Pirckheimer-Blog

Allgemein

Fr, 27.01.2023

OHD-Mitarbeiter Max Lotze. | © Heike Schnotale
Heike Schnotale. | © Ria Mücke
Albrecht Günther. | © Heike Schnotale

Für eine Zukunft der Offizin Haag-Drugulin in Dresden!

Die Offizin Haag-Drugulin ist, wie Pirckheimer-Freund Dr. Thilo Berkenbusch mit Verweis auf den Verein für die Schwarze Kunst e. V. mitteilt, in existentieller Gefahr. Der Grund für die Gefährdung liegt im Verlust der treibenden Kraft der nach der Wende durch ihn geretteten Instanz, unserem Mit-Pirckheimer Eckehart SchumacherGebler (1934–2022) am 17. Dezember des vergangenen Jahres. Die Pirckheimer-Gesellschaft schließt sich der dringenden Ambition zur Bewahrung der OHD ausdrücklich an und bittet im Namen des Vereins für die Schwarze Kunst und der engagierten Mitarbeiter der Dresdner Offizin Haag-Drugulin (Max Lotze, Heike Schnotale, Albrecht Günther, Ute Finger u. a.) um die Weiterleitung und Unterstützung des Anliegens. 

Dr. Jürgen Franssen, Vorstand des aufrufenden Vereins, schreibt: „Liebe Freunde der Schwarzen Kunst, nach  dem Tod unseres Initiators und Ehrenmitglieds Eckehart SchumacherGebler droht nun leider das Ende der Offizin Haag-Drugulin. Mit Schließung der  Darmstädter Schriftgießerei von Rainer Gerstenberg vor gut einem Jahr ist es leider bereits versäumt worden, ein auch international bedeutendes drucktechnisches Gewerbe für die Zukunft zu erhalten. Der Dresdner OHD darf dieses Schicksal nicht widerfahren! Dafür muss jetzt schnell und konsequent gehandelt werden. Lest dazu bitte den von unserem Gründungsmitglied Silvia Werfel verfassten Aufruf auf unserer Website und unterstützt die OHD und ihre Mitarbeiter nach Kräften.“

Für seine segensreiche Arbeit als Drucker, Retter der OHD und Verleger wunderschöner Bücher in Handsatz, Monotypie und eigenem Verlag wurde Eckehart SchumacherGebler, der einer süddeutschen Buchdrucker-Familie entstammte, mit zahlreichen Auszeichnungen, darunter dem Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig und dem Antiquaria-Preis, geehrt. Der Erhalt der ursprünglich in Leipzig beheimateten Offizin Haag-Drugulin dürfte dabei zu seinen nachhaltigsten Großtaten gehören. Im kleinen, der OHD angeschlossenen, SchumacherGebler-Verlag Dresden erschienen die Werke zahlreicher Autoren, zuletzt u. a. von Richard Pietraß und Uwe Claus. Der berührende Aufruf Silvia Werfels zur Rettung des traditionsreichen Unternehmens ist unter der Website-Adresse des Vereins für die Schwarze Kunst e. V. nachzulesen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 20.01.2023

Das Bibel-Blatt samt Provenienz-Unterlagen wird am 02.02. bei Freeman’s Auctions versteigert.

Gutenberg-Blatt bei Freeman’s

Am 2. Februar 2023 wird ein Blatt aus der Gutenberg-Bibel bei Freeman’s Auctions in Philadelphia mit einer Schätzung von 60.000 bis 90.000 Dollar versteigert (Los 75). Nach der vorliegenden Provenienz, die sich bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt, gehörte der kostbare Druck Maria von Sulzbach (1721–1794), der Mannheimer Hofbibliothek, Robert Curzon, 14. Baron Zouche (1810–1873) und anderen. Das Blatt mit den Maßen von 387 x 282 Millimetern enthält einen Auszug aus Jesaja II aus dem Alten Testament, mit dem abschließenden Teil von Vers 50, die Verse 51 und 52 in voller Länge und einen Teil von Vers 53.

Das Blatt wurde auf der vom renommierten Papier- und Druckhistoriker Dard Hunter kuratierten Exhibition on the History of Printing (1972) ausgestellt, die von dem Unternehmen Chillicothe Newspapers Inc. organisiert wurde. J. K. Hunter (Dard Hunters Cousin) erwarb dieses Blatt insbesondere für die genannte Ausstellung am 11. Dezember 1940 von Parke-Bernet Galleries in New York. Das Blatt stammt aus einem Mängelexemplar, das sich einst in der – eine weitere der offenbar zahlreichen Stationen des Originals – Königlichen Bibliothek in München befand und 1832 vom englischen Reisenden und Diplomaten Robert Curzon (s. o.) erworben wurde. 

