Pirckheimer-Blog

Armin Schubert

So, 14.07.2024

Am letzten Schultag gab’s Geschenke für die Kinder.
Stolz präsentieren die "Bücherkinder" das Journal, in dem sich alle ihre Texte finden ... | © Armin Schubert

Ein „Argonautenschiff“ voll mit den Texten der Bücherkinder

Einen würdigen Abschluss des Schuljahrs und der begleitenden Bücherkinder-Saison vermeldet Pirckheimer-Freund Armin Schubert aus Brandenburg an der Havel. „Die Texte der Kinder zu Büchern von Anna Seghers haben den Vorstand der Anna Seghers Gesellschaft so begeistert, dass sie alle in das Jahresjournal Argonautenschiff für 2024 aufgenommen wurden. Jedes Kind hat nun diese Wertschätzung in der Hand. So geht Bibliophilie in die neue Generation über“, so der Mentor der kreativen Gruppe, die seit Jahren auch von der Pirckheimer-Gesellschaft unterstützt und gefördert wird. In einem Brief an die Anna Seghers Gesellschaft schreibt der Mentor, ja, und de facto Kreativdirektor der Bücherkinder zudem voll Dank: „… heute war der letzte Schreibtag vor den Sommerferien und am Ende gab es dann die Büchergeschenke. Auf den Tischen lagen wahlweise Texte oder Kopien zu Kant 300, zum Regenbogen mit Arche, zu Jurek Beckers Ein Baum, was ist das schon und von Maja Lunde Die Geschichte der Bienen. Bei der Hitze war es erstaunlich, dass die Kinder am Nachmittag sich solchen Themen noch genähert haben. (…) An die Anna Seghers Gesellschaft nun unseren Dank mit Fotos, denn am Ende gab es das Argonautenschiff. Juhu! Die anderen Kinder sind am Gymnasium, die werde ich nur noch privat sehen und ihnen das Journal schenken. Jedenfalls war die Freude groß, denn es hieß sofort: ‚Und wo ist mein Text?‘ Bitte sagen Sie allen unsern Dank, dass wir nun so geehrt wurden …“ Die Brandenburger Bücherkinder haben in einer Reihe von Jahren bisher sieben Bücher vorgelegt. Zuletzt ehrten sie mit dem Text-und-Bild-Band Pax questuosa Anna Seghers und Núria Quevedo. Auch die Pirckheimer unterstützen und fördern das Projekt, dem zu wünschen ist, dass es in diesen taumelnden Zeiten landesweit Schule machen möge, seit langem. Über den Sommer wird Armin Schubert die neu entstandenen Texte sichten und lektorieren, im kommenden Herbst wird dann entschieden, was an Bildern noch dafür gebraucht wird. Eine gute Nachricht gibt es schon im Voraus: der Berliner Künstler Helge Leiberg steuert ein originales Werk für die kommenden Unternehmungen der Bücherkinder bei. Wohl dem!

(André Schinkel) 

Di, 09.07.2024

Der Enkel wie auch Hüter des Nachlasses von Käthe Kollwitz, Dr. Arne Kollwitz ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am 25.06.24 gestorben. | © Armin Schubert

Berlin: Trauer um Arne Kollwitz

Der viele Jahre als Arzt in leitender Funktion am Franziskus-Krankenhaus in Berlin-Charlottenburg tätige Enkel und Hüter des Nachlasses von Käthe Kollwitz, Arne Kollwitz (1930–2024), ist, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits am 25. Juni im Alter von 94 Jahren gestorben. Mediziner wie sein Vater und Großvater, wurde er auch als vehementer Streiter für das Werk seiner Großmutter (1867–1945) bekannt, etwa, als es darum ging, ob ihr Werk auch in Berlin (West) weiter gewürdigt sein soll. „Meine Großmutter war eine wagemutige Frau“, so liest man es in einem seiner Interviews (2017) zur Thematik. Auch mit der Pirckheimer-Gesellschaft und den Bücherkindern Brandenburg war Kollwitz verbunden (vgl. die Abbildung, 2. v. r.): „Ich bin sehr traurig“, schreibt Pirckheimer-Freund Armin Schubert in seiner Traueradresse an das Kollwitz-Museum, „und danke ihm sehr für die Unterstützung bei einer Ausstellung und bei Aktionen der Jugendlichen, die an Käthe und Peter Kollwitz erinnerten.“ Arne Kollwitz hatte die Galerie Sonnensegel e. V. in Brandenburg an der Havel besucht und im Verbund mit dem Museum auch die Arbeit der Bücherkinder gefördert. 

(André Schinkel)

Do, 27.06.2024

Die "Bücherkinder" lasen am 17. Juni 2024 in Berlin.

Ansprache zur Lesung in Berlin

Geleitwort zur Veranstaltung der Brandenburger Bücherkinder in Berlin am 17. Juni 2024

Es gibt in vielen von uns das Bedürfnis, die Unruhe, die uns bewegt, zu artikulieren. Diese Unruhe ist mächtiger als die Versuchung, diese nicht zur Kenntnis zu nehmen. So ähnlich ist es zu lesen bei Christa Wolf in Lesen und Schreiben. Darum auch bei uns, den Bücherkindern Brandenburg, der Versuch, sich durch Produktivität mittels kultureller Arbeit mit Kindern dieser Unruhe zu stellen. So dürfen Sie auch unser Motto verstehen, wenn wir darin Bertolt Brecht zitieren: „Unser Heute geht gespeist durch das Gestern in das Morgen.“

Eine Unruhe hat mich als Pädagogen schon immer begleitet und inspiriert. Dabei waren Bücher und Kunstwerke wichtige Lebensmittel und Begleiter, um die Welt zu verstehen und vielleicht ein wenig zu ändern. Kann man das? 1989/1990 entstand so auch die Jugendkunstschule Galerie Sonnensegel mit Hilfe von 150 Künstlern aus Ost und West. Und ab 2009 gab es dann in meinem Unruhestand eben diese Arbeit mit den Bücherkindern an der Evangelischen Grundschule am Dom mit bisher weit über 100 Kindern und Jugendlichen. Einige haben wir heute hier.

