Pirckheimer-Blog

Marginalien

So, 10.05.2026

Christian Ewald (in der Mitte des Bilds) an der Seite von Andreas Platthaus (li.) und Michael Krüger Ende 2014 bei der Präsentation des "e-walds" in Mainz.

Abschied von Christian Ewald

Wie von verschiedenen Seiten aus der Pirckheimer-Gesellschaft zu erfahren ist, ist der Verleger der legendären Katzgraben-Presse, Christian Ewald (1949–2026) in der Nacht vom 08. zum 09. Mai in seiner Wahlheimatstadt Berlin gestorben. Der vielfach für seine künstlerische und verlegerische Arbeit Geehrte wurde in Weimar geboren und studierte Typografie und Gebrauchsgrafik in Berlin. 1990 gründete er in einem der ältesten Häuser in Berlin-Köpenick den nach der anrainenden Straße benannten Verlag. Der hochgeschätzte Künstler, Büchermacher wie kundige Austauschs- und Gesprächspartner in Sachen Bibliophilie war Mitglied unserer Gesellschaft – zum Jahreswechsel 2014 präsentierte er unter der prominenten Anteilnahme von Andreas Platthaus von der FAZ und Hanser-Kult-Verleger Michael Krüger seinen e-wald im Gutenberg-Museum in Mainz. In Heft 256 (2025/1) der Marginalien würdigt Helmut Garritzmann Christian Ewald im Zuge einer Ehrung in seiner Geburtsstadt zum 75. wie auch die Presse zum 35. Geburtstag. Abel Doering, der mit ihm eng befreundet war, könnte es nicht treffender formulieren: „Mit dem Tod von Christian Ewald hat die bibliophile Gemeinde einen weiteren großen Verlust erlitten, er wird uns fehlen.“ So ist es.

(André Schinkel via Henry Günther)

Sa, 09.05.2026

Trauerfeier für Roland Berger findet am 02.06. statt.

Der Termin für Trauerfeier und die Beisetzung von Roland Berger steht fest: Pankow, 02.06., 12 Uhr

Über mehrere Äther erreichen den Blog die Informationen zur Trauerfeier und Beisetzung des langjährigen Pirckheimers und Künstlers Professor Roland R. Berger: Sie findet am Dienstag, den 02. Juni 2026 auf dem Friedhof Pankow III (Am Bürgerpark 24, 13156 Berlin) in Berlin um 12 Uhr statt. Der 1942 in Sachsen geborene Berger, der als Lehrer wie Künstler aktiv war und von 1985 bis 1995 eine Professur für Kunsterziehung mit künstlerischer Lehrtätigkeit an der Humboldt-Uni bekleidete, war am 04. April des Jahres gestorben. Roland Berger war von 1969 bis 2025 Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und arbeitete zeitweise im Vorstand der Gesellschaft. Ein Hauptmotiv seiner Kunst war der Harlekin, der auch als Originalgrafische Beilage einem Heft der Marginalien beilag. Eine eingehende Würdigung von Leben und Werk Roland R. Bergers erfolgt in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift (Heft 261, das sich derzeit im Druck befindet) durch Carsten Wurm. 

(André Schinkel via Matthias Haberzettl)

Do, 23.04.2026

Die Pirckheimer im FABS-Journal

23. April: Welttag des Buches.

In der neuesten Ausgabe (Nummer XXX.1) des renommierten, zweimal jährlich edierten Journals der Fellowship of American Bibliophilic Societies (FABS) werden auf Seite 44 ff. ausführlich die Pirckheimer-Gesellschaft anlässlich ihres 70. Gründungsgeburtstags im Januar dieses Jahres, die Zeitschrift der Gesellschaft Marginalien wie auch der Blog und die umfänglichen Aktivitäten der Pirckheimer vorgestellt. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft und zugleich der Chefredakteur der Zeitschrift für Bibliophilie und Buchkunst Till Schröder berichtet in der Rubrik Affiliate News des FABS-Journals von der Arbeit der 600 Mitglieder des bibliophilen Vereins, von den Messeteilnahmen der Pirckheimer unter anderem in Leipzig, Hamburg sowie Berlin, wo die Gesellschaft beim Bücherfest (der Blog berichtete), der Rare Book Week und artbook.Berlin (der Blog wird berichten) teilnimmt, wie von der Überführung des Vereinsarchivs in die DNB Leipzig und blickt voraus zur Jahrestagung in Nürnberg, der Heimatstadt Pirckheimers. Die FABS bündelt die bibliophilen Gesellschaften der USA, unterhält zahlreiche Kontakte weltweit. Fein, dabei zu sein.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 06.04.2026

Vorgestellt im FISAE-Newsletter – 'Marginalien 260.'

