Pirckheimer-Blog

Literaturhaus

Do, 06.08.2026

„WH: M“-Schau zu Wolfgang Hilbig

WH: M, was für Wolfgang Hilbig: Meuselwitz steht, heißt die aktuelle Ausstellung der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft, die noch bis zum 03. September des Jahres im Foyer des Literaturhauses Leipzig (Haus des Buches, Gerichtsweg 38, 04103 Leipzig) zu sehen ist und so den am 31. August anstehenden 85. Geburtstag des späten Meisterdichters der Moderne (1941–2007) einfasst. Der Titel flankiert vierzehn Arbeiten von Sabine Müller, die sich intensiv mit W. H. und seinem Fatums-Ort M. befasste, die in zwei Mappen und in ein Kunstbuch eingepflegt wurden, legendäre Motive aus dem Werk (etwa den Fasan auf dem Kohlenhaufen) aufnehmen und hier in Gänze gezeigt werden. Die Ausstellung ist von Mo bis Do 9 bis 17 und am Fr von 9 bis 15 Uhr im Literaturhaus zu sehen.

(André Schinkel)

Sa, 01.08.2026

LBA: „Vierstimmig“ ab dem 07.09.26

Leipziger Bibliophilen-Abend lädt ab 07. September zu einer Schau in das Literaturhaus Leipzig ein

Bettina Haller und Gabriele Sperlich, Harald Alff und Stefan Knechtel – ihr Bemühen um den Hochdruck eint sie und ihren Lehrer: Alle vier waren Meisterschülerinnen und Meisterschüler bei Karl-Georg Hirsch an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig. Die 2026er Ausstellung des Leipziger Bibliophilen-Abends stellt sie nicht einander gegenüber. Sie führt zusammen, führt weit hinaus ins Eigene. Zeigt Prägungen, die über Jahrzehnte wirken, die sich ausformten in eigener Hand-Schrift. Buch-Kunst in bestem Sinn. 

Zu sehen ist diese Schau, die von Karl-Georg Hirsch gestaltete Blätter und Bücher einschließt, von Anfang September bis Ende Oktober im Literaturhaus Leipzig, dem Haus des Buches, einem durch Preisgabe gefährdeten Ort. – Für Bettina Haller offeriert diese Ausstellung mehr als nur Arbeiten zweier Generationen. „Sie zeigt auch die nach vielen Jahren des Studienabschlusses bestehende Verbundenheit und das Interesse an der Arbeit der jeweils anderen.“ Die freiberufliche Grafikerin (Jahrgang 1971) betreibt in Chemnitz (sowie, mit ihren Freundinnen und Kolleginnen Andrea Lange in Kemberg und Birgit Reichert in Lichtenau) die Sonnenberg-Presse.

„Karl-Georg Hirsch begegnete ich in der Hochdruckwerkstatt unter dem Dach der HGB. Konzentriert bearbeitete er mit seinen Werkzeugen die edlen Hölzer. Dieser Anblick hat sich bei mir eingeprägt“, sagt Stefan Knechtel (Jahrgang 1964). Heute lebt er freischaffend in Altenburg. – „Die Künstler- und Lehrerpersönlichkeit Karl-Georg Hirsch war es, die mir direkt nach dem Diplom die Möglichkeiten des Hochdrucks eröffnete“, sagt Harald Alff (Jahrgang 1963). „Die Zeit in der Holzschnittwerkstatt der HGB hat meinen Werdegang entscheidend geprägt.“

Gabriele Sperlich (Jahrgang 1961) zählt wie Alff zu den Mitbegründern von hochdruckpartner Galerie + Werkstatt GbR in Leipzig. Nach ihrem Studium habe sie gemerkt, Malerei sei nicht alles, blickt sie zurück: „Ich brauchte Freiheit, mich auszuprobieren. Das Meisterstudium bei Karl-Georg Hirsch hat mir das wunderbar ermöglicht.“ Was Haller, Sperlich, Alff, Knechtel eint, sind die profunde Ausbildung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, das Meisterstudium bei Hirsch, die Hinwendung zu Druckkunst und Literatur. Der Kosmos des schönen Buches ist dabei Klammer sowohl mit ihrem Lehrer als auch mit dem Leipziger Bibliophilen-Abend, in dessen originalgrafischen Publikationen sie auf höchst unterschiedliche Art vertreten sind.

