Pirckheimer-Blog

Till Sailer

Mi, 25.10.2023

Till Sailer im anschließenden Gespräch, hier mit dem Lyriker Henry-Martin Klemt bei der Buchpremiere im Kleist-Museum Frankfurt an der Oder. | © Elke Lang

Buchpremiere mit Till Sailer

Mit einer sehr gut besuchten Premiere als literarisch-musikalische Inszenierung mit seiner Tochter Juliane Sailer am Piano hat Pirckheimer Till Sailer im Oktober im Kleist-Museum Frankfurt (Oder) sein neuestes, im Mitteldeutschen Verlag erschienenes Buch Der Krieg meines Vaters. Eine Annäherung der Öffentlichkeit vorgestellt. Es basiert auf Briefen, Tagebucheintragungen und Gedichten seines in den letzten Kriegstagen 1945 gefallenen Vaters Herbert Sailer (1912–1945), des Erziehers einer Nazi-Eliteschule und feingeistigen Lyrikers mit zahlreichen Veröffentlichungen schon zu Lebzeiten. Diese widersprüchliche Persönlichkeit, die bis zuletzt fest nicht nur der nationalsozialistischen Ideologie anhing, sondern sie auch der Jugend einimpfte, wirft viele Fragen auf, die auch in der anschließenden Diskussion angesprochen wurden. Psychologe Roland Kant dazu: „Till Sailers Buch greift auf die sehr persönlichen Dokumente aus dem Leben seines Vaters 1939 bis 1945 zurück. Er ergänzt die aus gutem Grund vielfältig beschriebene Opferperspektive um eine Täterperspektive. Und insofern beschreibt das Buch nicht nur einfach Vergangenheit. Es ist besonders wichtig für unsere gesellschaftliche Gegenwart und Zukunft. Kein Täter werden! Das bleibt eine menschliche Herausforderung. Und – wie vermitteln wir das einer Generation, die, zu unser aller Glück, ohne eigene Diktaturerfahrung aufgewachsen ist?“ Die nächste Buchvorstellung, bei der auch der Verleger Roman Pliske anwesend sein wird, findet am 16. November, 19 Uhr in der Gemeindebibliothek Bad Saarow statt. (Alle Infos zum Buch auf der Webseite des Verlags.)

(Elke Lang)

Fr, 11.08.2023

In Spreewerder. | © by Assenmacher (CC BY-SA 4.0)

Sommerfest in Spreewerder

Zum Sommerfest der Berlin-Brandenburger Pirckheimer laden am 20. August 2023 um 15 Uhr Elke Lang und Till Sailer nach Spreewerder (Spreeauer Str. 29, 15537 Grünheide-Spreewerder) ein. Auf der Themenliste der literarisch-musikalischen Nachmittags, zu dem auch Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abends (BBA) eingeladen sind, stehen in diesem Jahr Künstlerbücher und Widmungsexemplare. Für das leibliche Wohl sorgen die Gastgeber ... auch für die musikalische Begleitung ist gesorgt. Anmeldungen bei Interesse an diesem Pirckheimer-Treffen sind noch heute und morgen (12.08.) unter der Mailadresse suckow@pirckheimer-gesellschaft.org möglich.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 02.04.2023

Das Galeriegespräch im Rahmen der Ausstellung fand mit Philipp Freytag, Elke Lang, Thomas Ranft und Brigitta Milde (v. l. n. r.) statt. | © Till Sailer

Elke Lang: Gespräch in Chemnitz

In der Galerie von Bernd Weise im Rosenhof 4 in Chemnitz fand am 30. März bei rund 30 Gästen während der Ausstellung von Thomas Ranft, Wish You Were Here. Unikate Radierungen und Carlfriedrich Claus, Starting Point. Sprachblätter ein Gesprächsabend mit Elke Lang, Thomas Ranft, Brigitta Milde und Philipp Freytag statt. Im Zentrum stand anlässlich des 95. Geburtstags und des zehnten Todestags von Lothar Lang das von Elke Lang 2021 im Verlag Faber & Faber in Leipzig herausgegebene Buch Carlfriedrich Claus und Lothar Lang. Der Briefwechsel (192 Seiten, ISBN 978-3-86730-220-3, 34 Euro). Mit dem Moderator Philipp Freytag, der von Brigitta Milde die Leitung des Claus-Archivs in Chemnitz übernommen hat, drehte sich das Gespräch unter Beteiligung der Zuhörer vor allem um die politische und künstlerische Anerkennung des Annaberger Künstler-Philosophen Claus sowie um Anekdoten aus den persönlichen Begegnungen heraus, die Brigitta Milde wie der Zeichner und Grafiker Ranft mit den Briefpartnern hatten. Die Kunsthistorikerin Brigitta Milde konnte außerdem viel zum Verständnis der Kunst von Carlfriedrich Claus beitragen. Die Ausstellung ist noch bis zum 29. April in der Galerie Weise zu sehen. 

