Pirckheimer-Blog

Allgemein

So, 07.06.2026

Lutz Steinbrück: Bleiben wie’s nie war. Gedichte. Mit 6 Grafiken von HT Kløver. Berlin: KLAK-Verlag 2025, KlBr, 92 Seiten, ISBN 978-3-911617-10-9, für 15 Euro. Wie in seinem Vorgänger "Haltlose Zustände" (2020) treibt den Autor des Buchs ein „diffuses Unbehagen“ an der Welt und Epoche ... die unsere Gegenwart ist.

‚Die Götter entwaffnen‘: Gedichte Lutz Steinbrücks zur Zeit bei KLAK

Zwei Tugenden der dichterischen Existenz sind: Durchhalten und Beständigkeit in den Werkzeugen. Von daher ist die Aussage, dass der jüngste Gedichtband von Lutz Steinbrück, Bleiben wie’s nie war, erschienen im Frühjahr 2025 im Berliner KLAK-Verlag, an seinen Lyrikvorausgänger Haltlose Zustände (2020) anschließt, nicht ehrenrührig, im Gegenteil. Nun sind die Zeitläufte auch nicht besser geworden, das ganz und gar im Gegenteil. Steinbrücks Gedichte sind nah und hochgradig seismografisch am Takt der Epoche, die eine welke und zugleich gefährliche ist; ihre Trübtassigkeit ist allerdings nicht dazu geeignet, unaufmerksam zu werden ... und genau da setzt die Dichtung Lutz Steinbrücks ein. Ein „diffuses Unbehagen“ an der Welt, so oder so ähnlich war bereits der Tenor des zuvor edierten Gedichtzyklus; hier nun setzt, so hebt es bereits in den Linernotes von Bleiben wie’s nie war rück- wie vorausverbindend an, Steinbrück auf die Verklarung, Verschärfung des Blicks im Fokus des Worts und auch ihrer teils be-, teils entseelten Hülsen, die er im Bezug auf den Alltag herauszieht und in Nutzung nimmt, sich damit um ein Abbild des all-gegenwärtigen Absurdistans bekümmernd. Bereits die Kapiteltitel im Buch verweisen darauf: mit Fremdschemen, Die Götter entwaffnen, Tragende Verluste und Aus den Fugen seien vier symptomatisch aus dem Reigen der sieben Unterzyklen des Bandes genannt. Oh, und zugleich ist es so, dass jene Erkenntnis der Misere als Bewusstwerdungsprozess unerlässlich ist und bleibt: „wieder und wieder / wiederholen was / klar scheint /doch nicht ankommt ...“ Oder, sich erwehrend in der Wahrnehmung schon:Eingelaufene Gedanken // zu treffen im Gehirnwaschgang / im Auge der Betrachterin ...“ Und: den Grad an Fäulnis in der Zeit teils überklar benennend, die schillernde Gefahr ... – vom Schmeißfliegenberg der Geschichte wie vom Mont Klamott der anwachsenden Verpixelung her. Ja, in Lutz Steinbrück, der zugleich auch Songwriter für (sic:) Lutzilla ist, kocht das hoch in Loops und Slogans, zieht die Axt des Fingers in der Wunde de facto einen Scheitel im Auge des Lesers. Und endet: „als ob wir je dazugehörten ...“, und: „zerriesel’ ich im Januswind ...“ Wehe uns – nach wie vor. Doch die Bögen sind gespannt, um die „Auswüchse gesundzuschrumpfen“. Und das ist der Anfang. Ein so bedenk- wie bemerkwürdiges Buch, flankiert von einem Gespräch mit dem Dichter und den Arbeiten HT Kløvers: Die dräuenden Götter, die sich gebärden und am Ende Schemen sind, gehören entwaffnet. 

(André Schinkel)

Mi, 03.06.2026

"Rare Books Berlin" samt "ILAB-Kongress" und Messe in Berlin. Auch die Pirckheimer und die "Bücherkinder Brandenburg" sind vor Ort und maßgeblich beteiligt.

