Pirckheimer-Blog

Mi, 24.12.2025

Wir wünschen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und es ist Zeit, innezuhalten und die schönen Momente zu feiern. In dieser besonderen Weihnachtszeit senden wir allen Pirckheimern, Freunden, Familien die besten Wünsche voller Freude, Glück, Gesundheit und Liebe.

„Ich werde Weihnachten in meinem Herzen ehren und
versuchen, es das ganze Jahr hindurch aufzuheben.“

(Charles Dickens.)

Euch allen ein schönes, bibliophiles und besinnliches Weihnachtsfest!

Matthias
und Till sowie
Hans, Dan
und Robert 

(Vorstand der Pirckheimer-Gesellschaft)

Di, 23.12.2025

"Es war einmal ein Faustkeil ...": Leseprobe aus einem der Kreativprojekte des Verfassers. Die Kursivstellen sind vorgegeben. | © Didier Descouens (CC BY-SA 3.0)

Minimärchen für zwischendurch

Es war einmal ein Faustkeil, der lag im Bücherregal eines Archäologen zwischen den Werkausgaben von Goethe und Winckelmann. Am liebsten sah er seinem Besitzer zu, wenn er Scherben und Klingen sortierte, sich die schmaler werdenden Haare raufte und an guten Tagen seiner Frau ein Küßchen gab. Eines Tages aber war der Archäologe gestorben, und es wurde still im Arbeitszimmer des Archäologen, nur das Schluchzen der Frau des Archäologen hörte man immer wieder durch die Tür. Es brachte nichts, die Traurigkeit müsse aufhören, sagte sich der Faustkeil und wackelte und ruckelte solange an sich selbst herum, bis er aus dem Regal fiel und die Frau kam und ihn aufhob. Seitdem liegt er im Wohnzimmer auf dem Tisch bei der Frau, die ihn von Zeit zu Zeit streichelt, als sei der Faustkeil der Kopf des Archäologen – und weil zumindest Faustkeile unsterblich sind, kann man nur hoffen, daß sie nun nicht mehr so traurig sind. 

 

(André Schinkel)

Mo, 22.12.2025

Luise, Fontane in Berlin, am 25.02. auch Rainer Ehrt.

„Fontane beim Friseur“ – in Berlin

Das Museum Ephraim-Palais (Poststraße 16, 10178 Berlin) hat mit der Zeichnung Fontane beim Friseur ein Blatt von Künstler und Pirckheimer-Freund Rainer Ehrt erworben. Es zeigt eine fiktive Begegnung zwischen dem Schriftsteller und dem legendären Berliner Hof-Friseur François Haby. Interessenten können es im Neuen Jahr in Augenschein nehmen, wenn Ehrt dort aus sein neuestes Werk, das Buch Preußens Luise zum 250. Geburtstag der Gattin Wilhelm III., vorstellt. Das Buch ist im Berliner Bäßler-Verlag angekündigt. Die Präsentation findet am 25.02.26 um 18 Uhr im Salon des Museums statt. Der Platz ist begrenzt, Tickets können jetzt schon via Link geordert werden. 

(André Schinkel)

So, 21.12.2025

Die Lette-Schau "Schere–Stil–Papier. Lettegrafik x Johanna Beckmann" – ab 23.01.26 im Kulturforum.

SMB Berlin: „Schere–Stil–Papier“

Schere–Stil–Papier. Lettegrafik x Johanna Beckmann heißt die Ausstellung, die vom 23.01. bis zum 01.03.2026 im Kulturforum der Staatlichen Museen zu Berlin zu betrachten sein wird. – „Wie viel Designpotential steckt in der Technik des Scherenschnitts? Wo kann Grafik entstehen, wenn Schere und Papier zusammentreffen? Die Ausstellung Schere–Stil–Papier zeigt, wie Studierende am Lette Verein Berlin heute gestalterisch auf historische Scherenschnitte von Johanna Beckmann (1868–1941) aus der Museumssammlung der Kunstbibliothek reagieren. Die Werke machen die große Bandbreite grafischer Medien und Techniken sichtbar: von Plakaten im Siebdruck, Cyanotypien, Typografie-, Illustrations- und Digitalarbeiten bis zu Buch- und Bewegtbild-Projekten – alle im Ausbildungsgang Grafikdesign entstanden.“ Vor 150 Jahren wurde die Abteilung am Lette Verein gegründet – damals eine der wenigen Schulen, an denen sich Frauen in gestalterischen Berufen ausbilden konnten. Etwa zur gleichen Zeit studierte Johanna Beckmann da sowie an der Anstalt der Berliner Kunstgewerbeschule, aus der später die heutige Kunstbibliothek hervorging. Sie wurde als Scherenschnittkünstlerin, Porzellanmalerin und Autorin bekannt. Ihre Kunst ist geprägt von klaren Formen, starken Kontrasten und viel Raum für Fantasie. Die Werke, ab 1895 international ausgestellt, leben stark von der Inspirationskraft und Magie der Natur – ein Thema, das auch in der Ausstellung Schere–Stil–Papier Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Die Infos dazu gibt’s hier.