„Karl-Georg Hirsch hat sich in großem Maß für die Buchkunst in Deutschland verdient gemacht. Wir möchten zeigen, dass seine Intentionen weitergetragen werden“, sagt LBA-Vorstand Ulrich Heublein, der die Ausstellung kuratiert. Hirschs Lebensleistung spiegele sich nicht zuletzt darin, dass seine Schüler „keine Epigonen wurden, sondern Eigenes entwickelten – auf einem sehr hohen künstlerischen Niveau.“ Die Ausstellung des LBA Vierstimmig. Harald Alff, Bettina Haller, Stefan Knechtel, Gabriele Sperlich – Meisterschülerinnen und Meisterschüler von Karl-Georg Hirsch ist im Literaturhaus Leipzig (aka: Haus des Buches, im Graphischen Viertel, im Gerichtsweg 28, in 04103 Leipzig) vom 07. September bis zum 30. Oktober besichtigen. – Am 24. September gibt es ein Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern. Dieses Künstlergespräch beginnt um 19 Uhr.

Vierstimmig. Harald Alff, Bettina Haller, Stefan Knechtel, Gabriele Sperlich – Meisterschülerinnen und Meisterschüler von Karl-Georg Hirsch. Foyer-Ausstellung des Leipziger Bibliophilen-Abends im Literaturhaus Leipzig vom 07. September bis zum 30. Oktober 2026. Mo–Do 9–17, Fr 9–15 Uhr.

(Ekkehard Schulreich)

Mo, 13.07.2026

Literaturhaus Magdeburg geehrt

Sage einer, in der Mitte ist nix los: Seit dem 01. Juli ist das Literaturhaus Magdeburg neuestes Mitglied im Netzwerk deutschsprachiger Literaturhäuser. Erich Weinerts (1890–1953) Geburtshaus in Magdeburg-Buckau, als Dachverein viele Jahre auch die Heimat der Magdeburger Pirckheimer, wird damit für sein umfängliches Wirken in der Elbestadt und darüber hinaus anerkannt. Nach dem halleschen Literaturhaus ist es das zweite Haus dieser Art in Sachsen-Anhalt, das in das Netzwerk aufgenommen wird – und mit den Kollegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie dem Sender Arte in Partnerschaft tritt. Tolle News in wackliger Zeit, für die neuen Bundesländer zumal.

(André Schinkel)

Fr, 19.06.2026

Die "Schönsten Deutschen Bücher" 2026 stehn fest und sind bei der Stiftung Buchkunst anzuschauen.

„Schönste Deutsche Bücher“ 2026

Einmal im Jahr kürt die Stiftung Buchkunst die Schönsten Deutschen Bücher des Jahres, so auch 2026. Das Prozedere beschäftigt auch jährlich zwei Jurys aus Expertinnen und Experten. Die Auswahl deckt ein breites Spektrum ab: In jeder der fünf Kategorien werden jeweils fünf Bücher ausgezeichnet: Allgemeine Literatur; Wissenschaftliche Bücher, Fachbücher; Lehrbücher, Ratgeber, Sachbücher; Kunstbücher, Fotobücher, Ausstellungskataloge und Kinderbücher, Jugendbücher (vgl. Abbildung). Die Bücher werden deutschlandweit und darüber hinaus in Ausstellungen und diversen Veranstaltungen vorgestellt. So werden die prämierten Exponate im Frankfurter Literaturhaus im Foyer gezeigt, desweiteren in zahlreichen Bibliotheken und Buchhandlungen. Auch Lesungen und Gespräche sind geplant, so wird etwa am 01. Juli Oswald Egger mit seinem von der Stiftung ausgezeichneten Neu-Werk Oskar Fiala und das Prinzip der kleinsten Wirkung im PalaisPopulaire in Berlin zum Terrassengespräch erwartet. Alle ausgewählten Schönsten Bücher 2026 finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 09.06.2026

„Wir lesen uns die Münder wund“: Lesewettbewerbfinale am 18.06.

