Pirckheimer-Blog

Mi, 04.05.2022

Ulrike Stoltz, "Caro Giordano"

BUCHBEZÜGE

In der Galerie DRUCK & BUCH, Wien wird eine Ausstellung von Künstlerbüchern mit Bezügen zum alten Buch vorbereitet.

Dass Buchkünstler alten Texten eine Bühne bieten die diese in aktuellem Licht erscheinen lassen ist das eine - die Ausstellung BUCHBEZÜGE legt nun aber den Fokus auf aktuelle Künstlerbücher die sich buchstäblich und explizit auf alte, zum Teil ikonische Bücher, auch in ihrer Gestalt und Objekthaftigkeit beziehen und damit ganz verschiedene Aspekte beleuchten.

Es werden Arbeiten von Ken Botnick, Josef Schwaiger, Thorsten Baensch, Ulrike Stoltz, Sian Bowen, Romano Hänni und Monika Rohrmus zu sehen sein.

Ulrike Stoltz, die mit "Caro Giordano" ihre 30 Jahre währende Auseinandersetzung mit Giordano Bruno in dem Autor angemessener Vielfalt und Üppigkeit zu Buche bringt, wird am in der Galerie erläutert einige Aspekte des so dichten und umfangreichen Buches erläutern.

Eröffnung: 5. Mai 2022, 19 Uhr
Ausstellung: 2. - 27. Mai 2022
Gespräch mit Ulrike Stolz: 15. Mai 2022, 19 Uhr

Di, 03.05.2022

Bühnheims Literatursalon (Archivbild)

Sammlungen entstehen (auch) durch die Auflösung von Sammlungen

Mit dem traurigen und viel zu frühen Tod des langjährigen Pirckheimers Dieter Bührnheim im Sommer 2019 endete auch die aktive Phase von Bührnheims Literatursalon. Der Salon mit seinen vielfältigen Lesungen und Ausstellungen war über viele Jahre ein fester und beliebter Treffpunkt für viele Literaturfreunde aus Leipzig und Umgebung, das auf signierte Bücher aller Programmbereiche und auf illustrierte Bücher spezialisierte Antiquariat war eine wahre Fundgrube für viele Sammlerinnen und Sammler.

Nun müssen auch die Bestände des Antiquariates und Teile der privaten Sammlung von Dieter Bührnheim wegen Geschäftsaufgabe und Eigenbedarfskündigung der Räumlichkeiten geräumt werden. Zahlreiche Preise wurden bereits gesenkt, ab 03. Mai finden alle Interessierten ein breites Angebot von mehreren Tausend signierten Büchern u.a. online im ZVAB, verbunden mit einem Aktionsangebot mit 40% Preisnachlass.

Frau Doreen Bunke, die Witwe von Dieter Bührnheim, würde sich freuen, wenn Sie fündig würden und zu günstigen Preisen einerseits Ihre private Sammlung bereichern könnte, sowie gleichzeitig dadurch die nahende Liquidation des Salons "unterstützen" würden.

Bestellungen bitte gerne direkt per Mail (das erspart Frau Bunke die hohe ZVAB-Provision) an info@signiertebuecher.de unter dem Stichwort/Betreff Pirckheimer - die Bestellungen werden in der Reihenfolge des Bestelleinganges bearbeitet. Alternativ können Sie auch direkt via ZVAB oder Abebooks bestellen.

Da es sich bei den Räumlichkeiten des Antiquariates auch um die private Wohnung handelt und kein Personal zur Verfügung steht, bitten wir, von spontanen Besuchen Abstand zu nehmen, respektive Besuchstermine nur nach Voranmeldung und Terminabstimmung ins Auge zu fassen. Auf Wunsch und Absprache ist ggf. persönliche Abholung Ihrer Käufe vor Ort möglich.

Mit freundlichen Grüßen - greifen Sie zu!
Ihr Bührnheims Literatursalon

Die Bleilaus

Ein neues Buchdruck-Museum präsentiert sich in Soltau mit einem großen Kulturfest der Öffentlichkeit.