(André Schinkel/SMB/Pressemitteilung)

Sa, 20.12.2025

Das neue Heft der "Marginalien" ist eben erschienen. Es enthält auf 128 Seiten vieles an Wissenswertem und Bedenkensschönem für alle Bücher-Vernarrten.

Marginalien: Heft 259 erschienen

Pünktlich vor dem Fest ist die neue, die 259. Ausgabe der Marginalien, der Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft, bei den Pirckheimern und auf den Gabentischen der Sammler und Abonnenten eingetroffen. Das Heft 2025/4, das als Winternummer unter der bewährten Ägide von Redaktionsleiter Till Schröder den Jahrgang beschließt, ist dieses Mal jenen starken Ichs, sowohl bei den Buchschöpfern wie auch bei den Produkten als quasi Individuen selbst, auf der Spur. Um Joachim Ringelnatz und seinen Verleger Heinrich Barchfeld in Leipzig geht es im ersten Beitrag des Heftes von Karsten Hommel. Im Anschluss lobt und porträtiert Jens-Fietje Dwars die Grand Dame, ja, und „Bäumin“ Gerda Lepke, die für die 259 auch die Originalgrafische Beilage des Hefts liefert – stets eine von vier Offsetlithografien mit dem Titel Tänzerin, die den Mitglieder-Exemplaren der Zeitschrift beigelegt sind. Ferner geht es da um Otto Spamer und James Joycens Ulysses (die Riege seiner gestalteten Ausgaben) und: um Horst Dieter Gölzenleuchter, dessen Werk gerade im Literaturhaus Magdeburg zu sehen ist – um den Europa Almanach, und die reiche und so wohlgelungene Jahrestagung der Gesellschaft im September in Hannover. Es gibt gleich fünf Trauerbekundungen für den großen Büchermacher Jens Henkel aus Rudolstadt; und im ABC der Druckkunst unter dem sprechenden Titel Zwischen Alchemie, Handwerk und Kunst etwas heute Spezielles: Janine Kittler und Michael Barthel stellen den Lichtdruck vor, für den es in Leipzig eine der letzten Werkstätten gibt. Die von Thomas Glöß gestaltete Typografische Beilage fragt nach 250 Jahre Goethe in Weimar – Glücksfall oder Verhängnis? Der Rezensionsteil feiert die Sürrealistische Revolution, das Slanted Magazine und ein betörendes Rabenbuch von Carla Schwiegk und Matthias Jackisch, dessen Vorzugsausgabe damit vergriffen sein sollte. Wie gewohnt gibt’s Neues aus der Pirckheimer-Gesellschaft und Wissenswertes für Bücher- und Grafikfreunde im Servicebereich, auch Hinweise zu relevanten Ausstellungen, Mitgliederzuwachs wie Ehrentagsinfos. Den Bibliophilen entführt das Heft, dem Titel der beiliegenden Vorzugs-Grafik des am Schluss der Nachrichten besprochenen Märchenbands Die Ein-Wunsch-Fee von Jens-Fietje Dwars folgend, und so soll es ja nach einer anstrengenden Zeit auch sein, zum Jahrwechsel in den Garten der Träume.

(André Schinkel)

Fr, 19.12.2025

Pirckheimer-Abschlusstreffen der Berliner und Brandenburger im Antiquariat Carl Wegner

Am vorletzten Donnerstag, den 11. Dezember 2025,  fand im Antiquariat Carl Wegner in Berlin-Schöneberg die Abschlussveranstaltung der Berlin/Brandenburger Gruppe der Pirckheimer-Gesellschaft statt. In einem Rückblick auf die Veranstaltungen des Jahres 2025 zeigte uns Ninon Suckow, was wir wieder Tolles erlebt haben. Der bereits angedeutete und vorbereitete Staffelstab wurde anschließend offiziell von Ninon Suckow auf Marina Fritzsche übergeben (Ninon bleibt uns aber weiterhin im Hintergrund fleißig.) Dies wurde mit der Übergabe eines kleinen Geschenks und eines Blumenstraußes begleitet. Zehn Jahre Arbeit für die regionale Gruppe haben natürlich eine Marke gesetzt. Wir freuen uns aber auch auf die Zusammenarbeit mit Marina Fritzsche, welche selbstverständlich auch mit Blumen begrüßt wurde. Ebenso wurde sich auch bei Hans-Jürgen Wilke für seine Arbeit und Leistung mit einer Aufmerksamkeit bedankt und weiterhin auf seine Unterstützung gesetzt. Mit einen ersten Einblick auf die ersten Veranstaltungen des Jahres 2026 oblag es Marina Fritzsche, ihre erste Aufgabe zu meistern. Vielen Dank! Zum Abschluss ließen uns alle Teilnehmer wiederum an ihren Errungenschaften oder anderen spannenden Zuwächsen ihrer jeweiligen bibliophilen Sammlung teilhaben ... Wir alle freuen uns auf das Programm für 2026.