(Till Sailer)

Do, 29.09.2022

ver.di-Preisträger Till Sailer ǀ © Abel Doering
Der Preisträger (Mitte) nimmt die Ehrung von Jurorin Susanne Stumpenhusen und Juror Henning Kreitel entgegen ǀ © Abel Doering

ver.di-Literaturpreis für Till Sailer

Für seinen Roman Haus mit der Madonna, erschienen 2021 im Mitteldeutschen Verlag, erhielt unser Pirckheimer-Freund Till Sailer am 27. September den ver.di-Literaturpreis. Das Buch erzählt die Geschichte seiner nationalsozialistisch geprägten Mutter, die sich mit drei Söhnen in Weimar allein in das Leben nach dem Zweiten Weltkrieg einfinden und sich politisch umorientieren musste. In dieser Wendezeit durchlebt sie Not und zahlreiche Konflikte, die einen tiefen Einblick in die Psyche des Menschen sowie in die politischen Umstände in Ost wie West erlauben. Der Band kann als exzellentes Beispiel der Erzählkunst Till Sailers, den neben der zur Literatur und Geschichte eine tiefe Liebe zur (und Kenntnis der) Musik auszeichnet, gelten.

Der ver.di-Literaturpreis Berlin-Brandenburg des Verbands deutscher Schriftsteller wird jährlich in einer der Sparten Prosa, Lyrik sowie Kinder- und Jugendbuch vergeben – 2004 zum ersten Mal und zwar an Christoph Hein für Landnahme. 2008, drei Jahre vor ihrem Tod, erhielt ihn Eva Strittmatter für ihr Lebenswerk. Der Berliner Dichter und vielfach beachtete Übersetzer Richard Pietraß wurde 2009 mit ihm ausgezeichnet. Till Sailer, der aktuelle Preisträger, wurde 1942 in Weimar geboren und lebt in Bad Saarow. Sein vielgestaltiges Werk umfasst Hörspiele, Erzählungen, Sachbücher und Romane. Als Pirckheimer ist er vor allem mit dem Sammeln belletristischer Werke zu musikalischen Themen beschäftigt.

Die 65 für 2021 eingereichten Werke wurden juriert durch Susanne Stumpenhusen, viele Jahre Leiterin des ver.di-Landesbezirks Berlin-Brandenburg, Jana Weinert, Mitglied des Landesverbands Brandenburg und Laudatorin, sowie Henning Kreitel, Vorsitzender des VS-Landesverbands Berlin. Zu den prominenten Gästen der Feierlichkeit gehörte die Präsidentin des Landtags Brandenburg, Ulrike Liedtke (SPD), selbst Mitglied des Verbands und überdies auch schriftstellerisch tätig. Die Verleihung fand im Picasso-Saal der ver.di-Bundesverwaltung in Berlin statt. Die Pirckheimer-Gesellschaft gratuliert ihrem Mitglied von Herzen!

(Abel Doering/Elke Lang)

Mo, 30.05.2022

Till Sailer erhält Literaturpreis

Der  ver.di-Literaturpreis Berlin-Brandenburg, der für das Genre Prosa ausgeschrieben war, geht an den in Brandenburg lebenden Autor und Pirckheimer Till Sailer für das Buch „Haus mit der Madonna“, erschienen 2021 im Mitteldeutscher Verlag.
Der Jury gehörten die Brandenburger Autorin Jana Weinert, der Berliner Autor Henning Kreitel sowie die langjährige Landesbezirksleiterin Berlin-Brandenburg, Susanne Stumpenhusen, an. Eingereicht waren 61 Werke Berliner und Brandenburger Autoren die erstmalig in den vergangenen 3 Jahren verlegt wurden.

