Pirckheimer-Blog

Fr, 18.03.2022

© Katja Spitzer

Studio Dreams

„Studio Dreams – Atelierträume“ nennt Katja Spitzer eine Ausstellung mit freier Grafik und Buchillustrationen in der Brandenburger Galerie „Sonnensegel“.

Katja Spitzers besondere Affinität zur Buchillustration entwickelte sich früh. Ausdrücklich verweist sie auf die Prägung durch die vielfältige und qualitätsvolle DDR-Illustrationskunst und nennt neben Werner Klemke Namen wie Manfred Bofinger, Hans Ticha, Egbert Herfurth und Volker Pfüller, der dann auch in der Studienzeit zu ihren Lehrern zählte.
Dabei geriet die Zeichnerin aber nie in Gefahr, Stilelemente solcher Künstler zu übernehmen bzw. sich ihren bildnerischen Handschriften anzupassen. Der Strich von Katja Spitzer ist unverwechselbar. Ihre oft in reduzierten Farben gezeichneten Personen, Objekte und Tiere sind durch klare, abstrahierte, sicher gesetzte und fast minimalistisch wirkende Linien gekennzeichnet. Jede unnötige Arabeske, jeder überflüssige Schnörkel wird vermieden, um eine größtmögliche grafische Klarheit zu erreichen.

Katja Spitzer wurde 1979 in Zerbst geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Geschichte in Halle und Illustration in Leipzig und Luzern. Sie lebt heute am Müggelsee und arbeitet in einem Atelier in Berlin Prenzlauer Berg.
2021 erschien „Hey, hey, hey, Taxi!“, das erste Buch von Saša Stanišić mit ihren Illustrationen. Ebenfalls 2021 erschien ihr Buch "Haare. Geschichten über Frisuren" mit eigenen Texten.

Vernissage: 19. März 2022, 15 Uhr, die Künstlerin ist anwesend, musikalische Umrahmung: Musikquartett „CelloQuadrat“ unter Leitung von Jens Naumilkat
Ausstellung: 19. März - 17. Juni 2022

Galerie „Sonnensegel“
Brandenburg a.d. Havel, Gotthardtkirchplatz 4/5

Wenzel & Band bei BODONI

Bodoni Openair mit Wenzel & Band

Der Sommer kommt. Im BODONI Vielseithof wird noch an Kulturterminen gearbeitet, aber einer steht jetzt schon fest:

WENZEL & Band kommen nach Buskow!

In schwierigen Zeit wird Kultur zum Lebensmittel!

Wenzel & Band sind bei Bodoni. Es entsteht am Abend wieder ein ganz besonderes Wenzel-Textblatt im traditionellen Bleisatz gesetzt und gedruckt im Bodoni-Museum!

Bei Bodoni ist es die wohlgeformte Type als Medium der Verständigung, bei Wenzel die feinsinnige Zunge mit temperamentvoller Musik. Die beiden vereint eine ästhetische Haltung mit Achtung und Liebe an die Dinge zu gehen.

Eine Begegnung zweier Wegbereiter – International und weltoffen!

(Marc Johne)

BODONI Openair: 27.8.2022, 19 Uhr

Buchwerk Bodoni e.V.
Buskower Dorfstraße 22, 16816 Buskow bei Neuruppin

Do, 17.03.2022

Michael Lüder bei der Arbeit am Jubiläumskalender (Foto: Potsdamer Bibliotheksgesellschaft)

100 Jahre Landesbibliothek Potsdam

Aus Anlass des 100jährigen Bestehens der Brandenburgischen Landesbibliothek in Potsdam am 30. Juni 2022 plant der Förderverein des Hauses die Herausgabe eines immerwährenden Jubiläumskalenders mit Fotos von Buchobjekten und Künstlerbüchern aus deren Bestand.

Damit soll das gedruckte Brandenburger Kulturerbe entsprechend dem Motto der Feierlichkeiten „#ohne_Verfallsdatum“ gefeiert werden.