(Text: Robert Grieger/Fotos: Abel Doering)

Do, 18.12.2025

22.11.: Illustrieren in Zeiten der KI

Bericht von einer Podiumsdiskussion in Berlin-Kreuzberg im Rahmen der artbook.Berlin 2025

Die Illustration befindet sich in einem Umbruch. Was bedeutet es, Bücher, Magazine und Plakate in einer Zeit zu gestalten, in der KI binnen Minuten Bilder erzeugen kann? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Theorienetzwerk Illustration in einer Diskussion. Die lose Initiative von Praktikern und Theoretikern, die aus dem Buchprojekt superILLU hervorgegangen ist, trifft sich seit zwei Jahren regelmäßig online zu Vorträgen und Gesprächen. 

Zum zweiten Mal fand eine Live-Veranstaltung im Rahmen der artbook in Berlin statt, nachdem letztes Jahr ATAK, Mina Braun, Volker Schlecht und Nina Pagalies über Grenzen und Grenzgänger der Illustration nachdachten. Unter dem Titel Illustrieren in unsicheren Zeiten. Wie reagiert die Lehre auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts? diskutierten am 22.11.2025 diesmal fünf Illustratoren und Dozenten über die Zukunft ihres Berufs und die Anforderungen in der Lehre. 

Auf dem Podium saßen diesmal eine Reihe gestandene Praktiker, die gleichzeitig unterrichten: Irmela Schautz als Illustratorin und Dozentin an der Akademie für Illustration und Design (AID Berlin) sowie Jakob Hinrichs, Comic-Illustrator und Dozent an der Universität der Künste Berlin, weiterhin Christian Gralingen, Illustrator und Dozent am Lette Verein Berlin. Moderiert wurde die Diskussion von Andreas Rauth, Gestalter, und Till Schröder, Journalist, die ebenfalls beide an der AID Berlin lehren. 

„Die technologische Entwicklung hat den Beruf schon immer geprägt“, begann Andreas Rauth und warf einen historischen Blick auf die Konjunkturen der Illustration – von der Lithografie über den Offsetdruck bis hin zur Fotografie. Auch in den 1990ern hieß es bereits, die Illustration sei durch den Computer abgehängt. Ein Argument, das heute mit KI wiederkehre, so die Ausführungen weiter. KI locke mit einfachen und schnellen Ergebnissen.

Interessanterweise beobachten die Diskutanten bereits jetzt Gegenreaktionen. So berichtet Christian Gralingen von einem Trend zu bewusst einfachen, schnellen Skizzen, die eindeutig nicht aus der KI stammen. Auch die Schaubühne Berlin setzt gerade auf eine Serie handgemachter Illustrationen für eine Plakatkampagne im Stadtraum. Till Schröder ergänzt diese Beobachtung: Die Sehnsucht nach dem Authentischen und Haptischen könnte eine Reaktion auf die Überflutung mit polierten, computergenerierten Bildern sein. „Ähnlich wie beim Tätowieren im Handpoke-Stil, der bewusst naiv und unfertig aussieht, verspricht der handgemachte Aspekt Individualität und Kantigkeit.

Die Lehrenden sehen sich in der Ausbildung neuen Herausforderungen gegenüber. Studierende müssen heute unzählige Programme beherrschen, was schnell zu Überforderung führen kann. Laut Schautz ist Neugierde die zentrale Eigenschaft für Illustratoren: „Eine der Grundeigenschaften, um überhaupt illustrieren zu können.“ Man müsse sich mit den unterschiedlichsten Dingen auseinandersetzen, auch mit KI. Hier bestand Einigkeit auf dem Podium: KI sollte nicht vermieden, sondern als Werkzeug verstanden werden. 

Hinrichs nutzt sie beispielsweise als „Sparringspartner“ auf Textebene für die erzählerische Struktur in Comics. Entscheidend bleibt aber die gestalterische Grundkompetenz. Studierende könn(t)en zwar schnell etwas professionell Scheinendes erschaffen, doch oft fehle ihnen das Auge dafür, was wirklich funktioniere. Die Ausbildung muss nach wie vor Raum geben, eine gestalterische Persönlichkeit entwickeln zu können, und darf sich nicht einzig auf die Vermittlung von Technikkompetenz fokussieren.

Ein weiterer kritischer Punkt: Social Media konditioniere auf Gefälligkeit. Hinrichs fordert, dass Studierende es erlernen, Bilder zu schaffen, die auf Widerstand stoßen: „Was passiert eigentlich, wenn man mal etwas intensiv Hässliches macht?“ Heutige Studierende hätten es einfacher, den ersten Schritt zum Auftraggeber zu machen, da der internationale Markt durch soziale Netzwerke unmittelbarer erreichbar sei. Doch zugleich verschwinde man leichter in der Masse. Die eigene Position zu finden und auch gegen Widerstände durchzuhalten, sei essenziell.

