Pirckheimer-Blog

Ausstellung

Di, 16.12.2025

Tove Janssons „Welt der Mumins“

Vor 80 Jahren erfand die finnische Künstlerin Tove Jansson die Mumins, die kultigen rundlichen Trolle, die derzeit weltweit gefeiert werden. Ihre Geschichten sind ein Plädoyer für Toleranz, Empathie und Abenteuerlust. Das Literaturhaus München stellt sie erstmals in einer Ausstellung vor. Im Mumintal regieren Geborgenheit, Freundschaft und Humor, aber auch eine Prise Anarchie und Rebellion, dazu jener satirische Esprit, dem Tove Jansson in den 30er und 40er Jahren ihren Erfolg als politische Karikaturistin verdankte. Diese Mischung, fern jeder aufgesetzten Idylle, dabei voller Poesie und Eigensinn, bezaubert Erwachsene und Kinder gleichermaßen: Sie spricht das innere Kind im Erwachsenen an, freut Nostalgiker, die mit den Mumins aufgewachsen sind, und beflügelt bei Kindern ihre ureigene Vorstellungskraft. Das Finstere und das Helle, das Katastrophale und das Komische erscheinen hier in einem Gleichgewicht, das keinem Zeitgeist verhaftet ist, aber ganz besonders in unsere Epoche passt. In der Ausstellung können Mumin, Schnüferl, Schnupferich, die kleine Mü und viele andere Figuren mit ihren wundersamen Geschichten erlebt werden. Originalillustrationen, Animationen, Hörstationen und ein Pfad voller Überraschungen laden dazu ein, die Welt der Mumins zu entdecken. Für alle ab sechs Jahren! Eine Ausstellung des Literaturhauses München, mit freundlicher Unterstützung durch die Freunde und Förderer des Literaturhauses München und den Rotary Club München. Das Begleitprogramm wird unterstützt durch die Deutsch-Finnische Gesellschaft und Gesellschaft macht Schule (der Ort: Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München, Salvatorplatz 01, 80333 München). Die Ausstellung ist vom 18.12.2025 bis zum 12.04.2026 zu sehen. Alle Infos zu Tove Janssons Die Welt der Muminshier.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 15.12.2025

Ausstellung "Die Tage waren gezählt" in Cottbus. Es werden Bibliophilia der späten DDR und der frühen Nachwende (Zeitraum: etwa 1980 bis 1995) gezeigt.

Cottbus: „Die Tage waren gezählt“

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) präsentiert im Dieselkraftwerk Cottbus (Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus) seit dem 29.11.25 und bis zum 15.02.26 die Ausstellung Die Tage waren gezählt. Künstlerbücher und -zeitschriften mit Originalgrafik und Fotografie aus der späten DDR und Ostdeutschland, die rund 300 Künstlerbücher und -zeitschriften aus dem Zeitraum von etwa 1980 bis 1995 vereint. Die Schau, die sich über sämtliche Ausstellungsräume des Dieselkraftwerks erstreckt, eröffnet einen eindrucksvollen Einblick in ein künstlerisches Feld, das im Spannungsraum zwischen individueller Ausdruckskraft und kollektiver Praxis der späten DDR und den Nachwendejahren entstand. Ergänzt wird die BLMK-Präsentation durch Fotografien, Zeichnungen und Malereien, die als Vorarbeiten oder Nachwirkungen der Publikationen entstanden sind. Die Ausstellung, die das Who-is-who der (alternativen) Kunst-Szene in der DDR zeigt, ist eine Kooperation mit dem Getty Research Institut in Los Angeles sowie dem Poesie schmeckt gut e. V. mit Sitz in Jena. Und – unter dem Webseiten-Link des BLMK gibt es alle wichtigen Infos dazu.
 
(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 10.12.2025

"P. F. – Pro felicitas – Viel Glück" heißt’s in Meschede.