Der Literaturwettbewerb Wir lesen uns die Münder wund findet einmal im Jahr statt und richtet sich an Nachwuchsautorinnen/-autoren, die noch keine oder nur wenige Erfahrungen im Literatur-Betrieb gesammelt haben. In Kooperation mit dem Literaturhaus Salzburg setzt das MARK damit ein wichtiges Zeichen für die Förderung junger Schriftsteller:innen und bietet ihnen eine Plattform, ihre Texte einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. Wir lesen uns die Münder wund findet 2026 statt am Donnerstag, den 18.06., um 19.30 Uhr. Im Finale treten drei Autor:innen an, die sich in den Vorrunden gegen ihre Mitstreiter:innen durchgesetzt haben. Eine Fachjury bewertet die Finalist:innen, als Hauptpreis winkt eine begleitete Publikation in Buchform. Außerdem wird es an diesem Abend auch ein Gespräch mit Katharina J. Ferner geben: Die Salzburger Schriftstellerin erzählt von ihren Erfahrungen im Literaturbetrieb und liest aus dem Lyrikband salamanderin (bei Limbus 2025). Das Literaturhaus findet sich in der Strubergasse 23, A-5020 Salzburg. Die Info hier.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Sa, 30.05.2026

Berühmt durch "Mullewapp" und "Tabaluga": Helme Heine. Der Künstler schuf auch Kunstwerke für das Günter Grass-Haus. Sie sind bis Januar in Lübeck zu sehen – in der nahen Kinder- und Jugendbibliothek.

„Helme Heine – Es war einmal ...“ in Lübeck: Ausstellung bis 10.01.2027

Mit der Ausstellung Helme Heine – Es war einmal … widmet sich das Günter Grass-Haus einem der bedeutendsten Bilderbuchkünstler unserer Zeit. Helme Heine war zeitlebens unterwegs – geografisch wie künstlerisch: von Berlin über Afrika und Irland bis nach Neuseeland, vom Theater hin zum international gefeierten Autor und Illustrator. Im vergangenen Jahr verstarb der große Schöpfer kleiner Bildwelten in seinem neuseeländischen Zuhause am Meer.

Seine Figuren – etwa die „Freunde“ aus Mullewapp oder der kleine grüne Drache Tabaluga – sind weltweit bekannt. Neben Illustrationen aus seinen Klassikern zeigt die Ausstellung vor allem neuere Arbeiten. Diese illustrieren mit feinem Humor zentrale gesellschaftliche Themen unserer Zeit wie Klimawandel, Migration, Geschlechtergerechtigkeit, Frieden und Demokratie.

Erstmals werden zudem Werke präsentiert, die Helme Heine eigens für das Günter Grass-Haus geschaffen hat und die auf den Nobelpreisträger und Lübeck Bezug nehmen. Ergänzt werden diese Arbeiten durch Dokumentationen des letzten, bewegenden Besuchs der Kuratoren beim Künstler im bayerischen Prutting kurz vor seinem Tod. Dort gewährte Helme Heine persönliche Einblicke in seinen künstlerische Arbeit, begegnete dem Team mit Offenheit, Vertrauen und großer Herzlichkeit. Eine Begegnung, die die Arbeit an der Ausstellung auf besondere Weise prägte und inspirierte.

