Pirckheimer-Blog

Ausstellung

Di, 27.09.2022

Vom 08.10.22 bis 03.03.23 sind die Arbeiten von Olaf Wegewitz in Brandenburg a. d. Havel zu sehen.

Olaf Wegewitz in Brandenburg

Vom 8. Oktober bis zum 3. März des nächsten Jahres ist die Ausstellung Sedimente mit neuen Arbeiten – Grafik, Zeichnungen, Schreine – von Olaf Wegewitz in Brandenburg an der Havel zu sehen. Der vielfältige und vielfach ausgezeichnete Künstler, 1949 in Schönebeck (Elbe) geboren und über den Umweg Leipzig seit vielen Jahren in Huy-Neinstedt ansässig, hat Deutschland in seiner ganzen Länge und Breite durchquert. Nun macht er Station in Brandenburg und gewährt in der Galerie „Sonnensegel“ (Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg a. d. H.) einen kleinen, aber äußerst eindrucksvollen Einblick in sein künstlerisches Schaffen. Sedimente nennt Wegewitz seine Ausstellung. Der Titel löst Assoziationen mit Begriffen wie ‚Geschichtetes‘ oder ‚Bodensatz‘ aus. Bedeutungen, wie sich senken und sich setzen, lassen sich aus dem Wortstamm ableiten. Auch Erfahrenes, Gedankliches muss sich setzen, bevor es sich in der spontanen Zeichnergeste oder im filigran geplanten Kunstprojekt neu manifestiert. Die ausgestellten Blätter sind anschauliche Beispiele dieser Transformationen des Naturvorbilds in eine individuelle Kunstform. Die Schau wird am 08.10. um 16 Uhr eröffnet – durch die Unterstützung der Pirckheimer-Gesellschaft konnte Uwe Gellner, Sammlungskurator im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg, für die Rede zur Vernissage gewonnen werden. Wie immer ist der Druck des originalgrafischen Künstlerplakats Bestandteil der Ausstellungseröffnung.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 26.09.2022

Neben anderen Motiven sind auch die berühmten Raben von Bodo W. Klös in Ahlbeck zu sehen.

„Ein Rabe ist gelandet“

Unter dem Titel Ein Rabe ist gelandet werden seit dem 24. September in der Kunsthalle Ahlbeck auf Usedom die Grafiken von Bodo W. Klös gezeigt. Gezeigt werden in der umfangreichen Verkaufsausstellung neben seinen weithin gerühmten Raben auch grafisch interpretierte Tierkreiszeichen, Portraits und erotisch aufgeladene Blätter. Die Veranstalter schreiben in ihrer Einladung zum Kunstgenuss an der Ostsee: „Über Ihren Besuch würden wir uns freuen, bevor die Raben wieder zurück zu ihrem Erschaffer flattern. Die Ausstellung wird vom 24.09.2022 bis zum 05.01.2023 in unseren Räumen im Bahnhof Ahlbeck zu sehen sein.“ Die BuchKunst-Usedom bzw. die Kunsthalle Ahlbeck finden sich in der Bahnhofsstraße 1 des Seebads. In Kürze soll auch auf der polnischen Seite der Insel, nur wenige Kilometer entfernt, im Eingangsbereich des Radisson Blu in Świnoujście (Swinemünde) Kunst aus beiden Ländern gezeigt werden.

(André Schinkel)

Do, 22.09.2022

Exlibris: eine große Leidenschaft auch in Amerika.
James Keenan, Dan Mueller und Ann Pari-Mueller.
Der Book Club of California ǀ © James Keenan

Gruss aus Nordamerika

Über Klaus Rödel erreicht uns ein Gruß aus den Vereinigten Staaten: Im Nachgang des XXXIX. FISAE Exlibris Congress, der am 15. September in Oakland, Kalifornien, stattfand, berichtet FISAE-Vizepräsident James Keenan kurz vom Treffen der Exlibris-Freunde im Regatta Room des Oaklander Waterfront Hotels und gibt seiner Hoffnung Ausdruck, künftig auch mehr Sammler und Begeisterte aus Europa zu treffen, was, so der ehemalige FISAE-Präsident Rödel, „für die Belebung des Exlibris auf beiden Kontinenten von Vorteil“ wäre.

