Pirckheimer-Blog

Edition

Fr, 14.08.2026

Thomas Franke liest wieder in Bonn: am 27.08.2026.

In Bonn: „Oh, du Grimmische Welt“

Zeit wird es: Der künstlerische Tausendsassa und Pirckheimer-Freund Thomas Franke geht wieder auf Bonn-Tournee. Am Donnerstag, den 27. August 2026, ab 19.30 Uhr (Beginn der Lesung), liest er in der Altstadtbuchhandlung Büchergilde (Breite Straße 47, 53111 Bonn) daselbst unter dem vielversprechenden und – genial erwählten Thema Oh, du Grimmische Welt – Hans Dumm, Bruder Lustig und Fundevogel exclusivst „einige Märchen der Brüder Grimm im originalen Aufschrieb, in schelmischer Verzückung von mir dahingeplappert.“ Ein nicht unwesentlicher Fokus liegt nebst einigen Evergreens auf den weniger bekannten Texten der „Grimmischen“ Märchenwelt. Karten gibt es im Vorverkauf für 12 Euro (inkl. Getränk und Knabberei) in der Büchergilde, T: (0228) 63 67 50.

(André Schinkel)

Di, 30.06.2026

Björn Kuhligk: zu Gast bei Favoritenpresse & Friends.

Björn Kuhligk am Richardplatz

Tolle Meldung: Die Berliner Favoritenpresse eröffnet im kommenden Herbst eine eigene Galerie in Berlin-Neukölln (Richardplatz 07, 12055 Berlin); und weil das ein Anlass zur Freude ist, lädt sie für das erste Juliwochenende am 04. und 05.07. zu einer Art Voreröffnung ein. Ja: Zu Gast wird an diesen Tagen Björn Kuhligk sein. Der Dichter und Fotograf ist ein echtes Hauptstadtgewächs und deren jeweiligen Kiezen mit Linse und Stift auf der Spur. In seinem neuen Bild- und Textband bei den Favoriten spürt er Schönefeld nach, jenem 20.000-Leute-Ort am BER, von dem man vielleicht nicht so genau weiß, ob er wirklich existiert, obwohl er in aller Munde ist ... Diese Ambivalenz bannt Kuhligk, der am 04. und 05. Juli bei Favoritenpresse & Friends vor Ort sein wird, in beeindruckende Bilder. Die Galerie ist von 12 bis 21 (Sa) bzw. 12 bis 18 Uhr (So) geöffnet. Den Band Schönefeld gibt es für 40 Euro beim Verlag, für Sammler auch mit exclusiven Vorzugsabzügen in drei Motiven. Fein.

(André Schinkel via Robert Grieger)

Mi, 24.06.2026

Vierzig: ‹usus› feiert bei Klingspor

Gute Nachricht aus dem Hause ‹usus›: die beiden in Offenbach am Main ansässigen Betreiberinnen des Labels Uta Schneider und Ulrike Stoltz feiern im Herbst vierzig Jahre Koorperation unter dem aus ihren Namens-Siglen bestehenden Kürzel. Und für die Feier von 40 Jahre Zusammenarbeit & Improvisation haben die zwei eine hochfeine Location aufgetan, denn: ‹usus› feiert im Klingspor Museum (Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main). Wann soll das sein? Am 23. Oktober 2026 soll das sein, von 17 bis 22 Uhr. Auch im Vorfeld lohnt es sich, das Klingspor zu besuchen: Noch bis zum 16. August ist dort noch die Sonderschau Powerful Textures. Sprache in Textil zu sehen. Aber die ganz große Partysause fällt in den Herbst. Das ‹usus›-Atelier befindet sich in der Bernardstraße.

(André Schinkel)

"Lucky Luke – Morris’ einsamer Westernheld" wird ab 02.10.2026 bis zum 28.03.2027 in Berlin zu sehn sein.

