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Pirckheimer-Blog

Di, 06.07.2021

Lore Bert, Corona (Farbiger Kreis mit Goldkrone), 2019, © Lore Bert

Ways of World Making

Lineal, Zirkel, Farbe und vor allem Papier sind die Materialien, die die Mainzer Künstlerin Lore Bert für ihre Kunstwerke verwendet. Inspirieren lässt sie sich von Ornamenten, Zahlen und Schriftzeichen, von der Geometrie, der Architektur und der Wissenschaft. Am 2. Juli 2021 feiert Lore Bert ihren 85. Geburtstag – ein willkommener Anlass, das Werk der Künstlerin mit einer Sonderausstellung zu würdigen, die unter anderem die neuesten Arbeiten von Lore Bert sowie eine eigens für das Gutenberg-Museum entworfene gigantische Papier-Installation zeigt.
Der Titel „Ways of World making – Weisen der Welterzeugung“ verweist auf das Hauptwerk des US-amerikanischen Philosophen Nelson Goodman und damit auf die Feststellung, dass mehrere Sichten auf die Welt, ja mehrere Welten gleichrangig nebeneinander existieren können – und sich im Idealfall, so wie im Werk von Lore Bert, gegenseitig bereichern.

Ausstellung: 3. Juli bis 2. Oktober 2021

Gutenberg-Museum
Liebfrauenplatz 5, 55116 Mainz

Mo, 05.07.2021

aus "Parallelwelt"

"Mein lieber Bork, sind Bücher nicht unbedingt zum Lesen da, denn es gibt wie bei den Frauen auch Dinge, die man mit ihnen anstellen kann, die sich ein Autor des Buches bei seinem Niederschreiben nicht hat vorstellen wollen.“ Und noch ehe Onkel Toby weiter ausführen konnte, fragte Bork, was das denn sei, das man mit Frauen anstellen konnte. Onkel Toby sah sich ob seiner Unbedachtheit augenblicklich in eine Bredouille geraten, ließ den Jungen aber nach kurzem Bedenken wissen, dass er mit „anstellen“ wohl das falsche Wort verwandt habe, und verbesserte sogleich, er meine natürlich „benutzen“, „gebrauchen“ oder „sammeln“. Dann fuhr er schnell fort, damit sich Bork nicht weiter auf die genannten Tätigkeitsworte besinnen möge, und erklärte, es sei eine falsche Vorstellung von Betrachtern einer Bibliothek, dass ihr Inhaber das alles gelesen haben musste. Der Besitz mancher Bücher bereite einfach Freude und verleihe Genugtuung oder Befriedigung, dass man ihrer nur aus diesem Grund habhaft werden wollte. Aber wenn Onkel Toby glaubte, Bork hätte nun alles verstanden, wurde er sogleich eines Besseren belehrt, als er vernahm, was sein Neffe weiter fragte: „Aber wie kann das gehen mit dem Befriedigen und der Freude, wenn ich deine Bücher betrachte, fühle ich nichts davon. Sie sind einfach nur da und glotzen mich stumm an.“ Obwohl Onkel Toby von seiner Antwort nicht ganz überzeugt war, sagte er lapidar zu Bork: „Dazu musst du erst ein Liebhaber werden, dann wirst du mich verstehen.“ Und um seiner Antwort noch mehr Gewicht zu verleihen, fügte er noch hinzu: „Nicht jeder kann mit Büchern solch ein Verhältnis eingehen und da ist es wieder wie mit den Frauen: Sie ziehen einen an oder sie sind uns gleichgültig.“

„Onkel Toby“, widersprach Bork, „da bist du einem Irrtum erlegen. Im Gegensatz zu deinen stummen Büchern plappern die Weiber beinahe unaufhörlich.“ Mit einem breiten Schmunzeln begegnete Onkel Toby dem Blick seines Neffen und sagte: „Vielleicht ist das auch einer der Gründe, weshalb sich vor allem ältere eheerprobte Männer der Bücherliebhaberei widmen.“