Keenan schreibt: „Der Kongress in San Francisco war mit 50 Teilnehmern bei jeder unserer Veranstaltungen ein Erfolg. Es war ein kleiner Kongress mit überwiegend nordamerikanischen Teilnehmern, die sich über das Sammeln von Exlibris informieren wollten. Es ist schade, dass die Europäer nicht teilnehmen konnten, da ihr Einfluss den Austausch in der Zukunft fördern würde. Im Mittelpunkt unseres Treffens stand passenderweise die bedeutende zeitgenössische Buchkunstbewegung, die heute in San Francisco im Gange ist. (...) Alle hatten viel Spaß, und die Ausstellungen, Vorträge und Empfänge waren außergewöhnlich. Auch das mehrgängige Abschlussbankett in Yoshi’s Jazz Club am Jack London Square war köstlich!“

Dazu gibt es eine Reihe beeindruckende Fotos und eine Auflistung der Ehrungen für besondere Leistungen (die Keith Wingrove Memorial Trust Prizes, die nach Kanada, in die USA, nach Polen und in die Türkei gehen); auch eine Teilnehmerliste wird in Aussicht gestellt. Bereits am 12. September wurde die Ausstellung The Tribute to George Steiner. An International Bookplate Competition exhibition, präsentiert vom Book Club of California, die in der 312 Sutter Street in San Francisco bis zum 12. Dezember zu sehen wird, eröffnet.

Zum Kongress erschienen insgesamt vier PublikationenTribute to George Steiner. An International Bookplate Competition (Cambridge Bookplate, 2022), Ex Libris: The Art of Contemporary World Bookplates (ebd., 2022), Illustrated Essays on Bookplate Collecting. Revised edition (ebd., 2022), Antioch Bookplate Company. Excerpts from the Autobiography of Ernest Morgan 1905–2000 (ebd., 2022); zusätzlich wurde auf William E. ButlerAmerican Bookplate (Primrose Hill Press, London 2000) ausdrücklich verwiesen. 

Auch standen wichtige Entscheidungen an. Der bisherige FISAE-Präsident James Keenan stand nicht mehr für die Wahl an die Spitze zur Verfügung. Zur neuen Präsidentin wurde gewählt Maria Casas Hierro, Keenan wurde erster, Anthony Pincott zweiter Vizepräsident. Da es für den Exekutivsekretär keine Kandidatur gab, führt Olli Ylönen das Amt bis 2024 fort. Dann findet der XL. Kongress statt, erwählter Ort für die Tagung ist mit großer Mehrheit Palma de Mallorca auf den Balearen geworden. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 18.09.2022

Farbradierung und Linolschnitt von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries: "Denn nirgend bleibt er" (Friedrich Hölderlin, Fragment 38). Künstlerin und Künstler führen am 23.09. nicht nur durch die Ausstellung, es gibt auch eine Lesung mit der Oldenburger Schauspielerin Elfi Hoppe.

Führung und Lesung bei der Jahrestagung in Oldenburg

Das Pirckheimer-Jahrestreffen in Oldenburg wird um einen Höhepunkt reicher. Am 23.09. werden Anja Harms und Eberhard Müller-Fries die Teilnehmer des diesjährigen Jahrestreffens persönlich durch die Ausstellung „Wie ist doch alles weit ins Bild gerückt“ führen. Es werden aber nicht nur die Künstler selbst im Landesmuseum Oldenburg ihre Arbeiten präsentieren. Die Kammerschauspielerin Elfi Hoppe wird zudem literarische Texte vortragen. Elfi Hoppe ist vielen Menschen in Oldenburg und darüber hinaus durch unzählige Theater-Rollen bekannt. 2020 wurde sie sogar zum Ehrenmitglied des Oldenburgischen Staatstheaters ernannt. Wir freuen uns nicht nur auf künstlerischer Ebene, sie für diesen Nachmittag  gewinnen zu können, sondern vor allem auch, unseren Mitgliedern und Oldenburger Gästen damit eine Freude bereiten zu können!

(Charlotte Aepler)

Sa, 17.09.2022

Vom 29.9. bis 2.10. findet die paper positions im Herzen Hamburgs statt. ǀ © paper positions

Paper Positions in Hamburg

Die paper positions hamburg – the show findet in diesem Herbst zum zweiten Mal in Hamburg statt. Vom 29. September bis zum 2. Oktober 2022 werden auf der paper positions hamburg die Werke von über 30 internationalen Künstler*innen im zentral gelegenen Jupiter, dem ehemaligen Domizil des Karstadt Sport, in der Mönckebergstraße 2–4, 20095 Hamburg, ausgestellt. Ausgewählte Hamburger Galerien und eine kleine Auswahl von Aussteller*innen aus anderen Teilen Deutschlands präsentieren jeweils eine künstlerische Position zeitgenössischer und moderner Kunst mit, aus und auf Papier. Ermöglicht wird diese Ausstellung durch die Förderung der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, die Unterstützung der Kreativgesellschaft Hamburg und realisiert in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Hamburger Galerien. Informationen zu Öffnungszeiten und Tickets finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 15.09.2022