„P. F. – Pro felicitas – Viel Glück!“

In der Abtei Königsmünster in Meschede im Sauerland wird seit dem 07. Dezember 2025 und bis zum 01. Januar 2026 eine Ausstellung mit Neujahrs-Grafiken aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gezeigt. In der Einladung heißt es: „Nur noch wenige Wochen sind es, bis das neue Jahr beginnt. Grund für uns, über das vergangene Jahr nachzudenken und auch über all das, was das neue Jahr wohl bringen wird. Es ist guter Brauch, dass wir die Zukunft in den Blick nehmen und uns Glück wünschen.“ Die gezeigten Objekte stammen aus der Exlibris- und Kleingrafik-Sammlung der Abtei (Klosterberg 11, 59872 Meschede). Die Schau ist wie folgt zu sehen: Mo bis Sa 09–12 und 14–17.30 Uhr, So 11–12 und 15–17.30, an den Feiertagen 15–17.30 Uhr. Pro felicitas – viel Glück: Wir werden es auch und gerade 2026 gut brauchen können. Die Mönche freuen sich auf einen Besuch.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 05.12.2025

In Merseburg zu sehen: feinillustrierte Kinderbücher.

Sammlung Hartmann/Kubis: Für kleine Träumer und Entdecker

Für kleine Entdecker: Illustrierte Kinderbücher (1900–1930) aus der Sammlung Hartmann/Kubis, so heißt die Ausstellung, die auf Schloss Merseburg (Kulturhistorisches Museum, Domplatz 09, 06217 Merseburg) vom 29.11.2025 bis 01.03.2026 täglich (mit Ausnahme des 24. und des 31.12.2025) von 10 bis 16 Uhr in der ehrwürdigen alten Kaiserstadt der Ottonen zu sehen ist. Gezeigt werden historische Kinderbücher (die davor tatsächlich Kindern gehörten und in Gebrauch waren) aus der exclusiven Sammlung von Maria Hartmann und Alexander Kubis, die, beide dem Landstrich an der Saale verbunden, ihre Kindheit in Halle beziehungsweise in Merseburg verbrachten. Wunder-, wunderschöne Bücher sind das: Die Auswahl der Exponate ist bis auf wenige Einzelstücke auf das erste Drittel des 20. Jahrhunderts begrenzt, eine Blütezeit der illustrierten Kinderbücher. Besondere Berücksichtigung finden die Illustrationen, die die verschiedenen Kunstrichtungen dieser Epoche voller Umbrüche widerspiegeln. Und wer einmal da ist: die Merseburger Zaubersprüche, Dom, Park und Orangerie unbedingt ansehn! Im Ben zi bena einkehren! Und: die beiden Rabentiere besuchen! 

(André Schinkel)

Do, 04.12.2025

In Marbach: Rilke zum doppelten Ehrentag 2025/26.

Rilkes Welten bis 2027 in Marbach

An seinem 150. Geburtstag, dem 04.12.2025, eröffnet im Literaturarchiv Marbach eine üppige, 200 Exponate umfassende Ausstellung zum Leben und Werk eines der größten Dichter deutscher Zunge: Rainer Maria Rilke (1875–1926), die bis zum Ende der Rilke-Ehrungen im Januar 2027 zu sehen sein wird. Unter dem Titel Und dann und wann ein weißer Elefant: Rilkes Welten wirft die Ausstellung Schlaglichter auf Rilke als Autor und Netzwerker im zeitgenössischen Literaturbetrieb, auf seine familiären, freundschaftlichen und amourösen Beziehungen, auf seine Ambitionen als Bürger und Künstler, auf Rilke als Reisenden, Lesenden, Schreibenden, Sammelnden und auf Rilke im Bild. In der Schau werden für zwölf Monate alle vorhandenen Materialarten und Objekttypen gezeigt: Manuskripte, Briefe, Notizbücher, Skizzen, Bücher, Bilder und Objekte. Die interaktive und multimediale Ausstellung dokumentiert zugleich die Sammelarbeit des DLA zu Rainer Maria Rilke seit seiner Gründung 1955, die gerade in den letzten Jahren um eine Reihe ganz erheblicher Dokumente erweitert werden konnte. Ort: DLA, Abt. Museum, Schillerhöhe 08–10, 71672 Marbach.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 02.12.2025

Mit Franz Fühmann 1976 in Schlagenthin (oben). Die Künstlerin Núria Quevedo und Pirckheimer Armin Schubert (unten) waren viele Jahre eng befreundet. Auch mit den "Bücherkindern" war Núria Quevedo verbunden, deren "Pax questuosa" ist ihr gewidmet.