Neben einigen Gruß- und Videobotschaften ist Guddi Gutenberg gleich im Doppelpack dabei. Ihr Schöpfer Tetsche kommt und ihr Double Hans-Peter Betz aus Mainz reist an. In der Rolle Guddi Gutenberg reicht sein scharfzüngiger Spott weit über die Mainzer Fastnacht bis hin zum Firmensitz von Microsoft: „Ohne Gutenbergs Know-How wär‘ Bill Gates ne arme Sau!“ – Besser kann man die Bedeutung des Immateriellen Kulturerbes des Buchdrucks nicht auf den Punkt bringen!

Die Pionierin des Cajons, Heidi Joubert, ist mit von der Partie. Durch ihre Rhythmen wird unsere Bleilaus aus den Setzkästen gelockt. Voll Leidenschaft für die Musik wird Heidi die alten Lettern klimpernd und schüttelnd zum Grooven bringen. Und Heavy Silence bringt Rockmusik unplugged und wird mit dem Publikum die Hymnen der letzten Jahrzehnte mit 100% Spaß zelebrieren.

„Genuss pur“ heißt es auch beim leiblichen Wohl: Leckerste Kuchen und Torten der LandFrauen lassen die Geschmacksnerven höherschlagen. Ganz besonders freuen wir uns auch auf die Landjugend, die sich nicht nur für die flüssige Nahrung einsetzt.

(Reinhard Riedel, Renate Gerstel)

14. Mai 2022, 14 Uhr

Die Bleilaus – Schrift- und Druckwelt Soltau
Kirchstraße 2, 29614 Soltau

Mo, 02.05.2022

Rainer Ehrt, Figur&Kontext

Der Pirckheimer Rainer Ehrt hat nicht zufällig den Fliegenden Fisch zu seinem Markenzeichen gemacht. Wie dieser sich gleichermaßen im Wasser wie in der Luft tummelt, so ist auch der Künstler in zwei Sphären zu Hause, denn er weiß den Zeichenstift so gewandt und präzis zu führen wie den Schreibstift.
Von dieser Doppelbegabung legt er erstmals in größerem Umfang in seinem Buch »FIGUR&KONTEXT« Zeugnis ab. Darin führt er Texte eigener Wahl mit seinen Zeichnungen zusammen und schenkt sich damit selbst das gewünschte „Traumbuch“ aus zwei künstlerischen Bereichen.
Für die Vorzugsausgabe seines Buches hat Ehrt eigens ein Selbstbildnis radiert. »Maler, Grafiker und Illustrator« nennt sich der Künstler und ist den Freunden bibliophiler Editionen als Gestalter des Plakats für die letztjährige Hamburger Messe BuchDruckKunst bekannt. Er wandelt darauf das alte Motiv von Adam und Eva im Paradies mit der bösartigen Schlange in eine friedliche Idylle um, indem er den nackten Protagonisten Bücher in die Hände drückt, in die sie lesend vertieft sind.

Rainer Ehrt: Figur&Kontext. Zeichnungen, Druckgrafik und Künstlerbücher
erscheint im Sommer 2022 bei Angeli & Engel, Hamburg
Format 24×30, Fadenheftung, Einband Gewebepapier
100 durchgehend illustrierte Seiten
Illustrierter Vor-/Nachsatz und Coverdesign vom Künstler
ISBN: 978-3-9815836-7-0, Auflage 150 Ex., 34 €
50 Exemplare als bibliophile Vorzugsausgabe
Nummeriert von 1-50, signiert, mit Originalgraphik von Rainer Ehrt, 98 €

Subskription bis 31. Mai 2022
Standardausstattung: 28 €
bibliophile Vorzugsausgabe: 75 €
Bestellung: Rudolf_Angeli@web.de oder Peter_Engel@gmx.de

Blick ins Buch

distillery

Jörg Seifert veröffentlichte unter dem Titel "distillery 54" einige poetische Gedanken.
In dem schmalen Büchlein (24 Seiten) sind neben den Texten acht Graphiken von ihm enthalten.
Gestaltung und Satz übernahm Frauke Schalinski.

