Pirckheimer-Blog

Matthias Gubig

Fr, 01.07.2022

Typografische Beilage "Das Kissen" von Georg Klein im Heft 232 der Marginalien, gestaltet von Matthias Gubig.

Literaturpreis für Georg Klein

Vielen Pirckheimern ist Georg Klein ein Begriff, spätestens aber seit er bei uns in den Marginalien (Heft 232) eine unveröffentlichte Kurzgeschichte von Matthias Gubig für die Typografische Beilage gestalten lies. Nun konnte der Schriftsteller, unter anderem schon geehrt mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis, dem Brüder-Grimm-Preis und dem Preis der Leipziger Buchmesse, eine weitere Auszeichnung entgegennehmen: Er erhielt den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds. Dotiert mit 50.000 Euro verlieh ihn die Jury mit der Begründung, sein Werk zeigt das „virtuose Spiel mit bekannten Genres, die stets ein literarische Umwertung erfahre“. Sie hob auch sein „hohe Sprach- und Fabulierkunst“ hervor, die „komisch und düster, aufregend und überraschend“ von der Wirklichkeit erzähle.

Die Pirckheimer gratulieren!

(Till Schröder/Pressemitteilung)

Fr, 29.04.2022

Supalife Kiosk, Foto: ad
Matthias Gubig und Julienne Jattiot, Foto: ad
zur Ausstellung wurde von beiden Künstlerinnen gemeinsam ein Plakat gestaltet, Abb.: ad

Karneval der Tiere ist eröffnet

Im PrenzlBerger Supalife Kiosk trafen sich heute nach einigen Jahren Pause wieder Freunde der Druckgraphik, darunter neben einigen Pirckheimern auch corn.elius, zu einer Ausstellungseröffnung, diesmal mit Drucken und Zeichnungen von Hanna Zeckau und die Pirckheimerin Julienne Jattiot.

Julienne Jattiot und Hanna Zeckau lernten sich Mitte der 90er-Jahre bei einem Schüleraustausch kennen. Später verschlug es sie beide nach Berlin und an die Kunsthochschule Weißensee.
Julienne Jattiot leitet seit 2008 Workshops im Bereich Hochdruck in verschiedenen Hochschulen. 2014 gründete sie mit zwei weiteren Künstlern die Künstler-Atelier/Druckwerkstatt Jott P.M. in Berlin. Seit 2016 arbeitet sie mit Thomas Siemon in Leipzig.
Hanna Zeckau hat in Berlin und Paris Kommunikationsdesign studiert. Sie lebt in Berlin und arbeitet als Illustratorin und Buchgestalterin für zahlreiche Verlage und hat als Lehrbeauftragte an verschiedenen Hochschulen im Fach Illustration unterrichtet.
Nach 27 Jahren deutsch-französischer Freundschaft fanden sie, es sei Zeit für eine gemeinsame Ausstellung. Es werden Siebdrucke sowie Hoch-, Flach- und Tiefdrucke gezeigt, die im Shining-Labor in Berlin, bei Jott P.M. (Berlin) und im atelier carpe plumbum in Leipzig gedruckt wurden – viele, viele Tiere (und ein paar Menschen).

Ausstellung: 30. April - 7. Juni 2022

Supalife Kiosk
Raumerstraße 40,10437 Berlin

Hanna Zeckau (lks.) und Julienne Jattiot
Hanna Zeckau (lks.) und Julienne Jattiot vor ihrer gemeinsamen Wand in Petersburger Hängung, Foto: ad

Di, 11.01.2022

Typografische Beilage: Die Magie des Enchiridion Leonis Papae / Grafische Beilage: ATAK HERE, Risografie