Große Trauer um Núria Quevedo

Wie soeben unser Pirckheimer-Freund, der Mentor und Prinzipal der Bücherkinder Brandenburg, Armin Schubert, mitteilt und eben erst bekannt wurde, ist die große Künstlerin Núria Quevedo (1938–2025) in ihrer Wahlheimatstadt Berlin gestorben. Schubert, der mit Quevedo viele Jahre eng befreundet war, schreibt: „Mein Gott, nun auch noch Núria Quevedo; sie starb am 22. November des Jahres, und (das) erschüttert mich tief. Seit 1976 sind wir, begonnen mit Franz Fühmanns Roman für Kinder, Prometheus, miteinander verbunden. Das hat gehalten über all die Jahre. Zuletzt waren wir in Chemnitz dabei, als sie den Schmidt-Rottluff-Ehrenpreis bekam.“ Und weiter heißt es: „... durch sie haben wir auch Barcelona kennen und lieben gelernt. In meiner Sammlung sind viele gute Kunstwerke; erst jüngst haben wir die große Farblithografie Jeder, der seinen Weg geht ... zu einem Gedicht von Antonio Machado für die Eröffnung der Friedensdekade 2025 in der Petrikapelle beim Dom zu Brandenburg als Impuls verwendet.“ Núria Quevedo wurde am 18. März 1938 eben in Barcelona geboren, sie war die Tochter republikanischer Emigranten und lebte seit 1952 in Berlin, ab 1997 auch in Sant Feliu de Guíxols in der katalanischen Provinz Girona. Sie studierte von 1958 bis 1963 an der Weißenseer Kunsthochschule bei Arno Mohr, Klaus Wittkugel und Werner Klemke, war von 1968 bis 1971 Meisterschülerin bei Klemke. Ihr unverkennbares und umfängliches, zunächst grafisches, später auch malerisches Werk wurde vielfach geehrt und ausgezeichnet. Mit Brandenburg an der Havel war sie über Armin Schubert, Christa Wolf, die Galerie Sonnensegel, die Bücherkinder vielfältig verbunden, stellte in der Domstadt aus, arbeitete mit Schülerinnen und Schülern und war auch an den Buchprojekten der Bücherkinder beteiligt – eines der Bücher, Pax questuosa, ist ihr und Anna Seghers (1900–1983), deren Aufstand der Fischer von St. Barbara sie 1981 (wie auch die Erzählung Kassandra von Christa Wolf (1984)) illustrierte, als Hommage gewidmet. Sie arbeitete auch zu einigen Vertretern und Vertreterinnen der Sächsischen Dichterschule: Volker Braun, Karl Mickel, Kerstin Hensel. Núria Quevedo war mit dem Dokumentarfilmregisseur Karlheinz Mund verheiratet. Ihr Werk ist in zahlreichen großen Häusern wie der Neuen Nationalgalerie vertreten. Mit anderen Berliner Künstlerinnen gründete sie 1992 die Künstlerinnen-Initiative Xanthippe e. V. Zuletzt waren ihre Arbeiten 2023/24 in Chemnitz (Kunstsammlungen am Theaterplatz) zu sehen.

(André Schinkel via Armin Schubert)

Sa, 29.11.2025

Blatt 2 der Folge "Ein Handschuh" von Max Klinger – zu sehen in der Schau zur "Griffelkunst" in Bremen.

