Pirckheimer-Blog

Till Schröder

Mi, 18.01.2023

Das neue Heft der "Marginalien" mit einer der sieben Beilagen: "Stillleben mit Dame" von Inka Grebner.
Urte von Maltzahn-Lietz, Julia Penndorf und Petra Schuppenhauer (v. l. n. r.) beim Drucken der Beilagen im Atelier Carpe Plumbum. Foto: augen:falter.

Marginalien 247 erschienen

Gleich mit sieben, wenn auch gerecht auf die Hefte der Vereinsmitglieder verteilten Wundern wartet die kürzlich erschienene Ausgabe 247 der Marginalien, der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft auf. Die originalgrafischen Beilagen des Journals entstanden dieses Mal in Leipzig: Die Redaktion hatte die Mitstreiterinnen der Künstlerinnen-Gruppe augen:falter eingeladen, die besondere Beigabe zu fertigen. Und wie es das Glück will, lieferte jede Künstlerin ein Blatt für den gemeinsamen Zyklus Persephones Wintergarten: Inka Grebner, die einzige, die mittlerweile nicht mehr in der Pleißestadt, sondern in Mainz lebt, ein Stillleben mit Dame, Urte von Maltzahn-Lietz die Gartenmondviole beschwörend, Katja Zwirnmann den Totenkopfschwärmer präsentierend, während es bei Franziska Neubert Zicke Zacke ... geht, Petra Schuppenhauers Blumen mit Julia Penndorfs still alive parlieren und es auf Nadine Respondeks Blatt fruchtig, fuchtig & verblichen zugeht. Alle Werke als zweifarbige Linolschnitte auf einem Bogen bei Carpe Plumbum gedruckt, könnten sie, so mußmaßt der leitende Redakteur Till Schröder, dereinst ein Signet sein für eine Pirckheimersche Sammelwut, ausgelöst im eben angebrochenen Jahr. Christiane und Norbert Grewe berichten derweil von einem goldenen Zeitalter der Buchillustration, es gibt Texte zu berühmten Büchern von Matthias Wehry, Maria Bogdanovich und Elke Lang zu lesen im Heft, eine Sichtung der legendären Leipziger Bilderbogen, die Fortsetzung des ABCs der Druckkunst von Thomas Glöß sowie den Bericht Ralf Weges vom Pirckheimer-Jahrestreffen in Oldenburg. Die Typografische Beilage widmet sich indes G. A. E. Bogeng, es gibt Rezensionen, Mitteilungen aus dem Leben der Pirckheimer und anderer Sammelverrückter. Auch zum 600. Mitglied der Gesellschaft findet sich gute Kunde im Heft. 

(André Schinkel)

Di, 17.01.2023

Im ehrwürdigen Gotha (hier: Schloss Friedenstein) findet vom 22. bis 24. September das Jahrestreffen 2023 der Pirckheimer-Gesellschaft statt.

Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2023 in Gotha

Nach der letzten Zusammenkunft in Oldenburg 2022 empfängt dieses Jahr die Pirckheimer das thüringische Gotha. Vom 22. bis 24. September feiern wir in der alten Residenzstadt ein Jubiläum: Es ist das 50. Jahrestreffen unserer Gesellschaft, organisiert durch Peter Arlt. Das erste Treffen dieser Art fand 1972 in Dresden statt. Gotha bietet Führungen durch die Forschungsbibliothek Gotha, eine musikalische Reise in der Schlosskirche zu Willibald Pirckheimer und seinen Zeitgenossen mit Sabine Lindner, Bildende Kunst und Musik von Thomas Offhaus, eine Ausstellung im Spiegelsaal mit Neujahrsgrafiken aus fünf Jahrzehnten der Sammlung Peter Arlt, und auch das Sammlerpaar Christiane und Norbert Grewe gibt im Vortrag und Gespräch Einblicke in ihre Buch- und Grafikschätze. Das endgültige Programm und die Modalitäten der Anmeldung werden bis zum Frühsommer auf der Internetseite der Pirckheimer und in Heft 249 (Ausgabe 2023/2) der Marginalien, der Zeitschrift unserer Gesellschaft, veröffentlicht. 