Auch hier der Impuls aus der Literatur – wenn Christa Wolf schreibt: „Man kann nichts wünschen, wovon man nichts weiß.“ Ein weiterer Gedanke: Das Maximierungsdenken im Westen der Welt, bei uns in der Bundesrepublik, hat uns in eine Krise geführt, aus der wir uns zu befreien versuchen. Stephane Hessels Engagiert euch! gab hier Impulse wie auch Volker Braun: „es müsse der SINN maximiert werden.“ Mit unserer Arbeit rufen wir auf zu einem friedlichen Aufstand gegen Massen-Kommunikations-Mittel, die der Jugend keine Perspektive bietet und nur den Massenkonsum, Verachtung von Kultur und Bildung, Flüchtigkeit, Geschichtsvergessenheit und Ego-Trips zeitigt. 

All das gefährdet unsere Demokratie, so dass der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier uns alle ermahnt. Wir sollten uns fragen, warum all das sowenig bemerkt wird. Heute geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in ein Modell, mit dem wir auch der Kognitionswissenschaft in Los Angeles, Stavanger, Ljubljana und Jena in Teilen folgen. Gern möchten wir Dank sagen, dass dies in Zeiten der Demokratiegefährdung von den Einladenden und Freunden gewertschätzt und gefördert wird.

Ich sage Dank an den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke, an die Leiterin der Landesvertretung Brandenburg, Dr. Friederike Haase, mit ihrem Team, und ich habe zu danken der Pirckheimer-Gesellschaft, die uns so viele Jahre als Träger begleitet und fördert. Großen Dank der Christa Wolf Gesellschaft, deren Gründungsmitglied ich bin und die auch seit Jahren an unserer Seite ist, wie zudem der Anna-Seghers-Gesellschaft, die bei unserem Friedensbuch uns sehr geholfen und die Texte der Kinder im Argonautenschiff 2024 veröffentlicht hat. 

Wir danken dem Bildungsministerium für die Förderung mit Lotto-Mitteln und dem LJR Brandenburg für die Teilförderung unserer Arbeit. Großen Dank der Evangelischen Schule am Dom zu Brandenburg (Havel); und Dank auch an Wolfgang Hempel von der Wilhelm-Fraenger-Gesellschaft, die uns den Liedermacher, die Musik mit Andreas Frye, für heute gesponsort hat. 

(Armin Schubert)

Mi, 19.06.2024

17.06.: Die "Bücherkinder" in der Landesvertretung.
Gruppenbild nach der Lesung – die "Bücherkinder" samt Mentor und den Projektförderern in Berlin.

Auftritt der Bücherkinder in der Landesvertretung Brandenburg

Unter dem Motto von Bertolt Brecht (1898–1956): „Unser Heute geht gespeist durch das Gestern in das Morgen“, fand am vergangenen Dienstag, dem überdies symbolträchtigen 17. Juni, am Abend in der Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund die Buchvorstellung und Lesung der Bücherkinder Brandenburg statt. Die unter anderem von der Pirckheimer-Gesellschaft unterstützte Gruppe (der Blog berichtete wiederholt) erarbeitete unter der Mentorschaft von Pirckheimer-Freund Armin Schubert mehrere Bücher und hat für ihre Arbeit vielfach Aufmerksamkeit erhalten.

Unter der Leitung ihres Mentors stellten elf Bücherkinder (beinahe wie elf Freunde – passend zur aktuell laufenden Fußball-Europameisterschaft), eigene Texte und Gedichte aus den sieben bereits erschienenen Büchern vor. Zu Beginn der Veranstaltung gab es eine kleine Einführung durch die Bevollmächtigte Staatssekretärin des Landes Brandenburg beim Bund, Dr. Friederike Haase. Durch das Programm dirigierte Armin Schubert – sehr ansprechend und einfühlsam – selbst.

Die Kinder zeigten durch ihre Textdarbietungen ihre Leidenschaft für ihre Themen und zogen die Zuhörer in ihren Bann. Passend wurden einige Passagen durch den Künstler Andreas Freie musikalisch begleitet. Begleitende Worte kamen zum Abschluss von den Unterstützern des Projekts: der Christa Wolf Gesellschaft, der Anna-Seghers-Gesellschaft und den Vertretern der Pirckheimer-Gesellschaft. Am Ende der Veranstaltung fand eine kleine Geschenkübergabe an die Bücherkinder und ihren Mentor statt. Festgehalten wurde das alles nach dem Event auf einem Gruppenfoto. 

Zum Abschluss gab es noch einen kleinen Austausch mit Getränken. Es war eine anspruchsvolle, interessante und sehr kurzweilige Veranstaltung mit einer hoffentlich starken Wirkung nach außen: Schließlich wurden auch Themen wie Krieg und Frieden, damals wie heute, in den Fokus gerückt. Vielen Dank an die Organisatoren, an Armin Schubert und vor allem die Bücherkinder!