Marginalien #243

Im Editorial der Ende letzten Jahres ausgelieferten Marginalien schreibt Till Schröder: "Die Person hinter der Kunst, sie fasziniert die Kritiker. Sie oder er ginge unbeirrt ihren oder seinen Weg. Ihr oder sein Individualismus mache sie einzigartig, heißt es. Geht es um Annäherung, beschäftigt die Kritiker das Besondere im Werk oft mehr als das Verwandte. Und doch agiert selbst der Exzeptionellste unter den Schaffenden nie im luftleeren Raum. Durch Kontext entsteht Bedeutung. In Abgrenzung zum Davor das neue Danach. Starke Persönlichkeiten reifen oft in starken Umfeldern. Das Drumherum bestimmt Bildung innerer Ästhetik gleichermaßen wie Möglichkeit äußeren Ausdrucks.
In diesem Sinne erkunden die Marginalien diesmal Menschen, die ihre künstlerischen Wege in der Tat unbeirrt von Zeiten und Systemen zu gehen scheinen. Allerdings, was im Nachhinein betrachtet als zielstrebig scheinen mag, stellt sich für die Künstler selbst eher wie ein Neugieriges-Sich-Treiben-Lassen dar. Über Vorbestimmung sinnieren sie wenig. Der Schriftsteller
Ingo Schulze nimmt uns mit in die Bild- und Buchwelten von Olaf Wegewitz, dem großen Nachspürer von Natur im Papier. Matthias Gubig erkundet die illustrativen Bildwelten Jutta Mirtschins, deren Kinderbücher und Theaterplakate gleichermaßen intime wie distanzierte Weltsicht atmen. Tobias-David Albert besucht den Typografen, Buchgestalter und Bildhauer Volker Küster nahe der niederländischen Grenze, der als Schriftgestalter Zeichen nicht nur im Zweidimensionalen der Buchseiten vermisst, sondern auch im Dreidimensionalen des Eisenguss’. Jens-Fietje Dwars erzählt von drei glorreichen Jahren des Hans Mardersteig und seiner Kunstzeitschrift Genius im Deutschland der 1920er Jahre, während Norbert Grewe in die Anfangsjahre des Diogenes Verlags eintaucht – und Daniel Keels Faible für die Fantastik. Michael Siefeners Kurzgeschichte über ein Zauberbuch in den Katakomben Lyoner Antiquariate verströmt eben solche in unserer Typografischen Beilage. Bernhard Hampp steigt ein in die napoleonische Epoche und ruft Adalbert Chamisso, den weltreisenden Franzosen in preußischem Dienst, seinen Schlemihl und den Kunersdorfer Musenhof ins Gedächtnis. Fritz Jüttner erinnert an 250 Jahre Klopstock’scher Oden, die Kraft eines Kommas und die Wirkmacht illegaler Nachdrucke. Und [... Till Schröder ...] durfte bei ATAK vorbeischauen, dem Professor der Illustration mit Punk-Wurzeln, der das Malen zitatreicher Stilleben für sich entdeckt hat."

Als grafische Beilage erhielten Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft die Risografie von ATAK HERE, vom Künstler signiert und nummeriert, in 650 Exemplaren dreifarbig gedruckt von Dominik Dabrowski in der Druckwerkstatt der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale). Die allen Heften beiliegende typografische Beilage enthält den oben erwähnten Text "Die Magie des Enchiridion Leonis Papae", wie immer gestaltet und kommentiert von Matthias Gubig.

Fr, 31.12.2021

PF 2022

Flugplan
für die Weiterreise

dem Schnabel nach
und nicht im Kreise!

Gute Wünsche für das neue Jahr
sendet Matthias Gubig
 

P.f. 2022

Henry Günther
Klaus Waschk

Mit diesem Post verabschiedet sich der Blogbetreiber für 2021 ...

aber am 1. Januar geht es im vierzehnten Jahr des Pirckheimer-Blolgs hier weiter mit "Bibliophiles des Monats". Rutscht alle gut rein!

(Abel Doering)

Mi, 01.12.2021

Bibliophiles des Monats Dezember 2021, Ill.: Albrecht v. Bodecker

Jacobus Schnellpfeffer

"Bibliophiles des Monats" Dezember ist das kleine Bändchen "Jacobus Schnellpfeffer: Stecknadeln im Sofa. Nebst einem Anhang: Im Nachthemd durchs Leben. Ein süddeutsches Weihebühnen-Festspiel.", welches von Walter Rösler mit einem Nachwort versehen und 1997 im Eulenspiegel-Verlag herausgegeben wurde.

Die Gedichte von Jacobus Schnellpfeffer (mit bürgerlichem Namen Carl Georg von Maassen), den Erich Mühsam einen "gelehrten Spötter und ironischen Bücherwurm" nannte und von dem Ringelnatz als "hochgebildetem Mann von mitreißendem Humor" fasziniert war, erschienen zuerst im Simplicissimus, bzw. im Verlag des Vereins süddeutscher Bühnenkünstler. Maassen selbst machte sich auch als E.T.A.-Hoffmann-Forscher und Gründer der "Hermetischen Gesellschaft" einen Namen.  

