Pirckheimer-Blog

Marginalien

Fr, 09.02.2024

Rathaus-Center Pankow | © by www.mvzpankow.de

Berlin: Rita Bellmann in Pankow

Bis zum 17. Februar bietet in der Zeit von 11 bis 19 Uhr Pirckheimer-Freund Thomas Döring im Rathaus-Center Pankow (Breite Straße 20, 13187 Berlin) antiquarische Bücher an. Am Samstag, den 10. Februar 2024, ist dort von 14 bis 16 Uhr die Fotografin und Grafikerin Rita Bellmann zu Gast, um von ihr Gestaltetes zu zeigen, zu verkaufen und zu signieren. An dem Bücherstand liegt immer das Programm der Berlin-Brandenburger Pirckheimer zum Mitnehmen aus. Und zudem kann man das aktuelle Heft der Marginalien (Ausgabe 251, 2023/4) am Stand Thomas Dörings erwerben.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 03.02.2024

Friederike von Hellermann: "Black Hole II", eine der originalgrafischen Arbeiten, die den PG-Mitglieder-Heften der "Marginalien" (Ausgabe 251) beiliegen.

Marginalien im FISAE-Newsletter

Ein schönes Lob, ein schöner Hinweis auf die aktuelle Ausgabe der Marginalien, der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft (Heft 251, 2023/4) findet sich im neuesten Newsletter der FISAE (Ausgabe 349)! Ausführlich widmet sich das Nachrichtenblatt, das sich an die Exlibrissammler und -sachkundigen dieser Welt richtet, dem Heft und bringt neben einer reichen Auswahl des Marginalien-Bildwerks das vollständige Inhaltsverzeichnis der Ausgabe und das Geleit von Chefredakteur Till Schröder in allen dem Newsletter zur Verfügung und zu Gebote stehenden Sprachen, und das sind nicht wenige, so etwa zehn dürften es sein. Auch wird die feine und die die Sammlerherzen bubbern machende Sechser-Folge der Zweifarblinolschnitte, die unter dem Titel Black Hole, erdacht, geschnitten und gedruckt von den Künstlerinnen des book art center Halle (b. a. c. H.: Annegret Frauenlob, Claudia Richter, Friederike von Hellermann, Magda Klemp, Rita Lass und Petra Reichenbach) in Einzelblättern als originalgrafische Beilage den Mitglieder-Exemplaren der Zeitschrift beiliegt, ausdrücklich gewürdigt. Der Herausgeber des Newsletters schreibt: „Wieder ist ein schönes Heft der Marginalien in meinen Händen, mit einem Inhalt, der Stunden des Lesens bedeutet, allseitig, informativ – einfach ein Vergnügen, es in den Händen zu haben.“ Dank an Klaus Rödel in Fredrikshavn in Dänemark! Über dessen Mail-Kontakt klaus@roedel.dk ist der Newsletter erhältlich, bzw. kann man sich in die Liste für die Nachrichten-Sendung via PDF der FISAE eintragen. Des Weiteren berichtet Klaus Rödel von der Exlibris Aboensis aus Finnland und gibt Vorabinformationen zum im Herbst 2024 anstehenden Internationalen Exlibris-Kongress auf Mallorca. Die nächste Ausgabe der Marginalien (Heft 252, 2024/1) ist übrigens momentan in Arbeit, sie erscheint pünktlich vor der Buchmesse in Leipzig.

(André Schinkel)

Sa, 20.01.2024

Bernd-Ingo Friedrich (2019) | © bei Hagen Schnauss

Bernd-Ingo Friedrich gestorben

Bereits am 09. Januar starb der Autor und Kulturhistoriker Bernd-Ingo Friedrich (1952–2024) in seiner Heimatstadt Weißwasser. Friedrich, der auf ein bewegtes, durch äußere Verwerfungen teils tragisches Leben zurückschaute, galt als ein streitbarer Intellektueller und Bibliophiler sowie als ausgewiesener Spezialist für die Epochen von Aufklärung und Biedermeier – seine Forschungen zu Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785–1871), Leopold Schefer (1784–1862) und Heinrich Stieglitz (1801–1849) setzten Standards. Ein Teil seiner Exegesen zur Buchkunst erschien auch in Publikationen der Pirckheimer-Gesellschaft wie auch in den Marginalien (dort vorrangig in den ersten anderthalb Jahrzehnten des dritten Jahrtausends). Die Resultate seiner weitgefassten Kultur-Interessen erschienen in den unterschiedlichsten, inhaltlich zum Teil geradezu diametralen Medien.