Der Band wurde 1920 bei Sotheby’s versteigert und anschließend vom Buchhändler Gabriel Wells erworben. Wells zerlegte das Exemplar in einzelne Blätter und verkaufte sie unter dem Titel A Noble Fragment. Das Blatt blieb auf dieser Ausstellung bis in die 2000er Jahre, als das Gebäude verkauft wurde, für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Los enthält eine große Menge zusätzlicher Unterlagen über den Kauf und die Ausstellung des Stückes am Hauptsitz von Chillicothe Newspapers Inc. Informationen zum zu versteigernden Blatt samt seinem Provenienz-Zubehör sind auf der Website des Auktionshauses, www.freemansauction.com, einzusehen.

Versteigerung des Bibelblatts:
Freeman’s Auctions Philadelphia,
Books and Manuscripts,
am 02.02.2023, 11 Uhr EST.

(Maria Bogdanovich)

Mo, 16.01.2023

P.F. 2023: Neujahrsgruß von der Kurischen Nehrung.

P.F. 2023: Landschaftsidyll Kurische Nehrung

Die Klarheit des Horizontes schneidet linealgerade das Meer vom Himmel. Dort münden zugleich die sanft und strophisch sich reimenden Dünen. Das blaue Himmelsfenster, von grauen Wolkengardinen freigezogen. In den Strand modelten Wasser und Wind Erhebungen und Vertiefungen, wie Rippel auf dem Waschbrett. Wellen zeichneten in den Sand kaum erkennbare Muster schwankender Amplituden. Alle Bewegungen sind in Landschaftsstrukturen gefasst. Keines Menschen Fuß wurde in sie gesetzt. Nur Fahrspuren vor den Dünen melden menschliche Aktivität. Ein zarter Wellengang schmirgelt sanft des Sandstrandes Glattheit. In flachen Kurven wird das breite besonnte Ufer durchflossen und umspült, in spiegelnden weiten Bögen, wie aus der hyperbolischen Geometrie Caspar David Friedrichs hergezaubert zur Schönheit ruhiger Regung und zur Deutlichkeit der Ratio mit einer Harmonie sondergleichen.

(Mit Sehnsucht nach schöner Regung und Frieden und Harmonie: Peter Arlt)

Di, 03.01.2023

PF 2023: Neujahrsgruß von Harald Kretzschmar.

PF 2023: Grüsse zum neuen Jahr

Von allen Seiten treffen gerade bei der Blog-Redaktion wie auch beim Vorstand der Pirckheimer-Gesellschaft Grüße und Wünsche im Form von Zeichnungen, Drucken und Exlibris ein, so auch von Seiten befreundeter und verschwisterter Gesellschaften und Vereine wie der DEG und der FISAE. Über den Newsletter und die Mailverteiler der FISAE etwa treffen Exlibris-Grüße aus ganz Europa (Italien, Ungarn, Frankreich, Belgien, Deutschland ...), Kleinasien und Nordamerika ein. Auch aus den eigenen Reihen ist Gutes und den Mut Ansprechendes zu vernehmen und zu erblicken. In aller gebotenen Eile, dennoch genauso herzlich grüßt mit einem wunderbaren, herrlich farbigen Blatt Harald Kretzschmar aus Kleinmachnow seine Pirckheimer-Freunde und -Kollegen zum Neuen Jahr: „alles BESTE – bitte an pirckheimer-BLOG geben – in eile KRETZSCHMAR“, weitervermittelt von unserem geschätzten Freund und leitenden Redakteur der Zeitschrift der Pirckheimer, der Marginalien, Till Schröder. In Harald Kretzschmars Gruß stellt der für seine Karikaturen, Porträts und Texte (zuletzt: Stets erlebe ich das Falsche, Berlin: Quintus 2017) viel und mit jedem Recht Gerühmte die Frage nach dem „Oberwasser“, das zu behalten wäre ... oder ob nicht lieber eine zünftige „Bodenhaftung“ nicht die bessere Wahl wäre. Sicher eine Frage des Typs oder wie man es mit den sanften Maßgaben der Aufklärung hält. Ein wenig mehr irdischer Halt in den notwendigen, ein wenig Flug in den schönen Dingen – das ist vielleicht ein guter Vorsatz für das noch junge Jahr. Wir danken im Namen der Gesellschaft und grüßen mit gutem Wunsch zurück!