Die Illustrationen des 88 Seiten starken Bändchens stammen vom Pirckheimer Albrecht von Bodecker, der auch den Umschlag entwarf und für die Vorzugsausgabe eine beigelegte signierte Originalgraphik schuf. Diese Vorzugsausgabe in 99 Exemplaren wurde im illustriertem Pappschuber in Surbalin, aus dem auch das Vorsatzpapier besteht, ausgeliefert.
Die Typografie lag in den Händen des Pirckheimers Matthias Gubig, Druck und Bindung besorgte die Offizin Martin Andersen Nexö, Leipzig.

Fr, 04.06.2021

Klaus Waschk, Zeichnung zur Ausstellung "150 Jahre Kapital" im Hamburger Museum der Arbeit

Klaus Waschk zum 80.

Wir gratulieren dem Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft Prof. Klaus Waschk herzlich zu seinem heutigen 80. Geburtstag.

Bücherfreunden brauch man diesen in Hamburg lebenden Künstler nicht mehr vorzustellen, schon häufig konnten hier und in den Marginalien aus der Vielzahl der von ihm illustrierten Bücher einzelne Titel präsentiert werden, so zu Matthias Claudius, Peter Rühmkorf, Karl Marx und Joseph Roth, seine "Biographische Bilderbogen" und zuletzt als "Bibliophiles des Monats" der in Kürze erscheinende, ursprünglich als Werkverzeichnis gedachte und ausgeuferter Titel "Vor&Nachbilder".

Über seinen künstlerischen Werdegang gibt Klaus Waschk in der letzten Nummer des "Hamburger Bothen" Auskunft.

Matthias Gubig sagt über unseren Jubilar: "Stets demonstriert Klaus Waschk in den von ihm illustrierten Büchern, daß er ein aufmerksamer, fein differenzierender Menschenbeobachter ist. Dies gilt für die Darstellung der einzelnen Charaktere, wie auch für deren Verwicklung in die zumeist misslichen Verhältnisse." (Marginalien 234) Ein Lob für das zeichnerische Schaffen von Klaus Waschk, dem anlässlich seines heutigen Ehrentags nur voll zuzustimmen ist.

Di, 11.05.2021

Goldene, silberne und bronzene Nägel sind die Auszeichnungen, die im ADC-Wettbewerb für kreative Leistungen verliehen werden. | © ADC/Instagram

BRONZE-NAGEL FÜR DIE „MARGINALIEN“

Die »Marginalien – Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie« wurde im diesjährigen Wettbewerb des Art Directors Club für Deutschland (ADC) mit einem Bronze-Nagel in der Kategorie »Editorial: Magazin/Jahrgang« ausgezeichnet. Insgesamt wurden in dieser Kategorie drei Bronze-Nägel vergeben. Die beiden anderen Preisträger sind die Design-Zeitschrift »form« und das Magazin der Wochenzeitung »ZEIT«.

Die »Marginalien« werden von der Pirckheimer-Gesellschaft herausgegeben und beleuchten die unterschiedlichsten Bereiche der Buchkunst und Bibliophilie aus Geschichte und Gegenwart. Sie erscheinen viermal im Jahr. Jedem Heft ist eine typografische Beilage eingebunden. Diese enthält – mitunter selten publizierte – Texte in anspruchsvoller typografischer und drucktechnischer Gestaltung. Einer Teilauflage liegt eine Originalgrafik verschiedenster Techniken bei.

Chefredakteur ist der Journalist und Autor Till Schröder. Die Gestaltung der Zeitschrift liegt in den Händen von Prof. Matthias Gubig, Buchgestalter, Grafiker und Herausgeber eigener Pressendrucke.

»Wunderbar, dass in der großen bunten Medienwelt unsere bescheiden vorgetragenen ›Randbemerkungen‹ ob ihrer inhaltlichen und gestalterischen Qualität bemerkt und ausgezeichnet werden. Danke auch für die ideenreiche, konsequente, geduldige und freundliche Zusammenarbeit mit Till Schröder«, sagt Matthias Gubig.
Auch Till Schröder freut die Anerkennung durch die Jury: »Angesichts der hohen Qualität der anderen Einreicher freut unsere kleine Redaktion der ADC-Preis sehr. Zeigt er doch, dass, wenn relevante Inhalte durch gestalterische Konsequenz an Schärfe gewinnen – egal ob Indie oder Mainstream – sie auch ihr Publikum finden. Ich danke allen Autorinnen und Autoren für den pointierten Blick auf solche Themen buchkünstlerischer Relevanz von damals wie heute. Und Matthias Gubig im besonderen, der allem feintypografierend das markante Gesicht gibt.«

