Pirckheimer-Blog

Edition

Mo, 18.05.2026

20.05.: Der Grimmschrat in Kassel

„Ihr Lieben, am Mittwoch gibt’s in Kassel in der Hofbuchhandlung Vietor einen Abend zum Grimmprojekt mit mir ...“, so hebt die Einladung von Künstler, Editeur, Performer und Pirckheimer Henrik Schrat an. „Toll, nochmal in der Heimatstadt der Grimms zu sein, und über das Projekt zu sprechen, und Bilder zu zeigen. Wie verknüpfen sich die Bilder mit der Realität, was steckt dahinter, wie sind die vielen Cameos zustandegekommen? Es gibt so viel zu erzählen ...“ Henrik Schrat hatte es sich zur edlen Aufgabe gemacht, das gesamte Märchenwerk der Gebrüder Grimm in einem mehrere Jahre währenden Großprojekt neu zu illustrieren und zu edieren. Ende letzten Jahres erschien mit dem himmelblauen der fünfte und letzte Band der Ausgabe, fest gebunden, auf feinem Papier, mit Silberschnitt im Thelem Verlag. Und wer den Schrat kennt, weiß, dass seine Auftritte Erlebnisse sind. Über das Grimmschrat-Cameo-System war es im Übrigen möglich, persönlich oder in Form eines persönlich gewählten Orts Teil der Ausgabe zu sein – denn das darüber eingeworbene Sponsoring half das Mammut-Werk zu vollenden und zu realisieren. Diese Neuausgabe der Kinder- und Hausmärchen nebst angeschlossenen Texten enthält alle 240 Märchen und anverwandte Werke, die die Grimms dereinst sammelten. Und Orte wie Kassel (oder Hanau) sind elementar für das Entstehen der Sammlung gewesen. Also – es kehrt der Schrat an einen authentischen Ort für seinen Auftritt. Am 20.05. um 19 Uhr bei Vietor am Ständeplatz 17, 34117 Kassel. Reservierung ist unter der (0561) 13 0 85 möglich. „Ich freu mich sehr, wenn ihr vorbeikommt und wir ein bissel schwätzen können im Anschluss. Bücher werden signiert.“ So der Schrat, in Vorfreude auf den Abend in Kassel.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 14.05.2026

Das "Poesiealbum" ist eine editorische Legende und feiert am 27.05. in der Volksbühne Heft 400: Samuel Beckett, ausgewählt von Ingolf Brökel. Die Reihe ist im Märkischen Verlag in Wilhelmshorst beheimatet.

Volksbühne feiert: „Poesiealbum 400“ (das Buch des Monats im Mai)

Wohl keiner beherrschte das Ausräumen der Textlandschaft so souverän, meisterlich und, jawoll, so beredt auch wie er: Samuel Beckett (1906–1989). Der Großmeister von Watt und der Textes pour rien, der nach einer langen Geduldsschleife mit Warten auf Godot 1953 mit einem Schlag weltweit berühmt wurde, hat Zeit seines Lebens auch Gedichte und anverwandte Formen geschrieben. Es ist deshalb mehr als richtig, Beckett die Jubiläumsausgabe des legendären Poesiealbums, nämlich die Ausgabe 400 der ikonischen Reihe, zuzuweisen. Und die nicht weniger berühmte Volksbühne (Linienstraße 227, 10178 Berlin) feiert das Poesiealbum-Jubiläumsheft! Wo? Im Roten Salon, in der Reihe Parole Text:Buch. Wann? Am 27. Mai 2026, ab 20 Uhr. Wer ist dabei? 1. Ingolf Brökel, der die Auswahl des Heftes besorgt hat und mit 2. Doris Streibl aus der Neuveröffentlichung liest; und 3. Reiner Frei, der in seiner Erscheinungsform als Yref die Gitarre dazu schweben lässt. Was gibt es noch zu sagen? „Seit mehr als einem halben Jahrhundert wird in der Lyrikreihe deutsch- wie fremdsprachige Poesie bedeutsamer Autor:innen aus Gegenwart und Vergangenheit veröffentlicht“, heißt es da in den Linernotes für den Abend. Und: „Von den montageartigen längeren Gedichten aus seinem 1935 erschienenen ersten Gedichtband Echos Gebein, in dem das Chaos noch die Form gibt und das vom Absurden lebt, bis hin zur reduzierten Sprache, hochgradig konzentrierten epigrammatischen Texten im Band Mirlitonnades von 1981 erstreckt sich das lyrische Werk eines der bedeutendsten Dichter unserer Zeit, Nobelpreisträger 1969. In seiner Lyrik baut er einen Raum um sich, der Figuren auf seine Weise krümmt und deren Körper auf ihre Art wieder seinen Raum, den Beckett’schen ...“ Schließlich: „Wer seinen krummlinigen Koordinaten folgt, geht dem Nichts zu – mit imponierender Reste-Erhaltung an Helle und Schärfe.“ Mithin ist Samuel Beckett so ein mehr als enigmatischer wie leuchtender Protagonist der Moderne und Nachmoderne. Das Poesiealbum wurde 1967 begründet und erschien zunächst im Verlag Neues Leben; und nach der Wende wurde es im Märkischen Verlag Wilhelmshorst glücklich wiederbelebt. Nun: Möge es noch weitere 400 Hefte geben! Den Poesiealbum-Beckett-Abend sollten sich Fans und auch Eleven der Reihe vormerken.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 29.04.2026