September: „Rare Book Week“ vom 14. bis 20.09. im Herzen von Berlin

Die Rare Book Week Berlin findet vom 14. bis 20. September 2026 statt und bringt internationale Sammler, Händler und Bibliothekare zusammen. Auch die Pirckheimer sind an diesem Event für alle Freundinnen und Freunde des Buchs beteiligt. Der Höhepunkt der Woche ist die Antiquariatsmesse Rare Books Berlin, die vom 18. bis 20. September 2026 im historischen Kronprinzenpalais (Unter den Linden 03, 10117 Berlin) veranstaltet wird. Der ILAB-Kongress vom 14. bis 17.09. eröffnet die Woche: Der 46. Kongress der International League of Antiquarian Booksellers lockt internationale Fachleute mit Symposien, Führungen und Vorträgen in die Hauptstadt ... Die Rare-Books-Messe im Kronprinzenpalais präsentiert ab 18. erlesene Bücher, Grafiken und Drucke in hocheleganter Salon-Atmosphäre. Begleitende Events: Bibliotheken, Museen und Sammlungen in der Region um Berlin bieten spezielle Ausstellungen, Lesungen und Fachvorträge an. Die Infos zu Ausstellern, Preisen und dem vollständigen Rahmenprogramm gibt es auf der offiziellen Rare Book Week Berlin-Plattform. Für ILAB-Mitglieder ist die Registrierung für den Kongress in der ersten Wochenhälfte bereits über die 46th ILAB Congress 2026-Seite möglich. Für die Bücherkinder Brandenburg – die bereits an einem neuen Projekt arbeiten – ist im Rahmen der Buch-Woche eine Lesung vor internationalem Publikum vorgesehen. Ihr Mentor und Pirckheimer-Freund Armin Schubert verrät in Kürze noch mehr und weitere Details. Vorerst nur soviel: „Gezeigt werden rare/seltene/kostbare Bücher (...) aus der Sammlung von Marlene Dietrich. Aus Paris kamen nach ihrem Tod 1.800 Bücher mit nach Berlin. Welche Autoren das sind, werde ich noch ermitteln.“ Rare Books Week – es wird spannend ...

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 30.05.2026

Berühmt durch "Mullewapp" und "Tabaluga": Helme Heine. Der Künstler schuf auch Kunstwerke für das Günter Grass-Haus. Sie sind bis Januar in Lübeck zu sehen – in der nahen Kinder- und Jugendbibliothek.

„Helme Heine – Es war einmal ...“ in Lübeck: Ausstellung bis 10.01.2027

Mit der Ausstellung Helme Heine – Es war einmal … widmet sich das Günter Grass-Haus einem der bedeutendsten Bilderbuchkünstler unserer Zeit. Helme Heine war zeitlebens unterwegs – geografisch wie künstlerisch: von Berlin über Afrika und Irland bis nach Neuseeland, vom Theater hin zum international gefeierten Autor und Illustrator. Im vergangenen Jahr verstarb der große Schöpfer kleiner Bildwelten in seinem neuseeländischen Zuhause am Meer.

Seine Figuren – etwa die „Freunde“ aus Mullewapp oder der kleine grüne Drache Tabaluga – sind weltweit bekannt. Neben Illustrationen aus seinen Klassikern zeigt die Ausstellung vor allem neuere Arbeiten. Diese illustrieren mit feinem Humor zentrale gesellschaftliche Themen unserer Zeit wie Klimawandel, Migration, Geschlechtergerechtigkeit, Frieden und Demokratie.

Erstmals werden zudem Werke präsentiert, die Helme Heine eigens für das Günter Grass-Haus geschaffen hat und die auf den Nobelpreisträger und Lübeck Bezug nehmen. Ergänzt werden diese Arbeiten durch Dokumentationen des letzten, bewegenden Besuchs der Kuratoren beim Künstler im bayerischen Prutting kurz vor seinem Tod. Dort gewährte Helme Heine persönliche Einblicke in seinen künstlerische Arbeit, begegnete dem Team mit Offenheit, Vertrauen und großer Herzlichkeit. Eine Begegnung, die die Arbeit an der Ausstellung auf besondere Weise prägte und inspirierte.

Eine Auswahl der Werke wird in der Kinder- und Jugendbibliothek der Hansestadt Lübeck (Hundestraße 05, 23552 Lübeck) präsentiert – die sich nur wenige Schritte vom Günter Grass-Haus entfernt befindet. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museumsshop erworben werden kann. Ein begehbares, aus Holz gefertigtes „Mullewapp“-Dorf, zahlreiche Originalskizzen und -entwürfe sowie Mal- und Zeichenstationen laden Kinder und Erwachsene gleichermaßen dazu ein, zu entdecken, zu spielen und zu staunen. Die Schau wurde kuratiert von Carl Manzey und gestaltet von Berit Reutershan und ist noch bis zum 10. Januar 2027 in der Hansestadt zu sehn. 

Alle Informationen dazu finden sich auf der Webseite des Günter Grass-Hauses. Am 05. Juni wird eine Führung durch die Ausstellung angeboten, sie beginnt um 17 Uhr. Wer mag, kann sich um 18 Uhr im Anschluss der Führung durch das Günter Grass-Haus (in der Glockengießerstraße 21, 23552 Lübeck) anschließen. Gute Gelegenheit, das Forum für Literatur und Bildende Kunst zu besuchen!