(André Schinkel/Pressemeldung) 

Sa, 06.01.2024

P. F. 2024: Weitere Neujahrsgrüße, so von Cornelius Brändle und Hanneke van der Hoeven (oben) oder Ckaudia Richter (unten) trafen bei den Pirckheimern bzw. bei der Blog-Redaktion der Gesellschaft ein.

P. F. 2024: Grüße zum Neuen Jahr II

Mit der Freude zieht der Schmerz
traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste,
bange Sorgen, frohe Feste
wandeln sich zu Zeiten.

Und wo eine Träne fällt,
blüht auch eine Rose.
Schon gemischt, noch eh wir’s bitten,
ist für Throne und für Hütten
Schmerz und Lust im Lose.

War’s nicht so im alten Jahr?
Wird’s im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken gehn und kommen wieder
und kein Mensch wird’s wenden.

Gebe denn, der über uns
wägt mit rechter Waage,
jedem Sinn für seine Freuden,
jedem Mut für seine Leiden
in die neuen Tage,

jedem auf dem Lebenspfad
einen Freund zur Seite,
ein zufriedenes Gemüte
und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite!

Inzwischen trafen bei den Pirckheimern und in der Blog-Redaktion eine Reihe weiterer Grüße zum Neuen Jahr ein, so unter anderem von den Intiatoren der ArtBook.Berlin, Cornelius Brändle und Hanneke van der Hoeven oder von Buchkünstlerin Claudia Richter, deren Arbeit auch in der aktuellen Ausgabe der Marginalien, zu deren Grafikbeilage sie ein Zweifarblinolblatt beitrug, im Zusammenhang ihrer Mitgliedschaft im book art center Halle, gewürdigt wird. Weitere Grüße trafen ein von der Kemberger Holzschneiderin Andrea Lange und von Fotograf Norbert Kaltwaßer. Nun muss eigentlich nur noch das Jahr: ein schönes werden. Am Begleittext, dem Neujahrslied von Johann Peter Hebel (1760–1826) sollte es unserer Meinung nach nicht haken, dass das gelingt ... 

(André Schinkel)

Fr, 05.01.2024

Schloss Lichtenburg hat eine vielgestaltige Historie: ehemaliges Kloster, Witwensitz, Gefängnis – und in der NS-Zeit war es ein berüchtigtes KZ. Heute ist es Museum und eine Gedenkstätte. | © Norbert Kaiser
Die Herausgabe und Gestaltung des Buches "Starke Frauen in der Lichtenburg" oblag Petra Reichenbach, deren Arbeit in der jüngsten "Marginalien"-Ausgabe (Heft 251, in Text und Grafikbeilage) gewürdigt wird.

