Pirckheimer-Blog

Bayerische Staatsbibliothek

Mi, 30.09.2026

StabiLiebling: K. Hokusais „Welle“

Es ist der wohl berühmteste Farbholzschnitt der Welt – die Große Welle von Katsushika Hokusai (1760–1849). Am 14. und 15. Oktober ist das Spitzenstück zusammen mit zwei weiteren Großwerken: Südwind, klares Wetter sowie Sommergewitter am Fuße des Berges, aus Hokusais Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji in der Bayerischen Staatsbibliothek zu sehen. Zu sehen sind die drei je von 10 bis 19 Uhr, der Eintritt für die Schatzkammer ist frei, und im Fürstensaal gibt es je um 11, 13 und 17 Uhr dazu kleine Vorträge. Die BSB befindet sich in der Ludwigstraße 16, 80539 München.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 12.09.2026

StabiLiebling. Ein Spitzenstück. Zwei Tage. Ganz nah.

BSB in München: StabiLiebling. Ein Spitzenstück. Zwei Tage. Ganz nah

Die Reihe StabiLiebling mit Schatzkammer-Stücken der Bayerischen Staatsbibliothek in der Landeshauptstadt des südlichen Bundeslandes (Ludwigstraße 16, 80539 München), die sich einiger Beliebtheit erfreut, wird auch im Frühherbst fortgesetzt. Gezeigt wird am nächsten Mittwoch und Donnerstag eben in der Schatzkammer die Tegernseer Haggada. Die Bayerische Staatsbibliothek, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, kündigt das Ereignis wie folgt an: „Am 16. und 17. September setzen wir unsere Reihe StabiLiebling. Ein Spitzenstück. Zwei Tage. Ganz nah mit einem ganz besonderen Stück fort: der Tegernseer Haggada, einer hebräischen Handschrift aus dem fünfzehnten Jahrhundert. (...) Die Haggada ist eine Sammlung von Liedern, Gebeten und Erzählungen für das jüdische Pessachfest. Besonders ungewöhnlich: Die Handschrift wurde christlich uminterpretiert und das Bildprogramm entsprechend gestaltet.“ Kostenfreie Einführungsvorträge finden an den Tagen je um 11, 13 und 17 Uhr im Fürstensaal, 1. Obergeschoss, statt. Alle Informationen gibt es hier.

StabiLiebling: die Tegernseer Haggada,
am 16. und 17. September, 10 bis 19 Uhr
Bayerische Staatsbibliothek München,
Ludwigstraße 16, 80539 München.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Fr, 07.08.2026

Das "Königsbuch" in der BSB: Am 12. und 13.08.2026.

BSB: Neues Spitzenstück im August

Die Bayerische Staatsbibliothek (Ludwigstraße 16, 80539 München) lädt ein zum nächsten Highlight ihrer Präsentationsreihe StabiLiebling. Ein Spitzenstück. Zwei Tage. Ganz nah. Am 12. & 13. August kann in der BSB die größte illustrierte Handschrift des persischen Königsbuchs aus der Feder des Dichters Firdausī bewundert werden. Das Šāhnāma zählt zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur und gilt als Nationalepos der persischsprachigen Welt. An den beiden Tagen kann es in der (sic!:) BSB-Schatzkammer von 10 bis 19 Uhr angesehn werden. Der Eintritt dafür ist frei.

(André Schinkel/BSB/Pressemitteilung)

Mi, 08.07.2026

Ein neuer StabiLiebling in der BSB

Im Rahmen der Präsentationsreihe StabiLiebling zeigt die BSB am 15./16.07. mit Jazz von Henri Matisse eines der berühmtesten Künstlerbücher des 20. Jahrhunderts. In seiner letzten Werkphase griff Matisse (1869–1954) zur Schere und „zeichnete“ damit, indem er eine scheinbar fröhliche Motivwelt in bunten, klaren, satten Farben aus Papier schnitt. Die Preziose ist je von 10 bis 19 Uhr in der Schatzkammer der Bayerischen Staatsbibliothek (Ludwigstraße 16, 80539 München) zu sehen. Dazu gibt es Kurzvorträge im Fürstensaal (auch im 1. OG): 11, 13, 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
 
