Pirckheimer-Blog

Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Fr, 01.07.2022

Typografische Beilage "Das Kissen" von Georg Klein im Heft 232 der Marginalien, gestaltet von Matthias Gubig.

Literaturpreis für Georg Klein

Vielen Pirckheimern ist Georg Klein ein Begriff, spätestens aber seit er bei uns in den Marginalien (Heft 232) eine unveröffentlichte Kurzgeschichte von Matthias Gubig für die Typografische Beilage gestalten lies. Nun konnte der Schriftsteller, unter anderem schon geehrt mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis, dem Brüder-Grimm-Preis und dem Preis der Leipziger Buchmesse, eine weitere Auszeichnung entgegennehmen: Er erhielt den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds. Dotiert mit 50.000 Euro verlieh ihn die Jury mit der Begründung, sein Werk zeigt das „virtuose Spiel mit bekannten Genres, die stets ein literarische Umwertung erfahre“. Sie hob auch sein „hohe Sprach- und Fabulierkunst“ hervor, die „komisch und düster, aufregend und überraschend“ von der Wirklichkeit erzähle.

Die Pirckheimer gratulieren!

(Till Schröder/Pressemitteilung)

Do, 30.06.2022

Die Gäste der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Malers und Grafikers Eberhard Schlotter trafen sich im Bomann-Museum. | © R. Wege
Als Auftakt zur Feier des 100. Geburtstages von Eberhard Schlotter hatten Jutta Osterhof (l.) und Dietrun Otten den Gäste den Künstler bei einem Podiumsgespräch näher gebracht. Im Hintergrund ist ein Porträt von Klaus und Jutta Osterhof zu sehen, das Schlotter 1989 gemalt hat. | © R. Wege
Sie erinnerten an Eberhard Schlotter als Vater beziehungsweise Großvater: Sybille und Dr. Julia Schorlemmer. | © R. Wege

Feier zum 100. Geburtstag von Eberhard Schlotter

Rund 60 Gäste trafen sich am 3. Juni 2022 im Bomann-Museum in Celle, um den 100. Geburtstag des Malers und Grafikers Eberhard Schlotter zu begehen. Ganz pünktlich waren die Gäste nicht. Denn Eberhard Schlotter wäre an diesem Tag bereits 101 Jahr geworden. Das verspätete Eintreffen der Gäste lag jedoch nicht an selbigen, sondern an Corona. Der Virus war der Grund, dass im vergangenen Jahr die Jubelfeier verschoben werden musste.

Ein Jahr Verspätung tat aber der ausgezeichneten Stimmung an diesem Nachmittag keinen Abbruch. Groß war die Freude der Anwesenden, viele bekannte Gesichter aus dem Schlotter-Liebhaber-Umfeld zu sehen. Allen voran die Mitglieder und Freunde der Eberhard-Schlotter-Stiftung, die ihren Sitz in Celle im besagten Bomann-Museum hat. Dort wurde an diesem Tag auch die neue Dauerausstellung „Schlotter“ eröffnet.

Stefan Daberkow, neuer Direktor des Bomann Museums, eröffnete die Geburtstagsfeier. Er begrüßte insbesondere die Tochter und die Enkelin Eberhard Schlotters, Sibylle und Dr. Julia Schorlemmer sowie die Vorsitzende des Kuratoriums der Eberhard-Schlotter-Stiftung Celle (und Vorstand der Pirckheimer-Gesellschaft) Jutta Osterhof. Daberkow dankte herzlich Dietrun Otten, Leiterin der Eberhard-Schlotter-Stiftung, für ihr Engagement als Kuratorin der neuen Ausstellung. Die Ausstellung umfasst nicht nur die erwartbare Vielfalt an Arbeiten Schlotters, sondern betritt mit dem „Virtuellen Schaulager“ Neuland. Dank 3D-Technologie  können die Ausstellungsbesucher virtuell durch eine Galerie gehen, die Gemälde Eberhard Schlotters von der Wand nehmen und vor sich aufstellen, um sie in Ruhe aus der Nähe zu betrachten. Ganz begeistert von dieser Möglichkeit zeigte sich auch Jutta Osterhof während des Podiumsgespräches, das sie zusammen mit Dietrun Otten führte und das die Gäste an den persönlichen Erinnerungen von Jutta Osterhof an ihre fünfzig Jahre währende Freundschaft mit dem Künstler Eberhard Schlotter teilhaben ließ. Ob Schlotter das virtuelle Schaulager gefallen hätte, wollte Dietrun Otten wissen. „Ich glaube ja, ... allein schon die Möglichkeit, noch eine neue Welt zu schaffen, das würde gut zu seiner „doppelten Sicht“ auf die Dinge passen, die Schlotter eigen war“, lautete die Antwort.

