Pirckheimer-Blog

Allgemein

Fr, 14.08.2026

Thomas Franke liest wieder in Bonn: am 27.08.2026.

In Bonn: „Oh, du Grimmische Welt“

Zeit wird es: Der künstlerische Tausendsassa und Pirckheimer-Freund Thomas Franke geht wieder auf Bonn-Tournee. Am Donnerstag, den 27. August 2026, ab 19.30 Uhr (Beginn der Lesung), liest er in der Altstadtbuchhandlung Büchergilde (Breite Straße 47, 53111 Bonn) daselbst unter dem vielversprechenden und – genial erwählten Thema Oh, du Grimmische Welt – Hans Dumm, Bruder Lustig und Fundevogel exclusivst „einige Märchen der Brüder Grimm im originalen Aufschrieb, in schelmischer Verzückung von mir dahingeplappert.“ Ein nicht unwesentlicher Fokus liegt nebst einigen Evergreens auf den weniger bekannten Texten der „Grimmischen“ Märchenwelt. Karten gibt es im Vorverkauf für 12 Euro (inkl. Getränk und Knabberei) in der Büchergilde, T: (0228) 63 67 50.

(André Schinkel)

Mi, 12.08.2026

Der Buchkinder e. V. in Leipzig bittet um Hilfe, um die kreative Projekt-Arbeit in L. E. fortsetzen zu können.

„Buchkinder“ in Leipzig brauchen eure finanzielle Unterstützung!

Die Hilferufe aus der Kultur und der Soziokultur mehren sich, jetzt trifft es wieder ein Projekt, das mit Rettet die Buchkinder eine Crowdfunding-Aktion startet, die aufgrund heftiger Kürzung der Fördermittel notwendig wird: Seit 25 Jahren arbeitet der Buchkinder Leipzig e. V. mit jungen Schreibenden – entwirft, fördert und realisiert Kreativ-Projekte. „Seit 25 Jahren geben wir Kindern und Jugendlichen Raum für Sprache, Fantasie und künstlerischen Ausdruck. Rund 1.000 Buchtitel und knapp 16.000 handgebundene Bücher sind in dieser Zeit entstanden“, schreibt der Verein. Die Botschaft an die Kids ist dabei: Ich habe eine Stimme. Und sie zählt. Diese Gefährdung solcher Projekte zeugt von nicht weniger als gesellschaftlicher Selbstvergessenheit. Angebote wie diese (auch die Bücherkinder Brandenburg etwa) sind Zukunft. Bitte den Buchkindern helfen. Alle Infos hier.

(André Schinkel via Robert Grieger)

Sa, 08.08.2026

Barbara Beisinghoff im Bellevue

Licht berührt heißt die neueste Exposition von Barbara Beisinghoff, die ab dem 27. August 2026 und bis zum 02. Januar 2027 im Kasseler Palais Bellevue (sic: Schöne Aussicht 02, 34117 Kassel) zu sehen ist. Ein sprechender Titel: „Die zahlreichen Fenster des Palais Bellevue, das Landgraf Karl 1714 für seine astronomischen Studien bauen ließ, sind der Anlass für meine Ausstellung“, so beschreibt es die Künstlerin. „Licht durchdringt die davorhängenden Wasserzeichenblätter. Im Sohar, dem Buch des Glanzes heißt es, der erste Lichtfunke war gleichzeitig das erste Wort.“ Beisinghoffs Schau führt barrierefrei durch mehrere Räume im Palais, auf drei Stockwerken, durchs Hör.Spiel Museum (nur Sa und So) und das Spohr Museum, der Eintritt ist frei, Licht berührt kann Di bis Sa von 10 bis 16 Uhr in Augenschein genommen werden. Es wird ein umfängliches Begleitprogramm geboten: Am 27.08. eröffnet Anne-Kathrin Auel die Ausstellung um 17 Uhr, am 05.09. führt die Künstlerin im Rahmen der Museumsnacht durch die Ausstellung (17 Uhr), gefolgt von Künstlergespräch (Susanne Jakubzcyk, 24.09., 17 Uhr), Workshop (Susanne Mihm Lutz, 25.10., ab 14 Uhr), Lesung (Marcus Angebauer und Heiko Schimmelpfennig, 15.11., 11 Uhr) und einer Veranstaltung mit Brigitte Zypries, Bundesministerin a. D. (29.11., 11.30 Uhr). Zuvor ist die Künstlerin noch bei Hot Printing zu erleben.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 06.08.2026