(Robert Grieger)

Mo, 10.06.2024

Am 17.06.24 treten die "Bücherkinder" in Berlin auf.

Eingeladen – die Brandenburger „Bücherkinder“ zu Gast in Berlin

Das dicht besetzte Leben und – der Aufstand der „Schwachen“ heißt die besondere Veranstaltung, eine Lesung der Bücherkinder aus Brandenburg an der Havel mit der Christa Wolf Gesellschaft, der Anna-Seghers-Gesellschaft und der Pirckheimer-Gesellschaft, die am Montag, den 17. Juni, um 17 Uhr in der Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund (Referat 55: Bildung und Wissenschaft, FB Veranstaltungen, In den Ministergärten 3, 10117 Berlin) stattfindet. Dazu erlauben sich Pirckheimer-Gesellschaft und der Mentor der Bücherkinder, Armin Schubert, noch einmal (der Blog berichtete am 05.05.) herzlich einzuladen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Es wird aus den sieben Büchern der Gruppe (zuletzt erschien Pax questuosa zu Ehren von Anna Seghers, von der auch das Motto des Events sich ableitet, und Núria Quevedo) gelesen. Gute Sache: Hin!

(André Schinkel)

Fr, 10.05.2024

Die "Bücherkinder" und zwei weitere Klassen trafen Sänger Wolf Biermann zu einem Gespräch in Berlin.

Gespräch mit einem Zeitzeugen: die Brandenburger Bücherkinder treffen Wolf Biermann in Berlin

Ein überaus denkwürdiges Gespräch mit einem Zeitzeugen der Geschichte des letzten wie dieses Jahrhunderts, dem bedeutenden Dichter und Liedermacher Wolf Biermann, fand am 07. Mai 2024 im Deutschen Historischen Museum in Berlin statt. Die Bücherkinder und weitere Schüler der Evangelischen Grundschule am Dom zu Brandenburg waren von der Bundeszentrale für politische Bildung eingeladen worden, um mit dem Georg-Büchner-Preisträger und Ehrenbürger von Berlin, geboren 1936 und seit langem wieder wohnhaft in Hamburg, ins Gespräch zu kommen. Nach einer Einführung durch die Bundeszentrale für politische Bildung in Brandenburg a. d. Havel besuchten zwölf Kinder Tage später die Ausstellung im Deutschen Historischen Museum, um danach zwei Stunden in einem Frage- und Antwortspiel dem berühmten Künstler Biermann zu begegnen.

Zur Doppelfragestunde waren auch zwei weitere Klassen angereist, die die Veranstaltung zudem musikalisch bereicherten. So gaben einige Schüler unter Anleitung einer klassischen Gitarristin ein Lied für Wolf Biermann zum Besten. Und eine Gruppe Flötistinnen und Flötisten gaben zum Auftakt, wie Pirckheimer-Freund und der Mentor der Bücherkinder Armin Schubert berichtet, eine Einstimmung zum Treffen mit dem Marsyas-und-Apoll-Thema: Marsyas spielte dereinst so lustvoll auf der Doppelflöte, dass er den Gott Apoll zum Wettstreit herausforderte und besiegte. Dafür ließ ihn Apoll bei lebendigem Leib häuten. Der Marsyas-Mythos dient bis heute als Parabel über das Verhältnis von Schönem und Hässlichem, Ohnmacht und Macht ... Was für ein Einstand für die Begegung mit dem, wie er selbst sang, Drachentöter und einer beeindruckenden Biografie. 

Die so ernste, zugleich unschuldige wie augenzwinkernde Frage des Tages aber kam, und so sieht es wohl auch die Bundeszentrale für politische Bildung, von Yuna von den Bücherkindern aus der schönen Stadt an der Havel, erzählt Armin Schubert weiter, und sie bot zudem eine Steilvorlage für Wolf Biermann, den sie überrascht und dem sie zugleich nicht schlecht gefallen haben dürfte. Ja, beim Besuch des Dorotheenstädtischen Friedhofs mit seinen vielen so prominenten Namen hätten sie sich mit den anderen Kids gefragt, wie es denn wäre, wenn Biermann in einem Jahrzehnt dort auf diese träfe: „Wir waren bei Anna Seghers und bei Bertolt Brecht auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. Möchten Sie da auch gern in zehn Jahren sein, um mit Brecht zu quatschen ...?“ 

Und der Wolf antwortete biermannesk: Ja, natürlich, dann wünsche er in dem Fall gleich mit Bertolt Brecht (1898–1956), der Weigel (1900–1971), mit Hanns Eisler (1898–1962), Anna Seghers (1900–1983) und dem großen Philosophen Hegel (1770–1831) sofort zu reden. Mit Johannes R. Becher (1891–1958), erster Kulturminister der DDR von 1954 bis 1958, hingegen möchte er auf keinen Fall auch nur ein Wort wechseln! Alles in allem war dies wohl für jede Beteiligte, jeden Beteiligten – auch Darstellerin und Interpretin Barbara Schnitzler war darunter – eine denkwürdige Begegnung mit dem Barden. Zum Abschluss überreichte Armin Schubert an Biermann noch das Pax questuosa der Bücherkinder sowie den Offenen Brief Hans-Eckardt Wenzels, eines seiner Konzerte in Leipzig betreffend, der Ende April hohe Wellen schlug. Ob Biermann dazu etwas sagt? Es bleibt interessant.