Den Grundstein für den folgenden Akteur hatte Eberhard Schlotter vor rund 70 Jahren unbewusst mit seiner Freundschaft zu dem Schriftsteller Arno Schmidt selbst gelegt. Der Literaturwissenschaftler Bernd Rauschenberg, langjähriger geschäftsführender Vorstand der Arno-Schmidt-Stiftung, las aus dem Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Eberhard und Dorothea Schlotter. Ein Erlebnis, welches die Gäste sowohl aufgrund der ausgezeichneten Briefe als auch des lebendigen Vortrages begeisterte. Übrigens werden die Besucher in der Ausstellung quasi von einem großen Porträts Arno Schmidts (Mischtechnik auf Leinwand, 130 x 110 cm) begrüßt, das Eberhard Schlotter 1989 angefertigt hat.

Sehr emotional wurde es zum Abschluss der Feierlichkeit mit dem Zwiegespräch zwischen Sibylle und Julia Schorlemmer. Sie reflektierten ihre ganz persönliche Sicht und Erinnerung auf den Vater beziehungsweise Großvater. In einem stimmten beide zu einhundert Prozent überein: Sie hätten beide eine einzigartige Beziehung zu ihm gehabt, „einzigartig im Sinne von prägend, einzigartig emotional und definitiv einzigartig herausfordernd“, so Julia Schorlemmer. Ein bewegender Moment, der sicherlich vielen Gästen lebhaft in Erinnerung sein wird, wenn sie an diese Feier zum 100. Geburtstag von Eberhard Schlotter zurückdenken werden.

(Ralf Wege)

Di, 28.06.2022

Ausschnitt aus dem Büchergilde-Magazin 3/22 | © Büchergilde.de
Ausschnitt aus dem Büchergilde-Magazin 3/22 | © Büchergilde.de
vorn: Julia Penndorf, zweifarbiger Linolschnitt, gedruckt von Petra Schuppenhauer in ihrem Atelier PS in Leipzig

Das neue Magazin der Büchergilde

Das neue Magazin unserer Pirckheimer-Freunde der Büchergilde Gutenberg www.buechergilde-gutenberg.de lag jetzt im Briefkasten. Glückwunsch zu den vielen Neuerscheinungen. Zwei Bücher, die Pirckheimer-Freunden wichtig sein könnten, stellen wir – natürlich nur stellvertretend fürs breite Programm – kurz vor.
 

Mit Gunst und Verlaub

Unser Mitglied Jürgen Franssen und der Verein für die Schwarze Kunst wiesen schon darauf hin: Zum Thema ›Walz‹ hat die Büchergilde Gutenberg nun das bereits 1989 von Anne Bohnenkamp und Frank Möbus herausgegebene »Grundlagenwerk zur Walz« namens ›Mit Gunst und Verlaub‹ in einer überarbeiteten Auflage neu aufgelegt. Das Thema lebt immer noch. Auch der Verein bietet die Walz an – unter dem Motto »Handsatz und Buchdruck wandernd erlernen – Walz für Handsatz und Buchdruck«. Nach der Lektüre dieses Buches gelingt die Bewerbung unter www.verein-fuer-die-schwarzekunst.de vielleicht noch besser.
 

Und habt ihr denn etwa kein Träume

Unser Pirckheimer–Freund Ingo Schulze widmet sich Anna Seghers auf die ihm typische Art und Weise – fachlich fundiert, charmant und den Zugang zur Literatur eröffnend. Anna Seghers, eine der größten Erzählerinnen des 20. Jahrhunderts, sollten wir mal wieder lesen. Das Buch »Und habt ihr denn etwa kein Träume« ist pure haptische Kommunikation, nicht nur auf der literarischen Ebene.
 