... Morris’ einsamer Westernheld

Was passiert, wenn Jacob und Wilhelm Grimm mit ihren Märchen im Wilden Westen landen? Genau das erzählen Flix und Reinhard Kleist in ihrem neuen Comic-Album Die Grimm Brothers – eine Geschichte über Schneewittchen und Froschkönig, zwischen Saloons und Prärie, über zwei Gelehrte außerhalb ihrer Komfortzone und über Lucky Luke, der den beiden natürlich zur Stelle ist, wenn es brenzlig wird. Dies war letzten Dienstag Thema im Museum für Kommunikation Berlin bei der Vorstellung des neuen Hommage-Band zum 80. Jubilate von Lucky Luke. Dort wurde zum ersten Mal die neue Ausstellung im Museum angekündigt. In Zusammenarbeit mit Flix (vgl. die Abbildung) ist diese noch in Arbeit und wird sich mit dem einsamen Westernheld beschäftigen. Da diese sich noch in Konzeption befindet, war man noch vorsichtig mit weiteren Informationen. Die Aufregung ist aber bereits enorm groß, wie man spürte. Gezeigt wird sie von Oktober bis März. Das Museum für Kommunikation befindet sich in der Leipziger Straße 16 in 10117 Berlin. Vormerken!

(Robert Grieger)

Sa, 20.06.2026

In der Museums-AKADEMIE – Henry Günther im Kunstmuseum zu Gast

Eine besonderes Datum steht im Kunstmuseum Ahrenshoop an: Im Rahmen der Museums-Akademie ist am Donnerstag, den 25. Juni 2026, um 19 Uhr der Künstler, Autor, Büchermacher und Pirckheimer-Freund Henry Günther, der Verleger der BuchKunstBalance und die gute Seele der ArtGrafik Ahrenshoop zu einem Podiumsgespräch samt Lesung eigener Texte und Bildervorführung zu Gast. Die Museums-Akademie Fischland-Darß ehrt damit einen der Kulturmotoren der Region im hohen Nordosten und darüber hinaus – Günther ist auch innerhalb der Pirckheimer weit vernetzt, unterstützt etwa die Bücherkinder und die Galerie Sonnensegel in Brandenburg (Havel) und hat dank der ArtGrafik dem Kunstdorf Ahrenshoop auch in Grafik- und bibliophilen Kreisen zu neuem Klang verholfen. Zur Veranstaltung ist vorab in der Einladung zu lesen: „Seit 1990 gab Henry Günther die Edition Balance heraus, hatte 1994 bereits seine erste Personalausstellung in NY, 2001 erlebt er 9/11 hautnah – 2012 wird mit der Reihe Poetische Miniaturen ein neuer künstlerischer Schwerpunkt seiner Arbeit deutlich. (...) Freuen wir uns auf nocturnes. Ahrenshooper Gedichte, Strandgut und vieles mehr von und mit Henry Günther.“ Zum Gespräch und zur Lesung werden die Arbeiten Helge Leibergs gezeigt, mit dem Henry Günther immer wieder in Kollaboration tritt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Das Café im Kunstmuseum hat geöffnet und wird für die Versorgung mit warmen und kalten Getränken zur Verfügung stehen. Das Museum befindet sich an folgender Adresse: Weg zum Hohen Ufer 36, 18347 Ahrenshoop – Einlassbeginn: 18.30 Uhr. Die Graphische Kunst (Heft 1+2/2025) würdigt im Vorfeld das Werk Henry Günthers ausdrücklich.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 19.06.2026

Die "Schönsten Deutschen Bücher" 2026 stehn fest und sind bei der Stiftung Buchkunst anzuschauen.