Marginalien im FISAE-Newsletter

Die ganz neue Ausgabe der Marginalien, der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophile (Ausgabe 2026/1, Heft 260) der Pirckheimer-Gesellschaft, bildet im FISAE-Newsletter Nummer 522 wieder eine prominente Abteilung der Mitteilungen des internationalen Exlibris-Verbunds unter Klaus Rödels Federführung. Zusammen mit einer feinen Auswahl Abbildungen zu den Themen des neuen Hefts bietet der Mailletter das Verzeichnis des Inhalts und das Editorial von Redaktionsleiter und Pirckheimer-Vize Till Schröder in deutsch, englisch, französisch und italienisch. Die Marginalien-Ausgabe befasst sich u. a. mit Pardon, bietet die Exegese Peter Arlts eines Baldwin-Zettl-Blatts und gedenkt neben anderen der großen Künstlerin Núria Quevedo. Außerdem bietet der Newsletter den Ostergrüßen am Anfang folgend zwei weitere illustre Themen: den Katalog über eine Ausstellung mit deutschen Exlibris des 20. Jahrhundert und eine Veröffentlichung zu den Exlibris tschechischer Ärzte mit einer umfänglichen Bibliografie einschlägiger Literatur, vermittelt durch Jan Langhammer.

(André Schinkel)

Fr, 13.03.2026

Das neue Heft der "Marginalien" ist eben erschienen.

Marginalien: Heft 260 erschienen

Pünktlich im Vorfeld der Leipziger Buchmesse, die vom 19. bis 22. März in die Stadt an Pleiße, Parthe und Weißer Elster einlädt, ist die neue Ausgabe der Marginalien, Ausgabe 2026/1 (Heft 260) der Zeitschrift für Buchkunst & Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft bei quartus erschienen. Die Nummer ist auf verschiedene Weise eine Ausgabe der Würdigungen und Rückblicke geworden, wie Chefredakteur und stellvertretender Vorstand der Gesellschaft, Till Schröder, gleich im Vorab-Editorial vermerkt: Zum Einen ist das genauso geplant und komponiert; zum anderen gebieten das die Geschehnisse in der Zeit. So ist das Heft auch eines des Gedenkens, Erinnerns und Nachrufens geworden: Gleich viermal wird die große Malerin und Grafikerin Núria Quevedo in der Ausgabe gewürdigt – die Spanierin, die viele Jahrzehnte in Berlin lebte, war verehrt und bewundert und auch einigen Protagonisten der Pirckheimer-Gesellschaft, Armin Schubert etwa, sehr nah und vertraut, eins der Bücher der Bücherkinder ist u. a. ihr als Hommage gewidmet. Der Verleger und Pirckheimer Michael Faber erinnert an Maler, Zeichner, Bildhauer und Grafiker Hermann Naumann, ja, und auch der Autor, Sammler, Herausgeber und Bibliophile Manfred Jendryschik, der 2025 in seiner Wahlheimatstadt Leipzig starb, wird gewürdigt. Der gebürtige Dessauer war der mitteldeutschen Künstlerszene eng verbunden. Ferner gibt es einen Text zu einem leicht übersehenen Jubiläum der Messe in Leipzig, zwei Beiträge zur Satirezeitschrift pardon, die dank Till Kaposty-Bliss wieder auflebt: eine Liebeserklärung von Norbert Grewe und das Interview mit dem Neu-Initiator. Das Verschwinden der Buchhandlungen beleuchtet Ralf Plenz, und Peter Arlt verweist auf Amboß & Hämmer von Baldwin Zettl. Um Spiralbindung geht es, und in der Originalgrafischen Beilage samt Begleittext um die Kunst der Schweizerin Olga Prader. Dem gut gefüllten Rezensions-Teil folgen Nachrichten für Bibliophile, das Geburtstagstableau und Ausstellungs-Infos. Auch Archiv-Splitter gibt es, eine neue Rubrik, die Wissenswertes und Skurriles aus 70 Jahren Pirckheimer-Gesellschaft berichtet. Ein rundum gut gefülltes Marginalien-Heft also: Das bibliophile Frühjahr kann kommen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 06.02.2026

Thema des FISAE-Newsletters: die 'Marginalien 259'.