Vorzugsausgabe

Ein Hinweis in eigener Sache sei noch gestattet. Unser Buch »KAKOJ KOSCHMAR OДER YOU ARE WELCOME« von Ingo Schulze ist noch in wenigen Exemplaren der limitierten Vorzugsausgabe mit einem zweifarbigen Linolschnitt von Julia Penndorf vorhanden. Natürlich von beiden Protagonisten des guten Buchs signiert. Einfach bei unserem Schatzmeister nachfragen.

(Ralph Aepler)

Do, 23.06.2022

Freuen sich auf die Lesung in Gotha: die Autorin Ulrike Draesner und der Künstler Henry Günther | © privat

"Korrelation" von Henry Günther und Thomas Offhaus

Ausstellungseröffnung und Lesung mit Ulrike Draesner in der Stadtbibliothek in Gotha

Am 30. Juni 2022 wird in Gotha um 19 Uhr eine Ausstellung mit zeitgenössischen Künstlerbüchern der "BuchKunstBalance" unseres Pirckheimers Henry Günther sowie mit Malerbüchern, Druckgrafiken und Malerei von Thomas Offhaus eröffnet. Im Zentrum der Ausstellung steht das vor wenigen Wochen erschienene Künstlerbuch von Ulrike Draesner (Text) und Thomas Offhaus (Druckgrafik) "SCHWITTERS / the wall / MERZ-Bau / Poem", das von Henry Günther in seinem Verlag herausgegeben wurde.

Zur Eröffnung der Ausstellung liest Ulrike Draesner aus ihrem neuen Roman im Cibulka-Saal der Stadtbibliothek "Heinrich Heine". Die Buchhandlung "Hannah Höch" gestaltet zur Lesung einen Büchertisch mit ihren Werken, welche die Autorin gern signiert.

Eröffnung: 30. Juni 2022, 19 Uhr
Ausstellung: 30. Juni bis 30. Juli 2022

Stadtbibliothek "Heinrich Heine"
Friedrichstr. 2-4
99867 Gotha

Di, 21.06.2022

Plakat zur Eröffnung der Ausstellung "Wort- und Bilderlust – Im Zeichen der Palme" | © Jens-F. Dwars

Vernissage: Wort- und Bilderlust – Im Zeichen der Palme

Originalgrafiken und Andrucke der Einbände der Thüringer Literaturzeitschrift „Palmbaum“ in einer Ausstellung der Magdeburger Pirckheimer (Verein der Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e. V. "Willibald Pirckheimer") im Literaturhaus Magdeburg

Die Zeitschrift „Palmbaum. Literarisches Journal aus Thüringen“ besteht seit 1993 und erscheint zweimal jährlich im quartus-Verlag Bucha bei Jena. Sie wird vom Thüringer Literaturrat herausgegeben und von der Thüringer Staatskanzlei gefördert. Ihr Vorbild ist die „Fruchtbringende Gesellschaft“, die erste deutsche Literaturvereinigung, die 1617 in Weimar gegründet wurde und sich die vielfach nutzbringende Palme als ihr Erkennungszeichen gewählt hat. Seit 2005 werden die Einbände der Zeitschrift von Künstlern aus Mitteldeutschland gestaltet. Der Reigen der Beteiligten reicht von Gerhard Altenbourg über Moritz Götze, Angela Hampel, Karl-Georg Hirsch, Horst Hussel, Gerda Lepke, Gerd Mackensen, Wolfgang Petrovsky, Uwe Pfeifer, Strawalde, Klaus Süß, Susanne Theumer, Hans Ticha, Max Uhlig und Kay Voigtmann bis zu Baldwin Zettl. So vereinen die Hefte beste Literatur und Grafik aus dem Osten.