Miniatur von Albrecht Dürer in Aristoteles’ „Opera“, Bd. 1. Venedig: Aldus Manutius, 1495. Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover. ǀ © GWLB
Miniatur von Albrecht Dürer in Polydeukes’ „Onomastikón“. Venedig: Aldus Manutius, 1502. Landesbibliothek Oldenburg. ǀ © Frauke Proschek
Dr. Christof Metzger, Chef-Kurator der Albertina Wien. ǀ © Albertina Wien

Dürer-Miniaturen in Oldenburg

„Dürer, Pirckheimer, Manutius und die Liebe zum Buch“ – die Landesbibliothek Oldenburg zeigt erstmals zwei Buchmalereien in einer Ausstellung, die Dürer zugeschrieben werden. Vor kurzem wurde in der Landesbibliothek ein Buch mit einer Miniatur entdeckt, die wahrscheinlich von Albrecht Dürer (1471–1528) eigenhändig gemalt wurde. Der spektakuläre Fund sorgte international für Aufsehen. Die Miniatur gehört zu einer kleinen Gruppe von Buchmalereien, die Dürer für seinen Freund, den Humanisten Willibald Pirckheimer (1470–1515), gestaltete. Die Oldenburger Miniatur ist vom 16.09. bis zum 29.10.22 in der Tresorvitrine der Landesbibliothek zu sehen – gemeinsam mit einer zweiten Miniatur Dürers aus der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover.

Besucher haben so erstmals die Chance, die beiden Buchmalereien unmittelbar im Original zu vergleichen. Alle anderen bekannten Dürer-Miniaturen befinden sich im europäischen Ausland und in den USA. Rund um diese beiden Spitzenwerke präsentiert die Landesbibliothek Oldenburg bis Ende Oktober ein hochkarätiges Vortragsprogramm. Experten verschiedener Fachrichtungen beleuchten die Beziehungen der drei großen Renaissance-Persönlichkeiten und ihre Leidenschaft für Bücher. Zu sehen ist auch die Kabinettausstellung „Bücherschätze der venezianischen Renaissance aus der Offizin des Aldus Manutius“.

Den Eröffnungsvortrag Schöner lesen. Albrecht Dürer und das Buch als Kunstwerk am heutigen Donnerstag, den 15.09., um 19 Uhr hält Dr. Christof Metzger. Er ist Chef-Kurator der Albertina Wien, einer der größten und bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt, und international anerkannter Dürer-Experte. „Die jüngst in der Landesbibliothek Oldenburg entdeckte Buchrarität, das 1502 in Venedig gedruckte Onomastikón des Polydeukes, ist ein (kunst-)historisches Dokument von allererstem Rang“, so Metzger. Auf dem ersten Blatt finden sich in delikater Deckfarbenmalerei auf Delphinen balancierende Putten, die das Wappen eines der wichtigsten deutschen Büchersammler des Humanismus begleiten: Willibald Pirckheimer. Es fügt sich in eine Gruppe von 19 ähnlich opulent ausgestatteten Klassikerausgaben, als deren Gestalter Pirckheimers Freund und Vertrauter Albrecht Dürer in der Diskussion steht. Der Vortrag beleuchtet den historischen Hintergrund dieses hochbedeutenden bibliophilen Projekts und versucht auf die Frage aller Fragen – „Hat Dürer es selbst gemalt?“ – die Antwort zu geben.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen von Ausstellung und Kabinettausstellung, die ebenfalls bis zum 29.10. gezeigt wird, sind Druckerschwärze und antiker Geist. Die Rolle der italienischen Offizinen im Humanismus mit Professor Dr. Detlef Haberland (Bonn) am 12.10. und Willibald Pirckheimer, Albrecht Dürer und die Griechen mit Professor Dr. Niklas Holzberg (München) am 18.10. Auch diese Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr, der Eintritt zu allen drei Vorträgen ist frei. Eine Anmeldung zu den Vorträgen wird wegen der begrenzten Plätze empfohlen – dies ist via Mail (lbo@lb-oldenburg.de) wie per Telefon: (0441) 50 50 18 20, möglich. Die Bibliothek befindet sich in Oldenburg am Pferdemarkt 15 und ist Montag bis Freitag von 10–19, Samstag von 9–12 Uhr geöffnet.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 09.09.2022

Breslauer Preis für Bibliographie: Erster Preis 2022.
Den zweiten der insgesamt vier vergebenen Preise erhält Ernst Fischer.