„WH: M“-Schau zu Wolfgang Hilbig

WH: M, was für Wolfgang Hilbig: Meuselwitz steht, heißt die aktuelle Ausstellung der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft, die noch bis zum 03. September des Jahres im Foyer des Literaturhauses Leipzig (Haus des Buches, Gerichtsweg 38, 04103 Leipzig) zu sehen ist und so den am 31. August anstehenden 85. Geburtstag des späten Meisterdichters der Moderne (1941–2007) einfasst. Der Titel flankiert vierzehn Arbeiten von Sabine Müller, die sich intensiv mit W. H. und seinem Fatums-Ort M. befasste, die in zwei Mappen und in ein Kunstbuch eingepflegt wurden, legendäre Motive aus dem Werk (etwa den Fasan auf dem Kohlenhaufen) aufnehmen und hier in Gänze gezeigt werden. Die Ausstellung ist von Mo bis Do 9 bis 17 und am Fr von 9 bis 15 Uhr im Literaturhaus zu sehen.

(André Schinkel)

Di, 04.08.2026

Faust in Ton: Phili und der Meister

In einer Welt, in der mittlerweile alles online möglich ist und genau das auch oft und gerne genutzt wird, hat sich ein Künstler aus Norddeutschland bewusst entschieden, mittels traditioneller Handwerkskunst einem literarischen Meisterwerk öffentlichen Raum zu geben. „Phili“, wie er sich selbst nennt, stempelt den ersten Teil von J. W. v. Goethes Faust, Buchstabe für Buchstabe, in Ton, wahrlich ein Mammutprojekt. Erstmals im Oktober 2025 teilte er seine Vision in den sozialen Medien. Mehr als 26.000 Menschen auf TikTok und 34.000 auf Instagram begleiten seitdem sein Projekt Faust in Ton. Seine Videos erreichen bis zu zwanzig Millionen Menschen. 

Täglich nimmt er seine Zuschauer mit und lässt sie an seiner Arbeit teilhaben. Für sie nimmt er sich Zeit und beantwortet alle aufkommenden Fragen mit Freude. Ein Follower auf Instagram schenkte dem Künstler sogar eine Ausstechform für seine Tonplatten, im 3D-Drucker gedruckt. Seitdem sind alle seine Tonplatten perfekt geschnitten. Doch das sind nicht die einzigen Reaktionen. Angefixt durch Philis Videos, greifen nicht wenige aus seiner Community zum Buch, entweder zum ersten Mal oder nun aus einem neuen Blickwinkel heraus. 

Doch was genau begeistert seine Anhänger? Es ist die Idee dahinter, die Möglichkeit, an der Entstehung teilzuhaben und vielleicht auch, weil es um ein Buch geht, für das viele mehrere Anläufe brauchen. So war es auch bei Phili. Was die Schule nicht vermochte, schaffte ein Ereignis in seinem privaten Umfeld. Durch seine ganz persönliche Geschichte fand er zurück zum Faust und zu der Gewissheit, dieses Werk würde zur Grundlage seines nächsten Projektes. 

Öffentliche Plätze sind seit jeher Orte der Begegnung, des Austauschs – des gemeinsamen Erlebens. Auch Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) erlebte auf seiner Reise durch Italien die besondere Atmosphäre dieser Plätze und ließ sich davon inspirieren. – Der „Faustplatz“ greift diesen Gedanken auf: ein Ort der Begegnung, des Austauschs und des Verweilens, ganz im Sinne der Offenheit und Neugier, die auch Goethes Werk prägen. 

