Pirckheimer-Blog

Büchergilde Verlagsgenossenschaft

Do, 21.05.2026

Meid-Preis 2026 für Katrin Stangl

Den renommierten Hans-Meid-Preis der Hans-Meid-Stiftung für das Jahr 2026 erhält die 1977 in Filderstadt geborene Illustratorin und Grafikerin Katrin Stangl, die in Köln lebt und arbeitet (momentan eigentlich im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop, wo sie ein Stipendium hat) und auch als Autorin hervortrat. Die überaus gute Kunde meldet unter anderem das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von diesem Montag. Stangl, die an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig studierte, ist eine Schülerin von Volker Pfüller (1939–2020), der eine große Zahl der heutigen Illustratoren-Elite begleitete – sie wurde bereits vielfach für ihr so umfangreiches wie motivreiches buchillustratorisches und grafisches Werk geehrt. Auch Postkartenserien, Plakate und Spieledesigns gehen auf sie zurück. 2018 wurde Katrin Stangl, die mit Heike Herold ein Atelier in Köln betreibt, mit dem Preis der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet. Ihre Illustrationen erscheinen in zahlreichen namhaften Verlagen und Editionen, so in der Insel-Bücherei (vgl. die Abb.) oder bei der Büchergilde Gutenberg. Der Hauptpreis der Hans-Meid-Stiftung ist mit feinen 15.000 Euro dotiert. Er wurde in den vorhergehenden Jahren zuletzt unter anderem an die Holzschneiderin Petra Schuppenhauer, den Graphic-Novel-Künstler Jakob Hinrichs und die Kaltnadelradiererin Claudia Berg vergeben. Besonders hob die Jury bei der diesjährigen Vergabe die außerordentliche Vielfalt der künstlerischen Mittel hervor, mit der Katrin Stangl ihre Buchprojekte bearbeitet. Und – es gibt auch weitere Preis- und Stipendienvergaben im Hans-Meid-Preis-Vergabejahr 2026. So wurde Jan Peter Tripp der mit 5.000 Euro Ankaufswert verbundene Ehrenpreis für das Lebenswerk zugesprochen. Desweiteren werden vier Stipendien, stets mit 3.500 Euro dotiert, verliehen. Sie gehen an Johanna Rast, Hannah Plickert, Nora Ahrens und Tino Theumer. – Allen Geehrten sei hier von Herzen gratuliert! Die Verleihung der Preise findet am 26. November im Grassi-Museum in Leipzig statt.

(André Schinkel)

Mi, 06.05.2026

München – „Mein*Morgenstern“- Schau und MDE-Tagung: 15./16.05.

Die Wanderausstellung Mein Morgenstern – Von Hand geschöpft, gesetzt, gedruckt, gebunden, die anlässlich des 111. Todestags von Christian Morgenstern (1871–1914) unterwegs ist, macht Station in München. Nachdem die vom Verein für die Schwarze Kunst e. V. und den MDE, den Meistern der Einbandkunst – Internationale Vereinigung e. V. initiierte buchkünstlerische Aktion in Werder an der Havel, Dresden, Köln und Leipzig präsentiert wurde, werden Beispiele der insgesamt 22 entstandenen Objekt-Familien, bestehend aus Bleisatz, Buchgestaltung und letztlich Bindung durch 22 Meisterinnen und Meister der MDE, vom 15. Mai bis zum 19. Juni 2026 in der Meisterschule Buchbindehandwerk Alois Senefelder (BSZ, Pranckhstraße 02, 80335 München) präsentiert. „Unter dem Stern der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit und dem immateriellen Kulturerbe wurde handgeschöpft, handgesetzt, handgedruckt und handgebunden“ – 111 der bibliophilen Werke können auch bei der Büchergilde Gutenberg erworben werden. Die Ausstellung, die momentan (der Blog berichete) in Mainburg zu sehen ist, wird nach München weiter nach Mainz, Oldenburg und Bischofszell in der Schweiz (zur Typorama) wandern. Und zum Auftakt der Münchner Schau findet im Verbund mit dem Bund Deutscher Buchbinder unter dem Motto Innovation – Motivation – Tradition – Transformation am 15./16. Mai die MDE-Jahrestagung für 2026 in München statt.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 22.02.2026

"Mein Morgenstern"-Schau in Mainburg: ab 01.03.26.