Die feierliche Preisverleihung wird am 27. September 2022 im Saal Picasso der ver.di Bundesverwaltung in Berlin stattfinden.

Fr, 14.01.2022

Haus mit der Madonna

Der Pirckheimer Till Sailer veröffentlichte einen Roman mit dem bewegendes Schicksal einer Frau in der Zwischenwelt der deutschen Nachkriegszeit. 
Till Sailer, geb. 1942 in Weimar, studierte an der Hochschule für Musik »Franz Liszt«, arbeitete als Orchestermusiker in Cottbus, danach in Berlin als Rundfunkjournalist. Nach ersten Publikationserfolgen Zusatzstudium am Leipziger Literaturinstitut »Johannes R. Becher« . Seit 1980 freiberuflicher Schriftsteller mit dem Schwerpunkt auf Musikbelletristik. Er lebt in Bad Saarow.
Hanna Sewald steht 1947 vor dem Nichts. Ihr Mann Albin, völkischer Dichter und Erzieher einer nationalpolitischen Lehranstalt, kam in den letzten Kriegstagen ums Leben. So muss Hanna allein den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder sichern. Ihr Vater, der liberale Jurist Wilhelm Elsner, Mitglied der Thüringer Landesregierung, nimmt die Familie im Weimarer »Haus mit der Madonna« auf. Aber für die Akademikerin gestaltet sich die Arbeitssuche im Osten problematisch. Ebenso kann Hanna im Westen nicht Fuß fassen. Als auch ihr Vater in politische Bedrängnis gerät, bittet er sie schließlich um Hilfe, und auf diesem unsicheren Fundament erlebt sie die Gründung der DDR …
Till Sailer erzählt mitreißend und in großer Nähe zu seinen Protagonisten vom Schatten der Vergangenheit und einem schwierigen Neubeginn – die Geschichte einer Frau, die keine innere Wandlung vortäuschen wollte, aber alte Leitbilder nicht völlig überwinden konnte.

Till Sailer, Haus mit der Madonna
Mitteldeutscher Verlag, Halle 2021
332 S., geb., 135 × 210 mm
25 €
ISBN 978-3-96311-510-3

Di, 02.11.2021

Wolfgang de Bruyn (l.) im Gespräch mit dem Pirckheimer und Schriftsteller Till Sailer (Foto: Elke Lang)

Eine Feier für Günter de Bruyn (1926 – 2020)

Punktgenau zum 95. Geburtstag am 1. November hatten die Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund, das Kleist-Museum Frankfurt (Oder) und die Günter-de-Bruyn-Stiftung in der Landesvertretung ausgerichtet. Der Sohn Wolfgang de Bruyn sprach über die Günter-de-Bruyn-Stiftung, die der Schriftsteller schon 2014 durch eine testamentarische Verfügung über den Grundstock von 50.000 Euro aus seinem Nachlass vorbereitet hatte, sowie über die Gründung des Fördervereins 2020 unter Vorsitz von Wolfgang de Bruyn als Träger der Stiftung. Diese hat den Zweck, Günter de Bruyns Lebenswerk zu erhalten und so aufzuarbeiten, dass es der Öffentlichkeit zugänglich ist. Eine erste Arbeit bestehe für den Förderverein darin, „die vielen laufenden Regalmeter Bibliothek“ des Schriftstellers zu katalogisieren“, so Wolfgang de Bruyn. Hannah Lotte Lund, die bei der Veranstaltung als Direktorin des Frankfurter Kleist-Museums verabschiedet wurde – die Interimsleitung übernimmt bis März nächsten Jahres Wolfgang de Bruyn –, lobte den Jubilar als „guten Historiker, der Günter de Bruyn für mich ist – und wenn dann noch gute Literatur herauskommt...“ Der Leiter des Brandenburgischen Literaturbüros Peter Walther zitierte in seinem Essay aus dem Gratulationsbrief Angela Merkels zu de Bruyns 80. Geburtstag, in dem es heißt, dass dieser „dem Denken der Herrschenden niemals die Herrschaft über das eigene Denken gegeben habe“.