Jörg Seifert, distillery 54
distillery, April 2022
brosch., Klammerheftung, 7 €
ISBN 978-3-941330-54-2

Das Fünfte Tier / Freibord / so-Viele.de

Das Fünfte Tier”/ Luzern (Max Christian Graeff, Heini Gut)
FREIBORD”/ Wien (Gerhard Jaschke)
so-VIELE.de”/ München (Hubert Kretschmer)

In einer von Jürgen 0. Olbrich kuratierten Ausstellung stellt der Kunsttempel Künstler vor, die als Verleger für und mit Ihren Kollegen agieren. Oftmals unter einem Verlagsnamen kümmern sich diese Künstler um eine Brandbreite von Publikationen, die sonst oft keine Öffentlichkeit finden. In kleineren Auflagen werden Künstlerbücher, Editionen, Textbände, Spiele und andere Medienprodukte hergestellt, herausgegeben und vertrieben. Uns interessieren dabei im Zeitalter der Digitalisierung die materiellen, im Ausstellungsraum der Galerie erfahrbaren Publikationsprodukte, nicht zuletzt auch in ihren postdigitalen oder intermedialen Spielarten. Der Kunsttempel präsentiert also jeweils drei verschiedene Positionen von KünstlerVerlegerKünstlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in einer Ausstellung. Dabei sind alle Veröffentlichungen “hands on”, das heißt, sie können von den Besuchern in die Hand genommen, geblättert, gedreht und gewendet, angesehen und gelesen werden. Die Ausstellung ist als Prototyp für eine Reihe weiterer Präsentationen dieser besonderen Form zwischen Kunst und Publizieren gedacht.

Ausstellung: 05. - 29. Mai 2022

Kunsttempel Kassel

So, 01.05.2022

Franz Kafka, Der Prozess, EA, Die Schmiede Berlin 1925

Bibliophiles des Monats: Kafka

In diesen Zeiten, für die bereits vor gut 100 Jahren eigentlich schon Franz Kafka die richtigen Worte fand, also in diesen wahrlich kafkaesken Zeiten, soll auch ein Titel dieses Schriftstellers unser "Bibliophiles des Monats" Mai sein: der unvollendete, 1914/15 entstandene und postum 1925 gegen Kafkas Willen von Max Brod herausgegebene Roman „Der Prozess“.

Kurt Tucholsky prophezeite in der Weltbühne 1926 unter dem Pseudonym Peter Panter in einer Rezension zu diesem Buch: „Franz Kafka wird in den Jahren, die nun seinem Tode folgen, wachsen. Man braucht Niemand zu ihm zu überreden: er zwingt. […] die Frage Warum? ist so töricht, beinah so töricht wie in der realen Welt.
Das Manuskript dieses Werkes, von Max Brod 1939, wenige Stunden vor dem Einmarsch der faschistischen Wehrmacht aus Prag gerettet und nach Palästina in Sicherheit gebracht, während der Suez-Krise in einem Schweizer Safe verwahrt, wurde bei Sotheby’s in London zur Auktion gegeben und am 17. November 1988 für das Marbacher Literaturarchiv ersteigert, wurde 2017 im Gropius-Bau ausgestellt.

Die abgebildete erste Ausgabe aus der Sammlung des Blogbetreiber erschien am 26. April 1925 im Berliner Verlag „Die Schmiede“, der Einbandentwurf stammt von Georg Salter (vgl. Jürgen Holstein: Georg Salter. Bucheinbände und Schutzumschläge aus der Berliner Zeit 1922–1934), gedruckt wurde die Erstausgabe bei Poeschel und Trepte in Leipzig.

Sa, 30.04.2022

von lks.: Petra Probst, Gudrun Hommers und Kristina Andres, Foto: ad
unter dem Gingko, Nuria Quevedo, Foto: ad
Gertrud Zucker, Foto: ad

Ausstellung zum 100. Geburtstag von Franz Fühmann

Heute war die Vernissage einer Ausstellung bei LesArt, dem Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur, die nach langer Vorbereitung aus Anlass des 100. Geburtstages von Franz Fühmann gezeigt wird.

Auf vier Etagen werden ca. 100 Originalillustrationen von 17 Illustratoren zu Kinder- und Jugendbüchern des Literaten gezeigt, sowie die Radierungen von den Bücherkindern Brandenburg zum Buch "Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel".
Bei bestem Wetter erlebten knapp 100 Besucher, darunter selbstverständlich auch einige Freunde der Pirckheimer-Gesellschaft, im Garten eine originelle Präsentation zu diesem Schaffen von Fühmann und einer anschließenden Plauderei über dessen Freundschaft, die Joachim Hamster Damm, Bühnenbildner, Puppenspieler, Schauspieler, mit diesem Literaten verband, nachdem ihn Damm als 9jähriger bat, ihm ein Puppenspiel zu schreiben.
Anschließend nutzten viele Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit, mit den anwesenden Illustratoren Kristina Andres, Gudrun Hommers, Susanne Janssen, Petra Probst, Núria Quevedo und Gertrud Zucker ins Gespräch zu kommen.