Breslauer Preis für Bibliographie

Die International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) hat die Gewinner des Breslauer Preises für Bibliographie 2022 bekanntgegeben. Insgesamt wurden 99 Arbeiten eingereicht. Der erste Platz ging an Jack Baldwin mit A Catalogue of Fifteenth-Century Printed Books in Glasgow Libraries and Museums (zwei Bände, Woodbridge: Boydell and Brewer 2020). Die Universitätsbibliothek Glasgow besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen seltener Bücher im Vereinigten Königreich, darunter 1.062 Inkunabeln. Eine Beschreibung von weiteren 62 Inkunabeln aus anderen Glasgower Bibliotheken und Museen vervollständigt den Katalog.

Der zweite Preis geht an Ernst Fischer (Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Historische Kommission): Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert. Band 3 Drittes Reich und Exil, drei Teile: Exilbuchhandel 1933–1945/1; Exilbuchhandel 1933–1945/2; Exilbuchhandel/Supplement (Berlin und Boston: De Gruyter, 2020 und 2021). Den dritten Platz belegt Renaud Adam mit Vivre et imprimer dans les Pays – Bas Méridionaux (Des Origines à la réforme) (zwei Bände, Turnhout: Brepols 2018). Eine Honourable Mention (Lobende Erwähnung) erhielten schließlich Frank Romano und Miranda Mitrano mit History of Desktop Publishing (New Castle, Delaware: Oak Knoll Press 2019).

Die Auszeichnung, mit dem alle vier Jahre herausragende bibliografische und buchgeschichtliche Arbeiten gewürdigt werden, wurde erstmals 1967 verliehen. Der ILAB Breslau Prize for Bibliography wird von der ILAB mit der großzügigen Unterstützung der B. H. Breslauer Foundation gesponsort und am 14. September 2022 im Rahmen des ILAB-Symposiums in der Weston Library (Bodleian Libraries) in Oxford, verliehen. Eine Ausstellung aller eingereichten Bücher samt der 2022 ausgezeichneten Titel wird vom 15. bis 18. September 2022 während der London Rare Book Fair (Firsts) in der Londoner Saatchi Gallery zu sehen sein. – Das Opus magnum des zweiten Preisträgers, Ernst Fischer, wurde übrigens in der Ausgabe 243 (2021/4) der Marginalien durch Klaus-Jürgen Becker rezensiert und gewürdigt. 

(Maria Bogdanovich)

Di, 06.09.2022

Der ikonische Herrscher Tutanchamun wird in Lissabon von der Exlibris-Akademie geehrt.

Exlibris und Ägyptomanie

Gute und ungewöhnliche Nachricht gibt es für alle Exlibris-Freunde aus Portugal. Am 24. September nimmt nach kurzer Sommerpause die Academia de Portuguesa de Ex-Libris ihre Ausstellungs- und Sitzungstätigkeit wieder auf. Aus Anlass des 100. Jahrestages der Entdeckung des Grabs von Tutanchamun im Tal der Könige in Luxor-Theben durch Howard Carter, die einen an sich wenig bedeutenden Pharao des Neuen Reichs zu einem Superstar der Moderne katapultierte und eine zweite Welle der Ägyptomanie auslöste, die letztlich bis heute anhält, widmet sich die Akademie, teilt Klaus Rödel von der FISAE mit, in der Ausstellung „Egyptomania, Sphinges and Pyramids“ des Architekten Segismundo Pinto dem Thema. Der Ausstellungseröffnung um 15 Uhr folgt die Konferenz „Tutanchamun in Portugal. Berichte in der portugiesischen Presse (1922–1939). Archäologie, Ägyptomanie, Ägyptologie“ unter der Ägide von Professor José das Candeias Sales und Dr. Susana Mota. Es laden ein die Präsidentin der Academia, Ana Cristina Martins, Vizepräsident José Estevéns Colaço und Generalsekretärin Madalena Ferreira Jordão. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 01.09.2022

Die Arbeiten von Andrea Ackermann, Frank Eißner, Bettina Haller, Tatjana Skalko-Karlovski und Susanne Theumer sind ab 1.9. in Wansleben am See zu sehen.
Ausstellungs-Impression ǀ © Susanne Theumer

Novalis in Wansleben am See

Es ist die fünfte und wohl auch die letzte Station für „Das Höchste ist das Verständlichste“ – seit dem 1. September 2022 hängen die Resultate des Pleinairs, das sich im Herbst 2021 mit dem Leben, den Orten und dem Werk von Novalis aka Friedrich von Hardenberg (1772–1801) anlässlich seines 250. Geburtstags befasste, in der KZ-Gedenkstätte in Wansleben am See. Die Werke von Andrea Ackermann, Frank Eißner, Bettina Haller, Tatjana Skalko-Karlovski und Susanne Theumer, die dem in Oberwiederstedt Geborenen gewidmet sind, kehren damit in den Landstrich der Herkunft Novalis’, ins Mansfeld, zurück.