Der "Gratis Comic Tag" findet 2026 am 09. Mai statt.

Am 09. Mai 2026 ist wieder „Gratis Comic Tag“ an 1.100 Buchorten!

Was ist der Gratis Comic Tag? Der Gratis Comic Tag ist ein besonderer Tag für alle, die Comics lieben – und für alle, die sie vielleicht erst noch entdecken wollen! Einmal im Jahr verschenken Buchhandlungen, Comicläden und Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz viele tolle Comics komplett kostenlos. Ziel ist es, Lesespaß zu wecken und Kinder, Jugendliche und auch die Erwachsenen für die bunte Welt der Comics zu begeistern. An diesem Tag, der am 09. Mai stattfindet, kannst du einfach vorbeikommen, dir Comics aussuchen und diese mit nach Hause nehmen – ganz umsonst! Ob lustig, aufregend oder fantastisch – für jedes Alter ist etwas dabei. In nur wenigen Tagen reißen fast 1.100 Buchhandlungen, Comic-Stores, Büchereien und Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Türen auf und freuen sich auf große und kleine Comic-Fans! Folgende ausgewiesene Verlagshäuser mit respektablen Comic-Programmen sind an der Aktion beteiligt: Carlsen und Chinabooks, Cross Cult, Edition Helden, Egmont, Kibitz, Klett Kinderbuch, Panini, Reprodukt, Splitter und schließlich Ueberreuter. Insgesamt 22 Comics sind zig-tausendfach produziert, versendet und freuen sich nun auf euch. Die beteiligten Bücherorte und Comic-Händler können wie auch die Einzeltitel der Comics auf der hier verlinkten Website eruiert werden. Auch für die beteiligten Buchhandlungen sind dort alle Infos zum 09.05. eingestellt.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 27.04.2026

"Die Schnecken schlafen im Bart des Ampfers" ist der dritte Gedichtband Anne-Marie Kenesseys und erschien im Herbst 2025 im KLAK-Verlag in Berlin. Die Dichterin und Übersetzerin lebt in der Schweiz.