Starke Frauen in der Lichtenburg

Die Franckeschen Stiftungen laden zur Eröffnung einer neuen Lese- und Vortragsreihe in die hallesche Waisenbuchhandlung am Franckeplatz ein. Der Auftakt der vier Veranstaltungen der Stiftungen, die Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft sind, findet am 15. Januar um 19 Uhr in der von Nils Wagner geleiteten Buchhandlung statt. In der Ankündigung heißt es: „Die historischen Sammlungen der Franckeschen Stiftungen in Archiv, Kunst- und Naturalienkammer und Bibliothek bergen wertvolle Dokumente mit vielen, nicht selten überraschenden Geschichten, die letztlich große historische Zusammenhänge illustrieren. In der Reihe Neu entdeckt. Neu erworben. Neu erschienen wird zu vier ganz unterschiedlichen Themenabenden mit namhaften Wissenschaftler- und Autor:innen der Bogen gespannt von frommen Kurfürstinnen (...), der Unterzeichnung der Bill of Rights in Nordamerika bis zur Erstentdeckung von Tieren (…). Wissenschafter:innen und Autor:innen laden Sie zu Lesungen, Gesprächen und Führungen in die Buchhandlung und die Kunst- und Naturalienkammer und die Ausstellung im Waisenhaus ein.“ Zuerst geht es nach Prettin. Dort liegt Schloss Lichtenburg, das seinerzeit als eines der schönsten Schlösser Sachsens galt und auf eine überaus bewegte Geschichte blickt, die auch mit dem Begründer der Stiftungen, August Hermann Francke (1663–1727), in Berührung steht. Auf den Resten eines Klosters errichtet, war die Anlage um 1770 Witwensitz der sächsischen Kurfürstinnen. Hier residierten zeitweise die aus dem dänischen Herrscherhaus stammenden Kurfürstinnen Anna Sophia von Sachsen (1647–1717) und ihre Schwester Wilhelmine Ernestine von der Pfalz (1650–1706). Anna Sophia förderte von Beginn an den Aufbau des Waisenhauses in Halle und stand mit dem Gründer in engem Kontakt. Den ersten Teil des Abends wird dahingehend mit einem Impulsvortrag Hofkulturspezialistin Silke Herz bestreiten. Der zweite Teil des Abends widmet sich der anderen Seite der Lichtenburg: Erst Schloss, dann Konzentrationslager – die wechselhafte Nutzung der weitläufigen Anlage in Prettin könnte gegensätzlicher nicht sein. In dem Gespräch zwischen Melanie Engler, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Lichtenburg, und Petra Reichenbach, Künstlerin und Herausgeberin des Buchs Starke Frauen in der Lichtenburg (mdv 2023), moderiert von Nils Wagner, wird die Geschichte und Spannung des Ortes zur Sprache kommen. Die Arbeit Petra Reichenbachs, Mitstreiterin des book art centers Halle, wurde im Übrigen in der aktuellen Ausgabe der Marginalien gewürdigt, und die Hallenserin steuerte eine der originalen Grafikbeilagen zum Heft bei ... Alle weiteren Infos hier.

(André Schinkel/Franckesche Stiftungen/Pressemitteilung)

Mo, 18.12.2023

Thema "Wild": Der b.a.c.H.-Taschenkalender 2024.

b.a.c.H.-Taschenkalender 2024

Die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft wurden soeben mit der aktuellen Ausgabe der Marginalien mit je einem zweifarbigen Linolschnitt einer der Mitstreiterinnen des book art center Halle (b.a.c.H.) beschenkt – jedem Mitgliederheft lag ein originaler Druck von Rita Lass, Magda Klemp, Claudia Richter, Friederike von Hellermann, Annegret Frauenlob sowie Petra Reichenbach bei. Es sei hier noch auf ein weiteres gemeinsames Projekt der Gruppe verwiesen: den b.a.c.H.-Taschenkalender. Die Ausgabe für 2024 ist erschienen und für 23 Euro zu haben, sie enthält die Arbeiten von 13 Künstlerinnen/Künstlern und ist ein besonderer Begleiter durchs Jahr. Unter der Mail post@bookartcenterhalle.de ist der Kalender zum Thema „Wild“ zu bestellen.

(André Schinkel)

Mi, 13.12.2023

Petra Reichenbachs Blatt "Black Hole V". Insgesamt entstanden sechs Drucke für die Grafikbeilage.

Marginalien: Heft 251 erschienen

Das neue Heft der Marginalien ist da. Die 251. und Schlussausgabe für das zu Ende gehende Jahr wurde soeben an die Abonnenten wie die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft versandt. Unter der Leitung von Till Schröder hat die sechsköpfige Redaktion der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie der PG wieder 128 voll mit Aufsätzen, Artikeln, Primärtexten, Rezensionen sowie Nachrichten aus der Gesellschaft nebst Informationen für Bücher- und Grafikfreunde gepackt. Es wird zum Werk und Wirken Sascha Wiederholds (inklusive eines frühen Textes aus seiner Feder) eruiert, in der Rubrik Berühmte Bücher einem prächtigen Werk aus dem 17. Jahrhundert, der Botanik-Enzyklopädie Hortus Eystettensis, gehuldigt. Elke Lang schreibt über das Pirckheimer-Kabinett auf Schloss Burgk, Katrin Nitzschke über die verschwundene Privatbibliothek Martin Raschkes; und Ralf Wege lässt noch einmal das 50. Jahrestreffen der Pirckheimer im September in Gotha Revue passieren. Silvia Werfel huldigt Jürgen Seuss, der 2023 verstarb; Karl-Georg Hirsch und Thomas Glöß erinnern an den großen Typographen und Buchkünstler Gert Wunderlich, der mit seinem Vortrag Probleme einer adäquaten Typografie noch einmal selbst zu Wort kommt. Die Typografische Beilage wurde noch von Jürgen Engler besorgt, von dem sich die kulturaffine Welt ebenfalls verabschieden musste. Eine Exegese befasst sich dem Exlibris-Werk von Walther und Gertrud Caspari, und der Besuch im Atelier findet heuer bei der halleschen Künstlerinnen-Gruppe b.a.c.H. (steht für: book art center Halle) statt, die auch die originalgrafische Beilage des Heftes für die Mitglieder der Gesellschaft beisteuern: eine Sechser-Serie Black Hole, auf den gleichnamigen (und im Heft enthaltenen) Text von Nancy Campbell rekurrierend: Zweifarbige Linolschnitte von Claudia Richter und Friederike von Hellermann, Annegret Frauenlob, Rita Lass, Petra Reichenbach und Magda Klemp. Eine starke Frauenschaft, zwei Meisterinnen der Einbandkunst (MDE) darunter. Und damit ein starkes Marginalien-Heft zum Abschluss eines starken Jahrgangs.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 25.11.2023