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 25.05.2026

Künstlergespräch mit Siân Bowen – Wien, am 02.06.

Künstlergespräch mit Siân Bowen

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung Buch. Raum. Haus. Bewegungsraum findet am 02. Juni 2026 in der Galerie Druck & Buch (Berggasse 21/22, A–1090 Wien) ein Künstlergespräch mit Künstlerin Siân Bowen und ihrem Projekt Collabsible Spaces: Urushi statt. Der Abend zur Kunst Bowens, die die Idee vom Buch als dreidimensionalem Raum mustergültig aufgreift, beginnt um 19 Uhr. Ihre Objekte changieren zwischen zweiter und dritter Dimension, das mit Urushi-Lack behandelte Papier öffnet aus der Buchhaftigkeit in der Tat kleine Räume. Die momentane Ausstellung Buch. Raum. Haus. Bewegungsraum ist noch bis zum 26.06. zu sehen – die Galerie ist Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr geöffnet, lediglich am 05. Juni bleibt sie geschlossen ... Alle Infos dazu finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 24.05.2026

Unikales, Bücher in Kleinstauflage und Bibliophiles in Zeitschriftenform präsentiert eine Sonderschau auf Schloss Köthen von Juni bis August. Gezeigt werden dort Bestände der "Landessammlung Kunstbücher", in der Anhaltischen Landesbücherei Dessau zuhause.

Auf Schloss Köthen: „Bibliomania“

Hochhackige Leselust-Objekte und Pop-Up-Cartoons, filigrane Miniaturen, robuste Riesen: Die Landessammlung Künstlerbücher Sachsen-Anhalt, die 1992 in Dessau angelegt und seit 1997 durch Ankäufe durch das Kultusministerium gefördert wird, bietet einen einzigartigen Überblick zur Vielfalt dieses künstlerischen Genres. Die jüngste Sonderausstellung Bibliomania – Sachsen-Anhalts Künstlerbücher im Schloss Köthen (Schlossstraße 04, 06366 Köthen/Anh.) vom 12. Juni bis zum 09. August stellt die formale und thematische Bandbreite des Bestands nun erstmals vor. Konjunktur hat die Buchkunst seit mehr als 100 Jahren, und die in der Anhaltischen Landesbücherei in Dessau gehüteten Bestände legen ein beredtes Zeugnis davon ab. Die Vernissage der Schau findet am 12.06. um 18 Uhr statt. Neben Unikalem werden die bibliophilen Bände des Common Sense zu sehen sein. Es wird ein umfangreiches Begleitprogramm aufgerufen: So werden zu Künstlergesprächen Sabine Golde (19.06.), Anna Helm (26.06.) und Pirckheimer André Schinkel (03.07.) ... die allesamt in der Anhaltischen Landesbücherei vertreten sind, erwartet. Die Gespräche beginnen jeweils um 17.30 Uhr. Auch wird es einige Angebote für die jüngsten Bücherwürmer geben. Alle Infos dazu hier.

(Ernst-Jürgen Liebetraut/Pressemitteilung)

Sa, 23.05.2026

22. Internationaler Comic-Salon Erlangen vom 04. bis 07. Juni 2026

Sprache der Bilder in unruhigen Zeiten – alle zwei Jahre findet der Internationale Comic-Salon Erlangen statt, das größte Festival für Comic-Kunst und grafische Literatur im deutschsprachigen Raum und eines der wichtigsten Festivals in Europa. Vier Tage lang dreht sich im Zentrum der mittelfränkischen Universitätsstadt alles um die Neunte Kunst ... Im und rund um den Erlanger Schlossgarten befinden sich Messezelte, Ausstellungen, Räume für Lesungen, Vorträge, Gespräche, Workshops und vieles mehr. Mit Kinder lieben Comics ist den jungen Leserinnen und Lesern ein eigenes Festival im Festival gewidmet, der renommierte Max und Moritz-Preis würdigt die besten Neuerscheinungen der letzten zwei Jahre. Unterstützt wird der Internationale Comic-Salon 2026 zum sechsten Mal durch seinen Titelsponsor, die DATEV eG aus Nürnberg. Über 25.000 Besucher und Besucherinnen werden vom veranstaltenden Kulturamt der Stadt Erlangen dabei erwartet.