Vernissage Franz-Fühmann-Ausstellung


Zur Ausstellung erschien ein hervorragend gestalteter Katalog mit einer umfassenden Einführung von Carola Pohlmann zu den illustrierten Ausgaben der Kinder- und Jugendbücher von Franz Fühmann.

Ausstellung: 30. April - 31. Juli 2022

LesArt - Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur
Weinmeisterstraße 5, 10178 Berlin

Fr, 29.04.2022

Supalife Kiosk, Foto: ad
Matthias Gubig und Julienne Jattiot, Foto: ad
zur Ausstellung wurde von beiden Künstlerinnen gemeinsam ein Plakat gestaltet, Abb.: ad

Karneval der Tiere ist eröffnet

Im PrenzlBerger Supalife Kiosk trafen sich heute nach einigen Jahren Pause wieder Freunde der Druckgraphik, darunter neben einigen Pirckheimern auch corn.elius, zu einer Ausstellungseröffnung, diesmal mit Drucken und Zeichnungen von Hanna Zeckau und die Pirckheimerin Julienne Jattiot.

Julienne Jattiot und Hanna Zeckau lernten sich Mitte der 90er-Jahre bei einem Schüleraustausch kennen. Später verschlug es sie beide nach Berlin und an die Kunsthochschule Weißensee.
Julienne Jattiot leitet seit 2008 Workshops im Bereich Hochdruck in verschiedenen Hochschulen. 2014 gründete sie mit zwei weiteren Künstlern die Künstler-Atelier/Druckwerkstatt Jott P.M. in Berlin. Seit 2016 arbeitet sie mit Thomas Siemon in Leipzig.
Hanna Zeckau hat in Berlin und Paris Kommunikationsdesign studiert. Sie lebt in Berlin und arbeitet als Illustratorin und Buchgestalterin für zahlreiche Verlage und hat als Lehrbeauftragte an verschiedenen Hochschulen im Fach Illustration unterrichtet.
Nach 27 Jahren deutsch-französischer Freundschaft fanden sie, es sei Zeit für eine gemeinsame Ausstellung. Es werden Siebdrucke sowie Hoch-, Flach- und Tiefdrucke gezeigt, die im Shining-Labor in Berlin, bei Jott P.M. (Berlin) und im atelier carpe plumbum in Leipzig gedruckt wurden – viele, viele Tiere (und ein paar Menschen).

Ausstellung: 30. April - 7. Juni 2022

Supalife Kiosk
Raumerstraße 40,10437 Berlin

Hanna Zeckau (lks.) und Julienne Jattiot
Hanna Zeckau (lks.) und Julienne Jattiot vor ihrer gemeinsamen Wand in Petersburger Hängung, Foto: ad
Heidrun Hegewald, »Abel erklärt Kain ein Martyrium«, fünffarbiger Siebdruck (Serigrafie), 2022, nach einer Ölkreidezeichnung von 2018, umgesetzt und gedruckt von Reiner Slotta (Berlin) auf schwarzem durchgefärbten Karton (270 g/m2), Darstellung: 19 × 29 cm, Blattmaß: 20 × 29 cm, Prägestempel der jW-Kunstedition, signiert und datiert, Aufl. 250 Expl.

Eine Menschenmalerin

Als 9. Graphik erschien in der vom Pirckheimer Andreas Wessel herausgegebenen jW-Kunstedition nach krankheitsbedingter leichter Verzögerung der Beteiligten der Siebdruck »Abel erklärt Kain ein Martyrium« von Heidrun Hegewald.