„Flirt und Fantasie“: Griffelkunst 100 Jahre in Bremer Kunsthalle

Die Ausstellung Flirt und Fantasie. Griffelkunst von Max Klinger bis Peter Doigin der famosen Bremer Kunsthalle (Am Wall 207, 28195 Bremen) – feiert das 100-jährige Jubilate dieses uniquen Kunstvereins mit Namen Griffelkunst. Nun: Die grafischen Künste eignen sich hervorragend, um Geschichten zu erzählen. Die Ausstellung zeigt frei fabulierende Bildsequenzen, die mit Radiernadel oder Lithografiekreide, mit Holz- oder Siebdruck oder auch fotographisch entstanden sind. Es geht um Erzählungen mit losen Enden, um Traum, Vision und Verwandlung, sämtlich um Bilder, die unsere Fantasie auf Reisen schicken. Die ausgewählten Zyklen aus der Sammlung der Kunsthalle wurden von der Hamburger Vereinigung aufgelegt. Der weltweit einzigartige Grafikkunstverein feiert 2025 sein 100-jähriges Jubiläum, gegründet von Johannes Böse, und der fand den Namen für den Verein in Max Klingers (1857–1920) 1891 verfasster kunsttheoretischer Schrift Malerei und Zeichnung (1891). In ihr formuliert der Maler, Bildhauer, Grafiker radikal neue Auffassungen vom künstlerischen Potential der Zeichnung und der druckgrafischen Serie. Befreit von ihrer Rolle als dienende oder reproduktive Medien sah er sie als eigenständige künstlerische Ausdrucksformen neben der Malerei. Aus dem feinen Bremer Max-Klinger-Bestand wird die Folge Ein Handschuh gezeigt. Zu sehen sind außerdem rund 65 Werke von Franz Burkhardt, Marcel van Eeden, Peter Doig, Asana Fujikawa, Wenzel Hablik, Anna Haifisch, Yves Netzhammer, Paul Nougé sowie Nedko Solakov, Emma Talbot und Heinrich Vogeler. Die Griffel-Schau ist bis zum 01. März 2026 zu sehn.

(André Schinkel via Christian von Hoffen)

Fr, 28.11.2025

Die Sammlung von Stefan Neuhaus gehört seit 2024 zum Bestand der Stabi. Vom 09.12. an wird sie Unter den Linden gezeigt. Die Eröffnung beginnt um 18.30 Uhr im Wilhelm-von-Humboldt-Saal der Bibliothek.

Stabi: Sammlung Stefan Neuhaus

2024 wurde die Sammlung Stefan Neuhaus in den Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin übernommen. Seit den 1950ern baute der Berliner Comicenthusiast (1947–2022) diese systematisch auf, die Bandbreite des Comics, die Entwicklung des Genres bis in die Gegenwart dokumentierend. Die Sammlung enthält 4.400 Bücher und Hefte aus den Jahren 1951 bis 2022 ... die Hälfte davon aus den für den Comic-Markt bedeutenden Ländern USA, Frankreich und Belgien, weitere 1.000 Titel aus Deutschland – auch bedeutende Bestände aus Fernost. Kurator Christian Bachmann stellt herausragende Stücke der Sammlung vor. Anschließend diskutieren er, die Comic-Künstlerin Ulli Lust und der Journalist Andreas Platthaus über die Bedeutung der Gattung. Die Vernissage findet am 09. Dezember um 18.30 Uhr im Wilhelm-von-Humboldt-Saal (Unter den Linden 08, 10117 Berlin) der Stabi statt. Um Anmeldung zur Eröffnung wird gebeten. Die Stabi hat täglich geöffnet.

(André Schinkel/Pressemitteilung) 

Di, 25.11.2025

Der Hirsch Heinrich ist wieder da!