(André Schinkel/Armin Schubert/Pressemitteilung)

So, 05.05.2024

Die "Bücherkinder" Malte und Alma beim Schreiben. Ganze sieben Bücher haben die Kinder geschrieben.
Auf diese Publikationen sind die "Bücherkinder" stolz – und am 17.06.24 stellen sie drei davon in Berlin vor.

Juni: Die „Bücherkinder“ in Berlin

Das dicht besetzte Leben und – der Aufstand der „Schwachen“ heißt die besondere Veranstaltung, eine gemeinsame Lesung der Bücherkinder aus Brandenburg an der Havel mit der Christa Wolf Gesellschaft, der Anna-Seghers-Gesellschaft und der Pirckheimer-Gesellschaft, die am Montag, den 17. Juni 2024, um 17 Uhr in der Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund (Referat 55: Bildung und Wissenschaft, FB Veranstaltungen, In den Ministergärten 3, 10117 Berlin) stattfindet. 

Dazu schreiben die zum Lese-Event Einladenden: „Der Titel zu unserer Lesung Das dicht besetzte Leben bezieht sich auf Essays, Briefwechsel und Gespräche zwischen Anna Seghers und Christa Wolf (erschienen beim Berliner Aufbau-Taschenbuch Verlag 2003). Anna Seghers hat immer wieder über die ‚Kraft der Schwachen‘ geschrieben. Mit Bezug zur Lage vor den Wahlen in Brandenburg, zur Lage in Europa und der Welt ist heute ein Aufstand der ‚Schwachen‘ notwendig. Eine Nummer zu groß? Schwach und kleinlaut dürfen wir bei der Lage nicht bleiben.“ Und weiter heißt es da: 

„Immer wieder haben wir gerade mit Kunst und Kultur, mit zivilgesellschaftlichem Engagement und Mut bewiesen, dass wir Menschen in der Lage sind, Verhältnisse zu ändern. (…) Inbegriffen ist das Problem der ‚Über-Individualisierung‘ unter den Menschen, die uns vom Gemeinwesen wegdriften. Genau das alles hat uns heftig erreicht und schafft Populisten Zulauf. Das aktuelle Interview mit Lars Eidinger zu seinem Familiendrama Sterben hat uns ein weiteres Mal bestärkt, dass unsere kulturelle Bildungsarbeit mit Kindern wichtig ist. Sie schult deren eigenes Denken und Urteilen an Beispielen unserer Kultur als Gleichnis und im Verhältnis zu Fragen unserer Zeit.“

Die Bücherkinder und die Vertreter der fördernden Gesellschaften laden mit der Staatskanzlei des Landes Brandenburg zu einer Präsentation der jüngsten Bücher ein, die die Bücherkinder Brandenburg zu anstehenden gesellschaftlichen Fragen geschrieben und publiziert haben . Mit dabei sind Pax questuosa – ein Friedensbuch und Die Farben der Kindheit mit Texten zur Kindheit von Jurek Becker, Franz Fühmann, Günter Grass, Christa Wolf – sowie Du liebe Hühnerkastanie und manche Zugabe. Eine wichtige, famose Sache: Hingehn! Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 09.04.2024

Die "Bücherkinder" in Brandenburg an der Havel. Die Gruppe wird von den Pirckheimern unterstützt, ihr Mentor ist der Pirckheimer-Freund Armin Schubert.
Die "Bücherkinder" publizierten mehrere Bücher. Sie sind zahlreichen Künstlern und Werken gewidmet.
Auch Olaf Scholz schätzt die Arbeit der Domschüler.
Der "Phönix von Aschersleben" von Sven Großkreutz.
Der "Letzte Tanz" von Altmeister Karl-Georg Hirsch.
Claudia Berg: "Haus bei Burano". Die Meisterin der Kaltnadel wurde u. a. mit dem Meid-Preis geehrt.

Blatt für Blatt: „Bücherkinder“ und die „Edition Pirckheimer“

Die Gesellschaft trägt die Lust auf Buchkunst ins Land. Ein Blick auf zwei ihrer Initiativen

Ein hehres Anliegen besitzt zuweilen einen etwas drögen Sound. In der Satzung der Pirckheimer-Gesellschaft heißt es denn auch sachlich: „Der Verein hat den Zweck, das Sammeln von schönen und wertvollen Büchern, von Grafik und Exlibris zu fördern und zu unterstützen, Kenntnisse über Geschichte und Gegenwart des Buches zu verbreiten, Mitglieder und Öffentlichkeit mit Werken der Buchkunst und Grafik vertraut zu machen, zur Entwicklung der grafischen Künste beizutragen und das Exlibris zu pflegen.“ Das klingt nach mächtig viel bibliothekarischer Emphase, ist vielleicht auch der Reeducation-Stimmung der 1950er Jahre geschuldet, in der die Gesellschaft gegründet wurde. Was ist schön? Was ist wertvoll? Welche Werte vermitteln wir? 

Bei solch fluiden Kategorien ist die Bandbreite der Perspektiven groß: Antiquare, Buchhändler, Verleger, Künstler, Drucker, Sammler, Leser gehören zu uns, auch Institutionen wie die Bayerische Staatsbibliothek, das Literaturarchiv Marbach, die Deutsche Nationalbibliothek, die Büchergilde Gutenberg bis hin zu Verlagen wie die burgart presse, die Edition Mückenschwarm oder The Bear Press. Buch und Grafik als Kulturgut, Wissensträger, Kunstobjekt, Geschichtsquelle, Unterhaltungsmedium sind unser Thema, sich widerspiegelnd in den Marginalien, unserer Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, in Jahresgaben, Grafikeditionen und Buchförderungen. Aber wir wären nicht solch eine lebendige, 600 Mitglieder umfassende bibliophile Gesellschaft in Deutschland, wenn wir das so trocken handhaben würden, wie es klingen mag. Zwei Initiativen unserer Gesellschaft, die Bücherkinder und die Edition Pirckheimer, sollen dafür Beispiel sein. 