Mi, 31.03.2021

Marginalien 240

Pünktlich vor Ostern kam Heft 240 der Marginalien (Heft 1/2021), diesmal für Pirckheimer mit einem Faksimile aus der Sammlung Gleimhaus Halberstadt als Erinnerung an das Jahrestreffen 2020, im Heft ausführlich beschrieben von Ute Pott im Artikel "Emphase in der Briefkultur des 18. Jahrhunderts – eine Bildergeschichte von Johann Georg Jacobi für Johann Wilhelm Ludwig Gleim". Angelehnt auch die von Matthias Gubig gestaltete und kommentiert typografische Beilage Postalische Gedichte.
Till Schröder schreibt im Prolog des Heftes: "Die Marginalien tauchen in dieser Ausgabe ab in ganz unterschiedliche Sammelzusammenhänge. André Schinkel berichtet nicht nur von Coco, dem wahrscheinlich einzigen Papagei mit eigenen Exlibris, sondern auch dessen Besitzern, dem Sammlerpaar Brigitte und Gerhard Hartmann und ihren in Bibliotheken gestifteten Grafiken und Kassettenunikate. Leopold von der Gabelentz erzählt von einem Phantom der Forschung, einem Sammler, der eine der hochwertigsten Maseerel-Sammlungen der Welt besaß – und Zeit seines Lebens in der Buchhaltung eines Golf-Clubs in Beverly Hills arbeitete. Ferdinand Puhe schaut auf das buchgrafische Werk Fritz Mösers und dessen Beziehung zu einem Sammlerpaar, dem er als einzige erlaubte, seine Grafiken zu vertreiben. Ich plaudere mit Wolf von Lojewski über seine Sammelleidenschaft der Schedelschen Weltchronik von 1493, und warum er sie 40 Jahre lang aus weltweit verstreuten Einzelblättern wieder zu einem Buch zusammenfügte."
Mehr zum Inhalt und Leseproben hier.
Für Pirckheimer dürfte darüber hinaus interessant sein, neben beigelegten Schreiben des Vorstandes, dem Jahresprogramm der BB-Regionalgruppe und neuen Informationen zu unserem gemeinsam mit der BuchDruckKunst in Hamburg stattfindenden Jahrestreffen im September, dass wir auch mit diesem Heft wieder 29 neue Mitglieder in der Pirckheimer-Gesellschaft begrüßen können.

Fr, 19.02.2021

Screenshot "Weitere Bücher" mit dem Titel "Typograf/Grafotyp"

Neu im Netz

Der Pirckheimer, Gestalter und Mitautor unserer Zeitschrift Marginalien, Matthias Gubig, ist jetzt ebenfalls mit einer eigenen Homepage im Internet präsent.
Die Seite MATTHIAS GUBIG – DIE ORIGINALGRAFISCHEN BÜCHER ist ab sofort unter matthias-gubig.de aufzurufen und enthält neben den von ihm gestalteten und herausgegebenen Pressendruck-Büchern der Edition Spätdruck weitere Bücher von ihm, in denen man sogar "blättern" kann, jeweils mit Abbildung und Beschreibung, sowie Druckgrafik.

Sa, 23.01.2021

20. Spätdruck - Preußische Tugenden

Seit 2003 gibt Matthias Gubig grafische Pressendruckbücher der Reihe Spätdruck heraus; Werke klassischer und Gegenwartsautoren sowie eigene Texte sind darin vertreten. Gubig gestaltet die Bücher und versieht sie mit Originalgrafiken. Diese und einige der Texte druckt er in seiner Werkstatt selbst. 

Sein 20. Spätdruck trägt den Titel "Preußische Tugenden, Ein Heldenlied in zehn Strophen" und enthält mehrfarbige Zeichnungen auf Nyloprintplatten mit Forexschnitten.