Der Hirsch Heinrich ist wieder da! Zu sehen ist er während der Ausstellung in der Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek in Berlin-Weißensee (Bizetstraße 41, 13088 Berlin) – vom 27. November bis zum 18. Dezember 2025, die Vernissage der Exposition findet am 27.11., 16.30 Uhr, statt. Ja, Hirsch Heinrich, das 2024 im Atelier Klemke erfundene Maskottchen des Weißenseer Kultursommers, ist einen Monat am Antonplatz zu Gast. Die Kinder aus dem Atelier Klemke zeigen ihre selbstgemalten und -gezeichneten Bilder. Hirsch Heinrich ist eine der bekanntesten Figuren Werner Klemkes (1917–1994), höchst renommierter Künstler in der DDR und weit darüber hinaus, das gleichnamige Buch mit dem Text von Fred Rodrian (1926–1985) erschien erstmals 1960. Die Bibliothek dazu wie folgt: „Hirsch Heinrich zieht in die Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek ein. Desweiteren werden von Kindern gezeichnete Bilder zu Hirsch Heinrich im Bereich der Kinderbibliothek präsentiert, ein Buch, wie die Zeichnungen entstanden sind, wird vorgestellt.“ Die nach dem renommierten, so u. a. 1983 mit dem Georg-Büchner-Preis geehrten Mitgründer (1920–1989) der Gruppe 47 benannte Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek befindet sich seit 2005 in der Nähe des Antonplatzes in Berlin-Weißensee. Sie ist Zentrum für Leseförderung und Medienkompetenz der Stadtbibliothek Pankow, zudem deren Sitz der Ausbildungsabteilung und zusammen mit der Volkshochschule Pankow und der Musikschule Béla Bartók ein Teil des Kooperationsstandortes Bildungszentrum am Antonplatz. Zur feierlichen Eröffnung wird es eine Darbietung mit dem Kinderchor der Musikschule geben.

Hirsch Heinrich ist wieder da!
Ausstellung 27.11.–17.12.2025
Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek
Bizetstraße 41, 13088 Berlin

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 24.11.2025

Oldenburg: „Unter soviel Lidern“

Ab dem 28. November 2025 zeigt die Landesbibliothek Oldenburg am Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg die neue Ausstellung Unter soviel Lidern. Fotografien von Jan Jindra zu Lebensorten von Rainer Maria Rilke, die bis zum 07. Februar 2026 zu sehen sein wird. Rainer Maria Rilke (1875–1926), durch seine Zeit in Worpswede auch dem Norden verbunden und einer der größten Dichter deutscher Sprache der letzten anderthalb Jahrhunderte, wird 2025 (150. Geburtstag) wie 2026 (100. Todestag) gleichermaßen geehrt, seine Kraft als so gewaltiger wie empfindsamer Wortschöpfer wirkt bis heute nach. Eben erst erwiesen ihm 75 Lyrikerinnen und Lyriker der Gegenwart die Reverenz, in dem sie ihn in ihre Diktion transformierten und de facto nachdichteten, erschienen unter dem Titel Tanzt die Orange. 100 Antworten auf Rilke bei Hanser. Nun: Bei der Vernissage der Ausstellung Unter soviel Lidern wird in Oldenburg am Donnerstag, den 27.11.25, um 19 Uhr der Künstler Jan Jindra anwesend sein. Nach der Begrüßung durch Dr. Gerald Volkmer wird Dr. Silke Pasewalck (beide Bundesinstitut für Kultur und Geschichte des östlichen Europa) den einführenden Vortrag halten. Anlässlich von Rainer Maria Rilkes 150. Geburtstag am 04.12.2025 hat sich der tschechische Künstler Jan Jindra auf eine fotografische Spurensuche zu Rilkes Orten in seiner Geburtsstadt Prag, in St. Pölten, Worpswede, Arles, Berg am Irchel, Duino, Paris, Saint Maries-de-la-Mer, Venedig und in der Schweiz begeben. Die Fotoausstellung zeigt zentrale Orte eines unsteten Dichterlebens, das durch ganz Europa führte. Sie sind entscheidende, heißt es, Bezugspunkte des poetischen Schaffensprozesses, daher begleiten auch Zitate oder Auszüge aus dem literarischen Werk, zudem der Korrespondenz R. M. Rilkes Jan Jindras Fotografien ... – diese beschränken sich nicht allein auf topografische Beschreibungen, sondern blicken in das Innere der Dinge. Diese Räumlichkeit der Bilder, die Wechselwirkung von Details und Großaufnahmen reflektieren dabei die poetischen Bewegungen in Rilkes Werk. Die Begleittexte stammen von Alena Bláhová. Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr, Samstag 09 bis 12 Uhr; der Eintritt in die LBO ist frei. Alle Infos zu Ausstellung, Vernissage und zum Begleitprogramm gibt es hier. Rilke in Oldenburg: Gute Sache!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 22.11.2025

Das Grafikmuseum Stiftung Schreiner in Bad Steben lädt zur Ausstellungseröffnung am 23.11.2025 ein.