Zu den Gästen gehörte auch der Pirckheimer André Förster, Mitglied des Fördervereins und Verleger. In dessen Quintus Verlag erschien von Christiane Barz / Wolfgang de Bruyn / Hannah Lotte Lund „Günter de Bruyn – Schreibwelten. Zwischen märkischer Kulturgeschichte und deutscher Gegenwart“, der Begleitband zu der noch vom Schriftsteller selbst mit konzipierten Wander-Ausstellung „Günter de Bruyn – Märkische Schreibwelten“. Sie ist vom 5. November bis 9. Januar 2022 nach Frankfurt und Beeskow im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam zu sehen.

Verbunden war die Feierlichkeit mit der Premiere des letzten, postum herausgebrachten Buchs von Günter de Bruyn, einer Nacherzählung von Friedrich de la Motte-Fouqués Zaubermärchen „Undine“ unter dem Titel „Die neue Undine“ (S. Fischer Verlag) mit einem ganz anderen, überraschenden Ausgang. Eindrucksvoll gelesen wurden die ersten beiden Kapitel durch den Schauspieler Hanns Zischler.

(Elke Lang)

Mi, 13.10.2021

Mit Familienbild aus dem Jahr 1944: Till Sailer, Foto: Elke Lang

Wohin nach Nazi-Deutschland?

Der Schriftsteller Till Sailer stellt in Frankfurt/O seinen neuen Roman vor.

Eine junge Frau, wohlbehütet aufgewachsen auf dem „Hypothekenhügel“ von Weimar, in Liebe gefesselt an eine Ehe mit drei Kindern, Jungs, steht nach Ende des Zweiten Weltkriegs wie unzählige andere deutsche Frauen als Witwe vor dem Nichts. Sie muss für sich und ihre Kinder eine neue Existenz suchen. Das Besondere an der Geschichte ist zum einen, dass sie noch immer in der Naziideologie verharrt, die durch ihren in den letzten Kriegstagen gefallenen Ehemann, einen leidenschaftlichen Erzieher in einer nationalsozialistischen Eliteschule, infiltriert worden war. Ihr liberaler Vater missbilligte diese Haltung. Er konnte ein hohes Amt in der Landesregierung antreten. Zum anderen ist die Grundlage dieses Romans mit dem Titel „Haus mit der Madonna“ ein Stück Familiengeschichte des Schriftstellers Till Sailer und ein Stück Zeitgeschichte.
Wo wohnen, wie mit einem abgebrochenen Studium und dem Makel einer völkischen Vergangenheit den Lebensunterhalt verdienen, wie mit den neuen politischen Umständen zurechtkommen, die sie ablehnt? Sie, die Mutter des Schriftstellers, versucht es im Osten, sie versucht es im Westen, und ihre Erlebnisse bewirken – auch unter dem Einfluss des Vaters – ein langsames politisches Umdenken. „Der arge Weg der Hanna Sewald“, so lautete anfangs Sailers Arbeitstitel, und mit dem Ende des Buches 1949, kurz vor der Gründung der DDR, ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt, der Weg noch lange nicht geebnet. Der 1942 geborene Sohn denkt schon über eine Fortsetzung nach bis in eine Zeit hinein, die er selbst intensiv miterleben konnte. Authentisch wurde der Roman dennoch durch Briefe, die Erzählungen der Mutter und anderer Zeitzeugen sowie die Erinnerungen der zwei älteren Brüder. „Zwei Kapiteln aber“, so Till Sailer, „‚Burg Neuhaus‘ und ‚Zwischen Deutschland und Deutschland‘ erzählen von Ereignissen, die ich im Alter von sieben Jahren ganz allein erlebt habe und die mir noch immer deutlich vor Augen stehen.“

Nun steht die Premiere des im Mitteldeutschen Verlag erschienenen Buches mit einer Lesung des Autors im Kleist-Museum an. Ein Gespräch mit Verlagsleiter Roman Pliske schließt sich an. Die musikalische Umrahmung gestaltet Till Sailers Tochter, die Pianistin Juliane Burbaum.

