Pirckheimer-Blog

Fr, 31.07.2026

Wie fein – die Pirckheimer im DLF-Interview. | © DLF

Pirckheimer im DLF-Büchermarkt

Die Pirckheimer sind Thema im Deutschlandfunk: In der aktuellen Ausgabe des Büchermarkts vom 31.072026 interviewt Carsten Hueck unseren Vizevorsitzenden der Gesellschaft sowie leitenden Redakteur der Marginalien, Till Schröder, zu Geschichte und Gegenwart des Vereins mit Blick auf ihr diesjähriges Jubiläum. Unter dem Signum Sammler und andere Verrückte. 70 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft würdigt er den Namensgeber Willibald Pirckheimer, die Gründer der Gesellschaft, berichtet von der Arbeit und Wirksamkeit der Vereinigung und ihrer Organe, die regional wie global arbeiten, wie auch vom breitgefächterten Themenspektrum der Bücherfreunde und Grafiksammler, vernarrt in die Welt des Schönen vom Codex über Antiquarisches bis zu Kunstbüchern, Einzel-Grafik, Graphic Novels – und Reihen, Treffen, Regionalgruppen ... Das ganze Interview gibt es hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

"Flüchtig – Das rätselhafte Leben des B. Traven" gibt es am 01., 04, 22. August in der 'Brotfabrik' zu sehen.

„Flüchtig – Das rätselhafte Leben des B. Traven“ in der Brotfabrik

Vor 100 Jahren erschien der Bestseller Das Totenschiff und machte seinen Autor B. Traven (wohl 1882–1969) berühmt – aber nicht bekannt. Er blieb lange Zeit eine der rätselhaftesten Gestalten der Literaturgeschichte. Vieles seines sagenumwobenen Lebens ist heute aufgeklärt – einiges bleibt nach wie vor im Dunkeln. Aber soviel steht fest: Sein Leben war so spannend wie seine Bücher, in denen er Abenteuergeschichten mit beißender Gesellschaftskritik und revolutionärem Impetus verband, stets auf der Seite der Verstoßenen und Ausgebeuteten. Sein Erfolg war enorm: Weltweit erreichte er eine Auflage von 30 Millionen, seine Bücher wurden vielfach verfilmt. Der akribisch recherchierte Dokumentarfilm versucht das Geheimnis um B. Travens wahre Identität zu entschlüsseln. Dem Regisseur Xavier Villetard gelingt es, mit Hilfe von Zeugen und Indizien Licht in das Dunkel um den Autor zu bringen. Er zeichnet in dem einstündigen Film (D/F 2012, 65 min) den Weg dieses Mannes nach, dessen Flucht nach dem revolutionären Engagement seiner Jugend in Deutschland und dem Intermezzo der Münchner Räterepublik schließlich in Mexiko, genauer bei den in Chiapas lebenden Indianern, endet. Das Leben B. Travens ist die Geschichte eines Rebellen, eines freien Menschen, der sich aus den Zwängen seiner Identität befreite, um sich selbst neu zu erfinden. Der Film wird am 01.08., 17.15 Uhr, am 04.08. um 18.30 Uhr in Anwesenheit von Ralf G. Landmesser (Internationale B. Traven Gesellschaft) und am 22.08. um 17 Uhr in der Brotfabrik (Cali­ga­ri­platz 01, 13086 Ber­lin) gezeigt. Tickets gibt es für 9 (ermäßigt 7) Euro, die Informationen unter diesem Link.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Do, 30.07.2026