Zuvor waren die Arbeiten im Novalis-Schloss selbst, im Landratsamt des Landkreises Mansfeld-Südharz in Sangerhausen, im Künstlertreff Café Krem in Aschaffenburg sowie ein zweites Mal in der Goldenen Aue, im geschichtsträchtigen Sangerhäuser Spengler-Museum zu sehen. Während des Pleinairs, organisiert von Susanne Theumer, gefördert von „Glück auf! Wohin?“ und maßgeblich vom Landkreis unterstützt, entstanden, flankiert von Ausflügen, Führungen und Vorträgen, eine Vielzahl Kunstwerke: Radierungen, Aquarelle, Holzschnitte, Zeichnungen und Gemälde im innigen Bezug zur Landschaft wie den Texten von Novalis

Bei der Gedenkstätte handelt es sich um eines von zwei ehemaligen Außenlagern des KZ Buchenwald im Ort, der Verein, der sich für das Andenken derer, die hier bis 1945 litten, engagiert, ist für seine ambitionierte Arbeit, die sich auch der Vermittlung von Kunst und Kultur in Form von Ausstellungen, Konzerten und Workshops widmet, weit über die Grenzen der Region hinaus bekanntgeworden. Die Exhibition ist zunächst bis Ende September zu sehen – Führungen durch die Schau und auf dem Gelände sind nach telefonischer Anmeldung und Vereinbarung möglich: Interessenten wählen bitte die (034601) 2 77 47. Die Gedenkstätte findet sich unter folgender Adresse: Pumpstation 1a, 06317 Seegebiet Mansfelder Land, OT Wansleben am See.

(André Schinkel)

Di, 30.08.2022

Das Logo der Competition 2022.
Der erste Preis ging an Angela James.
Den zweiten Preis erhielt Tarja Rajakangas.
Student's Award: Begoña Cabero Diéguez.

A Gathering of Leaves: Designer Bookbinders 2022

Die internationale Ausstellung für Designer-Buchbinder findet vom 7. Juli 2022 bis 25. Februar 2023 im Vereinigten Königreich und in Schottland statt. Sie stellt die Gewinner des Internationalen Buchbinderwettbewerbs 2022, A Gathering of Leaves, vor, ein Projekt der Gesellschaft der Designer Bookbinders in Zusammenarbeit mit Mark Getty und den Bodleian Libraries (Oxford).

Die Ausstellung zeigt die besten Arbeiten der Buchbindekunst der ganzen Welt. Es handelt sich um sind 28 preisgekrönte Beiträge und weitere 48 herausragende Beiträge zum Thema „Pflanzen, Flora und Gärten“. Das Thema ist inspiriert von dem Wunsch, den 400. Jahrestag der Gründung des Botanischen Gartens von Oxford zu feiern, dem ältesten Botanischen Garten Großbritanniens und eines der ältesten wissenschaftlichen Gärten der Erde.

Die Jury bestand aus: Lester Capon, Präsident und Fellow of Designer Bookbinders, Glenn Bartley, Fellow of Designer Bookbinders und Leiter der königlichen Buchbinderei auf Schloss Windsor, Rachel Ward-Sale, Fellow und ehemalige Präsidentin von Designer Bookbinders, sowie Chris Fletcher, Keeper der Spezialsammlungen an der Bodleian Library und Fellow am Exeter College, Oxford.

Zu Ehren des Bibliophilen und eines begeisterten Anhängers der Buchbinderkunst Sir Paul Getty KBE (1932–2003) werden zwei Hauptpreise (10.000 und 6.000 britische Pfund) vergeben. Der erste Preis ging an Angela James (Vereinigtes Königreich), den zweiten Preis erhielt Tarja Rajakangas (Finnland). Der dritte Preis ist ein Preis nach dem Quorum des Studenten der Universität Oxford (500 britische Pfund). 2022 bekam den Oxford University Student’s Award Begoña Cabero Diéguez aus Spanien.