(MOZ, 14.10.2021, S. 17)

Buchpremiere: 15.Oktober 2021 19 Uhr

Kleist-Museum Frankfurt

Di, 28.09.2021

Herbert Sailer - Mitten in der Nacht

Die vom Pirckheimer Till Sailer herausgegebene Auswahl bringt zum ersten Mal einen Querschnitt aus dem Nachlass eines Lyrikers, der mit 32 Jahren im Zweiten Weltkrieg starb und von dem zu seinen Lebzeiten nur ein schmales Bändchen erschien.
Die frühen Gedichte Herbert Sailers (1912-1945) verschmelzen Motive der Neuromantik und der Bewunderung für Rilke mit dem Erleben der Jugend- und Reformbewegung. Ein Heranwachsender sucht nach seinem Weg in einer Zeit der Auf- und Umbrüche: Nichts ist mehr sicher, das Vertraute zerfallen, das Kommende ungewiss. Mit unsentimental verknappten Versen findet er zu einer eigenen Sprache. Landschaftsgedichte wie Rhön, Reflexionen über das Unwiederbringliche des Lebens wie Alter Mann im Gebirge und Mitten in der Nacht oder Porträts von Kleist und Bach brauchen den Vergleich mit namhaften Lyrikern seiner Zeit nicht zu scheuen. Zarte Liebesgedichte finden sich neben poetischen Verdichtungen von Natur- und Alltagsbeobachtungen wie Pappel im Morgen oder Gesang vom Töpfer.
Immer ging es Sailer um das Eins-Sein „mit allem, was da lebt“. Und vielleicht hat ihn diese Sehnsucht nach dem allverbindend Lebendigen auch in die Reihen der braunen Rattenfänger getrieben, in deren Massenaufmärschen sich viele seiner Zeitgenossen rauschhaft aufgehoben fühlten. Noch 1933 warnte Sailer: „Ihr habt viel Worte um euch aufgebaut/ und sprecht von Volk,/ als ob ihr’s bei euch trüget,/ so wie ein Ding“ und 1935: „Wir trauen allzu leicht/ dem Glanz von großen Worten“. Arbeit am Wort aber ist die Aufgabe der Dichter aller Zeiten!
Thomas Ranft begleitet diese Arbeit mit den Mitteln seiner Sprache: der Radierung!

Eine Vorzugsausgabe in 30 Exemplaren mit beiliegender Radierung wird von Thomas Ranft ausgeliefert.

Herbert Sailer - Mitten in der Nacht, Gedichte 1931-1939
Hrsg.: Till Sailer
Die weiße Reihe, Band 16, quartus-Verlag Bucha bei Jena 2021
88 Seiten, Klappenbroschur mit der Radierung "Ikarus" von Thomas Ranft
14,90 €
ISBN 978-3-947646-35-7

Mi, 18.08.2021

Foto: Elke Lang

Tagebücher

Am vergangenen Sonntag fand im Garten der Pirckheimerin Elke Lang in Spreewerder das 4. literarisch-musikalische Sommerfest statt. Das diesjährige Thema lautete "Tagebücher".

Elke Lang gab Einblicke in die Tagebücher des Kunstwissenschaftlers Prof. Lothar Lang und der Schriftsteller Till Sailer in die seines Vaters.

(Ralf Parkner)

Mo, 12.10.2020

Den Trümmern abgetrotzt

„Den Trümmern abgetrotzt – Bücher der Stunde Null“ (Die Sammlung Lothar Lang)

Am Donnerstag, 22. Oktober, wird die aktuelle Ausstellung im Bad Saarower Literatur-Kabinett mit einer Finissage beendet.  “Den Trümmern abgetrotzt”, unter diesem Titel stellte Elke Lang 2015 in einem im Harrassowitz Verlag erschienenen Buch den Teil der Sammlung illustrierter Bücher des Kunstwissenschaftlers und Buchfreundes Lothar Lang (1928 – 2013) vor, den er selbst “Bücher der Stunde Null” nannte. Es handelt sich um Literatur, die unmittelbar nach Kriegsende 1945 bis 1950 erschienen ist. Einige prägnante Beispiele der Sammlung, die seit Juni in Bad Saarow zu sehen sind, dokumentieren die ersten, schwierigen Bemühungen von Verlagen, Autoren und Illustratoren in dem gespaltenen Deutschland, wieder dem humanistischen Gedankengut seinen Platz zu geben. Ehe die Bücher zurück ins Archiv wandern, liest Elke Lang aus der Begleitpublikation der Sammlung. Anschließend zitiert Till Sailer Auszüge aus einem Tagebuch seines Vaters Herbert Sailer (1912 – 1945) aus dem Zweiten Weltkrieg und stellt eine Passage aus seinem Roman “Das Haus mit der Madonna” vor, der in den Nachkriegsjahren spielt.