Angesichts des spürbaren wirtschaftlichen Drucks ist das auch wichtig. Es gäbe weniger Aufträge, und Kunden kämen bereits mit KI-generierten Vorlagen, so die Diskutanten. Doch darin liege auch eine Chance, so Gralingen: „Da alle ähnliche Ergebnisse der KI mitbringen, ergibt sich die Möglichkeit zur Differenzierung.“ In seiner Erfahrung suchen Wissenschaftsmagazine zum Beispiel weiterhin gezielt nach menschlichen Illustratoren, die komplexe Themen interpretieren können – ein Bereich, in dem KI noch an Grenzen stößt.

Ein Diskussionsbeitrag aus dem Publikum brachte das Beispiel geschlossener KI-Systeme ein: Eine Illustratorin, die seit drei Jahren Zwerge für einen finnischen Schulbuchverlag zeichnet, trainierte versuchsweise ein Modell ausschließlich mit ihren eigenen Arbeiten – ein System, das nur ihr gehört und das ethisch vertretbar ist. Die Frage der Vergütung für Trainingsdaten ist der eigentliche Knackpunkt bei KI. Ein Problem, das sich mit geschlossenen Systemen wie exactly.ai umgehen lässt.

Auf die Frage, wie Illustration in zwanzig Jahren aussehen werde, appellierte Hinrichs: „Wir müssen auf die Welt schauen, um Antworten zu finden, nicht nur auf bereits existierende Bilder.“ – „Bilder brauchen Seele“, ergänzt Schautz. Den Studierenden Selbstwirksamkeit bewusst zu machen und „zur Autorenschaft des Bildermachens zurückzufinden“ (Hinrichs) bleibe zentral in der Lehre. Dennoch wird die Vernetzung untereinander und mit anderen kreativen Berufen immer wichtiger. Letztlich ist es so: Illustratoren teilen ihr Schicksal mit Übersetzern, Journalisten und vielen anderen Kulturschaffenden. Gemeinsam könnten sie mehr Aufmerksamkeit für ihre Anliegen schaffen. Damit der einsame Wolf am Zeichentisch im Rudel stärker wird.

(Till Schröder, Autor und Dozent, er ist Chefredakteur der Marginalien – Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie. Das nächste Treffen des Theorienetzwerks Illustration findet online via Zoom am 13.01.2026, 19–20.30 Uhr statt. Anmeldung unter: theorienetzwerk.illustration@outlook.de)

Mi, 17.12.2025

40. Antiquaria-Katalog ist online

Der neue Katalog für die 40. Antiquaria in Ludwigsburg ist online und über den vorderen Link abrufbar, eine gedruckte Version ist auch auf Anfrage erhältlich. Die traditionelle Antiquariatsmesse findet vom 22. bis 24. Januar 2026 zum 40. Mal in der Musikhalle Ludwigsburg (Bahnhofsstraße 19, 71638 Ludwigsburg) statt. Der Katalog ist ein zentrales Element der Antiquaria-Messe. Seit 1988 erscheint er jährlich zur Messe, ideenreich gestaltet, größtenteils von den ausstellenden Antiquaren und Ausstellern selbst. Er präsentiert ausgewählte Objekte und greift den jeweiligen thematischen Schwerpunkt (den es allerdings in diesem Jahr so nicht gibt, vielmehr wird auf dem Katalogcover die Vielfalt der bisherigen Kataloge gezeigt) auf. Gestartet als Loseblattsammlung, ist er heute sowohl gebunden als auch digital als PDF verfügbar. Insgesamt 235 Ausstellende kann die Antiquaria in den 40 Jahren zählen, etliche sind von Beginn dabei: alle Namen werden auf Tafeln in der Musikhalle aufgelistet sein. Und dazu gibt es natürlich wieder ein vielfältiges Angebot von seltenen, kuriosen und einzigartigen antiquarischen Büchern, Autographen, Ephemera und Graphiken vom 15. bis zum 21. Jahrhundert aus allen Gebieten.  Es reicht von der Gregor Gogs Streitschrift der Vagabunden Der Kunde von 1929 (500 Euro) bis zum „Buch für die Ewigkeit“ (um 1600): [Oertl, Hieronymus], Der christlich Glaube Mit Gottseligen christlichen und hoch tröstlichen Gebeten ... (für zarte 295.000 Euro). Zudem erfolgt die Verleihung des 31. Antiquaria-Preises am 22. Januar 2026 um 20.15 Uhr im Podium der Musikhalle an die berühmte Illustratorin, Buchgestalterin, Autorin Rotraut Susanne Berner. Die Laudatio für die Geehrte hält Martin Bauer von der Humboldt-Universität zu Berlin.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 16.12.2025