Im Zentrum des Internationalen Comic-Salons Erlangen steht traditionell die Comic-Messe in eigens errichteten Zelthallen in der Innenstadt. Über 300 Aussteller – Verlage, der Comic-Handel, Comic-Klassen der Hochschulen, unabhängige Kleinverlage, Einzelkünstlerinnen, -künstler sowie Self-Publisher – präsentieren hier ihr Programm. Deutsche Avantgarde, internationale Graphic Novels, frankobelgische Bandes Dessinées, amerikanisches Superheldvolk und japanische Manga – zahlreiche Neuerscheinungen werden erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, rund 500 Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt kann beim Zeichnen und Signieren ihrer Bücher über die Schulter gesehen werden. Weit über 200 Einzelveranstaltungen, Lesungen, Vorträge, Gespräche und Diskussionen begleiten das Messe- und Ausstellungsprogramm in der mittelfränkischen Stadt.

Zwei große Ausstellungen eröffnen schon vor dem Festival. Mit Christoph Niemann. Auf den Punkt präsentiert das Kunstpalais in Zusammenarbeit mit dem Comic-Salon seit 14. März eine große Werkschau des bekanntesten deutschen Illustrators. Im Stadtmuseum wird ab dem 03.05. mit Was gibt’s denn da zu lachen? Die komische Kunst des Walter Moers zusammen mit der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen die erste große Retrospektive des Zeichners und Autors in Süddeutschland gezeigt. Der Comic-Pionierin Isabel Kreitz ist eine Retrospektive in der Zeit, da das Festival läuft, im Kunstmuseum Erlangen gewidmet; Comics ohne Text – Silent Comics – werden in den Fokus gerückt und die Simpsons gefeiert ... Politisch wird es mit #iceoutcomics aus den USA und ernst mit Schattenleben – Menschen ohne Papiere erzählen ... und wissenschaftlich bei der ästhetischen Auseinandersetzung mit der Welt der Quanten. Zahlreiche weitere Ausstellungen, zum Teil in Zusammenarbeit mit den Comic-Verlagen, präsentieren Künstler*innen und ihre neuesten Werke.

Das vollständige Programm kann seit der zweiten Maiwoche unter www.comic-salon.de eingesehen werden. Hier gibt es dann auch die Funktion Mein Salon, mit der man sich bei Interesse sein individuelles Festivalprogramm zusammenstellen kann. Ein kostenloses Programmheft mit allen Events erscheint im Lauf des Mai. Die Hauptveranstaltungsorte sind die Messehallen auf dem Schlossplatz und im Schlossgarten, der Kultur- und Bildungscampus kubic, Palais Stutterheim, das Stadtmuseum – zudem gibt es zahlreiche weitere Veranstaltungsorte in der Innenstadt.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Do, 21.05.2026

Meid-Preis 2026 für Katrin Stangl

Den renommierten Hans-Meid-Preis der Hans-Meid-Stiftung für das Jahr 2026 erhält die 1977 in Filderstadt geborene Illustratorin und Grafikerin Katrin Stangl, die in Köln lebt und arbeitet (momentan eigentlich im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop, wo sie ein Stipendium hat) und auch als Autorin hervortrat. Die überaus gute Kunde meldet unter anderem das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von diesem Montag. Stangl, die an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig studierte, ist eine Schülerin von Volker Pfüller (1939–2020), der eine große Zahl der heutigen Illustratoren-Elite begleitete – sie wurde bereits vielfach für ihr so umfangreiches wie motivreiches buchillustratorisches und grafisches Werk geehrt. Auch Postkartenserien, Plakate und Spieledesigns gehen auf sie zurück. 2018 wurde Katrin Stangl, die mit Heike Herold ein Atelier in Köln betreibt, mit dem Preis der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet. Ihre Illustrationen erscheinen in zahlreichen namhaften Verlagen und Editionen, so in der Insel-Bücherei (vgl. die Abb.) oder bei der Büchergilde Gutenberg. Der Hauptpreis der Hans-Meid-Stiftung ist mit feinen 15.000 Euro dotiert. Er wurde in den vorhergehenden Jahren zuletzt unter anderem an die Holzschneiderin Petra Schuppenhauer, den Graphic-Novel-Künstler Jakob Hinrichs und die Kaltnadelradiererin Claudia Berg vergeben. Besonders hob die Jury bei der diesjährigen Vergabe die außerordentliche Vielfalt der künstlerischen Mittel hervor, mit der Katrin Stangl ihre Buchprojekte bearbeitet. Und – es gibt auch weitere Preis- und Stipendienvergaben im Hans-Meid-Preis-Vergabejahr 2026. So wurde Jan Peter Tripp der mit 5.000 Euro Ankaufswert verbundene Ehrenpreis für das Lebenswerk zugesprochen. Desweiteren werden vier Stipendien, stets mit 3.500 Euro dotiert, verliehen. Sie gehen an Johanna Rast, Hannah Plickert, Nora Ahrens und Tino Theumer. – Allen Geehrten sei hier von Herzen gratuliert! Die Verleihung der Preise findet am 26. November im Grassi-Museum in Leipzig statt.