„Mein Morgenstern“ in Mainburg

„Von Hand geschöpft, gesetzt, gedruckt, gebunden: Mein Morgenstern. Ein Buch zum 111. Todestag von Christian Morgenstern“: Unter diesem Slogan reist momentan eine ganz besondere Reminiszenz und/oder Reverenz für den Dichter (1871–1914), der soviel mehr war als der Schöpfer von Fisches Nachtgesang, durch die Lande. Vom 01. März bis zum 03. Mai 2026 ist das Resultat, ein Gemeinschaftswerk von 60 Künstlerinnen und Künstlern, nun im Stadtmuseum Mainburg (Abensberger Straße 15, 84048 Mainburg) zu bewundern und in Augenschein zu nehmen; ja, und auch selbst kann man setzerisch interaktiv werden. Was gibt es zu sehen in der Hallertau? Der Verein für die Schwarze Kunst, die Meister der Einbandkunst (MDE), die Papiermühle Homburg und die Büchergilde Gutenberg haben in einer zweijährigen Projektkooperation die Werke für diese Ausstellung geschaffen im Verbund mit 60 Protagonistinnen und Protagonisten der Druck-, Papier- und Buchbindekunst. Die Schau feiert das Handwerk, lösungsorientierte Zusammenarbeit und die Kreativität von, wie für Wort, Schrift und Bild. Weiter heißt es in der Ankündigung des Museums: „Das Setzen mit Bleibuchstaben und das Drucken von Morgenstern-Gedichten auf einer sog. Nudel (kleine Handpresse) können Besucher selbst erleben.“ Und mehr noch: „Das Ergebnis – Mein*Morgenstern mit eigenem Namen – können sie gleich mitnehmen.“ Ein rundum feines Paket also: tolle Kunst und was Eigenes dazu. Und dass der 111. Ehrentag für Morgenstern, der am 31. März, also innerhalb der Exposition, auch Geburtstag hat, bereits 2025 war, ist dabei nebensächlich.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 23.10.2025

Und auch die Büchergilde wurde 2025 geehrt ... Fein!

Die Deutschen Verlagspreise 2025 auf der Buchmesse verliehen

Auch auf der Buchmesse in Frankfurt wurden im Beisein von Staatskulturminister Wolfram Weimer die Deutschen Verlagspreise in insgesamt vier ehrenden Kategorien vergeben: als Spitzenpreise, Gütesiegel, Nachhaltigkeitspreis und undotiertes Gütesiegel (für Verlage über der Umsatzgrenze). Die Spitzenehrungen (dotiert mit 50.000 Euro) gingen an den Konkursbuch Verlag, am März und Unrast. Unter den Gütesiegel-Geehrten (18.000 Euro) befindet sich unter anderem die Büchergilde Gutenberg. Der Preis fördert mittlere und kleine unabhängige Verlagshäuser, die laut Aussage von Wolfram Weimer die Vielfalt in der deutschen Editionsszene aufrechterhalten. Allen Geehrten sei von Herzen gratuliert! Es wurde in Frankfurt zünftig gefeiert. Die vollständige Liste findet sich hier.

(André Schinkel/Pressemiteilung)

Sa, 05.07.2025

Am 05. Juli ist 'Internationaler Genossenschaftstag'.

05. Juli: Tag der Genossenschaft

Der 05. Juli ist der Internationale Tag der Genossenschaft – darauf verweist am heutigen Tag unter anderem die Büchergilde unter folgendem Slogan: „Die Büchergilde ist eine Genossenschaft. Machen Sie mehr aus uns.“ Eine Genossenschaft im Dienst des schönen und besonderen Buchs, das ist diese Instanz im Bereich der bibliophilen Kunst, die anspruchsvolle Literatur mit dem Segen fein gestalteter und illustrierter Buchwerke verbindet. „Die Büchergilde bietet bibliophilen Menschen, und allen die es werden wollen, ein Zuhause. Denn uns geht es vor allem darum, mit einem vielfältigen Programm zu einer gesprächsoffenen Öffentlichkeit beizutragen, kulturelle Teilhabe zu ermöglichen sowie Illustratorinnen und Illustratoren zu fördern.“ Feine Sache. Alle Infos dazu hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 31.05.2025