Wie bekommen wir Kinder zum Lesen und Erwachsene zum Sammeln? An diesen beiden Herausforderungen arbeiten wir verstärkt seit einigen Jahren. Der Kunstpädagoge Armin Schubert, seit Jahrzehnten Pirckheimer, ist der Kopf hinter den Bücherkindern Brandenburg. Seine Idee: Kinder beschäftigen sich ein Jahr lang mit einem Thema und machen am Ende ein eigenes Buch. In der kreativen Auseinandersetzung mit Originaltexten und -illustrationen wächst Verständnis für Literatur, für Geschichten, Bilder. In den Räumen der Evangelischen Grundschule am Dom zu Brandenburg entstehen so Jahr um Jahr Kleinode. Die Kinder recherchieren, diskutieren, zeichnen, dichten, probieren sich in originalgrafischen Drucktechniken von Linolschnitt über Radierung bis Siebdruck. Am Ende mündet es in einer von Sven Märkisch und Dietmar Block in der Galerie Sonnensegel gedruckten und von Henry Günther in der Edition BuchKunstBalance gebundenen kleinen Auflage. So entstanden schon elf Titel, u. a. zu Theodor Hosemann, Christa Wolf, Werner Klemke, Arno Mohr, Jurek Becker, Harald und Robert Metzkes, Egbert Herfurth, Franz Fühmann.

Zum Thema Schriftstellerkindheiten tauchten die Kinder ein in die Erinnerungen von Günter Grass, Franz Fühmann, Christa Wolf und Jurek Becker. Neben den eigenen Illustrationen der Kinder steuerten erstmals auch bekannte Künstler Originalgrafiken zum Buch Die Farben der Kindheit bei: Rainer Ehrt, Katrin Stangl, Sven Großkreutz, Klaus Süß, Moritz Götze. Das jüngste Buch erschien im Dezember 2023 zum Thema Frieden: Pax questuosa. Aktueller denn je, Hommage jeweils an die einzigartige Künstlerin Núria Quevedo und die große Erzählerin Anna Seghers.

Die Pirckheimer unterstützen finanziell, materiell und mit Kontakten, denn oft genug treffen sich die Kinder mit den Künstlern oder mit Personen, die sie kannten. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kam zu Besuch, schrieb ihnen auch eine Postkarte für das Buchprojekt über Jurek Beckers Karten an dessen Sohn, was die Kinder zu eigenen Karten anregte; es entstand ein langes Filminterview zwischen Klaus Ensikat und Denis Scheck, das die Kinder mit eigenen Texten zu Ensikat-Bildern flankierten; die amerikanische Leseforscherin Maryanne Wolf wurde auf sie aufmerksam u. v. m. Immer geht es den Kindern dabei um den produktiven Austausch mit dem Vorgefundenen. Und auch Bundeskanzler Olaf Scholz ließ es sich nicht nehmen, sie zu besuchen.

Im Falle unserer Edition Pirckheimer denken wir an eine ältere Zielgruppe. Unserer Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophile Marginalien liegt pro Ausgabe für jedes Mitglied eine Originalgrafik bei. War dies in der Vergangenheit nur in vereinzelten Heften der Fall, so etablierten wir vor sieben Jahren die regelmäßige Beilage mit jeder Ausgabe. Auch ein Grund für unser Mitgliederwachstum. Wir freuen uns, mit den preiswerten Blättern namhafter Künstler wie Max Uhlig, Dieter Goltzsche, ATAK, Volker Pfüller, Ottographic, Strawalde, Frank Eißner, Thomas Ranft, augen:falter, b.a.c.H. und vielen weiteren vor allem jüngeren Lesern den Aufbau einer eigenen Grafiksammlung zu ermöglichen. Trotzdemergibt sich daraus ein paradoxes Problem: Je erfolgreicher die Zeitschrift, je höher ihre Auflage, desto mehr steigen die Kosten und sinkt der Sammlerwert der Grafiken.

Vor einigen Jahren haben wir auf dieses Problem mit der Herausgabe einer exklusiven Edition Pirckheimer geantwortet: einer Grafikmappe in kleiner Auflage, die den Sammlern etwas Besonderes bietet und deren Ertrag dabei hilft, die Finanzierungslücke für qualitätsvolle Grafik-Beilagen der Marginalien auszugleichen. Kuratiert von Jens-Fietje Dwars, u. a. Herausgeber der literarischen Edition Ornament im quartus-Verlag, starteten wir mit sieben A3-Blättern in 35er Auflage von den Künstlern Susanne Theumer, Hans Ticha, Klaus Süß, Moritz Götze, Kay Voigtmann, Strawalde und Baldwin Zettl. Obwohl die Subskribenten jenseits des Auftaktblatts von Zettl die Motive nicht kannten, war die Auflage schnell verkauft, und die Besteller freuten sich alle zwei Monate über ein neues Blatt. Ein schöner Erfolg, der auch auf dem Vertrauen der Käufer fußte. Mit der 2022 lancierten zweiten Mappe der Edition passten wir das Konzept leicht an: Auflage 50 Exemplare, alle sieben Blätter liegen bereits vor. Somit weiß jeder, was ihn erwartet, wenn er die Edition abonniert.