(André Schinkel)

Mo, 12.12.2022

44 weitgehend unveröffentlichte Briefe von Brahms bietet Sotheby's in seiner Winterauktion an.

Brahms’ Briefe bei Sotheby’s

Eine Sammlung von 44 größtenteils unveröffentlichten Briefen des Komponisten Johannes Brahms (1833–1897) ist das Highlight der Winterauktion von Sotheby’s, die noch bis zum 13. Dezember stattfindet. Das Auktionshaus bezeichnet dieses Los als „die bedeutendste Sammlung von Brahms-Briefen, die in der Neuzeit auf einer Auktion angeboten wurde“. Die Briefe sind an den deutschen Musikwissenschaftler Karl Franz Friedrich Chrysander (1826–1901) gerichtet, Erforscher und Herausgeber der Werke des Komponisten Georg Friedrich Händel (1685–1759). Die Briefe befassen sich unter anderem mit dem Zustand der Musik im 19. Jahrhundert und Mozarts Schaffen. Weitere bemerkenswerte Lose sind ein Fragment von Chrysanders Händel-Biografie, Autographen von Mendelssohn, Rossini, Offenbach sowie Früh- und Erstausgaben von Werken von Bach, Louise Reichardt, Mozart, Beethoven und Schubert.

(Maria Bogdanovich)

So, 11.12.2022

Rainer Maria Rilke, der Dichter um 1900.

Rilke-Nachlass in Marbach

Es ist eine mächtige Sensation für die Liebhaber der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts: Ein Großteil des Nachlasses eines der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Moderne, Rainer Maria Rilke (1875–1926), der sich bisher weitgehend in privater Hand befand, geht, wie dpa am 7. Dezember meldete, in den Bestand des Deutschen Literaturarchivs Marbach über. Der laut DLA „spektakuläre Deal“ gelang mit Hilfe von öffentlichen und privaten Geldern und umfasst ein „riesiges Konvolut“ Schriften und Materialien des in Prag geborenen großen Literaten.

„Der Bestand wird damit besser zugänglich und wissenschaftlich neu erschlossen“, so Sandra Richter, Direktorin des Literaturarchivs in Marbach, während einer Präsentation in Berlin. Sie sprach von einem „sensationellen Bestand“, „überwältigenden Nachlass“. Rilkes Hinterlassenschaft sei der letzte in privater Hand befindliche Nachlass eines wichtigen Autors der Moderne gewesen. Ein erheblicher Teil der Gedichte Rilkes gehört zum Bestand der Weltliteratur. Einige wie etwa das berühmte Der Panther wurden zur Metapher für die Iden der Moderne

Rilke war zu Lebzeiten – für einen vorrangigen Lyriker ungewöhnlich – der erfolgreichste Autor, mithin ‚Headliner‘ des Insel-Verlags, sein Cornet, der die Insel-Bücherei begründete, wird bis heute immer wieder (zuletzt 2012 mit Schabblättern von Karl-Georg Hirsch) neu aufgelegt. In Marbach werden nun die mehr als 10.000 handschriftlichen Seiten, 8.800 Briefe, Bücher und Zeitschriften, 131 bisher unbekannte Zeichnungen Rilkes sowie etwa 360 Fotografien aus allen Lebensphasen aufgearbeitet. Eine erste Ausstellung auf Basis der neu erworbenen Objekte kündigte Sandra Richter für 2025 zum 150. Geburtstag Rainer Maria Rilkes an.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 06.12.2022