Büchergilde Buchh. betreut bei Lyriktagen Frankfurt zwei Gigs

Alle zwei Jahre finden in der Messe- und Goethestadt am Main die Lyriktage Frankfurt statt, 2025 vom 02. bis zum 07. Juni mit einem illustren Programm: Marion Poschmann, Monika Rinck, Wilhelm Bartsch, Nancy Hünger sind nur einige aus dem superb gefüllten Lesekalender. Auch die Büchergilde Buchhandlung und Galerie (An der Staufenmauer 09, 60311 Frankfurt am Main) ist in die Phalanx der Veranstalter und Anbieter des Festivals eingereiht: „Am Mittwoch, den 04. Juni betreuen wir zwei Lesungen/Veranstaltungen mit einem Büchertisch im Gartensaal des Freien Deutschen Hochstifts im Großen Hirschgraben.“ 18 Uhr geht es mit Ines Berwing und Daniela Seel um „Weiblichkeit im Gedicht“ – und um 20 Uhr berichten drei Geförderte des Deutschen Literaturfonds von ihrem „Leben in Versen“, nämlich Sonja vom Brocke, Janin Wölke und Walle Sayer. Die Bücher dazu hält die Büchergilde bereits in ihrer Lyrik-Abteilung bereit. Alle Infos hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 18.03.2025

Dem 111. Todestag gewidmet – "Mein Morgenstern."

111. Todestag: „Mein Morgenstern“

Er war sicher der abstruseste, wohl auch lustigste Dichter der Moderne, gleichsam, in seinem Wunsch, als Dichter auch im eigentlichen Sinn wahrgenommen zu werden, eine tragische Gestalt: Christian Morgenstern (18711914). Heute weiß man, dass seine komische Lyrik, für die er bis heute berühmt ist, nur einen Teil seines umfänglichen Werks ausmacht. Indes, es geht kaum etwas über die de facto dadaistische Wucht von Fisches Nachtgesang (das gar nicht aus Worten besteht), der Kunde vom Gingganz oder der skurrilen Wucht des Gruseletts: „Der Flügelflagel plaustert / Durchs Wiruwaruwolz / Die rote Fingur plaustert / Und grausig gutzt der Golz ...” Kein Wunder, dass man ihm zu einem ebenso grausig-skurrilen Jahrestag ein Buch und eine Schau widmet – zum 111. Todestag nämlich. Im Rahmen der Buchmesse wird es am 28.03.2025 im Druckkunstmuseum zu Leipzig (Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig) Vernissage/Präsentation mit und zum Buchprojekt Mein Morgenstern ab 20 Uhr geben. Heißt: „Zum 111. Todestag des Lyrikers Christian Morgenstern laden wir ein zu einer ganz besonderen typografischen Veranstaltung im Rahmen der Leipziger Buchmesse.” Heißt: Die Stipendiatinnen sowie Stipendiaten des Vereins für die Schwarze Kunst haben gemeinsam mit der Papiermühle Homburg und dem MDE (Meister der Einbandkunst) ein einzigartiges Buchprojekt auf die Beine gestellt: Von Hand geschöpft sowie individuell gesetzt, gedruckt und gebunden, sammeln sich Morgensterns komisch-kreative Gedichte für dieses Projekt in einzigartigen Kunstbänden – ganze 111 Exemplare erscheinen in der Büchergilde. Im Museum für Druckkunst in Leipzig werden die Endprodukte vorgestellt, dürfen anschließend bestaunt werden ... Eintritt: frei! Um Anmeldung wird gebeten unter: veranstaltung@buechergilde.de.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 13.03.2025

Exposition für Susanne Theumer in Frankfurt (Main).

Ein Kabinett für Susanne Theumer

Wolfgang Grätz und vielen anderen Bewunderern ihrer grafischen Schwarz-Weiß-Kunst gilt sie als Die Lichtsehende Susanne Theumer. So lautet auch der Titel der kleinen Ausstellung, die der Grafikerin und Zeichnerin vom 18. März bis zum 17. Mai des Jahres im Kabinett der Büchergilde Buchhandlung & Galerie (An der Staufenmauer 9, 60311 Frankfurt am Main) anlässlich ihres in Kürze anstehenden 50. Geburtstags gewidmet ist. Die Eröffnung der Schau am 18.03. um 19 Uhr findet in Anwesenheit der Künstlerin statt. Initiator Grätz schreibt dazu: „In den Kohlezeichnungen und Radierungen von Susanne Theumer wirkt das Licht so intensiv und sinnlich, dass ein Bild allein dadurch im Gedächtnis haften bleibt.“ Die Ausstellung ist Montag bis Freitag 10–19, samstags 10–17 Uhr zu sehn. Zeitgleich werden in der Galerie Illustrationen von Katrin Stangl zu sehen sein. 