Karl-Georg Hirschs Holzschnitt Letzter Tanz krönt darin eine ganze Reihe oft skurriler Paare des Altmeisters, die weniger harmlos tänzeln, als vielmehr ihre Kräfte messen. Dieter Goltzsche trägt eine kleine Radierung namens Schaukelpferd bei. Max Uhlig gab uns für die Mappe eine radierte Frauenkopf-Studie aus dem Jahr 1978, von der bislang noch keine Auflage gedruckt wurde. Seine Malerkollegin im Geiste, Gerda Lepke, zeichnete in ihrer Algrafie mit bekannt freiem Strich ein geheimnisvolles Paar. Der Grafiker und Maler Gerd Mackensen zeigt mit seiner handkolorierten Radierung Nur Narr! Nur Dichter! einen Nietzsche jenseits verklärender Heroisierung. Als Vertreter nachwachsender Generationen konnten wir Sven Großkreutz gewinnen. Sein rätselhaftes Blatt Phönix aus Aschersleben ist aufwändig in Ätzradierung, Aquatinta, Kaltnadel und Aussprengtechnik gearbeitet. Und Claudia Berg beschließt die Mappe mit einem Blatt aus ihrem jüngsten Venedig-Zyklus: Haus bei Burano ist ein weiteres Zeugnis ihrer atmosphärisch dichten Radierkunst. 

Die Mappe wurde erneut von Silke Steinhagen in Weimar gebunden, ein Beiblatt in Bleisatz von der Pavillon-Presse Weimar gedruckt. Sieben Blätter für 1.600 Euro, die in ihrer Zusammenstellung mit hoher künstlerischer Varianz verzaubern. Wofür beim Kind Interesse geweckt wurde, das kann echte Sammlerleidenschaft im Erwachsenenalter zeitigen. So, hoffen wir, geht der Samen auf.

(Till Schröder, Text ist erstveröffentlicht im Begleitbuch der BuchDruckKunst, Hamburg 2024)

Mo, 01.04.2024

Leipziger Buchmesse 2024 & 2025

Nach der Messe ist vor der Messe: Vor etwas mehr als einer Woche ging die Leipziger Buchmesse 2024 erfolgreich zu Ende. Wir als Pirckheimer-Gesellschaft waren natürlich dabei und haben uns über eine gute Resonanz gefreut. Erfahrungen konnten wir sammeln, die Messe genießen und Kommunikationsarbeit betreiben. Ein großes Dankeschön an alle Organisatoren, Standbetreuer, Helfer, Unterstützer etc.! Einige neue Mitglieder konnten wir gewinnen und wieder das Projekt der Bücherkinder Brandenburg unterstützen, und Pirckheimer-Freund Armin Schubert hat sein aktuelles Werk (mit einigen Kindern und Eltern) präsentiert und arbeitet bereits am nächsten Buch. Jetzt steht bereits der Termin für die Leipziger Buchmesse 2025 fest, sie findet statt vom 27.03. bis 30.03.2025), und im Sommer beginnt die Planungsphase. Also heißt es jetzt schon sich Gedanken machen, wie wir uns aufstellen werden. Man kann aber sagen: Vorfreude ist die schönste Freude ...

(Robert Grieger)

So, 24.03.2024

Lesung der Bücherkinder auf der Buchmesse – das Buch "Pax questuosa" zu Ehren von Anna Seghers (in der Präsentation) und Núria Quevedo vorstellend.

Bücherkinder auf der Buchmesse

Bis heute Abend noch sind die Pirckheimer auf der Leipziger Buchmesse zu finden (Halle 2, Stand 505). Ein ganz besonderes Ereignis dürfte die Präsentation des neuesten Bücherkinder-Buchs aus Brandenburg a. H. mit zahlreichen Gästen, flankiert von ihrem Mentor, Pirckheimer-Freund Armin Schubert, gewesen sein. Er schreibt: „Liebe Pirckheimer-Vorständler und Blogger, anbei Fotos von meiner Tochter Katja. (…) Dank auch an Matthias für die Geschenke an die Bücherkinder und an Katrin Aepler und Töchter, die mit einer Spendenbüchse für uns sammeln gegangen sind. Toll. Es waren 40 Gäste bei der Lesung, darunter unser Ehrenvorsitzender (…), eine Vertreterin der Christa-Wolf-Gesellschaft, die Mitglieder unserer PG und andere mehr … Herzlichen Dank euch allen und einen guten Messeabschluss von Armin und Team!“ Eine ausführliche Würdigung der Bücherkinder in diesem Blog und im Begleitbuch (respektive Ausstellerverzeichnis) der BuchDruckKunst in Hamburg – die in zwei Wochen stattfindet – erfolgt in Kürze durch den Prinzipal der Marginalien-Redaktion sowie stellvertretenden Vorstand der Pirckheimer-Gesellschaft zugleich, Till Schröder.

