Pirckheimer-Blog

Mo, 03.06.2024

Mit dabei im Juni: Verlag Das Kulturelle Gedächtnis.

Berliner Bücherfest am 08./09.06.

Das Berliner Bücherfest lädt am Samstag und Sonntag, den 08. und 09. Juni 2024 von 11 bis 19 Uhr auf den Bebelplatz (Berlin Mitte, zwischen Unter den Linden und Behrenstraße) ein. Über 100 Verlage, Buchhandlungen und Antiquariate stellen ihr Angebot aus. Es werden da zahlreiche spannende Lesungen für Kinder und Erwachsene in mehreren Lesezelten angeboten. Dazu gibt es vielfältige gastronomische Angebote – und Bücher, Bücher, Bücher. Auch mit dabei: Der Verlag Das Kulturelle Gedächtnis mit seinen schönen Produktionen. Carsten Pfeiffer vom Team des Verlags freut sich auf reges Interesse: „Den Verlag Das Kulturelle Gedächtnis findet Ihr am Stand C 12, gegenüber dem Großen Lesezelt, nahe Behrenstraße.“ Auf nach Berlin, auf zum Bücherfest!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 02.06.2024

Thomas Franke liest Scheerbart und spricht zu Taut am 18. Juni in der Buchhandlung Böttger in Bonn.

Gläserne Grotten: Thomas Franke zu Scheerbart und Taut in Bonn

Thomas Franke lädt zu einer seiner legendären Lesungen nach Bonn ein: „Aufmerksam maken!“ Ganz im Stil von Paul Scheerbart („Wir maken allens dot!“) tritt er auf am 18. Juni 2024, 20 Uhr, in der Buchhandlung Böttger (Maximilianstraße 44, 53111 Bonn) und trägt daselbst aus dem Buch Glasarchitektur seines Wahlverwandten, des Schriftstellers Scheerbart, vor, samt einigen Erzählchen, in welche Scheerbart seine utopischen Architekturphantasien integrierte. Das Event läuft unter dem lodernden und leuchtenden, ja, und letztlich gar keine Frage offen lassenden Titel Gläserne Grotten und galaktische Luftschlösser des Schriftstellers Paul Scheerbart und des Architekten Bruno Taut. „Um 1914 begeisterte der von spinnerten, allerdings auch realitätsbezogenen Visionen getriebene Schriftsteller, Dichter und Erfinder Paul Scheerbart (1863–1915) den jungen Architekten Bruno Taut (1880–1938) für seine Ideen, mit farbigem Glas zu bauen. Infolge dessen wurde ein Forum für utopisches Bauen gegründet, der 1919 von Taut ins Leben gerufenen Briefzirkel Die Gläserne Kette. Franke dazu: „Jau, – das wird ein spannender Abend! Und das mitzuerleben lade ich alle herzlichst ein! Grüße in die gläserne Welt: Thomas Franke.“ Wer nicht hingeht, kriegt scheerbartig geschimpft.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 01.06.2024

Matthias Claudius, Porträt von Friederike Leisching.

Hamburger Bothe 22 erschienen

Ganz frisch ist der neue Hamburger Bothe, die Ausgabe 22 der nördlichen Pirckheimer-Freunde, die aber mittlerweile weit über den Erscheinungsort Hamburg hinaus wirkt, am heutigen 01. Juni erschienen. Die Zeitschrift, die in der Corona-Zeit als Verständigungsorgan in schweigsamer, in treffarmer Zeit gegründet wurde, bildet mittlerweile neben den Marginalien ein zweites Periodikum der Gesellschaft. Wie immer haben die Herausgeber Rudolf Angeli und Peter Engel eine feine Auswahl an Themen und Informationen für die Bibliophilen und Bücherverrückten getroffen und kompiliert. So kommen Paul Hennig, Abel Doering und Rainer Ehrt zu Wort, es wird über den Stand der Subskription für das neueste Werk des Verlags Angeli & Engel informiert (man beeile sich bereits bei den regulären Exemplaren!); primäre Texte gibt es von Arne Rautenberg: zwei visuelle Gedichte. Doering schreibt über den Engel der Geschichte von HAP Grieshaber und Henning über seine Sammlung ostdeutscher Kunst vor und nach der Wende, hier mit besonderem Fokus auf die anerkannt Großen einerseits wie gleichsam die Außenseiter des Sammelgebiets, hier v. a. mit den ausgedehnten Sammlungen zu Wolfgang Henne und Ulrich Tarlatt. Es gibt da ein Porträt der Pegasus-Presse und den vierten Teil von Serenpendity. Ein besonderes Highlights des Heftes ist die Vorstellung einer antiquarischen Neuerwerbung des Reprints des vollständigen Wandsbecker Bothen von Matthias Claudius (1740–1815), die Ausgabe der Zeitschrift, die Claudius von 1771 bis 1775 herausgab und redigierte, beschließt den Reigen dieser wieder gut gefüllten Nummer des (sic:) Hamburger Bothen Nr. 22. Die Online-Ausgabe bekommt man hier: Rudolf_Angeli@web.de.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 31.05.2024

Drei Ausgaben des "Kaptitän Pamphile": Am 07.06. spricht Robert Grieger in Magdeburg über Dumas.

Vorstellung: Alexandre Dumas’ Roman „Kapitän Pamphile“ (1839)

NEUES AUS ROBERTS KLEINER BÜCHERECKE

Meine kleine Buchvorstellung dient als Teaser für meinen Vortrag am 07. Juni 2024 bei den Magdeburger Pirckheimern im Literaturhaus der Elbestadt (Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg, Stadtteil Buckau). Er widmet sich Leben und Werk von Alexandre Dumas dem Älteren (1802–1870), der der meistgelesene Autor französischer Sprache in Deutschland ist. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Vortragssaal des Literaturhauses. Heute im Fokus: sein Kapitän Pamphile von 1839.