Harald Kugler: Die Parallelwelt, Eine Erzählung aus der Welt der Bücher
(Reihe: Einbogendrucke #23), Pirna April 2019
36 Seiten, Klammerheftung

So, 04.07.2021

Foto: © Erik Seidel

18. Vogtländischer Kunstkalender

Seit 2005 erscheint der Vogtländische Kunstkalender regelmäßig in jedem Herbst und ist inzwischen eine feste Institution unter Grafiksammlern geworden, in dem sich wieder 13 Künstler mit 13 signierten Originalgrafiken präsentieren.
Die Grafiken können leicht von den Kalendarien gelöst werden, also als Einzelblätter gerahmt, gehängt oder verschenkt werden. Auf der Rückseite des Kalenders finden Sie die Biografien der beteiligten Künstler.
Der 18. Vogtländischer Kunstkalender für 2021 wird ab 1. September 2021 erhältlich sein. Er wird wie gewohnt in einer Auflage von nur 65 Exemplaren von Erik Seidel herausgegeben, alle Arbeiten sind von den Künstlern persönlich gedruckt. Diesmal sind es

Barbara Mäder-Ruff,
Frank Degelow,
Christoph Wischniowski,
Luke Carter,
Julienne Jattiot,
Ilko Koestler,
Erik Seidel,
Sabine Riemenschneider,
Rainer Ehrt,
Amei Diaz,
Phillip Janta,
Hael Yxxs und
Katharina Fischborn.

Sa, 03.07.2021

Plakat von miley zum Ortstermin in seinem Atelier

Ortstermin 2021

2021 wird der Ortstermin Moabit und im Hansaviertel nach vielen Jahren wieder für alle Sparten der Kunst geöffnet. Mit dem diesjährigen Festivalthema RESET wird der ORTSTERMIN auch in seiner künstlerischen Bandbreite neu starten. ‚to reset‘ steht für einen Vorgang, der ein elektronisches Gerät wieder auf die Werkseinstellungen zurücksetzt. Diese Entscheidung kann notwendig werden, wenn Abläufe und Anforderung nicht mehr adäquat bewerkstelligt werden können oder fehlerhaft sind.

Angewendet auf das gesellschaftliche System ist hier die Frage zu stellen, ob dieses ‚zurücksetzen auf' überhaupt möglich ist. Die Gesellschaft befindet sich derzeit in einem Schwebezustand des Abwartens. Warten auf den Neustart, Warten auf die wiederkehrenden sozialen Begegnungen und den Austausch, Warten auf ein Öffnen der Geschäfte und Institutionen. Zurückgeworfen auf Grundbedürfnisse fangen wir an, uns selbst und unser soziales Miteinander zu hinterfragen ...

weitere Informationen hier

Fr, 02.07.2021

Jörg Seifert, Foto: © ad

Bierdeckelsprüche und Lieder zur Gitarre

karma, mantra, strandbar
ich bin mir nicht sicher, ob
wenn wir unseren inneren frieden gefunden haben
nicht längst schon tot sind.

(Jörg Seifert)

Jörg Seifert aus Annaberg war nicht der einzige Pirckheimer im Berliner ACUD Theater, als er gestern Bierdeckelsprüche aus seinem gerade erschienenen Katalog las und zur Gitarre frühe Texte, vor allem Liebeslieder, von Bertolt Brecht, aber auch Eigenes und Gedichte von Eva Strittmatter und Ingeborg Bachmann vortrug. Damit präsentierte sich der gelernte Bühnenbildner und vielseitige Künstler, bislang bekannt vor allem als Graphiker, Maler und Autor, als Leiter des Kunstkeller Annaberg, nunmehr auch als Sänger.