Tove Janssons „Welt der Mumins“

Vor 80 Jahren erfand die finnische Künstlerin Tove Jansson die Mumins, die kultigen rundlichen Trolle, die derzeit weltweit gefeiert werden. Ihre Geschichten sind ein Plädoyer für Toleranz, Empathie und Abenteuerlust. Das Literaturhaus München stellt sie erstmals in einer Ausstellung vor. Im Mumintal regieren Geborgenheit, Freundschaft und Humor, aber auch eine Prise Anarchie und Rebellion, dazu jener satirische Esprit, dem Tove Jansson in den 30er und 40er Jahren ihren Erfolg als politische Karikaturistin verdankte. Diese Mischung, fern jeder aufgesetzten Idylle, dabei voller Poesie und Eigensinn, bezaubert Erwachsene und Kinder gleichermaßen: Sie spricht das innere Kind im Erwachsenen an, freut Nostalgiker, die mit den Mumins aufgewachsen sind, und beflügelt bei Kindern ihre ureigene Vorstellungskraft. Das Finstere und das Helle, das Katastrophale und das Komische erscheinen hier in einem Gleichgewicht, das keinem Zeitgeist verhaftet ist, aber ganz besonders in unsere Epoche passt. In der Ausstellung können Mumin, Schnüferl, Schnupferich, die kleine Mü und viele andere Figuren mit ihren wundersamen Geschichten erlebt werden. Originalillustrationen, Animationen, Hörstationen und ein Pfad voller Überraschungen laden dazu ein, die Welt der Mumins zu entdecken. Für alle ab sechs Jahren! Eine Ausstellung des Literaturhauses München, mit freundlicher Unterstützung durch die Freunde und Förderer des Literaturhauses München und den Rotary Club München. Das Begleitprogramm wird unterstützt durch die Deutsch-Finnische Gesellschaft und Gesellschaft macht Schule (der Ort: Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München, Salvatorplatz 01, 80333 München). Die Ausstellung ist vom 18.12.2025 bis zum 12.04.2026 zu sehen. Alle Infos zu Tove Janssons Die Welt der Muminshier.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 15.12.2025

Ausstellung "Die Tage waren gezählt" in Cottbus. Es werden Bibliophilia der späten DDR und der frühen Nachwende (Zeitraum: etwa 1980 bis 1995) gezeigt.

Cottbus: „Die Tage waren gezählt“

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) präsentiert im Dieselkraftwerk Cottbus (Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus) seit dem 29.11.25 und bis zum 15.02.26 die Ausstellung Die Tage waren gezählt. Künstlerbücher und -zeitschriften mit Originalgrafik und Fotografie aus der späten DDR und Ostdeutschland, die rund 300 Künstlerbücher und -zeitschriften aus dem Zeitraum von etwa 1980 bis 1995 vereint. Die Schau, die sich über sämtliche Ausstellungsräume des Dieselkraftwerks erstreckt, eröffnet einen eindrucksvollen Einblick in ein künstlerisches Feld, das im Spannungsraum zwischen individueller Ausdruckskraft und kollektiver Praxis der späten DDR und den Nachwendejahren entstand. Ergänzt wird die BLMK-Präsentation durch Fotografien, Zeichnungen und Malereien, die als Vorarbeiten oder Nachwirkungen der Publikationen entstanden sind. Die Ausstellung, die das Who-is-who der (alternativen) Kunst-Szene in der DDR zeigt, ist eine Kooperation mit dem Getty Research Institut in Los Angeles sowie dem Poesie schmeckt gut e. V. mit Sitz in Jena. Und – unter dem Webseiten-Link des BLMK gibt es alle wichtigen Infos dazu.
 
(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 14.12.2025

Der komplette "Grimmschrat", die Bände 1 bis 5. Der himmelblaue ist der neue, der Gretel-Band des hoch ambitionierten Unterfangens, das nun – zum "guten Ende" – auch noch einen Schuber bekam. Top-Tipp!