Alexandre Dumas:
Kapitän Pamphile.
Aus dem Französischen
von Jörg Trobitius.
Mit einem Nachwort
von Alex Capus.
München: Manesse 2007,
Bibliothek der Weltliteratur,
geb., 400 S., 13,45 Euro,
ISBN 978-3-71752-112-9.

Alexandre Dumas:
Kapitän Pamphile.
Jörg Trobitius (Übersetzer)
Sonderausgabe Büchergilde Gutenberg
Illustriert von Dorothea Huber
Nachwort von Alex Capus
Vorzugsausgabe mit 2 nummerierten
und signierten origiginalen Grafiken,
geb., 269 S., antiquarisch,
ISBN 978-3-76325-940-3.

Einer mildtätigen Anwandlung folgend, rettet er, „der Verfasser“, in einem Pariser Delikatessen-Geschäft eine Schildkröte vor ihrem sicheren Ende als Suppeneinlage. Doch bereits anderntags ist er des Tieres und seiner unappetitlichen Essgewohnheiten gründlich überdrüssig. Kurzerhand macht er es seinem Freund, dem Maler Decamps, zum Geschenk, dessen Atelier bereits einer kleinen Menagerie gleicht. Die meisten der anderen Tiere haben einen weit längeren Weg hinter sich als der Neuzugang: Kapitän Pamphile, einer der illustren Bekannten des Malers, hat sie von seinen abenteuerlichen Seereisen mitgebracht. Und von diesen Reisen wird erzählt, wann immer Decamps seinen bunten Freundeskreis um sich sammelt. So erfährt man nicht nur, wie die Tiere in Pamphiles Hände gerieten, sondern auch, was der geschäftstüchtige Kapitän unterwegs sonst an skrupellosen „Heldentaten“ vollbracht hat. Dumas’ Kunstgriff besteht darin, die haarsträubenden Episoden sämtlich im Ton ungerührter Selbstverständlichkeit zu erzählen, als handle es sich bei Pamphiles merkantilen Schurkenstücken um Geniestreiche an Mut und Geschicklichkeit. Und aus dieser Doppelbödigkeit, den scheinbar drollig erzählten, doch alles andere als harmlosen Tier- und Seegeschichten, gewinnt der Roman seine einzigartige, bitterböse Komik.

Alexandre Dumas:
Captain Pamphile.
Hrsg. v. Gunter Reski u. Marcus Weber
Philo Fine Arts 2011, 25 Euro,
240 Seiten, davon 192 in Farbe.
Mit Texten von Esther Buss u.
Hans-Jürgen Hafner,
deutsch und englisch,
ISBN 978-3-86572-026-9.

Das Buch erschien begleitend zur von Gunter Reski und Marcus Weber kuratierten Ausstellung in der Sammlung Falckenberg / Phoenix Kulturstiftung, Hamburg-Harburg. Ausgangspunkt ist auch hier Alexandre Dumas’ aberwitziger Roman Kapitän Pamphile. Obwohl 1839 erstmals veröffentlicht, entpuppt sich das Frühwerk von Dumas gerade heute wieder als treffsicherer Kommentar zum aktuellen Zeitgeschehen. In ihm beschreibt Dumas belustigt in sarkastischem Unterton die wilden rücksichtslosen Abenteuer des Piratenkapitäns Pamphile. In der Ausstellung wurden nun bildträchtige Schlüsselstellen des Romans von den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern interpretiert. Auf diese Weise entsteht eine Art Bildroman oder Pictorial Novel, welcher/welche prägnante Erzählpassagen der Vorlage annähernd erkennen lässt. Eine vielfältige Autorenschaft führt hier auch zu einem Hauch Gesamtkunstwerk. Zudem mischt sich die vermeintlich vordergründige Bebilderung einer skurrilen Geschichte gezielt mit Reflexionen über das eigene Metier.

(Robert Grieger)

Do, 30.05.2024

Antiquars Paradiso – das Jimbocho-Viertel in Tokyo.

Ein Spaziergang in Jimbocho: Ein Paradies für Bücherfreunde

Im Rahmen einer Gruppenreise nach Japan hatte ich die Gelegenheit, in Tokyo das Jimbocho-(oder auch Jinbocho-)Viertel zu besuchen, wo entlang der Hauptstraße und in den Seitenstraßen zahlreiche Antiquariate zu finden sind. Wahrscheinlich ist eine derartige Häufung von Antiquariaten (2021 sollen es 176 gewesen sein) einzigartig auf der Welt und wird auch nicht von den diversen Antiquariatsdörfern in Europa übertroffen. Eigentlich wollte mich mein Pirckheimer-Freund Professor Yoichi Kiuchi auf diesem Spaziergang kundig begleiten, aus gesundheitlichen Gründen war das aber leider nicht möglich. 

Für einen deutschen Antiquar, der des Japanischen nicht mächtig ist, ist ein solcher Rundgang eine Herausforderung. In einigen Antiquariaten konnte ich kein einziges Buch identifizieren. Die allermeisten Geschäfte sind gut gepflegt, ich sah nur einen einzigen Ramschladen mit chaotischen Papierhaufen. Überhaupt scheinen in Japan viele Bücher mit Broschureinbänden veröffentlicht zu werden. Bei Übersetzungen ist zumindest teilweise der Autor und der Titel auf dem Einband zu lesen, so gesehen etwa bei Klaus Manns Der Wendepunkt.