Ein öffentlicher Ort, für alle Menschen zugänglich, der seine zirka 700 bedruckten Tontafeln einbettet, ist der Traum des Künstlers. Eine Möglichkeit zu haben, sich mit einem so bedeutenden Werk auseinandersetzen zu können ... auch wenn man ohne Bezug dazu aufgewachsen ist, in einer Sprache geschrieben, die auf mehreren Ebenen viele vor eine Herausforderung stellt ... mit Worten, die heute keine Verwendung mehr finden. Ein altes Werk in eine neue Form, die heute entsteht, zu überführen und das Publikum daran teilhaben zu lassen, ist aus Sicht des Künstlers ein möglicher Schlüssel. Noch weiß er nicht, wo sein Faustplatz entstehen wird. Auch wenn Weimar ideal erscheint, sind noch viele Gespräche zu führen und viele bürokratische Hürden zu überwinden. Aber auch dabei wird ihn seine Anhängerschaft unterstützen.

Phili ist in keine Schublade zu stecken. Er ist ein multimedialer Künstler. Für seine berufliche Zukunft hat er viele Pläne. Er möchte Konzerte mit seiner Band geben und wieder öfter als Schauspieler arbeiten. Auch kann er sich vorstellen, einen Podcast ins Leben zu rufen, in welchem er andere junge Künstler zu einem Gespräch über Kunst, Literatur und Musik einlädt. Eines ist bei seinen vielen Vorhaben sicher, er wird das Hier und Jetzt damit deutlich schöner gestalten. 

(Charlotte Aepler)

Mo, 03.08.2026

03. Bodensee-Buchmesse lädt am 29. August 2026 nach Konstanz ein

Das Bodenseeforum in Konstanz verwandelt sich am Samstag, 29.08.2026 in ein Paradies für alle, die Geschichten lieben. Die Bodensee-Buchmesse zeigt die literarische Vielfalt, es werden rund 100 Autoren und Verlage aus allen bekannten Genres erwartet. Ja, die Bodensee-Buchmesse lädt alle ein, den Sommer mit einem kulturellen Erlebnis zu füllen und den Bodensee von seiner literarischen Seite zu entdecken. Besuchende können sich auf ein abwechslungsreiches Programm mit Lesungen, Workshops und persönlichen Begegnungen freuen. In der Einladung heißt es: „Willkommen bei der Bodensee-Buchmesse. Bücher verbinden Menschen. Die Buchmessen bringen sie zusammen. Stellen Sie sich vor: Ein Ort, an dem kreative Köpfe auf neugierige Leserinnen [und Leser] treffen. Wo unabhängige Verlage ihre Schätze präsentieren und Self-Publisherinnen [und -Publisher] endlich die Bühne bekommen, die sie verdienen. Wo Influencerinnen [und Influencer] Geschichten direkt von den Autorinnen [...] hören und das Publikum in die faszinierende Welt des Buchmarkts eintaucht.“ Das alles ist am 29. im Bodenseeforum (Reichenaustraße 21, 78467 Konstanz) von 10 bis 17 Uhr zu erleben. Alle weiteren Infos folgen auf der Homepage, wenn die einzelnen Punkte stehen.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Fr, 31.07.2026

Wie fein – die Pirckheimer im DLF-Interview. | © DLF

Pirckheimer im DLF-Büchermarkt

Die Pirckheimer sind Thema im Deutschlandfunk: In der aktuellen Ausgabe des Büchermarkts vom 31.072026 interviewt Carsten Hueck unseren Vizevorsitzenden der Gesellschaft sowie leitenden Redakteur der Marginalien, Till Schröder, zu Geschichte und Gegenwart des Vereins mit Blick auf ihr diesjähriges Jubiläum. Unter dem Signum Sammler und andere Verrückte. 70 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft würdigt er den Namensgeber Willibald Pirckheimer, die Gründer der Gesellschaft, berichtet von der Arbeit und Wirksamkeit der Vereinigung und ihrer Organe, die regional wie global arbeiten, wie auch vom breitgefächterten Themenspektrum der Bücherfreunde und Grafiksammler, vernarrt in die Welt des Schönen vom Codex über Antiquarisches bis zu Kunstbüchern, Einzel-Grafik, Graphic Novels – und Reihen, Treffen, Regionalgruppen ... Das ganze Interview gibt es hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

"Flüchtig – Das rätselhafte Leben des B. Traven" gibt es am 01., 04, 22. August in der 'Brotfabrik' zu sehen.