‚Warum das Weite suchen / wenn es nah ist‘: Anne-Marie Kenessey

Die Schnecken schlafen im Bart des Ampfers ist der dritte Gedichtband der Züricher Dichterin und Übersetzerin Anne-Marie Kenessey und ihr zweiter im Berliner KLAK-Verlag nach flügelnüsse & Schädelklopfer, der 2020 erschien. Kennesseys Dichtung ist eine, die sie auf der Höhe von Glanz und Möglichkeiten, die dieses vorgeblich aufgeklärte Äon bietet, und beim Blick in dessen abysstiefe Abgründe zugleich zeigt. In sieben stilistisch hoch abwechslungsreichen Zyklen, die aufgrund und trotz ihrer Diversität sich eigenartig und souverän auf ein Zentromer dieser Sprache ausrichten, die eine berührende, nicht selten zugleich kühne Melange aus Neugier, dem Ton der zeitbasierten Ismen, Licht, Erinnerung und Tragedy aufbietet, die einen lange beschäftigt, sobald man den Fuß in diesen Raum des, ja, Kenessey’schen Sprechens setzt. In der Art, wie uns eine so heillos verkannte Elektroband wie Mesh auf ihrem neuen Opus The Truth Doesn’t Matter die krude Abseitigkeit der Epoche in Bass-Salven um die Ohren haut, klingt das auch zum Teil in diesen Texten, die wie gesagt auch Wärme und vielfaches Besinnen auf Herkunft und Schicksal der Herkunft inmitten eines notwendigerweise sezierenden Blicks kennen: „alle Zeiger fallen aus der Zeit“ oder – zutiefst ins Mark der Gegenwart erschüttert – „Dreihundertsiebenundzwanzig / Tage lang berichtete sie / seit dem 7. Oktober 2023. // Ich kämpfe um dieses Leben! / war ihre letzte Nachricht / bevor sie starb.“ Nachrichten aus einer Zeit, die sich jenseits von 300 Jahren Aufklärung entfesselt. Wünscht man nach der Lektüre von Die Schnecken schlafen ... zurückzukehren an die Reisebilder und Wort-Mechaniken des Anfangs? Man kann es versuchen und darin für ein paar Sekunden das Damokles-Schwert vergessen, indes, das „Wehe uns“, das einst Marion Titze aussprach, es holt uns wieder ein. Nun ist Sprechen ein menschlicher Akt, zumal in Dichtung, an den man sich hält. Darin gründet Hoffnung, auch in dieser Poesie, die in Leichtigkeit spricht, in großer Trauer zugleich, eigentümlich und klug das Coleur der Antipoesia des Jetzt einbeziehend, sie damit sichtbar macht. Ein nur scheinbar leises, ein unbestechliches, klarblickendes wie den Solarplexus bewegendes und gleichsam opalen schimmerndes Buch. (Anne-Marie Kenessey: Die Schnecken schlafen im Bart des Ampfers. Gedichte. Berlin: KLAK-Verlag 2025. Klappenbroschur, 88 Seiten, ISBN 978-3-911617-14-7, 15 Euro.)

(André Schinkel)

Sa, 11.04.2026

Roland Berger (1942–2026). | © Abel Doering/Archiv

Abschied von Prof. Roland Berger

Am 04. April starb, wie von verschiedener Seite, so unter anderen der jungen Welt vom 09. April 2026, mitgeteilt wird, das langjährige (1969–2025) Pirckheimer-Mitglied Professor Dr. Roland Berger (1942–2026) nach langer Krankheit. Berger, der in Weinböhla in Sachsen geboren wurde, verstarb im Alter von 83 Jahren im brandenburgischen Hohen Neuendorf, wo er seit 1996 gelebt hatte. Er war neben seiner Mitgliedschaft in der Pirckheimer-Gesellschaft auch eine Reihe Jahre Vorstandsmitglied der Pirckheimer. Nach dem Abitur an der ABF der MLU Halle-Wittenberg studierte er Kunsterziehung und Deutsch an der Berliner Humboldt-Universität und war als Dozent tätig. 1976 erfolgte die Promotion, 1985 bis 1995 war er Professor mit künstlerischer Lehrtätigkeit am Fachbereich Kunsterziehung der Humboldt-Uni. Danach war er wieder als Lehrer und Dozent in den neuen Bundesländern tätig. Neben seiner kunstpädagogischen und akademischen Arbeit war Roland Berger auch immer als bildender Künstler tätig; sein umfangreiches Werk ist vielgestaltig und umfasst unter anderem Radierungen, Zeichnungen, Exlibris, Scherenschnitte – auch Plakate, Illustrationen und Publizistik ... Seine bevorzugten künstlerischen Haupttechniken waren indes der Holz- und der Linolschnitt, eines seiner thematischen Leitmotive ist der Harlekin. Er zeigte sein Werk in einer Vielzahl von Ausstellungen, seine Grafik erschien in Zeitungen, Zeitschriften, in der Edition Schwarzdruck – und nicht zuletzt auch in den Marginalien. So steuerte er u. a. etwa die Originalgrafische Beilage für die Mitglieder zum Heft 209 (Ausgabe 2013/1) der Zeitschrift für Buchkunst & Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft bei, auch den Jahrestreffen widmete er seine Gabe. Insbesondere waren auch seine originellen Neujahrsgrüße beliebt. Roland Bergers Arbeiten waren international bekannt und geschätzt. Auch Frottagen und Plastisches sind Teil seines Werks.

