Pirckheimer-Blog

Edition

Mo, 15.12.2025

Ausstellung "Die Tage waren gezählt" in Cottbus. Es werden Bibliophilia der späten DDR und der frühen Nachwende (Zeitraum: etwa 1980 bis 1995) gezeigt.

Cottbus: „Die Tage waren gezählt“

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) präsentiert im Dieselkraftwerk Cottbus (Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus) seit dem 29.11.25 und bis zum 15.02.26 die Ausstellung Die Tage waren gezählt. Künstlerbücher und -zeitschriften mit Originalgrafik und Fotografie aus der späten DDR und Ostdeutschland, die rund 300 Künstlerbücher und -zeitschriften aus dem Zeitraum von etwa 1980 bis 1995 vereint. Die Schau, die sich über sämtliche Ausstellungsräume des Dieselkraftwerks erstreckt, eröffnet einen eindrucksvollen Einblick in ein künstlerisches Feld, das im Spannungsraum zwischen individueller Ausdruckskraft und kollektiver Praxis der späten DDR und den Nachwendejahren entstand. Ergänzt wird die BLMK-Präsentation durch Fotografien, Zeichnungen und Malereien, die als Vorarbeiten oder Nachwirkungen der Publikationen entstanden sind. Die Ausstellung, die das Who-is-who der (alternativen) Kunst-Szene in der DDR zeigt, ist eine Kooperation mit dem Getty Research Institut in Los Angeles sowie dem Poesie schmeckt gut e. V. mit Sitz in Jena. Und – unter dem Webseiten-Link des BLMK gibt es alle wichtigen Infos dazu.
 
(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 14.12.2025

Der komplette "Grimmschrat", die Bände 1 bis 5. Der himmelblaue ist der neue, der Gretel-Band des hoch ambitionierten Unterfangens, das nun – zum "guten Ende" – auch noch einen Schuber bekam. Top-Tipp!

Schrat in Höchstform: Band 5 der Grimmschen Märchen erschienen

„Und das haben wir jetzt davon: Ein Jahrhundertwerk in fünf Bänden.“ So beschreibt es Felicitas Hoppe in ihrem euphorischen Geleit für den letzten, den fünften, den Gretel-Band des in Sachen Märchen wohl ambitioniertesten Projekts der letzten Jahre: den jetzt schon ikonisch zu nennenden Grimmschrat, der vollständig neu illustrierten und edierten Henrik-Schrat-Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm, erschienen bei Textem in Hamburg. Und natürlich ist der letzte Band des Werks, das Henrik Schrat Jahre beschäftigte, wunderschön – quietschhimmelblau mit einem edlen silbernen Buchschnitt (Hardcover, Leinen, 288 Seiten, etwa 350 Abbildungen, 34 Euro), weswegen er auch – der Glitzernde heißt in der feinen Reihe, die alle Märchentexte der Grimms versammelt, gestaltet von Interkool/Christoph Steinegger. Nun, und vor allem: komplett durchillustriert vom Schrat, seines Zeichen auch Mitglied unserer Gesellschaft, samt Cameos aus der Jetztzeit, Herzschmerz und Gruselbusel, Lititi und Märchenwucht auf höchstem Niveau. Jawohl, das muss die Welt in ihrer bibliophilen Ausformung bewegen. Wer also für Weihnachten noch nach Schönblättrigem Ausschau hält, die Suche ist hiermit beendet. Es kann noch beim Schrat geordert und auch abgeholt werden bis zum 24.12. – es gibt auch Schenkrikel und für die Komplettisten einen feinen Schuber (für 20 Euro). Und wer wollte das nicht sein unter den einschlägigen Büchernarrn: ein Komplettist. Man eile sich. Der Direktkontakt zum Schrat hier, Kontakt zum Verlag hierüber. 