(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 04.07.2026

Staatsbibliothek: Michael Knoche

Im Rahmen der BSB-Reihe Zur Sache – Autorinnen und Autoren in der Staatsbibliothek findet am 15. Juli eine Veranstaltung mit dem langjährigen Direktor der Anna Amalia Bibliothek in Weimar, Dr. Michael Knoche, in der Bayerischen Staatsbibliothek (Ludwigstraße 16, 80539 München) statt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, es wird um Anmeldung unter veranstaltungen@bsb-muenchen.de gebeten. Knoche stellt im Gespräch mit der Generaldirektorin der BSB, Frau Dr. Dorothea Sommer, sein Buch Revolution im Leseland. Wie sich wissenschaftliche Bibliotheken der DDR nach dem Mauerfall neu organisierten vor. Info zum Thema: Abseits der großen öffentlichen Aufmerksamkeit gelang den wissenschaftlichen Bibliotheken in der DDR nach dem Mauerfall ein bemerkenswerter Wandel, der sehr weit über die ausschließliche Anpassung dieser an die neuen Rahmenbedingungen hinausging und von dem das gesamtdeutsche Bibliothekssystem profitiert hat. Darüber berichtet Michael Knoche, von 1991 bis 2016 Direktor der Anna Amalia, aus erster Hand. Die Bayerische Staatsbibliothek lädt sehr herzlich dazu ein! Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

(André Schinkel/BSB/Pressemitteilung)

So, 15.02.2026

Spitzenstücke in der Bayerischen Stabi ab dem 11.03.

Stabi München: die Spitzenstücke

Die Bayerische Staatsbibliothek hütet und bewahrt in ihren Magazinen und Tresoren unzählige Spitzenstücke des schriftlichen und visuellen Kulturerbes der Menschheit: erlesene Handschriften – 14 von ihnen zählen zum UNESCO-Weltdokumentenerbe – Inkunabeln und rare alte Drucke, Landkarten, Noten, Nachlässe, historische Fotos, Künstlerbücher, Orientalia, Hebraica, Asiatica von Weltrang u. v. m. Aufgrund strenger konservatorischer Vorgaben sind diese Schätze nur sehr selten öffentlich zu sehen. Für den #StabiLiebling öffnet die Bibliothek ihre Tresore und präsentiert in ihrer Schatzkammer jeden Monat an zwei Tagen ein Spitzenstück aus den Sammlungen. Die Präsi-Reihe startet am 11. und 12. März mit der weltberühmten Gutenberg-Bibel, gefolgt im April von den Bairischen Landtafeln von Philipp Apian, einer Ikone der altbayerischen Kartographie, und dem Bußpsalmencodex Albrechts V., der wohl schönsten Musikhandschrift der Welt, im Mai ... Die Schatzkammer liegt im ersten Obergeschoss der Stabi. Jeweils um 11, 13 und 17 Uhr der Präsitage (die bis zum Februar 2027 bereits feststehen) geben Experten Erläuterungen zu den Preziosen. Alle Infos zu diesem so besonderen Angebot finden sich auf der Webseite der Staatsbibliothek verlinkt.

(André Schinkel/BSB/Pressemitteilung)

Sa, 19.04.2025

Klassiker wie Hokusais "Große Welle" werden derzeit in der Jahresausstellung "Farben Japans" in der BSB gezeigt. Bis Juli sind 130 Farbholzschnitte zu sehen.

BSB in München: „Farben Japans“

Die Jahresausstellung der Bayerischen Staatsbibliothek in München (Ludwigstraße 16, 80539 München) widmet sich 2025 seit dem 27. März den Farben Japans. Klassisch: Gezeigt werden rund 130 originale Farbholzschnitte aus dem Bestand der Bibliothek. Darunter befinden sich aufwändig illustrierte Bücher, seltene Triptychen oder Einblattdrucke wie Katsushika Hokusais (1760–1849) weltberühmtes Werk Unter der Welle im Meer vor Kanagawa, bekannt als Große Welle. Diese Ikone der Kunst konnte in den vergangenen Jahren wie auch zwei weitere hervorragende Meisterwerke Hokusais, Sommergewitter am Fuße des Berges und Südwind, klares Wetter, bekannt als Roter Fuji, für die Sammlung erworben werden. Alle drei Drucke stammen aus der berühmten Holzschnittserie Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji, die ab 1830 erschienen ist. Die Drucke werden ein Highlight der Ausstellung bilden. Die Schau, die bis zum 06. Juli 2025 zu sehen ist, zeigt neben den klassischen Arbeiten auch die sogenannten „Neuen Drucke“, die bis ins letzte Jahrhundert datieren. Die Preziosen sind von Sonntag bis Freitag 10 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt in die BSB ist frei.