„Flüchtig – Das rätselhafte Leben des B. Traven“ in der Brotfabrik

Vor 100 Jahren erschien der Bestseller Das Totenschiff und machte seinen Autor B. Traven (wohl 1882–1969) berühmt – aber nicht bekannt. Er blieb lange Zeit eine der rätselhaftesten Gestalten der Literaturgeschichte. Vieles seines sagenumwobenen Lebens ist heute aufgeklärt – einiges bleibt nach wie vor im Dunkeln. Aber soviel steht fest: Sein Leben war so spannend wie seine Bücher, in denen er Abenteuergeschichten mit beißender Gesellschaftskritik und revolutionärem Impetus verband, stets auf der Seite der Verstoßenen und Ausgebeuteten. Sein Erfolg war enorm: Weltweit erreichte er eine Auflage von 30 Millionen, seine Bücher wurden vielfach verfilmt. Der akribisch recherchierte Dokumentarfilm versucht das Geheimnis um B. Travens wahre Identität zu entschlüsseln. Dem Regisseur Xavier Villetard gelingt es, mit Hilfe von Zeugen und Indizien Licht in das Dunkel um den Autor zu bringen. Er zeichnet in dem einstündigen Film (D/F 2012, 65 min) den Weg dieses Mannes nach, dessen Flucht nach dem revolutionären Engagement seiner Jugend in Deutschland und dem Intermezzo der Münchner Räterepublik schließlich in Mexiko, genauer bei den in Chiapas lebenden Indianern, endet. Das Leben B. Travens ist die Geschichte eines Rebellen, eines freien Menschen, der sich aus den Zwängen seiner Identität befreite, um sich selbst neu zu erfinden. Der Film wird am 01.08., 17.15 Uhr, am 04.08. um 18.30 Uhr in Anwesenheit von Ralf G. Landmesser (Internationale B. Traven Gesellschaft) und am 22.08. um 17 Uhr in der Brotfabrik (Cali­ga­ri­platz 01, 13086 Ber­lin) gezeigt. Tickets gibt es für 9 (ermäßigt 7) Euro, die Informationen unter diesem Link.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Do, 30.07.2026

Kunsthaus Müller: Wasserkunst und Wassertropfen auf Reisen

Thüringen: Im Kunsthaus Müller in Wurzbach (Kunsthaus Müller & Galerie für zeitgenössische Kunst, Markt 06, 07343 Wurzbach) dreht sich seit dem gestrigen 29. Juli und bis zum 02. Oktober 2026 alles ums Wasser. In der Ausstellung Wasserkunst. Malerei und Grafik werden Künstlerinnen und Künstler der Galerie gezeigt ... Flankiert wird die Schau von Zwei Wassertropfen auf Reisen, der zweiten Sommer-Exposition im Museum für Steindruck, in der computerbasierte Grafik von Sieglinde Kunath gehängt ist. Die beiden Ausstellungen sind begleitet von einem Beiprogramm, das sich sehen lassen kann. Am 01. August stellen die Autorin Irene Zoch und Sieglinde Kunath ihr neues Kinderbuch im Rahmen des Literaturcafés vor. Beginn der Veranstaltung ist um 14 Uhr, der Eintritt beträgt 10 Euro, für Schülerinnen und Schüler ist er frei. Am 22. August findet ab 14 Uhr das Sommerfest für die Kunst statt mit allem Pi, Pa und Po – unter anderem wird die Landung eines U-Boots von und mit Michael Fischer-Art, einem der Künstlerfreunde des Hauses, erwartet: Nun, wenn das nix ist. Und am 13.09. ist ab 10 Uhr Tag des offenen Denkmals im Kunsthaus, Eintritt frei.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 28.07.2026

Cool: Franca Batholomäi stellt ab 08.08. im P16 aus.