(André Schinkel, in seiner Erscheinungsform als Märchen-Elf)

Fr, 12.12.2025

Judith Schalansky, 2012 im Kartenlesesaal im Haus Potsdamer Straße. Am 21.01.26 stellt sie den MÄRZ-Reader in der 'Stabi' Berlin vor. | © Foto: Stabi Berlin

Das Buch als Gedächtnis der Welt

2024 fand in Paris eine internationale Konferenz zum Werk der vielfach ausgezeichneten Autorin und Buchgestalterin Judith Schalansky statt. Die Bedeutung des Buchs als materiales Objekt für ihr Schaffen zu erkunden, war Ziel dieser von Mandana Covindassamy, Agathe Mareuge und Bénédicte Terrisse organisierten Veranstaltung. Denn Judith Schalanskys zügelloses, ja, und ganz überwiegend in der Staatsbibliothek zu Berlin ausgelebtes Interesse an der Buchgeschichte ist konstitutiv für ihr Werk: Was bisher nicht als Literatur galt, wird von ihr in einen ausgeweiteten Literaturbegriff aufgenommen, vom Insularium der Renaissance bis hin zum Schulbuch des 20. Jahrhunderts. Der nun vorzustellende Tagungsband – als Reader Ende 2025 im Berliner Verlag MÄRZ erschienen und von Judith Schalansky selbst gestaltet – denkt Inhalt und Form daher auch zusammen. Der Reader versammelt nicht allein die wissenschaftlichen Konferenzbeiträge von 13 Forschenden, sondern zudem Proben jenes Materials, das diese überhaupt erst ermöglichte. Der Band wird am 21.01.26, 18 Uhr, im Dietrich-Bonhoeffer-Saal (Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin) der Stabi vorgestellt. Um Anmeldung wird gebeten. Autorin und Initiatorinnen werden anwesend sein.

(André Schinkel/Staatsbibliothek zu Berlin/Pressemitteilung)

Di, 02.12.2025

Mit Franz Fühmann 1976 in Schlagenthin (oben). Die Künstlerin Núria Quevedo und Pirckheimer Armin Schubert (unten) waren viele Jahre eng befreundet. Auch mit den "Bücherkindern" war Núria Quevedo verbunden, deren "Pax questuosa" ist ihr gewidmet.

Große Trauer um Núria Quevedo

Wie soeben unser Pirckheimer-Freund, der Mentor und Prinzipal der Bücherkinder Brandenburg, Armin Schubert, mitteilt und eben erst bekannt wurde, ist die große Künstlerin Núria Quevedo (1938–2025) in ihrer Wahlheimatstadt Berlin gestorben. Schubert, der mit Quevedo viele Jahre eng befreundet war, schreibt: „Mein Gott, nun auch noch Núria Quevedo; sie starb am 22. November des Jahres, und (das) erschüttert mich tief. Seit 1976 sind wir, begonnen mit Franz Fühmanns Roman für Kinder, Prometheus, miteinander verbunden. Das hat gehalten über all die Jahre. Zuletzt waren wir in Chemnitz dabei, als sie den Schmidt-Rottluff-Ehrenpreis bekam.“ Und weiter heißt es: „... durch sie haben wir auch Barcelona kennen und lieben gelernt. In meiner Sammlung sind viele gute Kunstwerke; erst jüngst haben wir die große Farblithografie Jeder, der seinen Weg geht ... zu einem Gedicht von Antonio Machado für die Eröffnung der Friedensdekade 2025 in der Petrikapelle beim Dom zu Brandenburg als Impuls verwendet.“ Núria Quevedo wurde am 18. März 1938 eben in Barcelona geboren, sie war die Tochter republikanischer Emigranten und lebte seit 1952 in Berlin, ab 1997 auch in Sant Feliu de Guíxols in der katalanischen Provinz Girona. Sie studierte von 1958 bis 1963 an der Weißenseer Kunsthochschule bei Arno Mohr, Klaus Wittkugel und Werner Klemke, war von 1968 bis 1971 Meisterschülerin bei Klemke. Ihr unverkennbares und umfängliches, zunächst grafisches, später auch malerisches Werk wurde vielfach geehrt und ausgezeichnet. Mit Brandenburg an der Havel war sie über Armin Schubert, Christa Wolf, die Galerie Sonnensegel, die Bücherkinder vielfältig verbunden, stellte in der Domstadt aus, arbeitete mit Schülerinnen und Schülern und war auch an den Buchprojekten der Bücherkinder beteiligt – eines der Bücher, Pax questuosa, ist ihr und Anna Seghers (1900–1983), deren Aufstand der Fischer von St. Barbara sie 1981 (wie auch die Erzählung Kassandra von Christa Wolf (1984)) illustrierte, als Hommage gewidmet. Sie arbeitete auch zu einigen Vertretern und Vertreterinnen der Sächsischen Dichterschule: Volker Braun, Karl Mickel, Kerstin Hensel. Núria Quevedo war mit dem Dokumentarfilmregisseur Karlheinz Mund verheiratet. Ihr Werk ist in zahlreichen großen Häusern wie der Neuen Nationalgalerie vertreten. Mit anderen Berliner Künstlerinnen gründete sie 1992 die Künstlerinnen-Initiative Xanthippe e. V. Zuletzt waren ihre Arbeiten 2023/24 in Chemnitz (Kunstsammlungen am Theaterplatz) zu sehen.