(André Schinkel/BSB/Pressemitteilung)

Di, 09.04.2024

Die "Bücherkinder" in Brandenburg an der Havel. Die Gruppe wird von den Pirckheimern unterstützt, ihr Mentor ist der Pirckheimer-Freund Armin Schubert.
Die "Bücherkinder" publizierten mehrere Bücher. Sie sind zahlreichen Künstlern und Werken gewidmet.
Auch Olaf Scholz schätzt die Arbeit der Domschüler.
Der "Phönix von Aschersleben" von Sven Großkreutz.
Der "Letzte Tanz" von Altmeister Karl-Georg Hirsch.
Claudia Berg: "Haus bei Burano". Die Meisterin der Kaltnadel wurde u. a. mit dem Meid-Preis geehrt.

Blatt für Blatt: „Bücherkinder“ und die „Edition Pirckheimer“

Die Gesellschaft trägt die Lust auf Buchkunst ins Land. Ein Blick auf zwei ihrer Initiativen

Ein hehres Anliegen besitzt zuweilen einen etwas drögen Sound. In der Satzung der Pirckheimer-Gesellschaft heißt es denn auch sachlich: „Der Verein hat den Zweck, das Sammeln von schönen und wertvollen Büchern, von Grafik und Exlibris zu fördern und zu unterstützen, Kenntnisse über Geschichte und Gegenwart des Buches zu verbreiten, Mitglieder und Öffentlichkeit mit Werken der Buchkunst und Grafik vertraut zu machen, zur Entwicklung der grafischen Künste beizutragen und das Exlibris zu pflegen.“ Das klingt nach mächtig viel bibliothekarischer Emphase, ist vielleicht auch der Reeducation-Stimmung der 1950er Jahre geschuldet, in der die Gesellschaft gegründet wurde. Was ist schön? Was ist wertvoll? Welche Werte vermitteln wir? 

Bei solch fluiden Kategorien ist die Bandbreite der Perspektiven groß: Antiquare, Buchhändler, Verleger, Künstler, Drucker, Sammler, Leser gehören zu uns, auch Institutionen wie die Bayerische Staatsbibliothek, das Literaturarchiv Marbach, die Deutsche Nationalbibliothek, die Büchergilde Gutenberg bis hin zu Verlagen wie die burgart presse, die Edition Mückenschwarm oder The Bear Press. Buch und Grafik als Kulturgut, Wissensträger, Kunstobjekt, Geschichtsquelle, Unterhaltungsmedium sind unser Thema, sich widerspiegelnd in den Marginalien, unserer Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, in Jahresgaben, Grafikeditionen und Buchförderungen. Aber wir wären nicht solch eine lebendige, 600 Mitglieder umfassende bibliophile Gesellschaft in Deutschland, wenn wir das so trocken handhaben würden, wie es klingen mag. Zwei Initiativen unserer Gesellschaft, die Bücherkinder und die Edition Pirckheimer, sollen dafür Beispiel sein. 