(André Schinkel im Namen der Pirckheimer-Gesellschaft)

Sa, 07.03.2026

"Visions of Wonder" – Poughkeepsie, New York (USA).

Poughkeepsie: Visions of Wonder

Im Rahmen der Ausstellung Visions of Wonder, die sich in Poughkeepsie, New York, am Vassar College (Main Library) mit der bildnerischen Darstellung zu den Märchenstoffen der Gebrüder Grimm befasst und die noch bis zum 08. Juni 2026 zu sehen ist, wird auch das originalgrafische Buch Die Wilden Schwäne (nach dem Text bei Hans Christian Andersen und dem ganz ähnlichen Plot bei den Grimms) von Barbara Beisinghoff gezeigt. Zur Schau kann auch der Online-Katalog Visions of Wonder: Illustrating Grimms’ Tales Across Two Centuries unter dem anhängenden Link in Augenschein genommen werden, ein Kapitel widmet sich dort auch dem unikalen Beisinghoff-Werk. Ausstellung und Katalog ehren zudem die Bild-Arbeit von Kult-Illustrator Maurice Sendak.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 06.03.2026

Holger Uske: "Aufbruch des Windes. Gedichte 1975–1986" ist erschienen 2025 in der Edition Sinnbild in Suhl, broschiert, 124 Seiten, ohne ISBN, mit Grafiken von Annette Wiedemann, und ist beim Autor für 15 Euro erhältlich (50 Exemplare in der ersten Auflage).

Gelesen übers Jahr · III: „Aufbruch des Windes“ von Holger Uske

David Gilmour 80

Dieses Buch erscheint, wie sein Verfasser in seiner Vorbemerkung andeutet, vierzig Jahre nach seiner Entstehung, es ist das erste Skript, das Holger Uske beim Berliner Union-Verlag einreichte – 1987 war das; und im Sommer 1990 bekam er es zurück, ungedruckt. Die DDR hatte es simpel verhindert, und ihr aus der Wende aufsteigender Nachruch zudem. Aber irgendwie ging es dem Suhler Dichter und Liedermacher, mithin die gute Seele des Südthüringer Literaturvereins, nicht aus dem Kopf. Und auch wenn sein Urheber sich eine Weile fragte, ob es noch richtig und gut sein, diese Texte zu bringen, und auch wenn es nun nur in einer Kleinstauflage von 50 Stück vorliegt – es ist gut, dass es da ist! Denn das Büchel, hinter das sich auch Freunde des Autors mitdahinterklemmten, um es erscheinen zu lassen, ist es schon ganz „ein Uske“. Und berichtet (so der Eingangstext) „vom neuen und alten Widerstehen“. Vom Mut, den das kostet, damals wie heute, als Selbstbehauptung und wo die „Kraft des Wortes (...) im Schwinden“ ist. Und weiter steht da: „Ich hoffe, dass dieses lediglich in einer Kleinstauflage gedruckte Büchlein mehr ist als nur ein Zeitzeugnis. Denn es erzählt auch vom (beinahe) Möglichen von einst und vom damals wie heute nötigen (sic:) mutigen Widerspruchsgeist, um auch geistig zu überleben. Der ‚Wind‘ im ‚Wald‘ ist noch immer – oder längst wieder zum Sprung bereit.“ Ein Zeitzeugnis im schönsten und berührenden Sinne sind diese Lieder und Gedichte Uskes, die von der Liebe sprechen, dem Wunsch nach Behaustheit, aber auch von den Miss- und wackligen Umständen ihrer Zeit, die sich in den Iden der Zeit berühren und wohl auch wiederholen. Und sind zugleich das starke Statement, ein kraftvoller Auftritt des Dichters, der der gebürtige Riesaer Holger Uske bis heute geblieben ist – forschend und fragend, instistiv leise und doch auch unbestechlich, auf die Segnungen der Kunst rekurrierend, widerständig und innig zugleich. Und immer wieder die Liebe, auf diesen Seiten im Buch, auf denen die Perlschrift vor wechselnden Farben parliert, konkret und metaphysisch: „Nur das Licht / In uns gilt ...“ Mit Grafik von Annette Wiedemann, die auch Ende der 1980er schon die Gestaltung hätte übernehmen mögen. Gestaltet von Andreas Kuhrt. Endend mit einer großen Reminiszenz: „Mein bestes Gedicht / Ist mein Sohn“. Ein schönes bezeugendes berührendes Buch, nach soviel Jahrn: Gut, dass es nun da ist.