Einige Antiquariate haben sich spezialisiert, zum Beispiel auf Kunst: Es werden hochpreisige japanische Holzschnitte angeboten, aber auch preiswerte Reproduktionen. Ein Antiquariat bot ausschließlich historische japanische Dokumente an, ein anderes Plakate, Programme, Postkarten und ähnliches zum Thema Film. Ein Antiquariat bot gesondert ausländische Bücher zum Thema Japan. Am längsten aufgehalten habe ich mich im Antiquariat Kitazawa, das im ersten Stock über einer Sortimentsbuchhandlung für Kinderbücher liegt. Hier waren fast ausschließlich Bücher in Fremdsprachen zu finden, beinahe 90 Prozent in Englisch, aber ich fand auch Bücher in Deutsch, Französisch und Spanisch. Eine interessante sprachwissenschaftliche Abteilung gehört auch dazu. 

Da die Kolleginnen und Kollegen kein Deutsch und kaum Englisch sprachen, war eine Unterhaltung nicht möglich. Oft habe ich das Werbeblatt für mein Antiquariat abgegeben, das mit vielen Dankesverbeugungen entgegengenommen wurde. Der englische Wikipedia-Artikel informiert kurz über Jimbocho. Es gibt auch einige Webseiten, die sich konkreter mit den Antiquariaten in Jimbocho befassen. Ein Bücherfreund, der nach Tokyo kommt, sollte Jimbocho nicht verpassen.

(Erich Bürck)

Heinz Zander ist tot. | © by Stadtverwaltung Erfurt

Nachruf: Trauer um Heinz Zander

Heinz Zander (1939–2024), großer Maler und Grafiker der Leipziger Schule, der auch als Autor reüssierte, ist tot. Wie erst vor wenigen Tagen bekannt wurde, starb er am 15. Mai 2024 nach längerer Krankheit in Leipzig. Anlässlich seines im Herbst anstehenden 85. Geburtstags wird gerade eine umfangreiche Auswahl aus seinem den Mythologien und dem Realismus gleichsam verpflichteten Werk im Erfurter Angermuseum gezeigt (der Blog berichtete). Pirckheimer-Freund und Zander-Kenner Peter Arlt schrieb dazu im Neuen Deutschland. Von ihm stammt auch der in der gestrigen Ausgabe der Zeitung erschienene Nachruf. Die Ausstellung in Erfurt, die nun als Retrospektive zugleich zur Hommage wird, ist noch bis zum 28. Juli des Jahres zu sehen. Die Kunstwelt verliert mit dem Meister Heinz Zander einen akribisch-eigentümlich-einzigartigen Magier seiner Fächer.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 29.05.2024

Wolfgang Hilbig war einer der größten Dichter der letzten 50 Jahre. Die Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft ehrt ihn auch 2024. Zuletzt erschien Teil 7 seiner "Werke", deren Einbände Horst Hussel gestaltete.

Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft lädt an drei Hilbig-Orte ein

Er dürfte unter den deutschsprachigen Dichtern der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts einer der größten gewesen sein: Wolfgang Hilbig (1941–2007). In Meuselwitz geboren unter an sich den Künsten nicht unbedingt günstigen Sternen, entwickelte der über die Umwege Leipzig, Hanau, Nürnberg, Edenkoben schließlich nach Berlin gelangende, aber Zeit seines Lebens und Schreibens seiner sächsisch-ostthüringisch geprägten Geburtsstadt verbunden Bleibende, dessen Texte 2002 mit dem Peter-Huchel- und dem Georg-Büchner-Preis gekrönt wurden, ein fulminantes Werk. Gründend in der Lyrik, entstanden atemberaubende Erzählungen und Novellen, drei skurril-bedrückende Romane, auch Essays ... vor allem aber prägte Hilbigs Unbedingtheit und Hingabe an die Arbeit eine ganze Reihe ihn umgebende und ihm nachfolgende Dichter und Erzähler. Die Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft mit Sitz in Leipzig lädt nun zu einer Folge Veranstaltungen ein, die sich dem Meister widmen. Am 04. Juni wird es im Haus des Buches (Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig) um 19.30 Uhr ein Übersetzergespräch mit Bernard Banoun, der Professor an der Pariser Sorbonne ist und dessen Übertragung von Hilbigs Alter Abdeckerei im Frühling erschien ... sowie Tevfik Turan, der die Alte Abdeckerei ins Türkische übersetzte. Es moderiert Roberta Gado, auch sie Mitglied der WHG. Bereits am 02. Juni, dem Todestag des Dichters, trifft man sich um 14 Uhr zu einer poetischen Reverenz an Hilbigs Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. Dazu spricht Michael Ostheimer. Und am 03. Juni führt Volker Hanisch die Gäste durch Wolfgang Hilbigs Meuselwitz. Dabei wird auch der japanische Hilbig-Spezialist Hiroshi Yamamoto, der an der Universität Tokyo lehrt, erwartet. Weiter geht es am 13. Juni, wiederum in Leipzig: Im HdB liest Wilhelm Bartsch aus seinen neuesten Gedichten, die mehrere Reminiszenzen an W. H. enthalten. Beide Dichter waren eng befreundet. Und auch dür die Traditions-Lesung am Vorabend des Hilbig-Geburtstags ist gesorgt: Am 30.08. geben sich dort Nico Bleutge und José F. A. Oliver die Ehre. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 28.05.2024

Wichtig: Gremium "Initiative kulturelle Integration".