(André Schinkel via Armin Schubert)

So, 16.11.2025

book art center Halle und Dichterkreis Halle: 2 x 17 Arbeiten in Text und Bild finden sich im ganz neuen b.a.c.H.-Taschenkalender 2026. Es ist dies die erste Zusammenarbeit beider Künstler:innen-Kollektive. Der Kalender wurde 500-mal gedruckt und kostet 29 Euro. Er wurde am 03.11.25 erstmals präsentiert.

book art center Halle: Kalender

1991 gründeten Studierende der Germanistik den dritten Halleschen Dichterkreis, eine offene Runde von Autor:innen, die sich regelmäßig trifft, um ihre jeweils aktuellen, noch unfertigen Texte zur Diskussion zu stellen. Dank der Arbeit in dieser Runde ist schon eine beachtliche Zahl an Gedichtbänden, Erzählbänden und Romanen auf den Weg gebracht worden ... Seit 2014 gibt es das Künstler:innenkollektiv book art center Halle, kurz b.a.c.H. Es veröffentlicht unter anderem seit 2015 einen Taschenkalender, der jedes Jahr aufs Neue unter einem bestimmten Motto 12 bis 14 Künstler:innen mit ihren Arbeiten vereint. Die Künstlerinnen des b.a.c.H. haben überwiegend an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle studiert. Neben den eingestreuten Illustrationen bietet der Kalender im Taschenbuchformat in der Wochenübersicht reichlich Platz für Notizen, eine Sammeltasche bewahrt wichtiges Kleinod. Nun – für das Jahr 2026 – haben sich das book art center Halle und der Hallesche Dichterkreis zusammengefunden, um den Kalender für das kommende Jahr gemeinsam zu gestalten. Diese Kooperation symbolisiert das große &-Zeichen als leuchtenden Iris-Siebdruck auf dem blau melierten Leinenumschlag. So feiern wir auch 2026 als Jahr der fruchtbaren Zusammen­arbeit – denn ein bisschen mehr Wir ist für alle gut, oder? Der b.a.c.H.-Taschenkalender 2026, der am 03.11. im Rahmen des Wir-Festivals seine Premiere feierte, kostet 29 Euro, die Auflage ist limitiert auf 500 Exemplare. Er kann via Mail: post@bookartcenterhalle.de, bestellt werden.