Auf Einladung des Vereins der Bibliophilen und Grafikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e. V. sind ab 25. Juni 2022 im Literaturhaus Magdeburg 34 signierte Andrucke der Einbände und Originalgrafiken zu sehen. An den Heften lässt sich Buchgestaltung exemplarisch nachvollziehen, denn oft gilt es den geeigneten Ausschnitt einer Grafik auszuwählen und mit den typografischen Bausteinen abzustimmen, damit ein Umschlag entsteht, der Neugier auf das Titelthema weckt und ästhetischen Genuss gewährt.

Zur Eröffnung der Ausstellung stellen Jens-Fietje Dwars (Jena) und André Schinkel (Halle) das aktuelle Heft zu Novalis vor. Der eine ist Chefredakteur des „Palmbaums“, der andere von „Ort der Augen“. Beide lesen aus ihren jüngsten Büchern: aus „Goethes Erotica“ mit Zeichnungen von Gerd Mackensen und dem Erzählband „Die Stadt, die ich verlasse“. Kurzum: eine Lust für alle, die Worte und Bilder lieben – und mehr noch deren wechselseitige Bereicherung im schönen Buch.

Die Ausstellung ist vom 26. Juni bis 12. August zu sehen. Sie wird durch das Kulturbüro der Landeshauptstadt Magdeburg gefördert und durch den Verein Literaturhaus Magdeburg und die Zeitschrift "Palmbaum" unterstützt.

Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.

Vernissage: 25. Juni 2022, 15 Uhr
Ausstellung: 26. Juni bis 12. August 2022

Literaturhaus Magdeburg
Thiemstraße 7
39104 Magdeburg

Do, 16.06.2022

Hot Printing

In Offenbach findet im Juli das erste Druckfestival "Hot Printing" statt.

Bunt und vielfältig wird es werden! Das Druckfestival wird Treffpunkt für ca. 60 Künstlerinnen und Künstler, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise mit dem Thema Drucken beschäftigen. Eine junge und agile Szene zeigt ihre Druckerzeugnisse vom gesiebdruckten Plakat über traditionellen Buchdruck bis zum Comic oder Zine in Knallfarben aus dem Risodrucker.
Drucken spielt in Offenbach historisch eine große Rolle. Die Lithografie wurde ausgehend von Offenbach im 18. Jahrhundert in die Welt verbreitet und legte den Grundstein für Plakat- und Bilderdruck, wie er heute allgegenwärtig ist. Das Offenbacher Klingspor Museum sammelt Druckkunst ab 1900 mit dem Schwerpunkt auf moderne und zeitgenössische Druckerzeugnisse. Der Einladung zum Festival nach Offenbach folgte eine Flut an Bewerbungen aus aller Welt. Aussteller aus Offenbach und Umgebung freuen sich nun neben Druckbegeisterten aus Leipzig, Hamburg und Mexico City auf ebenso vielfältige Besucherinnen und Besucher des Festivals. Alle Standbetreiber beteiligen sich mit einem Programmpunkt, so dass nicht nur geschaut und geshoppt werden kann, sondern auch eigenes Drucken angesagt ist. Die Workshops richten sich sowohl an erfahrene Drucker, wie an alle anderen neugierigen Erwachsenen und Kinder, die vielleicht ein Festival-T-Shirt oder eine Postkarte drucken möchten.

Unter den Teilnehmern sind Barbara Beisinghoff, Buchkunst Burg Giebichenstein, Carpe Plumbum, Edition Schwarzdruck, Edition Wasser im Turm, Annegret Frauenlob, Freie Druckgrafik HfG Offenbach, Anja Harms und Eberhard Müller-Fries, Neue Cranach-Presse, ‹usus› Uta Schneider & Ulrike Stoltz, Verein für die Schwarze Kunst und DIE ZWIEBELFISCHE.
Parallel findet im benachbarten BOK - Bund Offenbacher Künstler die Ausstellung: Patrick Fauck »Der Mond brennt im Ofen / Druckgrafik« und im Haus der Stadtgeschichte Offenbach die Ausstellung: »Unbekannt – Farbholzschnitte vom Anfang des 20. Jahrhunderts« statt.