Initiative Kulturelle Integration

Die Initiative kulturelle Integration hat sich als Gremium im Jahr 2016 auf Anregung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, weiter der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien beim Bund, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, die zugleich die Beauftragte für Antirassismus ist, sowie des Deutschen Kulturrates gebildet. Ihr gehören 28 Organisationen und Institutionen an, die verschiedene gesellschaftliche Bereiche repräsentieren. Die Mitglieder vertreten dabei ein breites Spektrum an Institutionen und Organisationen, verschiedene politische Ebenen und Interessen. Sie stehen für ein vielfältiges Engagement und den Zusammenhalt in einer pluralen Gesellschaft. Im Jahr 2017 hat die Initiative kulturelle Integration 15 Thesen Zusammenhalt in Vielfalt vorgelegt. Sie dienten der Selbstverständigung in einer pluralen Gesellschaft, die angesichts der Fluchtbewegungen in den Jahren 2015 und 2016 vor großen Herausforderungen stand. Die Initiative kulturelle Integration lädt ausdrücklich dazu ein, sich mit den Thesen zu beschäftigen, sie zu verbreiten und mit Leben zu füllen. Anlässlich des rassistisch motivierten Anschlags in Hanau am 19. Februar 2020 hat die Initiative die Resolution Gegen Rassismus und Ausgrenzung! Für Zusammenhalt in Vielfalt! verabschiedet. Mit Blick auf das sich wandelnde bürgerschaftliche Engagement hat sie ihre Positionen zu diesem Thema im Grundsatzpapier Für Zusammenhalt in Vielfalt. Die Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements gestalten nochmal präzisiert. Neben den genannten Papieren hat sich die Initiative kulturelle Integration seit der öffentlichen Vorstellung der 15 Thesen 2017 darauf konzentriert, sie bekanntzumachen, sie zur Diskussion zu stellen und damit zum Diskurs zu einem Zusammenhalt in Vielfalt anzuregen. Hierzu führte die Initiative unter anderem Jahrestagungen durch, initiierte Wettbewerbe und veranstaltete Tagungen. Sie beteiligte sich an Veranstaltungen und informierte auf ihrer Webseite www.kulturelle-integration.de regelmäßig über Aktuelles zu dem breiten Feld des Zusammenhalts in Vielfalt. Sechs Jahre nach der ersten öffentlichen Vorstellung des 15-Thesen-Papiers Zusammenhalt in Vielfalt galt es angesichts der weltweiten Veränderungsprozesse mit frischem Blick auf eben die Thesen zu blicken. Die vorliegenden aktualisierten 15 Thesen Zusammenhalt in Vielfalt sind das Ergebnis eines mehrere Monate anhaltend geführten Diskussionsprozesses innerhalb der Initiative kulturelle Integration.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 27.05.2024

Der Verein für die Geschichte Berlins e. V. lädt am 11., 19., 24. und 25.06. zu diversen Veranstaltungen ein.

Verein für die Geschichte Berlins lädt zu Veranstaltungen ein

Dr. Manfred Uhlitz vom Verein für die Geschichte Berlins e. V. lädt zu Veranstaltungen ein, einer dieser Termine ist literarischer Natur: am Mittwoch, den 19. Juni 2024, um 19 Uhr, liest und erzählt Christian Buckard, freier Autor und Journalist, die Geschichte von Egon Erwin Kisch im Romanischen Café. Zwischen 1921 und 1933, wohnte der ‚rasende Reporter‘ Egon Erwin Kisch in Berlin. Genauer gesagt: Er wohnte im Romanischen Café. In seiner Wohnung schlief er nur. Zwischen morgens und nachts schlug Egonek immer wieder im Café auf, um dort Geschichten zu erzählen, Neuigkeiten zu erfahren, Weltreisen zu planen und die große Welt anzutreffen. Denn nur im Romanischen Café lag Prag direkt neben Odessa, Budapest, New York, Wien, Moskau oder Tokio. Egon Erwin Kisch und das Romanische Café findet statt im Berlin-Saal der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Breite Straße 36, 10178 Berlin. Gäste sind willkommen, der Eintritt ist frei. Weiterhin gibt es den Bundeskongress Heimat 2024: Heimat – Krieg und Frieden am 24. und 25.06. im Berliner Rathaus, Rathausstraße 15, 10178 Berlin in Koorperation mit dem Verein. Bereits am 11.06. wird zur Denkmalsoiree geladen zum Thema Was uns verbindet. Warum erhalten wir unser Erbe und warum sammeln wir dessen Zeugnisse? u. a. mit dem Landesarchäologen von Berlin, Professor Dr. Matthias Wemhoff. Ort: Nicolaihaus, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Brüderstraße 13, 10178 Berlin. Beginn: 19 Uhr. Der Eintritt ist auch bei diesen Veranstaltungen frei.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 26.05.2024

Jenny Erpenbeck. | © Amrei-Marie via CC BY-SA 4.0

International Booker Prize für Jenny Erpenbecks „Kairos“

Es ist der erste International Booker Prize überhaupt, der nach Deutschland geht, und er ging, wie in der Tate Mitte der vergehenden Woche bekannt wurde, in diesem Jahr an Jenny Erpenbeck und ihren Übersetzer Michael Hofmann für den Roman Kairos. Eine Auszeichnung, wie sie im Rang großen, hochdotierten nationalen Ehrungen wie dem Georg-Büchner- oder dem Joseph-Breitbach-Preis (den Erpenbeck bereits 2013 erhielt) nicht nachsteht und zudem das Fenster in die internationale Literaturszene weit öffnet. Mithin dürfte mit der Preisung, die der Autorin wie dem Übersetzer gleichsam und in gleichen Teilen des Preisgelds zusteht (je 25.000 Pfund), eine der bedeutendsten und mitreißendsten Erzählerinnen der Gegenwart gefeiert werden. Die Medien berichten von einem regelrechten Starrummel um Erpenbeck und Hofmann in London. So möge es, zumal wenn es den schönen Künsten dient, sein und bleiben. Glückwunsch an die Geehrten!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 25.05.2024