„Schönste Deutsche Bücher“ 2026

Einmal im Jahr kürt die Stiftung Buchkunst die Schönsten Deutschen Bücher des Jahres, so auch 2026. Das Prozedere beschäftigt auch jährlich zwei Jurys aus Expertinnen und Experten. Die Auswahl deckt ein breites Spektrum ab: In jeder der fünf Kategorien werden jeweils fünf Bücher ausgezeichnet: Allgemeine Literatur; Wissenschaftliche Bücher, Fachbücher; Lehrbücher, Ratgeber, Sachbücher; Kunstbücher, Fotobücher, Ausstellungskataloge und Kinderbücher, Jugendbücher (vgl. Abbildung). Die Bücher werden deutschlandweit und darüber hinaus in Ausstellungen und diversen Veranstaltungen vorgestellt. So werden die prämierten Exponate im Frankfurter Literaturhaus im Foyer gezeigt, desweiteren in zahlreichen Bibliotheken und Buchhandlungen. Auch Lesungen und Gespräche sind geplant, so wird etwa am 01. Juli Oswald Egger mit seinem von der Stiftung ausgezeichneten Neu-Werk Oskar Fiala und das Prinzip der kleinsten Wirkung im PalaisPopulaire in Berlin zum Terrassengespräch erwartet. Alle ausgewählten Schönsten Bücher 2026 finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 17.06.2026

Fledermauslesung für die Familie im Naturschutzzentrum Eriskirch

Einladung zum großen Fledermausabenteuer! Ja, manchmal muss es Fledermaus sein, und die hat ihren großen Auftritt im Naturschutzzentrum Eriskirch (Bahnhofstraße 24, 88097 Eriskirch), in der Nähe von Friedrichshafen am Nordufer des Bodensees. In der offiziellen Einladung zum Event heißt es: „Liebe Fledermausfreunde, liebe Sandor-Fans, am Samstag, den 11. Juli, 17 Uhr, flattert die beliebte Kinderbuchfigur Sandor im Naturschutzzentrum Eriskirch. Kinderbuchautorin Dorothea Flechsig liest aus ihrem Buch Sandor – Fledermaus mit Köpfchen. Nach der Lesung startet eine Führung mit Sabine Arnoscht Auf den Spuren von Sandor durch den Auenwald ... Viele Jahre arbeitete Dorothea Flechsig als Journalistin für verschiedene Zeitungen und Magazine. Inzwischen veröffentlicht sie Geschichten für Kinder. Ihre beliebte Sandor Fledermaus-Reihe wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Sandor und sein Freund Jendrik zeigen auf erlebnisreiche Weise, wie sich Werte wie Gemeinschaft, Toleranz, Freundschaft und Verantwortung im Alltag pflegen lassen. Nach der Lesung gibt es Zeit für ein gemütliches Vesper um ein Lagerfeuer, bevor wir auf eine gemeinsame Fledermausexkursion in die Dämmerung gehen. Sabine Arnoscht zeigt, wo man im Eriskircher Ried diese faszinierenden Tiere am besten entdecken kann. Für die Lesung sind die Zeit von 17 bis 19 Uhr eingeplant, danach findet das Vesper bis 20.30 Uhr statt. Im Anschluss startet die Führung, die voraussichtlich bis 22 Uhr geht. Um Anmeldung wird gebeten unter der Nummer (07541) 8 18 88. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Alle näheren Event-Informationen finden sich hier.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Di, 16.06.2026

Trauerfeier für Christian Ewald

Soeben treffen die Informationen für die Trauer- und Kondolenzfeierlichkeit für Christian Ewald ein – der Grafiker, Autor und legendäre Verleger der Katzengraben-Presse war am 09. Mai in seiner Wahlheimatstadt Berlin gestorben. Die Abschiedsfeier für Ewald findet am 19. Juni ab 16 Uhr im Rathaus von Friedrichshagen in der Bölschestraße 87 in 12587 Berlin statt. Es kann dort bis 19.30 Uhr kondoliert werden. Die Beisetzung findet am 03. Juli 2026 an Christian Ewalds Herkunfts-Ort statt: Die Urnenfeier in der Friedhofskapelle in Weimar-Ehringsdorf (Hinter dem Friedhof, 99425 Weimar) ist für 13.30 Uhr gesetzt. Christian Ewalds Katzengraben-Presse in Berlin-Köpenick bestand 36 Jahre, ihr Verleger wie auch dessen Bücher und Installationen wurden vielfach geehrt.