Um diesen Kalender herauszugeben, hat der Verein eine Crowdfunding-Aktion gestartet, an der sich auch die Pirckheimer-Gesellschaft beteiligt, denn auch wir nutzen die Räume dieser Bibliothek für unsere Veranstaltungen, so z.B. am 3. Mai 2022 mit Künstlerbüchern von Tina Flau. Darüber hinaus möchten wir es unseren Mitgliedern und Freunden des Buches ans Herz legen, dieses Vorhaben auch individuell zu unterstützen.

Ingo Schulze (lks.) und Armin Schubert, Foto © Rüdiger Böhme

Pirckheimer trafen Ingo Schulze

Am 8. März fand in Gernsbach eine Lesung von Ingo Schulze mit dem »Kakoj Koschmar oдer You Are Welcome« statt. Dieser von der Pirckheimer-Gesellschaft in einer Vorzugsausgabe bei Matthes und Seitz Berlin herausgegebene Titel ist bei uns noch erhältlich. Im Anschluss an die Lesung überreichte Ralph Aepler dem Schriftsteller Werk der Bücherkinder Brandenburg "Bücher fallen nicht vom Himmel", einer Hommage an Egbert Herfurth und Franz Fühmann.

Zwei Tage später war Ingo Schulze dann auch beim Pirckheimer Armin Schubert. Dabei bekräftigte der Vater der Bücherkinder nicht nur die Einladung zu einer gemeinsamen Lesung in der Dom-Aula noch in diesem Jahr. Armin Schubert hatte für den Schriftsteller zwei colorierte Radierungen dabei, die sich auch in dem Buch wiederfinden. Diese Radierungen haben die beiden Bücherkinder Emma und Helene gemeinsam mit dem Brandenburger Künstler Dietmar Block geschaffen.

Mi, 16.03.2022

Matthias Frohl (lks.) mit dem Entwurf des 2. Brandenburger Bilderbogens, noch ohne Beschriftung - Sven Märkisch zeigt den 1. Brandenburger Bilderbogen (Foto © ad)

2. Brandenburger Bilderbogen

Vor einem Jahr konnte hier der 1. Brandenburger Bilderbogen „Karambolage“ vorgestellt werden, am gestrigen Tag der Druckkunst erfolgte die Zusammengestellung des 2. Bilderbogens, diesmal mit dem Thema „Rendezvous“ (siehe gestrigen Post zum Tag der Druckkunst).

Während im vorigen Jahr sich lediglich eine Graphik dem Corona-Virus widmete, war es in diesem Jahr Schuld daran, dass diese Vollendung des 2. Bogens ohne die Teilnahme von Künstlern und Publikum erfolgen musste, neben wenigen Freunden der Galerie Sonnensegel war lediglich Presse anwesend.

So mag es trösten, dass der fertige Brandenburger Bilderbogen in 10 Tagen auf der artbook.berlin nord am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft präsentiert werden kann, dann auch gemeinsam mit einigen beteiligten Künstlern von augen:falter, die ebenfalls dabei sind.

artbook.berlin nord: 25. - 27. März 2022

Galerie Nord/Kunstverein Tiergarten
Turmstraße 75, 10551 Berlin-Moabit

Di, 15.03.2022

Andruck und mögliche Gestaltung zum 2. Brandenburger Bilderbogen

Tag der Druckkunst

Seit dem 15. März 2018 zählen die traditionellen Drucktechniken Flachdruck, Hochdruck, Lithografie und Durchdruck zum immateriellen Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission. Das wird seitdem als „Tag der Druckkunst“ jährlich mit einem Aktionstag gefeiert, so auch hier:

Die „Galerie Sonnensegel“ vereint heute 16 mehrfarbigen Originalgrafiken in Postkartenformat zum zweiten Brandenburger Bilderbogen „Rendezvous“. Mit dabei sind: Anne Deuter, Matthias Frohl (Sonnensegel), Inka Grebner (augen:falter), Nancy Jahns (Sonnensegel), Lydia Lander, Sven Märkisch (Sonnensegel), Urte von Maltzahn-Lietz (augen:falter), Natascha Mehler, Thomas M. Müller, Franziska Neubert (augen:falter), Nadine Respondek (augen:falter), Julia Penndorf (augen:falter), Mario Schott, Katja Spitzer, Martina Stein (Sonnensegel) und Anya Triestram.