(Till Schröder)

Fr, 07.10.2022

Die neue Ausgabe der "Marginalien" samt der Grafik von Xago und dem "Besonderen Blatt" zu Ehren von Matthias Gubig. ǀ © Till Schröder

Marginalien 246 erschienen

Ganz frisch auf dem Tisch ist die neueste Ausgabe der Marginalien, genauer gesagt die Ausgabe 246 der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft. Unter der Ägide von Chefredakteur Till Schröder entstand wieder ein Heft voller Aufsätze, Rezensionen und Mitteilungen, das sich der Hingabe zum schönen Buch, der Grafik und im besten Sinne der Bibliomanie hingibt: Ernst Falk würdigt Heinz Edelmann, Renate Reschke porträtiert Xago (der mit Unter Beobachtung: Kunst wunderbarerweise gleich auch die Beilage für die Vereinsmitglieder beisteuerte) zum runden Geburtstag; Jens-Fietje Dwars kündigt die zweite Folge der Edition Pirckheimer an, Matthias Flügge hält eine Laudatio auf Strawalde, Anja Harms und Eberhard Müller-Fries (deren Ausstellung in Oldenburg eben die Pirckheimer begeisterte) erfahren Würdigung, Dieter Goltzsche erinnert an Ursula Lang. In der Typografischen Beilage zeigt uns Jürgen Engler die Poesie der Satzzeichen, und im ABC der Druckkunst führt Thomas Glöß in die Kunst des Siebdrucks ein (wird in Heft 247 fortgesetzt). Und ein wirklich ganz besonderes Blatt wird mit einer Extraausgabe der gleichnamigen Rubrik an Matthias Gubig verschenkt: Mit der eigens dafür entstandenen Grafik Der Glyphenbeschwörer von Gubig-Schülerin Julienne Jattiot und einem berührenden Text Till Schröders ehrt die Redaktion den großen Typografen, der auch die Marginalien gestaltet, und gratuliert ihm zum 80. Geburtstag. Der Reigen wird beschlossen mit Rezensionen zu schönen Büchern und Mitteilungen aus der Welt derselben. 

(André Schinkel)

Di, 13.09.2022

Kinderbuchantiquar Winfried Geisenheyner, Klaus Ensikat und Xago (v. l.) am Pirckheimer-Stand auf der BücherLust 2022. ǀ © Till Schröder
Mehr als 40 Aussteller waren auf der BücherLust zu Gast. ǀ © Kerem Saltuk

Impression von der BücherLust

Die alte Tribünenhalle der Trabrennbahn in Berlin-Karlshorst war anlässlich der BücherLust am 10. und 11.09.2022 mit über 40 Antiquariaten gut gefüllt. Von der Haarlocke eines französischen Königs bis zu einem Sammelbildalbum zur kubanischen Revolution war die Bandbreite wie erwartet groß. Bei guter Stimmung tauschten sich Interessierte, Künstler und Antiquare aus, man hätte sich noch etwas mehr Publikum wünschen können – vielleicht war das spätsommerliche Wetter an dem Wochenende einfach eine Spur zu schön und lockte nach draußen. Leider musste die Pirckheimer-Gesellschaft ihr geplantes Programm wegen krankheitsbedingter Absagen eindampfen und war nur am Samstag präsent, konnte aber wieder neue Mitglieder gewinnen. Highlights waren die Signierstunde Klaus Ensikats am Stand der Gesellschaft und das kleine Geigenkonzert am Stand des Musikalienantiquariats Florisatus aus Den Haag am Sonnabendnachmittag. 2023 soll es eine zweite Ausgabe der BücherLust geben.

(Till Schröder)

Do, 28.04.2022

Zwischen Augen und High Heels

Bereits im Dezember 2021 erschien im Gretanton Verlag ein bibliophiles Buch über die Sammlung Dr. Hans-Jürgen Jessen. Dieser, Chemiker und Ausdauersportler, sammelt seit gut 40 Jahren die Kunst von Rolf Xago Schröder.
In dem Buch schauen beide nun auf diese lange Beziehung und beschäftigen sich mit den Fragen: Warum sammelt man? Warum wird man gesammelt? Wie verlief die Auseinandersetzung mit Kunst in der DDR? Welche Spielräume der Entfaltung gab es im Sport und in der Kunst?