Marginalien im FISAE-Newsletter

Der aktuellen Ausgabe der Marginalien (Heft 259, Ausgabe 2025/4) ist wieder ein großer Teil eines der beiden neuen FISAE-Newsletter gewidmet: In der Ausgabe Nummer 539 des Rundbriefs für die internationale Exlibris-Gemeinschaft wird das Heft ausführlich und wie man es vom FISAE-Neuigkeitenbrief gewohnt ist, in zahlreiche Sprachen übersetzt und damit in der Tat weltweit präsentiert, gewürdigt. Das geht einher mit dem Abdruck des Vorabs von Seite 3, des Editorials von Marginalien-Chefredakteur und stellvertretendem Vorstand der Pirckheimer-Gesellschaft, Till Schröder, dem Inhaltsverzeichnis des Heftes in zehn Sprachen – namentlich in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch, Ukrainisch, Russisch, Chinesisch und Japanisch – dazu kommt eine reiche Auswahl Bilder aus der Ausgabe zu den einzelnen Themen des Hefts. Die Ausgabe 259 war das Schlussheft des Jahres 2025, die nachfolgende Nummer 260 ist gegenwärtig in der Endredaktion und erscheint im Vorfeld der Leipziger Buchmesse. – Zu weiteren Themen im FISAE-Newsletter schreibt sein Herausgeber Klaus Rödel aus Frederikshavn: „Aus Luxembourg kommt wieder eine schöne Veröffentlichung: Emil van der Vekene – So druckte damals Johannes Gutenberg.“ Und schließlich gibt es laut Newsletter einen Verlust zu konstatieren: „Am 09. Januar starb leider wieder einer der aktiven Sammler der Deutschen Exlibris-Gesellschaft, Prof. Dr. Werner Grebe. Er hatte seine umfangreiche Exlibrissammlung der Universität (zu) Köln übergeben.“ Klaus Rödel informiert auch am Ende der Präambel, dass er gestürzt ist und der Newsletter (bis auf die bereits vorbereiteten) einige Wochen pausieren muss. Wir wünschen von Herzen gute Besserung!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 29.01.2026

70 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft e. V., das sind 70 Jahre Arbeit für das und Liebe zum schönen Buch ... So ist der 29. Januar 2026 ein ganz besonderer Tag.

Ein ganz besonderer Tag: 70 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft e. V.

Bücher – Nein, ich bitte Sie inständig:
Nicht mehr fragen! Laß dich doch belehren!
Bücher, auch wenn sie nicht eigenhändig
Handsigniert sind, soll man hoch verehren.

Joachim Ringelnatz.

29. Januar 2026 – was für ein Datum. Wir feiern 70 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft. Viele haben bereits über ihre Geschichte geschrieben: Horst Kunze und Carsten Wurm, Wolfram Körner, Herbert Kästner, Hartmut Pätzke oder Till Schröder; in den Marginalien, den Jubelrufen oder auch auf unserer Webseite. „Am 29. Januar treffen sich im Café Budapest, Berlin, Stalinallee 165, etwa 80 Bücherfreunde, um die Pirckheimer-Gesellschaft in aller Form aus der Taufe zu heben. Das Präsidium besteht im wesentlichen aus dem Initiativkomitee, Kaiser, Löwenthal, Lange, Kaemmel und Klemke. Bruno Kaiser umreißt die Ziele und die Arbeitsaufgaben. Neben dem Bewahren des Bucherbes sieht er im Fördern des neuen Buches eine gleichrangige Aufgabe. Gewählt wird ein Geschäftsführender Vorstand, dem die Mitglieder des Initiativkomitees und Walter Berger, Ausstattungsleiter des Verlages Rütten & Loening, angehören, und ein 18 Personen umfassender Gesamtvorstand.“ So fing es an vor 70 Jahren. Mehr dazu auch auf unserer Webseite. 70 Jahre voller Wandel für das Buch und die Gesellschaft. 70 Jahre voller Arbeit für das Buch – mit Hochs und Tiefs. Digitalisierung, demografischer Wandel, verändertes Leseverhalten, die Begrifflichkeit der Bibliophilie an die nächsten Generationen tragen, alles Themen, mit denen sich die Gesellschaft auseinandersetzen muss. Bibliophile und literarische Gesellschaften haben es schwer in der jetzigen Zeit. Einige haben aufgeben müssen im Verlauf der Jahrzehnte. Um so wichtiger ist es, jetzt ein Zeichen zu setzen und mit Aktivität und Kreativität gegen diesen Trend zu arbeiten. Alle Mitglieder können hierbei helfen. Vor 20 Jahren fand zum 50-jährigem Jubiläum das Jahrestreffen in Berlin statt, mit reichhaltigem Programm. In diesem Jahr findet das Jubiläumstreffen in der Stadt unseres Namensgebers Willibald Pirckheimer in Nürnberg statt. Auch dort dürfen wir uns auf ein tolles Programm freuen (Näheres u. a. in unserer Rubrik Veranstaltungen auf unserer Webseite). Gleichzeitig stehen in diesem Jahr auch die ein oder andere Veranstaltung, Beiträge in den Marginalien und auch im Blog unter dem Thema 70 Jahre Pirckheimer. Wir dürfen gespannt sein. Also: Lasst uns mit diesem Jubiläum einen positiven Blick in die Zukunft werfen und alles für unsere Gesellschaft und unsere Herzensthemen rund um Buch und Grafik in Angriff nehmen.