(André Schinkel)

Do, 15.02.2024

Aufwartung bei Edvard Munch: Die "Bücherkinder" im Barberini. | © Armin Schubert · Henry Günther

Die „Bücherkinder“ im Barberini

Aufwartung bei Edvard Munch – die Bücherkinder aus Brandenburg besuchten das Museum Barberini in Potsdam, sie waren zu einem Kunstgespräch und einer Führung in das renommierte Kunsthaus in der brandenburgischen Hauptstadt und ehemaligen preußischen Königsstadt (Ort des Museums: Humboldtstraße 5–6, 14467 Potsdam) gereist, auch, um sich, wie Bücherkinder-Mentor und Pirckheimer-Freund Armin Schubert berichtet, für das neue Arche-Noah-Buch Anregungen und kreative Impulse zu holen. Seit dem 18. November 2023 und noch bis zum 01. April 2024 zeigt das Museum die spektakuläre Exposition mit Werken des großen norwegischen Vorläufers von Fauvismus und Expressionismus Munch (1863–1944), dessen Schrei neben vielen anderen seiner Gemälde (insgesamt sind es 1.700, daneben zudem ein umfangreiches grafisches und zeichnerisches Œuvre) weltberühmt wurde und in seinem Existentialismus bis heute geblieben ist. Die Kinder, so Schubert weiter, gerieten vor den Bildern auch ins Schreiben, so vor einer Frühfassung des Schreis, ein Gemälde, das aus New York nach Deutschland an die Havel kam. „Welch ein Glücksfall!“, so der Mentor, der im Verbund mit Pirckheimer-Freund, Künstler und Beistand in gestalterischen Fragen Henry Günther die Bücherkinder begleitete. Und erläutert begeistert weiter: „Gelebte Bibliophilie mit dem Nachwuchs unserer Gesellschaft.“ Ein Beispiel, dem dringend, in diesen Zeiten zumal, anempfohlen wird, dass es viele Nachahmer findet. Die Brandenburger Bücherkinder werden seit Jahren von der Pirckheimer-Gesellschaft unterstützt und gefördert, zuletzt veröffentlichten sie mit Pax questuosa ein Buch zu Ehren von Anna Seghers (1900–1983) und auch Núria Quevedo (*1938) – und davor eines mit Texten und Zeichnungen zu den Kindheiten von Christa Wolf (1929–2011), Franz Fühmann (1922–1984), Günter Grass (1927–2015) und Jurek Becker (1937–1997), das sie bis nach Danzig, Günter Grassens Heimatstadt, führte – und ihnen die Anerkennung selbst des Bundeskanzlers Olaf Scholz einbrachte. So wird es auch mit dem neuen Buchprojekt segensreich und gut weitergehen, wohl dem, dient es doch der Sicherung der Zukunft, was vielleicht nicht jedem bewusst sein mag. Munch, auch wenn er der Schöpfer eines zunehmend dunklen Werkes war, würde sich dem Lob dafür wohl auch nicht verweigern. Die Ausstellung in Potsdam zeigt einen der größten Protagonisten der künstlerischen Moderne, der die Einsamkeit und „Geworfenheit des Menschen“ in berührenden und teils bedrückenden Bildern zum Ausdruck brachte. Das Barberini ist montags von 10 bis 19 Uhr und an allen anderen Tagen von 09 bis 19 Uhr zu sehen, der letzte Einlass erfolgt eine Dreiviertelstunde vor Schließung. Hingehen und es den Bücherkindern gleichtun! Der Eintritt beträgt 16 bzw. 18 (Sonnabend/Sonntag) und ermäßigt 10 Euro. Alle weiteren Infos hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 05.12.2023

"Pax questuosa", das neue Projekt der Bücherkinder aus Brandenburg an der Havel, erscheint am 14.12.23 und ist Núria Quevedo und Anna Seghers gewidmet.

Bücherkinder: „Pax questuosa“ – Buch erscheint am 14. Dezember

Am 14. Dezember erscheint das neue Buch der Brandenburger Bücherkinder. Sein Titel: Pax questuosa, und im Untertitel heißt es: Ein Friedensbuch. Gemeint ist die jüngste Buchpublikation als Hommage der einzigartigen Künstlerin Núria Quevedo (*1938) sowie der großen Erzählerin Anna Seghers (1900–1983). In wackligen Zeiten wie diesen ist das „Klagen des Friedens“ (was die Übersetzung des Titels in etwa bedeutet) deutlich vernehmbar, jede Sorge und Verlautbarung wert. Das Projekt der von Pirckheimer-Freund Armin Schubert als deren Mentor schon lange betreuten Gruppe und von den Pirckheimern unterstützten Gruppe setzt damit die Reihe der vorausgehenden Künstlern gewidmeten Annäherungen und Ausdeutungen auf kindliche und jugendliche Weise fort; mithin eines der probatesten und schönsten Mittel, die jungen Generationen an Kunst, Kultur und Geschichte heranzuführen. Am Premieretag bekommen zehn der Bücherkinder aus der Stadt an der Havel nach einem Jahr Arbeit ihr Buch überreicht. Gefördert wurde die Arbeit mit Mitteln des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg. Zur Jugendgeschichtsmesse im Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte in Potsdam besuchte aus diesem Anlass Minister Steffen Freiberg den Stand der Bücherkinder. Und auch ein Radiobeitrag des RBB würdigte das Projekt (der Blog berichtete jeweils). Die Bindearbeiten lag wieder in den Händen von Pirckheimer-Freund Henry Günther aus Ribnitz-Damgarten. Weitere Informationen, so Armin Schubert, folgen am 14.12. Zur Premiere werden zudem neben den Eltern der Bücherkinder auch Christine Becker und der Grafiker Dietmar Block erwartet. Pax questuosa ein tolles Projekt. Dona. Nobis. Pacem.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 24.11.2023

Für das Radio: Yuna im Gespräch mit der Reporterin.