In Alice Munros Büchern baden ... | © by CC BY-SA 2.0

Mai: Erinnerung an Alice Munro

In ihrer Heimat Kanada ist sie so berühmt, dass ganze Bibliotheks- und Buchhandlungswände nur aus ihren Werken bestehen: Die Literaturnobelpreisträgerin von 2013, Alice Munro (1931–2024), starb am 13. Mai still, sie war schon lange verstummt; aber ihre 150 Erzählungen vor allem werden es sein, die sie auch fortan zum festen Bestand der angelsächsischen Literatur zählen lässt. In den englischsprachigen Ländern war Munro eine Bestsellerautorin, zugleich eine Meisterin des Stils der Novelle wie der Short Story. Die hohe Ehrung für sie kam spät, viele meinen, zu spät, und sie verwehrte wohl zugleich auch die Auszeichnung der zweiten, ebenso großen Erzählerin aus Kanada, Margaret Atwood, die den Nobelpreis auch längst und zwingend bekommen haben müsste. Das wird nun wohl nicht mehr geschehen, aber es ist genausowenig Alice Munro, die eine diebische Vorliebe für verzwickte Geschichten hatte, anzulasten ... Als Buch des Monats möge im Mai Munros letzte Sammlung Dear Life stehen, im Original 2012, in deutscher Übersetzung unter dem Titel Liebes Leben 2013 bei S. Fischer erschienen: 14 Erzählungen, in feiner Meisterschaft vereint.

(André Schinkel)

Fr, 24.05.2024

"Licht und Labyrinth": André Schinkel liest aus neuen Publikationen in der Alten Kanzlei in Bleicherode.

Schinkel: „Licht und Labyrinth“

André Schinkel, der in Halle an der Saale lebt und dem Verein „Dichterstätte Sarah Kirsch“ über Lesungen, Porträts und Ausstellungen sehr verbunden ist, wird am 25.05.2024, 14.30 Uhr zwei neue Projekte in der Alten Kanzlei in Bleicherode vorstellen: Saale-Licht, das beruhend auf einer Idee von und in enger Zusammenarbeit mit der Malerin und Grafikerin Andrea Ackermann über mehrere Jahre entstand, sieben Einblätter mit Radierungen und Texten enthält und 2023 als originalgrafische Mappe erschien, sowie seinen neuen Lyrikband Mondlabyrinth. Die Gedichtsammlung bildet den dritten Band seiner „Gestirn“-Tetralogie und wird im September 2024 im Mitteldeutschen Verlag erscheinen. Die Covergestaltung lag bei Susanne Theumer, die unlängst im Schloss Heringen ihre Arbeiten zu Gedichten Mascha Kalékos ausstellte. Schinkel liest und erzählt, beantwortet und stellt Fragen. Alle Interessierten sind zu diesem literarischen Nachmittag herzlichst eingeladen.

(Neue Nordhäuser Zeitung/Pressemitteilung)

Do, 23.05.2024

In Poznań wurden 27 verschollen geglaubte Bücher aus den Sammlungen der Brüder Grimm entdeckt.

Sensation: 27 der Grimm-Bücher in Unibibliothek Poznań entdeckt

Es ist eine kleine Sensation: 27 Grimm-Bücher, die nach 1945 als verschollen galten, wurden in der Universitätsbibliothek der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań gefunden, teilt soeben die Universität mit. Die Suche wurde durchgeführt von: Professorin Eliza Pieciul-Karmińska von der Fakultät für Neuere Sprachen der nach dem wohl größten der Drei polnischen Barden der Romantik benannten Alma mater und Renata Wilgosiewicz-Skutecka von der Universitätsbibliothek.

Es handelt sich um Bücher aus der Arbeitsbibliothek von Jacob (1785–1863) und Wilhelm Grimm (1786–1859), als Sammler der berühmten Kinder- und Hausmärchen bekannter noch als die Brüder Grimm, die ihrer Hauptarbeit, der philologischen Forschung zur deutschen Sprache, galten und zum Teil mit handschriftlichen Vermerken der beiden versehen sind. Es befinden sich darunter so bedeutende Originale wie der Simplicissimus Teutsch (samt Einträgen) und sechs Inkunabeln ...

„Die in der Universitätsbibliothek in Poznań gefundenen Bände aus der privaten Büchersammlung der Brüder Grimm, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs als verschollen galten, können wesentlich zur Entwicklung der zeitgenössischen Grimm-Forschung beitragen und auch Hoffnung geben, dass die Sammlung des BUP auch andere – als verschollen geltende – Objekte aus der Privatbibliothek von Jacob und Wilhelm umfasst“, schreiben die Forscherinnen in einem Artikel, der in der Universitätszeitschrift Biblioteka erschien, zudem den Werdegang der Forschungen umreißt.

Auch werden interessante Überlegungen zum Gelangen in die und den Verbleib an der polnischen Universität angestellt. Die privaten, in Jahrzehnten gesammelten Bibliotheksbestände der Brüder Grimm beliefen sich auf etwa 8.000 Bände. Diese Bücher gelten in der deutschen Germanistik als eigenständiger Forschungsgegenstand ... eine nach dem Verzeichnis von Ludwig Denecke erstellte Nachbildung der Bibliothek der Grimms ist in Berlin aufgestellt. Die Krönung des Grimm-Werkes dürfte das Deutsche Wörterbuch sein, ein Objekt, das bis heute in Bewegung ist. Mit allergrößter Sicherheit hilft das nun Entdeckte, den Kenntnisstand zu diesem Mammutwerk weiter zu vertiefen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 22.05.2024

Neues Domizil in HH-Uhlenhorst: Die "Griffelkunst".