Till Schröder (Hrsg.): Mit Kunst leben. Xago in der Sammlung Jessen.
Berlin: Gretanton Verlag 2021
80 Seiten. Bibliophile Ausgabe in 100 Exemplaren
Halbleinen mit Originalzeichnung auf dem Einband
24x 16 cm
Preis 90 €, Bestellung direkt beim Verlag
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Aus Anlass des bevorstehenden 80sten Geburtstages von XAGO am 19. Juli wurde jetzt in Berlin auch eine Ausstellung des Künstlers eröffnet.

»XAGO, dieser sehr besondere Berliner Zeichner, Maler und Wort-Spieler, zeichnet und malt und jongliert mit Worten unablässig. XAGOs Kunst ist unübersehbar inspiriert von Paul Klee, dessen Grotesken, Absurditäten und dessen spielerischem Witz.
Und immer noch probt die Linie den Aufstand gegen die Farbe und die Farbe gegen den Text.
Seit 1992 führt Erlebtes und Erdachtes zu ersten bibliophilen Künstlerbüchern, mittlerweile über 100 Titel zählend.
Und neu kommen jetzt noch Plastiken hinzu, aus der Zweidimensionalität in die Dreidimensionalität.

- Nicht mit der Idee beginnen, sondern mit der Idee enden - XAGO«

(Dr. Hildegard Gräfe)

Ausstellung: 22. April - 26. Juni 2022

Galerie art.concept
Kollwitzstr. 72, 10435 Berlin

So, 10.04.2022

Marginalien 244 mit Typografischer (Albrecht von Bodecker) und Graphischer Beilage (Uwe Pfeifer: Hin und her, Holzschnitt, sign.)

MARGINALIEN #244

Zur artbook.berlin nord konnten die Marginalien #244 bereits vorgestellt werden, am Montag darauf hatten sie die meisten Pirckheimer in ihrem Briefkasten. 

"Das seltene Finden. So betitelt Albrecht von Bodecker vor gut 35 Jahren seine Erfahrungen mit Antiquariaten. Er schreibt nicht: Das Seltene finden. Er stellt nicht die Trouvaille in den Mittelpunkt, sondern die Suche. Der Prozess ist ihm wichtiger als das Produkt. Auf dem Weg zum geliebten Fund wächst der eigentliche Schatz: Wissens- und Wahrnehmungserweiterung. Es hat schon etwas Zen-haftiges, dieses Stöbern nach schönen Büchern. Nachzulesen in unserer Typografischen Beilage, mit der wir dem Buchkünstler zu seinem 90. Geburtstag im April gratulieren.
Ums Suchen geht es auch in anderen Beiträgen unserer aktuellen Ausgabe. Die Suche nach angemessener Form zum Beispiel, von der Sabine Knopf berichtet. Sie porträtiert Friederike Pondelik, die langjährige Künstlerische Leiterin des Reclam-Verlags Leipzig.
[...]
Fast schon manisch suchte ein anderer Gestalter nach der idealen Form: Willy Wiegand und seine Bremer Presse wollten nichts mehr als das Buch an sich neu zu erfinden, landete bei klassizistischer Askese, was in einigen der schönsten Bücher des 20. Jahrhunderts gipfelte – aber auch im Konkurs, wie Helmut Steffens für uns erzählt. Auch Christof Kugler sucht: Alles zum Spanischen Bürgerkrieg. Christoph Links besuchte den Arzt aus Frankfurt am Main [...] Jens-Fietje Dwars spürt im Atelier von Uwe Pfeifer der »Magie der Sachlichkeit« nach, dem Suchen nach Gewissheiten hinter nüchterner Darstellung, [...]
Und schließlich erzählt Christiane Hoffrath von der Suche nach Wahrheit – nicht nur von der astronomischen Galileo Galileis, sondern auch von der über dessen erstes Buch, dem Sternenboten von 1610, ausgelöst durch eine spektakuläre Fälschung."