Eine Auswahl der Werke wird in der Kinder- und Jugendbibliothek der Hansestadt Lübeck (Hundestraße 05, 23552 Lübeck) präsentiert – die sich nur wenige Schritte vom Günter Grass-Haus entfernt befindet. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museumsshop erworben werden kann. Ein begehbares, aus Holz gefertigtes „Mullewapp“-Dorf, zahlreiche Originalskizzen und -entwürfe sowie Mal- und Zeichenstationen laden Kinder und Erwachsene gleichermaßen dazu ein, zu entdecken, zu spielen und zu staunen. Die Schau wurde kuratiert von Carl Manzey und gestaltet von Berit Reutershan und ist noch bis zum 10. Januar 2027 in der Hansestadt zu sehn. 

Alle Informationen dazu finden sich auf der Webseite des Günter Grass-Hauses. Am 05. Juni wird eine Führung durch die Ausstellung angeboten, sie beginnt um 17 Uhr. Wer mag, kann sich um 18 Uhr im Anschluss der Führung durch das Günter Grass-Haus (in der Glockengießerstraße 21, 23552 Lübeck) anschließen. Gute Gelegenheit, das Forum für Literatur und Bildende Kunst zu besuchen!

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Di, 12.05.2026

Poesiefestival Berlin ab 15.05.2026

Jeden Sommer verwandelt sich Berlin in eine Hochburg der Poesie. Mehr als 150 Dichter und Künstler aus aller Welt kommen zum Poesiefestival Berlin und präsentieren aktuellste Tendenzen in der zeitgenössischen Dichtkunst. Neben dem Buch hat sich die Poesie längst auch andere Präsentationsformen gesucht und experimentiert mit Theater, Performance, Musik, Tanz, Film und digitalen Medien. Das Festival macht Poesie erlebbar, in ihrer ganzen Formenvielfalt. Und es zeigt, welche Kraft und Inspirationsquelle die Poesie besitzt, verschafft der Sprachkunst Aufmerksamkeit, beschreitet neue Wege der Präsentation, Publikation, Distribution, erreicht weltweite Ausstrahlung. Hier treffen sich auch Direktoren von Poesiefestivals aus aller Welt. Das Poesiefestival setzt 2026 drei Schwerpunkte: Es geht um Mythen, Trauer und eine kritische Neubewertung der europäischen Literatur. Dazu gibt es Themenabende, internationale Lesungen und dezentrale Formate in der ganzen Stadt. Ein besonderer Höhepunkt ist die Lesung der kanadischen Dichterin Anne Carson in der AdK (24. Mai) und die Berliner Rede zur Poesie von Valzhyna Mort im silent green am 02. Juni. Bei Lesungen, Gesprächen und anderen Aktionen werden alte Erzählungen neu geschrieben, Machtverhältnisse gezeigt und neue Arten, sich auszudrücken, ausprobiert. Das Poesiefestival Berlin 2026 beginnt am 15. Mai, es endet am 14. Juni 2026. Der Eintritt für die Veranstaltungen variiert, viele Events sind kostenlos. Alle Informationen zum Festival gibt es auf der Website des Lyrikfests.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Do, 16.04.2026

Hamburger Graphic Novel Tage finden vom 04. bis 07. Mai statt

Die 14. Graphic Novel Tage finden 2026 vom 04. bis 07. Mai im Hamburger Literaturhaus (Schwanenwik 38, 22087 Hamburg) mit einem umfangreichen Programm und hoch illustren Gästen statt. Die Tage finden mit der Unterstützung der Mara & Holger Cassens Stiftung und der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien, statt. Es werden gute Gäste wie Paul Karasik, Katia Fouquet, Keum Suk Gendry-Kim, Finja Frank, Reinhard Kleist, Joscha Baltes, Alison Bechdel und viele weitere erwartet – die Themen der Vorträge, Vorführungen, Lesungen, Workshops sind weitgefasst. Der Comic hat die Kinderstube hinter sich gelassen – und das nicht nur, weil er ins Literaturhaus einzieht. Dort war er schon des Öfteren, aber noch nie so erwachsen, so stark, mit so viel Qualität und in dieser Form: An vier aufeinander folgenden Abenden bringen die Hamburger Graphic Novel Tage (seit 2012) je einen internationalen und einen deutschen Comicstar miteinander ins Gespräch. Andreas Platthaus (FAZ), einer der renommiertesten Comickenner im deutschen Sprachraum, kuratiert und moderiert das Festival. Die 14. Hamburger Graphic Novel Tage garantieren: Frische Anregungen, neue Einsichten, große grafische Literatur ... Alle Infos zum Festival finden sich auf der Webseite des Hamburger Literaturhauses. Cool! Cool! Und: Cool!