Neues von der Griffelkunst

Alles neu macht der Mai: Nach dem Umzug der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e. V. in den Stadtteil Uhlenhorst (Oberaltenallee 78, 22081 Hamburg) residiert die traditionsreiche (1925 gegründet) und deutschlandweite (4.000 Mitglieder) Vereinigung auf stolzen 1.000 Quadratmetern mit 125 Grafikschränken voller Schätze. Auch die Quartalswahlen für das erste Vierteljahr 2024 waren getroffen: Es reisten seit Beginn des Jahres die Arbeiten von Heimo Zobernig (Inkjets nach arrangierten Kartonassemblagen), von Benedikt Leonardt (Lithografien in Airbrush-Technik nach analogen Fotografien) und Asana Fujikawa (Zeichnungen und Radierungen) durch die Republik. Die gewählten Arbeiten für das zweite Quartal sind nun seit Beginn des Mai unterwegs: Caroline Krzecki (Mappe mit sechs Lithografien), Dora Kallmus alias Madame d’Ora (1881–1963, sechs Fotografien aus dem Nachlass) sowie Walid Raad (digitale Offset-Drucke). Das Basiscamp indes in Hamburg feierte, nachdem der Umzug im Februar vollzogen wurde, am 05. Mai mit einem Tag der offenen Tür seinen Uhlenhorst-Einstand, und auch sonst bleibt es mit diesem Verein, der für die Kunst brennt, interessant und aufregend: Alle Informationen zur Griffelkunst finden sich auf der Webseite der Gesellschaft. Dort gibt es auch ein Video und ein Verzeichnis aller Ausstellungsorte.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 21.05.2024

Vom 28.05. bis 07.06: die "drupa 2024" in Düsseldorf.

„Drupa 2024“: 28.05. bis 07.06.2024

Die drupa in Düsseldorf vom 28. Mai bis 07. Juni 2024 (Messeplatz, Stockumer Kirchstraße 61, 40474 Düsseldorf) ist die perfekte Gelegenheit, um sich mit Experten und führenden Vertretern der Druck- und Grafikbranche auszutauschen. Sie haben die Möglichkeit, Fachleute aus der ganzen Welt zu treffen und sich über die neuesten Trends, Techniken und Technologien zu informieren. Neben dem umfangreichen Rahmenprogramm bietet die drupa auch mehrere Sonderforen, in denen spezielle Themen der Druck- und Grafikindustrie fokussiert und vertieft diskutiert werden. Ganz gleich, ob Sie Ihr Wissen erweitern, neue Lösungen entdecken, wertvolle Kontakte knüpfen möchten, die Spezialforen der drupa bieten Ihnen eine einzigartige Gelegenheit dazu. Die drupa bildet somit die ideale Plattform, um neue Produkte und Dienstleistungen in der Druck- und Grafikindustrie zu entdecken. Sie haben die Möglichkeit, neue Materialien, Geräte, Software und vieles mehr kennenzulernen, die Ihnen helfen können, Ihr Unternehmen auf die nächste Stufe zu heben. Die Messe ist MoFr 1018, Sa/So 1017 Uhr geöffnet. Alle Infos zur drupa gibt es hier.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 20.05.2024

Zanders Adaption des Apollon-und-Marsyas-Stoffs.
Heinz Zander trat als Maler, Grafiker, Autor hervor. 2024 wird der Vertreter der Leipziger Schule 85.
Angermuseum in Erfurt. | © Stadtverwaltung Erfurt
Blick in die Exposition. | © by Stadtverwaltung Erfurt

Erfurt: „Der den Bettel schleppt“

Das Angermuseum Erfurt zeigt Malereien und Grafiken des fantastischen Realisten Heinz Zander

Mit der Formel „moderne Kunst“ kann wenig von Kunst erfasst werden. Wie Künstler Schüler von vorangegangenen Künstlern geworden sind, nimmt Goethes Verständnis von Kunst in den Griff: „Es geht durch die ganze Kunst eine Filiation“. Was es heißt, sich als Künstler in die Tradition zu begeben, zeigt etwa ein Selbstbildnis Heinz Zanders (*1939) mit dem bekennenden Titel Selbst mit herbstlicher Palette als ein Schüler des Hyacinthe Rigaud, das sich in Privatbesitz befindet. In ihrer Traditionsbezogenheit und altmeisterlichen Virtuosität spottet Zanders Kunst der Schwemme an selbstreferentiellen und kurzzeitigen Innovationen „moderner Kunst“. Zander wurde von Grazien aus der Frührenaissance, dem Manierismus und dem Symbolismus besucht, von des Künstlers eigener Grazie lächelnd eingelassen. Mit der sich ständig erneuernden Imaginationskraft seiner Bildsprache, mit der prallen sinnlichen Präsenz der gestreckten und gebogenen Figuren, mit spannend inszeniertem Geschehen in leuchtenden Farben und einer faszinierenden Stofflichkeit der Dinge begeistert der Leipziger fantastische Realist, der in Wolfen geboren wurde, nach wie vor. 

1965 brachte der Kunsthistoriker Dieter Gleisberg im Lindenau-Museum von Altenburg Zanders „magisches Zauberspiel“ in der ersten Einzelausstellung zur Aufführung. Nun, anlässlich seines 85. Geburtstags, zeigt das Angermuseum Erfurt nun erstmals komplett die Malereien, Grafiken und Handzeichnungen von Heinz Zander, unter anderem das Bildnis Sonja Kehlers, das Selbstporträt von 1981 und Gebirgslandschaften. Keinem anderen Künstler der Leipziger Schule wurde vor 1989 in dieser Institution so viel Aufmerksamkeit und Wertschätzung zuteil wie Heinz Zander. Diesem Thema widmet sich Kuratorin Cornelia Nowak, die dem Katalog auch eine ausführliche Biografie mit fundierter Schaffensdarstellung beisteuerte. Wieder abgedruckt ist auch Hans Bruckschlegels Erläuterung Nicht mischen, sondern lasieren (1984) über die Maltechnik als Ausdruckswert von Zanders Malerei, ebenso Zanders Text Aus der Zeit der frühen Mütter. Theseus und Perseus (1982).