Bei einem Glas Wein kann der Abend mit Gesprächen locker ausklingen.

Wegen der Corona-Beschränkungen wird um Anmeldung gebeten: Gemeindebibliothek Bad Saarow, Tel, 033631-868124.

Finissage: 22. Oktober 2020, 19.30 Uhr

Bad Saarow
Gemeinde-Bibliothek, Literatur-Kabinett

Di, 18.08.2020

Foto © Elke Lang

3. Literarisch-musikalischer Nachmittag

Nun schon zum dritten Mal luden Elke Lang und Till Sailer zu einem “Literarisch-musikalischen Nachmittag“ auf das ehemalige Grundstück des bekannten Kunstwissenschaftlers Lothar Lang († 2013) in Spreenwerder ein. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr Briefe und Briefwechsel. Die französische Solo-Geigerin Elizabeth Balmas begleitete den Nachmittag musikalisch.

"Ca. 20 Pirckheimer fanden sich, um einen anregenden Nachmittag zu verbringen. Kulinarisch gab es Schmalzstullen oder Pflaumenkuchen zur Auswahl, an Getränken Selter, Schorle, Säfte oder Rotwein.
Zum Abschluss wurde noch ein Video eines Interviews mit Lothar Lang anlässlich der dokumenta 6 von 1977 gezeigt.
"

(Ralf Parkner)

Di, 21.05.2019

Wegspur Fontane

Wie interessierte Pirckheimer beim Literarischen Gartenfest in Spreewerder im August 2018 bereits erfuhren, reizte es den Pirckheimer Till Sailer nicht erst im Jahr seines 200sten Geburtstages zu erfahren, was aus Fontanes Heimatlandschaft geworden ist und auch, was andere Autoren auf Fontanes Spuren berichtenswert fanden. Zeugnisse von Andrew Hamilton, Kurt Tucholsky, Günter de Bruyn, Gisela Heller, Georg Lentz und vielen anderen fügen sich zu einer Langzeitbeobachtung, wie sie kaum einer anderen Region zuteilwurde.
Breits vor fünfzig Jahren gingen Wanderer in die Spur. Die Schriftsteller Franz Fühmann und Joachim Seyppel sowie der Kunstwissenschaftler Lothar Lang erforschten Fontanes Land in den Farben der DDR. Zwanzig Jahre später strömten Gäste aus westlichen Gefilden zu den Erinnerungsstätten preußischer Heroen.

All die Wanderer auf der „Wegspur Fontane“ suchten auch nach Poeten, die im Ruppiner Land zur Literatur gefunden hatten, wie Georg Heym, Erich Arendt und Eva Strittmatter, deren Lyrik das Bild einer faszinierenden Kulturlandschaft vervollständigt. Till Sailer reizte es, die fiktive Langzeitbeobachtung fortzuschreiben und Elke Lang ergänzte diese Beobachtungen mit dem Fotoapparat. Im Vordergrund der Nachlese steht die Frage: Was wurde aus der Region, der Fontane einst öffentliche Aufmerksamkeit verschaffte? Till Sailer wird das druckfrische Buch im Geburtsort des Dichters vorstellen.

Lesung: 24. Mai 2019, 19 Uhr

Stadtbibliothek
Am Alten Gymnasium 1-3, 16816 Neuruppin

Till Sailer: Wegspur Fontane. Eine Nachlese im Ruppiner Land
vbb verlag für berlin-brandenburg 2019
mit Fotos von Elke Lang, 168 Seiten, 23 Abbildungen, Hardcover
ISBN 978-3-947215-43-0, € 19,90

Mo, 06.05.2019

Getrud Zucker, Illustrationen zu "Till Sailer: Die Zauberflöte"

Die Kleine Zauberflöte

Mozarts "Die Zauberflöte" ist eigentlich ein Märchenspiel für Erwachsene. Die Geschichte um einen Prinzen mit seinem lustigen Gefährten, die die Prinzessin unter Auflage von schweren Prüfungen befreien, und am Schluss finden alle ihr großes Lebensglück, ist jedoch auch eine Geschichte, von der jedes Kind träumt.