Heidrun Hegewald, deren Buch »Ich bin, was mir geschieht« vor 10 Jahren hier (und in den Marginalien) besprochen wurde, zählt zu den bekanntesten Künstlern der DDR, einige der Bilder der Künstlerin, die Anfang der 1970er Meisterschülerin an der Akademie der Künste der DDR bei Werner Klemke war, gehörten in den 1970er und 1980er Jahren zu den meistdiskutierten Werken. Zwar befanden einige DDR-Kunstkritiker ihre Problembilder als zu »kopflastig«, aber das Publikum war anderer Meinung. Nach 1990 hatte ihr treues Publikum allerdings Schwierigkeiten, Werke der bewunderten Malerin zu finden.
"Heidrun Hegewald arbeitet mit ihrer Kunst für ein gebildetes Publikum. Allerdings nicht für ein westdeutsch-bildungsbürgerliches Publikum, das Kunst mit einem ikonographischen Handbuch zu entschlüsseln sucht und den Wert von Kunstwerken nach Auktionsergebnissen bemisst. Hegewald arbeitet für die »allseitig entwickelte Persönlichkeit mit einer (natur-)wissenschaftlichen Allgemeinbildung«, die kritisch, suchend, fragend, fordernd, aber auch vorbehaltlos an Kunstwerke und ihre Schöpfer herantritt. Natürlich war dieser Typus »sozialistische Persönlichkeit« auch in der DDR ein uneingelöstes Bildungsideal, aber die Erfolge von 40 Jahren Erziehungsarbeit sind noch spürbar. Es geht dabei gar nicht so sehr um reines Wissen, sondern um einen grundsätzlichen, wenn auch im Alltag nur subtil wirkenden Unterschied zwischen den Weltsichten: Die eine ist ein Herangehen an die Wirklichkeit und ihre Geschichte, als ob diese nach einem Schulbuch auswendig gelernt werden könnte, die Welt als Bildungskanon, die andere sucht die Welt mit kritischem Verstand deutend in ihrem Gesamtzusammenhang zu verstehen."

(Andreas Wessel, gesamter Artikel hier)

Do, 28.04.2022

Zwischen Augen und High Heels

Bereits im Dezember 2021 erschien im Gretanton Verlag ein bibliophiles Buch über die Sammlung Dr. Hans-Jürgen Jessen. Dieser, Chemiker und Ausdauersportler, sammelt seit gut 40 Jahren die Kunst von Rolf Xago Schröder.
In dem Buch schauen beide nun auf diese lange Beziehung und beschäftigen sich mit den Fragen: Warum sammelt man? Warum wird man gesammelt? Wie verlief die Auseinandersetzung mit Kunst in der DDR? Welche Spielräume der Entfaltung gab es im Sport und in der Kunst?

Till Schröder (Hrsg.): Mit Kunst leben. Xago in der Sammlung Jessen.
Berlin: Gretanton Verlag 2021
80 Seiten. Bibliophile Ausgabe in 100 Exemplaren
Halbleinen mit Originalzeichnung auf dem Einband
24x 16 cm
Preis 90 €, Bestellung direkt beim Verlag
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Aus Anlass des bevorstehenden 80sten Geburtstages von XAGO am 19. Juli wurde jetzt in Berlin auch eine Ausstellung des Künstlers eröffnet.

»XAGO, dieser sehr besondere Berliner Zeichner, Maler und Wort-Spieler, zeichnet und malt und jongliert mit Worten unablässig. XAGOs Kunst ist unübersehbar inspiriert von Paul Klee, dessen Grotesken, Absurditäten und dessen spielerischem Witz.
Und immer noch probt die Linie den Aufstand gegen die Farbe und die Farbe gegen den Text.
Seit 1992 führt Erlebtes und Erdachtes zu ersten bibliophilen Künstlerbüchern, mittlerweile über 100 Titel zählend.
Und neu kommen jetzt noch Plastiken hinzu, aus der Zweidimensionalität in die Dreidimensionalität.

- Nicht mit der Idee beginnen, sondern mit der Idee enden - XAGO«

(Dr. Hildegard Gräfe)

Ausstellung: 22. April - 26. Juni 2022

Galerie art.concept
Kollwitzstr. 72, 10435 Berlin

News

Die neue Ausstellung im Museum für Druckkunst heißt „BREAKING NEWS – MAKING NEWS – FAKING NEWS“.