Wie bekommen wir Kinder zum Lesen und Erwachsene zum Sammeln? An diesen beiden Herausforderungen arbeiten wir verstärkt seit einigen Jahren. Der Kunstpädagoge Armin Schubert, seit Jahrzehnten Pirckheimer, ist der Kopf hinter den Bücherkindern Brandenburg. Seine Idee: Kinder beschäftigen sich ein Jahr lang mit einem Thema und machen am Ende ein eigenes Buch. In der kreativen Auseinandersetzung mit Originaltexten und -illustrationen wächst Verständnis für Literatur, für Geschichten, Bilder. In den Räumen der Evangelischen Grundschule am Dom zu Brandenburg entstehen so Jahr um Jahr Kleinode. Die Kinder recherchieren, diskutieren, zeichnen, dichten, probieren sich in originalgrafischen Drucktechniken von Linolschnitt über Radierung bis Siebdruck. Am Ende mündet es in einer von Sven Märkisch und Dietmar Block in der Galerie Sonnensegel gedruckten und von Henry Günther in der Edition BuchKunstBalance gebundenen kleinen Auflage. So entstanden schon elf Titel, u. a. zu Theodor Hosemann, Christa Wolf, Werner Klemke, Arno Mohr, Jurek Becker, Harald und Robert Metzkes, Egbert Herfurth, Franz Fühmann.

Zum Thema Schriftstellerkindheiten tauchten die Kinder ein in die Erinnerungen von Günter Grass, Franz Fühmann, Christa Wolf und Jurek Becker. Neben den eigenen Illustrationen der Kinder steuerten erstmals auch bekannte Künstler Originalgrafiken zum Buch Die Farben der Kindheit bei: Rainer Ehrt, Katrin Stangl, Sven Großkreutz, Klaus Süß, Moritz Götze. Das jüngste Buch erschien im Dezember 2023 zum Thema Frieden: Pax questuosa. Aktueller denn je, Hommage jeweils an die einzigartige Künstlerin Núria Quevedo und die große Erzählerin Anna Seghers.

Die Pirckheimer unterstützen finanziell, materiell und mit Kontakten, denn oft genug treffen sich die Kinder mit den Künstlern oder mit Personen, die sie kannten. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kam zu Besuch, schrieb ihnen auch eine Postkarte für das Buchprojekt über Jurek Beckers Karten an dessen Sohn, was die Kinder zu eigenen Karten anregte; es entstand ein langes Filminterview zwischen Klaus Ensikat und Denis Scheck, das die Kinder mit eigenen Texten zu Ensikat-Bildern flankierten; die amerikanische Leseforscherin Maryanne Wolf wurde auf sie aufmerksam u. v. m. Immer geht es den Kindern dabei um den produktiven Austausch mit dem Vorgefundenen. Und auch Bundeskanzler Olaf Scholz ließ es sich nicht nehmen, sie zu besuchen.

Im Falle unserer Edition Pirckheimer denken wir an eine ältere Zielgruppe. Unserer Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophile Marginalien liegt pro Ausgabe für jedes Mitglied eine Originalgrafik bei. War dies in der Vergangenheit nur in vereinzelten Heften der Fall, so etablierten wir vor sieben Jahren die regelmäßige Beilage mit jeder Ausgabe. Auch ein Grund für unser Mitgliederwachstum. Wir freuen uns, mit den preiswerten Blättern namhafter Künstler wie Max Uhlig, Dieter Goltzsche, ATAK, Volker Pfüller, Ottographic, Strawalde, Frank Eißner, Thomas Ranft, augen:falter, b.a.c.H. und vielen weiteren vor allem jüngeren Lesern den Aufbau einer eigenen Grafiksammlung zu ermöglichen. Trotzdemergibt sich daraus ein paradoxes Problem: Je erfolgreicher die Zeitschrift, je höher ihre Auflage, desto mehr steigen die Kosten und sinkt der Sammlerwert der Grafiken.

Vor einigen Jahren haben wir auf dieses Problem mit der Herausgabe einer exklusiven Edition Pirckheimer geantwortet: einer Grafikmappe in kleiner Auflage, die den Sammlern etwas Besonderes bietet und deren Ertrag dabei hilft, die Finanzierungslücke für qualitätsvolle Grafik-Beilagen der Marginalien auszugleichen. Kuratiert von Jens-Fietje Dwars, u. a. Herausgeber der literarischen Edition Ornament im quartus-Verlag, starteten wir mit sieben A3-Blättern in 35er Auflage von den Künstlern Susanne Theumer, Hans Ticha, Klaus Süß, Moritz Götze, Kay Voigtmann, Strawalde und Baldwin Zettl. Obwohl die Subskribenten jenseits des Auftaktblatts von Zettl die Motive nicht kannten, war die Auflage schnell verkauft, und die Besteller freuten sich alle zwei Monate über ein neues Blatt. Ein schöner Erfolg, der auch auf dem Vertrauen der Käufer fußte. Mit der 2022 lancierten zweiten Mappe der Edition passten wir das Konzept leicht an: Auflage 50 Exemplare, alle sieben Blätter liegen bereits vor. Somit weiß jeder, was ihn erwartet, wenn er die Edition abonniert.