15. März 2022, 15 Uhr

DRUCKLADEN der Galerie „Sonnensegel“,
Brandenburg a.d. Havel, Gotthardtkirchplatz 4/5

Das Museum für Druckkunst Leipzig lädt am Tag der Druckkunst bei ermäßigtem Eintritt ein, 3 Euro, 1,50 Euro ermäßigt, Kinder frei:
10-17 Uhr: Vorführungen der Gieß-, Satz- und Drucktechniken
14-17 Uhr: Offene Werkstatt Letterpress. Eigene Texte oder typografische Ideen im Bleisatz umsetzen.
15 Uhr: Führung durch die Ausstellung „Unter dem Radar“

Museum für Druckkunst
Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig

Und die Kunstsammlung Jena lädt zu einer thematischen Sonderführung mit dem Künstler Peter Schnürpel in seiner noch bis zum 20. März gezeigten Ausstellung "Von Chine Collé bis Reservage" ein und bleibt an dem Tag bis 21 Uhr geöffnet.
Peter Schnürpel ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass die Kunst der Druckgrafik nicht nur ein bewahrenswertes altes Handwerk ist, sondern sie mit vielfältigen und wandelbaren Ausdrucksformen auch heute ein höchst lebendiges Medium bleibt. Statt die Radiernadel zur bloßen Vervielfältigung seiner expressiven Zeichnungen zu nutzen, weiß Schnürpel kühn die Möglichkeiten des druckgrafischen Verfahrens auszuschöpfen: Er kratzt und ätzt, fertigt Kaltnadelradierungen ebenso wie seltene Kombinationen mit Reservage auf Eisen oder aufwändig collagierte Chine Collés an. Die meisterhaften Ergebnisse entstehen in enger Kooperation mit seinen Druckern, seit 1989 sind das Jeanette und Reinhard Rössler.

Kunstsammlung Jena
Städtische Museen Jena
Markt 7, 07743 Jena

Mo, 14.03.2022

v.l.n.r: Uwe Bremer, Zeitmaschine, 1989, Radierung, 49,4 x 36,5 cm
Mimmo Paladino, Tra gli Ulivi, 1984, Radierung, 134 x 98 cm
Natascha Mann, Gefallener Engel, 1987, Holzschnitt, 131 x 107 cm

Hokuspokus

Das von Gregor Hiltner im Frühjahr 2021 in Berlin mit großem Aufwand und Sachverstand kuratierte Ausstellungsprojekt "Hokuspokus - Künstler als Schamanen" hat in fünfzehn verschiedenen Positionen das Thema Glaube und Aberglaube im Spiegel künstlerisch-schamanistischer Praxis beleuchtet.

Der Verein für Original-Radierung München zeigt eine Auswahl von acht nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die das Thema auch (druck-)graphisch bearbeitet haben: Joseph Beuys, Blalla W. Hallmann, Adébayo Bolaji, Uwe Bremer, Gregor Hiltner, Juan Logan, Natascha Mann, Christian Rösner und Mimmo Paladino.

Vernissage: 24. März 2022, 19 Uhr
Ausstellung: 25. März - 14. April 2022

Verein für Original-Radierung München e.V.
Ludwigstrasse 7 Innenhof | 80539 München

Do, 10.03.2022

Das andere Kinderbuch

Eins, zwei, drei,
auf der Treppe liegt ein Ei

Dieser in der Edition Einstein neu erschienene Handpressendruck beinhaltet 20 alte Abzählverse für Kinder. Es ist der 39. Band der von Hans Witte gestalteten und veröffentlichten Reihe „Das andere Kinderbuch“.

In diesem ca. A4-querformatig angelegten Druckwerk sind die Texte unterschiedlich farbig und von diversen zum Teil historischen Typen gedruckt. Illustriert ist dieses bibliophile Buch mit sechs mehrfarbigen Zahlentypografiken … gemäß dem Leitsatz des Verlages „Altes Handwerk mit jungem Gesicht“.