(Petra Reichenbach/Pressemitteilung)

Fr, 14.11.2025

„Allerleigrau & Venedig“ für 2026

Neues aus der Sonnenberg-Presse mit Sitz in Chemnitz und Kemberg: Für das kommende Jahr erschien der 28. Originalgraphische Kalender unter dem Titel Allerleigrau & Venedig mit Grafiken von Andrea Lange und von Bettina Haller. Es handelt sich um ein Kalendarium für 2026 im Handsatz, Buchdruck auf Hahnemühle-Büttenpapier, Druck erfolgte auf Zylinderandruckpressen in Kemberg und Chemnitz durch die Künstlerinnen. Kalenderformat: 60 x 47 cm, Format der Grafiken zirka 50 x 35 cm sowie 42 x 29,7 cm, Umfang: 14 Seiten. Die Ringbindung besorgte Holger Eggert (druckwerkstatth magdeburg). Die Verkaufsauflage für den Allerleigrau & Venedig-Kalender beträgt 42 signierte und nummerierte Exemplare, eines der guten Stücke ist für 320 Euro zu haben – im Abonnement wird der Kalender zu den vereinbarten Konditionen abgegeben. Die Einzel-Grafiken können auf der Webseite der Sonnenberg-Presse eingesehen werden. In der kleinen, aber überaus feinen Edition erscheinen auch die LyrikHefte, die bisher in 33 Text- & Grafik-Ausgaben vorliegen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 13.11.2025

LBA: "Bücherlust" im HdB. | © by Ekkehard Schulreich

LBA: Von der „Lust auf die Bücher“

„Bücherlust“ verbindet Qualität von Text, Druck, Gestaltung: Über 120 Jahre ist das Maßstab des Leipziger Bibliophilen-Abends. Ausstellung im Foyer des Literaturhauses Leipzig gibt Einblicke

Von Sperontes’ Singender Muse an der Pleiße bis zur neuesten Edition der Reihe 24x34. Grafik öffnet sich ein Kosmos – die Jahresausstellung Bücherlust. Die Drucke des Leipziger Bibliophilen-Abends 1904 bis 2025 im Literaturhaus Leipzig gibt Einblick in die Drucke des LBA von seinen Ursprüngen bis in die Gegenwart. Zu sehen ist nicht nur ein angesichts der Begrenztheit des Foyers und der intensiven Publikationstätigkeit in all den Jahrzehnten kleiner Teil an Büchern, Mappen, originalgrafischen Blättern. Plakate, Flyer, Einladungen vermitteln darüber hinaus einen Eindruck von den LBA-Aktivitäten und zeigen, dass auch dabei auf gestalterische Qualität Wert gelegt wird.

Was mich so fasziniert: Der LBA ist nicht geradlinig, nicht einseitig. Wir sehen ein Geflecht an Drucktechniken, Einbänden, literarischen Inhalten“, sagte Eberhard Patzig zur Vernissage am 07. November. Er sprach von einem „Universum“. Gemünzt war das auf die Drucke aus der Anfangszeit des Vereins, zu sehen in zwei Vitrinen am Eingang. Darunter – ein Hauptwerk – die Festschrift zum 25-jährigen Bestehen 1929: Die Leipziger 99; ein Titel, der auf die damalige Begrenzung der Mitgliederzahl abzielte. Der Befund trifft aber für die Schau als Ganzes zu. Für Eberhard Patzig und für Thomas Glöß, die diese 12. Ausstellung eine Reminiszenz und ein Abschiedsgeschenk: Zwölf Jahre waren beide an der Spitze des Vereinsvorstandes des Leipziger Bibliophilen-Abends tätig.

„Längst werden wir über unsere Publikationstätigkeit identifiziert“, sagte Thomas Glöß. Er verwies darauf, dass die Wiederaufnahme dessen bereits in den letzten Jahren der DDR begann – angestoßen durch Herbert Kästner, der die Leipziger Regionalgruppe der Pirckheimer leitete, die Wiedergründung des Leipziger Bibliophilen-Abends vorantrieb und heute Ehrenmitglied ist. 