(Robert Grieger, Pirckheimer mit ganzem Herzen)

Do, 15.01.2026

Das Register der "Marginalien"-Ausgaben 151 bis 255 ist jetzt kostenlos online im PG-Shop downloadbar.

Register der Marginalien 151–255 neu auf der Pirckheimer-Website

Wir haben es endlich geschafft, den Großteil des Registers unserer Marginalien als Download auf unsere Seite zu bringen. Das Register umfasst sowohl alle Beiträge der im deutschsprachigen Raum einzigartigen Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie (so der beredte Untertitel des Journals) und funktioniert zugleich auch als Kreuzregister: Denn es verzeichnet sowohl die einzelnen Autoren mit den Titeln ihrer Aufsätze, Rezensionen und Berichte als auch die aus dem Inhalt der Texte gewonnenen Schlagwörter nach dem Alphabet geordnet. Die Schlagwörter können zum einen Personen- oder Sachschlagwörter sein. Unterschlagwörter wurden nicht erstellt. Dafür wurde bei allen Schlagwörtern jeweils die aufsteigende Reihenfolge der Hefte berücksichtigt, in denen sie erschienen sind. In unserem Shop bieten wir als kostenlosen Download aktuell das Register in zwei Teilen an. Teil 1 (Hefte 151–235), welches damals auch als Publikation erschienen ist. Und Teil 2 (Hefte 236–255), welches als Fortsetzung digital zusammengeführt wurde. Auch für die einzelnen jüngsten Hefte 256, 257 und 258 gibt es bereits eigene Heftregister. Diese sind aber nicht im Shop zu finden, sondern direkt bei den einzelnen Marginalien im Shop – direkt am Ende des angezeigten Inhaltsverzeichnis’. Und: Wenn wieder mehrere einzelne Register zusammengekommen sind, werden diese auch gebündelt direkt als Zusammenfassung im Shop erscheinen. Hiermit wollen wir auch allen Beteiligten und insbesondere Gerhard Rechlin für die große Arbeit an dem Register danken! Alle Informationen und der Link zum Download der Register für die Marginalien finden sich hier.

(Robert Grieger)

Sa, 20.12.2025

Das neue Heft der "Marginalien" ist eben erschienen. Es enthält auf 128 Seiten vieles an Wissenswertem und Bedenkensschönem für alle Bücher-Vernarrten.