(Till Schröder, Editorial)

Di, 11.01.2022

Typografische Beilage: Die Magie des Enchiridion Leonis Papae / Grafische Beilage: ATAK HERE, Risografie

Marginalien #243

Im Editorial der Ende letzten Jahres ausgelieferten Marginalien schreibt Till Schröder: "Die Person hinter der Kunst, sie fasziniert die Kritiker. Sie oder er ginge unbeirrt ihren oder seinen Weg. Ihr oder sein Individualismus mache sie einzigartig, heißt es. Geht es um Annäherung, beschäftigt die Kritiker das Besondere im Werk oft mehr als das Verwandte. Und doch agiert selbst der Exzeptionellste unter den Schaffenden nie im luftleeren Raum. Durch Kontext entsteht Bedeutung. In Abgrenzung zum Davor das neue Danach. Starke Persönlichkeiten reifen oft in starken Umfeldern. Das Drumherum bestimmt Bildung innerer Ästhetik gleichermaßen wie Möglichkeit äußeren Ausdrucks.
In diesem Sinne erkunden die Marginalien diesmal Menschen, die ihre künstlerischen Wege in der Tat unbeirrt von Zeiten und Systemen zu gehen scheinen. Allerdings, was im Nachhinein betrachtet als zielstrebig scheinen mag, stellt sich für die Künstler selbst eher wie ein Neugieriges-Sich-Treiben-Lassen dar. Über Vorbestimmung sinnieren sie wenig. Der Schriftsteller
Ingo Schulze nimmt uns mit in die Bild- und Buchwelten von Olaf Wegewitz, dem großen Nachspürer von Natur im Papier. Matthias Gubig erkundet die illustrativen Bildwelten Jutta Mirtschins, deren Kinderbücher und Theaterplakate gleichermaßen intime wie distanzierte Weltsicht atmen. Tobias-David Albert besucht den Typografen, Buchgestalter und Bildhauer Volker Küster nahe der niederländischen Grenze, der als Schriftgestalter Zeichen nicht nur im Zweidimensionalen der Buchseiten vermisst, sondern auch im Dreidimensionalen des Eisenguss’. Jens-Fietje Dwars erzählt von drei glorreichen Jahren des Hans Mardersteig und seiner Kunstzeitschrift Genius im Deutschland der 1920er Jahre, während Norbert Grewe in die Anfangsjahre des Diogenes Verlags eintaucht – und Daniel Keels Faible für die Fantastik. Michael Siefeners Kurzgeschichte über ein Zauberbuch in den Katakomben Lyoner Antiquariate verströmt eben solche in unserer Typografischen Beilage. Bernhard Hampp steigt ein in die napoleonische Epoche und ruft Adalbert Chamisso, den weltreisenden Franzosen in preußischem Dienst, seinen Schlemihl und den Kunersdorfer Musenhof ins Gedächtnis. Fritz Jüttner erinnert an 250 Jahre Klopstock’scher Oden, die Kraft eines Kommas und die Wirkmacht illegaler Nachdrucke. Und [... Till Schröder ...] durfte bei ATAK vorbeischauen, dem Professor der Illustration mit Punk-Wurzeln, der das Malen zitatreicher Stilleben für sich entdeckt hat."

Als grafische Beilage erhielten Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft die Risografie von ATAK HERE, vom Künstler signiert und nummeriert, in 650 Exemplaren dreifarbig gedruckt von Dominik Dabrowski in der Druckwerkstatt der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale). Die allen Heften beiliegende typografische Beilage enthält den oben erwähnten Text "Die Magie des Enchiridion Leonis Papae", wie immer gestaltet und kommentiert von Matthias Gubig.

Mo, 27.12.2021

Ein Nagel für die Marginalien

Im ADC Wettbewerb 2021 wurde den Marginalien, Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, wie hier berichtet, der Bronzene Nagel des Art Directors Club für Deutschland verliehen.
Insgesamt wurden in dieser Kategorie drei Bronzene Nägel vergeben. Die beiden anderen Preisträger sind die Design-Zeitschrift "form" und die Zeitschrift der Wochenzeitung "ZEIT", das "ZEIT-Magazin". Goldene und Silberne Nägel sind in diesem Jahr von der Jury nicht verliehen worden.

Wie unser Chefredakteur Till Schröder mitteilte, ist diese Auszeichnung jetzt nach einigen Irrwegen in realitas bei der Pirckheimer-Gesellschaft eingetroffen und kann somit hiermit vorgestellt werden.
Diese Würdigung wird der gesamten Redaktion Ansporn für weitere interessante und vielfältige Beiträge in zukünftigen Heften der Marginalien sein und den Lesern ist diese Auszeichnung nochmals Anlass, der Redaktion dafür Dank zu sagen.