Wie breit das Spektrum ist, wie faszinierend, erschließt sich dem Besucher bei einem Blick in die Vitrinen, beim Wandeln zwischen den Stellwänden. Da ist die Schriftbild-Reihe, beispielhaft Nummer 05: Hanns Eisler Dr. Faustus mit Schablithografien von Michael Triegel. Da sind die Leipziger DruckeGilgamesch mit Radierungen von Reinhard Minkewitz (Nr. 17) und Blaubart mit Farbholzschnitten von Klaus Süß (Nr. 19). Da sind die Paradiesischen Dialoge, die mit Edition sieben ihren Abschluss jetzt gefunden haben – zum Beispiel Gedichte Hans-Eckhardt Wenzels und Lithografien von Johannes Heisig (Nr. 01) – und Das Lied von der Erde mit Lithografien von Sighard Gille (Nr. 05). Da ist die Reihe 24x34. Grafik. Der aktuelle neunte Druck vereint einen Text von Wilhelm Bartsch und eine Aquatinta-Radierung von Wolfgang Buchta.

Eine Klammer um beide Vereine – den Leipziger Bibliophilen-Abend, der von 1904 bis 1933 bestand, und den 1991 wiederbelebten – bildet die ausgestellte Jahresgabe 2023. Sie zeigt die vier Exlibris des LBA: jene von Bruno Héroux und Walter Tiemann aus der Anfangszeit und jene von Oswin Volkamer (1996) und endlich Robert Schmiedel (2023) ... Die Ausstellung im Foyer des Literaturhauses in Leipzig (Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig) ist bis zum 08. Januar 2026 zu sehen.

(Ekkehard Schulreich)

Di, 11.11.2025

„Andere Bücher 2025“ in München

Seit dem Jahr 2006 präsentieren sich am ersten Adventswochenende im Literaturhaus München (am Salvatorplatz 01 in 80333 München) unabhängige Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und zeigen ihre besonderen Bücher und Programme mit viel Herzblut: Prosa, Pop und Poesie, literarische Neu- und Wiederentdeckungen sowie illustrierte Bücher und Graphic Novels, Kinderbücher und Kalender, druckgrafische Werke und buchkünstlerische Editionen. Im gesamten dritten Obergeschoss werden unabhängige Verlage von ihren Macherinnen und Machern selbst vorgestellt ... Bücherliebende wie Verlegende zusammengebracht. Mit dabei: traditionsreiche Verlage sowie Neuentdeckungen. Andere Bücher, schöne Bücher und mutige Bücher – hier findet man sie. Die Messe findet am Samstag, den 29.11., von 11 bis 18 Uhr, und am Sonntag, den 30.11.2025, ebenfalls 11 bis 18 Uhr, statt, der Eintritt ins Literaturhaus ist frei. Zu den ausstellenden Verlagen gehören unter anderem Aviva (Berlin), CulturBooks (Hamburg), edition fünf und der Eisele Verlag (München), die Edition Moderne und der Geparden Verlag (Zürich), Guggolz sowie Jaja, Kibitz, Korbinian, Transit, Reprodukt, März, Secession und der Verbrecher Verlag aus der Hauptstadt. – Es stellen außerdem aus: Wallstein aus Göttingen, der Verlag Das Wunderhorn aus Heidelberg, Antje Kunstmann, Mixtvision und Kjona aus München. Ferner: der Gans Verlag aus Berlin, Voland & Quist (Berlin und Dresden), Rotopol aus Kassel, Strapazin (München und Zürich), kunstanstifter (Mannheim), Leykam (Graz), MaroVerlag (Augsburg), Volk (München) und – der renommierte Peter Hammer Verlag (Wuppertal) n. v. a. Alle Infos zur Messe unter dem Link des Literaturhauses.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Fr, 07.11.2025