Historische Druckerei und Galerie für Buchdruckkunst der Edition Einstein
Deitlevsen 1, 31860 Emmerthal-Deitlevsen
Auflage: 20 nummerierte und signierte Exemplare, Preis: 120 Euro (Vertrieb nur über Edition Einstein)

Mi, 09.03.2022

Roland Berger, Farbteppich aus den 12 Pentominos, 2020, Linolschnitt, 340 x 340 mm

Sextett - Druckgraphik

In einer Ausstellung des Kunstvereins Templin wird das graphische Schaffen des Pirckheimers Roland Berger aus Hohen Neuendorf vorgestellt.

Meine Bilder zeigen oder erzählen etwas 'und gedeihen entweder zu einem Zeichen für Erfundenes oder führen bildhaft und einfühlsam die Schilderung einer Lebenssituation vor. Ersteres neigt zum Spiel und zur Konstruktion, während die andere Art szenengebunden das Dasein der Menschen hymnisch feiert oder auch warnend dramatisiert und anklagend mahnt.
Auf beiden Ebenen bin ich inzwischen 60 Jahre als Künstler tätig und weiß, Verdruss und Empörung verlangen andere Ausdrucksmittel als Zuwendung und Einverständnis zum Leben.
Die Welt hat sich in den letzten Jahren wesentlich verändert. Ein zukunftorientiertes Maß- und Wertebewusstsein ist kaum noch zu erkennen und noch schwerer zu bewahren. So sind die Momente der Daseinsbejahung oft auch in abstrakten Spielen erlebbar, verschaffen mir Glück und Genugtuung.
Peter Hille (1854 - 1904) erinnerte daran «Arbeiten ist bei sich selbst sein.»
Die Ausstellung in Templin widmet sich sechs verschiedenen Werkgruppen.

(Roland Berger)

Vernissage: 19. März 2022, 15 Uhr, Laudatio: Helmut Müller, Luise Rau, Ensemble "Quillo" (Cello)
Ausstellung: 19. März - 12. Mai 2022

Galerie im Neuen Rathaus
Prenzlauer Allee 7, 17268 Templin

Di, 08.03.2022

Rose vor Marginalien (Foto © ad)

Zum Internationalen Frauentag

Der im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen 1911 am Vorabend des Weltkrieges, welcher später der Erste hieß, ins Leben gerufene Internationalen Frauenkampftag, der seit 1975 als „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ gefeiert wird, hat in dieser, unserer Zeit keineswegs seine Bedeutung verloren. Leider nicht nur in seiner Betonung der Gleichberechtigung der Frau, in der von religiösen Vorurteilen geprägten Welt genauso wie auch noch in hochentwickelten Industrienationen, ebenso wieder aktuell in seiner Forderung nach weltweitem Frieden.

Diese Rose ist allen gewidmet, die sich für die Rechte der Frau und den Frieden einsetzen.

Mo, 07.03.2022

Zeichnung: Axel Scheffler / Grafik: Tecton

Verbriefte Freundschaft

Schreiben, Falten, Zukleben, Öffnen, Lesen, Erinnern… - handgeschriebene Briefe sind in digitaler Zeit zu etwas ganz Besonderem geworden. Eine neue Ausstellung der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig „Verbriefte Freundschaft“ widmet sich mit den illustrierten Briefumschlägen des bekannten Illustrators Axel Scheffler einer besonders charmanten Form der Briefkultur: Denn wenn Freunde von Axel Scheffler aus London Post bekommen, handelt es sich immer um ein kleines, manchmal privates, manchmal politisches Kunstwerk. Sie dokumentieren enge, zum Teil jahrzehntelange Künstlerfreundschaften (u. a. mit Philip Waechter, Thomas M. Müller, Anke Kuhl oder Julia Donaldson) und zeigen die künstlerische Originalität von Axel Scheffler. Zugleich sind sie eine Liebeserklärung an die analoge Korrespondenz.
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von rund 200 Briefumschlägen von Axel Scheffler, der einige der beliebtesten Kinderbücher illustriert hat, darunter das im Jahr 1999 erschienene und über 18 Millionen Mal verkaufte Kinderbuch „Der Grüffelo“ von Julia Donaldson.