(André Schinkel via Matthias Haberzettl)

Mi, 10.06.2026

Große Trauer um Klaus Raasch II

Die Nachricht vom Tod des Hamburger Druckers, Künstlers und Büchermachers Klaus Raasch (1960–2026) – der Blog berichtete gestern – zieht weite Kreise in der bibliophilen Gemeinde des Landes. Soeben erschien der offizielle Nachruf von Annette Kölbel und Matthias Taube, die in seiner Nachfolge die Organisation der BuchDruckKunst übernahmen. In ihm würdigen sie Raasch als den Buchdrucker Deutschlands, bei dem Verlage und Handpressen die besonderen Drucke ihrer Autorinnen und Autoren in Auftrag gaben. „Seine Akribie, sein Farbempfinden, sein tiefes Wissen von dem Zusammenspiel von Papier, Druckstock, Farbe und Druckpresse hat einzigartige Bücher entstehen lassen.“ Und schließlich: „Wir sind sehr, sehr traurig.“ Klaus Raasch starb in der Nacht vom 07. auf dem 08. Juni in Hamburg-Altona. Er wurde 66 Jahre alt. Er hinterlässt Frau und Sohn. Die Trauer- und Gedenkfeier für ihn findet am 25. Juni 2026 um 13.30 Uhr in Hamburg statt.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 09.06.2026

Großer Verlust: Künstler, Drucker und Büchermacher Klaus Raasch ist in der Nacht zu Montag gestorben.

Große Trauer um Klaus Raasch

Wie eben aus verschiedenen Quellen, unter anderem von Matthias Taube und Henry Günther, zu erfahren ist, ist Klaus Raasch, hochgeschätzter Künstler und Büchermacher – mithin „Vater“ der BuchDruckKunst, nach langer, schwerer und tapfer ertragener Krankheit in der Nacht vom Sonntag auf den Montag gestorben. Der Hamburger war eine wichtige und weithin geachtete Persönlichkeit innerhalb der bibliophilen Gemeinde, sein Fehlen wird, auch wenn er viele seiner Angelegenheiten, so die Übergabe der Organisation der BuchDruckKunst und die Auflösung seines Druckateliers Schwarze Kunst, beherzt und umsichtig anging, lange nachhallen und deutlich bleiben. Der 1960 in Wanne-Eickel geborene Raasch lebte seit 1981 in der großen Hansestadt, er war viele Jahre Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, von 1986 an arbeitete er freiberuflich. Bereits im Mai, zur artGrafik in Ahrenshoop, wo er zu den Ausstellern der ersten Stunde gehörte, konnte er nicht mehr anreisen. Ausführlichere Würdigungen zu Klaus Raasch, so durch Matthias Taube, werden sicher bald folgen. 

(André Schinkel)