(André Schinkel)

Mi, 20.05.2026

Der LBA war am 12. Mai 2026 im Bach-Archiv zu Gast.

Der LBA zu Besuch im Bacharchiv

Das Bach-Archiv in Leipzig (Thomaskirchhof 15, 04109 Leipzig) zählt zu den bedeutendsten Musikarchiven Deutschlands. Untergebracht ist es im Bosehaus in unmittelbarer Nachbarschaft der Thomaskirche und der Thomasschule, den Wirkungsstätten des Komponisten in seiner Leipziger Zeit. Das 1950 gegründete Archiv stützt sich bei seinen Forschungen auf eine reiche Sammlung an Noten, Autographen, Originaldrucken Bach’scher Kompositionen und anderen Zeugnissen seines Schaffens, seiner Familien- und der Zeitgeschichte. Zimelien, die für Musikliebhaber wie Bibliophile gleichermaßen von hohem Reiz sind.

Professor Dr. Peter Wollny, Leiter des Archivs, und Dr. Markus Zepf, der musikwissenschaftliche Referent, gewährten den Mitgliedern und Freunden des Leipziger Bibliophilen-Abends am 12. Mai Einblicke in die Schätze und in die Arbeit des Archivs. Im Sommersaal legten sie ausgewählte Exponate vor. Zu ihnen zählte ein Originaldruck der Goldberg-Variationen ... das Notenbild auf Kupferplatten gestochen – frei von Hand, wie es in der Barockzeit Usus war, sagte Peter Wollny. Die handgeschriebene Vorlage wurde getränkt, um sie durchscheinend zu machen. 

Durch Nachzeichnen wurden die Noten seitenverkehrt auf die mit Wachs beschichtete Matritze übertragen. Der effizientere Notenstich mit Stahlstempeln, um 1730 in England erfunden, setzte sich erst später durch. Maximal hundert Abzüge seien von einer Kupferplatte möglich gewesen. „Danach kriegten sie die nicht mehr richtig sauber. Es bildeten sich Schatten.“ Von diesem Druck der Goldberg-Variationen seien wohl an die 30 Exemplare überliefert.

Aufschlussreich für die Bibliophilen war Wollnys Hinweis: Korrigiert wurde nach dem Drucken. Das sei klar zu erkennen ... Während die Variationen wenige Korrekturen erfuhren, war das beim Druck des Musikalischen Opfers anders. Da gibt es Stellen, die unsauber sind, offenbar in Eile in Kupfer gestochen. Und: Mehrere Mitglieder der Familie Bach haben sich nach dem Druck dem Korrektorat gewidmet. Der Titel dieser Ausgabe erfolgte im Buchdruck.

Das Bach-Archiv ist bestrebt, die Basis für seine Forschungen fortlaufend zu verbreitern. Dazu tragen Schenkungen und Leihgaben bei und gezielte Ankäufe bei Sammlern und Antiquaren, aber auch auf dem internationalen Auktionsmarkt. Unterstützung dabei leisten verschiedene Förderer, die Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs etwa und sein US-amerikanisches Pendant. 

Immer wieder gibt es auch Überraschungs- und Zufallsfunde, die den Horizont weiten. Gerade die Geschichten hinter den Zimelien, die über das eigentliche Zeugnis hinausweisen, sind bereichernd. Davon gab es einige an diesem Abend. Auch wenn grundsätzliche Fragen der Leipziger Forschung, die Professor Wollny benannte, erst einmal unzureichend beantwortet bleiben müssen: Was passierte nach dem Tod Johann Sebastian Bachs (1685–1750) mit seiner Notenbibliothek? Bestimmte er vorher schon, was an seine Söhne gehen sollte?

Wer sich Bach, seinem Leben und Werk, der Rezeption und der Familie zuwenden möchte – am Thomaskirchhof im Bach-Archiv ist er an profunder Adresse. Im selben Haus ist auch das Bach-Museum untergebracht. Weitere Informationen bietet die Webpräsenz www.bachfestleipzig.de.