Der Diskurs über die Presse wird aus historischer Perspektive beleuchtet, es werden Kontinuitäten aufgezeigt und auch aktuelle Debatten thematisiert. Anhand von Beispielen aus 600 Jahren Mediengeschichte setzt sich die Ausstellung kritisch mit Lügen und alternativen Fakten auseinander und beleuchtet so dieses hochaktuelle Phänomen in seinen historischen Dimensionen.

Konzipiert wurde die Schau vom Deutsches Zeitungsmuseum und ist als zweite und letzte Station im Museum für Druckkunst zu Gast.

Eröffnung: 29. April 2022, 17 Uhr
Ausstellung:  

Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig

Mi, 27.04.2022

Wandelhalle Frühjahr 2022

Die von Silvia Werfel im Auftrag der Gesellschaft der Bibliophilen herausgegebene Wandelhalle für Bücherfreunde, welche bereits vor Ostern an deren Mitglieder verschickt wurde, enthält u.a. auch einen Bericht von Ralf Wege über das Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft 2021 in Hamburg.
Der Bericht kann hier nachgelesen werden.

Außerdem enthält dieses Heft Beiträge zur Forschungsbibliothek von Günter Gerhard Lange, zur Jahresgabe der Fränkischen Bibliophilen, ein Exlibris-Porträt: Mathilde Ade für Otto Julius und Gemma Bierbaum, einen Bericht über den Preis für junge Sammlerinnen und Sammler an Elisabeth Wittkowski, unter dem Titel «Mich schaudert dieses Krieges» zu Graphische Zyklen zum Ersten Weltkrieg und über den vor 100 Jahren geboren Celestino Piatti.

Di, 26.04.2022

Wolfgang Hilbig, Foto: Kerstin Möller

Der Geruch der Bücher

Einblicke in die Bibliothek des Dichters Wolfgang Hilbig

Im Rahmen der Vitrinenausstellung „Der Geruch der Bücher – Einblicke in die Bibliothek des Dichters Wolfgang Hilbig“ lädt die Bibliothek der Akademie der Künste zu einer Vorstellung des umfangreichen Buchbesitzes Hilbigs ein.
Die Akademie verwahrt mehr als 8.000 Bände des Dichters, dessen Todestag sich 2022 zum 15. Mal jährt.
Die Veranstaltung vermittelt einen Eindruck von Hilbigs Lektüren und zeigt beispielhaft seine Arbeitsmethode mit den Büchern. Darüber hinaus illustriert sie seine künstlerischen Kontakte anhand von Widmungen und Namenszügen. Beilagen in den Büchern, wie Briefe an Karl Corino, Ulrich Keicher und – eine Besonderheit – ein unveröffentlichtes Gedicht, sind ebenso Teil der Ausstellung.

Margret Franzlik, Hilbigs ehemalige Lebensgefährtin und Mutter seiner Tochter Constance, erzählt von ihrem Leben mit dem Leser Hilbig. Sie berichtet von seinen Buchbeschaffungsaufträgen an sie und ihrer beider Austausch über Literatur.

Ausstellung: 2. Mai - 5. Juni 2022
Vortrag: 3. Juni 2022, 15 Uhr, Dr. Carsten Wurm, der das Wolfgang-Hilbig-Archiv in der Akademie der Künste betreut, gibt Auskunft über die Selbstzeugnisse Hilbigs zu seinen Lektüren, die im Archiv überliefert sind. Begrüßung: Susanne Thier, Leiterin der Bibliothek der Akademie der Künste Ausstellung und Einführung in die Nachlassbibliothek Hilbigs: Synke Vollring, Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, Hilbigs Bibliothek im Magazin zu besichtigen. Um verbindliche Anmeldung bis 25. Mai 2022 per E-Mail.

Vortrag: Lesesaal der Bibliothek der Akademie der Künste
Vitrinenausstellung: vor dem Lesesaal, 1. Etage
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Mo, 25.04.2022

Holzschnitt aus dem Totentanz von Hans Holbein (1497–1543); erste Ausgabe 1534; hier aus dem etwas veränderten Nachdruck: Todtentantz […],
Gedruckt zu S. Gallen, bey Leonhart Straub. M.D.L.XXXI.

significatio #7

Die Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft hat Heft 7 (Frühling 2022) der Zeitschrift »significatio« online gestellt.

Dieses Bulletin der Schweizerischen Gesellschaft für Symbolforschung, welches in 220 Exemplaren erscheint, wird deren Mitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt.