(André Schinkel)

Sa, 08.03.2025

Starke Frauen bei der Büchergilde Gutenberg – ihre Bücher auf der Website der Verlagsgenossenschaft.

Büchergilde Gutenberg feiert Literatur von starken Frauen

Nicht allein zum heutigen Weltfrauentag feiert die Büchergilde Gutenberg die Bücher starker Frauen, aber der Tag ist natürlich prädestiniert, auf diese im Programm der Genossenschaft noch einmal besonders hinzuweisen. Der Internationale Frauentag, seit 2019 in Berlin und seit 2023 auch in Mecklenburg-Vorpommern ein regulärer Feiertag, tritt – dereinst von Clara Zetkin (1857–1933) und Käthe Duncker (1871–1953) begründet – für die uneingeschränkten Rechte der Frauen in der Welt ein und wird in vielen Ländern begangen, nicht zuletzt auch, um auf die nach wie vor noch nötigen Schritte zur Herstellung absoluter Gleichberechtigung hinzuweisen – ein Umstand, der angesichts des neuerdings wieder stark ansteigenden Brustgetrommels selbstverliebter Messias-Clowns und anderweitiger Fake-Weltenretter nötiger denn je scheint. Neben großen Klassikern der Moderne und Gegenwart wie Ingeborg Bachmanns einzigem vollendeten Roman Malina (1971) und Margaret Atwoods legendärem Plot Der Report der Magd (1985) finden sich auf der von der Büchergilde dafür eigens eingerichteten Frauentags-Sonderseite auch eine Reihe Bücher, die in den letzten Jahren kräftig für Aufmerksamkeit sorgten: So sind in der Liste Jasmin Schreibers überaus eindrückliches Werk Endling (2023) zu finden wie auch der jüngste Roman Hey guten Morgen, wie geht es Dir? der Trägerin des Deutschen Buchpreises auf das Jahr 2024, Martina Hefter, der in berührender Weise von der Liebe und vom Schicksal erzählt. Auch Bücher von der 2024er Trägerin des Literaturnobelpreises Han Kang, von Karen Duve, Nora Bossong und Safiye Can sind auf der Seite verzeichnet – noch viele weitere Bücher starker Autorinnen finden sich unter diesem Link.

(André Schinkel)

Do, 23.01.2025

Elias Canetti: "Die Stimmen von Marrakesch", neu in der Büchergilde Gutenberg – mit 21 Gouachen von Wolfgang Werkmeister sowie drei Vorzugsmotiven.