(Ekkehard Schulreich)

Mo, 18.05.2026

20.05.: Der Grimmschrat in Kassel

„Ihr Lieben, am Mittwoch gibt’s in Kassel in der Hofbuchhandlung Vietor einen Abend zum Grimmprojekt mit mir ...“, so hebt die Einladung von Künstler, Editeur, Performer und Pirckheimer Henrik Schrat an. „Toll, nochmal in der Heimatstadt der Grimms zu sein, und über das Projekt zu sprechen, und Bilder zu zeigen. Wie verknüpfen sich die Bilder mit der Realität, was steckt dahinter, wie sind die vielen Cameos zustandegekommen? Es gibt so viel zu erzählen ...“ Henrik Schrat hatte es sich zur edlen Aufgabe gemacht, das gesamte Märchenwerk der Gebrüder Grimm in einem mehrere Jahre währenden Großprojekt neu zu illustrieren und zu edieren. Ende letzten Jahres erschien mit dem himmelblauen der fünfte und letzte Band der Ausgabe, fest gebunden, auf feinem Papier, mit Silberschnitt im Thelem Verlag. Und wer den Schrat kennt, weiß, dass seine Auftritte Erlebnisse sind. Über das Grimmschrat-Cameo-System war es im Übrigen möglich, persönlich oder in Form eines persönlich gewählten Orts Teil der Ausgabe zu sein – denn das darüber eingeworbene Sponsoring half das Mammut-Werk zu vollenden und zu realisieren. Diese Neuausgabe der Kinder- und Hausmärchen nebst angeschlossenen Texten enthält alle 240 Märchen und anverwandte Werke, die die Grimms dereinst sammelten. Und Orte wie Kassel (oder Hanau) sind elementar für das Entstehen der Sammlung gewesen. Also – es kehrt der Schrat an einen authentischen Ort für seinen Auftritt. Am 20.05. um 19 Uhr bei Vietor am Ständeplatz 17, 34117 Kassel. Reservierung ist unter der (0561) 13 0 85 möglich. „Ich freu mich sehr, wenn ihr vorbeikommt und wir ein bissel schwätzen können im Anschluss. Bücher werden signiert.“ So der Schrat, in Vorfreude auf den Abend in Kassel.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 16.05.2026

Hingehn – Thomas Franke parliert am 17.05. in Bonn!

In Bonn: „Das letzte Problem“ mit Thomas Franke (Lesung am 17.05.)

Sir Thomas Franke, künstlerischer Tausendsassa und Pirckheimer-Freund aus Bonn, lädt für den Sonntag, den 17. Maien 2026 (Einlass ab 19 Uhr) zur Lesung Das letzte Problem in die Zone Blues Bar (Maxstraße 2a, 53111 Bonn, Telefon: (0228) 69 57 57) in die ehrwürdige Bundesstadt am Rhein ein. Oder wie er es ganz höchstselbst formuliert: „Jawollski, liebe Interessentinnen und Interessenten meines künschtelerischen Herumdilettierens, hiermit möchte ich nach langer Zeit wieder einmal ein Plakattewitsch im Internetz an die Litfaßsäule schlagen: ein Plakattewitsch, mit welchem ich darüber informiere, daß ich gegenwärtig eine Lesung vorbereite (...) zu der ich, mein lockeres Maulwerkzeug gebrauchend, Conan Doyles Holms’sche Kriminalgeschichte Das letzte Problem (auch Sein letzter Fall oder Sherlock Holmes’ Untergang) schwadronieren werde.“ Worum handelt es sich dabei? „Es handelt sich um Dr. Watsons Bericht vom Tod seines Freundes Sherlock Holmes (dem sich am 06. September dieses Jahres, im Rahmen der 20. Lesereise durch die Bonner Altstadt, am selben Ort vorgetragen, die überaus spannende, genial von Sir Arthur Conan Doyle geschriebene Kriminal-Erzählung über die ‚Wiederauferstehung‘ des Sherlock Homes, Im leeren Haus, anschließen wird). Dr. Watson, Freund und Mitarbeiter des Meisterdetektivs Sherlock Holmes, beginnt seinen Bericht über seines Freundes Kampf gegen Holmes’ düsteren Widersacher, den gefährlichen Professor Moriarty, der mit dem Sturz der beiden in die beim schweizerischen Dorf Meiringen gelegenen Reichenbachfälle endet, mit den Worten: ‚Mit schwerem Herzen greife ich zur Feder, um den hervorragenden Geistesgaben meines Freundes Holmes für alle Zeiten das letzte Denkmal zu setzen‘ ...“ Wenn das nicht aufregend zu werden verspricht. Vorverkauf und Anmeldung zum Gig: Reservierungen sind aufgrund des knappen Platzangebots erbeten, Kontakt: siehe oben. Es wird ein lässiger Obolus von 10 Euro erhoben, vor allem, Zitat Thomas Franke: „... damit der Vorträger die Unmengen Wein und Schnaps und Bier bezahlen kann, die er im Verlauf des Vortrags in sich hineinschütten wird.“ Es wird hingegangen, mit weitem Ohr und Aug gelauscht, was keine Bitte ist.

(André Schinkel)

Fr, 15.05.2026

"Feste Drucken": auf Schloss Bröllin – im September.