Das Heft enthält die interessante, reichbebilderte Untersuchung »Der Blasbalg als Symbol« von Paul Michel.

significatio #7 (pdf)

So, 24.04.2022

Matthias Biskupek und die Burgart-Presse

Vorgestern war die Ausstellungseröffnung “Matthias Biskupek und die Burgart-Presse Jens Henkel in Rudolstadt - Eine Freundschaft in Künstlerbüchern“ im Alten Rathaus in Rudolstadt.
Die Ausstellung wurde von der Gesellschaft für Buchkultur und Geschichte Rudolstadt e.V. finanziert und ist deren Gründungsmitgliedern Matthias Biskupek und Jens Henkel gewidmet. Sie wurde von Michael Schütterle konzipiert und gestaltet.

"Jens Henkel und Mattthias Biskupek verband eine jahrzehntelange Freundschaft, die von der Vorliebe für Bücher mit hohem literarischen und bildkünstlerischen Anspruch geprägt war.
Aus dieser Freundschaft gingen 17 gemeinsame Buchkunstprojekte hervor. Die Bücher wurden nur in wenigen Exemplaren gedruckt und sind in der Ausstellung erstmals alle öffentlich zugänglich. Die Ausstellungseröffnung wurde von der Schülerinnen und Schülern der Musikschule Rudolstadt künstlerisch umrahmt.
"

(Jörg Reichl auf Facebook)

Eröffnung: 22. April 2022
Ausstellung: 26. April - 12. Juli 2022

Altes Rathaus Rudolstadt

Sa, 23.04.2022

Welttag des Buches

Heute ist Welttag des Buches. Was könnte zu diesem Tag besser passen, als die Information über den Ankauf der Sammlung Feenders durch die Landesbibliothek Oldenburg.

Ein verborgener Bücherschatz aus dem Nordwesten Deutschlands wird künftig für die Öffentlichkeit zugänglich sein: die kostbare Sammlung moderner Buchkunst des Pirckheimers Dr. Onno und seiner Frau Christa Feenders aus Emden.
Mehr als tausend bibliophile Bücher, Pressendrucke und Künstlerbücher - zusammengetragen in über vier Jahrzehnten intensiver Sammeltätigkeit - spiegeln die Entwicklung der Buchkunst in Deutschland von den Anfängen der Pressendruckbewegung um 1900 bis zur Gegenwart.
Dank der Unterstützung mehrerer Stiftungen und des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur konnte die Landesbibliothek Oldenburg diese herausragende Privatsammlung ankaufen und für Niedersachsen sichern.

Feierliche Sammlungsübergabe: 4. Mai 2022, 17.30 Uhr, Anmeldung erbeten bis 2.5.22 E-Mail.

Landesbibliothek Oldenburg
Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg

Fr, 22.04.2022

Kaestner / Reynolds, Covers
Kaestner / Reynolds, Doppelseite 4,5

Messingschriftenkatalog

»Aus einem anderen Blickwinkel« betrachtet haben zwölf Studenten im Wintersemester 2021/22 mit Dan Reynolds einen Messingschriftenkatalog der Krefelder Firma Otto Kaestner GmbH.

Die Gravieranstalt von Otto Kaestner operierte von 1876 bis 1937 in Krefeld. Vor allem in den 1880er- bis 1910er-Jahren hatte die Firma im buchgewerblichen Kreisen einen guten Ruf und erhielt auf Weltausstellungen Medaillen für ihre Erzeugnisse. Zeitweilig beschäftigte die Firma mehr als 100 Arbeiter. Unter anderem übertrug sie Bleisatzschriften in Messing. Messingschriften wurden zum Prägen von Bucheinbänden genutzt, da die weit verbreiteten Bleilettern dafür zu weich waren. Kaestners Schriftmusterkataloge weisen eine Fülle an Schriftentwürfen auf, die sich zu verschiedenen deutschen und amerikanischen Schriftgießereien zurückverfolgen lassen. Ein Schriftmusterkatalog (von 1910) der Otto Kästner GmbH befindet sich heute in der Sammlung der Staatsbibliothek in Berlin. Eine digitalisierte Version wurde für dieses Projekt erworben.