Andreas Reimann ǀ © Gerald Praschl

Lessing-Preis für den Leipziger Dichter Andreas Reimann

Der große Leipziger Dichter Andreas Reimann, dessen Werk seit einigen Jahren in einer so mustergültigen wie das Herz des Bücherfreunds höher schlagen lassenden, auf elf Bände angelegten Ausgabe in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung Peter Hinke (CVB) erscheint, wird mit dem renommierten Lessing-Preis des Freistaates Sachsen geehrt. Jury und sächsisches Kultur-Ministerium zeichnen damit das „umfangreiche, vielgestaltige, streitbare und formal immer wieder überraschende poetische Werk“ des 76-Jährigen aus, der auf ein bewegtes Leben zurückblickt, nach zwei frühen Bänden bis zum Ende der DDR in Buchform nicht mehr publizieren durfte und aber zugleich als Liederdichter für Stephan Krawczyk oder Lift erfolgreich reüssierte. Reimanns bestechendes Formbewusstsein, die sichere und berührende Größe seiner Verse sind in Bänden wie dem Großen Sonettarium nachzulesen, das Teil der genannten Werkausgabe ist. Die Verleihung findet in Kamenz, dem Geburtsort Lessings (1729–1781), am 21. Januar 2023 statt. Die Förderpreise gehen an Heike Geißler und Sarah Lesch. Wir gratulieren den Geehrten von Herzen!

(André Schinkel)

Do, 24.11.2022

Rudolf II. war der erste bekannte Besitzer des geheimnisvollen Voynich-Manuskripts.
Doppelseite aus dem Voynich-Manuskript.

Neues zum Voynich-Manuskript

Es gilt als die am meisten untersuchte Handschrift der Welt, denn die darin verwendete Geheim-Schrift in Verbindung mit enigmatischen Illustrationen hat seit ihrer Wiederentdeckung 1912 fasziniert: das Voynich-Manuskript. Kein Jahr vergeht, in dem nicht neue Theorien über den Inhalt der botanisch-astrologischen Sammelhandschrift auftauchen – jedoch hat sich das Manuskript bisher jeglichen Entschlüsselungsversuchen widersetzt. Zudem blieb dabei die Erforschung der nicht minder spannenden Besitzgeschichte des Codex zumeist im Hintergrund.

Der Vortrag Kaiser Rudolf II. und das „väßl mitt allerlai selzamen büchern“. Neue Erkenntnisse zur älteren Besitzgeschichte des Voynich-Manuskriptes am 14. Dezember im Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin (Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin) untersucht die Bucherwerbspolitik des römisch-deutschen Kaisers Rudolf II. (1552–1612), der als der erste bekannte Besitzer des Voynich-Manuskriptes gilt. Stefan Guzy stellt hier erstmalig bisher unbekannte Archivquellen vor, die es ermöglichen, eine plausible Herkunftsgeschichte des mysteriösen Bandes zu erzählen. Denn der von raren, wertvollen und vor allem alchemistischen Preziosen begeisterte Herrscher griff 1598/1599 zu, als sich ihm die Gelegenheit zu einer ganz besonderen Bucherwerbung bot.

Der weltberühmte und geheimnisumwitterte Text, der heute zum Bestand der Beinecke Rare Book and Manuscript Library (BRBL) der Yale University in New Haven (USA) gehört, ist in mehrere thematische Abteilungen gegliedert, die angebliche Entzifferung wird mit schöner Regelmäßigkeit gemeldet, ist aber bis heute nicht gelungen. Stefan Guzy ist als Typograf und Diplom-Designer tätig und betreibt in Berlin das Designbüro Zwölf und einen Verlag. Als Gastprofessor und Lehrbeauftragter für Typografie und Druckgrafik unterrichtete er an diversen Kunsthochschulen. Der Vortrag in der Staatsbibliothek beginnt um 18.15 Uhr, um Anmeldung unter der Mail christian.mathieu@sbb.spk-berlin.de wird gebeten.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 18.11.2022

Bernd und Hilla Becher "Wassertürme". München 1988.

Artpeers.de: Für Kunstliebhaber und Bibliophile!

Artpeers.de stellt seine neue Kategorie vor: Kunstbücher. Dem breiten Angebot an originalen Kunstgrafiken wie Holz- und Linolschnitten, Siebdrucken, Lithografien, Radierungen hat die Online-Auktionsplattform nun auch eine große Auswahl an Kunstbüchern hinzugefügt, die auf neugierige Interessenten warten. Hier finden unzählige besondere Drucke und Kunstbücher ein neues Zuhause: Eine wahre Fundgrube für den, der sucht, wie für den, der anbietet. Viele der schönen Exemplare wollen im Bücherschrank eines Kunstliebhabers eigentlich nicht fehlen: Gerhard Richter, Malerei, Hatje Cantz Verlag mit Texten von Robert Storr; Stephan Balkenhol, Sculptures and Drawings, Cantz Verlag, englischsprachige Ausgabe; oder Die Kunst von Gilbert & George von Wolf Jahn, erschienen bei Schirmer/Mosel in München. 