Ausstellungsbegleitend erscheint im Péridot Verlag die PublikationVerbriefte Freundschaft. Illustrierte Umschläge“.
Und unter dem Titel „…schreib mal wieder! Zur Kulturgeschichte des Briefes“ hat die DNB zusammen mit der Deutschen Digitalen Bibliothek eine neue Virtuelle Ausstellung erstellt, die am 11. März veröffentlicht wird.

Eröffnung: 15. März 2022, 19 Uhr
Ausstellung: 16. März - 25. September 2022

Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Deutschen Nationalbibliothek
Großer Lesesaal
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

So, 06.03.2022

Foto © Tanja Leonhardt

indiskret

In Darmstadt wird eine Ausstellung "Briefe und Tagebücher verfolgter intellektueller Frauen unter dem Naziregim" mit Seidenfahnen von Tanja Leonhardt gezeigt.

Verfemte Intellektuelle - Autorinnen, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen - wenden sich nach 1933 in Briefen und Tagebüchern an die Menschen, die ihnen am nächsten stehen, schreiben ganz spontan über ihre Liebe als überlebensnotwendigen Halt in einer Welt ohne Heimat. Tanja Leonhardt wählte beeindruckende Persönlichkeiten aus und druckte deren Portraits zusammen mit handschriftlichen Textfragmenten auf großformatige Seidenbahnen. Der transparente Stoff in seiner Bewegung, die Gesichter und Handschriften und die etwas indiskrete Textauswahl ermöglichen einen sehr persönlichen, nahen Blick auf diese Frauen und ihre emotionale Kraft in unmenschlicher Zeit.

Ausstellung: 4. März bis 20. April 2022
Lesung mit Musik: 4. April 2022, 19:30 Uhr, Sprecherin: Gabriele Drechsel, Musik: Angela Elsäßer, Cello und Michael Erhard, Klavier

Evangelische Stadtkirche
Kirchstraße 11, Darmstadt

Sa, 05.03.2022

Aiga Rasch und Die drei ???

Seit über 50 Jahren übernehmen in Die drei ??? die Detektive jeden Fall und begeistern Kinder, Jugendliche und jung gebliebenen Erwachsene.

Ihren Erfolg verdankt die Kinderbuchreihe hierzulande nicht zuletzt den ikonischen Illustrationen Künstlerin Aiga Rasch (1941-2009). Nachdem die Buchreihe 1968 in Deutschland beim KOSMOS Verlag mit mäßigem Erfolg gestartet war, entwarf sie – auf eigenen Wunsch hin und mit dem Versprechen, kein Honorar zu verlangen, sollte dem Verlag ihr Entwurf nicht gefallen – das erste Buchcover mit dem prägnanten Schriftzug der Fragezeichen in weiß, rot und blau und einer später dann farbenfrohen Illustration vor schwarzem Hintergrund. Wurde dieses damals unkonventionelle Design vom Verlag zunächst mit Skepsis aufgenommen, gab der Erfolg der Künstlerin schließlich recht: Ihre Entwürfe wurden Kult und machten Die drei ??? zur unverwechselbaren Marke.

Neben den bekannten Cover-Illustrationen zu den Die drei ??? werden auch diverse Entwürfe, Skizzen und Vorlagen sowie weitere, ganz andere Werke der Künstlerin gezeigt. Zudem präsentiert die Ausstellung Werke weiterer Illustratoren aus dem In- und Ausland sowie spannende Weiterentwicklungen und Neuinterpretationen der Reihe.

Ausstellung: 13. März 2022 - 12. Juni 2022

Burg Wissem - Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Fr, 04.03.2022

Kinder zum 100. Geburtstag von Franz Fühmann

Mit dem Titel "Bücher fallen nicht vom Himmel" entstand eine Hommage von Kindern an Egbert Herfurth und Franz Fühmann zum 100. Geburtstag des Dichters.
In 60 limitierten Exemplaren erschienen, schrieben die Neun- bis Dreizehnjährigen ihre Gedanken zu Fühmanns "Die dampfende Hälse der Pferde im Turm von Babel" und den Illustrationen von Egbert Herfurth zu diesem unvergänglichen Kinderbuch.