Marginalien: Heft 259 erschienen

Pünktlich vor dem Fest ist die neue, die 259. Ausgabe der Marginalien, der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft, bei den Pirckheimern und auf den Gabentischen der Sammler und Abonnenten eingetroffen. Das Heft 2025/4, das als Winternummer unter der bewährten Ägide von Redaktionsleiter Till Schröder den Jahrgang beschließt, ist dieses Mal jenen starken Ichs, sowohl bei den Buchschöpfern wie auch bei den Produkten als quasi Individuen selbst, auf der Spur. Um Joachim Ringelnatz und seinen Verleger Heinrich Barchfeld in Leipzig geht es im ersten Beitrag des Heftes von Karsten Hommel. Im Anschluss lobt und porträtiert Jens-Fietje Dwars die Grand Dame, ja, und „Bäumin“ Gerda Lepke, die für die 259 auch die Originalgrafische Beilage des Hefts liefert – stets eine von vier Offsetlithografien mit dem Titel Tänzerin, die den Mitglieder-Exemplaren der Zeitschrift beigelegt sind. Ferner geht es da um Otto Spamer und James Joycens Ulysses (die Riege seiner gestalteten Ausgaben) und: um Horst Dieter Gölzenleuchter, dessen Werk gerade im Literaturhaus Magdeburg zu sehen ist – um den Europa Almanach, und die reiche und so wohlgelungene Jahrestagung der Gesellschaft im September in Hannover. Es gibt gleich fünf Trauerbekundungen für den großen Büchermacher Jens Henkel aus Rudolstadt; und im ABC der Druckkunst unter dem sprechenden Titel Zwischen Alchemie, Handwerk und Kunst etwas heute Spezielles: Janine Kittler und Michael Barthel stellen den Lichtdruck vor, für den es in Leipzig eine der letzten Werkstätten gibt. Die von Thomas Glöß gestaltete Typografische Beilage fragt nach 250 Jahre Goethe in Weimar – Glücksfall oder Verhängnis? Der Rezensionsteil feiert die Sürrealistische Revolution, das Slanted Magazine und ein betörendes Rabenbuch von Carla Schwiegk und Matthias Jackisch, dessen Vorzugsausgabe damit vergriffen sein sollte. Wie gewohnt gibt’s Neues aus der Pirckheimer-Gesellschaft und Wissenswertes für Bücher- und Grafikfreunde im Servicebereich, auch Hinweise zu relevanten Ausstellungen, Mitgliederzuwachs wie Ehrentagsinfos. Den Bibliophilen entführt das Heft, dem Titel der beiliegenden Vorzugs-Grafik des am Schluss der Nachrichten besprochenen Märchenbands Die Ein-Wunsch-Fee von Jens-Fietje Dwars folgend, und so soll es ja nach einer anstrengenden Zeit auch sein, zum Jahrwechsel in den Garten der Träume.

(André Schinkel)

Do, 18.12.2025

22.11.: Illustrieren in Zeiten der KI

Bericht von einer Podiumsdiskussion in Berlin-Kreuzberg im Rahmen der artbook.Berlin 2025

Die Illustration befindet sich in einem Umbruch. Was bedeutet es, Bücher, Magazine und Plakate in einer Zeit zu gestalten, in der KI binnen Minuten Bilder erzeugen kann? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Theorienetzwerk Illustration in einer Diskussion. Die lose Initiative von Praktikern und Theoretikern, die aus dem Buchprojekt superILLU hervorgegangen ist, trifft sich seit zwei Jahren regelmäßig online zu Vorträgen und Gesprächen. 

Zum zweiten Mal fand eine Live-Veranstaltung im Rahmen der artbook in Berlin statt, nachdem letztes Jahr ATAK, Mina Braun, Volker Schlecht und Nina Pagalies über Grenzen und Grenzgänger der Illustration nachdachten. Unter dem Titel Illustrieren in unsicheren Zeiten. Wie reagiert die Lehre auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts? diskutierten am 22.11.2025 diesmal fünf Illustratoren und Dozenten über die Zukunft ihres Berufs und die Anforderungen in der Lehre. 

Auf dem Podium saßen diesmal eine Reihe gestandene Praktiker, die gleichzeitig unterrichten: Irmela Schautz als Illustratorin und Dozentin an der Akademie für Illustration und Design (AID Berlin) sowie Jakob Hinrichs, Comic-Illustrator und Dozent an der Universität der Künste Berlin, weiterhin Christian Gralingen, Illustrator und Dozent am Lette Verein Berlin. Moderiert wurde die Diskussion von Andreas Rauth, Gestalter, und Till Schröder, Journalist, die ebenfalls beide an der AID Berlin lehren. 

„Die technologische Entwicklung hat den Beruf schon immer geprägt“, begann Andreas Rauth und warf einen historischen Blick auf die Konjunkturen der Illustration – von der Lithografie über den Offsetdruck bis hin zur Fotografie. Auch in den 1990ern hieß es bereits, die Illustration sei durch den Computer abgehängt. Ein Argument, das heute mit KI wiederkehre, so die Ausführungen weiter. KI locke mit einfachen und schnellen Ergebnissen.