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Di, 16.12.2025

Tove Janssons „Welt der Mumins“

Vor 80 Jahren erfand die finnische Künstlerin Tove Jansson die Mumins, die kultigen rundlichen Trolle, die derzeit weltweit gefeiert werden. Ihre Geschichten sind ein Plädoyer für Toleranz, Empathie und Abenteuerlust. Das Literaturhaus München stellt sie erstmals in einer Ausstellung vor. Im Mumintal regieren Geborgenheit, Freundschaft und Humor, aber auch eine Prise Anarchie und Rebellion, dazu jener satirische Esprit, dem Tove Jansson in den 30er und 40er Jahren ihren Erfolg als politische Karikaturistin verdankte. Diese Mischung, fern jeder aufgesetzten Idylle, dabei voller Poesie und Eigensinn, bezaubert Erwachsene und Kinder gleichermaßen: Sie spricht das innere Kind im Erwachsenen an, freut Nostalgiker, die mit den Mumins aufgewachsen sind, und beflügelt bei Kindern ihre ureigene Vorstellungskraft. Das Finstere und das Helle, das Katastrophale und das Komische erscheinen hier in einem Gleichgewicht, das keinem Zeitgeist verhaftet ist, aber ganz besonders in unsere Epoche passt. In der Ausstellung können Mumin, Schnüferl, Schnupferich, die kleine Mü und viele andere Figuren mit ihren wundersamen Geschichten erlebt werden. Originalillustrationen, Animationen, Hörstationen und ein Pfad voller Überraschungen laden dazu ein, die Welt der Mumins zu entdecken. Für alle ab sechs Jahren! Eine Ausstellung des Literaturhauses München, mit freundlicher Unterstützung durch die Freunde und Förderer des Literaturhauses München und den Rotary Club München. Das Begleitprogramm wird unterstützt durch die Deutsch-Finnische Gesellschaft und Gesellschaft macht Schule (der Ort: Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München, Salvatorplatz 01, 80333 München). Die Ausstellung ist vom 18.12.2025 bis zum 12.04.2026 zu sehen. Alle Infos zu Tove Janssons Die Welt der Mumins – hier.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Do, 11.12.2025

Das Literaturhaus Leipzig ist in Finanzierungsgefahr.

Literaturhaus Leipzig in Gefahr

Das Haus des Buches (Literaturhaus Leipzig) ist nach vielfältiger Meldung in den Printmedien in Gefahr. Das 1996 eröffnete Haus beherbergt neben diversen Sälen für Veranstaltungen und vielen literarischen Vereinen (darunter der Leipziger Bibliophilen-Abend, der Sächsische Literaturrat und die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik) Büros für zahlreiche Unternehmen, die in der Buch-Stadt ansässig sind, und befindet sich im ehemaligen Graphischen Viertel der Messemetropole. Nun soll die Finanzierung für das Haus, das auf Initiative des Börsenvereins entstand und Mitglied des renommierten Netzwerks deutschsprachiger Literaturhäuser in drei Ländern ist, nicht mehr realisierbar sein. Ebenjenes Netzwerk hat eine Petition gestartet unter dem Titel Es muss doch eine Lösung geben! – und auch der Literaturrat appelliert an die Verantwortlichen, die Einrichtung sei unbedingt zu erhalten. Der Imageverlust für Leipzig bei Schließung, zumal vergleichbare Häuser in Berlin, Rostock, Halle, Stuttgart erfolgreich arbeiten, wäre nicht abzusehen. Das sei allen erspart.