Auch ein rares Exemplar von Francesco Berlinghieris "Geographia" ist digitalisiert auf der Seite zu finden.

„Oculi mundi“: Landkarten digital

Auf ein besonderes Fundstück in den unendlichen Weiten des Netzes ... eine wundervolle Seite mit digitalisierten Welt-, Land- und Regionalkarten seit dem 15. Jahrhundert verweist der zweite Vorstandsvorsitzende der Pirckheimer-Gesellschaft und Chefredakteur der Zeitschrift der PG, der Marginalien, Till Schröder: Auf der englischsprachigen Website www.oculi-mundi.de finden sich eine Vielzahl der schönsten alten Karten seit der Inkunabel- und frühen Druckzeit. Die zum nicht geringen Teil exclusiven Digitalisierungen beruhen auf den Exponaten einer überaus reichen privaten amerikanischen Sammlung, der Sunderland Collection. In mehreren Rubriken können sowohl die guten Stücke der Kollektion studiert und in Augenschein genommen werden. Neben den Hauptkapiteln Collection, About us, Referencies, Stories und der Rubrik in spé Exhibitions findet sich auf der Seite auch eine umfangreiche Bibliografie zu den alten Karten und Bänden. Für den Freund dieser uniquen Raritäten der Abbildung der Welt in den Tiefen der Zeit lohnt sich der Blick.

(André Schinkel)

Do, 16.11.2023

Angeli & Engel: ein neues Buch von Klaus Waschk.

Waschk: „Liebe, Leid & Untergang“

Es ist eine Extra-Ausgabe des Hamburger Bothen wert: Die zwei in der freien Hansestadt ansässigen Pirckheimer-Freunde Rudolf Angeli und Peter Engel kündigen als vierte Edition ihres eponymen kleinen Verlags unter dem furiosen Titel Liebe, Leid & Untergang ein neues Buch von und mit dem gleichsam Hamburger Künstler und Kunstprofessor Klaus Waschk an. Das genau hundert Seiten fassende Buch enthält 49 Balladen der deutschsprachigen Literatur von der staufischen Klassik bis in die Gegenwart, von Friedrich von Hausen bis Peter Rühmkorf. Viele große Namen sind dort dabei: Walther von der Vogelweide mit Unter der linden, Friedrich Rückert, Heine mit Marie Antoinette und den Nixen, Meister Goethe natürlich und Schiller, deren Balladen zum Inbegriff der Gattung wurden. Aber gleichsam die teils tragischen Dichter der klassischen Moderne sind mit Namen wie Trakl, Heym, Morgenstern, Britting oder Tucholsky vertreten. Neben den in die Gegenwart mündenden Brecht, Grass und Kunert ist mit Helga M. Novak nach der Günderode und der Droste noch eine Dichterin in den Beispielen der Gegenwart vertreten. Alle Balladen sind von Bilderbögen Waschks begleitet, Zeit-Autor Peter Kümmel steuert ein einstimmendes Vorwort bei. Das Buch erscheint in einer Auflage von 144 Exemplaren, davon 55 als bibliophile Vorzugsausgabe, vom Künstler signiert und mit einer eigens für den Band geschaffenen Originalgrafik versehen. Die reguläre Ausgabe (ISBN 978-3-98249-801-0) kostet 38 Euro, die mit dem Original versehene 98 Euro. Es besteht Subskriptionsmöglichkeit bis zum 15.12.2023, bis dahin sind die Ausgaben für 30 bzw. 75 Euro zu haben. Interessenten wenden sich an den Verlag (angeliundengel@web.de), Rudolf Angeli (Rudolf_Angeli@web.de) oder direkt an den Künstler (klaus@waschk.de). Im frischen gedruckten Flyer, der mit der nächsten Ausgabe der Marginalien an die Pirckheimer verteilt wird, wie im Hamburger Bothen (Bezug über die Herausgeber) finden sich weitere Informationen.