Band 5: Grimmschrats Vollendung

Aller guten Dinge sind fünf, und so nimmt es nicht Wunder, dass es nun in Kürze den fünften und abschließenden Band des Grimmschrats zu bewundern gibt und einzuheimsen gilt. Es ist dies die höchst ambitionierte Neuausgabe aller Märchen der Gebrüder Grimm, vollständig neu illustriert und in schöne Bücher gesetzt von unserem Pirckheimer-Freund Henrik Schrat. „... Band 5 Grimm erscheint diesen Monat, ich freu mich irre, Gänsehaut und alles ...“ Ja, so beschreibt es der Künstler selbst, und besser könnte man die Vorfreude auf das abschließende Opus wohl kaum in Worte fassen. Das Bündel am Ende der Werkausgabe wird man dereinst den himmelblauen nennen, schön anzusehen, mit Silberschnitt und natürlich wieder einer Reihe Cameo-Auftritten der Sponsoren und Förderer im Bildwerk. Sechs Jahre Arbeit finden so ihren glücklichen Abschluss. Ja, und auch ein Schuber für die Gesamtausgabe ist nun bestellbar. Die Premiere für Band 5 steht bereits fest: Am 22.11. um 19 Uhr wird im Haus für Poesie in der Kulturbrauerei gefeiert, dass das Rumpelstilzchen quietscht (Knaackstraße 97, 10435 Berlin). Der Eintritt ist frei, Kostümierung ausdrücklich erlaubt. Alle Informationen und erste Einblicke in das abschließende Meisterwerk in Märchen gibt es hier. Nun denn: Ihr Pirckheimerlein kommet und sehet, was der Schrat uns für die Regale bescheret hat!

(André Schinkel)

Do, 06.11.2025

Der LBA lädt zur Vernissage von "Bücherlust" am 07. November um 18 Uhr ins Literaturcafé im Haus des Buches ein. Es werden die Drucke aus der bewegten Geschichte des Vereins (von 1904 bis 2025) gezeigt.

LBA: „Bücherlust“ von 1904–2025

Der LBA lädt zur Ausstellungseröffnung von „Bücherlust“. Die Drucke des Leipziger Bibliophilen-Abends 1904–2025 am 07.11. um 18 Uhr ins Literaturcafé im Haus des Buches (Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig) ein. Die wechselvolle Geschichte des Vereins lässt sich am besten mit den Dingen präsentieren, die sein Wesen ausmachen – mit seinen Drucken: Ganz gleich, ob es sich dabei um Ausgaben des von 1904 bis 1933 existierenden „alten“ oder des 1991 wiedergegründeten „neuen“ LBA handelt, die Qualität von Text, Gestaltung und Druck war immer der Maßstab – und ist es bis heute. Für eine Standortbestimmung und Neuausrichtung ist es von Zeit zu Zeit geboten, Bilanz zu ziehen. Zuletzt geschah dies 2016f. mit der Ausstellung Gedrucktes bleibt. 25 Jahre Wiedergründung des Leipziger Bibliophilen-Abends. Seitdem sind viele neue Drucke entstanden, und damit bietet sich die Gelegenheit, diese in den Kontext der gesamten Publikationstätigkeit des LBA zu stellen. Die Schau zeichnet mit den Büchern, Mappenwerken, Grafiken des Vereins ein beeindruckendes Bild von der Vielfalt des grafischen und buchkünstlerischen Schaffens in Leipzig in einem Zeitraum von 120 Jahren. Der Eintritt ist frei. Das HdB liegt inmitten der Messestadt und ist leicht erreichbar.

(André Schinkel via Thomas Glöß/Pressemitteilung)