Matthias Gubig, Preußische Tugenden, Ein Heldenlied in zehn Strophen
Blankenfelde 2020
Leporello-Buch, 48 S. mit 9 Orig.-Grafiken in verschiedenen Techniken
Pappband mit originalgrafischem Schild, 16,5 x 30 cm
Auflage 24 Expl., im Impressum signiert und nummeriert
280 €

Fr, 22.01.2021

oben: Radierung von Steffen Volmer |
unten: Holzschnitt von Lothar Seruset in Mittwinter

Pressendrucke aus Verlegerhand

"... Der Begriff [Pressendruck] bezeichnet handgemachte Bücher in sehr kleinen Auflagen, deren Illustrationen von einem oder mehreren Künstlern als Originalgrafiken geschaffen werden, also keine Reproduktionen sind, wie sie in normalen illustrierten Büchern verwendet werden. Und auch der Text, die Schrift, wird „in der Presse gedruckt“, d.h. hochstehende Lettern pressen sich in das Papier. Früher geschah das im Bleisatz, zuerst gesetzt aus einzelnen Bleilettern, dann wurden im „Linotype“-System ganze Zeilen in Blei gegossen und nach dem Druck wieder eingeschmolzen. Heute kommen beide Techniken aus Kostengründen kaum mehr vor, der Text wird zumeist im Fotosatz gesetzt und dann ein Klischee aus Kunststoff hergestellt – gedruckt wird jedoch im Buchdruck auf der Presse (also nicht von der Rotationswalze oder im Tintenstrahlverfahren). So ein Textklischee kann man sich vorstellen wie den Druckstock eines Holzschnitts, von dem auch nur die hochstehenden Teile der Platte abgedruckt werden.
Sehr häufig werden Pressendrucke von Künstlerinnen und Künstlern herausgegeben, die auf solche originalgrafischen Bücher spezialisiert sind, etwa von
Peter Renschs Andante Handpresse, der Frank Eißner Handpresse, früher Roswita Quadfliegs Ramin Presse oder der Otto Rohse Presse. Das bedeutet, die Künstler suchen sich ihre Autoren oder Texte aus und illustrieren sie mit eigenen Originalgrafiken. Lektorat, Illustration, Druck und Vertrieb liegen also weitgehend in einer Hand.
Daneben gab und gibt es aber auch zahlreiche Pressen, die von Verleger/inne/n betrieben werden. Zwischen 1890 und 1930 entstand als Gegenpol zur lieblosen industriellen Massenproduktion von Büchern diese Buchkunstbewegung, deren Ziel die künstlerische Gesamtgestaltung des Buches war, das Streben nach perfekter Harmonie von Text, Schriftart, Illustration, Papier, Druck und Bucheinband. Es entstanden private Druckpressen, um eine hohe Buchkultur zu bewahren. Betreiber waren so illustre Leute wie der Großherzog
Ernst Ludwig von Hessen oder Harry Graf Kessler, dessen Cranach Presse die wohl bis heute werthaltigsten Bücher hervorbrachte.
Verleger wählen die Texte aus, die sie einer Pressendruck-Adelung für würdig erachten, suchen sich die ihrer Meinung nach dazu passenden Künstler, verfügen über das Geld, Papierlieferanten, Drucker, Buchbinder, Künstler und Autoren vorab zu bezahlen und sehen dann zu, dass dieses Geld durch Verkauf wieder reinkommt. Manche Verleger können einen Teil der Produktion selbst bewerkstelligen:
Reinhard Scheuble war ein Meisterdrucker und -setzer, was den aufwändigen Bänden der Quetsche sehr zugute kam, Henry Günther konnte die Drucke der Edition Balance selbst binden – das hilft sehr, Kosten zu sparen. ..."

(Wolfgang Grätz, 235. Grafikbrief)

Abb.: 2 Pressendrucke der Quetsche
Katja Lange-Müller - Böse Schafe, mit 3 zweiseitigen Original-Farbradierungen von Steffen Volmer
Ulrike Draesner - Mittwinter, mit Farbholzschnitten von Lothar Seruset | Nachworte von Kerstin Hensel und Matthias Gubig

Ausstellung: 25. Januar bis mindestens 31. März 2021, angepasst an eine mögliche Lockdownverlängerung

Frankfurter Büchergilde & Galerie
An der Staufenmauer 9, 60311 Frankfurt am Main

Do, 31.12.2020

PF 2021

Solltest Du Dich einsam wähnen,
vergieße keine Quarantränen.
Es finden sich eventuell
zweitbeste Freunde virtuell.