(André Schinkel)

Do, 09.11.2023

Ein Freund der Bücher: Jürgen Engler (1945–2023).

Berlin: Trauer um Jürgen Engler

Große Betroffenheit löst die folgende Nachricht bei jedem Freund der guten Literaturzeitschrift, der Literatur, der Lyrik wie der Liebe zum schönen Buch aus: der Kulturwissenschaftler, Redakteur, Autor und Herausgeber Jürgen Engler, vor allem bekannt für seine langjährige Leitung eines der beiden maßgeblichen Literaturjournale im Osten von Deutschland, neue deutsche literatur (ndl), ist tot. Der gebürtige Dresdner, der in Leipzig studierte und promovierte, starb am 30.10. 78-jährig in Berlin; seine letzte Veröffentlichung, die Lyrische Menschenkunde, in der Anderen Bibliothek in diesem Jahr erschienen, ist somit zu seinem Vermächtnis geworden. Das Buch wurde im jüngsten Heft der Marginalien, denen Jürgen Engler als Kritiker, Essayist und stille Instanz für die vor allem lyrischen Ausgaben der Typografischen Beilage eng verbunden war, inhaltlich wie auch auf seine bibliophile Gestaltung hin besprochen. Von 1972 an, nach seiner Promotion, war Jürgen Engler als Redakteur unter anderem für die Weltbühne sowie die zweite große Literaturzeitschrift auf dem Gebiet der (ehemaligen) DDR, die Sinn und Form, tätig, nach der Wende auch verstärkt als Autor, Rezensent und Herausgeber. Von 1995 bis zu ihrer Einstellung 2004 leitete er die Redaktion der ndl. Die Titel vieler von ihm bei Aufbau herausgegebener Gedicht-Anthologien sprechen von seiner tiefen, innigen Liebe für die Gattung: Und in der Nacht ein Licht (Trostgedichte), In den sonnigen Beeten (Gartenlyrik), So knallvergnügt (Über das Glück), O süßes Nichtstun (Lob der Faulheit) ... Die literarische Welt verliert in dem Mann einen Freund der Dichter und großen Büchernarren

(André Schinkel)

So, 29.10.2023

Der neue Pressesprecher der PG, Robert Grieger, am Pirckheimer-Stand auf der "ArtBook.Berlin 2023".
Susanne Theumer lud mit einem eigens gefertigten Kunstwerk zum Salon ein. | © Andrea Ackermann.

Zwei erfolgreiche Wochenenden!

Eigentlich ist es ganz einfach: Gute Orte braucht die Kunst. Und nicht nur die 75. Frankfurter Buchmesse ging mit der überaus würdevollen und auf der Höhe der Zeit wie des Worts gehaltenen Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, den der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jährlich vergibt, an Salman Rushdie in der Paulskirche zu Ende; auch zwei Messen bzw. Salons, die die Herzen der Büchernarren und -sammler höher schlagen ließen, fanden an dem denkwürdigen Wochenende vom 20. bis 22. Oktober statt: die ArtBook in Berlin-Kreuzberg und der 4. Buchkunstsalon Aschaffenburg. An der von Cornelius Brändle und Hanneke van der Hoeven organisierten ArtBook.Berlin nahm auch die Pirckheimer-Gesellschaft mit einem eigenen Stand teil, an dem die neuesten Infos und Produkte rund um unseren agilen Verein in Erfahrung gebracht bzw. betrachtet werden konnten. Mit dabei: die neue, die 250. Ausgabe der Marginalien