Bad Steben, 23.11.: „Spiegelungen“

Das Grafikmuseum Stiftung Schreiner (Badstraße 30/31, 95138 Bad Steben) lädt zur Vernissage der neuen Ausstellung am 23.11.2025 um 11 Uhr nach Bad Steben ein. Gezeigt werden Arbeiten von Reiner Schwarz unter dem Titel Spiegelungen. Lithografien (1962–2015). Die Grafiken des 1940 in Hirschberg in Niederschlesien (heute Polen) geborenen Künstlers werden bis zum 22.02.2026 zu sehen sein. Schwarz gilt als wichtiger Vertreter des Kritischen Realismus in Deutschland. Über sechs Jahrzehnte hat der seit dem Kunst-Studium bei Mac Zimmermann (1912–1995) in Berlin wirkende Zeichner und Grafiker ein beeindruckend konsequentes und im Kunstbetrieb selten wahrhaftiges Œuvre geschaffen. „Bemerkenswert ist die hohe künstlerische Qualität, die aus der Präzision einer in zeichnerischer Akribie und inhaltlicher Dichte subtil erfassten Wirklichkeit und der handwerklichen Perfektion im technisch aufwändigen vielfarbigen Eigendruck spricht. Motivisch konzentriert er sich hierbei auf die bei ihm stets Existentielles berührende Figur wie auch die eher unscheinbaren, rasch übersehenen Objekte der materiellen Kultur. Indem er diese surreal anmutenden Welten in der Spiegelung ihrer Essenz einem neuen Sinn öffnet, wobei er nicht selten mit Albrecht Dürer, Rembrandt van Rijn, Caspar David Friedrich, Pablo Picasso oder Andy Warhol die Kunstgeschichte zitiert, schärft er nachhaltig unser Bewusstsein und Auge für das leise Dazwischen.“ Es gibt im Rahmen der Ausstellung auch immer wieder Führungen – diese finden jeweils am Mittwoch um 15 Uhr statt: am 26. November und 10. Dezember 2025 sowie am 21. Januar 2026, 04. und 18. Februar 2026. Treffpunkt für die Führungen ist das Foyer des Kurhauses. Zur Eröffnung spricht Dr. Tobias Ertel. Das Museum ist geöffnet jeweils von 09 bis 18 Uhr. Eintritt: frei. Telefon: (0160) 91 97 93 68.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 21.11.2025

06.12.: 70. 'Kinderbuchausstellung' in Offenbach. | © Illustration: Tatjana Prenzel. Gestaltung: turbo type

Kinderbuchausstellung ab 06.12.

Vom 06.12.25 bis zum 15.03.26 ist die 70. Internationale Kinderbuchausstellung in Offenbach zu sehen. Ja, die Traditionsausstellung bei Klingspor (Herrnstraße 80, Südflügel Büsingpalais, 63065 Offenbach am Main) wird 70, und die Kids sind herzlich eingeladen zur Party! Ein Geburtstag ist in vielen Teilen der Welt ein Grund zu feiern, aber auch Anlass, über Vergangenheit und Zukunft nachzudenken. Drei Monate lang feiert die Kinderbuchausstellung Geburtstag und schaut zurück auf viele Jahrzehnte Bilderbuch. Was ist alles auf dem Buchmarkt los gewesen, welche Ausgaben sind heute Kult, und was würde heute nicht mehr so im Regal landen? Was erwartet das Kinderbuch in der Zukunft? Daneben zeigt die Ausstellung wie in jedem Jahr zahlreiche Neuerscheinungen aus vielen Ländern, die besonders schön gestaltet oder erzählt sind. „Kommt also vorbei, feiert mit uns zum 70. Mal die Kinderbuchausstellung, stanzt Konfetti und stempelt Geschenkpapier, entdeckt neue und alte Bilderbücher, bastelt Girlanden und freut euch mit uns!“ Alle Info dazu hier!

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mi, 19.11.2025

Gustav Kluges "Disegno ≠ Disegno. Codex Delta", das soeben bei Angeli & Engel erschien, worauf wie auf die Exhibition in Hamburg ein Extra-Bothe hinweist.