Druckfestival „Feste Drucken“

„Wir werden schuften – und drucken. Streiten auch. Uns auseinandersetzen und zusammen. Anders wie anders. Gleich als gleich.“ So steht es in der Einladung zum Druckfestival Feste Drucken, das, organisiert vom SPEICHER_Leute e. V., vom 06. bis 13. September in der vorpommerschen Provinz stattfindet. Weiter heißt es: „Schloss Bröllin in Fahrenwalde im Landkreis Vorpommern-Greifswald hat viel Platz auf seinem weitläufigen Gelände. Das war früher mal ein Gutshof.“ Heißt also, ist firm gebaut: „Die Feldsteinbauweise ist solide und hält was aus.“ Und schließlich: Da können wir Uneinigkeit gestalten. Denn ohne Konsens ist der Lösungsraum größer. Wir sind so frei und führen ungemütliche Gespräche. Die VerWIRung machen wir dann drucktechnisch sichtbar.“ Bewerbung mit einer Workshopidee bis zum 01.06.2026. Auf der Website gibt es alle Infos zu Konditionen etc.

(Othmar Kasulke)

Do, 14.05.2026

Das "Poesiealbum" ist eine editorische Legende und feiert am 27.05. in der Volksbühne Heft 400: Samuel Beckett, ausgewählt von Ingolf Brökel. Die Reihe ist im Märkischen Verlag in Wilhelmshorst beheimatet.

Volksbühne feiert: „Poesiealbum 400“ (das Buch des Monats im Mai)

Wohl keiner beherrschte das Ausräumen der Textlandschaft so souverän, meisterlich und, jawoll, so beredt auch wie er: Samuel Beckett (1906–1989). Der Großmeister von Watt und der Textes pour rien, der nach einer langen Geduldsschleife mit Warten auf Godot 1953 mit einem Schlag weltweit berühmt wurde, hat Zeit seines Lebens auch Gedichte und anverwandte Formen geschrieben. Es ist deshalb mehr als richtig, Beckett die Jubiläumsausgabe des legendären Poesiealbums, nämlich die Ausgabe 400 der ikonischen Reihe, zuzuweisen. Und die nicht weniger berühmte Volksbühne (Linienstraße 227, 10178 Berlin) feiert das Poesiealbum-Jubiläumsheft! Wo? Im Roten Salon, in der Reihe Parole Text:Buch. Wann? Am 27. Mai 2026, ab 20 Uhr. Wer ist dabei? 1. Ingolf Brökel, der die Auswahl des Heftes besorgt hat und mit 2. Doris Streibl aus der Neuveröffentlichung liest; und 3. Reiner Frei, der in seiner Erscheinungsform als Yref die Gitarre dazu schweben lässt. Was gibt es noch zu sagen? „Seit mehr als einem halben Jahrhundert wird in der Lyrikreihe deutsch- wie fremdsprachige Poesie bedeutsamer Autor:innen aus Gegenwart und Vergangenheit veröffentlicht“, heißt es da in den Linernotes für den Abend. Und: „Von den montageartigen längeren Gedichten aus seinem 1935 erschienenen ersten Gedichtband Echos Gebein, in dem das Chaos noch die Form gibt und das vom Absurden lebt, bis hin zur reduzierten Sprache, hochgradig konzentrierten epigrammatischen Texten im Band Mirlitonnades von 1981 erstreckt sich das lyrische Werk eines der bedeutendsten Dichter unserer Zeit, Nobelpreisträger 1969. In seiner Lyrik baut er einen Raum um sich, der Figuren auf seine Weise krümmt und deren Körper auf ihre Art wieder seinen Raum, den Beckett’schen ...“ Schließlich: „Wer seinen krummlinigen Koordinaten folgt, geht dem Nichts zu – mit imponierender Reste-Erhaltung an Helle und Schärfe.“ Mithin ist Samuel Beckett so ein mehr als enigmatischer wie leuchtender Protagonist der Moderne und Nachmoderne. Das Poesiealbum wurde 1967 begründet und erschien zunächst im Verlag Neues Leben; und nach der Wende wurde es im Märkischen Verlag Wilhelmshorst glücklich wiederbelebt. Nun: Möge es noch weitere 400 Hefte geben! Den Poesiealbum-Beckett-Abend sollten sich Fans und auch Eleven der Reihe vormerken.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 12.05.2026

Der Namensgeber für die Ehrung ist Max Herrmann.