Sa, 01.11.2025

Entwerter/Oder: Die „Blätter für Licht“ im „Zeitschriftenunwesen“

Entwerter/Oder: Die „Blätter für Licht“ und das sogenannte „Zeitschriftenunwesen“ heißt die neue Ausstellung des Freundeskreises Willy-Brandt-Haus e. V. (Stresemannstraße 28 in 10963 Berlin), die vom 07. November 2025 bis zum 12. April 2026 zu sehen ist. Im März 1982 entstand in Ostberlin mit Entwerter/Oder eine originalgrafische Künstlerzeitschrift. Ihre Gründer waren: Uwe Warnke und Siegmar Körner. Die Seiten der Zeitschrift wurden von einer Reihe namhafter Künstlerinnen und Künstlern gestaltet und werden bis 2026 nun im Willy-Brandt-Haus gezeigt. 500 Beteiligte aus 15 Ländern haben sich an insgesamt 130 Ausgaben der Zeitschrift beteiligt. Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus allen Schaffensperioden mit Fokus auf die 1980er Jahre. Zu sehen sind Grafiken aller Techniken, Fotografien, Objekte, Handschriften und Texte. Die Publikation war ein Versuch, eine Zeitschrift jenseits von Genehmigungs- und Kontrollverfahren zu gestalten, selbstbestimmt zu agieren und den Arbeiten von jungen Beiträgerinnen und Beiträgern ein Podium zu bieten. Mit dabei waren unter anderem Claus Bach, Kurt Buchwald, Harald Hauswald, Ruth Wolf-Rehfeldt, Strawalde und Peter Wawerzinek. Anlässlich der Ausstellung wird im November 2025 eine letzte Ausgabe von Entwerter/Oder erscheinen. Die Ausstellungseröffnung findet am Donnerstag, den 06.11.2025, um 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) statt. Es sprechen zur Begrüßung Mirja Linnekugel und Dietmar Nietan. Die Einführung in die Schau findet mit Kurator Uwe Warnke („Wir waren jung und auf Ärger vorbereitet.“) im Anschluss statt. Alle Informationen zur Exposition gibt es hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 12.10.2025

Der brandneue Newsletter der FISAE (518) würdigt u. a. die jüngste Ausgabe der "Marginalien" (Heft 258).

Marginalien im FISAE-Newsletter

In seinem soeben versandten FISAE-Newsletter 518 würdigt Klaus Rödel einmal mehr das neu erschienene Heft der Marginalien (Ausgabe 258, 2025/3) und bringt neben dem Inhaltsverzeichnis auch das Editorial von Redaktionsleiter Till Schröder in zehn Sprachen. Und neben einer reichen Auswahl Bilder aus der Nummer wird auch explizit die Originalgrafische Beilage mit vier teils fein kolorierten Holzschnitten Peter Zaumseils, gedruckt von Bettina Haller, gewürdigt, im Fall von Rödels Exemplar ist das das Blatt Baumgruppe (in der Abbildung der Druck oben rechts). Weiter berichtet der mit 32 Seiten diesmal recht umfängliche Newsletter von der 12. Welttriennale für Druckgrafik, die von September bis November in Chamalières und in 11 weiteren Partnerstädten stattfindet und in deren Zentrum die Exposition in der Städtischen Kunstgalerie, die dem gravierten Werk von Pierre Soulages gewidmet ist, steht. Und ein Porträt Olli Ylonens im Dschungel findet sich, während der Triennale in der Mittelalterburg Malbork samt Herzchen aufgenommen. Fein!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 10.10.2025

Volker Stelzmann: "Prometheus", 1982, Radierung auf Büttenpapier – Teil der "Prometheus"-Mappe.

„Panik im Olymp“: Vortrag in Jena

Roland Rittig spricht heute um 18.30 Uhr in der Kunstsammlung Jena (Markt 07, 07743 Jena) über das legendäre Mappenwerk Prometheus 1982 – das zunächst im Auftrag des Kulturbunds der DDR entstand und dann in Ungnade fiel und verboten wurde. Es enthält Texte und Grafiken der Crème de la Crème der damaligen Szene: mit Arbeiten von Willi Sitte bis Werner Tübke und Texten von Volker Braun bis Wilhelm Bartsch. Die Mappe entstand anlässlich des 150. Todestags Goethes. Im Rahmen der Ausstellung So viel Silber im Grau soll ein Vortrag des Initiators die Mappe in den Fokus rücken. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu einem Besuch in der Ausstellung. Rittig war viele Jahre Lyrikdozent an der halleschen MLU, zu seinen Schülern gehörten u. a. Ralf Meyer und André Schinkel, er lebt in Zeitz und machte sich um die Wiederentdeckung Ernst Ortlepps verdient. Anmeldungen zu Vortrag wie Besuch der Schau werden unter der Nummer (03641) 498250 erbeten.