Mo, 18.05.2026

20.05.: Der Grimmschrat in Kassel

„Ihr Lieben, am Mittwoch gibt’s in Kassel in der Hofbuchhandlung Vietor einen Abend zum Grimmprojekt mit mir ...“, so hebt die Einladung von Künstler, Editeur, Performer und Pirckheimer Henrik Schrat an. „Toll, nochmal in der Heimatstadt der Grimms zu sein, und über das Projekt zu sprechen, und Bilder zu zeigen. Wie verknüpfen sich die Bilder mit der Realität, was steckt dahinter, wie sind die vielen Cameos zustandegekommen? Es gibt so viel zu erzählen ...“ Henrik Schrat hatte es sich zur edlen Aufgabe gemacht, das gesamte Märchenwerk der Gebrüder Grimm in einem mehrere Jahre währenden Großprojekt neu zu illustrieren und zu edieren. Ende letzten Jahres erschien mit dem himmelblauen der fünfte und letzte Band der Ausgabe, fest gebunden, auf feinem Papier, mit Silberschnitt im Thelem Verlag. Und wer den Schrat kennt, weiß, dass seine Auftritte Erlebnisse sind. Über das Grimmschrat-Cameo-System war es im Übrigen möglich, persönlich oder in Form eines persönlich gewählten Orts Teil der Ausgabe zu sein – denn das darüber eingeworbene Sponsoring half das Mammut-Werk zu vollenden und zu realisieren. Diese Neuausgabe der Kinder- und Hausmärchen nebst angeschlossenen Texten enthält alle 240 Märchen und anverwandte Werke, die die Grimms dereinst sammelten. Und Orte wie Kassel (oder Hanau) sind elementar für das Entstehen der Sammlung gewesen. Also – es kehrt der Schrat an einen authentischen Ort für seinen Auftritt. Am 20.05. um 19 Uhr bei Vietor am Ständeplatz 17, 34117 Kassel. Reservierung ist unter der (0561) 13 0 85 möglich. „Ich freu mich sehr, wenn ihr vorbeikommt und wir ein bissel schwätzen können im Anschluss. Bücher werden signiert.“ So der Schrat, in Vorfreude auf den Abend in Kassel.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 14.05.2026

Das "Poesiealbum" ist eine editorische Legende und feiert am 27.05. in der Volksbühne Heft 400: Samuel Beckett, ausgewählt von Ingolf Brökel. Die Reihe ist im Märkischen Verlag in Wilhelmshorst beheimatet.

Volksbühne feiert: „Poesiealbum 400“ (das Buch des Monats im Mai)

Wohl keiner beherrschte das Ausräumen der Textlandschaft so souverän, meisterlich und, jawoll, so beredt auch wie er: Samuel Beckett (1906–1989). Der Großmeister von Watt und der Textes pour rien, der nach einer langen Geduldsschleife mit Warten auf Godot 1953 mit einem Schlag weltweit berühmt wurde, hat Zeit seines Lebens auch Gedichte und anverwandte Formen geschrieben. Es ist deshalb mehr als richtig, Beckett die Jubiläumsausgabe des legendären Poesiealbums, nämlich die Ausgabe 400 der ikonischen Reihe, zuzuweisen. Und die nicht weniger berühmte Volksbühne (Linienstraße 227, 10178 Berlin) feiert das Poesiealbum-Jubiläumsheft! Wo? Im Roten Salon, in der Reihe Parole Text:Buch. Wann? Am 27. Mai 2026, ab 20 Uhr. Wer ist dabei? 1. Ingolf Brökel, der die Auswahl des Heftes besorgt hat und mit 2. Doris Streibl aus der Neuveröffentlichung liest; und 3. Reiner Frei, der in seiner Erscheinungsform als Yref die Gitarre dazu schweben lässt. Was gibt es noch zu sagen? „Seit mehr als einem halben Jahrhundert wird in der Lyrikreihe deutsch- wie fremdsprachige Poesie bedeutsamer Autor:innen aus Gegenwart und Vergangenheit veröffentlicht“, heißt es da in den Linernotes für den Abend. Und: „Von den montageartigen längeren Gedichten aus seinem 1935 erschienenen ersten Gedichtband Echos Gebein, in dem das Chaos noch die Form gibt und das vom Absurden lebt, bis hin zur reduzierten Sprache, hochgradig konzentrierten epigrammatischen Texten im Band Mirlitonnades von 1981 erstreckt sich das lyrische Werk eines der bedeutendsten Dichter unserer Zeit, Nobelpreisträger 1969. In seiner Lyrik baut er einen Raum um sich, der Figuren auf seine Weise krümmt und deren Körper auf ihre Art wieder seinen Raum, den Beckett’schen ...“ Schließlich: „Wer seinen krummlinigen Koordinaten folgt, geht dem Nichts zu – mit imponierender Reste-Erhaltung an Helle und Schärfe.“ Mithin ist Samuel Beckett so ein mehr als enigmatischer wie leuchtender Protagonist der Moderne und Nachmoderne. Das Poesiealbum wurde 1967 begründet und erschien zunächst im Verlag Neues Leben; und nach der Wende wurde es im Märkischen Verlag Wilhelmshorst glücklich wiederbelebt. Nun: Möge es noch weitere 400 Hefte geben! Den Poesiealbum-Beckett-Abend sollten sich Fans und auch Eleven der Reihe vormerken.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 29.04.2026

Der "Gratis Comic Tag" findet 2026 am 09. Mai statt.