„Bilder aus der Bernsteinhöhle“

In der starken Fraktion der halleschen Grafikerinnen ist sie vor allem für ihre wunderbaren Holz- und Scherenschnitte bekannt geworden: Franca Bartholomäi. Vom 08.08. bis 04.10.2026 stellt die ehemalige Rug-Meisterschülerin unter dem Titel Bilder aus der Bernsteinhöhle. Eine Fantasy-Doku Arbeiten aus, die während eines Arbeitsstipendiums durch die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt 2024 entstanden. Die Schau gibt einen Einblick in die gewaltige Fantasiewelt der Künstlerin, die zugleich von der Frage nach dem Woher und Wohin und dem Verhältnis des Individuums zur Gesellschaft getrieben ist. Die Vernissage samt Textlesung der Künstlerin findet am 08.08. um 14 Uhr im P16 (Puschkinstraße 16, 06108 Halle (Saale)) statt. Das P16 ist freitags 17–19 Uhr geöffnet.

(André Schinkel)

Mo, 27.07.2026

Im FISAE-Newsletter 374: "Die Welt im Kleinformat".

Exlibris – Die Welt im Kleinformat

Neu: In seinem aktuellen FISAE-Newsletter (Ausgabe 574) verweist Klaus Rödel auf ein für die Freundin, den Freund des Exlibris wichtiges Katalog-, Ansichts- und Nachschlagewerk in Bezug auf die hohe Zeit der buchaffinen Kleingrafik: „Mehr oder weniger alle Exlibrissammler besitzen neben ihren Exlibris auch einschlägige Literatur, um zu recherchieren, Information zu sammeln und fehlendes Wissen zu ergänzen. So habe ich auch seit 1964 versucht, eine einschlägige Fachbibliothek aufzubauen, die nach gut 60 Jahren etwa 8.500 Titel umfasst, von Jahrbüchern, Büchern, Katalogen, Zeitschriften, Mitteilungen bis zu Flyern, Einladungen, Speisekarten ... Für mich ist die Präsentation wesentlicher Publikationen aus verschiedenen Jahrzehnten eine wichtige Vermittlungsfunktion, und in diesem FISAE-Newsletter wird eine der wichtigen und vor allem aufschlussreichen Publikationen [zur Thematik] vorgestellt: Exlibris. Die Welt im Kleinformat. Klein- und Gebrauchsgrafik aus der Blütezeit des Exlibris, Museum Schloss Moyland, 08.03.2009 bis 14.06.2009.“ Die Ausstellung zum Katalog bezog sich seinerzeit auf die einstige private Exlibris-Sammlung von Franz Joseph und Hans van der Grinten im Schloss sowie eine Reihe Leihgaben aus dem Joseph Beuys Archiv des Landes Nordrhein-Westfalen und berücksichtigte etwa 500 Objekte mit einem starken Bezug auf die Blütezeit des Exlibris um 1900 und die nachfolgenden Jahrzehnte. Nebst einer umfangreichen Bild-Auswahl der damals gezeigten Stücke präsentiert Rödel die Informationen und Ausführungen, etwa aus dem Vorwort der Ausgabe von Dr. Bettina Paust (2009 Direktorin auf Schloss Moyland), in den für den Newsletter üblichen zehn Sprachen. Faszinierend: Die weitgefasste Auswahl der Blätter, von historisierend bis modern – von Kaisertreue über Mythologie bis Jugendstil und Werbung.

(André Schinkel)

So, 26.07.2026

Schlau, schläuer, am schläusten

In der Im-Fokus-Reihe der Staatsbibliothek zu Berlin wird es im August, nun ja, mumiös: Wird doch mit Schlau, schläuer, am schläusten eine spaßige, bibliophile Groteske von Karl Maria Seyppel, erschienen 1882 in Düsseldorf, aus den Tiefen der Berliner Sammlungen vorgestellt, eine aegyptische Humoreske der seltsamen Art: auf alt getrimmt, auf dickem Papier, eingefärbt und angekokelt. Ein gewisser C. M. Seyppel gibt sich da als Hofmaler und Poe͏̈t Seiner Majestät des Königs Rhampsinit III., Memphis, Mumienstrasse No. 35, 3. Etage, 4 x klingeln (so im Untertitel vermerkt) aus. Termin: 19.08., 16 Uhr, Raum Oxford, Unter den Linden 08, 10117 Berlin. Wenn das der Sonnengott wüsste!