Kunsthaus Müller: Wasserkunst und Wassertropfen auf Reisen

Thüringen: Im Kunsthaus Müller in Wurzbach (Kunsthaus Müller & Galerie für zeitgenössische Kunst, Markt 06, 07343 Wurzbach) dreht sich seit dem gestrigen 29. Juli und bis zum 02. Oktober 2026 alles ums Wasser. In der Ausstellung Wasserkunst. Malerei und Grafik werden Künstlerinnen und Künstler der Galerie gezeigt ... Flankiert wird die Schau von Zwei Wassertropfen auf Reisen, der zweiten Sommer-Exposition im Museum für Steindruck, in der computerbasierte Grafik von Sieglinde Kunath gehängt ist. Die beiden Ausstellungen sind begleitet von einem Beiprogramm, das sich sehen lassen kann. Am 01. August stellen die Autorin Irene Zoch und Sieglinde Kunath ihr neues Kinderbuch im Rahmen des Literaturcafés vor. Beginn der Veranstaltung ist um 14 Uhr, der Eintritt beträgt 10 Euro, für Schülerinnen und Schüler ist er frei. Am 22. August findet ab 14 Uhr das Sommerfest für die Kunst statt mit allem Pi, Pa und Po – unter anderem wird die Landung eines U-Boots von und mit Michael Fischer-Art, einem der Künstlerfreunde des Hauses, erwartet: Nun, wenn das nix ist. Und am 13.09. ist ab 10 Uhr Tag des offenen Denkmals im Kunsthaus, Eintritt frei.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 29.07.2026

Christofer Kochs malt und singt

Er ist ein künstlerischer Tausendsassa, Maler und Grafiker, seit jüngstem auch unter der Sigle Theo the Bird mit Band und erstem eigenen Album musikalisch unterwegs: Christofer Kochs, lebend in Augsburg, zugleich auch seit 2018 mit einem Lehrauftrag für Zeichnung und Grafik an der Freien Kunst Akademie daselbst lehrend aktiv, es ist die insgesamt fünfte Dozentur, die er übernahm. Kochs ist zudem der Schöpfer der Exclusiv-Grafik für die Teilnehmer des Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft in Nürnberg im kommenden September, er findet sich in der im Druck befindlichen, in Kürze erscheinenden Ausgabe 262 (Heft 2026/3) der Marginalien, zu dem er die Originalgrafische Beilage beisteuert und in der Rubrik Zu Besuch im Atelier eingehend vorgestellt wird. Der auch als Bildhauer/Skulpteur Tätige trägt für die Mitglieder der Gesellschaft, mit dem Titel Belichtung des Jetzt, eine von einer Pinselzeichnung ausgehende Serigrafie bei. Am 22.07.26 war nun Christofer Kochs bei der Abendschau des Bayerischen Rundfunks zu Gast, präsentierte seine Single Kittens live und berichtete von seiner vielfältigen Arbeit, auch einem anstehenden kreativen Arbeits- und Studienaufenthalt in einem Künstlerhaus im Norden. Via Weblink ist der Beitrag hier einsehbar.

(André Schinkel via Hans Rabenbauer)

Di, 28.07.2026

Cool: Franca Batholomäi stellt ab 08.08. im P16 aus.

„Bilder aus der Bernsteinhöhle“

In der starken Fraktion der halleschen Grafikerinnen ist sie vor allem für ihre wunderbaren Holz- und Scherenschnitte bekannt geworden: Franca Bartholomäi. Vom 08.08. bis 04.10.2026 stellt die ehemalige Rug-Meisterschülerin unter dem Titel Bilder aus der Bernsteinhöhle. Eine Fantasy-Doku Arbeiten aus, die während eines Arbeitsstipendiums durch die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt 2024 entstanden. Die Schau gibt einen Einblick in die gewaltige Fantasiewelt der Künstlerin, die zugleich von der Frage nach dem Woher und Wohin und dem Verhältnis des Individuums zur Gesellschaft getrieben ist. Die Vernissage samt Textlesung der Künstlerin findet am 08.08. um 14 Uhr im P16 (Puschkinstraße 16, 06108 Halle (Saale)) statt. Das P16 ist freitags 17–19 Uhr geöffnet.

(André Schinkel)

Mo, 27.07.2026

Im FISAE-Newsletter 374: "Die Welt im Kleinformat".