(André Schinkel)

Do, 13.11.2025

LBA: "Bücherlust" im HdB. | © by Ekkehard Schulreich

LBA: Von der „Lust auf die Bücher“

„Bücherlust“ verbindet Qualität von Text, Druck, Gestaltung: Über 120 Jahre ist das Maßstab des Leipziger Bibliophilen-Abends. Ausstellung im Foyer des Literaturhauses Leipzig gibt Einblicke

Von Sperontes’ Singender Muse an der Pleiße bis zur neuesten Edition der Reihe 24x34. Grafik öffnet sich ein Kosmos – die Jahresausstellung Bücherlust. Die Drucke des Leipziger Bibliophilen-Abends 1904 bis 2025 im Literaturhaus Leipzig gibt Einblick in die Drucke des LBA von seinen Ursprüngen bis in die Gegenwart. Zu sehen ist nicht nur ein angesichts der Begrenztheit des Foyers und der intensiven Publikationstätigkeit in all den Jahrzehnten kleiner Teil an Büchern, Mappen, originalgrafischen Blättern. Plakate, Flyer, Einladungen vermitteln darüber hinaus einen Eindruck von den LBA-Aktivitäten und zeigen, dass auch dabei auf gestalterische Qualität Wert gelegt wird.

„Was mich so fasziniert: Der LBA ist nicht geradlinig, nicht einseitig. Wir sehen ein Geflecht an Drucktechniken, Einbänden, literarischen Inhalten“, sagte Eberhard Patzig zur Vernissage am 07. November. Er sprach von einem „Universum“. Gemünzt war das auf die Drucke aus der Anfangszeit des Vereins, zu sehen in zwei Vitrinen am Eingang. Darunter – ein Hauptwerk – die Festschrift zum 25-jährigen Bestehen 1929: Die Leipziger 99; ein Titel, der auf die damalige Begrenzung der Mitgliederzahl abzielte. Der Befund trifft aber für die Schau als Ganzes zu. Für Eberhard Patzig und für Thomas Glöß, die diese 12. Ausstellung eine Reminiszenz und ein Abschiedsgeschenk: Zwölf Jahre waren beide an der Spitze des Vereinsvorstandes des Leipziger Bibliophilen-Abends tätig.

„Längst werden wir über unsere Publikationstätigkeit identifiziert“, sagte Thomas Glöß. Er verwies darauf, dass die Wiederaufnahme dessen bereits in den letzten Jahren der DDR begann – angestoßen durch Herbert Kästner, der die Leipziger Regionalgruppe der Pirckheimer leitete, die Wiedergründung des Leipziger Bibliophilen-Abends vorantrieb und heute Ehrenmitglied ist. 

Wie breit das Spektrum ist, wie faszinierend, erschließt sich dem Besucher bei einem Blick in die Vitrinen, beim Wandeln zwischen den Stellwänden. Da ist die Schriftbild-Reihe, beispielhaft Nummer 05: Hanns Eisler Dr. Faustus mit Schablithografien von Michael Triegel. Da sind die Leipziger Drucke – Gilgamesch mit Radierungen von Reinhard Minkewitz (Nr. 17) und Blaubart mit Farbholzschnitten von Klaus Süß (Nr. 19). Da sind die Paradiesischen Dialoge, die mit Edition sieben ihren Abschluss jetzt gefunden haben – zum Beispiel Gedichte Hans-Eckhardt Wenzels und Lithografien von Johannes Heisig (Nr. 01) – und Das Lied von der Erde mit Lithografien von Sighard Gille (Nr. 05). Da ist die Reihe 24x34. Grafik. Der aktuelle neunte Druck vereint einen Text von Wilhelm Bartsch und eine Aquatinta-Radierung von Wolfgang Buchta.