Die Frage, was denn Bierdeckelsprüche seien, wird im Katalog einleuchtend er- und geklärt:

Bierdeckeltexte
das schöne an ihrer produktion, man muss sich
kurzfassen. nein, es hat heut nicht geschneit und nicht einer
der toten, den täglichen, bei über 7 milliarden menschen,
ist auferstanden. ich kann nichts dafür, dass es nicht schneit.
und auch sonst für fast nichts, ehrlich!

Do, 01.07.2021

Foto: © ad

Bibliophilie – 33 Essays über die Faszination Buch

"Bibliophiles des Monats" Juli ist die Essay-Sammlung "Bibliophilie – 33 Essays über die Faszination Buch", mit der sich die Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft zum 100. Jahrestages ihrer Gründung am 10. Juni etwas ganz Besonderes schenkte: Sie gab anstelle des Heftes 1/2021 ihrer halbjährlich erscheinenden Zeitschrift Librarium 33 Essays über die Faszination Buch heraus, im Grußwort von Bundesrat Alain Berset charakterisiert als Mischung von Betrachtungen im »unerschütterlichen Optimismus, mit welchen dem Kulturgut Buch ganz selbstverständlich auch im digitalen Zeitalter ein herausragender Stellenwert eingeräumt wird.«

Herausgegeben im Auftrag der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft von Wolfram Schneider-Lastinden wird dieser gut gesetzte und gedruckte (Wolfau-Druck AG), fadengeheftete und in Leinen gebundene (Bubu AG), farbig illustrierter Titel jedem Anspruch an eine bibliophile Ausgabe gerecht. Eine kurze Vorstellung des Titels erfolgt in der nächsten Ausgabe der Marginalien.

Eine interessante Duplizität zur Bibliophiles des Monats der Pirckheimer-Gesellschaft: der in "Bibliophile" in einem Essay von Gesa Schneider beschriebener Titel "Das große Lalula" wird von der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft seinerseits als "Buch des Monats" Juli vorgestellt.

Mi, 30.06.2021

Nachruf der Internationalen Stefan Zweig Gesellschaft

Dr. Jeffrey B. Berlin (1946 - 2021)

Unser Mitglied Dr. Jeffrey B. Berlin ist am 24. Juni 2021 nach langer schwerer Krankheit im 76. Lebensjahr in Langhorne (PA) bei Philadelphia, USA verstorben.

"Prof. Berlin lehrte an verschiedenen US-amerikanischen Hochschulen. Vor seiner Emeritierung war er Professor für vergleichende Literaturwissenschaft und Dekan in Philadelphia. Berlins Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte waren die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts und speziell die Literatur des Wiener „Fin de siècle“. Neben literaturwissenschaftlichen Büchern legte er zahlreiche Briefeditionen vor und beschäftigte sich in vielen Aufsätzen mit Autoren wie Hermann Broch, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Theodor Herzl, Hermann Hesse, Thomas Mann, Arthur Schnitzler, Franz Werfel, Carl Zuckmayer und Stefan Zweig.
Gemeinsam mit Knut Beck und anderen gab er die große „Stefan Zweig-Briefedition“ heraus,
[...]"
(aus dem Nachruf der Internationalen Stefan Zweig Gesellschaft)

Till Schröder kondolierte der Ehefrau Anne Berlin im Namen der Pirckheimer-Gesellschaft: "It is with great sadness that your news reach us. Even though I have had only the chance to briefly converse with your husband via mail I greatly enjoyed the exchange with such an open-minded, broadly interested and erudite counterpart. [...]
My fellow board members of our society and I extend our deepest sympathies to you and your loved ones. We wish you all the strength and support needed to overcome these dark days. We are proud to have counted your husband amongst us booklovers across the pond. His contributions will be missed."