Auch ein handsigniertes Verzeichnis des druckgrafischen Werks 1969–1979 von Karl Korab, erschienen bei E. Hilger in Wien, wäre zu nennen. Eine besondere Kostbarkeit aus der neuen Rubrik ist etwa auch die Erstausgabe von Wassertürme des Künstlerduos Bernd und Hilla Becher, das von beiden Künstlern signiert wurde. Auf langen Reisen durch Mittel- und Westeuropa und die Vereinigten Staaten haben Bernd und Hilla Becher seit 1957 eine Fülle von Beispielen des industriellen Bautyps Wassertürme zusammengetragen. Obwohl es sich bei Wassertürmen um sogenannte Zweckbauten handelt, die in der Hierarchie der Baukunst keinen hohen Rang einnehmen, offenbaren die von den Bechers fotografierten, zwischen der vorletzten Jahrhundert-Wende und der Gegenwart entstandenen Bauwerke eine beispiellose Formenvielfalt, in der sich nationale Stilrichtungen und lokale Tradition ebenso widerspiegeln wie Fantasie, Temperament und Innovationsfreudigkeit ihrer Schöpfer. 

Dieses bei Schirmer/Mosel erschienene Kleinod soll wie die übrigen genannten schönen Bücher beispielhaft für den Reichtum der neuen Sparte bei Artpeers.de stehen. Weitere Informationen und eine Vielzahl weiterer Bücher und Kunstwerke finden sich bei www.artpeers.de.

(Angelika Groenendijk/Pressemitteilung)

Mi, 16.11.2022

Der Verlag Ernst Wasmuth feiert 150. Geburtstag.
Aus dem historischen Programm des Verlags.

150 Jahre Verlag Ernst Wasmuth

In diesem Jahr feiert der 1872 in Berlin gegründete Verlag Ernst Wasmuth sein 150-jähriges Jubiläum. Das über drei Generationen familiengeführte Unternehmen zählte mit seinen Büchern, Mappenwerken, Bildbänden, Schriftenreihen und Zeitschriften zu Architektur, Kunst, ArchäologieKunstgewerbe und Fotografie zu den führenden und international renommierten Fachverlagen Deutschlands. Die Entwicklung auf den jeweiligen Gebieten wurde nicht nur dokumentiert, sondern immer wieder auch durch neue Impulse bereichert. Das kulturelle Erbe der Vergangenheit prägte das Programm dabei ebenso wie die künstlerischen Ausdrucksformen der Gegenwart.

Blütezeiten erlebte der Verlag vor dem Ersten Weltkrieg und erneut in den 1920er Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Wiederaufnahme der Verlagstätigkeit von Tübingen aus, während die Firma Wasmuth Buchhandlung und Antiquariat weiter in Berlin betrieb. Ab 1992 kamen noch einige Museumsshops hinzu. Seit 2019 wird der Verlag in der Hauptstadt als Wasmuth & Zohlen Verlag mit den bewährten Programm-Schwerpunkten fortgeführt. Anlässlich des Jubiläums tritt die Geschichte dieses Verlagsunternehmens wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein.

Am Donnerstag, dem 24. November 2022, um 19 Uhr richtet die Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Unter den Linden 8, 10117 Berlin im Wilhelm-von-Humboldt-Saal eine Jubiläumsfeier aus, zu der herzlich eingeladen wird. Es sprechen zu Ehren von Verlag und Geburtstag: Achim Bonte, Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (Begrüßung), Ernst J. Wasmuth (Tübingen/Berlin), Senior Publisher (Grußwort) und Gerwin Zohlen, Wasmuth & Zohlen Verlag (Ausblick). Den Festvortrag zum Thema 150 Jahre Verlag Ernst Wasmuth. Architektur – Kunst – Fotografie hält der Architekturhistoriker Roland Jaeger (Hamburg/Berlin).

Anschließend findet ein Empfang statt und werden Dokumente aus der Verlagsgeschichte des Hauses präsentiert (vergleiche die das Sammlerherze bewegenden Exponate aus der Ernst-Wasmuth-Historie im unteren Bild). Interessenten werden gebeten, sich bis zum 21. November 2022 für die Feier und den Empfang anzumelden. Anmeldungen werden unter der E-Mail events@sbb.spk-berlin.de entgegengenommen.