Interessanterweise beobachten die Diskutanten bereits jetzt Gegenreaktionen. So berichtet Christian Gralingen von einem Trend zu bewusst einfachen, schnellen Skizzen, die eindeutig nicht aus der KI stammen. Auch die Schaubühne Berlin setzt gerade auf eine Serie handgemachter Illustrationen für eine Plakatkampagne im Stadtraum. Till Schröder ergänzt diese Beobachtung: Die Sehnsucht nach dem Authentischen und Haptischen könnte eine Reaktion auf die Überflutung mit polierten, computergenerierten Bildern sein. „Ähnlich wie beim Tätowieren im Handpoke-Stil, der bewusst naiv und unfertig aussieht, verspricht der handgemachte Aspekt Individualität und Kantigkeit.

Die Lehrenden sehen sich in der Ausbildung neuen Herausforderungen gegenüber. Studierende müssen heute unzählige Programme beherrschen, was schnell zu Überforderung führen kann. Laut Schautz ist Neugierde die zentrale Eigenschaft für Illustratoren: „Eine der Grundeigenschaften, um überhaupt illustrieren zu können.“ Man müsse sich mit den unterschiedlichsten Dingen auseinandersetzen, auch mit KI. Hier bestand Einigkeit auf dem Podium: KI sollte nicht vermieden, sondern als Werkzeug verstanden werden. 

Hinrichs nutzt sie beispielsweise als „Sparringspartner“ auf Textebene für die erzählerische Struktur in Comics. Entscheidend bleibt aber die gestalterische Grundkompetenz. Studierende könn(t)en zwar schnell etwas professionell Scheinendes erschaffen, doch oft fehle ihnen das Auge dafür, was wirklich funktioniere. Die Ausbildung muss nach wie vor Raum geben, eine gestalterische Persönlichkeit entwickeln zu können, und darf sich nicht einzig auf die Vermittlung von Technikkompetenz fokussieren.

Ein weiterer kritischer Punkt: Social Media konditioniere auf Gefälligkeit. Hinrichs fordert, dass Studierende es erlernen, Bilder zu schaffen, die auf Widerstand stoßen: „Was passiert eigentlich, wenn man mal etwas intensiv Hässliches macht?“ Heutige Studierende hätten es einfacher, den ersten Schritt zum Auftraggeber zu machen, da der internationale Markt durch soziale Netzwerke unmittelbarer erreichbar sei. Doch zugleich verschwinde man leichter in der Masse. Die eigene Position zu finden und auch gegen Widerstände durchzuhalten, sei essenziell.

Angesichts des spürbaren wirtschaftlichen Drucks ist das auch wichtig. Es gäbe weniger Aufträge, und Kunden kämen bereits mit KI-generierten Vorlagen, so die Diskutanten. Doch darin liege auch eine Chance, so Gralingen: „Da alle ähnliche Ergebnisse der KI mitbringen, ergibt sich die Möglichkeit zur Differenzierung.“ In seiner Erfahrung suchen Wissenschaftsmagazine zum Beispiel weiterhin gezielt nach menschlichen Illustratoren, die komplexe Themen interpretieren können – ein Bereich, in dem KI noch an Grenzen stößt.

Ein Diskussionsbeitrag aus dem Publikum brachte das Beispiel geschlossener KI-Systeme ein: Eine Illustratorin, die seit drei Jahren Zwerge für einen finnischen Schulbuchverlag zeichnet, trainierte versuchsweise ein Modell ausschließlich mit ihren eigenen Arbeiten – ein System, das nur ihr gehört und das ethisch vertretbar ist. Die Frage der Vergütung für Trainingsdaten ist der eigentliche Knackpunkt bei KI. Ein Problem, das sich mit geschlossenen Systemen wie exactly.ai umgehen lässt.

Auf die Frage, wie Illustration in zwanzig Jahren aussehen werde, appellierte Hinrichs: „Wir müssen auf die Welt schauen, um Antworten zu finden, nicht nur auf bereits existierende Bilder.“ – „Bilder brauchen Seele“, ergänzt Schautz. Den Studierenden Selbstwirksamkeit bewusst zu machen und „zur Autorenschaft des Bildermachens zurückzufinden“ (Hinrichs) bleibe zentral in der Lehre. Dennoch wird die Vernetzung untereinander und mit anderen kreativen Berufen immer wichtiger. Letztlich ist es so: Illustratoren teilen ihr Schicksal mit Übersetzern, Journalisten und vielen anderen Kulturschaffenden. Gemeinsam könnten sie mehr Aufmerksamkeit für ihre Anliegen schaffen. Damit der einsame Wolf am Zeichentisch im Rudel stärker wird.