© Karin Innerling

Pulp Painting

Am Freitag zeigt Karin Innerling in der Reihe "Buch des Monats" des Klingspor-Museums eine Auswahl neuer Buchobjekte. Sie hat sich in den letzten Jahren schwerpunktmäßig mit "Pulp Painting" - also geschöpften, gegossenen und mit flüssigem Papier gestalteten Papieren und den daraus entstandenen Buchobjekten beschäftigt. Es sind malerische Unikatbücher entstanden - oft mit handschriftlichen Texten - die eine neue Facette ihrer Arbeit zeigen.

2. Juli 2021, 14 Uhr, Teilnehmerzahl begrenzt
Eintritt 4 € (Mitglieder der Freundesvereinigung Klingspor Museum 2 €)

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach,

Di, 29.06.2021

Aus dem Antiquariat 2/2021

Die Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst hat an ihre Mitglieder Heft 2/2021 von Aus dem Antiquariat ausgeliefert, wieder ohne die üblicherweise beigelegten "Mitteilungen für Mitglieder", jedoch mit eine kleinen Notiz zu dieser Gesellschaft:
"Die Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst überarbeitet ihren Auftritt im Internet und entwirft gemeinsam mit ihrem neuen Vorsitzenden Ulrich Johannes Schneider {Leipzig) eine Selbstdarstellung, die auch die Zeitschrift ›Aus dem Antiquariat‹ einschließt, die für Mitglieder kostenfrei ist. Außerdem geplant ist eine Rubrik ›Das sind wir‹ mit der Möglichkeit der Vorstellung in Bild und Text von Mitgliedern und ihren Sammlungsinteressen. Die neue Website soll im Juli 2021 online gehen."

Außerdem schreibt Thomas Reinecke über Die vielen Pseudonyme des Alfred Klement von Treldewehr, Dirk Heißerer über Thomas Mann bei der digiPress und Gerhard Leyerzapf forscht zur Identität von Frateco, Verfasser des Romans Don Quichote von München.

Mo, 28.06.2021

Goethe. Das Römische Carneval

Goethes Hymne an die Lebensfreude erscheint in The Baer Press von Wolfram Bender im Herbst 2021 mit einem Nachwort von Norbert Miller in einer einmaligen Auflage von 120 Exemplaren. Das mit der Hand gesetzte und auf handgeschöpftes Butten gedruckte Buch wird auch von Hand geheftet und gebunden. Rolf Escher schuf nach Venedig, Paris und Constantinopel wiederum 21 kongeniale Lithographien, mit den Leitmotiven Architektur und Maske, die in das Buch (19 x 28 cm) eingedruckt sind.

Die Edition de Tete umfaßt 83 handgebundene Exemplare in kupferfarbenem Halbpergament. - Die Vorzugsausgabe mit nur 25 Exemplaren wurde in scharlachfarbenes Oasenziegenleder gebunden und enthält eine zusätzliche Lithographie. - Für die Luxusausgabe (12 Exemplare) in gelbem Maroquin hat der Kunst/er a/le 22 Lithograpbien koloriert. - 20 Exemplare mit 22 einzeln signierten, großformatigen Lithographien werden in einer roten Leinenkassette als Suitenausgabe verwahrt.

Goethe. Das Römische Carneval.
21 Lithographien von Rolf Escher.
The Bear Press, 2021
Van-Dijck-Kursiv, 73 S., 19,5 x 28,5 cm
Subskriptionspreis bis 31.12.2021: 
Edition de Tete: £ 900, danach € 1100.
Vorzugsaugabe: € 1400, danach € 1600.
Luxusausgabe: Preis nach Anfrage.
Suitenausgabe: € 2000, danach € 2200. 

So, 27.06.2021

Verzeichnisses der Tiefdrucke mit Aquatintaradierung "Espressokocher mit Topf"

Hanif Lehmann - Radierungen aus 15 Jahren

Unseren Mitgliedern ist Hanif Lehmann, seit 2017 selbst Pirckheimer, bekannt, u.a. durch die originalgraphische Beilage zu den Marginalien #203, den Holzschnitt Entwässerungsgraben, oder die von ihm zum Jahrestreffen 2018 gestaltete Speisekarte und die Aquatintaradierung Bücherfenster.