Di, 28.09.2021

Doppeltitel der Kelmscott Press: "The Works of Geoffrey Chaucer" (1896)

Marginalien #242

Das dritte Heft der Marginalien diesen Jahres ist derzeit in der Auslieferung.

"Vermittler, Befähiger, Anreger: In vielen Bereichen braucht es Menschen, die Wege bereiten, damit eigene Kreativität ihren Weg finden kann. Ob nun Mäzene, die Forschung ermöglichen, Lehrer, die Talente erkennen, oder Freunde und Familie, die einen machen lassen, statt mit Skepsis in den Speichen eigenen Strebens zu stochern. Wer wagt, gewinnt. Und Wagnisse sind Bildungsbeschleuniger. Wir werfen diesmal einen Blick auf einige solcher »Enabler« in Sachen Buch. Ernst Falk breitet in einem kommentierten Verzeichnis der Malerbücher der Èditions Tériade die gesamte Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks der Moderne des letzten Jahrhunderts aus. [...] Henri Matisse bezeugt dies in seinem Rückblick aufs Büchermachen in unser Typografischen Beilage. [...] Sylke Kaufmann, Leiterin des Lessing Museums in Kamenz, erzählt von der Grafiksammlung des Hauses und wie sie über die Jahrzehnte Künstler mit Lessings Gedanken zusammenbrachte, Blatt für Blatt wachsend. Peter Richter wiederum schaut zurück auf die Antiquare seines Lebens.  [...] Dass Ideen für Äonen aber gleichermaßen in just diese tagespolitische Mühlen geraten können, zeigt Norbert Grewe. Anhand eines Autografen des amerikanischen Autors Isaac Asimov blickt er auf die politisch aufgeladen Verwerfungen der Science Fiction-Fanszene der 1970er Jahre in Deutschland und die damaligen Konflikte rund um Utopie und Alltag. Und letztlich ruft uns Hans Eckert in unserer Serie Berühmte Bücher den Buchkunst-Anreger par Excellence des vorvorherigen Jahrhunderts ins Gedächtnis: William Morris und seine Kelmscott Press [...]

(Till Schröder)

So, 26.09.2021

v.l.n.r.: Ralf Wege, Till Schröder, Ralph Aepler (hält den Rechenschaftsbericht), Armin Schubert, Foto: ad

Mitgliederversammlung 2021

Den Abschluss des 48. Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft bildete die Mitgliederversammlung, eingeleitet durch einen aufschlussreichen Vortrag unseres Mitglieds Armin Schubert über die Herausforderungen der digitalen Welt für Leser und Freunde des gedruckten Wortes und Hürden und Erfolge der Arbeit mit den Bücherkindern Brandenburg. Der Vortrag ist hier nachzulesen.
Rechenschaftsberichte und Informationen aus den Regionalgesellschaften gaben einen Überblick über die stetig erfolgreiche Entwicklung der Pirckheimer-Gesellschaft.

Für das nächsten Jahrestreffen wurde Oldenburg (Oldb) vom 23. bis 25. September 2022 vorgesehen.

Di, 21.09.2021

Remigio

In den Marginalien, der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, ist eine Rezension von Till Schröder zum Projekt „Remigio“ erschienen, einem Graphic-Novel-Projekt von Eduardo Roca (Grafik) und Nikolaus Topic-Matutin (Plot und Texte). Erzählt werden die Abenteuer des papiergeborenen Remigio, der außergewöhnliche Eigenschaften besitzt und sich mit seiner Vertrauten, Dora, der Kubistin, zwischen Bild und Welt hin und her bewegt.
Vor einem Jahr wurde hier über eine Crowdfunding-Aktion für dieses Projekt berichtet. Die Blätter 1-11 erschienen in einer Auflage von 250 + 50 Bonusexemplaren, 12 und 13  mit einer Auflage von 60 zuzüglich EA. Das Format ist 86 x 61 cm.
Die Folge wird fortgesetzt.

Die Rezension ist hier nachzulesen.

(Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin)

Mi, 23.06.2021

MARGINALIEN 241

Heute fand sich im Briefkasten und, dort wo es noch nicht ausgeliefert wurde, in den nächsten Tagen auch bei allen Pirckheimern, Heft 241 der Marginalien (2/2021).