(André Schinkel)

Fr, 27.02.2026

Pirckheimer Christoph Links liest am 24.03.2026 aus seinem neuen Buch – um Anmeldung wird gebeten.

Verschwundene Verlage der DDR

Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zugelassene Verlage, obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 noch mehr als 200 Editionshäuser eine Genehmigung erhalten hatten. Der Verlagshistoriker und Pirckheimer-Freund Christoph Links hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht der Frage nach, warum und wie sie verschwanden ... Er stellt sein Buch im Gespräch in der Staatsbibliothek zu Berlin (Wilhelm-von-Humboldt-Saal, Unter den Linden 08, 10117 Berlin) am 24. März 2026 (Beginn ist 18.30 Uhr) erstmals vor und präsentiert außergewöhnliche Fälle. Der Klarinettist Jan Hermerschmidt begleitet den Abend mit Schlagermelodien des verschwundenen Musikverlags Kurt Grabau. Alle Infos dazu finden sich hier. Um Anmeldung zur Veranstaltung wird gebeten. Besprechung des Buchs im Blog erfolgt gesondert.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Do, 26.02.2026

„Diese lange Zeit in der Sonne“

Sage einer, Erzählungen (sic!:) zählten nicht. Mit Diese lange Zeit in der Sonne hat es der Weimarer Autor Stefan Petermann in die thüringischen Nachrichten des MDR geschafft. Das Buch, soeben in der von Wulf Kirsten (um 2000) begründeten Edition Muschelkalk im Mitteldeutschen Verlag erschienen, fasst 17 nachgerade ungeheuerliche, stets aus der Brandung der Normalität aufsteigende, teils magisch-, teils surrealistische Geschichten auf 188 Seiten (ISBN 978-3-68948-038-7, 20 Euro) – am heutigen Donnerstag feiert der Band seine Premiere in der LiteraturEtage (Marktstraße 2–4, 99423 Weimar). Die Lesung, das Gespräch moderiert der Herausgeber der Edition, Pirckheimer-Freund André Schinkel. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, Tickets können auch bereits digital erworben werden und sind an der Abendkasse der LiteraturEtage erhältlich. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, mit dem Autor und dem Herausgeber ins Gespräch zu kommen. Alle Infos – hier.

(Othmar Kasulke/Pressemitteilung)