Am 09. Mai 2026 ist wieder „Gratis Comic Tag“ an 1.100 Buchorten!

Was ist der Gratis Comic Tag? Der Gratis Comic Tag ist ein besonderer Tag für alle, die Comics lieben – und für alle, die sie vielleicht erst noch entdecken wollen! Einmal im Jahr verschenken Buchhandlungen, Comicläden und Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz viele tolle Comics komplett kostenlos. Ziel ist es, Lesespaß zu wecken und Kinder, Jugendliche und auch die Erwachsenen für die bunte Welt der Comics zu begeistern. An diesem Tag, der am 09. Mai stattfindet, kannst du einfach vorbeikommen, dir Comics aussuchen und diese mit nach Hause nehmen – ganz umsonst! Ob lustig, aufregend oder fantastisch – für jedes Alter ist etwas dabei. In nur wenigen Tagen reißen fast 1.100 Buchhandlungen, Comic-Stores, Büchereien und Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Türen auf und freuen sich auf große und kleine Comic-Fans! Folgende ausgewiesene Verlagshäuser mit respektablen Comic-Programmen sind an der Aktion beteiligt: Carlsen und Chinabooks, Cross Cult, Edition Helden, Egmont, Kibitz, Klett Kinderbuch, Panini, Reprodukt, Splitter und schließlich Ueberreuter. Insgesamt 22 Comics sind zig-tausendfach produziert, versendet und freuen sich nun auf euch. Die beteiligten Bücherorte und Comic-Händler können wie auch die Einzeltitel der Comics auf der hier verlinkten Website eruiert werden. Auch für die beteiligten Buchhandlungen sind dort alle Infos zum 09.05. eingestellt.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 27.04.2026

"Die Schnecken schlafen im Bart des Ampfers" ist der dritte Gedichtband Anne-Marie Kenesseys und erschien im Herbst 2025 im KLAK-Verlag in Berlin. Die Dichterin und Übersetzerin lebt in der Schweiz.

‚Warum das Weite suchen / wenn es nah ist‘: Anne-Marie Kenessey

Die Schnecken schlafen im Bart des Ampfers ist der dritte Gedichtband der Züricher Dichterin und Übersetzerin Anne-Marie Kenessey und ihr zweiter im Berliner KLAK-Verlag nach flügelnüsse & Schädelklopfer, der 2020 erschien. Kennesseys Dichtung ist eine, die sie auf der Höhe von Glanz und Möglichkeiten, die dieses vorgeblich aufgeklärte Äon bietet, und beim Blick in dessen abysstiefe Abgründe zugleich zeigt. In sieben stilistisch hoch abwechslungsreichen Zyklen, die aufgrund und trotz ihrer Diversität sich eigenartig und souverän auf ein Zentromer dieser Sprache ausrichten, die eine berührende, nicht selten zugleich kühne Melange aus Neugier, dem Ton der zeitbasierten Ismen, Licht, Erinnerung und Tragedy aufbietet, die einen lange beschäftigt, sobald man den Fuß in diesen Raum des, ja, Kenessey’schen Sprechens setzt. In der Art, wie uns eine so heillos verkannte Elektroband wie Mesh auf ihrem neuen Opus The Truth Doesn’t Matter die krude Abseitigkeit der Epoche in Bass-Salven um die Ohren haut, klingt das auch zum Teil in diesen Texten, die wie gesagt auch Wärme und vielfaches Besinnen auf Herkunft und Schicksal der Herkunft inmitten eines notwendigerweise sezierenden Blicks kennen: „alle Zeiger fallen aus der Zeit“ oder – zutiefst ins Mark der Gegenwart erschüttert – „Dreihundertsiebenundzwanzig / Tage lang berichtete sie / seit dem 7. Oktober 2023. // Ich kämpfe um dieses Leben! / war ihre letzte Nachricht / bevor sie starb.“ Nachrichten aus einer Zeit, die sich jenseits von 300 Jahren Aufklärung entfesselt. Wünscht man nach der Lektüre von Die Schnecken schlafen ... zurückzukehren an die Reisebilder und Wort-Mechaniken des Anfangs? Man kann es versuchen und darin für ein paar Sekunden das Damokles-Schwert vergessen, indes, das „Wehe uns“, das einst Marion Titze aussprach, es holt uns wieder ein. Nun ist Sprechen ein menschlicher Akt, zumal in Dichtung, an den man sich hält. Darin gründet Hoffnung, auch in dieser Poesie, die in Leichtigkeit spricht, in großer Trauer zugleich, eigentümlich und klug das Coleur der Antipoesia des Jetzt einbeziehend, sie damit sichtbar macht. Ein nur scheinbar leises, ein unbestechliches, klarblickendes wie den Solarplexus bewegendes und gleichsam opalen schimmerndes Buch. (Anne-Marie Kenessey: Die Schnecken schlafen im Bart des Ampfers. Gedichte. Berlin: KLAK-Verlag 2025. Klappenbroschur, 88 Seiten, ISBN 978-3-911617-14-7, 15 Euro.)