Hamburger Bothe extra zu Gustav Kluges „Codex Delta“ erschienen

Gustav Kluges Ausstellung Codex Delta wird vom 21. November 2025 bis 31. Januar 2026 in der Produzentengalerie gezeigt, im Verlag Angeli & Engel erschien eigens ein neues Buch von Kluge, auch weist die neue November-Extraausgabe des Hamburger Bothen darauf hin. Die Eröffnung der Schau in der Admiralitätsstraße 71, 20459 Hamburg findet am 20.11. um 18 Uhr statt. Codex Delta bezieht sich ursprünglich auf einen Text, der aus 15 Paragrafen besteht. Ein Ziel dieses Textes ist es, 60 Jahre Zeichnen, Schreiben und Malen in Kluges Werk zu ordnen und verorten. Ausgangspunkt für diese Gedanken ist ein Satz aus der chinesischen Tradition: Zeichnen und Schreiben stammen aus einer Quelle. Diese Sichtweise motiviert den Maler, Tagebucheinträge und Briefe einzubeziehen und sie seinen Werken gleichzustellen. Für Kluge war diese Aussage ein Ausgangspunkt, die anders ausgerichtete europäische Denktradition neu zu überprüfen. Auszüge aus den 15 Paragrafen sind in einem Wandtext in der Ausstellung aufgelistet und chiffriert. Sie stehen für die Überzeugung des Autors, dass Konzepte, Begriffe und Gedanken in den Bildern eingeschrieben sind. Neuerscheinung: Gustav Kluge, Disegno ≠ Disegno. Codex Delta, soeben erschienen in limitierter Auflage bei Angeli & Engel, zu haben in Vorzugsausgabe (55 Exemplare, mit Original und Signatur vom Künstler) und regulärer Ausgabe (der Rest der 144er Auflage), diese ebenfalls ein Kleinod. Im Format 24 x 30 cm, bei einem Umfang von 140 Seiten durchgehend mit Bildern von Gustav Kluge, ISBN 978-3-9824980-4-1. Kontakt besteht bei Kauf-Interesse zu den Editeuren via Peter_Engel@gmx.de und Rudolf_Angeli@web.de. Wer eine Ausgabe von Codex Delta sein Eigen nennen will, beeile sich.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 15.11.2025

Angela Hampel stellt ab 22.11.25 in Brandenburg aus.

Angela Hampel in Brandenburg

Vom 22. November 2025 bis zum 27. März 2026 sind unter dem schönen Titel Roter Faden Arbeiten von Angela Hampel unter der Ägide der Galerie Sonnensegel in Brandenburg an der Havel zu sehen. Die Galerie, deren Weg Angela Hampel seit mehr als drei Dekaden begleitet (2002 wurde ihr der Ehrenring der Galerie verliehen), zeigt in der aktuellen Herbstausstellung einen Querschnitt aus dem aktuellen Schaffen der Malerin und Grafikerin, die aus Räckelwitz in der Lausitz stammt, gleichsam Dresden und Berlin verbunden ist und auch an neuesten Veröffentlichung Vom Mehrwert des Einhorns der Bücherkinder beteiligt sein wird. Die Ausstellung wird am Samstag, 22. November, um 16 Uhr in der St. Gotthardtkirche (Gotthardtkirchplatz 08, 14770 Brandenburg an der Havel) eröffnet. „Ohne sich der Gefahr von inhaltsleeren Wiederholungen auszusetzen, überrascht die Künstlerin immer wieder in der Auslotung des Neben- und Miteinander von Menschen, Tieren und Pflanzen – erfundene Konstellationen als Resümee intensiver künstlerischer Selbstbefragung“, heißt es in der Ankündigung der Schau der Dresdenerin an der Havel ... Daher dürfte der Ausstellungstitel Roter Faden für die gezeigten Arbeiten Angela Hampels so trefflich wie tief assoziativ gewählt sein. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 13.11.2025