Eine Klammer um beide Vereine – den Leipziger Bibliophilen-Abend, der von 1904 bis 1933 bestand, und den 1991 wiederbelebten – bildet die ausgestellte Jahresgabe 2023. Sie zeigt die vier Exlibris des LBA: jene von Bruno Héroux und Walter Tiemann aus der Anfangszeit und jene von Oswin Volkamer (1996) und endlich Robert Schmiedel (2023) ... Die Ausstellung im Foyer des Literaturhauses in Leipzig (Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig) ist bis zum 08. Januar 2026 zu sehen.

(Ekkehard Schulreich)

Di, 11.11.2025

„Andere Bücher 2025“ in München

Seit dem Jahr 2006 präsentieren sich am ersten Adventswochenende im Literaturhaus München (am Salvatorplatz 01 in 80333 München) unabhängige Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und zeigen ihre besonderen Bücher und Programme mit viel Herzblut: Prosa, Pop und Poesie, literarische Neu- und Wiederentdeckungen sowie illustrierte Bücher und Graphic Novels, Kinderbücher und Kalender, druckgrafische Werke und buchkünstlerische Editionen. Im gesamten dritten Obergeschoss werden unabhängige Verlage von ihren Macherinnen und Machern selbst vorgestellt ... Bücherliebende wie Verlegende zusammengebracht. Mit dabei: traditionsreiche Verlage sowie Neuentdeckungen. Andere Bücher, schöne Bücher und mutige Bücher – hier findet man sie. Die Messe findet am Samstag, den 29.11., von 11 bis 18 Uhr, und am Sonntag, den 30.11.2025, ebenfalls 11 bis 18 Uhr, statt, der Eintritt ins Literaturhaus ist frei. Zu den ausstellenden Verlagen gehören unter anderem Aviva (Berlin), CulturBooks (Hamburg), edition fünf und der Eisele Verlag (München), die Edition Moderne und der Geparden Verlag (Zürich), Guggolz sowie Jaja, Kibitz, Korbinian, Transit, Reprodukt, März, Secession und der Verbrecher Verlag aus der Hauptstadt. – Es stellen außerdem aus: Wallstein aus Göttingen, der Verlag Das Wunderhorn aus Heidelberg, Antje Kunstmann, Mixtvision und Kjona aus München. Ferner: der Gans Verlag aus Berlin, Voland & Quist (Berlin und Dresden), Rotopol aus Kassel, Strapazin (München und Zürich), kunstanstifter (Mannheim), Leykam (Graz), MaroVerlag (Augsburg), Volk (München) und – der renommierte Peter Hammer Verlag (Wuppertal) n. v. a. Alle Infos zur Messe unter dem Link des Literaturhauses.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

So, 09.11.2025

"Worte und Bilder" heißt die Ausstellung zu Horst-Dieter Gölzenleuchter im Literaturhaus Magdeburg. Sie wird am 22.11.2025 von Gerd Gruber eröffnet.

Horst-Dieter Gölzenleuchter in Magdeburg: „Worte und Bilder“

Horst-Dieter Gölzenleuchter – ein vielseitiger Künstler aus Bochum zeigt seine Werke vom 22. November 2025 bis zum 16. Januar 2026 im Literaturhaus Magdeburg (Thiemstraße 07, 39104 Magdeburg) bei den Magdeburger Pirckheimern. Der Künstler fand im Bündeln von Berufen seine Berufung – als Poet, Schriftsteller, Bildender Künstler, Setzer, Drucker, Buchbinder und Verleger. Gölzenleuchter, den Freunde und Sammler schlicht „Oskar“ nennen, stieß Zeitschriften und Druckwerkstätten im Ruhrgebiet an – folgte den Anregungen vieler Künstler der westdeutschen Grafik wie HAP Grieshaber, in den weiten Kosmos „Holzschnitt“ mit vielen Grafiken und eigenen Büchern einzutauchen. Dazu kamen Stahlskulpturen, Ankäufe in Sammlungen im In- und Ausland, sowie Ausstellungen nicht nur in Deutschland, sondern auch bis nach Indien. Eine Jubiläumsschau mit Holzschnitten, Grafiken und Texten wird im Literaturhaus Magdeburg gezeigt. Der Verein der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e. V. „Willibald Pirckheimer“ würdigt den Künstler und sein Werk mit dieser Werkschau. Zu sehen sind Bücher, Mappenwerke sowie Holzschnitte, Radierungen. Zur Eröffnung spricht Pirckheimer-Freund Dr. Gerd Gruber aus Lutherstadt Wittenberg am 22.11. um 15 Uhr. Alle Informationen zur Ausstellung finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 06.11.2025