Die großartige Ausstellung, bereichert mit Bildern aus etlichen Orten und aus der Sammlung des Unterstützers Peter Thoms aus Mühlhausen, sowie der gewichtige Katalog würdigen Zanders Werk in den ersten Jahrzehnten seines Schaffens zu literarischen Stoffen von Johann Wolfgang Goethe, Thomas Mann (Dr. Faustus, 1964–1967) bis zu Bertolt Brecht (Anachronistischer Zug, 1984). Durch staatliche Aufträge befördert, spielten in Zanders Werk historische Ereignisse eine wichtige Rolle – etwa die Thüringer Bauernaufstände 1525 oder die unter dem Begriff Tolles Jahr von Erfurt in die Geschichte eingegangene Revolte der Stadtbevölkerung von Erfurt gegen ihre Ratsherren von 1509. Der Kunsthistoriker Thomas von Taschitzki erläutert außerdem die bildgewordene Opposition des Augustinermönchs Martin Luther gegen das Ablassunwesen. Da der große Reformator in der bereits 1525 evangelisch gewordenen Barfüßerkirche in Erfurt eine Predigt hielt, besitzt Heinz Zanders Luther-Triptychon zu dessen Biografie einen direkten Bezug.

Im Panorama-Museum von Bad Frankenhausen bewahrt Gerd Lindner einen umfangreichen Sammlungsbestand. Im Katalog untersucht er weitgreifend und tiefgründig Zanders Lebensfahrt, und auch, wie der Künstler den Ausdruck in gleichnishafter, antithetischer Verdichtung subtil steigert und die geistige Durchdringung gekonnt mit den Mitteln der Ironie zu verfeinern weiß. Der Autor dieses Textes führt an Theseus, Perseus und Kentauren Zanders innovativen Mythologiebezug vor, etwa wie Apollon mit feinem Messer den weiblichen Marsyas tranchiert und die textile Haut entfernt. „Das Literarische ist das Vornehmste in der Kunst“, so lautet ein Aphorismus Zanders, der nicht das literarische Schaffen an sich meint, das er ebenso beherrscht, sondern das Literarische in der bildenden Kunst. Darunter versteht Zander nie die „plumpe Abbildung eines vorgeschriebenen Gedankens“, sondern eine Bilddichtung in gestalthafter Sinnfindung. Demjenigen, der, vom Reinlichkeitsgedanken beschränkt, Literarisches in der bildenden Kunst für eine unerlaubte Mischung hält, entgeht etwas. Diese Haltung reicht als Kunstform bis weit ins Mittelalter zurück.

Bevor er ein Protagonist der gegenwärtigen realistischen Kunst in Europa wurde, begeisterte Heinz Zander bereits während des Studiums in Leipzig (1959–1964) und als Meisterschüler bei Fritz Cremer mit herausragender Leistung. Sogar der Lehrkörper in Leipzig ließ sich, über die Schulter dieses Studenten blickend, über Zeichenkunst belehren. Der Ausstellungsbesucher staunt: Etwa darüber, dass der, der den Bettel schleppt, doch glaubt, die Welt belehren zu können (in einem Gemälde von 1989), und ebenso über die Farbkunst ... – wie im schwarzen Grund Krapplack und Pariserblau schimmern. Die Ausstellung Heinz Zander. Zeit und Traum zum 85. Geburtstag des Meisters ist bis zum 28. Juli im Angermuseum Erfurt zu sehen, den Katalog gibt es für 30 Euro.

(Peter Arlt)

So, 19.05.2024

Vortrag zu Dumas im Magdeburger Literaturhaus am 07.06.: Robert Grieger spricht über den Schöpfer der "Drei Musketiere" – der zugleich ein Lebemann war ...

Ein Hieb, ein Stich, Dumas. Vortrag in Magdeburg am 07. Juni 2024

Vor längerer Zeit durfte ich für die Berliner Pirckheimer einen Vortrag zu einem meiner großen Themen halten: Alexandre Dumas. Wer damals nicht dabei sein konnte und wen dies interessiert, hat in Magdeburg im Literaturhaus in der Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg, am 07. Juni 2024 die Möglichkeit, mich bei unseren Freunden, den Magdeburger Pirckheimern, um 19 Uhr zu sehen. Alexandre Dumas der Ältere (1802–1870), Verfasser unter anderem der großen Bestseller Die drei Musketiere und Der Graf von Monte Christo, Schöpfer literarischer Mythen, war ein Lebemann und Geschäftsmann und der Prototyp des freien marktorientierten Schriftstellers – er ist bis heute der meistgelesene französische Autor in Deutschland. „Wer einen Einblick in das Leben und Werk dieses Literaten erhalten möchte, ist am Freitag, den 07. Juni, im Literaturhaus Magdeburg genau richtig. Dort wird der Berliner Dumas-Sammler Robert Grieger dieses Thema dem Publikum nahe bringen. Beginn ist um 19 Uhr. Der Vortrag ist öffentlich. Gäste sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei“, heißt es in der Einladung der Magdeburger Pirckheimer um Sigrid und Ralf Wege.

Vortrag zu Leben und Werk 
des Alexandre Dumas
mit Robert Grieger (Berlin)
Freitag, 07. Juni 2024, 19 Uhr
Literaturhaus Magdeburg
Thiemstraße 7, 39104 Magdeburg
Info: www.pirckheimer.de

(Robert Grieger)

Sa, 18.05.2024

Die Mitgliederausstellung der "Hellen Kammer" im Literaturhaus zu Halle ist ein großer Erfolg. Gezeigt werden die Positionen von 15 Fotografinnen und Fotografen, darunter Nicole Müller, Marcus-Andreas Mohr, Daniel K Schweizer, René Schäffer, Reimund Schmidt-de Caluwe. Die Schau ist bis zum 28.06. im Literaturhaus zu sehen, es erschien ein Katalog.