Schrat in Höchstform: Band 5 der Grimmschen Märchen erschienen

„Und das haben wir jetzt davon: Ein Jahrhundertwerk in fünf Bänden.“ So beschreibt es Felicitas Hoppe in ihrem euphorischen Geleit für den letzten, den fünften, den Gretel-Band des in Sachen Märchen wohl ambitioniertesten Projekts der letzten Jahre: den jetzt schon ikonisch zu nennenden Grimmschrat, der vollständig neu illustrierten und edierten Henrik-Schrat-Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm, erschienen bei Textem in Hamburg. Und natürlich ist der letzte Band des Werks, das Henrik Schrat Jahre beschäftigte, wunderschön – quietschhimmelblau mit einem edlen silbernen Buchschnitt (Hardcover, Leinen, 288 Seiten, etwa 350 Abbildungen, 34 Euro), weswegen er auch – der Glitzernde heißt in der feinen Reihe, die alle Märchentexte der Grimms versammelt, gestaltet von Interkool/Christoph Steinegger. Nun, und vor allem: komplett durchillustriert vom Schrat, seines Zeichen auch Mitglied unserer Gesellschaft, samt Cameos aus der Jetztzeit, Herzschmerz und Gruselbusel, Lititi und Märchenwucht auf höchstem Niveau. Jawohl, das muss die Welt in ihrer bibliophilen Ausformung bewegen. Wer also für Weihnachten noch nach Schönblättrigem Ausschau hält, die Suche ist hiermit beendet. Es kann noch beim Schrat geordert und auch abgeholt werden bis zum 24.12. – es gibt auch Schenkrikel und für die Komplettisten einen feinen Schuber (für 20 Euro). Und wer wollte das nicht sein unter den einschlägigen Büchernarrn: ein Komplettist. Man eile sich. Der Direktkontakt zum Schrat hier, Kontakt zum Verlag hierüber. 

(André Schinkel, in seiner Erscheinungsform als Märchen-Elf)

Sa, 13.12.2025

Karl Holtz: "Acht bunte Blätter" (1971, Titel der Serie).

„Wer war Karl Holtz?“ Ein Aufruf

Über Karl Holtz, begnadeten Karikaturisten und Zeichner, finden sich bereits einige Beiträge in den Marginalien. Geschätzt von viele Künstlern, ist er ein Name, der in Kennerkreisen hohes Ansehen besitzt. Bekannt wurde er auch durch die farbintensiven Coverbilder für den Ulenspiegel nach 1945, dem nach einigen Jahren erst von den westlichen dann den sowjetischen Alliierten die Lizenz entzogen wurde. Seine bissigen Bilder in linken Blättern der Weimarer Republik hatten ihm schon damals und erst Recht in den Zeiten des Nationalsozialismus Ärger eingebracht, in DDR-Zeiten dann antistalinistische Karikaturen, erschienen in Schweizer Zeitschriften. Trotz Berufsverbot bei den Nazis und Haft in der DDR blieb er ein geschätzter Künstler in Ostdeutschland, arbeitete für den Eulenspiegel und erfand den Comicstrip Möchtelmanns Abenteuer. Völlig rehabilitiert wurde er erst nach der Wende, lange nach seinem Tod 1978. Ein Künstler zwischen den Stühlen und in den Ritzen der Brüche europäischer Geschichte. Zunehmend droht er vergessen zu werden. Darum: Angesichts seines bevorstehenden 50. Todestages 2028 versucht eine kleine Gruppe von Pirckheimern um Martin Jehle (Sammler, Berlin), Till Schröder (Journalist, Berlin) und Bert Zoller (Antiquariat Johann Nadelmann, Berlin) dem entgegenzuwirken. Zwar existieren einige kleine Monografien über den Künstler, und eine durch jahrelange Forschung gewachsene Website zum Künstler (karl-holtz-archiv.de) mit einem umfangreichen Werkverzeichnis – ein definitives WV steht aber noch aus. Auch möchte die Gruppe Möglichkeiten für Publikationen und Ausstellungen ausloten. Wir freuen uns über Gleichgesinnte, die mithelfen wollen, den Künstler extensiver zu erforschen und wieder in die Öffentlichkeit zu bringen. Gern können Sie uns dazu kontaktieren über die E-Mails post@johann-nadelmann.de oder schroeder@pirckheimer-gesellschaft.org.

(Till Schröder) 

Fr, 12.12.2025

Judith Schalansky, 2012 im Kartenlesesaal im Haus Potsdamer Straße. Am 21.01.26 stellt sie den MÄRZ-Reader in der 'Stabi' Berlin vor. | © Foto: Stabi Berlin

Das Buch als Gedächtnis der Welt

2024 fand in Paris eine internationale Konferenz zum Werk der vielfach ausgezeichneten Autorin und Buchgestalterin Judith Schalansky statt. Die Bedeutung des Buchs als materiales Objekt für ihr Schaffen zu erkunden, war Ziel dieser von Mandana Covindassamy, Agathe Mareuge und Bénédicte Terrisse organisierten Veranstaltung. Denn Judith Schalanskys zügelloses, ja, und ganz überwiegend in der Staatsbibliothek zu Berlin ausgelebtes Interesse an der Buchgeschichte ist konstitutiv für ihr Werk: Was bisher nicht als Literatur galt, wird von ihr in einen ausgeweiteten Literaturbegriff aufgenommen, vom Insularium der Renaissance bis hin zum Schulbuch des 20. Jahrhunderts. Der nun vorzustellende Tagungsband – als Reader Ende 2025 im Berliner Verlag MÄRZ erschienen und von Judith Schalansky selbst gestaltet – denkt Inhalt und Form daher auch zusammen. Der Reader versammelt nicht allein die wissenschaftlichen Konferenzbeiträge von 13 Forschenden, sondern zudem Proben jenes Materials, das diese überhaupt erst ermöglichte. Der Band wird am 21.01.26, 18 Uhr, im Dietrich-Bonhoeffer-Saal (Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin) der Stabi vorgestellt. Um Anmeldung wird gebeten. Autorin und Initiatorinnen werden anwesend sein.