Mi, 28.01.2026

In Potsdam: Bücherkinder on Film

Bücherkinder on film! Am 25. Januar war es soweit: Premiere des Arte/ZDF-Films Das Einhorn. Kulturgeschichte einer Sehnsucht von Mathias Frick (2025, 52 Minuten) im Museum Barberini. Der Veranstaltungssaal im dritten Stock proppevoll, aufgeregte Kinder in der ersten Reihe. Denn auch die Bücherkinder Brandenburg spielten eine gewichtige Rolle im Film, der anlässlich der großen Potsdamer Ausstellung Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst entstand. Nach kurzen Worten der Produzentin Eva Rink und Museumsleiterin Ortrud Westheider ging es los. Der Bogen im Film spann sich von der Bibel und Heraldik über Kirchenkunst und Moderne bis ins Jetzt, zu einem schwarzen Einhorn von Carsten Nicolai und den Rainbow-Unicorns der LBGTB+-Community. Eindrückliche Bilder, interessante Einsichten der Kuratoren, Kamerafahrten entlang der Objekte – auch vielen illuminierten Büchern und naturkundlichen Berichten: Der Film erzählte umfassend aber nicht langatmig von christlicher Bedeutung und weltlicher Ermächtigung. Genau richtig. Neben Kuratoren aus Edinburgh, aus New York, Paris oder Potsdam, einer Restauratorin aus Brandenburg oder dem Archivleiter in Schwäbisch-Gmünd, das sich ältestes Stadtwappen mit Einhorn in Deutschland auf die Fahnen schreiben kann, kamen auch die Bücherkinder zu Wort und ins Bild, die ihre ganz eigene Herangehensweise ans Ergründen des Fabeltiers aufzeigten: schreibend und zeichnend. Die Bücherkinder waren dabei, als ein mittelalterlicher Wandteppich mit aufsehenerregender Stilistik in einer Kirche in Brandenburg für die Ausstellung entdeckt und abgenommen wurde. Sie lesen aus ihren Geschichten im Ausstellungsraum im Barberini, sie diskutieren in ihrem AG-Raum in der Schule. Mit viel Beifall setzte der Abspann ein. Im Publikum nicht nur Eltern, auch Möglichmacher wie Museums- und Archivleiter, Kuratoren, Restauratoren, Filmproduzenten, Fernsehredakteure. Sie alle holt Mathias Frick sich bedankend nach vorn, auch die Bücherkinder. Was auch beeindruckte: die immense Wuselei im gesamten Museum. Viele, viele Besucher stürmten das Barberini anlässlich des Tags der Offenen Tür. Die Warteschlange vor dem Haus reichte beinahe hinüber bis zur Kirche. Da ahnt man vielleicht, was auf Paris zukommt: Denn ins Museé de Cluny mit seinem berühmten Einhornsaal aus Wandteppichen wandert die Schau demnächst weiter. Ab 09. März gastiert sie an der Seine. Ein toller Tag für die Brandenburger Bücherkinder und ihren Mentor Armin Schubert, im Pirckheimer-Kosmos aktiv seit über fünfzig Jahren. Sobald die Sendetermine feststehen, geben wir hier im Blog Laut. Unbedingt ansehen!

(Till Schröder)

So, 11.01.2026

Susanne Padberg präsentiert "Best of 2025" in Wien.

„Druck & Buch“ Wien: Best of 2025

Die erste Präsentation der Galerie Druck & Buch in der österreichischen Hauptstadt (Berggasse 21/2, A-1090 Wien – ganz in Schrittnähe des Sigmund-Freud-Hauses) gilt den Erwerbungen des Ausstellungshauses von Susanne Padberg im letzten Jahr. Die Pirckheimerin schreibt dazu in ihrer Rundmail: „Vielen Dank für viel Gutes im alten Jahr und die besten Wünsche für das neue Jahr – ein neues Jahr ist ja immer mit Hoffnung und Verheißung verbunden (möge sie sich erfüllen) und auch mit dem Rückblick auf Gutes: Best of 2025, die besten Neuzugänge des alten Jahres! Diese sind vom 09. Januar bis 27. Februar in der Galerie in Wien und online zu sehen ...“ Gezeigt werden dabei die Neuzugänge von Käthe Wenzel und Tricia Treacy, Herbert Stattler – ferner Werke von Clifton Meador, Stefan Gunnesch, Robbin Ami Silverberg, Natalia Weiss ... sowie der Blow Up Press, von Daniela Deeg & Cynthia Lollis, Ken Campbell und Josef Schwaiger, von den augen:falterinnen aus Leipzig und Emily McVarish. Die Galerie im Zentrum Wiens ist Mo bis Fr 11 bis 18 Uhr geöffnet.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 10.01.2026

Findet im Mai statt: Die 'artGrafik Ahrenshoop' 2026.