Karl-Georg Hirschs Holzschnitt Letzter Tanz krönt darin eine ganze Reihe oft skurriler Paare des Altmeisters, die weniger harmlos tänzeln, als vielmehr ihre Kräfte messen. Dieter Goltzsche trägt eine kleine Radierung namens Schaukelpferd bei. Max Uhlig gab uns für die Mappe eine radierte Frauenkopf-Studie aus dem Jahr 1978, von der bislang noch keine Auflage gedruckt wurde. Seine Malerkollegin im Geiste, Gerda Lepke, zeichnete in ihrer Algrafie mit bekannt freiem Strich ein geheimnisvolles Paar. Der Grafiker und Maler Gerd Mackensen zeigt mit seiner handkolorierten Radierung Nur Narr! Nur Dichter! einen Nietzsche jenseits verklärender Heroisierung. Als Vertreter nachwachsender Generationen konnten wir Sven Großkreutz gewinnen. Sein rätselhaftes Blatt Phönix aus Aschersleben ist aufwändig in Ätzradierung, Aquatinta, Kaltnadel und Aussprengtechnik gearbeitet. Und Claudia Berg beschließt die Mappe mit einem Blatt aus ihrem jüngsten Venedig-Zyklus: Haus bei Burano ist ein weiteres Zeugnis ihrer atmosphärisch dichten Radierkunst. 

Die Mappe wurde erneut von Silke Steinhagen in Weimar gebunden, ein Beiblatt in Bleisatz von der Pavillon-Presse Weimar gedruckt. Sieben Blätter für 1.600 Euro, die in ihrer Zusammenstellung mit hoher künstlerischer Varianz verzaubern. Wofür beim Kind Interesse geweckt wurde, das kann echte Sammlerleidenschaft im Erwachsenenalter zeitigen. So, hoffen wir, geht der Samen auf.

(Till Schröder, Text ist erstveröffentlicht im Begleitbuch der BuchDruckKunst, Hamburg 2024)

Plakat zur Kabinettpräsentation „Josef Váchal: Der Blutige Roman” der BSB. | © Studio 6.15, Zlín, 2024

Josef Váchal: „Der blutige Roman“

Der Blutige Roman von Josef Váchal – seit Anfang Januar und noch bis einschließlich des 28. Juni 2024 ist dieses Werk Gegenstand in der Kabinettpräsentation im Foyer des Ostlesesaals der Bayerischen Staatsbibliothek (Ludwigstraße 16, 80539 München). Der Grafiker, Maler, Autor und Buchdrucker Josef Váchal (1884–1969) gehört zu den originellsten tschechischen Künstlern der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine bekanntesten Werke sind Bücher, von ihm selbst verfasst, illustriert, mit eigenhändig hergestellten Lettern gesetzt, in kleinen Auflagen von zehn bis zwanzig Exemplaren gedruckt und meist auch vom Künstler selbst autark und exclusiv gebunden.

Die Kabinettpräsentation im Foyer vor dem Ostlesesaal ist in der Zeit vom 08. Januar bis Ende Juni einem seiner bekanntesten Künstlerbücher gewidmet: dem Blutigen Roman – einer „kultur- und literaturhistorischen Studie”‚ die er 1924 in einer Auflage von ganzen siebzehn Exemplaren herstellte. Provokant, persiflierend und parodierend erweist er mit dem Konstrukt dem sogenannten Blutigen Roman eine Reverenz – einer im Tschechischen gängigen Bezeichnung für eine auf Gewalt, Gefühl und Spannung aufgebaute Spielart der Trivial- beziehungsweise der Schundliteratur.