Festival: 9. und 10. Juli 2022
Ausstellung "Unbekannt": 10. Juli – 4. September 2022

Offenbach 
Hof des Büsing Palais
Klingspor Museum
Druckwerkstatt im Bernardbau u.a.

Di, 14.06.2022

DIE ALBATROSS CONNECTION

Das Deutschen Buch- und Schriftmuseums lädt ein zur zweiten Ausgabe der Gesprächsreihe DBSM:meet.

Zu Gast ist die amerikanische Autorin und Professorin Michele K. Troy, die ihre Recherchen und ihr Buch über die „Albatross Connection“ vorstellt. Im anschließenden Gespräch diskutiert sie mit Ihnen sowie Siegfried Lokatis (Buchwissenschaft, Uni Leipzig) und Carola Staniek (Sammlungsleiterin, DBSM).

Zwischen Kriminalroman und Buchgeschichte - darum geht es: Im Zentrum steht die Albatross Press. Der 1932 gegründete Verlag war ein kultureller Außenseiter während des „Dritten Reiches“, aber ein wirtschaftlich erfolgreicher Insider. Finanziert von britisch-jüdischen Intellektuellen, vertrieb die Albatross Press Belletristik in englischer Sprache von modernen Autoren wie D. H. Lawrence, Virginia Woolf, James Joyce oder Ernest Hemingway. Gedruckt und verkauft wurden die Taschenbücher aus Leipzig und Hamburg.

(nach einer Information von Christine Hartmann und Carola Staniek)

23. Juni 2022, 18 Uhr

Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

Mo, 13.06.2022

Horst Hussel, für die Pirckheimer-Gesellschaft, 2017

Von Freunden

Die ZeitGalerie des Antiquariats Brandel in Friedrichshagen zeigt die Ausstellung: Von Freunden - Aus der Sammlung Ursula Lang.

Ursula Lang, Kunstliebhaberin und -förderin, engagierte sich zeitlebens für die Kunst und setzte sich insbesondere für junge Künstler ein.

Gezeigt werden Arbeiten von Theo Balden, Joachim Böttcher, Carl Friedrich Claus, Conrad Felixmüller, Dieter Goltzsche, HAP Grieshaber, Sabine Grzimek, Hertha Günther, Horst Hussel, Klaus Magnus, Harald Metzkes, Arno Mohr, Wilhelm Rudolph, Max Schwimmer, Max Uhlig, Hans Vent, Claus Weidensdorfer, Werner Wittig und Horst Zickelbein.

Ausstellung: 11. Juni - 22. Juli 2022

ZeitGalerie Friedrichshagen
Scharnweberstraße 59, 12587 Berlin

So, 12.06.2022

Bibliophiles des Monats Dezember 2021, Ill.: Albrecht v. Bodecker

Ehrenvolle Auszeichnung

Unser lieber, herzlich verehrter Freund, der vielseitige Grafiker und Buchillustrator Professor Albrecht von Bodecker, seit 90 Jahren auf der Welt (siehe die typographische Beilage in Marginalien, Heft 244), seit 50 Jahren Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, wurde am 3. April 2022 in Hamburg mit der Hans-Meid-Ehrenmedaille für Illustration ausgezeichnet.

Die 1993 von Max Meid, dem Sohn des großen Malers und Illustrators Hans Meid (1883 - 1957), gegründete Hans-Meid-Stiftung fördert begabte Künstler und Studenten auf dem Gebiet der Buchgrafik und der Buchillustration durch regelmäßige Preis- und Förderpreisverleihungen für außergewöhnliche Illustrationswerke. Im Jahr 2022 wurde mit dem Hauptpreis, dem Hans-Meid-Preis, die Hallenser Grafikerin Claudia Berg ausgezeichnet.

Das herausragende Lebenswerk von Buchillustratoren würdigt die Hans-Meid-Stiftung mit der Hans-Meid-Ehrenmedaille. Die erste Ehrenmedaille erhielt 1997 Otto Rohse. Die Künstler, die seither mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet wurden, sind Bernhard Heisig, Kurt Löb, Horst Hussel, Nuria Quevedo, Hans Ticha, Tomi Ungerer, Karl-Georg Hirsch, Volker Pfüller und Klaus Ensikat. Wir gratulieren dem Empfänger der Hans-Meid-Ehrenmedaille im Jahre 2022, unserm lieben Pirckheimer-Freund Albrecht von Bodecker, herzlich zu der ehrenvollen Auszeichnung!