Eine Präsentation dieser verdienstvollen Arbeit zur Buchmesse in Leipzig fiel leider in diesem Jahr wieder aus. Um so wichtiger ist es, das jüngste Buch der Bücherkinder Brandenburg und die damit verbundene verdienstvolle Arbeit des Pirckheimers Armin Schubert und weiterer Beteiligten an diesem Projekt, wie Dietmar Block und Sven Märkisch, hier und in 14 Tagen auf der artbook.berlin vorzustellen.

In der AG Bücherkinder Brandenburg entstand ein Buch mit einer Tiefgründigkeit und graphischer Qualität, das durchaus einen gleichberechtigten Platz im Regal neben allen anderen in einer Bibliothek einnimmt. Die besondere Bedeutung dieses Titels liegt jedoch in der kulturpädagogischen Arbeit mit Kindern, die seinen Entstehungsprozess begleitete, eine Arbeit, die von den Mentoren, allen voran Armin Schubert, weitgehend ohne das erforderliche und auch geforderte Dazutun durch die Politik geleistet wurde, Unterstützung kam von der Kulturbund-Stiftung und der Pirckheimer-Gesellschaft.
Und es wurde in der AG Bücherkinder Brandenburg mit diesem Buch-Projekt eine Idee von Christa Wolf Realität: "Es ist sowieso meine Hoffnung, dass man mit Kunst, mit Literatur, mit Malerei, mit Musik Menschen gefühlsmäßig entwickeln kann. [...] all diese riesigen Jungendprobleme... können auf diese Weise gemildert werden."

Egbert Herfurth - Bücher fallen nicht vom Himmel
Brandenburg an der Havel 2021
Teilauflage mit Orig.-Radierungen der Kinder
Auflage 60 Expl., 68 S., geb.
Satz und Layout: Sven Märkisch, Armin Schubert
Einband und Bindung: Henry Günther

Do, 03.03.2022

Der Engel der Geschichte

In diesen Tagen nimmt sicher jeder Pirckheimer, sofern er sie in seiner Sammlung hat, die «Engel der Geschichte» in die Hand, eine von HAP Grieshaber herausgegebene Künstlerzeitschrift.

Denn HAP Grieshaber engagierte sich bekanntlich gegen die Diktaturen in Griechenland und unter Pinochet in Chile und setzte sich in Zeiten des Kalten Krieges für den Brückenschlag zwischen den beiden deutschen Staaten ein. Hierbei entstanden auch zahlreiche Kontakte mit der Pirckheimer-Gesellschaft, sowie Ausstellungsbeteiligungen. Heft 104 der Marginalien enthielt als typografische Beilage postum seinen Text «Meine Bücher».

Das Engagement dieses großen Künstlers ist Mahnung auch im aktuellen Konflikt in Europa.

Die Online-Auktionsplattform Artpeers bietet in der in 5 Tagen auslaufenden Auktion «Der Engel der Geschichte XII. Für Grieshaber zum 15. Februar 1969». Im Folio-Format und losen Bogen enthält es neben einem doppelseitigen, höchst aktuellen Holzschnitt Grieshabers (siehe Abb.), Orig.-Lithographien von Hans Martin Erhardt, Fritz Genkinger und Rudolf Szymanski, eine Orig.-Zinkätzung von Rudolf Hochlehner, ein Orig.-Linolschnitt von Gisela Sternstein, ein Orig.-Holzschnitt von Gert Köller, die Graphik der späteren Lebensgefährtin von Grieshaber Margarete Hannsmann «Prometheus: Alpha», und einer s/w-Fotografie von Walter Renz. Der Umschlag wurde von Josua Reichert gestaltet.
Das Heft wurde in einer Auflage von 1000 Exemplaren von Margot Fürst und Roland Hänßel herausgegeben und erschien in der manus presse.

Mi, 02.03.2022

In eigener Sache

Hiermit möchte ich mich als Betreiber des Blogs ganz herzlich für die zahlreichen Glückwünsche zu meinem Siebzigsten, sowie die dabei bekundeten anerkennenden und aufmunternden Worte bedanken, die mich über Social Media, per E-Mail, SMS, sowie Telefon und Briefpost erreichten.