Exlibris – Die Welt im Kleinformat

Neu: In seinem aktuellen FISAE-Newsletter (Ausgabe 574) verweist Klaus Rödel auf ein für die Freundin, den Freund des Exlibris wichtiges Katalog-, Ansichts- und Nachschlagewerk in Bezug auf die hohe Zeit der buchaffinen Kleingrafik: „Mehr oder weniger alle Exlibrissammler besitzen neben ihren Exlibris auch einschlägige Literatur, um zu recherchieren, Information zu sammeln und fehlendes Wissen zu ergänzen. So habe ich auch seit 1964 versucht, eine einschlägige Fachbibliothek aufzubauen, die nach gut 60 Jahren etwa 8.500 Titel umfasst, von Jahrbüchern, Büchern, Katalogen, Zeitschriften, Mitteilungen bis zu Flyern, Einladungen, Speisekarten ... Für mich ist die Präsentation wesentlicher Publikationen aus verschiedenen Jahrzehnten eine wichtige Vermittlungsfunktion, und in diesem FISAE-Newsletter wird eine der wichtigen und vor allem aufschlussreichen Publikationen [zur Thematik] vorgestellt: Exlibris. Die Welt im Kleinformat. Klein- und Gebrauchsgrafik aus der Blütezeit des Exlibris, Museum Schloss Moyland, 08.03.2009 bis 14.06.2009.“ Die Ausstellung zum Katalog bezog sich seinerzeit auf die einstige private Exlibris-Sammlung von Franz Joseph und Hans van der Grinten im Schloss sowie eine Reihe Leihgaben aus dem Joseph Beuys Archiv des Landes Nordrhein-Westfalen und berücksichtigte etwa 500 Objekte mit einem starken Bezug auf die Blütezeit des Exlibris um 1900 und die nachfolgenden Jahrzehnte. Nebst einer umfangreichen Bild-Auswahl der damals gezeigten Stücke präsentiert Rödel die Informationen und Ausführungen, etwa aus dem Vorwort der Ausgabe von Dr. Bettina Paust (2009 Direktorin auf Schloss Moyland), in den für den Newsletter üblichen zehn Sprachen. Faszinierend: Die weitgefasste Auswahl der Blätter, von historisierend bis modern – von Kaisertreue über Mythologie bis Jugendstil und Werbung.

(André Schinkel)

So, 26.07.2026

Schlau, schläuer, am schläusten

In der Im-Fokus-Reihe der Staatsbibliothek zu Berlin wird es im August, nun ja, mumiös: Wird doch mit Schlau, schläuer, am schläusten eine spaßige, bibliophile Groteske von Karl Maria Seyppel, erschienen 1882 in Düsseldorf, aus den Tiefen der Berliner Sammlungen vorgestellt, eine aegyptische Humoreske der seltsamen Art: auf alt getrimmt, auf dickem Papier, eingefärbt und angekokelt. Ein gewisser C. M. Seyppel gibt sich da als Hofmaler und Poe͏̈t Seiner Majestät des Königs Rhampsinit III., Memphis, Mumienstrasse No. 35, 3. Etage, 4 x klingeln (so im Untertitel vermerkt) aus. Termin: 19.08., 16 Uhr, Raum Oxford, Unter den Linden 08, 10117 Berlin. Wenn das der Sonnengott wüsste!

(André Schinkel)

Sa, 25.07.2026

nGbK in Berlin: „Ansichtssache“

Die Ausstellung Ansichtssache, die seit dem 11.07.2026 von der neuen Gesellschaft für bildende Kunst e. V. (Karl-Liebknecht-Straße 11/13, in: 10178 Berlin) gezeigt wird, denkt künstlerische Praxis, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe zusammen. Die Ausstellung vereint Arbeiten von rund 20 Künstlerinnen und Künstlern, die in unterstützenden Werkstattkontexten in Berlin und London arbeiten und aufgrund ableistischer Strukturen selten Zugang zu Ateliers, Ausstellungsräumen oder professionellen Netzwerken erhalten. Das Gros der Beteiligten ist in der Kunstwerkstatt Kreuzberg tätig, die aus einer Initiative des betreuten Einzelwohnens der Lebenshilfe Kreuzberg hervorging. Ergänzt werden diese Positionen durch die Kooperationen mit der Berliner Thikwa Werkstatt für Theater und Kunst sowie mit der Organisation Outward, die in zehn Londoner Stadtbezirken tätig ist. Die Exposition ist bis zum 30.08. (Di–So 12–18 Uhr, Fr 12–20 Uhr) zu sehn, der Eintritt ist frei. 

(André Schinkel via Christian von Hoffen)

Fr, 24.07.2026

Moritz Götze stellt in B. aus. | © Galerie ARTES Berlin

„Berlin Berlin“: Moritz Götze in B.