Als eine der wenigen Bibliotheken außerhalb Tschechiens besitzt die Bayerische Staatsbibliothek die Originale von zwei großformatigen Künstlerbüchern Váchals: Ďáblova zahrádka, aneb přírodopis strašidel (zu deutsch: Des Teufels Gärtlein, oder die Naturkunde der Gespenster) aus dem Jahr 1924 und Šumava umírající a romantická (deutsch: Sterbender und romantischer Böhmerwald) von 1931. Die beiden beeindruckenden, in Leder gebundenen Folianten sind von Josef Váchal mit farbenprächtigen Farbholzstichen illustriert und zählen neben dem Objekt der Schau, dem Blutigen Roman des Künstlers, zu den absoluten Spitzenwerken der tschechischen Zwischenkriegsmoderne. 

Eine deutsche Übersetzung des Blutigen Romans ist überdies 2019 erschienen ... und auch diese Übertragung befindet sich in den Beständen der Bayerischen Staatsbibliothek. Die Ausstellung im Foyer vor dem Ostlesesaal befindet sich im dritten Obergeschoss der Bibliothek und ist von Montag bis Freitag 09 bis 19 Uhr (feiertags geschlossen) geöffnet. Der Eintritt in die Exposition ist frei. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 14.12.2023

Entwurf für die derzeit im Bau befindliche Staats- und Stadtbibliothek zu Augsburg. | © Max Dudler

Max Dudler: Vortrag in der BSB

Zum Vortrag des Architekten Max Dudler zum Thema Urbane Erneuerung – Bibliotheken als Inkubatoren einer nachhaltigen Stadtkultur lädt am 18. Januar 2024 um 19 Uhr die Bayerische Staatsbibliothek in München (Ludwigstraße 16, 80539 München) ein. Die dazu Einladenden schreiben zum Termin: „Quantitativ betrachtet sind Bibliotheken die meistbesuchten kulturellen Einrichtungen unserer Kommunen. Sie sind öffentliche Gebäude par excellence und zugleich auch Katalysatoren der urbanen Kultur. Der Architekt Max Dudler zeigt derzeit in Kooperation mit der Bayerischen Staatsbibliothek München die Schau Bauen für Bücher. Der visuell opulente Vortrag entwickelt seine besondere Perspektive auf den Bibliotheksbau im Kontext der Weiterentwicklung unserer Städte.“ Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Um Anmeldung zur Veranstaltung wird gebeten unter: veranstaltungen@bsb-muenchen.de oder telefonisch unter der: (089) 2 86 38 21 15.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 18.07.2023

„Carmina Burana“, Kärnten/Steiermark (oder Südtirol/Neustift) um 1230 bis 14. Jahrhundert. Signatur: Clm 4660, Blatt 64v–65r. | © BSB
Musik für Tasteninstrumente: Blick ins "Buxheimer Orgelbuch". Süddeutschland/Schweiz um 1460 bis 1470. Signatur: Mus.ms. 3725, Blatt 22v–23r. | © BSB

Musik-Manuskripte – Cimelien der Bayerischen Staatsbibliothek

Die Bayerische Staatsbibliothek in München zeigt anlässlich der Medieval and Renaissance Music Conference 2023 fünf ausgewählte Spitzenstücke aus ihrer Sammlung. Die Kostbarkeiten der Schatzkammer sind vom 24. bis zum 28. Juli jeweils von 11 bis 19 Uhr im ersten Obergeschoss der Bayerischen Staatsbibliothek (Ludwigstraße 16, 80593 München) zu besichtigen, der Eintritt für die kleine Preziosen-Schau ist frei. Unter den kostbaren und kostbarsten Stücken befinden sich eine Ausgabe der Carmina Burana und andere Raritäten aus dem 12. bis zum 17. Jahrhundert.

Die historischen Musikbestände der Bayerischen Staatsbibliothek gehen zurück auf die Musikalien der 1558 gegründeten Hofbibliothek und der seit 1523 unter Wilhelm IV. mit Ludwig Senfl systematisch ausgebauten bayerischen Hofkapelle. Die Herzöge der Wittelsbacher sammelten gezielt musikalische Quellen für ihre Hofbibliothek, unabhängig vom Aufführungsmaterial, das die Hofkapelle benötigte. Im Zuge der Säkularisation im 19. Jahrhundert gelangten wertvolle Bestände aus bayerischen Klöstern in die Münchner Bibliothek, die bis in die Anfänge der schriftlichen Aufzeichnung von Musik (in Mitteleuropa etwa ab 850 die Neumen-Notation) zurückreichen.