Ein Beispiel für die eingegangene Post ist die abgebildete Mailart des Pirckheimers Bernd Friedrich mit bedruckten Briefmarke "Klein-Abel am 1.3.1952" und einem innliegenden Handpressendruck.

(Abel Doering)

Di, 01.03.2022

Bibliophiles des Monats - Sankt-Rochus-Fest

Goethes "Sankt-Rochus-Fest zu Bingen. Am 16. August 1814" als 11. Pressendruck der Lehrdruckerei der Technischen Hochschule Darmstadt

Goethes Schilderung eines Ausfluges in den Rheingau mit Besuch des Festes zur Wiedereinweihung der Sankt-Rochus-Kapelle bei Bingen findet sich im biographischen Teil seiner vermischten Schriften. In lockerem Erzählduktus verbindet der Text die Schilderung der landschaftlichen Schönheiten links und rechts des Rheinlaufes zwischen Wiesbaden und Bingen mit Betrachtungen zu Weinbau und Geologie, mit der politischen Situation im Rheingau kurz nach den napoleonischen Kriegen und mit der Legendenbildung um den namensgebenden Heiligen, der im 14. Jahrhundert als Pestheiler und Eremit ein gottgefälliges Leben geführt habe. Das Volksfest zur Feier der vormals vom französischen Militär okkupierten und nun neu eingerichteten Kapelle mit Prozessionen und Predigten gibt Goethe und seinen Begleitern Gelegenheit, Wein und volkstümliche Unterhaltung zu genießen. Der Text schließt mit einer Ansammlung von am Tisch zum Besten gegebenen Reminiszenzen geistlicher Reden, von Volksweisheiten und Bauernsprüchen sowie mit einer Wiedergabe der erbaulichen Worte, die ein Prediger an die Menge vor der Kapelle richtet.

Der Darmstädter Maler Professor Bruno Müller-Linow unternahm es, diesen kleinen Reisebericht liebevoll mit zehn Radierungen zu begleiten, die Blicke auf die landschaftlichen Schönheiten des Rheingaus und auf Szenen aus Goethes Schilderung des Festablaufes wiedergeben. Sie sind in unterschiedlichen Formaten, als bildlich ausgearbeitete Vignette bis hin zum doppelseitigen Vollbild, passend in den Text eingefügt. Die Gestaltung des kleinen feinen Pappbändchen im Format 12,6 x 21,9 cm hat der Leiter der Lehrdruckerei der Technischen Universität Darmstadt (heute TUD) Professor Walter Wilkes übernommen. Er verwendete für die geistlichen Reden eine abweichende tiefblaue Druckfarbe, die sich von den übrigen lichtschwarzen Textstellen deutlich abhebt, so dass manche Skurrilität und Frömmelei des Zeitgeistes besonders augenfällig wird. Satz und Druck in 150 Exemplaren erfolgte 1989 in der Lehrdruckerei, die auch beispielsweise für viele der schönen Gaben der Maximilian-Gesellschaft verantwortlich zeichnete. Die Bindung mit ornamental geprägten Deckeln und schmalem roten Rückentitelschild oblag den bewährten Händen von Gert Hoffrath in Roßdorf, während Gunter Staschik für den Druck der Radierungen sorgte. Uns liegen eine zartblaue und eine rein weiße Einbandvariante vor, die gleichermaßen dem Druck ein feines äußeres Gesicht geben. Es würde sich sicher lohnen, das gesamte Wirken der Lehrdruckerei für das Schöne Buch einmal zusammenfassend zu würdigen.

(Christiane und Norbert Grewe)

Reinhold Schmidts Schachgeschichten

Fünf Jahre nach Erscheinen wird hiermit der Titel "Reinhold Schmidts Schachgeschichten" vorgestellt, der von Konrad Reiß, Gründer des Schachmuseums Löberitz, Fritz Hoffmann, Schachproblemexperte aus Weißenfels, der Pirckheimerin und renommierten Schachkünstlerin Elke Rehder aus Hamburg-Barsbüttel, sowie der Internationalen Schachmeisterin und promovierte Germanistin Antje Göhler aus Berlin in einer kleinen Auflage von 100 Exemplaren unter der Trägerschaft der Schachgemeinschaft 1871 und des Schachmuseums Löberitz herausgegeben wurde.