(André Schinkel)

Sa, 11.04.2026

Roland Berger (1942–2026). | © Abel Doering/Archiv

Abschied von Prof. Roland Berger

Am 04. April starb, wie von verschiedener Seite, so unter anderen der jungen Welt vom 09. April 2026, mitgeteilt wird, das langjährige (1969–2025) Pirckheimer-Mitglied Professor Dr. Roland Berger (1942–2026) nach langer Krankheit. Berger, der in Weinböhla in Sachsen geboren wurde, verstarb im Alter von 83 Jahren im brandenburgischen Hohen Neuendorf, wo er seit 1996 gelebt hatte. Er war neben seiner Mitgliedschaft in der Pirckheimer-Gesellschaft auch eine Reihe Jahre Vorstandsmitglied der Pirckheimer. Nach dem Abitur an der ABF der MLU Halle-Wittenberg studierte er Kunsterziehung und Deutsch an der Berliner Humboldt-Universität und war als Dozent tätig. 1976 erfolgte die Promotion, 1985 bis 1995 war er Professor mit künstlerischer Lehrtätigkeit am Fachbereich Kunsterziehung der Humboldt-Uni. Danach war er wieder als Lehrer und Dozent in den neuen Bundesländern tätig. Neben seiner kunstpädagogischen und akademischen Arbeit war Roland Berger auch immer als bildender Künstler tätig; sein umfangreiches Werk ist vielgestaltig und umfasst unter anderem Radierungen, Zeichnungen, Exlibris, Scherenschnitte – auch Plakate, Illustrationen und Publizistik ... Seine bevorzugten künstlerischen Haupttechniken waren indes der Holz- und der Linolschnitt, eines seiner thematischen Leitmotive ist der Harlekin. Er zeigte sein Werk in einer Vielzahl von Ausstellungen, seine Grafik erschien in Zeitungen, Zeitschriften, in der Edition Schwarzdruck – und nicht zuletzt auch in den Marginalien. So steuerte er u. a. etwa die Originalgrafische Beilage für die Mitglieder zum Heft 209 (Ausgabe 2013/1) der Zeitschrift für Buchkunst & Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft bei, auch den Jahrestreffen widmete er seine Gabe. Insbesondere waren auch seine originellen Neujahrsgrüße beliebt. Roland Bergers Arbeiten waren international bekannt und geschätzt. Auch Frottagen und Plastisches sind Teil seines Werks.

(André Schinkel im Namen der Pirckheimer-Gesellschaft)