Und während auf der Messe am Kreuzberger Mariannenplatz neben Künstlerinnen wie Claudia Berg und Andrea Lange der zweite Vorstand der Pirckheimer, Marginalien-Chefredakteur Till Schröder, und der neue Pressesprecher der Gesellschaft, Robert Grieger, anzutreffen waren, war die neue Auflage des Salons in Aschaffenburg gleich von mehreren Genres umlagert, dort gab es zu Buchkunst und Grafik auch Musik und Theater, Essen mit Künstlern und Sammlern, dass es gleichsam eine Freude war. Und an Künstlern und Editionen waren neben dem Salon-Begründertrio Susanne Theumer, Frank Eißner und Bernhard Hench u. a. Andrea Ackermann, der Büchergilde artclub, Desirée Wickler, die Edition sonblom und Zvato Zapletal zu Gast. Sechs Künstlerinnen der augen:falter aus Leipzig waren je zu drei gleichgroßen Abordnungen in Berlin, Frankfurt und Aschaffenburg vor Ort. Für die Intensivierung der Werbung fertigte Susanne Theumer eigens ein Schriftkunstbild auf dem Pflaster der Innenstadt der mainfränkischen Kunststadt, das unweigerlich die Füße in die Räume des Salons führte: Da gab es für das kunstsinnige Herz kein Entrinnen.

Drittens richtete der Friedrich-Bödecker-Kreis des Landes Sachsen-Anhalt e. V. seine traditionelle Autorenbegegnung wieder in der Akademie Haus Sonneck in Fühl-Weite des Klingerhauses (dessen Besuch auch am Sonnabend auf dem Plan stand) aus. Thema in diesem Jahr war: Die Kunst der Gestaltung. Die Tagung in Sachsen-Anhalts schönster Gegend oberhalb von Naumburg (Saale) beinhaltete neben Werkstätten zu neuen Texten auch einen Vortrag von Karoline Schliemann vom Grassi-Museum Leipzig, die von der Sammlung Wieland Schütz berichtete, aus deren Beständen es in diesem Jahr die Ausstellung Von Bonnard bis Klemke gab. Aron Boks sprach über seinen Ur-Großonkel Willi Sitte und dessen Freundschaft zu Christa Wolf; seinen formidablen Vortrag untermalte er noch auf der Lesung des Treffens im Besucherzentrum der Landesschule Pforta, die er gemeinsam mit Juliane Blech, der aus der Bretagne angereisten Franziska Beyer-Lallauret und Christian Kreis bestritt und die zum Highlight der Tagung wurde. Abends gab es dann noch lange Gespräche beim Wein. Wie dem auch sei: Gute Orte braucht die Kunst. Das ist (beinahe) alles.

(André Schinkel)

So, 22.10.2023

Das Konzert beim Pirckheimer-Jahrestreffen wurde durch die "Alternative 54" mit 450 Euro gefördert. Sascha Bilay (re.) überreicht hier den Scheck für die Veranstaltung an den stellvertretenden Vorstand der Gesellschaft, "Marginalien"-Chef Till Schröder.

Konzert in Gotha war gefördert

Kleiner Nachtrag und zugleich Vorausblick, die 50. Jahrestagung der Pirckheimer-Gesellschaft in Gotha im September betreffend: Das Konzert am Freitagabend des Wochenendes wurde durch die Initiative Alternative 54 mit 450 Euro gefördert, die Übergabe fand vor dem Ereignis selbst statt. Es erklangen unter dem Titel Eyn neues Lied wir heben an Melodien aus der Zeit des Namensgebers der Gesellschaft, Willibald Pirckheimer, die durch ihre feine Präsenz ein Filament in die Jetztzeit legten und so zu einem der vielen Höhepunkt des von Peter Arlt organisierten Treffens wurden. Es spielte Sabine Lindner aka Klara vom Querenberg auf der Harfe. Die Initiative wurde von PDS-Abgeordneten (heute: Die Linke) begründet, die einen Teil ihrer Diätenerhöhungen für kulturelle und andere förderwürdige Projekte spendet. Die Initiative ist für alle Fraktionen offen. Die Übergabe des Schecks nahm der Thüringer Landtagsabgeordnete Sascha Bilay vor. Die Pirckheimer danken für die Zuwendung. Ein ausführlicher Bericht zum Treffen erscheint in dem Marginalien, Heft 251.

(André Schinkel)

Sa, 14.10.2023

Zettl und Neukirchner im "Wildenfelser Musenhof".