„Stimmen von Marrakesch“: neu illustriert in der Büchergilde

Manchmal wünscht man, der Reigen der schönen und nahen Bücher möge nicht abreißen – im Anblick der momentanen Wurstförmigkeit der Welt zumal und ihrer mächtigen Brülläffchen zudem. Von daher muss man der Büchergilde Gutenberg ein Kompliment aussprechen: dass sie die, ach, schönsten und bedeutendsten ihrer Schöpfungen dagegenhält. Ja, es ist gleich noch ein wunderbares Beispiel dieser Bemühung zu nennen: Elias Canettis (1905–1994) Die Stimmen von Marrakesch. Das schmale Buch des Literaturnobelpreisträgers von 1981, der durch sein über mehrere Jahrzehnte hin entstandenes Großwerk Masse und Macht (1960) berühmt wurde, dürfte zum berührendsten und eindrücklichsten im, nun, ungewöhnlichen Œuvre des Meisters gehören – seine Schilderung des Überlebenskampfes in der marokkanischen Stadt kommt in einer Reihe Impressionen, Notate, wie sie für das Spätwerk Elias Canettis typisch ist, auf den Leser und nimmt ihn mit in das Herz der marokkanischen Metropole. Die Entstehung des Buchs ist dabei, auch canettilike, eine Geschichte der Langwierigkeit: Mit englischen Freunden, die dort einen Film drehen, reist Elias Canetti im Jahr 1954 nach Marrakesch. Rasch nimmt ihn der eigentümliche Zauber des Orients gefangen. Er streift durch die Stadt, besucht die Händler in den Suks, den Kamelmarkt, lauscht den seltsamen Rufen eines bettelnden Blinden, beobachtet die Schreiber und Erzähler, die ihm erscheinen „wie ältere und bessere Brüder“. Canettis bewegende Aufzeichnungen zu seiner Reise sind meisterhafte Miniaturen voller scharfer Beobachtungen, präzise in Worte gefasst – allerdings wird es ganze vierzehn Jahre dauern, bis er sie niederschreibt anhand von drei Seiten Notizen aus der Zeit der Reise. Der Name von „Marrakesch“ stammt aus den berberischen Sprachen und bedeutet soviel wie „Land Gottes“. Etymologisch kann das Wort also auch, bei allem Konstatieren südlicher Eigenarten und Exotik, der sich Canetti durchaus differenziert bedient, als Metapher für die Welt gelesen sein. Immer wieder kehrt der Beobachter zum Djemaa el Fna, zum „Versammlungsplatz der Toten“, wie der Markt-, ja, und ehemalige Richtplatz der Metropole heißt, zurück. In der dreizehnteiligen Canetti-Werkausgabe stellt Die Stimmen von Marrakesch die schmalste Rubrik dar, aber die Neugier und Wahrhaftigkeit der Texte frappiert immer wieder. In der Büchergilde wurde der Klassiker nun neu aufgelegt – mit 21 bisher unveröffentlichten Gouachen von Wolfgang Werkmeister. Und natürlich gibt es eine Vorzugsausgabe. Ein Buch, sich von der Welt ein wenig fortzuträumen. (Elias Canetti: Die Stimmen von Marrakesch – Aufzeichnungen nach einer Reise. Mit 21 Gouachen von Wolfgang Werkmeister. Frankfurt am Main: Büchergilde Gutenberg 2024. Hardcover mit Lesebändchen, 160 Seiten, ISBN 978-3-7632-7599-1, Normalausgabe: 32 Euro, Vorzugsausgabe (drei Motive zur Auswahl): 66 Euro.)

(Bert Blaubart)

Di, 21.01.2025

Mascha Kalékos Todestag jährt sich heute zum 50. Mal. Die 'Büchergilde' hat ihre Gedichte wieder neu, mit den superben Grafiken Hans Tichas, aufgelegt.

Mascha Kaléko: „Bewölkt, mit leichten Niederschlägen“

Mascha Kaléko (1907–1975), deren Todestag sich heute zum fünfzigsten Mal jährt, gehörte und gehört zu den weitaus berührendsten Dichterinnen des letzten Jahrhunderts, die in deutscher Sprache schrieben. Geboren in Galizien, unter den Nationalsozialistin verfemt, gestorben in Zürich, erlebte ihre nur auf den ersten Blick schlichte, in Wirklichkeit aber völlig klare und tiefe Dichtung zugleich, die der Neuen Sachlichkeit zuzurechnen ist, eine späte Renaissance. Heute wird sie zu den bedeutendsten Vertreterinnen der Lyrik ihrer Generation gezählt, ihr Beharren auf die Hoffnung auch im Angesicht des Schrecklichen und scheinbar nur schwer zu Überwindenden frappiert – und trägt. Unter den wunderbaren, ja, treffenden Titel Bewölkt, mit leichten Niederschlägen legt nun die Büchergilde Gutenberg zum Jahrestag ihre gesammelten Gedichte in einer überaus feinen und vom großen Maler und Grafiker Hans Ticha reich illustrierten Ausgabe vor. Ticha, der Büchergilde über viele Projekte verbunden, illustrierte insgesamt weit über hundert Bücher – für die Gedichte Mascha Kalékos schuf er mehr als dreißig Grafiken. Die Neuausgabe der Sammlung (denn erstmals erschien sie 2020) ist wiederum in einer regulären Version für 32 Euro und in einer Vorzugsedition mit Ticha-Original für 128 Euro zu haben. Ein Schmeckerchen für alle Bibliophile sind sie beide, was man bei den wunderschönen Editionen der Büchergilde nicht dazu sagen muss ... Und passend zum Gedichtband hat die Gilde nun auch ein Notizbuch im gleichen Design (Kostenpunkt: 16 Euro) aufgelegt, es ist in der gleichen feinen Weise gestaltet und enthält als Auftakt den Kaléko-Titeltext. Schöner geht es eigentlich kaum. Alle Infos und Formate zu Bewölkt ... finden sich hier. (Mascha Kaléko: Bewölkt, mit leichten Niederschlägen. Gesammelte Gedichte. Frankfurt am Main: Büchergilde Gutenberg 2025. 336 S., Hardcover, Leinen, illustriert von Hans Ticha, ISBN 978-3-7632-7182-5, 32 Euro, Vorzugsausgabe: 128 Euro. Kaléko-Notizbuch im selben Design für 16 Euro.)