(Othmar Kasulke/Pressemitteilung)

Do, 18.09.2025

Sylvia Döhler · Uwe Klos: „Hortus luminis: Pflanzen im Licht“

Was für ein Titel für eine Ausstellung: Hortus luminis: Pflanzen im Licht. Schön und leuchtend bis in die Tiefen eines fließenden Lichts in den Pflanzen, wie es mystisch schon in den großen Köpfen des Mittelalters schwebte und bis heute, in Wackelzeiten wie diesen zumal, nachhallt. Ein bissel was davon bekommt man ab dem 27. September im Museum Schloss Moritzburg in Zeitz (Schlossstraße 06, 06712 Zeitz) zu sehen: Wandbehänge und Leuchtobjekte der Erfurterin Sylvia Döhler, Fotogramme und bibliophile Bücher von Pirckheimer-Freund Uwe Klos aus Cossengrün. „Die Ausstellung zeigt, dass die florale Welt für beide Künstler nicht nur ästhetische Motive und formale Mittel bereithält, sondern als wiederkehrende Erscheinung Bestandteil ihres Lebens ist und ihr schöpferisches Handeln prägt.“ Die Eröffnung der Exposition findet am Sonnabend, den 27.09., um 15 Uhr statt, es spricht zur Vernissage die Kunsthistorikerin Anna Lehmann-Ertel aus Gera. Ort der Schau ist der Festsaal des Schlosses. Am 25.10. bietet Uwe Klos eine Fotogrammwerkstatt an, die um 11 Uhr beginnt. Für den Workshop werden 15 Euro erhoben, Anmeldungen sind unter der Nummer (03441) 21 25 46 erforderlich. Der Eintritt zur Vernissage ist frei. Alle Informationen zur Schau finden sich hier. – Die Ausstellung Hortus luminis ist bis zum 01.03.2026 in Zeitz zu sehen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 16.09.2025

"Das große runde rote Dings hüpft" ist der 47. Druck der Edition Einstein – in der Buchreihe "Das andere Kinderbuch" erscheinen feine Künstlerbilderbücher.

Neu in der Edition Einstein: „Das große runde rote Dings hüpft“

Neues von der Edition Einstein von Hans Witte (Edition Einstein, Galerie für Buchdruckkunst, Deitlevsen 01, 31860 Emmerthal in Niedersachsen): „Liebe Freunde und Freundinnen der Edition Einstein, hier kommt eine wichtige Information! Der neue Band Nr. 47 meiner Reihe Das andere Kinderbuch erscheint in der ersten Oktoberhälfte. Darin zeigt das große runde rote Dings zehn Kunststücke in einer Auflage von 15 handgedruckten Exemplaren.“ Die Edition Einstein wurde 1989 als Handpressen-Verlag von dem Buchkünstler, der in ihm mit Hilfe einer Andruck-Presse aus den fünfziger Jahren, einem umfassenden und immer noch wachsenden Bestand alter und moderner Blei- und Holzschriften sowie Bild-Klischees und einer gleichsam wachsenden Lust am Herstellen von Druckwerken arbeitet, gegründet. Die Buchreihe Das andere Kinderbuch ist ein wesentlicher Schwerpunkt bibliophilen Verlagsarbeit Hans Wittes. Er schreibt dazu: „Damit gehören wir weltweit zu dem sehr kleinen Kreis von Editionen, die regelmäßig Künstlerbilderbücher publizieren. Etwa die Hälfte unserer Ausgaben werden noch in der historischen Manier des Johannes Gutenberg Blatt für Blatt auf der Handpresse erstellt. Inhaltlich finden sich in dieser Reihe sowohl die klassischen Themen wie Struwwelpeter, ABC, Rattenfänger von Hameln oder Märchen, aber auch ganz freie, kreative und experimentelle Formen. Stilistisch sind diese Ausgaben vor allem geprägt von der Collage und von typographischen Elementen.“ 2025 erschienen bereits: Das Buch voller Vehler (vier Andrucke), und: ABC für liederliche Kinder (zehn Bögen). Alle Infos dazu hier. 

(André Schinkel /Pressemitteilung)