Anlässlich des 90. Geburtstages unseres Mitglieds liegt dem Heft eine Ergänzung zur Jahresgabe 2018 bei: ein Personenregister zum alternativen Künstlerreport von Harald Kretzschmar "Stets erlebe ich das Falsche". Und, ebenfalls exklusiv für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft, der Farbholzschnitt IMMER-WIEDER-NEU, 2019/2021 von Andrea Lange (Sonnenberg-Presse), von der Künstlerin in einer Auflage von 680 Exemplaren gedruckt. André Schinkel besuchte sie im Atelier: "Hinter geschlossenen Lidern, oder: Immer wieder neu"

"Diese Ausgabe der Marginalien ist ein Heft der Spurensuchen, des Aufnehmens des Fadens in die Vergangenheit. Denn dass diese mithin auch bestimmt, wer wir sind und wie wir heute leben, steht außer Frage. Alles ist durch alles bedingt, das gilt auch für die Geschichte. Die Menschheit ist ein gigantisches Puzzle mit eingebauter vierter Dimension. Wir vererben nicht nur Eigenschaften und Dinge, sondern geben auch Erzählung und Erfahrung weiter. Man muss die Spuren nur lesen wollen. Nun ist diese Einsicht für viele Sammler nicht neu. Sich für die Geschichte hinter den geliebten Objekten zu interessieren, erscheint vielen selbstverständlich. Und doch erstaunt immer wieder, mit welcher Akribie verblüffendes Wissen zu heben ist, wenn Sammler forschen. Peter D. Verheyen beispielsweise wollte mehr wissen über Ernst Collins Der Pressbengel von 1922. ..."
(Till Schröder, Vorab)

zum Inhalt hier

Di, 11.05.2021

Goldene, silberne und bronzene Nägel sind die Auszeichnungen, die im ADC-Wettbewerb für kreative Leistungen verliehen werden. | © ADC/Instagram

BRONZE-NAGEL FÜR DIE „MARGINALIEN“

Die »Marginalien – Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie« wurde im diesjährigen Wettbewerb des Art Directors Club für Deutschland (ADC) mit einem Bronze-Nagel in der Kategorie »Editorial: Magazin/Jahrgang« ausgezeichnet. Insgesamt wurden in dieser Kategorie drei Bronze-Nägel vergeben. Die beiden anderen Preisträger sind die Design-Zeitschrift »form« und das Magazin der Wochenzeitung »ZEIT«.

Die »Marginalien« werden von der Pirckheimer-Gesellschaft herausgegeben und beleuchten die unterschiedlichsten Bereiche der Buchkunst und Bibliophilie aus Geschichte und Gegenwart. Sie erscheinen viermal im Jahr. Jedem Heft ist eine typografische Beilage eingebunden. Diese enthält – mitunter selten publizierte – Texte in anspruchsvoller typografischer und drucktechnischer Gestaltung. Einer Teilauflage liegt eine Originalgrafik verschiedenster Techniken bei.

Chefredakteur ist der Journalist und Autor Till Schröder. Die Gestaltung der Zeitschrift liegt in den Händen von Prof. Matthias Gubig, Buchgestalter, Grafiker und Herausgeber eigener Pressendrucke.

»Wunderbar, dass in der großen bunten Medienwelt unsere bescheiden vorgetragenen ›Randbemerkungen‹ ob ihrer inhaltlichen und gestalterischen Qualität bemerkt und ausgezeichnet werden. Danke auch für die ideenreiche, konsequente, geduldige und freundliche Zusammenarbeit mit Till Schröder«, sagt Matthias Gubig.
Auch Till Schröder freut die Anerkennung durch die Jury: »Angesichts der hohen Qualität der anderen Einreicher freut unsere kleine Redaktion der ADC-Preis sehr. Zeigt er doch, dass, wenn relevante Inhalte durch gestalterische Konsequenz an Schärfe gewinnen – egal ob Indie oder Mainstream – sie auch ihr Publikum finden. Ich danke allen Autorinnen und Autoren für den pointierten Blick auf solche Themen buchkünstlerischer Relevanz von damals wie heute. Und Matthias Gubig im besonderen, der allem feintypografierend das markante Gesicht gibt.«

