Im modifizierten Gewand kommt die neue Ausgabe des Hamburger Bothen, seiner Nummer 35, die soeben erschienen ist, daher; inhaltlich fasst das digitale Journal der norddeutschen Pirckheimer, herausgegeben von Rudolf Angeli und Peter Engel seit dem ersten Heft, wieder die schönen und die im besten Sinne die Büchernarren umtreibenden Dinge an mit einem fundierten Potpourri an Aufsätzen, Einblicken und Nachrichten zum Stand der Bibliophilie und höheren Bücherkunde. Gestaltung und Layout liegen nun bei Jürgen Meyer. Und: Eine weitere Neuerung erfährt man am Ende der Ausgabe – Rudolf Angeli, von Anfang an beim Bothen dabei, der sich als Verständigungs-Organ in der Corona-Zeit gründete, verlässt die Redaktion, dankt der Leserschaft und bleibt dem Blatt aber natürlich als Leser erhalten ... zudem als einer der beiden Betreiber des Verlags Angeli & Engel, der eben mit seiner achten Publikation, einer Monographie zum bildnerischen Werk von Wolfgang Borchert (1921–1947), reüssierte. Und von der gut besuchten Premiere des Buchs in der Hamburger Staatsbibliothek am 16. Juni 2026 wird auch im neuen Hamburger Bothen in Text und Bild berichtet. Im Hauptaufsatz der Ausgabe berichtet Sabine Knopf zum Thema Geschichte einer Freundschaft – Der Dichter Richard Dehmel und der Verleger Gustav Kirstein Faszinierendes aus der Literatur- und Verlagsgeschichte – auch der große Max Klinger, der Dehmels Zwölf Gedichte originalgrafisch mit drei Blättern begleitete, tritt auf; die illustre Kollaboration erschien 1912. – Dem Zeitsprung in den Wandsbecker Bothen folgt noch ein Text zu der bezaubernden Erstausgabe von Thomas Manns Mario und der Zauberer, die 1930 samt Illustrationen sowie Cover und Vorsatz von Hans Meid (1883–1957) erfolgte und heute so schön, ja, und zeitrelevant ist wie seinerzeit, worauf Peter Engel verweist. Nun, alles neu und alles beim Alten zugleich: Gut sieht er aus, der neue Bothe.
(André Schinkel/Pressemitteilung)