Die in der Schatzkammer vorgestellten Handschriften repräsentieren das Spektrum an unikalen Musikquellen aus Mittelalter und Renaissance, beginnend mit den weltberühmten Carmina Burana, die für die mittelalterliche weltliche Musik stehen, über den Codex St. Emmeram mit früher Mensuralmusik und das Buxheimer Orgelbuch, die umfangreichste Quelle mit Musik für Tasteninstrumente im 15. Jahrhundert, bis hin zum Renaissance-Prachtchorbuch für Pfalzgraf Ottheinrich und schließlich der spanischen Chorbuch-Handschrift Cancionero de la Sablonara aus dem frühen 17. Jahrhundert. Alle Informationen zur Schau finden sich auf der Seite der BSB.

(Bayerische Staatsbibliothek/Pressemitteilung)

Di, 27.06.2023

BSB-Vortrag: "Taiwan Lectures on Chinese Studies".

BSB: Vom Lesen chinesischer Landschaften – Einige Gedanken zu Zhao Mengfu (1254–1322)

Zum Vortrag Vom Lesen chinesischer Landschaften – Einige Gedanken zu Zhao Mengfu (1254–1322) von Professor Kai Marchal (National Chengchi University, Taipeh) lädt die Bayerische Staatsbibliothek in München (Ludwigstraße 16, 80539 München) am Montag, 10. Juli 2023 um 18.30 Uhr in den Friedrich-von-Gärtner-Saal im 1. OG der BSB herzlich ein. In diesem Vortrag wirft der Referent einen philosophisch geschärften Blick auf die Landschaftsbilder des Zhao Mengfu. Zhao ist einer der berühmtesten Vertreter der sogenannten Gelehrtenmalerei, der den weiteren Verlauf der chinesischen Kunstgeschichte nachhaltig beeinflussen sollte. Oft wird hervorgehoben, dass sich in seiner langen Karriere ein Wandel von der realistisch geprägten Darstellung zur abstrakten, reinen Pinselführung manifestiere. Durch die Analyse einer repräsentativen Auswahl seiner Gemälde arbeitet Professor Kai Marchal einige zentrale Merkmale von Zhaos Stil heraus und geht der Frage nach, wie philosophische und religiöse Vorstellungen von Wirklichkeit, Bildhaftigkeit, Bedeutung und Leere die künstlerische Praxis dieses Malers geprägt haben. Dabei wird es nicht zuletzt um die Frage gehen, wie eine ästhetische Erfahrung des Anderen überhaupt möglich ist. Moderiert wird die Veranstaltung von Professor Hans van Ess (Ludwig-Maximilians-Universität, München). Der Vortrag ist Teil der internationalen Vortragsreihe Taiwan Lectures on Chinese Studies und wird gemeinsam von der National Central Library von Taiwan, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Bayerischen Staatsbibliothek veranstaltet. Die BSB bittet um Anmeldung zum Vortrag unter der Mail veranstaltungen@bsb-muenchen, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Der Eintritt für Vom Lesen chinesischer Landschaften ist frei.

(Bayerische Staatsbibliothek/Pressemitteilung)

Mi, 08.02.2023

Die Bayerische Staatsbibliothek in München wird im Mai besucht. | © www.muenchen.de
Auch die Universitätsbibliothek steht auf dem Programm. | © www.muenchenwiki.de