(Till Schröder, Autor und Dozent, er ist Chefredakteur der Marginalien – Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie. Das nächste Treffen des Theorienetzwerks Illustration findet online via Zoom am 13.01.2026, 19–20.30 Uhr statt. Anmeldung unter: theorienetzwerk.illustration@outlook.de)

So, 12.10.2025

Der brandneue Newsletter der FISAE (518) würdigt u. a. die jüngste Ausgabe der "Marginalien" (Heft 258).

Marginalien im FISAE-Newsletter

In seinem soeben versandten FISAE-Newsletter 518 würdigt Klaus Rödel einmal mehr das neu erschienene Heft der Marginalien (Ausgabe 258, 2025/3) und bringt neben dem Inhaltsverzeichnis auch das Editorial von Redaktionsleiter Till Schröder in zehn Sprachen. Und neben einer reichen Auswahl Bilder aus der Nummer wird auch explizit die Originalgrafische Beilage mit vier teils fein kolorierten Holzschnitten Peter Zaumseils, gedruckt von Bettina Haller, gewürdigt, im Fall von Rödels Exemplar ist das das Blatt Baumgruppe (in der Abbildung der Druck oben rechts). Weiter berichtet der mit 32 Seiten diesmal recht umfängliche Newsletter von der 12. Welttriennale für Druckgrafik, die von September bis November in Chamalières und in 11 weiteren Partnerstädten stattfindet und in deren Zentrum die Exposition in der Städtischen Kunstgalerie, die dem gravierten Werk von Pierre Soulages gewidmet ist, steht. Und ein Porträt Olli Ylonens im Dschungel findet sich, während der Triennale in der Mittelalterburg Malbork samt Herzchen aufgenommen. Fein!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 19.09.2025

'50 Jahre unterwegs mit Büchern', die Erinnerungen eines Antiquars und Sammlers – die Jahresgabe der Pirckheimer-Gesellschaft ist eben frisch erschienen.

50 Jahre unterwegs mit Büchern. Jahresgabe der Pirckheimer

Zeitgleich mit der neuen Ausgabe der Marginalien (Heft 258, Ausgabe 2025/3) und im direkten Vorfeld der heute beginnenden Jahrestagung der Pirckheimer in Hannover erschien in diesem Jahr wieder eine Jahresgabe der Gesellschaft. Auf 144 Seiten berichtet darin Wolfgang Neubert von 50 Jahre(n) unterwegs mit Büchern, von seinen Erinnerungen eines Antiquars und Sammlers: Die Exemplare des Buchs gehen nun an die Mitglieder der Gesellschaft. Herausgegeben und geleitet von Carsten Wurm, gestaltet von Thomas Glöß, enthält das Eigengewächs neben aufschlussreichen Memoiren Neuberts 14 Vignetten Egbert Herfurths. Die Vorzugsausgabe (50 + 10 Exemplare) enthält einen originalen Acrylstich des Künstlers. Ein bewegender und berührender Einblick in ein Leben für das Buch, dem man in Liebe hingegeben ist und bleibt: Mit einem linden Hauch an Melancholie und zugleich in ein feines Gewand gehüllt, wie es der Pirckheimer-Gesellung gefällt. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 13.09.2025

Soeben erschienen: Das neue Heft der "Marginalien".