Vorblick auf Ahrenshoop – im Mai

Vom 14. bis zum 17. Mai 2026 ist es wieder soweit und findet die nächste artGrafik Ahrenshoop zwischen Meer, Sand, Wiese und Bodden auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst statt. Die Messe für zeitgenössische Druckgrafik, Fotografie, Zeichnung und Künstlerbücher lädt wieder ein in die Strandhalle Ahrenshoop (Dorfstraße 16b, 18347 Ahrenshoop). Die vom Pirckheimer-Freund aus dem benachbarten Ribnitz-Damgarten, Henry Günther, organisierte und kuratierte viertägige Begegnung öffnet von Donnerstag bis Sonnabend jeweils von 11 bis 18 und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr ihre Pforten. Das Künstlerdorf Ahrenshoop ist seit langem berühmt und bekannt für eine Reihe Kunstschaffender, die mit ihm verbunden sind, Ausstellungen bestimmen das kulturelle Leben des mit einer langen kunsthistorischen Geschichte verbundenen Ostseebads. Und durch das im Orts-Inneren ansässige Künstlerhaus Lukas wird seit vielen Jahren auch die Entstehung von Werken aller künstlerischen Gattungen gefördert. Insgesamt sind zur artGrafik in diesem Jahr 16 Ausstellende eingeladen, ihre Arbeiten zu präsentieren. Dabei sind 2026 u. a. der Holzschneider Frank Eißner aus dem mainfränkischen Aschaffenburg, zudem die Pirckheimer-Freunde Klaus Raasch (von dem auch der Plakathintergrund stammt) und Rainer Ehrt sowie Henry Günther selbst, ferner die zwei Leipzigerinnen Susanne Hoch und Urte von Maltzahn-Lietz (die aus dem Norden stammt), Tina Flau aus Berlin und aus dem Großraum von Halle die Kaltnadelvirtuosin und Zeichnerin, die auch auf eine lange originalgrafische Bibliografie verweisen kann – Susanne Theumer ... Aus Elsterberg reist Peter Zaumseil an. Und schließlich: Lokalmatador wird sein Hans Götze, der im Ostseeort lebt.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 09.01.2026

Neue Jahresgabe der Kölnischen Bibliotheksgesellschaft e. V.

In diesem Jahr präsentiert die Kölnische Bibliotheksgesellschaft e. V. eine Kollektion von Postkarten, auf denen insbesondere Artefakte christlicher mittelalterlicher Kunst dargestellt sind. Diese wurden 1925 in der berühmten Jahrtausend-Ausstellung in den neuen Kölner Messehallen auf Betreiben des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer (1876–1967) präsentiert. Es beinhaltet auch einen Kommentar, welcher die Umstände und Hintergründe dieser Sammlung erläutert. – Die Kölnische Bibliotheksgesellschaft unterstützt die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln bei der Pflege und Aufbau ihres Bestands. „Der umfangreiche Altbestand der Kölner Universitätsbibliothek umfasst neben zahlreichen alten privaten Sammlungen auch die Bestände der Vorgängerinstitutionen, die bis ins Jahr 1602 zurückreichen. Mit Ihrer Mitgliedschaft drücken Sie Ihre Verbundenheit zur USB Köln aus und kommen in den Genuss von Sonderveranstaltungen und Veröffentlichungen. Schwerpunkte und Ziele der KBG sind: der Erhalt der wertvollen USB-Altbestände, die Bezuschussung aktueller Fachliteratur für Studierende, die Unterstützung bei der Realisierung von Publikationen der Bibliothek, Kontaktpflege zu Stiftungen, Vereinen und Sponsoren.“ Alle Informationen zur Gesellschaft, wie auch der USB, finden sich unter diesem Link. Die Mitgliedschaft in der Gesellschaft ist für jährlich 30 (Studierende: 20) Euro Beitrag zu haben.

(Robert Grieger)

Mi, 07.01.2026

Otto Ubbdelohde zu "Frau Holle", ca. 1910, 12,8 x 11,6 cm. In Goßfelden wírd zudem Henrik Schrat gezeigt.