Von Halle in die ganze Welt: Moritz Götze feiert in diesem Jahr sein 40. Schaffensjubiläum. Und dabei darf – natürlich – das große B. nicht fehlen ... Vom 18.07. bis zum 05.09.2026 zeigt Götze, seines Zeichens einer der bedeutendsten deutschen Pop-Art-Künstler der Gegenwart, seine Schau Berlin Berlin daselbst, in der ARTES Berlin am neuen Standort in Mitte (Auguststraße 19, 10117 Berlin). „Die ewig junge Stadt und Perle an der Spree“, so besang bereits Hilde Knef Berlin als Ort der Sehnsüchte. Auch für Moritz Götze ist Berlin ein Ort der Erinnerung, der Geschichten und der kulturellen Verflechtungen. Aufgewachsen in einem Künstlerhaushalt, geprägt von Punk, Opposition und den gesellschaftlichen Umbrüchen seiner Generation, entwickelte er über Musik und Siebdruck seinen unverwechselbaren Weg zur Malerei. Seine Werke verbinden kunsthistorische Bezüge mit Elementen der Populärkultur und schaffen vielschichtige Bildwelten zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein ganz besonderes Interesse gilt dabei den Bildträgern der Alltagskultur. Dazu gehören auch Briefmarken, die Götze als verdichtete Speicher von Geschichte, Erinnerung und kollektiver Identität versteht. In zahlreichen Arbeiten greift er die Ästhetik philatelistischer Motive auf, gerade im Zusammenhang mit Berlin entfaltet dieses Procedere eine besondere Bedeutung – in zentralen Werken seines Schaffens wie Hochaktuellem. Alle Infos zur Götze-Schau finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 23.07.2026

Dokumentarfilm „The Librarians“

Seit dem Jahr 2021 haben in den USA Versuche der Zensur von Buchbeständen in Bibliotheken massiv zugenommen. Vor allem Schul-, aber auch öffentliche Bibliotheken sind gut organisierten Kampagnen ausgesetzt, im Namen des Jugendschutzes Bücher zu entfernen. Betroffen sind vor allem Titel zu sexueller Aufklärung, Präferenz und Identität sowie Werke über afroamerikanische Geschichte, Rassismus, Vielfalt und Gleichberechtigung. The Librarians porträtiert Bibliothekare, Bibliothekarinnen, Eltern und andere Akteure, die sich gegen die Zensurversuche zur Wehr setzen – trotz massiver Bedrohungen, Einschüchterungen und mancherorts sogar Kriminalisierung. Der Film The Librarians verknüpft dokumentarische Sequenzen mit historischem und aktuellem Archivmaterial, darunter auch eine Verfilmung des Anti-Zensur-Klassikers Fahrenheit 451 (1953) von Ray Bradbury (1920–2012). Die brisante Dokumentation ordnet die Ereignisse in einen größeren gesellschaftlichen Kontext ein und zeigt, wie manche Akteure ihre Zensurabsichten mit nahezu allen Mitteln vorantreiben – und wer sie dabei finanziell und politisch unterstützt. Ihr Ziel ist dabei nichts weniger als ein grundlegender Umbau der Gesellschaft. Der Film The Librarians zeigt, dass in der gegenwärtigen Atmosphäre stark polarisierter Wertvorstellungen auch in einer Demokratie mit 250-jähriger Geschichte die Verteidigung angemessener Freiheitsrechte für alle kein Selbstläufer ist. Das Werk wurde unter anderem beim Sundance Festival und South by Southwest gezeigt – fand weithin Beachtung in den USA und Kanada, ist Emmy-nominiert und war ein New York Times Critics’ Pick. Die offizielle Seite zum Film findet sich hier. Eine deutsche Webseite (bei Anmeldung bzw. mit Bibliotheksausweis ist der Film hier englisch mit Untertiteln abrufbar) existiert ebenfalls.