Weitere 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Silberpreise. Die Ausstellung wird von einem  Katalog begleitet. Designer Bookbinders ist eine der weltweit führenden Gesellschaft zum Genre. Sie wurde vor über 50 Jahren gegründet und hat sich dem Handwerk des modernen Buchbindens und der Buchkunst verschrieben. Die ausgezeichneten Exponate werden nacheinander in Oxford, London und Edinburgh gezeigt.

Weston Library, Bodleian Libraries
7. Juli bis 18. September 2022
Broad Street, Oxford OX1 3BG
www.bodleian.ox.ac.uk

Sotheby’s, London
21. bis 29. September 2022
Kiddell Gallery, 34–35 New Bond Street, London, W1A 2AA
www.sothebys.com

University of Edinburgh
4. November 2022 bis 25. Februar 2023
Main Library Gallery, George Square, Edinburgh, EH8 9LJ
www.ed.ac.uk

(Maria Bogdanovich)

So, 28.08.2022

Buch trifft Holz wird Raum: Anja Harms und Eberhard Müller-Fries stellen in Oldenburg aus.
Harms und Müller-Fries arbeiteten kongenial zusammen. ǀ © Anja Harms/Eberhard Müller-Fries

Buch trifft Holz wird Raum

Künstlerbücher und Buchskulpturen von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries in der Landesbibliothek Oldenburg: Wenn die international bekannte Buchkünstlerin und der Bildhauer zusammenarbeiten, entstehen im Dialog von Holz, Papier und feinster Drucktechnik einzigartige les­bare Skulpturen, raumgreifende Installationen und farbensprühende Künstlerbücher voller Überra­schungen. Vom 01.September bis 21. Oktober 2022 ist die Ausstellung Wie ist doch alles weit ins Bild gerückt“. Künstlerbücher und Buchskulpturen von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries in der Landesbibliothek Oldenburg zu sehen. Die Vernissage findet am 31. August um 19 Uhr in der Landesbibliothek statt.

Harms und Müller-Fries verwenden in ihren Projekten Texte und Textfragmente als Ba­sis ihrer gemeinsamen künstlerischen Ausdrucksweise. Ausgangspunkt ist stets die Literatur, deren Sprach- und Klangbilder sie in eine moderne Formensprache übertragen. Künstlerin und Künstler nut­zen dabei ihre verschiedenen Schwerpunkte und spielen mit unter­schiedlichsten Materialien und Techniken. Feine Drucktechniken, Bleisatz und Typografie werden mit raffinierter Holzbearbeitung kombiniert. Zum Einsatz kommen hauchzarte Japanpapiere ebenso wie Büttenpapier, Tusche, Farben und immer wieder Holz, z. T. mit Feuer geschwärzt. So gegensätzlich und schwer vereinbar die Materialien oft auch sind, so unendlich viele Möglichkeiten eröffnen sie im gemeinsamen künstlerischen Prozess. Es entstehen raumgreifende Buchskulpturen und Objekte, lesbare Skulpturen und Künstlerbücher, die in den Ausstellungen von Harms und Müller-Fries zu raumbezogenen Installationen verwoben werden. Internationale Aufmerksamkeit erlangte be­sonders ihr Projekt zum finnischen Nationalepos Kalevala, das sie anlässlich der 100-Jahr-Feier von Finnland in der Turku City Library präsentierten.

Vor allem lyrische Texte bilden die Grundlage der Werke, die Anja Harms und Eberhard Müller-Fries für ihre Oldenburger Ausstellung ausgewählt haben. Sie stammen aus verschiedenen Epochen, ange­fangen bei Fragmenten des persischen Mystikers Rūmī aus dem 13. Jahrhundert über Texte von Friedrich Hölderlin bis zu Gedichten von Paul Celan. Das Zitat im Titel stammt von Rainer Maria Rilke. In der Ausstellungsreihe Positionen moderner Buchkunst der Landesbibliothek Oldenburg ragt die Ausstellung von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries durch ihre einzigartige Materialität und ihre raumgreifende Dimension hervor.

Bei der Vernissage am 31. August führt Sarah Janke um 19 Uhr in die Arbeit der beiden Künstler ein. Frau Janke ist für das Fachreferat Künstlerbücher an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel zuständig. Zur Finissage am 21. Oktober (wiederum um 19 Uhr) hat die Landesbibliothek den Kunsthistoriker Dr. Stefan Soltek, den ehemaligen Direktor des Klingspor-Museums Offenbach, eingeladen. Anja Harms und Eberhard Müller-Fries sind bei beiden Gelegenheiten anwesend. Um vorherige Anmeldung zu beiden Veranstaltungen wird gebeten, Kontakt besteht zur Abteilungsleiterin für Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit, Frau Michaela Klinkow: klinkow@lb-oldenburg.de. Die Ausstellung im Landesmuseum Oldenburg (Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg) ist von Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr sowie samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Am 3.10. bleibt die Landesbibliothek geschlossen. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 27.08.2022

Im halleschen Stadtarchiv wird Hannelore Heises gedacht.