„Bücherkinder“ hatten Besuch von Antenne Brandenburg

Die Bücherkinder in Brandenburg an der Havel hatten aus Anlass des in Kürze erscheinenden neuen Buches Pax questuosa. Ein Friedensbuch, das Núria Quevedo und Anna Seghers ehrt und das in der finalen Fertigung ist, Besuch von Antenne Brandenburg. Eine Stunde standen die Kinder, die seit vielen Jahren von Pirckheimer-Freund Armin Schubert als Mentor begleitet und betreut werden und deren Arbeit auch von der Pirckheimer-Gesellschaft gefördert wird, der Reporterin Rede und Antwort. Bücherkind Yuna etwa gab zu Protokoll: „Bei Herrn Schubert erfahren wir nicht das Übliche. Es gibt tolle Texte und auch Biografien, die anders sind als das, was man uns sonst anbietet. Das ist total spannend und macht Spaß.“ Nun, und auch für 2024 planen die Bücherkinder ein neues Buch, das auf die Forderungen, ja, und Verwerfungen der Zeit eingehen soll. Aber erst wird Pax questuosa erscheinen ... die Einbände werden soeben bei Henry Günther dafür gefertigt.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 14.11.2023

Die Bücherkinder begeisterten auch in Potsdam. Ihr Buch "Die neue Arche Noah" soll 2024 erscheinen. Und der Bildungsminister des Landes Brandenburg, Steffen Freiberg, will sich auch für die Förderung der geplanten Veröffentlichung wieder einsetzen.

Die Bücherkinder in Potsdam

Die Erfolgsgeschichte der Brandenburger Bücherkinder geht ganz offenbar weiter. Im Oktober erst aus dem nordwestlichen Polen zurückgekehrt, präsentierte sich die aus der Domstadt an der Havel stammende und von Pirckheimer-Freund Armin Schubert seit vielen Jahren als Mentor und Betreuer geleitete Gruppe aus Schülerinnen und Schülern am vergangenen Wochenende bei der Landesgeschichtsmesse im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zu Potsdam. Nach der Eröffnung hatten sich zwei Bücherkinder auf dem Weg gemacht, den Bildungsminister des Landes Brandenburg, Steffen Freiberg, an den Messestand zu holen. „Er war sehr lange da, hörte und sah, was wir zu den beiden Büchern Die Farben der Kindheit und zum neuen Pax questuosa – ein Friedensbuch zu berichten haben. Darin eingeschlossen auch unsere Lesereise nach Gdańsk und Sopot …“, erzählt Armin Schubert. Der Minister war begeistert und nannte das Unternehmen „eine Perle unter der Jugendarbeit“. Neben dem Dank für die Förderung des letzten Buchs übergab ihm die Gruppe die schriftliche Bitte, die Schirmherrschaft für das 2024 geplante Buch Die neue Arche Noah zu übernehmen. Sofort notierte sich Freiberg die nötige Fördersumme und sagte zu, sich dafür einzusetzen. Ein gutes Zusammentreffen und eine Aussicht für das Künftige, wohl dem.

(Armin Schubert/André Schinkel)

So, 12.11.2023

Die Schul-Lesung dreier der Bücherkinder in Sopot ...
... und natürlich Besuch bei Günter Grass in Danzig.

„Brandenburger Bücherkinder“ zu Gast in Sopot und Gdańsk

Getreu der Maxime von Johann Wolfgang Goethe: „Euch ist bekannt, was wir bedürfen … / Was heute nicht geschieht, ist morgen nicht getan, / Und keinen Tag soll man verpassen ...“, ist es auch eine Geschichte der Unermüdlichkeit und nicht zuletzt des Austauschs und nicht abebbenden Engagements für die Literatur auf der einen und die Bildung auf der anderen Seite, das seit vielen Jahren unter der Ägide und Mentorschaft unseres Pirckheimer-Freunds Armin Schubert stehende Projekt der Brandenburger Bücherkinder, von der PG im Übrigen gefördert und unterstützt. Das Vorzeige-Modell, wie man mit Schülerinnen und Schülern Literatur und Kunst im Leben hält, diente nun auch für den Austausch zwischen den Völkern: indem es im Oktober nach Sopot und Gdańsk, die Geburtsstadt des Nobelpreisträgers für Literatur, Günter Grass (19272015), reiste. Verbunden war die Fahrt Mitte des vergangenen Monats mit einer Lesung vor/mit Schülerinnen und Schülern der 5. Klasse der Autonomen Schule in Sopot, auch die Hafenstadt Gdynia (die in Grassens Novelle Im Krebsgang eine große Rolle spielt) wurde gestreift, und der Besuch der alten, ehrwürdigen Stadt Gdańsk/Danzig war natürlich ein Highlight. Aus Brandenburg an der Havel reisten Alma, Mina, Ernst und Yuna mit, sie wurden so herzlich aufgenommen, dass ihr Mentor den Gasteltern und Veranstaltern in Polen nochmal einen gesonderten Dank ausspricht. Es wurde aus dem jüngsten Werk der Bücherkinder gelesen, das sich mit den Kindheiten von Christa Wolf, Franz Fühmann, Jurek Becker und eben Grass befasst; auch ein polnisches Buch zu Grass kam zu Lesungs-Ehren. Der Gegenbesuch in Deutschland ist bereits geplant, lassen die Organisatoren verlauten. Gut so! Und eines der feinsten Zeichen in dieser wackligen Epoche, über die Literatur, die Kunst und die Freundschaft im Gespräch zu bleiben. Und das Schwere so einfach zu machen: Chapeau und Respekt. Ja, eines der schönsten Signets dieser Tage: für Achtung und Zuversicht.

 

(André Schinkel/Pressemitteilung)