LBA: "Bücherlust" im HdB. | © by Ekkehard Schulreich

LBA: Von der „Lust auf die Bücher“

„Bücherlust“ verbindet Qualität von Text, Druck, Gestaltung: Über 120 Jahre ist das Maßstab des Leipziger Bibliophilen-Abends. Ausstellung im Foyer des Literaturhauses Leipzig gibt Einblicke

Von Sperontes’ Singender Muse an der Pleiße bis zur neuesten Edition der Reihe 24x34. Grafik öffnet sich ein Kosmos – die Jahresausstellung Bücherlust. Die Drucke des Leipziger Bibliophilen-Abends 1904 bis 2025 im Literaturhaus Leipzig gibt Einblick in die Drucke des LBA von seinen Ursprüngen bis in die Gegenwart. Zu sehen ist nicht nur ein angesichts der Begrenztheit des Foyers und der intensiven Publikationstätigkeit in all den Jahrzehnten kleiner Teil an Büchern, Mappen, originalgrafischen Blättern. Plakate, Flyer, Einladungen vermitteln darüber hinaus einen Eindruck von den LBA-Aktivitäten und zeigen, dass auch dabei auf gestalterische Qualität Wert gelegt wird.

Was mich so fasziniert: Der LBA ist nicht geradlinig, nicht einseitig. Wir sehen ein Geflecht an Drucktechniken, Einbänden, literarischen Inhalten“, sagte Eberhard Patzig zur Vernissage am 07. November. Er sprach von einem „Universum“. Gemünzt war das auf die Drucke aus der Anfangszeit des Vereins, zu sehen in zwei Vitrinen am Eingang. Darunter – ein Hauptwerk – die Festschrift zum 25-jährigen Bestehen 1929: Die Leipziger 99; ein Titel, der auf die damalige Begrenzung der Mitgliederzahl abzielte. Der Befund trifft aber für die Schau als Ganzes zu. Für Eberhard Patzig und für Thomas Glöß, die diese 12. Ausstellung eine Reminiszenz und ein Abschiedsgeschenk: Zwölf Jahre waren beide an der Spitze des Vereinsvorstandes des Leipziger Bibliophilen-Abends tätig.

„Längst werden wir über unsere Publikationstätigkeit identifiziert“, sagte Thomas Glöß. Er verwies darauf, dass die Wiederaufnahme dessen bereits in den letzten Jahren der DDR begann – angestoßen durch Herbert Kästner, der die Leipziger Regionalgruppe der Pirckheimer leitete, die Wiedergründung des Leipziger Bibliophilen-Abends vorantrieb und heute Ehrenmitglied ist. 

Wie breit das Spektrum ist, wie faszinierend, erschließt sich dem Besucher bei einem Blick in die Vitrinen, beim Wandeln zwischen den Stellwänden. Da ist die Schriftbild-Reihe, beispielhaft Nummer 05: Hanns Eisler Dr. Faustus mit Schablithografien von Michael Triegel. Da sind die Leipziger DruckeGilgamesch mit Radierungen von Reinhard Minkewitz (Nr. 17) und Blaubart mit Farbholzschnitten von Klaus Süß (Nr. 19). Da sind die Paradiesischen Dialoge, die mit Edition sieben ihren Abschluss jetzt gefunden haben – zum Beispiel Gedichte Hans-Eckhardt Wenzels und Lithografien von Johannes Heisig (Nr. 01) – und Das Lied von der Erde mit Lithografien von Sighard Gille (Nr. 05). Da ist die Reihe 24x34. Grafik. Der aktuelle neunte Druck vereint einen Text von Wilhelm Bartsch und eine Aquatinta-Radierung von Wolfgang Buchta.

Eine Klammer um beide Vereine – den Leipziger Bibliophilen-Abend, der von 1904 bis 1933 bestand, und den 1991 wiederbelebten – bildet die ausgestellte Jahresgabe 2023. Sie zeigt die vier Exlibris des LBA: jene von Bruno Héroux und Walter Tiemann aus der Anfangszeit und jene von Oswin Volkamer (1996) und endlich Robert Schmiedel (2023) ... Die Ausstellung im Foyer des Literaturhauses in Leipzig (Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig) ist bis zum 08. Januar 2026 zu sehen.

(Ekkehard Schulreich)