Mi, 31.03.2021

Marginalien 240

Pünktlich vor Ostern kam Heft 240 der Marginalien (Heft 1/2021), diesmal für Pirckheimer mit einem Faksimile aus der Sammlung Gleimhaus Halberstadt als Erinnerung an das Jahrestreffen 2020, im Heft ausführlich beschrieben von Ute Pott im Artikel "Emphase in der Briefkultur des 18. Jahrhunderts – eine Bildergeschichte von Johann Georg Jacobi für Johann Wilhelm Ludwig Gleim". Angelehnt auch die von Matthias Gubig gestaltete und kommentiert typografische Beilage Postalische Gedichte.
Till Schröder schreibt im Prolog des Heftes: "Die Marginalien tauchen in dieser Ausgabe ab in ganz unterschiedliche Sammelzusammenhänge. André Schinkel berichtet nicht nur von Coco, dem wahrscheinlich einzigen Papagei mit eigenen Exlibris, sondern auch dessen Besitzern, dem Sammlerpaar Brigitte und Gerhard Hartmann und ihren in Bibliotheken gestifteten Grafiken und Kassettenunikate. Leopold von der Gabelentz erzählt von einem Phantom der Forschung, einem Sammler, der eine der hochwertigsten Maseerel-Sammlungen der Welt besaß – und Zeit seines Lebens in der Buchhaltung eines Golf-Clubs in Beverly Hills arbeitete. Ferdinand Puhe schaut auf das buchgrafische Werk Fritz Mösers und dessen Beziehung zu einem Sammlerpaar, dem er als einzige erlaubte, seine Grafiken zu vertreiben. Ich plaudere mit Wolf von Lojewski über seine Sammelleidenschaft der Schedelschen Weltchronik von 1493, und warum er sie 40 Jahre lang aus weltweit verstreuten Einzelblättern wieder zu einem Buch zusammenfügte."
Mehr zum Inhalt und Leseproben hier.
Für Pirckheimer dürfte darüber hinaus interessant sein, neben beigelegten Schreiben des Vorstandes, dem Jahresprogramm der BB-Regionalgruppe und neuen Informationen zu unserem gemeinsam mit der BuchDruckKunst in Hamburg stattfindenden Jahrestreffen im September, dass wir auch mit diesem Heft wieder 29 neue Mitglieder in der Pirckheimer-Gesellschaft begrüßen können.

Do, 31.12.2020

Rüdiger Giebler: Engel, Lithografie, 2020

Marginalien 239

Buchstäblich auf die letzte Minute fiel im virengepeinigten Jahr 2020 die Auslieferung des 4. Heftes der Marginalien.

"... Traditionell liegt im November das »Wochenende der Grafik«. Es hätte dieses Jahr zum zwölften Mal den Grafischen Sammlungen, Ateliers, Druckereien und Kleinverlagen im deutschsprachigen Raum eine Bühne bereitet. Die Pandemie grätschte dazwischen. Alle Veranstaltungen fielen aus. Als tröstende Handreichung wurde so die aktuelle Ausgabe der Marginalien eine Art Hilfs-Event zum Blättern – auf das wir uns in den Ateliers im nächsten November hoffentlich wieder selbst tummeln dürfen.
Die Künstlerin
Jannine Koch beschreibt für uns, wie sie den Tiefdruck für sich entdeckte, die Radiergemeinschaft Aquatinta im Rheinland und Verständnis für die divergierenden Traditionslinien ost- und westdeutscher Grafikauffassungen. Im Interview erzählt Cosima Schneider, warum die Büchergilde Gutenberg die Tradition des Bilderbogen wiederbelebt. Ekkehard Schulreich blickt auf die originalgrafischen Städte-Mappen des Karl Quarch Verlags, während Heinz Decker Fallstricke der Kleingrafik in Form der Exlibris imaginaires erkundet. [...] Gerhard Steidl erklärt uns in der Typografischen Beilage seine Sicht aufs Büchermachen zwischen Dalí und Lagerfeld. Elke Lang besucht Hendrik Liersch und seine Corvinus Presse, ..."

(aus dem Editorial von Till Schröder)

Die Graphische Beilage schuf Rüdiger Giebler, vom Künstler direkt auf den Stein gezeichnet und im Kunsthaus Müller (Wurzbach) von Christian Müller in 650 Exemplaren gedruckt.

Inhalt und Leseproben