(André Schinkel/Staatsbibliothek zu Berlin/Pressemitteilung)

Do, 11.12.2025

Das Literaturhaus Leipzig ist in Finanzierungsgefahr.

Literaturhaus Leipzig in Gefahr

Das Haus des Buches (Literaturhaus Leipzig) ist nach vielfältiger Meldung in den Printmedien in Gefahr. Das 1996 eröffnete Haus beherbergt neben diversen Sälen für Veranstaltungen und vielen literarischen Vereinen (darunter der Leipziger Bibliophilen-Abend, der Sächsische Literaturrat und die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik) Büros für zahlreiche Unternehmen, die in der Buch-Stadt ansässig sind, und befindet sich im ehemaligen Graphischen Viertel der Messemetropole. Nun soll die Finanzierung für das Haus, das auf Initiative des Börsenvereins entstand und Mitglied des renommierten Netzwerks deutschsprachiger Literaturhäuser in drei Ländern ist, nicht mehr realisierbar sein. Ebenjenes Netzwerk hat eine Petition gestartet unter dem Titel Es muss doch eine Lösung geben! – und auch der Literaturrat appelliert an die Verantwortlichen, die Einrichtung sei unbedingt zu erhalten. Der Imageverlust für Leipzig bei Schließung, zumal vergleichbare Häuser in Berlin, Rostock, Halle, Stuttgart erfolgreich arbeiten, wäre nicht abzusehen. Das sei allen erspart.

(André Schinkel)

Mi, 10.12.2025

"P. F. – Pro felicitas – Viel Glück" heißt’s in Meschede.

„P. F. – Pro felicitas – Viel Glück!“

In der Abtei Königsmünster in Meschede im Sauerland wird seit dem 07. Dezember 2025 und bis zum 01. Januar 2026 eine Ausstellung mit Neujahrs-Grafiken aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gezeigt. In der Einladung heißt es: „Nur noch wenige Wochen sind es, bis das neue Jahr beginnt. Grund für uns, über das vergangene Jahr nachzudenken und auch über all das, was das neue Jahr wohl bringen wird. Es ist guter Brauch, dass wir die Zukunft in den Blick nehmen und uns Glück wünschen.“ Die gezeigten Objekte stammen aus der Exlibris- und Kleingrafik-Sammlung der Abtei (Klosterberg 11, 59872 Meschede). Die Schau ist wie folgt zu sehen: Mo bis Sa 09–12 und 14–17.30 Uhr, So 11–12 und 15–17.30, an den Feiertagen 15–17.30 Uhr. Pro felicitas – viel Glück: Wir werden es auch und gerade 2026 gut brauchen können. Die Mönche freuen sich auf einen Besuch.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 09.12.2025

Augsburger Videoporträt: Pirckheimer Kurt Idrizović.

Augsburg: Porträt Kurt Idrizović

In der Videoporträtserie Augsburger, deine Menschen der Augsburger Allgemeinen gibt es ein schönes Porträt des Pirckheimers Kurt Idrizović – seines Zeichens Buchhändler, Bibliophiler und in der Wolle gewaschener Bürger der Stadt – zu sehen und zu bewundern. „Seit 1984 steht Kurt Idrizović in seiner Buchhandlung am Obstmarkt. Der gebürtige Lechhauser ist Kulturaktivist“, so heißt es, „und unbeirrbarer Augsburger. Ein Porträt über einen, der seine Stadt liebt – und sie trotzdem ständig herausfordert.“ Das Porträt des umtriebigen Bücherkundigen und nach seinen ihm eigenen Worten „aufgräumten“ 73-Jährigen findet sich hier – in Bild, Ton und Schrift – miterlebbar.

(André Schinkel via Matthias Haberzettl)

Mo, 08.12.2025

Gottfried Salzmanns "Weg" (Kreidelithografie, 2016), Auflage: 30, 63 x 91 cm, im Angebot der Kunstmühle.