Erinnerung an Hannelore Heise

An die wunderbare Schriftgestalterin Hannelore Heise (1941–2021) erinnerte in diesem Sommer eine Ausstellung im Stadtarchiv Halle, die nur noch wenige Tage (bis zum 1. September) zu sehen ist. Geboren in Ostpreußen, studierte Heise bis 1966 an der halleschen Kunsthochschule und war nach freier Tätigkeit von 1980 bis 2010 als Dozentin und Lehrbeauftragte in der Grundlagenlehre und im Lehrfach Schriftgestaltung tätig und prägte so Generationen von Kunststudenten. „Während ihrer eigenen Lehrtätigkeit an der halleschen Hochschule gelang es ihr auf ganz individuelle Art, das besondere Verhältnis zwischen menschlichem Maß und dem Umgang mit Schrift zu vermitteln“, so würdigt Burg-Emeritus Rolf Müller das Werk der zu Ehrenden. „Als Lehrende und zugleich immer wieder selbst Lernende trug sie mit ihrem Grundlagenfach entscheidend zum ‚guten Ruf‘ der Burg bei. Sie verstand es auf ganz eigene Weise, Formstrenge mit spielerischer Freiheit zu verbinden.“ Als freie Grafikerin gestaltete sie Spielkarten, Plakate, Signets, auch Leuchtwerbung und Verpackungen. Einen besonderen Namen machte sie sich durch die Gestaltung von Briefmarken. Ihr Entwurf der Sondermarke Gartenreich Dessau-Wörlitz wurde 2003 zur „Schönsten Briefmarke Europas“. Auch das Goldene Buch der Stadt und Urkunden der Leopoldina tragen ihre Handschrift. Das kalligrafische Schreiben wurde ihr zur Passion und zum Raum individuellen Ausdrucks – voller Freude am Experiment. Die Ausstellung wurde im Verbund mit dem halleschen Kunstverein realisiert. Ein würdiger Abschied.

(André Schinkel)

Fr, 26.08.2022

Noch bis zum 30.10. werden die Arbeiten von Halina Kirschner in Erfurt gezeigt.
Die Künstlerin illustrierte zuletzt "Trieste Centrale" von Jaroslav Rudiš. ǀ © Halina Kirschner

Das Huhn & die Harfe

Die Sommerausstellung im Molsdorfer Schlossmuseum (Schloßplatz 6, 99096 Erfurt-Molsdorf) ist in diesem Jahr Halina Kirschner gewidmet. Sie wird seit dem 24. Juli und noch bis zum 30. Oktober 2022 gezeigt. Neben preisgekrönten Buchillustrationen sind vor allem Riso- und Serigrafien der vielseitigen Leipziger Grafikerin zu bewundern, die in Farb- und Formenreduktion große Ausdruckskraft entwickeln, voll Witz und Humor sind und Kirschners feiner, empathischer Beobachtungsgabe. So sind etwa zahlreiche Bilder ihrer Kalender-Geschichten zu sehen. Auch wird Kirschners neuestes Buchprojekt vorgestellt. Nach den Illustrationen zur Grasharfe, dem Klassiker von Truman Capote, hat sich die Künstlerin nun einem weiteren „Eisenbahnausflugsziel“ von Jaroslav Rudiš gewidmet: Trieste Centrale erschien im März 2022. Das Büchlein korrespondiert mit dessen gefeiertem Winterberg-Roman. Im Rahmen ihrer Ausstellung wird Halina Kirschner gemeinsam mit  Museumskuratorin Silke Opitz zudem endlich das weiße Kaninchen aus dem Grünen Schlosszimmer „befreien“. Das barocke Tierporträt befindet sich in der Wandverkleidung des einst voll vertäfelten Prunkraumes. Es stammt wohl vom Erfurter Maler Jacob Samuel Beck (1715–1778). Nun soll das Kaninchen eine eigene Geschichte bekommen und damit durch den Schlossgarten hoppeln. Dort sind spielerisch Rätsel zu lösen, und der*die Kaninchenfreund*in erfährt so ziemlich alles über den Schlossgarten … Auf nach Molsdorf!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 21.08.2022

Clifton Meadors Buch-Kunst wird in Wien gezeigt.