Mit dem Verzeichnis "Radierungen aus fünfzehn Jahren. Verzeichnis der Tiefdrucke 2005 bis 2020" legt Hanif Lehmann nun einen eindrucksvollen Überblick über ein jetzt schon beachtliches Werk mit über 500 vorgestellten Blättern vor, der zur ausgefallenen Leipziger Buchmesse im März 2020 erscheinen sollten, inzwischen ist er erschienen und der Künstler hofft auf die BuchDruckKunst in Hamburg im September und die artbook.berlin im November 2021.

Für Hanif Lehmann ist eigentlich die Zeichnung seine künstlerischen Erarbeitung der Sicht auf die Welt. Die Radierung ist ihm somit nicht der Abschluss der Sichtung der Wirklichkeit, sondern, wie er im Vorwort schreibt, ein "alchimistisch-musikalischer Prozess, den [... er] die vorherige Zeichnung durchlaufen lassen kann, die Verwandlungen, die dabei geschehen, reizen" ihn. Durch die Radierung auf der Grundlage der Zeichnung kann er "sie verändern, ohne die Zeichnung selbst zu ändern. Aber ihre Tonart, Lautstärke, Instrumentation etc. kann [... er] völlig neu formulieren."

Seine Themen konzentrieren sich wesentlich auf die Mystik des Vergehenden, des Sterbenden, Grabstätten und fast verlassene Bauten in Böhmen und weiteren Regionen Osteuropas, daneben findet man bei Hanif Lehmann Interpretationen zum Werk von Nietzsche oder Edgar Allan Poe, Hölderlin, Verlaine, Loerke oder Baudelaire.
Und, in allen seinen Radierungen sieht man bei intensiver Betrachtung, die dieser Katalog auf seine Radierungen der letzten 15 Jahre nunmehr erlaubt, den Strich des vom Künstler verehrten Alfred Kubin.

Hanif Lehmann, Radierungen aus fünfzehn Jahren
widukind presse Dresden 2020
brosch., 120 S.
mit einer Originalradierung
47,- €

Sa, 26.06.2021

Internationaler Kelmscott Press Day

Heute feiert das Museum of Printing, Haverhill, Massachusetts, sowie alle Freunde der Druckkunst den 125. Jahrestag der Veröffentlichung der Kelmscott-Ausgabe von The Works of Geoffrey Chaucer von William Morris.

Die Kelmscott Press war von 1891 bis 1898 eine vom englischen Dichter, Politiker und Designer William Morris gegründete englische Privatdruckerei. Morris wollte zur vorindustriellen Handwerkskunst zurückkehren, weil er behauptete, das Druckhandwerk sei degradiert. Er begann sein , wie er es nannte, "typografisches Abenteuer". In sieben Jahren produzierte die Kelmscott Press über 22.000 Exemplare von 53 Titeln.
Der Erfolg von Kelmscott war den Talenten des Herausgebers F. S. Ellis (1830–1901), des Illustrators Edward Burne-Jones (1833–1898) und des Graveurs W. H. Hooper (1834–1912) zu verdanken. Morris engagierte ursprünglich den jungen Sydney Cockerell (1867–1962), um seine persönliche Bibliothek zu katalogisieren, wurde aber Morris' literarischer Vollstrecker.

Das bekannteste der Kelmscott Press ist The Works of Geoffrey Chaucer (1896), bekannt als Kelmscott Chaucer. Das in 4 Jahren entstandene, mit Illustrationen von Edward Burne-Jones, und von Morris bis ins kleinste Detail entworfen, Werk gilt als eines der schönsten Bücher, die jemals gedruckt wurden. Sie beeinflusste die private Pressebewegung und das moderne Buch.