(Robert Grieger via Uwe Apel/Pressemitteilung)

Mi, 22.07.2026

Der fantastische Mr. Altenbourg

Noch bis zum 16. August 2026 ist die Jubiläums-Ausstellung zum 100. Geburtstag von Gerhard Altenbourg im Lindenau-Museum (Kunstgasse 01, 04600 Altenburg) zu bewundern. Unter dem herrlichen Titel Der fantastische Gerhard Altenbourg ist sie von Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr im Prinzenpalais des Residenzschlosses geöffnet. Altenbourg gehört zu den bedeutendsten Grafikern und Malern seiner Generationen, seine unkonventionelle Vita wurde unter der Ägide der DDR lange nicht anerkannt. Heute gehört er zu den hochverehrten Vertretern einer alternativen Art-Szene, die unbeirrt ihren Weg ging. Zur Schau erschien ein Katalog bei Hirmer. Alle Infos: hier.

(Kevin Konopke)

Di, 21.07.2026

Wilhelm-Busch-Museum: Ach was. 103 Jahre Loriot in Hannover

Die Ente bleibt draußen!, aber der Spaß muss rein. Das Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst (im Georgengarten 01, 30167 Hannover) zeigt im 103. Geburtsjahr Loriots (1923–2011) eine hochkomische und zugleich tiefsinnige Ausstellung über Leben und Werk des radikalen Humorrevoluzzers. Lassen Sie sich fröhlich treiben zwischen mit Gefühl gekochten Eiern und piefigen Pärchen. Zwischen einer radikalmatriarchalen Mutter, einem Zimmer zu wenig und einer berühmten Nudel zu viel. Lustvoll schonungslos schaut Loriot auf die Deutschen. Er zeigt, wie gut es tut, über sich selbst zu lachen. Humor hilft und stärkt, besonders in harten Zeiten. Und sollte all das nicht reichen, dann bitte … mehr Lametta! Die umfangreiche Exposition ist eine Kooperation mit dem Caricatura Museum in Frankfurt, sie wurde konzipiert und kuratiert von Pirckheimer-Freund Till Kaposty-Bliss und Thomas Kronenberg. Die Schau präsentiert bekannte und unbekannte Werke, Zeichnungen und Objekte, Plakate und Fotos sowie Filmausschnitte aus dem facettenreichen Schaffen des Spaßperfektionisten Loriot. Das Museum im Georgengarten (im Wallmodenpalais) ist von Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr geöffnet – die Ausstellung seit dem 02. Juli und bis zum 14. März 2027 zu sehen. Ein Leben ohne Loriot ist sicher möglich, aber traurig ...

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 20.07.2026

Marginalien im FISAE-Newsletter

In seinem neuen FISAE-Newsletter Nummer 573 stellt Klaus Rödel, der zugleich in zahlreichen Ländern eine Krise des Exlibris-Wesens konstatiert – gewissermaßen als Argument, dass es noch ein paar Instanzen gibt, die sich dem Kleingrafik-Thema widmen – neben der Exlibriswereld und der Suomen Exlibrisyhdistys auch die jüngste Ausgabe der Marginalien (Ausgabe 261, Heft 2026/2) vor. Flankiert wird der Newsletter von einem der klassischen Porträts von Willibald Pirckheimer (1470–1530), dem Namensgeber der Gesellschaft. Neben der reichen Auswahl aus dem Bildbestand des Heftes bringt Rödel die Inhaltsangabe und das Editorial von Chefredakteur Till Schröder in den in der FISAE üblichen zehn Sprachen. Ebenso verfährt der FISAE-Neuigkeitenbrief mit den Journalen aus den Niederlanden und Finnland. Darüber hinaus gibt es Infos zum anstehenden 41. FISAE-Kongress in Varna in Bulgarien. Ein weiterer Newsletter (die Sonder-Ausgabe 573A) widmet sich Gernot Blum, dem langjährigen DEG-Präsidenten, der im vergangenen Mai im Alter von 86 Jahren gestorben ist. Der Mediziner war stolzer Besitzer einer 200.000 Stücke Exlibris und diverse Gelegenheitsgrafiken umfassenden Sammlung, sein Sammelschwerpunkt der Tod in allen Facetten.

(André Schinkel)

So, 19.07.2026

'Printing-Festival' findet 2026 zum dritten Mal statt.