Der LBA lädt zur Vernissage von "Bücherlust" am 07. November um 18 Uhr ins Literaturcafé im Haus des Buches ein. Es werden die Drucke aus der bewegten Geschichte des Vereins (von 1904 bis 2025) gezeigt.

LBA: „Bücherlust“ von 1904–2025

Der LBA lädt zur Ausstellungseröffnung von „Bücherlust“. Die Drucke des Leipziger Bibliophilen-Abends 1904–2025 am 07.11. um 18 Uhr ins Literaturcafé im Haus des Buches (Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig) ein. Die wechselvolle Geschichte des Vereins lässt sich am besten mit den Dingen präsentieren, die sein Wesen ausmachen – mit seinen Drucken: Ganz gleich, ob es sich dabei um Ausgaben des von 1904 bis 1933 existierenden „alten“ oder des 1991 wiedergegründeten „neuen“ LBA handelt, die Qualität von Text, Gestaltung und Druck war immer der Maßstab – und ist es bis heute. Für eine Standortbestimmung und Neuausrichtung ist es von Zeit zu Zeit geboten, Bilanz zu ziehen. Zuletzt geschah dies 2016f. mit der Ausstellung Gedrucktes bleibt. 25 Jahre Wiedergründung des Leipziger Bibliophilen-Abends. Seitdem sind viele neue Drucke entstanden, und damit bietet sich die Gelegenheit, diese in den Kontext der gesamten Publikationstätigkeit des LBA zu stellen. Die Schau zeichnet mit den Büchern, Mappenwerken, Grafiken des Vereins ein beeindruckendes Bild von der Vielfalt des grafischen und buchkünstlerischen Schaffens in Leipzig in einem Zeitraum von 120 Jahren. Der Eintritt ist frei. Das HdB liegt inmitten der Messestadt und ist leicht erreichbar.

(André Schinkel via Thomas Glöß/Pressemitteilung)

Mo, 06.10.2025

Der Leipziger Bibliophilen-Abend präsentiert in "24 x 34 Grafik" – Wolfgang Buchta und Wilhelm Bartsch.

LBA: Präsentation „24 x 34 Grafik“

Der Grafiker Wolfgang Buchta (Wien) und der Autor Wilhelm Bartsch (Halle an der Saale) haben im Laufe der Jahre schon bei mehreren Projekten zusammengearbeitet. Üblicherweise reagiert bei einer solchen künstlerischen Auseinandersetzung der Grafiker auf das Werk des Autors. Dass in diesem Fall umgekehrt Wolfgang Buchta mit einer handkolorierten Aquatinta-Radierung vorgelegt und Wilhelm Bartsch darauf mit einem Text reagiert hat, macht einen der besonderen Reize dieser Edition aus. Seit 2020 erscheint beim Leipziger Bibliophilen-Abend die Reihe 24 x 34 Grafik in der Auflage von 99 Exemplaren, namensgebend ist das einheitliche Maß der Reihengestaltung. Immer stehen sich ein originalgrafisches Blatt – vom Künstler signiert – und eine Seite Text – Buchdruck auf Bütten – gegenüber, eine stets neue und immer spannende Korrespondenz von Text zu Bild und umgekehrt. Präsentiert wird die Nummer 9 der Reihe in Anwesenheit von Autor und Grafiker am 07.10.2025, 18.30 Uhr, im Literaturcafé des Haus des Buches (Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig). Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Alle Infos zum Leipziger Bibliophilen-Abend finden sich hier. 

(André Schinkel via Thomas Glöß/Pressemitteilung)