Angebote Neuhauser Kunstmühle

Unter dem Motto Sterne und Saiten offeriert die Neuhauser Kunstmühle der zwei Pirckheimer-Freunde Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin (Obere Hauptstraße 01, A-3192 Hohenberg) im niederösterreichischen Hohenberg die Angebote der zweiten Adventswoche. Angeboten werden dort Drucke von unter anderen von – Gottfried Salzmann (Kreidelithografien), Erika Landertinger (Der Nussknacker, Farblithografien) und Eduardo Roca (Erotica in mehrfarbigen Lithografien) ... Ekaterina Smirnowa (Cosmos), auch einige andere Techniken wie etwa von Ben Leenen (Acryl auf Leinwand), Inkjets und Arbeiten von Marika Voss, Josef Zenzmaier oder Renate Ennsmann und Martin Stommel (reiche Auswahl an Aktlithografien), teils im Angebotsressort, teils im regulären Segment. Insgesamt befinden sich sechzig Kunstwerke im Angebot der Neuhauser Kunstmühle, darunter auch Glaskunst, Algrafien und bibliophile Bücher und Mappen. Und auch eine Kassette mit sechs Radierungen von Andreas Legath ist zu haben. Und alle Info dazu hier. Happy Advent!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 07.12.2025

Im "Stabi"-Fokus: Lothar Meggendorfer (1847–1925).

Lothar Meggendorfers Zimelien

Lothar Meggendorfer – eine Zimelienschau seiner schönsten Papierkunstwerke aus Anlass seines 100. Todestags heißt die Veranstaltung im monatlichen Fokus in der Staatsbibliothek zu Berlin, die für den Dezember am 15.12. um 16 Uhr im Raum Oxford (Unter den Linden 08, 10117 Berlin) stattfindet. Lothar Meggendorfer (1847–1925) zählt bis heute zu den eindrucksvollsten Schöpfern von beweglichen Kinderspielbilderbüchern aller Art – er ist vielleicht der berühmtesten Künstler in diesem Metier der Vergangenheit. Geboten wird eine Werkschau seine schönsten Buchkunstwerke aus dem Tresormagazin der Stabi. In kleiner Runde können die Stücke aus der nächsten Nähe betrachten werden und kann man mit Expertinnen und Experten ins Gespräch kommen. Um die Anmeldung für die Fokus-Veranstaltung wird gebeten. Alle Informationen dafür befinden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 06.12.2025

Mit P. Breughel: "Der Leserschaft wünschen wir eine besinnliche Adventszeit, gesunde Weihnachten und einen hoffnungsvollen Start ins neue Jahr." So sei es.

In neuem Erscheinungsbild: Der 31. Hamburger Bothe erschien

Alles neu macht der Nikolaus? Nein, der neue Hamburger Bothe – die 31. Ausgabe des Periodikums der Pirckheimer aus dem Norden, herausgegeben von Rudolf Angeli und Peter Engel – ging natürlich pünktlich zum Monatsbeginn an seine Leserinnen und Leser hinaus – die übrigens das im PDF versandte Heft weit über die Grenzen der nördlichen Pirckheimer-Gruppe hinaus schätzen. Es ist allerdings doch etwas neu am frischen Bothen, nach fünf Jahrgängen erschien es den beiden Herausgebern angebracht, das Layout upzudaten. Nun, und das ist auch wohlgelungen und kommt zu Beginn der hoffentlich besinnlichen Zeit auch in festlichen Rot-Applikationen daher. Themen der neuen Ausgabe sind: Codex Delta, Willy Fleckhaus zum 100., Die Bleilaus, Schach und Literatur, das Theorienetzwerk Illustration, ein neues Buch von Peter Engel und ein Gruß zum Jahreswechsel. Der Hamburger Bothe kann per Mail bezogen werden über die Adresse Rudolf_Angeli@web.de

(André Schinkel)

Fr, 05.12.2025

In Merseburg zu sehen: feinillustrierte Kinderbücher.

Sammlung Hartmann/Kubis: Für kleine Träumer und Entdecker

Für kleine Entdecker: Illustrierte Kinderbücher (1900–1930) aus der Sammlung Hartmann/Kubis, so heißt die Ausstellung, die auf Schloss Merseburg (Kulturhistorisches Museum, Domplatz 09, 06217 Merseburg) vom 29.11.2025 bis 01.03.2026 täglich (mit Ausnahme des 24. und des 31.12.2025) von 10 bis 16 Uhr in der ehrwürdigen alten Kaiserstadt der Ottonen zu sehen ist. Gezeigt werden historische Kinderbücher (die davor tatsächlich Kindern gehörten und in Gebrauch waren) aus der exclusiven Sammlung von Maria Hartmann und Alexander Kubis, die, beide dem Landstrich an der Saale verbunden, ihre Kindheit in Halle beziehungsweise in Merseburg verbrachten. Wunder-, wunderschöne Bücher sind das: Die Auswahl der Exponate ist bis auf wenige Einzelstücke auf das erste Drittel des 20. Jahrhunderts begrenzt, eine Blütezeit der illustrierten Kinderbücher. Besondere Berücksichtigung finden die Illustrationen, die die verschiedenen Kunstrichtungen dieser Epoche voller Umbrüche widerspiegeln. Und wer einmal da ist: die Merseburger Zaubersprüche, Dom, Park und Orangerie unbedingt ansehn! Im Ben zi bena einkehren! Und: die beiden Rabentiere besuchen! 

(André Schinkel)