In dem Buch sind alle bekanntgewordenen Geschichten des Zörbiger Schachautoren Reinhold Schmidt aufgeführt, die damit erstmalig zusammengefasst wurden. Es sind humorvoll angelegte Texte, die zwischen 1880 und 1889 in den unterschiedlichsten Publikationen in Deutschland, Österreich und sogar in Großbritannien veröffentlicht wurden. Sie sind immer verbunden mit einer oder mehreren Schachaufgaben.

Mit einer Frakturschrift bei den Überschriften und Initialen aus dem 19. Jahrhundert sowie den zeitgenössischen Graphiken der Künstlerin Elke Rehder wurde versucht, den Bogen von der damaligen zur heutigen Zeit zu spannen. Denn einige der Schmidt´schen Geschichten sind durch ihre parabelhaften und humanitären Grundgedanken von zeitlosem Wert.

ISBN 978-3-939516-11-8

Mo, 28.02.2022

Bäume

Eine bereits seit Jahren geplante, sehr komplexe Ausstellung des Pirckheimers miley (Michael Ley) in der Moabiter Heilandkirche wird nunmehr endlich stattfinden und im Mai zu sehen sein.

Das zentrale Thema sind Bäume und in diesem Zusammenhang geht der Künstler mit seiner Installation auf zunehmende Bodenversiegelung, Raubbau durch Abholzung von Urwäldern, Waldsterben, erhöhte CO2-Immission, ausufernden Verkehr und anderen Faktoren ein.
An einer Wand werden auf einem gestalteten Hintergrund Holzschnitte präsentiert, gegenüber gerahmte Bilder unterschiedlicher Technik und eine freie Fläche für Videoprojektionen. In Vitrinen sind dann noch Künstlerbücher von miley zu sehen.
Weitere Aktionen innerhalb der Ausstellung sind noch im Gespräch.

Bäume, auch Bücher, Kunst, ihre Unverzichtbarkeit und das, was sie uns bedeuten, sind hochaktuell, leider auch die Mahnung von Bertolt Brecht An die Nachgeborenen:

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!

So, 27.02.2022

Harriet Groß, Weißer Regen 001, 2021, Lentikulardruck auf Aludibond, (Aufl. 10), 28 × 42 cm, © Hegenbarth Sammlung Berlin / Harriet Groß 2022

Harriet Groß - Weißer Regen

Anfang März zeigt die Hegenbarth Sammlung Berlin Zeichnungen von Harriet Groß und stellt sie in den Zusammenhang des Fortschreibens der infiniten Linie. Der „Weiße Regen“ ist Sinnesereignis und lineare Struktur in einem: Schwarz und Weiß, Anwesenheit und Abwesenheit, Positiv und Negativ. Im Dialog dazu sind weitere Arbeiten von Josef Hegenbarth (1884 - 1962) und Ohara Shôson (1877 - 1945) zu sehen. Anlass dieser kleiner Präsentation ist das neu erschienene gleichnamige Künstlerbuch von Harriet Groß.

Aus der Fülle von Einzelereignissen schreibt der Regen seine eigene Notation von neuen transparenten Räumen. Jedes Notat verlangt nach einer Interpretation. Wie in ihren räumlichen Zeichnungen durchwandert der Betrachter in diesem Buch einen imaginären Raum mit wechselnden Blickwinkeln und Bezügen. Folgt man dem Rhythmus der einzelnen Kapitel, taucht man bereits in die Gesamtpartitur ihrer Zeichnungen ein. Es wird analysiert, gespiegelt, wiederholt, überlagert und komponiert. Und die Linie selbst wird bei ihrem Übergang in den realen Raum materialisiert. Sie seziert ihn und fächert ihn auf. Durch Wiederholung ausgelöste minimale Verdichtungen und Pausen bilden Zwischenräume in zeitlicher und räumlicher Abfolge.

Ausstellungseröffnung: 5. März 2022, 18 Uhr
Ausstellung: 5. - 12. März 2022

Hegenbarth Sammlung Berlin
Kunst auf Papier
Laubacher Straße 38, 14197 Berlin