150 Jahre Verlag 
Ernst Wasmuth
24.11.2022, 19 Uhr
Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Haus Unter den Linden 8
10117 Berlin

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 15.11.2022

Marcel van Eeden ǀ © CC-BY-SA 4.0

Ehrung für Marcel van Eeden

Der Zeichner Marcel van Eeden aus Karlsruhe erhält den mit 25.000 Euro dotierten Hans-Thoma-Preis 2023 des Landes Baden-Württemberg. Die Auszeichnung soll nach Angaben des Landeskunstministeriums am 13. August 2023 in Bernau im Schwarzwald überreicht werden. Begleitet wird die Verleihung des Staatspreises von einer Ausstellung mit Werken des 56-Jährigen im Hans-Thoma-Kunstmuseum. Van Eeden ist Rektor der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Der Hans-Thoma-Preis wird alle zwei Jahre vergeben und zeichnet das Lebenswerk von Künstlern aus, die vorrangig in Baden-Württemberg tätig oder in dem Bundesland geboren sind. Er erinnert an den Maler und Akademie- und Galeriedirektor Hans Thoma (1839–1924). Van Eeden setzt sich grenzüberschreitend für die zeitgenössische Kunst und den künstlerischen Nachwuchs in Baden-Württemberg ein. Der Niederländer sei ein „Ausnahmekünstler mit internationaler Strahlkraft“, sagte der baden-württembergische Kunststaatssekretär Arne Braun. Der 1965 in Den Haag geborene Künstler studierte von 1989 bis 1993 in seiner Heimatstadt, bevor er als freischaffender Künstler lange in Berlin lebte und schließlich dem Ruf nach Karlsruhe folgte. Momentan sind seine Arbeiten, die typischerweise mit Kohle in Serien und -Zyklen u. a. zu Texten von Robert Walser entstehen, in fünf Ausstellungen in den Niederlanden, in Deutschland und Schweden gleichzeitig zu sehen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 30.10.2022

Frank Wahle: "Tattoo", Farblinolschnitt, 2022.

Hochdruckpartner & Gäste: Grafik-Kalender für 2023

Der Original Grafik Kalender 2023 – Hochdruckpartner & Gäste ist kürzlich in Leipzig erschienen und noch in einer kleinen Reihe Exemplare (gegenwärtig 18) für 200 Euro (zuzüglich Mwst. und Versand) erhältlich. Der Druck des Kalenders für 2023 wurde in der Werkstatt der Galerie und Werkstatt Hochdruckpartner auf Kniehebelpressen und im Museum für Druckkunst Leipzig an einer Andruckpresse von Hand ausgeführt. Er enthält Farbholzschnitte, Linol- und Farblinolschnitte sowie eine Typografik, die eigens für die Veröffentlichung entstanden, von Gabriele Sperlich, Stephanie Marx, Jacomijn den Engelsen, Anna Arnskötter, Nadine Respondek, Lothar Seruset, Frank Wahle, Hans Bote, Harald Alff, Stefan Knechtel, Susann Hoch und Andrea Lange. Der Kalender im Format von 46,5 x 29,7 cm erscheint in einer Auflage von 180 + 24 Künstler-Exemplaren. Weitere Info unter: www.hochdruckpartner.com.

(André Schinkel)

Mi, 26.10.2022

Das BookBauFestival an der HfG Karlsruhe findet im Rahmen des Hallenbau-Festivals vom 28. bis 30.10. statt. ǀ © Karla Kniep und Luis Rüttiger

BookBauFestival an der HfG

Das BookBauFestival an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe findet im Rahmen des Hallenbau-Festivals vom 28. bis 30.10. statt. Für das Festival organisieren Studierende und Lehrende der Hochschule eine Künstler*innen-Buchmesse in den Atrien der HfG. Das BookBauFestival steht „im Kontext von Ökonomie, nachhaltiger Produktion sowie der Ausstellung und Sammlung von Künstlerbüchern.“ Sieben Kunsthochschulen, neunzehn Verlage und über dreißig Studierende präsentieren und verkaufen Künstler*innenbücher. ZKM, Städtische Galerie und Staatliche Kunsthalle Karlsruhe öffnen ihre Magazine und stellen Kataloge aus mehreren Jahrzehnten zur Verfügung. Das Programm bietet zudem Workshops und Gesprächsrunden und wurde interdisziplinär mit Studierenden des Seminars Künstlerbücher mit Fotografie im Verbund mit Professorin Susanne Kriemann konzipiert. Weitere Informationen und das vollständige Programm finden sich unter: www.bookbaufestival.de.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 18.10.2022

Schwerpunkt des Vortrags von Silvia Werfel ist der von ihr herausgegebene Band "Buchgestaltung in Deutschland" in der Reihe "Ästhetik des Buches".