Denken durch Drucken

Der amerikanische Künstler und Autor Clifton Meador scheint auf eine besondere Weise druckend zu denken. Seine subtilen, oft historisch-politischen und fotografiebasierten Bücher sind im experimentellen Druck entstanden. Dabei verwendet er Dokumentarfotografien, die er auf Reisen gemacht hat, durch Bearbeitung und vor allem experimentellen Offsetdruck werden dortige Konflikte subtil sichtbar. Die Ausstellung legt den Schwerpunkt auf Meadors Künstlerbücher zu Osteuropa sowie zum aktuellen East-India-Company-Projekt, das exemplarisch Objekte des Kolonialismus fokussiert. Die Wiener Galerie Druck & Buch unter der Leitung von Susanne Padberg (Berggasse 21/2, A-1090 Wien, ganz in der Nähe des Freud-Hauses) zeigt die Arbeiten des Amerikaners vom 1. (Vernissage um 19 Uhr) bis zum 30. September 2022. Am 15.9. findet um 19 Uhr ein Künstlergespräch mit Clifton Meador statt. Die Galerie ist in der Ausstellungszeit von Montag bis Freitag zwischen 11 und 19 Uhr geöffnet.

(André Schinkel/Pressemitteilung) 

Di, 16.08.2022

Dr. Reiner Haseloff und Sigrid Wege während des Rundganges durch die Ausstellung. | © R. Wege
Ralf Wege (r.) und Dr. Reiner Haseloff mit dem Palmbaum, dessen Umschlag Angela Hampel gestaltet hat. | © S. Wege
Sigrid Wege überreicht Dr. Reiner Haseloff das aktuelle Heft der Marginalien. © R. Wege
Am Ende des Besuches der Palmbaum-Ausstellung überreichte Dr. Reiner Haseloff Sigrid Wege die Medaille des Ministerpräsidenten als Dank für ihr ehrenamtliches Engagement. | © R. Wege

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff besucht Pirckheimer-Ausstellung in Magdeburg

Den Lockungen der Palme konnte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff nicht widerstehen. Er besuchte am Dienstag, 9. August, die Ausstellung Wort- und Bilderlust: Im Zeichen der Palme im Literaturhaus Magdeburg. „Eine sehr vielschichtige und interessante Ausstellung“, so sein Fazit am Ende des halbstündigen Rundgangs. Begleitet wurde er dabei von Sigrid Wege, Vorsitzende des Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e. V.  „Willibald Pirckheimer“, der die Ausstellung organisiert hat. Begrüßt wurde Reiner Haseloff zudem von Dr. Maik Hattenhorst, Mitglied des Vorstands des Literaturhausvereins sowie Ralf Wege, Pressesprecher der Pirckheimer-Gesellschaft.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Thüringer Literaturzeitschrift Palmbaum, herausgegeben von Dr. Jens-Fietje Dwars. Genauer gesagt dreht sich alles um die Einbände des Palmbaums. Diese werden seit 2005 von Künstlern aus Mitteldeutschland gestaltet. Zu sehen sind im Magdeburger Literaturhaus 34 signierte Andrucke und Originalgrafiken sowie ausgewählte Exemplare des Literaturjournals. So lässt sich anhand der ausgestellten Objekte der Weg vom Original über die Andrucke bis hin zum fertigen Buchumschlag nachvollziehen. Dabei kann man erleben, wie sich beispielsweise die Auswahl des Bildausschnitts oder die Abstimmung der typografischen Bausteine für die Titelgestaltung die Wirkung des Originals in seiner Verwandlung als Buchumschlag ändert. Der Reigen der beteiligten Künstler reicht unter anderem von Klaus Süß, Moritz Götze, Horst Hussel, Kay Voigtmann bis zu Susanne Theumer und Baldwin Zettl als Garant für Vielschichtigkeit an künstlerischer Handschrift und angewandter Technik wie Kupferstich, Kaltnadelradierung, Gouache, Collage oder Farbholzschnitt von der verlorenen Form.

Bei der Verabschiedung überreichte Sigrid Wege dem Ministerpräsidenten zur Erinnerung das aktuelle Heft der Marginalien, ein Plakat der Ausstellung und versprach, seiner Bitte nachzukommen, ihn künftig zu den Ausstellungen des Vereins einzuladen. Im Gegenzug überreichte Dr. Haseloff Sigrid Wege die Medaille des Ministerpräsidenten als Dank für ihr ehrenamtliches Engagement.

(Ralf Wege)