(Fritz Jüttner)

Sa, 11.06.2022

Martin Baltscheit, Freie Illustration, 2022

20 Jahre Löwen-Liebe

Seit über 20 Jahren ist Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte ein Klassiker. Seitdem ist rund um den Löwen, den untalentierten, cholerischen, aber im Scheitern so beliebte König der Tiere ist eine kleine, kluge Welt des neugierigen Lernens und lustvollen Scheiterns entstanden, Anlass zu einem Malwettbewerb für Kinder im Alter zwischen 5 und 10 Jahren. Unter dem Motto „Male mir ein Bild von dir!“ entstanden insgesamt 1.317 Selbstporträts, die aus Deutschland, Österreich, Italien und sogar aus den USA ins Bilderbuchmuseum Troisdorf Museum gesandt wurden.

Mitte Mai wurden die Einsendungen der Kinder juriert und sind nun Teil der Ausstellung „20 Jahre Löwen-Liebe“, welche jetzt mit einer Preisverleihung eröffnet wird. Sie zeigt Gewinnbilder des Malwettbewerbs und wird durch Illustrationen und Textzitate aus dem Werk von Martin Baltscheit ergänzt, ein äußerst talentierter Erzähler im deutschen Bilderbuch.
Er schreibt Bücher und Stücke, illustriert, arbeitet als Sprecher, produziert Hörspiele, führt Regie beim Film und ist für seine zahlreichen Talente vielfach ausgezeichnet worden. 2010 erhielt er für Die besseren Wälder den Deutschen Jugendtheaterpreis, 2011 wurde sein Bilderbuch Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis prämiert.

Eröffnung: 19. Juni 2022, 15 Uhr
Ausstellung: 19. Juni - 11. September 2022

Burg Wissem - Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Do, 09.06.2022

Abb.: fontstand.com

Berlins typographisches Erbe

Im Jahr 2021 haben vier Berliner Institutionen zusammengearbeitet, um einen großen Teil ihrer gedruckten Mustersammlungen zu digitalisieren und die Bilder online frei verfügbar zu machen.
Unterstützt wurde das Digitalisierungsprojekt von einem wissenschaftlichen Beirat, bestehend aus dem Pirckheimern Jürgen Franssen und Dan Reynolds, sowie von Katharina Walter.

Seit Februar 2022 sind hunderte der in Berlin gedruckten Muster im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts online. Die Exemplare der Staatsbibliothek zu Berlin und der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin können bei Digitalisierte Sammlungen besichtigt werden. Die Musterexemplare des Berliner Wissenschaftsmuseums sind museumdigital. Auf museum-digital finden Sie auch Drucke der Schriftzeichen der Erik Spiekermann Stiftung gGmbH. Dieser Artikel stützt sich auf mehrere deutschsprachige Beiträge, die Christian Mathieu für den Blog der Staatsbibliothek zu Berlin geschrieben hat. Ich habe den endgültigen Text zusammengestellt, einige Ergänzungen gemacht, alles ins Englische übersetzt und Bilder und Bildunterschriften hinzugefügt.

(Dan Reynolds)

Mi, 08.06.2022

superILLU

Ausgehend vom gleichnamigen Symposium superILLU: Zu einer Theorie der Illustration in der Hegenbarth Sammlung haben Ulrike Stoltz und Juliane Wenzl einen umfangreichen Tagungsband mit Beiträgen zur Illustration vorgelegt.
'Illustration' zu definieren ist nicht einfach; immer sitzt sie zwischen den Stühlen der angewandten und freien Kunst, zwischen Dienstleistung und Selbstverwirklichungsanspruch. Mit neuen Möglichkeiten technischer Reproduzierbarkeit werden Illustrationen im 19. Jahrhundert einerseits omnipräsent und anderseits teilweise 'minderwertig'. Eine ähnliche Neubewertung erfahren sie heute im Kontext digitaler Reproduzierbarkeit und Produktion. Die Publikation beleuchtet kulturhistorische Entwicklungen sowie kunst-, medien- und kommunikationswissenschaftliche Perspektiven und beginnt, die Position von Illustration in Bildgeschichte und -wissenschaft zu klären. (Klappentext)
Die Publikation stellt einen Meilenstein dar auf dem Weg zu einer Theorie und Kunstgeschichte der Illustration, die es erstaunlicherweise noch nicht zu geben scheint. Für Oktober plant die Hegenbarth Sammlung die Buchvorstellung mit einer weiteren Podiumsdiskussion.