Einladung in den Musenhof

Zur Gemeinschaftsausstellung mit Baldwin Zettl und Erik Neukirchner lädt seit dem 13.10.23 Schloss Wildenfels im Zwickauer Land in seine Zeitgenössische Galerie ein. Das Schloss, einst unter der Ägide derer von Solms und Wildenfels ein Musenhof, schaut auf eine lange und kulturell bedeutsame Geschichte zurück. Die Schau mit den Arbeiten Zettls, der im September seinen 80. Geburtstag feierte, und Neukirchners wird bis zum 03. Dezember zu sehen sein. Während von Baldwin Zettl eine Auswahl seiner berühmten Kupferstiche in der Schlossgalerie gezeigt wird, stellt Erik Neukirchner Bronzeplastiken aus. Die Ausstellung kann nun von Montag bis Donnerstag 10 bis 18 Uhr, am Sonntag von 14 bis 18 Uhr sowie auf Anfrage für einen kleinen Eintritt von 4 Euro besichtigt werden. Ein Blatt von Zettl liegt im Übrigen der aktuellen PG-Ausgabe der Marginalien (Heft 250) bei: Il bulino. Alle Infos zum Musenhof auf der Webseite des Wildenfelser Schlosses.

(Uwe Klos/André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 01.10.2023

Soeben erschienen: Der "Hamburger Bothe", Nr. 18.

Hamburger Bothe 18 erschienen

Soeben ganz frisch erschienen ist der Hamburger Bothe in der Oktober-Ausgabe (Heft 18), wie die Herausgeber Rudolf Angeli und Peter Engel mitteilen. Im Editorial wird die berührende und gleichsam zweckmäßige Geschichte der Gründung des Journals, das in der Corona-Zeit als Ort und Verständigungsorgan der norddeutschen Pirckheimer-Mitglieder entstand, noch einmal kurz erläutert. Mittlerweile hat die Zeitschrift, als Ergänzung, ja, und zweites Mitteilungsblatt neben den Marginalien, eine interessierte Leserschaft im gesamtdeutschen Raum. Interessenten können sich die jeweils neue Hamburger-Bothe-Ausgabe über die Email-Adresse Rudolf_Angeli@web.de digital bestellen und zukommen lassen. Und die neue Folge hat es in sich: Neben einem Hinweis auf die bald kommende Ausstellung von Jürgen Meyer Jurkowski gibt es in der zweiten Ausgabe der neuen Rubrik der Werkstattberichte einen tiefen Einblick in die selbige von Rainer Ehrt, der den Pirckheimern schon lange verbunden ist. Abel Doering verweist in der Bibliophilen Empfehlung auf Nico Rosts Goethe in Dachau von 1948, den erschütternden KZ-Bericht, der zu den Klassikern des Genres wurde. In Freundschaften und tiefe Einblicke in die Zeit berichtet Reinhard Grüner von seinem Leben als Sammler und Thomas Glöß von den Editionen des Leipziger Bibliophilen-Abends; und im primären Teil stellt die Hamburger Autorin Sigrid Behrens ihren Text Jetzt vor. Die Schriftstellerin wird am 08. November des Jahres im Säulenkeller der Patriotischen Gesellschaft in der Hansestadt lesen. Und schließlich gibt es die Rezensionsschau und einen Lesungsbericht zu Urs Heftrichs im Verlag Angeli & Engel zweisprachig erschienenen Band Gehäuseschutt/House of Rubble, enthaltend Reime und Fotos des Dichters und Gelehrten ... das dritte Buch des Verlags.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 19.09.2023

Schloss Friedenstein, Blick zur Ostseite, wo sich die Forschungsbibliothek befindet. | © Peter Arlt
Die Jubiläumsausgabe 250 der "Marginalien" – hier samt originaler Grafik-Beilage, dem Kupferstich "Il bulino" vom Meister Baldwin Zettl. | © Till Schröder
Plakate künden schon vom großen Ereignis: dem 50. Pirckheimer-Jahrestreffen in Gotha. | © Peter Arlt