(André Schinkel)

Di, 21.07.2026

Wilhelm-Busch-Museum: Ach was. 103 Jahre Loriot in Hannover

Die Ente bleibt draußen!, aber der Spaß muss rein. Das Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst (im Georgengarten 01, 30167 Hannover) zeigt im 103. Geburtsjahr Loriots (1923–2011) eine hochkomische und zugleich tiefsinnige Ausstellung über Leben und Werk des radikalen Humorrevoluzzers. Lassen Sie sich fröhlich treiben zwischen mit Gefühl gekochten Eiern und piefigen Pärchen. Zwischen einer radikalmatriarchalen Mutter, einem Zimmer zu wenig und einer berühmten Nudel zu viel. Lustvoll schonungslos schaut Loriot auf die Deutschen. Er zeigt, wie gut es tut, über sich selbst zu lachen. Humor hilft und stärkt, besonders in harten Zeiten. Und sollte all das nicht reichen, dann bitte … mehr Lametta! Die umfangreiche Exposition ist eine Kooperation mit dem Caricatura Museum in Frankfurt, sie wurde konzipiert und kuratiert von Pirckheimer-Freund Till Kaposty-Bliss und Thomas Kronenberg. Die Schau präsentiert bekannte und unbekannte Werke, Zeichnungen und Objekte, Plakate und Fotos sowie Filmausschnitte aus dem facettenreichen Schaffen des Spaßperfektionisten Loriot. Das Museum im Georgengarten (im Wallmodenpalais) ist von Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr geöffnet – die Ausstellung seit dem 02. Juli und bis zum 14. März 2027 zu sehen. Ein Leben ohne Loriot ist sicher möglich, aber traurig ...

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Sa, 18.07.2026

Steidl in „vorläufiger Insolvenz“

Ganz offensichtlich hat die umfängliche Krise ihr hohnlachendes Feixen noch lange nicht verloren: Die Printmedien melden, dass der hochrenommierte Steidl-Verlag aus Göttingen, Hausverlag und Weltrechtehalter unter anderem für Günter Grass (1927–2015) in finanzielle Schieflage geraten ist und sich in vorläufiger Insolvenz befindet. Neben denen für das Werk des Nobelpreisträgers hält der Verlag die Rechte vieler Berühmtheiten aus Kunst und Kultur, so auch die für das fotografische Werk Karl Lagerfelds. Etwaige Außenstände will sein Inhaber Gerhard Steidl laut Auskunft seiner Anwälte in Kürze begleichen. Der 75-Jährige möchte zugleich sein Editionshaus erhalten und sucht einen Interessenten dafür. O Zeiten, o Sitten: Mögen die Aussichten schnell wieder besser werden.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 14.07.2026

Der Teppich im Detail. | © Anne-Marie Graatz/BLDAM

BLDAM-Juli-Podcast: Ein Einhorn in Brandenburg an der Havel

Lange im Schatten, inzwischen weithin berühmt: Der Brandenburger Einhornteppich ist das Thema des aktuellen Juli-Podcasts Denkmalzeit (Ausgabe 083) des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege. Das Denkmalamt begleitet damit die Rückkehr des restaurierten Teppichs in seine Heimatkirche in der Havelstadt, St. Gotthardt. Dabei kommen verschiedene Protagonistinnen und Protagonisten zu Wort, die das Projekt begleiteten, so auch Pirckheimer-Freund und Mentor der Bücherkinder, Armin Schubert – der von der kreativen Auseinandersetzung mit dem Fabeltier und der Arbeit am Einhorn-Buch der Bücherkinder berichtet. Das Gespräch mit ihm führt Anne-Marie Graatz, sein Beitrag zum Mehrwert des Einhorns ist etwa ab Minute 17:50 bis Minute 22:50 zu hören. Der vollständige Denkmalzeit-Podcast ist unter dem hier eingepflegten Link nachhörbar.

(André Schinkel/Pressemitteilung)