Ulrike Stoltz und Juliane Wenzl, superILLU: Zu einer Theorie der Illustration
Jonas-Verlag, Weimar 2022
352 Seiten, 110 Abb., davon 66 in Farbe, dtsch./engl.
32 €
ISBN 978-3-89445-593-4,

Di, 07.06.2022

Perlen der Literatur, Bd. 14 - 20, Input-Verlag 2022

20 Perlen der Literatur

Die vor kurzem vom Hamburger Pirckheimer Ralf Plenz ins Leben gerufene Buchreihe Perlen der Literatur zählt ab sofort bereits 20 Titel.
Neu hinzugekommen sind Bände von Arthur Schnitzler, Irène Némirovsky, Virginia Woolf, Felix Salten, Michael KrügerGrazia Deledda und E.T.A. Hoffmann.

Unter den Neuauflagen bedeutender Bücher seit dem 19. Jahrhundert sind bekannte Titel, aber auch zu Unrecht vergessene, wie Saltens Bambi (Bd. 17), der jenseits der verniedlichten Adaptation durch Disney unsentimental anhand des Schicksals von Bambi auf Grundfragen des Lebens eingeht.
Mit Bd. 18 erscheint als eine Perle der Literatur Michael Krügers Aus dem Leben eines Erfolgsschriftstellers. Krüger, u.a. gelernter Buchhändler, bis 2013 Verleger des Carl Hanser Verlags, beschreibt mit viel Humor und Ironie, mitunter auch sarkastisch Menschen, die sich selbstlos dem Buch verschrieben haben, ein Titel also wie geschaffen für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft.
Bd. 20 ist der, jedem Liebhaber guter Literatur bekannte Meister Floh von E.T.A. Hoffmann, herausgegeben zu Ehren des 200. Todestages des Autors. Im Unterschied zu anderen Ausgaben wurde dieser, 200 Jahre nach dem ersten Erscheinen wieder aufgelegte Text an wenigen Stellen leicht gekürzt und in Teilen sprachlich zeitgemäß erneuert, was dem Leser, der sich mit E.T.A. Hoffmann erstmals beschäftigt, den Einstieg sicher erleichtert.

Die Perlen der Literatur sind von Beginn an sorgfältig gestaltet, einheitlich in preußisch-blaues Leinen in Fadenheftung gebunden mit einer kaligraphischen Bauchbinde ausgestattet und jeder Band erhielt ein individuelles Vorsatzpapier, kurz, sie sind nicht nur für Literaturinteressierte wertvoll, sondern werden auch von jedem Bibliophilen gern in die Hand genommen.

Auf der Webseite Input-Verlag gibt es (nicht nur für Pirckheimer) neben den Bänden á 15 Euro zudem zwei nummerierte und signierte Vorzugsausgaben der Perlenbibliothek zu entdecken.

Mo, 06.06.2022

Bücherwelten – eine belletristische Autobiographie

Aus der Feder des Pirckheimers Harald Kugler ist eine neue Publikation zu erwarten.