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 01.09.2024

Der künstlerische Tausendsassa setzt seine Tournee durch Bonn fort: Am 15.09. lädt Thomas Franke zur Lesung ein. Es kommen Werke von Roland Betsch, Gustav Meyrink, Grenville Murray, Wilhelm Busch, Edwin Bormann, H. P. Lovecraft und letzthin Michail Bulgakow zu Gehör. Außerdem wird Franke über den Fortgang seiner Herausgabe der Werke Herbert W. Frankes und von Arno Schmidts "Gelehrtenrepublik" berichten, die er illustrierte und bibliophil edierte.

Faunalogical Songs. Geschichten über tierische u. a. Störenfriede

Thomas Frankes 18. Lesereise durch die Bonner Altstadt geht nach der just am 28. August 2024 erfolgten Verabreichung der schönen und respektive tiefen Dinge ans Weltrund weiter. „Ich könnte selbstverständlich wie alle meine Kolleginnen und Kollegen Bekanntes vortragen, ein paar Seiten aus Harry Potter, ein paar Seiten aus Edgar Allen Poes Die schwarze Katze oder auch gleich die ganze Erzählung, und so weiter und so fort, und damit Publikum ziehen. Allerdings fühle ich mich den unbekannteren Schriftentstellernden besonders verbunden und werde also – wie immer – Spezielles vortragen. Der Betreiber der Zone Bluesbar, Martin Linder, und ich laden demzufolge sehr herzelichst ein, sich diesen Vortragsabend szenischer Gruselantien und Ulkereien nicht entgehen zu lassen …“ Am Sonntag, den 15. September 2024, in der Zone Bluesbar (Maxstraße 2a, 53111 Bonn), Einlass ist 19 Uhr) ... und die Sache heißt: Der Schauspieler Thomas Franke sangsingt Faunalogical Songs. Geschichten über tierische und andere Störenfriede. Zudem: „Hinsichtlich der Auswahl der an diesem Abend vorgetragenen Werke liegt das Hauptaugenmerk auf Spannung, Moritätlichem und Humor.“ Es kommen Texte von Roland Betsch, Gustav Meyrink, Grenville Murray, Wilhelm Busch, Edwin Bormann, H. P. Lovecraft und, wenn noch Platz ist, Michail Bulgakow zu Gehör. Der Vorverkauf läuft über die Altstadtbuchhandlung & Büchergilde: (0228) 63 67 50, und direkt über die Bluesbar: (0228) 69 57 57. Der Eintritt für das Event am 15.09. beträgt 9 Euro. Hingehn!

(André Schinkel)

Fr, 23.08.2024

Zum 100. Geburtstag der "Büchergilde Gutenberg" erschienen neben der Festschrift drei Sonderbände mit Arbeiten von Mark Twain, Pablo Neruda, Erich Knauf, Erich Kästner und e. o. plauen. Am 29.08. wird zudem die Jubiläums-Ausstellung im Museum für Druckkunst im Rahmen eines Festwochenendes in der Buchstadt Leipzig (der Blog berichtete) eröffnet.