Klingspor: Hot-Printing-Festival

Das Hot Printing! Druckfestival Offenbach findet in diesem Jahr am 22. und 23. August statt. Ort des Treffens ist wieder das Klingspor-Museum (Herrnstraße 80, 63065 Offenbach a. M.) sowie die Druckwerkstatt im Bernardbau (Herrnstraße 61, 63065 Offenbach). Für die Beteiligten ist die Anreise, der Aufbau und nicht zuletzt der gemeinsame Abend bereits auf den 21. August gesetzt. Auch der Hof des benachbarten Büsingpalais’ und das Haus der Stadtgeschichte werden bespielt. Es wurden, drinnen wie draußen, etwa 70 Standplätze vergeben, an denen Künstlerinnen und Künstler, Druckspezialisten und Werkstatt-Betreibende ihre Arbeiten präsentieren und anbieten. Um ein lebendiges Wochenende zu ermöglichen und möglichst viele Besuchende anzusprechen, war die Standvergabe mit der Bitte um einen Programmpunkt verknüpft. Hier sind neben Vorführungen auch Lesungen und kleine Workshops anvisiert. Alle Informationen zum Festival finden sich anbei.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 18.07.2026

Steidl in „vorläufiger Insolvenz“

Ganz offensichtlich hat die umfängliche Krise ihr hohnlachendes Feixen noch lange nicht verloren: Die Printmedien melden, dass der hochrenommierte Steidl-Verlag aus Göttingen, Hausverlag und Weltrechtehalter unter anderem für Günter Grass (1927–2015) in finanzielle Schieflage geraten ist und sich in vorläufiger Insolvenz befindet. Neben denen für das Werk des Nobelpreisträgers hält der Verlag die Rechte vieler Berühmtheiten aus Kunst und Kultur, so auch die für das fotografische Werk Karl Lagerfelds. Etwaige Außenstände will sein Inhaber Gerhard Steidl laut Auskunft seiner Anwälte in Kürze begleichen. Der 75-Jährige möchte zugleich sein Editionshaus erhalten und sucht einen Interessenten dafür. O Zeiten, o Sitten: Mögen die Aussichten schnell wieder besser werden.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 17.07.2026

Adolf Erman – 'Vater' des ägyptischen Wörterbuchs.

Berlin: 100 Jahre Wörterbuch der ägyptischen Sprache (bis 31.12.26)

Es dürfte eines der heiligsten Häuser im Welterbe-Ensemble der Berliner Museumsinsel sein: das restaurierte Neue Museum, enthaltend die ägyptische, die prähistorische und die Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin. Seit dem 06.06. und noch bis zum Jahresende gibt es dort die Sonderschau 100 Jahre Wörterbuch der ägyptischen Sprache zu sehen, eines im wahrsten Sinne des Wortes Jahrhundertprojekts der Ägyptologie und Ägyptomanie, die bis heutzutage anhält. Ein Team um Adolf Erman (Abb.) begann 1897 eben hier mit der Arbeit daran, 1926 erschien Band 1. Der Besuch des Neuen Museums lohnt sich, es ist außer Montag täglich von 10 bis 18 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet. Nicht vergessen, so man da ist – Nofretete im Nordflügel zu besuchen!

(André Schinkel, in seiner elfischen Erscheinungsform als Ägypten-Narr)

Do, 16.07.2026

"Buchkunst im Gespräch": Andreas Hillger und André Schinkel am 03.07.2026 in Köthen. | © Eberhard Ulm