„Gedanken übers Buch“ in Mainz

Im Rahmen der abendlichen Veranstaltungsreihe der Gutenberg-Gesellschaft Jour Fixe der Freunde Gutenbergs findet am 27. Oktober 2022 ein Vortrag von Silvia Werfel Gedanken übers Buch – über eine Buchreihe, die Stiftung Buchkunst und manches mehr statt. Die Reihe Ästhetik des Buches (hrsg. von Klaus Detjen) wird vorgestellt. Seit 2013 wurden im Wallstein Verlag 16 Bände veröffentlicht, darunter Gerd Fleischmann Tschichold – na und? (2013), Roland Reus Die perfekte Lesemaschine (2014), Carlos Spoerhase Linie, Fläche, Raum: Die drei Dimensionen des Buches in der Diskussion der Gegenwart und der Moderne (Valéry, Benjamin, Moholy-Nagy) (2016), Stanley Morison, Eric Gill und Paul Renner Typografen der Moderne (2020).

Der Schwerpunkt des Vortrags liegt auf dem Band 14 Buchgestaltung in Deutschland, den Silvia Werfel selbst herausgegeben hat. In diesem Band bietet die Herausgeberin einen Überblick über die deutsche Buchgestaltung der letzten fünfzig Jahre. 15 Buchgestalter*innen werden mit kurzen Biografien und Buchbeispielen vorgestellt: Günter Karl Bose, Klaus Detjen, Markus Dreßen, Iris Farnschläder, Friedrich Forssman, Rudolf Paulus Gorbach, Rainer Groothuis, Matthias Gubig, Gaston Isoz, Ralf de Jong, Bernd Kuchenbeiser, Rainer Leippold, Lisa Neuhalfen, Judith Schalansky und Hagen Verleger. Der Abend endet mit einer traditionellen Weinprobe in der Kulturei Mainz.

Silvia Werfel, geboren 1958 in Leipzig, machte nach dem Abitur eine Schriftsetzerlehre und studierte anschließend Buchwesen, Germanistik und Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz sowie der Universität von Zürich und ist seit Mitte der 1980er Jahre freie Journalistin und Fachautorin. Sie lebt in Wiesbaden. Der Vortrag am 27.10. beginnt um 18 Uhr in der Kulturei (Zitadelle Mainz, Zitadellenweg, 55131 Mainz) und wird von der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft in Verbindung mit der Gutenberg-Stiftung veranstaltet. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten unter info@gutenberg-gesellschaft.de oder (06131) 22 64 20.

(Maria Bogdanovich)

Mo, 17.10.2022

Niklas Holzberg. ǀ © www.niklasholzberg.com

Vortrag mit Niklas Holzberg

Noch einmal Oldenburg: Zum Thema Willibald Pirckheimer, Albrecht Dürer und die Griechen hält am morgigen Dienstag, den 18.10.2022, um 19 Uhr der renommierte Münchner Philologe Niklas Holzberg einen Vortrag im Rahmen der Ausstellung Albrecht Dürer, Willibald Pirckheimer, Aldus Manutius und die Liebe zum Buch in der Landesbibliothek zu Oldenburg, in der als sensationelle Neuentdeckungen zwei Dürer zugeschriebene Miniaturen aus eben der Landesbibliothek und der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover gezeigt werden. Willibald Pirckheimer (1470–1530), einer der wichtigsten Wegbereiter der Gräzistik in Deutschland, übersetzte zahlreiche griechische Texte ins Lateinische und Deutsche und aktualisierte stets die Inhalte mit Blick auf das Zeitgeschehen. Seinen Freund Albrecht Dürer bezog er von Anfang an in seinen Philhellenismus ein, so dass mehrere von der griechischen Kultur beeinflusste Arbeiten in Zusammenarbeit der beiden Nürnberger entstanden. Holzberg war von 1984 bis 2011 Professor für Klassische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität, er verfasste Monographien zu zahlreichen antiken Autoren, zu Pirckheimer und Hans Sachs. Außerdem edierte er in großem Umfang klassische Texte in der Sammlung Tusculum und bei Reclam.

(André Schinkel/Pressemitteilung)