Leipziger Bibliophilen-Abend lädt ab 07. September zu einer Schau in das Literaturhaus Leipzig ein
Bettina Haller und Gabriele Sperlich, Harald Alff und Stefan Knechtel – ihr Bemühen um den Hochdruck eint sie und ihren Lehrer: Alle vier waren Meisterschülerinnen und Meisterschüler bei Karl-Georg Hirsch an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig. Die 2026er Ausstellung des Leipziger Bibliophilen-Abends stellt sie nicht einander gegenüber. Sie führt zusammen, führt weit hinaus ins Eigene. Zeigt Prägungen, die über Jahrzehnte wirken, die sich ausformten in eigener Hand-Schrift. Buch-Kunst in bestem Sinn.
Zu sehen ist diese Schau, die von Karl-Georg Hirsch gestaltete Blätter und Bücher einschließt, von Anfang September bis Ende Oktober im Literaturhaus Leipzig, dem Haus des Buches, einem durch Preisgabe gefährdeten Ort. – Für Bettina Haller offeriert diese Ausstellung mehr als nur Arbeiten zweier Generationen. „Sie zeigt auch die nach vielen Jahren des Studienabschlusses bestehende Verbundenheit und das Interesse an der Arbeit der jeweils anderen.“ Die freiberufliche Grafikerin (Jahrgang 1971) betreibt in Chemnitz (sowie, mit ihren Freundinnen und Kolleginnen Andrea Lange in Kemberg und Birgit Reichert in Lichtenau) die Sonnenberg-Presse.
„Karl-Georg Hirsch begegnete ich in der Hochdruckwerkstatt unter dem Dach der HGB. Konzentriert bearbeitete er mit seinen Werkzeugen die edlen Hölzer. Dieser Anblick hat sich bei mir eingeprägt“, sagt Stefan Knechtel (Jahrgang 1964). Heute lebt er freischaffend in Altenburg. – „Die Künstler- und Lehrerpersönlichkeit Karl-Georg Hirsch war es, die mir direkt nach dem Diplom die Möglichkeiten des Hochdrucks eröffnete“, sagt Harald Alff (Jahrgang 1963). „Die Zeit in der Holzschnittwerkstatt der HGB hat meinen Werdegang entscheidend geprägt.“
Gabriele Sperlich (Jahrgang 1961) zählt wie Alff zu den Mitbegründern von hochdruckpartner Galerie + Werkstatt GbR in Leipzig. Nach ihrem Studium habe sie gemerkt, Malerei sei nicht alles, blickt sie zurück: „Ich brauchte Freiheit, mich auszuprobieren. Das Meisterstudium bei Karl-Georg Hirsch hat mir das wunderbar ermöglicht.“ Was Haller, Sperlich, Alff, Knechtel eint, sind die profunde Ausbildung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, das Meisterstudium bei Hirsch, die Hinwendung zu Druckkunst und Literatur. Der Kosmos des schönen Buches ist dabei Klammer sowohl mit ihrem Lehrer als auch mit dem Leipziger Bibliophilen-Abend, in dessen originalgrafischen Publikationen sie auf höchst unterschiedliche Art vertreten sind.
„Karl-Georg Hirsch hat sich in großem Maß für die Buchkunst in Deutschland verdient gemacht. Wir möchten zeigen, dass seine Intentionen weitergetragen werden“, sagt LBA-Vorstand Ulrich Heublein, der die Ausstellung kuratiert. Hirschs Lebensleistung spiegele sich nicht zuletzt darin, dass seine Schüler „keine Epigonen wurden, sondern Eigenes entwickelten – auf einem sehr hohen künstlerischen Niveau.“ Die Ausstellung des LBA Vierstimmig. Harald Alff, Bettina Haller, Stefan Knechtel, Gabriele Sperlich – Meisterschülerinnen und Meisterschüler von Karl-Georg Hirsch ist im Literaturhaus Leipzig (aka: Haus des Buches, im Graphischen Viertel, im Gerichtsweg 28, in 04103 Leipzig) vom 07. September bis zum 30. Oktober besichtigen. – Am 24. September gibt es ein Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern. Dieses Künstlergespräch beginnt um 19 Uhr.
Vierstimmig. Harald Alff, Bettina Haller, Stefan Knechtel, Gabriele Sperlich – Meisterschülerinnen und Meisterschüler von Karl-Georg Hirsch. Foyer-Ausstellung des Leipziger Bibliophilen-Abends im Literaturhaus Leipzig vom 07. September bis zum 30. Oktober 2026. Mo–Do 9–17, Fr 9–15 Uhr.
(Ekkehard Schulreich)