Bis 09.08. in Köthen: „Bibliomania“

Noch bis zum 09. August 2026 ist auf Schloss Köthen (Schlossplatz 04, 06663 Köthen/Anhalt) die Ausstellung Bibliomania zu sehen, die ausgewählte Exponate aus der bibliophilen Sammlung der Anhaltischen Landesbücherei (zugleich die offizielle Kunstbuchsammlung Sachsen-Anhalts) in Dessau zeigt. Von den etwa 350 Preziosen wird ein erheblicher Teil in der ehemalischen Residenz des Fürstenhauses Anhalt-Köthen, die als historischer Musenhof zu gelten hat, gezeigt. Im Juni und Juli gab es mit Vorführungen und Gesprächen von Sabine Golde und Anna Helm illustre Gäste – am 03. Juli war überdies Pirckheimer-Freund André Schinkel in der Schlosskapelle (in der einst J. S. Bach, der hier die Brandenburgischen Konzerte vollendete, ein und aus ging) zu Gast und sprach mit Kulturmann Andreas Hillger über die Leidenschaft am Buch und die Arbeit der Pirckheimer-Gesellschaft. In der Schau selbst ist das Werk eines weiteren Pirckheimers zu finden, mit den dreißig Ausgaben von Common Sense hat der Bernburger Ulrich Tarlatt im Verbund mit Jörg Kowalski die bibliophile Geschichte des Landes seit Ende der 1980er Jahre mitgeprägt. Im Rahmen der Schau gibt’s noch ein Ferienprogramm für Kinder (nebst Omas und Opas), wo man einen Abschluss als Meister-Bücherwurm erwerben kann. Und – am 24.07. ist um 17.30 Uhr Gerhild Ebel zu Gast. Fein!

(Ernst-Jürgen Liebetraut)

Mi, 15.07.2026

2028: Wiener Bibliophile laden ein

Auch wenn es noch zwei Jahre hin ist, lädt die Wiener Bibliophilen-Gesellschaft (WBG) schon mal zur großen Feier ihres 100. Gründungsjubiläums im frühen Herbst 2028 ein. Zwischen dem 28. September und dem 01. Oktober des noch ein bissel fernliegenden Jahres soll es deshalb in der Kapitale an der Donau ein Fest des Buches geben, zu dem Bücherverrückte und in Originalgrafik verliebte Gäste aus Österreich, Deutschland und der Schweiz erwartet werden. Gegeben wird unter anderem ein Symposium, für das wie auch schon fürs übrige Programm Impulse gesammelt werden. Dafür ist bereits ein repräsentativer Saal im Wiener Rathaus anvisiert. Die WBG erhofft sich von dem Jubiläumstreffen ein enges Zusammenrücken der bibliophilen Verbände und Gesellschaften im deutschsprachigen Raum. Auch diverse Bibliotheks- und Sammlungsbesuche sind dafür geplant. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 14.07.2026

Der Teppich im Detail. | © Anne-Marie Graatz/BLDAM

BLDAM-Juli-Podcast: Ein Einhorn in Brandenburg an der Havel

Lange im Schatten, inzwischen weithin berühmt: Der Brandenburger Einhornteppich ist das Thema des aktuellen Juli-Podcasts Denkmalzeit (Ausgabe 083) des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege. Das Denkmalamt begleitet damit die Rückkehr des restaurierten Teppichs in seine Heimatkirche in der Havelstadt, St. Gotthardt. Dabei kommen verschiedene Protagonistinnen und Protagonisten zu Wort, die das Projekt begleiteten, so auch Pirckheimer-Freund und Mentor der Bücherkinder, Armin Schubert – der von der kreativen Auseinandersetzung mit dem Fabeltier und der Arbeit am Einhorn-Buch der Bücherkinder berichtet. Das Gespräch mit ihm führt Anne-Marie Graatz, sein Beitrag zum Mehrwert des Einhorns ist etwa ab Minute 17:50 bis Minute 22:50 zu hören. Der vollständige Denkmalzeit-Podcast ist unter dem hier eingepflegten Link nachhörbar.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 13.07.2026

Literaturhaus Magdeburg geehrt

Sage einer, in der Mitte ist nix los: Seit dem 01. Juli ist das Literaturhaus Magdeburg neuestes Mitglied im Netzwerk deutschsprachiger Literaturhäuser. Erich Weinerts (1890–1953) Geburtshaus in Magdeburg-Buckau, als Dachverein viele Jahre auch die Heimat der Magdeburger Pirckheimer, wird damit für sein umfängliches Wirken in der Elbestadt und darüber hinaus anerkannt. Nach dem halleschen Literaturhaus ist es das zweite Haus dieser Art in Sachsen-Anhalt, das in das Netzwerk aufgenommen wird – und mit den Kollegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie dem Sender Arte in Partnerschaft tritt. Tolle News in wackliger Zeit, für die neuen Bundesländer zumal.

(André Schinkel)