Max-Herrmann-Preis verliehen

Die Antiquarin Elvira Tasbach aus Berlin erhielt am gestrigen 11. Mai im Wilhelm-von-Humboldt-Saal der Stabi den Max-Herrmann-Preis 2026. Dieser wird für Verdienste um das Bibliotheks­wesen von den Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. vergeben. Geehrt wird unter anderem, wie der Vorsitzende der Stabi-Freunde, Peter Altmaier, und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilen, ihre Tätigkeit als Mäzenatin. So hatte Elvira Tasbach der Bibliothek u. a. den Catalog der Bücher im Besitz seiner Exzellenz Herrn Freiherrn Alexander’s von Humboldt mit mehr als 1.000 hand­schriftlichen Notizen Humboldts geschenkt. Der Preis ist nach dem Berliner Literatur- und Theaterwissenschaftler Max Herrmann (1865–1942) benannt, der im KZ Theresienstadt starb. Die Verleihung fand um 18 Uhr statt, die Laudatio für die Geehrte hielt der Verleger im Wallstein-Verlag, zugleich Vorsitzender der Historischen Kommission des BörsenvereinsThedel von Wallmoden. Der Preis wurde zuvor bereits an Paul Raabe, Götz Aly, Monika Grütters, Wim Wenders vergeben.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Poesiefestival Berlin ab 15.05.2026

Jeden Sommer verwandelt sich Berlin in eine Hochburg der Poesie. Mehr als 150 Dichter und Künstler aus aller Welt kommen zum Poesiefestival Berlin und präsentieren aktuellste Tendenzen in der zeitgenössischen Dichtkunst. Neben dem Buch hat sich die Poesie längst auch andere Präsentationsformen gesucht und experimentiert mit Theater, Performance, Musik, Tanz, Film und digitalen Medien. Das Festival macht Poesie erlebbar, in ihrer ganzen Formenvielfalt. Und es zeigt, welche Kraft und Inspirationsquelle die Poesie besitzt, verschafft der Sprachkunst Aufmerksamkeit, beschreitet neue Wege der Präsentation, Publikation, Distribution, erreicht weltweite Ausstrahlung. Hier treffen sich auch Direktoren von Poesiefestivals aus aller Welt. Das Poesiefestival setzt 2026 drei Schwerpunkte: Es geht um Mythen, Trauer und eine kritische Neubewertung der europäischen Literatur. Dazu gibt es Themenabende, internationale Lesungen und dezentrale Formate in der ganzen Stadt. Ein besonderer Höhepunkt ist die Lesung der kanadischen Dichterin Anne Carson in der AdK (24. Mai) und die Berliner Rede zur Poesie von Valzhyna Mort im silent green am 02. Juni. Bei Lesungen, Gesprächen und anderen Aktionen werden alte Erzählungen neu geschrieben, Machtverhältnisse gezeigt und neue Arten, sich auszudrücken, ausprobiert. Das Poesiefestival Berlin 2026 beginnt am 15. Mai, es endet am 14. Juni 2026. Der Eintritt für die Veranstaltungen variiert, viele Events sind kostenlos. Alle Informationen zum Festival gibt es auf der Website des Lyrikfests.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Do, 07.05.2026

Nu:Lit – Texte um Ulm und Neu-Ulm

Den Auftakt gab es schon vorgestern mit der Lese- und Diskussionsveranstaltung Warum eigentlich Klassiker? Thedel von Wallmoden im Gespräch mit dem erfolgreichen Verleger des Wallstein Verlags in der Theaterei Herrlingen, aber mit dem heutigen Tag beginnt das Nu:Lit-Festival für ungewohnte Literatur in (Ulm und) Neu-Ulm offziell. Nu:Lit, ein Konzept von Autor, Pirckheimer-Freund und Verleger Florian L. Arnold, ist dezentral und barrierefrei und bringt die Kultur in die Stadtteile. Und zwar in Form von ungewohnter Literatur. Die kleine, aber feine Reihe hat sich den Spielarten des Humors in der Literatur verschrieben: mal schräg, mal fein, aber nie bösartig. Lachen und Lächeln an ungewöhnlichen Orten in Neu-Ulm. Weil Lachen doch die beste Medizin ist ... Auch 2026 bringt Nu:Lit die Mundwinkel wieder nach oben, vertieft Lach- statt Sorgenfalten und verteilt literarische Lachanfälle im ganzen Neu-Ulmer Stadtgebiet. Die diesjährige Ausgabe findet bis zum 17. Mai 2026 statt. Mit dabei sind: Friederike Gräff, Knut Cordsen, Leo Riegel mit Cartoon-Pointen vom Feinsten, Ole Lucoje und schließlich Matthias Egersdörfer, der aus Das Lachen des Grünspechts und Rotkehlchen umschwirren mich liest. Das Verzeichnis der Akteure, Auftritte und ihrer Zeiten findet sich auf der Webseite des Festivals. Humor in der ganzen Stadt: So soll es sein.

(André Schinkel/Pressemitteilung)