In Gotha: Von Dürer bis Theremin

50. Jubiläumstreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in Gotha

Im Januar 1957 erschien im Ostteil Berlins ein unscheinbares Heftchen von 16 Seiten Umfang: Marginalien – Blätter der Pirckheimer-Gesellschaft. Was sich da um „Buchmenschen“ wie Wieland Herzfelde, Arnold Zweig und Werner Klemke gegründet hatte, war eine kleine Sensation: ein Hort für Büchersammler, Grafik- und Exlibrisfreunde, kurz – für Bibliophile. Ein Wort und eine Tradition, die die junge DDR eigentlich als vermeintlichen Auswuchs bürgerlichen Dünkels ablehnte. Es erwuchs eine Buchkunst fördernde Gemeinschaft aus heute über 600 Mitgliedern mit lebendigen Regionalgruppen, Jahrestreffen, Buchpublikationen, Grafikeditionen und immer noch den quartalsweise erscheinenden Marginalien, mittlerweile pro Ausgabe 128 Seiten und eine Originalgrafik zeitgenössischer Künstler umfassend, mit einer gesamtdeutschen Redaktion.

In Gotha nun trifft sich die Gesellschaft vom 22. bis 24. September zu einem Jubiläum. Die Bücherfreunde feiern ihr 50. Jahrestreffen. Nicht ohne Grund in Gotha: Einer ihrer Mitgründer, Max Frank, war in den 1960er Jahren Direktor der Forschungsbibliothek Gotha, und schon in eben jener Auftaktausgabe der Marginalien stellte man anlässlich der sowjetischen Rückgabe der Kriegsbestände nach Thüringen eine Vermutung an: „Ihrem Charakter nach wird die Gothaer Bibliothek Schwerpunktaufgaben übernehmen, die weder in der Deutschen Demokratischen Republik noch in der Bundesrepublik gepflegt wurden. Sie wird einen Typ erneuern, der bisher als abgetan galt: die Gelehrtenbibliothek.“ Wie steht es denn nun um diese „Gelehrtenbibliothek“ 66 Jahre später? Dieser Frage gehen die Teilnehmer des Treffens unter anderem nach. Die Bibliothek öffnet exklusiv ihre Türen zu Schätzen wie orientalischen Handschriften islamischer Gelehrsamkeit, mittelalterlich illuminierten Handschriften, seinem UNESCO-gefeierten Weltdokumentenerbe.

Auf dem Programm steht noch mehr: Mit einem Harfen-Konzert in der Schlosskirche tauchen Besucher am Freitag, dem 22.9., ein in die Musik der Zeit Willibald Pirckheimers, Namenspatron der Gesellschaft. Der Nürnberger Humanist und Büchersammler war ein enger Freund Albrecht Dürers. Dass dieser Pirckheimer mehrfach porträtierte, zeigen Kupferstiche im Spiegelsaal des Schlosses, die dort Kupferstichen von Baldwin Zettl begegnen. Der Künstler Thomas Offhaus stellt im Kunstforum seine exklusiv für das Treffen geschaffene Grafik vor, unter anderem mit einer Performance am Theremin, dem sphärisch-klingenden Avantgarde-Instrument der 1920er Jahre, vielen nur noch aus Soundtracks utopischer Filme ein Begriff. Die Teilnehmer durchstreifen die Gothaer Altstadt, begrüßt und geführt durch Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch.

Zwei weitere Programmpunkte sind offen für jeden Interessierten: Am Samstag, dem 23.9. um 14.30 Uhr eröffnet der Gothaer Professor Peter Arlt die von ihm kuratierte Ausstellung originalgrafischer Neujahrsgrüße im Spiegelsaal von Schloss Friedenstein mit Grafiken von Künstlern wie Klaus Süß, Egbert Herfurth oder Hans Ticha. Und im Anschluss führen ab 15.30 Uhr der Darmstädter Physik-Professor Norbert Grewe und seine Frau Christiane im Vortrag durch ihre in 50 Jahren entstandene gemeinsame Sammlung an Buchkunst von Jugendstilillustration über Künstlerbücher und Pressendrucken bis Science-Fiction. Für Pirckheimer sind Bücher nicht nur Wissensspeicher. Sie sind auch Zeugen – von Epochen, Haltungen, Gestaltungsmoden und Vorbesitzern. Bücher atmen lebendige Geschichte. Die Pirckheimer lieben Bücher genau aus diesen Gründen. Eine lebendige Gesellschaft von Kunstinteressierten feiert in Gotha Wirkung und Ästhetik des Buchs in Zeiten digitalen Wandels. Mehr zu Programm und Teilnahmebedingungen für die Tagung finden sich auf der Webseite der Pirckheimer: www.pirckheimer-gesellschaft.org.

(Till Schröder)