Bibliotheksreise im Mai 2023

Fünf Tage München und Umgebung vom 22. bis 26. Mai 2023 – in diesem Jahr will die Kölnische Bibliotheksgesellschaft die Tradition der exklusiven Bibliotheksreisen wieder aufleben lassen. Die eigentlich schon für 2020 geplante und den Iden von Corona zum Opfer gefallene Reise wird nachgeholt und vom 22. Mai an München besucht. Dort gibt es einen Blick hinter die Kulissen der renommierten Bayerischen Staatsbibliothek; und es werden die Universitätsbibliothek und das Hauptstaatsarchiv in der bayerischen Metropole besucht und besichtigt. Natürlich stehen auch die Monacensia und die Bibliothek des Deutschen Museums auf dem Programm. Auf einem Ausflug ins Umland wird man die Studienbibliothek Dillingen sowie die Staatliche Bibliothek in Neuburg an der Donau sehen. Nähere Angaben sind dem gesonderten Reise-Programm auf der Seite der Universität zu Köln zu entnehmen, dort findet sich auch das Anmeldeformular des Reisebüros. Die Fahrt wird von Ino Reisen betreut. Die Bibliotheksgesellschaft nimmt damit die seit 2007 bestehende Tradition, die die Interessierten u. a. nach Sachsen, Thüringen, Berlin, Paris, Rom, Wien und in die Niederlande führte, nach langer pandemiebedingter Pause wieder auf. Eine gute Nachricht für alle, die es lieben, in den Bibliotheken der Welt vorübergehend zuhause zu sein. Bei Anfragen besteht direkte Auskunft über den stellvertretenden Dezernenten Dezentrale Bibliotheken/Gemeinsame Fachbibliotheken der Kölner Universitätsbibliothek, Andre Welters: welters@ub.uni-koeln.de. Auf nach München, Dillingen und Neuburg an der Donau!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 11.07.2022

Zhao Mengfu (1254–1322)

Vom Lesen der Landschaft

Die Bayerische Staatsbibliothek (Ludwigstraße 16, 80539 München) lädt im Rahmen der „Taiwan Lectures“ zum Vortrag Vom Lesen chinesischer Landschaften – Einige Gedanken zu Zhao Mengfu (1254–1322) von Professor Kai Marchal (National Chengchi University, Taipeh) am 14. Juli um 18.30 Uhr in den Friedrich-von-Gärner-Saal im ersten Obergeschoss ein. In seinem Vortrag wirft der Referent einen philosophisch geschärften Blick auf die Landschaftsbilder des Zhao Mengfu, eines der berühmtesten Vertreter der sogenannten Gelehrtenmalerei, der den weiteren Verlauf der chinesischen Kunstgeschichte nachhaltig beeinflussen sollte. Moderiert wird die Veranstaltung von Professor Hans van Ess (Ludwig-Maximilians-Universität, München). Es wird um Anmeldung per Mail – veranstaltungen@bsb-muenchen.de – gebeten, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

(André Schinkel/Pressemitteilung)
 

Mo, 15.07.2019

Kunst zwischen Deckeln

Vor eineinhalb Jahren hat Dr. Lilian Landes die Künstlerbuchsammlung der Bayerische Staatsbibliothek von ihrer Vorgängerin Béatrice Hernad übernommen.

Das Faltblattt, anlässlich der ersten Münchner Künstlerbuchmesse (Super Books im Haus der Kunst) erstellt, welches die Existenz der Sammlung und deren Profil beschreibt, kann hier angeschaut werden.

Ein Grundgedanke, der in den 1960er Jahren die Etablierung des Genres Künstlerbuch trug, nämlich Kunst als druckfähige, leicht verbreitbare Botschaft für jeden Interessierten niederschwellig zugänglich zu machen, fand jetzt auch den Weg ins Internet als Blog mit dem Titel "Kunst zwischen Deckeln". Lilian Landes, die Initiatorin des Blogs schreibt dazu: "Die Künstlerbuch-Szene ist bunt und lebendig, der Vernetzungsbedarf wächst. Das Blog will Schlaglichter auf Erwerbungen und skurrile Funde werfen, abgelegene Verlage, Handpressen und Projekte in den Blick nehmen, Künstlerinnen und Künstler zu Wort kommen lassen, kurz: die Lebendigkeit der internationalen Szene dokumentieren."

Was den Antrieb zur Gründung des Blogs gab, beschreibt die Betreiberin, die Kunst zwischen Deckeln ausdrücklich als  Gemeinschaftsblog verstanden wissen möchte und betont, dass es sich nicht allein um einen Blog der Bayerische Staatsbibliothek handelt, hier.