»Meine Autorenschaft wird in diesem Buch mit Buchempfehlungen, Erfahrungsberichten, kritischen Anmerkungen und eigenen Texten verpackt. Auf diese voyeuristische Weise wird mein Weg durch eine Literaturlandschaft beschrieben, in der ich als eine Randfigur einen Blick auf die Bücher und ihrer immanenten Leidenschaft werfe, zu der ich mich auf der Suche nach meiner Seele hingezogen fühlte. Hinter meinen Büchern versteckt, habe ich ein Alibi für den Verbrauch meiner Lebenszeit konstruiert, Dinge nicht tun zu müssen, die mich beruflich im Grunde genommen wenig interessierten. Dabei wurde der Zufall zum Regisseur meines Lebens, voller Grausam-, manchmal auch Barmherzigkeiten und bestrickendem Charme, wie es Pascal Mercier so trefflich in seinem Roman „Nachtzug nach Lissabon“ formuliert hatte. Manchmal und in den letzten Jahren immer häufiger, tauchte dabei der Wunsch in mir auf, in die Zeit hinter mich einzutauchen und an einer bestimmten Wegstrecke meines Lebens eine andere Entscheidung für meinen Lebensweg zu treffen. Eine Quelle für solche Gedanken sind dann auch immer wieder die Bücher, deren Beschäftigung, Beschaffung und Sammlung ich mir zum Alibi für mein tägliches Tun gemacht hatte. Und so schließt sich der Kreis um ein Leben voller dinglicher Leidenschaften, die mir mehr Leid als Freude bereitet hatten. In 133 Facetten und 25 bibliophilen Einwürfen entsteht so ein Abbild meines Bücherlebens, dass zugleich mein Schicksal widerspiegelt.«

(Harald Kugler)

Bücherwelten – eine belletristische Autobiographie
Ca. 420 Seiten
mit vier Zeichnungen des Pirnaer Künstlers Pedro (Peter Götz)
Taschenbuch, ca. 15 €uro

Hartmut Andryczuk, Swinger-Club auf Puck, 2022, aus Ulrich Woelk, Uranus

Planetenschreiber 4

Hartmut Andryczuk gibt im Hybriden-Verlag Planetenschreiber 4 heraus: Uranus von Ulrich Woelk.

»Im Terminal war nichts los. Ich schlenderte zur Bar, bestellte ein Bier und erkundigte mich nach den Abflugzeiten des Atmosphärenshuttles. Der Wirt trug Jeans, Westernstiefel und eine abgewetzte Lederweste. Seine Haare quollen unter einem speckigen Cowboyhut hervor, und um seinen Hals baumelte aus irgendwelchen Gründen eine Mundharmonika. Er musste ein Faible fürs späte zwanzigste Jahrhundert haben, überlegte ich mir, und für die bis heute unerreichten, von allen Jungregisseuren wie meinem Freund Blumenbad Bingo rauf und runter studierten Filmkunst-Epen aus dieser Zeit, die damals eigenartigerweise Spaghetti-Western hießen. (Blumenbad nimmt an, wegen der kunstvoll verschlungenen Handlungsfäden dieser Meisterwerke.)

Der Wirt schob mir ein Bier über den Tresen, sah mich mitleidig an und meinte: „Vielleicht geht in zwei Tagen ein Shuttle. Wenn Sie Glück haben.“

„In zwei Tagen? Wieso das denn? Im Prospekt hieß es, dass täglich mehrere Verbindungen nach Uranopolis abgehen.“ 
„Na klar. In der Saison.“
„Was für einer Saison?“
„Mittsommer. Sie waren wohl noch nie hier.“
„Ich bin der neue Planetenschreiber.“
„Planetenschreiber. Na, meinetwegen.“
„Und was ist das Besondere an der Saison?“
„Die Doppel-William-Festspiele.“
„Die … was?“

Er sah mich mit dem üblichen Missmut aller Hinterwäldler gegenüber Fremden an, war aber bereit, mir Auskunft zu geben. „Wir verehren hier zwei große Williams: Herschel und Shakespeare. Der eine hat unser Planetensystem entdeckt, und nach dem anderen sind unsere Monde benannt. Shakespeare müssten Sie als Schreiberling doch kennen. Er hat‘n Stück geschrieben, das heißt Der Sommernachtstraum. Darin gibt es eine Titania, eine Elfenkönigin, nach der der Mond hier benannt ist, auf dem Sie gerade Ihr Bier trinken.«

Künstleredition mit sechs großformatigen Zeichnungen von Hartmut Andryczuk
Edition: 30 copies
650 €