Raum für Fotografie: Die „Helle Kammer“ im Literaturhaus

Hallescher Mai, Part III: Gute Nachricht aus der Nachbargattung – die zweite Ausstellung des noch jungen Vereins Helle Kammer – Raum für Fotografie, die seit 26. April und noch bis zum 28. Juni im Literaturhaus gezeigt wird, ist ein großer Erfolg. Allein die Vernissagefeier, bei der 400 Menschen Einlass begehrten, dürfte wohl in die Annalen des Kunstjahrs der Saalestadt eingehen. Gezeigt werden in der Mitgliederschau Positionen von 15 Mitgliedern des Vereins, darunter Knut Mueller, Mario Schneider, Juliane Fränkel, Anja Krämer und Norbert Kaltwaßer. Zudem erschien ein Katalog mit allen Beteiligten. Eine große Entdeckung dürften die Bilder von Thomas Plenert sein, der als Kameramann hohe Ehren erfuhr und im letzten Jahr leider verstarb. Die Schau kann immer in der Stunde vor den Veranstaltungen im Haus besichtigt werden. Zusätzlich öffnen Mitglieder der Hellen Kammer die heiligen Hallen in der Bernburger Straße 8, 06108 Halle, an den Sonnabenden: bis zur Finissage am 18., 25.05. sowie am 01.06., 08.06. und am 15.06. Der Eintritt in die Exhibition ist frei, ausstellungsbegleitend finden am 07. und 28.06. Lesungen statt. Hinjehn!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 17.05.2024

Die Schau "Geheimcodes. Hans Baluscheks Malerei neu lesen!", die rund 60 Exponate seines Œuvres präsentiert, versucht eine neue Entschlüsselung dieses rätselhaften Malers. Zu sehen ist sein Werk bis 01.09. im Bröhan-Museum in Charlottenburg.

„GEHEIMCODES. HANS BALUSCHEKS MALEREI NEU LESEN!“ bis 01.09.24

Der Berliner Maler Hans Baluschek (1870–1935) entwickelte seine Malerei parallel zu den Kunstströmungen vom Impressionismus über den Expressionismus im Kaiserreich bis zur Neuen Sachlichkeit in der Weimarer Republik. Immer bleibt er ein gegenständlicher Maler, wobei seine Bilder von einer merkwürdigen Konstruiertheit geprägt sind. Baluschek wurde in bisherigen Ausstellungen als sozialkritischer Künstler interpretiert, der das Leben der Berliner Arbeiterschaft wahrheitsgemäß abbildet. Dabei wurde übersehen, dass seine Bilder viel hintergründiger sind und voller Anspielungen stecken. Mit Bezügen zu Hexenkult, Spiritismus, okkulten Gedanken, Zahlenmystik enthalten seine Bilder so zahlreiche Andeutungen, die auf die vielfältigen Konzepte des frühen 20. Jahrhunderts verweisen, eine Wirklichkeit hinter der scheinbaren Wirklichkeit zu suchen. Durch mehr oder weniger eindeutige Zitate und Verweise lockt er den Betrachter auf immer neue Fährten, animiert ihn, sich selbst und die Wirklichkeit zu hinterfragen. Wirklich entschlüsseln lassen will er seine Bilder jedoch selten. Baluschek war eines der ersten Mitglieder der Berliner Secession und seit 1920 aktives Mitglied der SPD. Im Nationalsozialismus als Sozialdemokrat verfolgt und all seiner Ämter enthoben, starb er 1935 in Berlin. Wie kaum ein anderer Künstler erfasste Baluschek den Geist der Zeit, der sozialen Spannungen der Wilhelminischen Ära. In Opposition zum herrschenden akademischen Kanon malte er die wachsende Industriestadt Berlin, Fabrikarbeiter, Arbeitslose und soziale Außenseiter. Die Modernität von Baluscheks Gemälden ist dabei nicht nur in den Themen zu suchen, sondern auch in der Bildanlage: Schon früh setzt er radikale Anschnitte ein, die Figuren erscheinen immer wieder vom Bildrand begrenzt. Die Schau Geheimcodes. Hans Baluscheks Malerei neu lesen!, die rund 60 Exponate präsentiert, versucht eine neue Entschlüsselung dieses rätselhaften Malers, der sich selbst in einem fiktiven Dialog mit einem Kunstkritiker als Realist und Phantast bezeichnete. Noch bis zum 01. September ist sie in Berlin im Bröhan-Museum (Schlossstraße 1a, 14059 Berlin (Schloss Charlottenburg)) zu sehen.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Do, 16.05.2024

"Belles Lettres" – Schöne Bücher zeigt die aktuelle Kabinettexhibition in den Franckeschen Stiftungen. Gezeigt werden zahlreiche Preziosen aus eigenen Beständen. Die 325 Jahre alte Schulstadt gehört zu den bedeutendsten Kultureinrichtungen aus der Epoche des lutherischen Pietismus in Deutschland.

Schönes in Franckes Bibliothek

Die Historische Bibliothek der Franckeschen Stiftungen in Halle schmückt sich in diesem Jahr mit den Belles Lettres – gezeigt werden dabei besonders sehenswerte Bücher aus dem Bestand der Einrichtung: Ritterromane, Trauerspiele, berühmte Gedichte, Novellen und Märchen. In der Schau reicht die Bandbreite der Exponate von einer mittelalterlichen Handschrift über prachtvoll illustrierte Drucke der Frühen Neuzeit bis hin zu Erstausgaben der Klassik und Romantik. Zugleich versteht sich die Kabinettausstellung als Beitrag zum Klopstock-Jahr 2024. Die Eröffnung der Exposition am 25. April wurde mit einem Vortrag von Dr. Christiane Holm, Germanistin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, über die besonderen Herausforderungen beim Ausstellen von Büchern eingeleitet. Die Schau ist bis zum 03. November 2024 zu sehen. Eintritt in die Stiftungen: 8 (ermäßigt 5) Euro. Die Museen und Bibliotheken am Rand des Glaucha-Viertels sind Di bis So von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Zum Internationalen Museumstag am 19. Mai ist der Zutritt in allen Einrichtungen der Schulstadt im Übrigen frei ... Weitere Infos unter diesem Link.

(André Schinkel/Pressemitteilung)