In Lahntal-Goßfelden: „Henrik Schrat und Otto Ubbelohde“

Die im November 2025 geplante und seinerzeit abgesagte Eröffnung der Ausstellung Henrik Schrat und Otto Ubbelohde – Rodung Kreuzung Lichtung im Otto-Ubbelohde-Haus in Goßfelden (Otto-Ubbelohde-Weg 30, 35094 Lahntal-Goßfelden) im Lahntal findet nun am Sonntag, den 11. Januar 2026, um 11.30 Uhr statt. Der Pirckheimer-Freund Henrik Schrat, der soeben den letzten Band seiner neu illustrierten Ausgabe der Märchen der Brüder Grimm vorgelegt hat, schreibt dazu: „Otto Ubbelohde ist wohl mein Favorit unter den Grimm-Illustratoren, ein grafisches Genie, und in seinem Haus in der Stiftung zu Gast sein zu dürfen und eine Ausstellung gemeinsam mit seinen Zeichnungen zu machen, ist eine große Ehre und Freude.“ Überdies: „Das Ubbelohde-Haus, seine Wandmalereien und die Dauerausstellung an sich sind schon eine Reise wert ...“ Otto Ubbelohde (1867–1922) dürfte der bekannteste und nachhaltigste Illustrator der Grimm-Märchen sein – der Grimmschrat, erschienen von 2019 bis 2025 unter der Ägide Henrik Schrats, sollte sich mt seiner Vollendung allerdings in die Riege der großen Märchenausgaben einreihen. Das Haus im Lahntal ist sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet bzw. nach Vereinbarung zugänglich. Am 24.01.26 eröffnet zudem eine Schrat-Ausstellung im Haus unter den Linden im thüringischen Sondershausen ... Weitere Veranstaltungen sind geplant. Alle Informationen zu den Büchern wie zu Terminen finden sich hier.

(André Schinkel)

Mo, 05.01.2026

"Mit Glanz und Gloria": seit 10.12. in Dresden zu sehn.

In Dresden: „Mit Glanz und Gloria“

Vor 40 Jahren, an Weihnachten 1985, wurde der Fernseh-Mehrteiler Sachsens Glanz und Preußens Gloria erstmals ausgestrahlt. Es war die aufwändigste Filmproduktion der DDR. Weniger bekannt ist die polnische Filmproduktion Gräfin Cosel (1960) von Jerzy Antczak. Dies wiederum war die bis dahin kostengünstigste Produktion der polnischen Kinematografie. Den Stoff lieferte die Sachsen-Trilogie des polnischen Schriftstellers und Journalisten Józef Ignacy Kraszewski. Kraszewski war 1863 nach Dresden gekommen. Er lebte hier 22 Jahre lang im Exil. In seinen Romanen Gräfin Cosel, Brühl und Aus dem Siebenjährigen Krieg schildert er die sächsisch-polnische Geschichte und ihre Akteure – als Autor und Historiker, als Pole und Bewohner Dresdens. Die Romane spielen in der „Sachsenzeit“: Von 1697 bis 1763 wurden das Kurfürstentum Sachsen und das Königreich Polen in Personalunion von August II. und dann von seinem Sohn August III. regiert. Die Ausstellung im Kraszewski-Museum (Nordstraße 28, 01099 Dresden) stellt diverse legendäre Persönlichkeiten des höfischen Lebens an der Elbe vor und gibt Einblicke in dessen Festkultur. Einen genauen Blick richtet sie auf Kraszewskis Romane sowie die Hintergründe und die Entstehung der Filme. Wie entstanden die Filme – wie beurteilte der polnische Schriftsteller August den Starken und den sächsisch-polnischen Hof? Und wie gestaltete sich das Leben am polnischen Hof, den die Wettiner von 1697 bis 1763 regierten? In der Schau sind zahlreiche Leihgaben aus sächsischen und polnischen Sammlungen zu sehen, darunter Gemälde, Grafiken, originale Filmkostüme sowie Medaillen, Plakate und Ausgaben der Bücher Kraszewskis und weiterer sächsischen Romanschriftsteller aus dem 19. Jahrhundert. Die Ausstellung ist seit dem 10.12.2025 und noch bis zum 25.10.2026 zu sehen.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)