Büchergilde 100: Festschrift und drei Sonderveröffentlichungen

Da können die Jubeltage unter dem Motto Vorwärts – mit heiteren Augen! 100 Jahre Büchergilde Gutenberg kommen: Zum Geburtstag der Gilde sind eben die Festschrift und drei Sonderdrucke erschienen, die das vollendete Jahrhundert würdig begehen. „In unserem Jubiläumsjahr geht es um das, was uns ausmacht – eine lange und bewegte Tradition im Namen des ‚schönen Buchs‘. Das feiern wir mit einer Ausstellung in Leipzig und besonderen Publikationen, die verschiedene Facetten der Buchgemeinschaft Büchergilde zeigen“, heißt es im Statement der Vereinigung. Und weiter: „1924 beginnt das ‚Abenteuer Büchergilde‘ – mit dem Buch Mit heiteren Augen von Mark Twain! Wir veröffentlichen den Klassiker als redigitalisiertes Original. Eine Zeitreise bis zu den Anfängen der Buchgemeinschaft.“ So weit, so schön schon. Aber: „Manchmal fehlen uns einfach die Worte, um die Liebe zum Buch adäquat zu beschreiben. Zum Glück würdigte Pablo Neruda all das in seinem zauberhaften Langgedicht Ode an das Buch, das wir als Jubiläumsbüchlein mit Bildern der Künstlerin Stefhany Y. Lozano versehen.“ Und schließlich: „Der Sozialdemokrat Erich Knauf gestaltete als Schriftleiter ab 1928 in Berlin die noch junge Büchergilde Gutenberg, bis 1933 der aufkommende Nationalsozialismus sie zerriss. Wie es Knauf und seinen Freunden Erich Kästner und dem Künstler e. o. plauen erging, erzählt das berührende Werk Habt ein besseres Gedächtnis! ...“ Die Geschichte der Büchergilde ist in der Festschrift Vorwärts – mit heiteren Augen!, die Björn Biester verantwortet, nachzulesen. Glückwunsch!!! Und ... auf zum Festwochenende nach Leipzig!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 18.08.2024

100 Jahre Büchergilde: Festwochenende in Leipzig.

„Vorwärts – mit heiteren Augen!“

Im August 2024 wird die Büchergilde Gutenberg 100 Jahre, eine große Leistung, die den vielen treuen und engagierten Mitgliedern der Buchgemeinschaft, den Genossinnen und Genossen sowie vielen Mitarbeitenden und zahlreichen Wegbegleiterinnen und -begleitern zu verdanken ist. Das soll groß gefeiert werden: Am 29. August startet die Büchergilde Gutenberg an ihrem Gründungsort Leipzig mit einer großen Feier in ein langes Buchwochenende. „Freuen Sie sich schon jetzt auf eine faszinierende Jubiläumsausstellung im Museum für Druckkunst, eine anregende Festschrift, ein buntes Programm an besonderen Büchern und Veranstaltungen rund um das schöne Buch.“ Die am Festwochenende eröffnende Schau wird in der Pleißestadt bis zum 10. November zu sehn sein. Weiter heißt es: „Reinkommen und mitmachen: In der einzigartigen Werkstattausstellung Vorwärts – mit heiteren Augen! 100 Jahre Büchergilde Gutenberg erleben Sie Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft einer ganz besonderen Kulturinstitution.“ Und: „Die Büchergilde Gutenberg ist Abbild der Vielfalt und Lebendigkeit des Literatur- und Kulturlebens im deutschsprachigen Raum. Im August 1924 wurde sie im Leipziger Volkshaus vom Bildungsverband der Deutschen Buchdrucker gegründet und besteht heute als einzige literarische Buchgemeinschaft, getragen von etwa 60.000 Mitgliedern. Seit 2014 als Verlagsgenossenschaft organisiert, unterstützen über 1.500 engagierte Genossinnen und Genossen die Unabhängigkeit der Büchergilde.“ Das Festwochenende in Leipzig macht 100 Jahre Büchergilde mit allen Sinnen begreifbar: Alle Informationen dazu finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 07.07.2024

Neu bei Büchergilde und im aktuellen "Grafikbrief": Grafiker und Buchkünstler Marcel Mayer aus Basel.

Marcel Mayer bei der Büchergilde

Einem Schweizer Künstler, der einen weiten Bogen durch die Welt (so etwa Kanada, Frankreich und den Kaukasus) schlug, widmet sich die aktuelle personale Ausstellung in der Büchergilde Buchhandlung & Galerie in Frankfurt am Main (An der Staufenmauer 9, 60311 Frankfurt am Main), die seit dem 01. Juli und bis zum 31. August (Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa 10–17 Uhr) zu sehen ist. Ausgestellt sind diverse Grafiken und originalgrafische Bücher des 1965 dort geborenen Künstlers Marcel Mayer, der sein Basiscamp in (sic!) Basel aufgeschlagen hat. Zu sehen sind unter anderem Impressionen aus der armenischen Hauptstadt Jerewan und auch die Ausgabe der Zeitschrift Xylon, die Marcel Mayer 2008 gewidmet wurde, ist dabei. Der Grafiker und Buchkünstler leitete eine Reihe Jahre das druckwerk in seiner Heimatstadt, bekleidet derzeit einen Lehrauftrag an der Schule für Gestaltung daselbst. Alle weiteren Informationen dazu gibt es im neuen Grafikbrief.

(Bert Blaubart)