Die Premiere "Die Kleine Zauberflöte" bringt das Kinderbuch von Till Sailer (Autor), Gertrud Zucker (Ill.) und Elke Lang (Hrsg.) mit Mozarts „Die Zauberflöte“ auf die Bühne:
In einem Atelier, zwischen den bildgewaltigen Illustrationen von Getrud Zucker, werden eine Malerin und ein Besucher durch den Zauber einer einfachen Holzflöte in den Bann der Geschichte gezogen. Die beiden lassen die wichtigsten Momente des Märchens erblühen und begeben sich auf die abenteuerliche Reise zur Befreiung der Prinzessin Pamina durch den Prinzen Tamino und seinem Freund Papageno.

26. Mai 2019, 16 Uhr

Burg Beeskow, Konzertsaal
Frankfurter Straße 23, 15848 Beeskow

Do, 14.03.2019

Thomas Ranft, Till Sailer und Gregor Torsten Kozik vor Gemälde von Kozik

Landschaftssicht = Weltsicht?

Clara-Mosch-Ausstellung auf der Burg Beeskow

Gleich zwei Ausstellungen auf einmal wurden am Sonnabend auf der Burg Beeskow eröffnet. Das ist ungewöhnlich, zumal die Präsentation im Erdgeschoss das Wirken einer Künstlergruppe unter dem Namen Clara Mosch betraf, die von 1977 bis 1982 bestand. In der oberen Etage aber waren Arbeiten zu sehen, die im vorigen Jahr bei einem dreiwöchigen Symposium mit Teilnahme von Künstlern aus Sachsen und Brandenburg in Lübbenau entstanden. Die Berührungspunkte zwischen beiden Expositionen erklärte Burgchef Arnold Bischingen in seiner Begrüßung der rund 50 Gäste der Vernissage so: „Damals wie heute setzen sich Künstler im Verlauf ihres künstlerischen Zusammenseins mit kollektiven und individuellen Perspektiven, Befindlichkeiten und Sehnsüchten und mit gesellschaftlichen Modellvorstellungen auseinander.“ Verbindend ist auch, dass zwei Künstler der Karl-Marx-Städter (heute Chemnitz) Gruppe bei dem von Herbert Schirmer einberufenen Lübbenauer Symposium auch dabei waren: Thomas Ranft, das Haupt von Clara Mosch, der Gruppe, die den Namen nach den Anfangsbuchstaben ihrer fünf Mitglieder gewählt hatte, und Gregor Torsten Schade, seit 1980 Kozik.

Clara Mosch, bestehend aus Carlfriedrich Claus, Dagmar Ranft-Schinke, Michael Morgner und Gregor Torsten Schade, konnten in der DDR künstlerisch nur in einer politischen Grauzone an die Öffentlichkeit treten, denn „die Künstler setzten sich bewusst ab vom vorgegebenen Stil des sozialistischen Realismus und entwickelten unabhängig ihre eigenen Kunstformen“, so Arnold Bischinger. Herbert Schirmer hat nun gemeinsam mit Thomas Ranft versucht, die Landart-Aktionen der Clara-Mosch-Künstler unter den gegenwärtigen Bedingungen wiederzubeleben. Das Thema der zweiten Ausstellung, „Landschaftssicht = Weltsicht?“ stellt die Landschaft des Spreewaldes in den Fokus der aktuellen Weltsicht, ob es die abgelegene Wasserlandschaft der Lausitz ist oder das Besucherbergwerk „Abraumförderbrücke F60“ am Bergheider See. Und damals wie heute kommt es „im ungestümen Malprozess zu spannungsvollen Bildfindungen“, wie Herbert Schirmer bezüglich Gregor Torsten Kozik feststellt, als auch wie bei Thomas Ranft zu „filigranhaften, transparenten Geweben aus ungezählten Linien und Punkten, die den Charakter von meditativen Niederschriften aufweisen“.

Ilona Weser, frühere Leiterin des Beeskower Kunstarchivs, freut sich über die interessante Ausstellungskonzeption und besonders auch, dass viele Blätter von Clara Mosch aus dem Kunstarchiv stammen.

(Elke Lang)

Ausstellung: bis 26. Mai 2019
12. April 2019, 19 Uhr Gespräch mit Christiane Bergelt, Micha Brendel und Herbert Schirmer

Burg Beeskow