen u.a. Landschaftsmalerei, Vögel, Säugetiere und Insekten. Qi Baishi erreichte eine solche Vollkommenheit in seiner Kunst, dass er unter den Großen der Malerei als der Heiterste und Natürlichste angesehen wird.

Vortrag: 8. September 2021,18.30 Uhr
Ausstellung: noch bis 26. September 2021

So, 05.09.2021

Maximilian Oehlschläger (Vors. des Stiftungsrates), Max Uhlig, Thomas Lopau (Moderator) und Sonja Oehlschläger (Vors. des Stiftungsvorstandes), Foto © Elke Lang

Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz an Max Uhlig

Nachdem der Dresdner Maler Max Uhlig am 20. November 2020 für sein Werk im kleinsten Kreis den mit 20.000 Euro dotierten Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff erhalten hatte, konnte nun coronabedingt mit großer Verzögerung am 28. August durch die gleichnamige Stiftung im großen Rahmen im Chemnitzer Hof eine würdige Festveranstaltung mit einer Improvisation zu Uhligs Gemälde “Sommer bei Katharinenberg“ von dem Pianisten Jeffrey Goldberg durchgeführt werden. Grußworte entrichteten Barbara Kepsch, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, sowie Sven Schulze, Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz, die Laudation hielt Wolfgang Holler, Generaldirektor der Museen der Klassikstiftung Weimar. Max Uhlig sprach trotz starker körperlicher Einschränkung selbst ausführliche Worte des Danks. Ein eindrucksvoller Kurzfilm zeigte den Künstler bei seiner Arbeit an den Fenstern für die Magdeburger Johanniskirche. Anschließend wurde eine Max-Uhlig-Ausstellung in der Galerie Weise im Rosenhof 4 eröffnet.

Es war der zweite Preis, der durch die 2015 gegründete Stiftung zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz vergeben wurde. Der erste Preis ging 2018 an den Chemnitzer Künstler Michael Morgner. Zu beiden Preisen ist eine splendide Festschrift herausgegeben worden. In ihr äußern sich 37 Wegbegleiter, Freunde und Sammler der Künstler. Unter ihnen befinden sich in dem Buch zu Uhlig so bekannte Persönlichkeiten wie Werner Schmidt, Klaus Werner, Lothar Lang, Michael Morgner, Dieter Goltzsche, Roland Jäger, Thomas Ranft, Peter Herrmann, Matthias Flügge und Hedwig Döbele.  Enthalten sind außerdem die Biografien sowie eine Auswahl an Preisen, Ehrungen, Werken in öffentlichen Sammlungen und Publikationen. Beide Schriften sind reich mit Abbildungen versehen.

Die Preisvergabe ist alle zwei Jahre vorgesehen. Sie richtet sich auf Künstler, deren Leistungen „außerhalb des Spektakels und des Marktes“ erreicht wurden, wie in der Festschrift steht. Wer den nächsten Preis erhält, stehe noch nicht fest, so Sonja Oehlschläger, die Vorsitzende des Stiftungsvorstandes. Es werde eine internationale Sicht angestrebt.

(Elke Lang)