Marginalien: Heft 258 erschienen

Schon in Blickweite der Jahrestagung der Pirckheimer-Gesellschaft in Hannover, die am nächsten Wochenende stattfindet, wird soeben die neue Ausgabe der Marginalien, der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie der Gesellschaft ausgeliefert. Es handelt sich um das insgesamt 258. Heft (Ausgabe 2025/3) des Journals, das aufgrund seiner thematischen Wichtung ziemlich einzig in der deutschsprachigen Zeitschriftenlandschaft dasteht, das nun dritte Heft unter der gestalterischen Ägide von Pirckheimer-Freund Thomas Glöß. Ausgabe um Ausgabe erarbeitet das Redakteursteam unter Leitung von Chefredakteur und stellvertretendem PG-Vorstand Till Schröder samt Beistand und Zulieferung diverser Autorinnen und Autoren ein gut gefülltes Heft zu nahezu allen grafischen und bibliophilen Themen und Genres auf 128 Seiten. Für die Ausgabe 258 sind dies: Erich Mühsam und seine Verleger (Erik Glossmann), Sklaverei in den Bilderbüchern der Aufklärung (Jürgen Overhoff), Briefmarken aus Künstlerhand (Norbert Grewe) sowie außerdem die Zwölf Artikel aller Bauernschaft von 1525 (Wolfgang Schmitz), die illustren Ganymed-Jahrbücher (Jens-Fietje Dwars) und ferner Ein Morgenstern aus 120 Händen (Heike Schnotale). Bernhard Hampp schreibt über das in Büchern abgelegte Pflanzenwissen der Jahrhunderte, Katrin Nitzschke über Fritz Löffler und Till Schröder über die größte Bibelseite der Welt, Uwe Klos interviewt Peter Zaumseil, der für das Heft die originalgrafische Beilage in vier teils handkolorierten Holzschnitten fertigte. Beiden, die in Ostthüringen leben und wirken, ist da ein so berührendes wie aufschlussreiches Gespräch gelungen. Im Rezensionsteil geht es um Praxisbücher zur Illustration wie den dritten Band der Literarischen Wanderungen durch Mitteldeutschland – und Kenner Fritz Jüttner gibt einen so schnurrigen wie eigenwilligen Abriss zur Bücherfrucht des Klopstock-Jahres. Die Typografische Beilage widmet sich noch einmal dem Bauernkriegsjahr. Am Ende des Heftes stehen in gewohnter Weise die Rubriken Aus der Pirckheimer-Gesellschaft und Nachrichten für Bücher- und Grafikfreunde sowie sich den Themen der Gesellschaft widmende Ausstellungstipps für den gesamten deutschsprachigen Raum. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 02.08.2025

Dr. Jens-Fietje Dwars wird 65. | © Sylwia Mierzynska

Jens-Fietje Dwars: 65. Geburtstag

Jens-Fietje Dwars, ein Freund der Künste, der Dichter, Erzähler, Zeichner, Grafiker – verdienter Pirckheimer-Freund zudem, Redaktionsleiter des Palmbaum seit langem und Redaktionsmitglied der Marginalien, feiert heute am 02. August seinen 65. Geburtstag. Der promovierte Philosoph und Germanist, der selbst als Autor, Ausstellungsmacher, Herausgeber, Filmemacher reüssiert, begeht den Ehrentag im Angesicht eines umfangreichen Werks: Zum halbrunden Geburtstag stehen zwei äußerst lesenswerte Bücher an, der Erzählband Wie ich den Kommunismus verlor ... die Essay-Kollektion Erfolg ist ein Irrtum. Dwars begründete gleich mehrere schöne Buchreihen, gefüllt mit Texten und Grafiken, viele der Beiträgerinnen und Beiträger gehören zur Creme ihrer Szene. Schön auch die Beinahe-Zwillingsschaft mit seinem bewunderten Freund Wilhelm Bartsch, der just heut seinen 75. begeht und von dem Jens-Fietje Dwars zwei Bände Gedichte herausgab. Für sein Werk ist Jens-Fietje Dwars mit dem Grimme-Preis und zuletzt mit dem Walter-Bauer-Preis geehrt worden – und es bleibt zu wünschen, dass seine Aufsätze und Porträts für die Marginalien den Pirckheimern noch viele Jahre erhalten bleiben. Lieber Jens-Fietje, von Herzen alles Gute ... bleiben wir unbeirrt!

(André Schinkel)

Mo, 21.07.2025

Wird im FISAE-Newsletter in Deutsch und Englisch gewürdigt: das aktuelle Heft 257 der "Marginalien".

Marginalien im FISAE-Newsletter

Im neuesten Newsletter der FISAE (Ausgabe 494) ist die aktuelle Ausgabe der Marginalien, der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie (257. Heft, Jahrgang 2025/2) unserer Gesellschaft vom Herausgeber Klaus Rödel wieder mit Lob und viel Platz im Periodikum der FISAE-Neuigkeiten bedacht worden. Neben dem Vorder- und Rückencover des neuerdings auch dort bebilderten Hefts bringt Rödel das Editorial und den Inhalt in deutscher und englischer Sprache sowie eine reiche Auswahl des Bildbestands der Nummer von Bernhard Jäger über Thurneysser, Hirsch, Hegenbarth bis Wolfgang Würfel und Moritz Götze. Auch die Würdigung von Peter Hinke, der in Leipzig die Connewitzer Verlagsbuchhandlung betreibt, ist dort zu finden ... Und außerdem ist in der Ausgabe eine gute Auswahl der wundervollen Exlibris-Stiche von Jürgen Czaschka (1943–2018) zu sehen – und werden die Beiträge zur International Exlibris Competition in Ostrów Wielkopolski benannt. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)