Dan Reynolds, Amerikaner in Krefeld, studierte Design und Schriftgestaltung in Deutschland, Großbritannien und den USA. Sein Forschungsschwerpunkt liegt bei den Schriftgießereien des deutschen Kaiserreichs. Seit 2009 ist er in der Designlehre tätig und seit 2020 als Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Hochschule Niederrhein.

Nach weiteren Recherchen u. a. im Krefelder Stadtarchiv haben die Studenten vektorisierte Kopien der Schriftzüge aus dem Katalog von Kaestner erstellt und in farbenfrohen Designs neu in Szene gesetzt. Entstanden ist eine Broschüre, die am Fachbereich selbst in zwei Druckverfahren auf unterschiedlichen Papiersorten gedruckt wurde: Neben dem herkömmlichen Laserdruck kam auch die gerade immer beliebter werdende Risographie zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um ein umweltschonendes Schablonendruckverfahren, ähnlich der Siebdrucktechnik. Die 100 Broschüren wurden von den angehenden Designern von Hand zusammengetragen und geheftet.

Wer jetzt Lust auf mehr bekommen hat, kann die Publikation für 18 Euro über die Hochschule bestellen. Interessierte schicken einfach eine E-Mail.

Do, 21.04.2022

Abb. © Hanna Zeckau
Dark side, Abb. © Julienne Jattiot

Julienne Jattiot lädt ein

Hanna Zeckau und die Pirckheimerin Julienne Jattiot laden zu einer Ausstellung von Druckgrafiken "KARNEVAL DER TIERE" in Berlin ein.

Julienne Jattiot und Hanna Zeckau lernten sich Mitte der 90er-Jahre bei einem Schüleraustausch kennen. Später verschlug es sie beide nach Berlin und an die Kunsthochschule Weißensee.
Nach 27 Jahren deutsch-französischer Freundschaft fanden sie, es sei Zeit für eine gemeinsame Ausstellung. Es werden Siebdrucke sowie Hoch-, Flach- und Tiefdrucke gezeigt, die im Shining-Labor in Berlin, bei Jott P.M. (Berlin) und im atelier carpe plumbum in Leipzig gedruckt wurden – es erwarten euch viele, viele Tiere (und ein paar Menschen).

Eröffnung: 29. April 2022, 18 Uhr
Ausstellung: 29. April - 7. Juni 2022

Supalife Kiosk
Raumerstraße 40,10437 Berlin (Prenzlauer Berg)
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Zum Frühjahrsrundgang der Baumwollspinnerei in Leipzig öffnen Thomas Siemon und Julienne Jattiot ihre Druckwerkstatt fürs Publikum. Neben die historischen Druckpressen und Schriftregale sind zahlreiche Druckgrafiken zu sehen.

30.April - 1. Mai 2022, 12 - 18 Uhr

atelier carpe plumbum
thomas siemon & julienne jattiot
Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig, Halle 18, Eingang 17C

Mi, 20.04.2022

Hansjörg Viesel (1941 - 2022)

Der Pirckheimer Hansjörg Viesel ist am 27. März im Alter von 80 Jahren verstorben.

Er war Inhaber des 1976 in Berlin Friedenau gegründeten Antiquariats Magister Tinius. Dieses Ladengeschäft löste er 1999 auf und führte es in Falkensee als Versandantiquariat weiter.
Als Antiquar gab er eine Reihe bemerkenswerter Kataloge heraus.
Der erste Spezial-Katalog 1978 widmete sich dem Thema „1945 Die Stunde Null“. 1990 erschien anlässlich einer Ausstellung über den Verleger Heinrich F. S. Bachmair in der Akademie der Künste Berlin ein Katalog „Der Verleger Heinrich F.S. Bachmair 1890 bis 1960 – Expressionismus, Revolution und Literaturbetrieb“. Zum 100. Geburtstag von Bertolt Brecht wurden über 870 Titel zusammen getragen. Der Katalog „Der Kalte Krieg in Ost und West 1945 bis 1970“ enthielt eine große Sammlung von Exponaten mit Broschüren, Flugblättern, Tarnschriften und Plakaten. Genannt sei noch der Katalog „Poesiealbum 1 – 275“, der zugleich eine Bibliographie der von 1967 – 1990 im Verlag Neues Leben Berlin erschienenen Lyrikhefte war.