Viele weitere
gute Wünsche für 2021
sendet
Matthias Gubig

Mi, 02.12.2020

GRAPHISCHE KUNST 2/2020

Auf dem Titel der gerade ausgelieferten, vom Pirckheimer Jürgen Schweitzer herausgegebenen "Graphischen Kunst" findet sich diesmal die Farbradierung von zwei Platten "Im Tollkirschgarten meines Traums" von Christoph Hessel zum Gedicht von Christoph Meckel "Du wie die Nacht mich umgibt".
"Christoph Meckel ist als Literat wohl bekannt. Auch von seiner Tätigkeit als Graphiker und Illustrator wissen wir. Christoph Meckel nun verstarb Ende Januar 2020. Sein Künstlerfreund Christoph Hessel bringt uns nun Meckels ganz eigene Art zu illustrieren nahe.

Auch diesmal wagt Eva Masthoff wieder den Blick über den deutschsprachigen Horizont hinaus. Sie schaut bevorzugt auf die Exlibris-Künstler. Sie stellt uns den in Sofia geborenen Graphiker und Illustrator (und eben den Exlibris-Künstler) Petar Vladimirov Chinovsky vor.

Theo-Franz Maas berichtet uns im Folgenden über den Mezzotinto-Radierer Günter Metz, der 2019 verstarb.

Im darauf folgenden Artikel wird uns Einblick in die Arbeit des Holzschneiders Horst-Dieter Gölzenleuchter gegeben. Sepp Hiekisch-Picard bringt uns diesen Künstler nahe, der sowohl im einfarbigen wie im vielfarbigen Bereich gleichermaßen präsent ist.

Auch traurige Begebenheiten bleiben nicht aus. Der Buchgestalter und Künstler Matthias Gubig erinnert in einem kurzem, aber persönlichen Text an den Tod des Künstlers und Quetsche Verlegers Reinhard Scheuble."

(Jürgen Schweitzer)

Der Ausgabe B liegen jeweils im Original eine Radierung von Reinhard Kling, ein Farblinolschnitt (5 Farben, gedruckt mit verlorener Platte) von Georg Koenigstein und ein Siebdruck von Adrian Wylezol bei, die Ausgabe A enthält zusätzlich einen Kupferstich von Brigada Böttcher und eine Radierung von Wolfgang Böttcher.

Edition Curt Visel (Graphische Kunst)
An der Mauer 9½, 87700 Memmingen

Do, 11.06.2020

Marginalien 237

Trotz des derzeitigen kulturellen Stillstands fand sich heute im Briefkasten bei den Pirckheimern und Abonenten das neueste Heft der Marginalien.

Über den Inhalt kann man sich hier informieren.

Neben einem Flyer für den 49. und letzten Druck der burgart-presse (siehe vorherigen Post) lag dem Heft eine wunderbar gemachte Einladung bei, Mitglied in der Büchergilde Gutenberg Verlagsgenossenschaft eG zu werden (siehe Abb.) und die typografische Beilage, wie immer gestaltet und erläutert von Matthias Gubig widmete sich in sehenswerter Weise einer kleinen lyrischen Presse(rück)-schau.
Auf der nebenstehenden Abbildung im Vordergrund ist die graphische Beilage (die nur Mitglieder dieser Gesellschaft erhalten) zu sehen. Sie schuf der Pirckheimer und Gründer der Katzengraben-Presse Christian Ewald: Auf- und Abstieg des Kletterers CH. E. durch noch schlafende Alphabet-Rudimente zum 1.990 m hohen Gipfel des Schweigens – in 650 Exemplaren gedruckt vom Klischee von Daniel Klotz bei Die Lettertypen, natürlich mit dem Faden.

Fr, 31.01.2020

19. Spätdruck - Das Kissen

Der 19. Spätdruck von Matthias Gubig ist die literarische Erstausgabe eines Textes des Brüder-Grimm- und Ingeborg-Bachmann-Preisträgers Georg Klein, der zudem auch mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde – allein das ist eine kleine Sensation!

Der fürsorglich-freundliche Computer Roy und der alte Mensch Georg sind im Gespräch. Die Erzählung von Georg Klein schildert die scheinbar wunderbar funktionierende Kommunikation zwischen Mensch und Maschine sowie deren Versagen, wenn es um existentielle menschliche Probleme geht…

Georg Klein / Matthias Gubig - Das Kissen (19. Spätdruck)
Pressendruck. 36 Seiten mit 5 ganzseitigen Orig.-Holzstichen von Matthias Gubig sowie 6 Computergrafiken, auf Folie gedruckt. Den Buchtitel ziert eine weitere Orig.-Grafik, Format 31 x 18,5 cm, dünner Pappschuber, im Impressum von Autor und Künstler signiert und nummeriert,
EUR 280