Fr, 25.06.2021

Wolfgang Müller: Tabea and Doris may surely still be present and absent at the same time? Schwarzweißfoto der Band von 1983, nach einem Konzept von Wolfgang Müller 2021 durch Gerhard Dörries farbbearbeitet.

One last interview

Von Hartmut Andryczuk (Hybriden-Verlag) ist soeben in einer limitierten Edition erschienen: Wolfgang MüllerTabea Blumenschein - Ein letztes Interview.

Am 27. August 2018 verabredete sich Wolfgang Müller mit seiner langjährigen Freundin Tabea Blumenschein zu einem Interview in ihrer Wohnung in der Allee der Kosmonauten. Auf einem Notizzettel hatte er persönliche und künstlerische Stationen ihres Lebens notiert.
Dass es das vermutlich letzte Interview mit Tabea werden würde ahnte er zu diesem Zeitpunkt nicht.
Tabea Blumenschein war eine der eigenwilligsten und schillerndsten Persönlichkeiten der Westberliner Subkultur der 1970er und 1980er Jahre. Ob als Schauspielerin, Künstlerin, Performerin, Model, Modemacherin, Sängerin, Filmemacherin, Glamour- und Queer-Punkikone – ihre Präsenz und Stil machten sie unverwechselbar. Zu ihren Freunden und Freundinnen zählten die Filmemacherin Ulrike Ottinger, die Tänzerin Valeska Gert, der Schauspieler Udo Kier, der Künstler Martin Kippenberger, die Modedesignerin Claudia Skoda und die Schriftstellerin Patricia Highsmith. Und Tabea Blumenschein war seit 1980 Teil der von Wolfgang Müller und Nikolaus Utermöhlen gegründeten Kultband Die Tödliche Doris

Wolfgang Müller, Tabea Blumenschein - Ein letztes Interview
Hybriden-Verlag 2021
Edition: 64 Seiten, deutsch und englisch
Übersetzung ins Englische von Walter Crasshole
Filmstills aus Eva Vitija, Loving Highsmith, Produktion: Ensemble Film, Zürich und Lichtblick Film, Köln 2021.
Fotos von Gerhard Dörries und Wolfgang Müller
Audio-CD: Chris Dreier, Hero Workship – Special Tabea Blumenschein, Cashmere Radio, 2020. (Interview mit Wolfgang Müller mit Originalaufnahmen von Die Tödliche Doris).
Beilagen: siehe nebenst. Abb., Wolfgang Müller & Tabea Blumenschein: Zoo. Zeichnungen aus DRY (Reproduktion),1983
Edition: 100 copies,
signed & numbered
100 € (Postage Costs and Shipping = 7 €)

Do, 24.06.2021

Oleg Dergachov, Exlibris für Thomas Becker, Radierung 2020, Blattgröße 210x155 mm

LA LICORNE

"La Licorne" (Einhorn), eine fantastische Kunstgalerie, die im Oktober letzten Jahres in Soyaux, Frankreich, eröffnet wurde, hat sich an die Pirckheimer-Gesellschaft gewandt, um interessierten Mitgliedern Ausstellungsmöglichkeiten anzubieten.

Die Galerie wird vom Ukrainischen Künstler Oleg Dergachov betrieben - der Name dürfte insbesondere Exlibris-Freunden ein Begriff sein, der Künstler ist jedoch auch als Illustrator, Bildhauer, Zeichner und Karikaturist tätig.
In seiner Galerie "La Licorne" veranstaltet Oleg Dergachov auf 80 qm Ausstellungen mit eigenen Werken und Gemälden, Skulpturen, Graphiken und Schmuck anderer Künstler.

Nähere Informationen können per E-Mail angefordert werden.

 

Mi, 23.06.2021

MARGINALIEN 241

Heute fand sich im Briefkasten und, dort wo es noch nicht ausgeliefert wurde, in den nächsten Tagen auch bei allen Pirckheimern, Heft 241 der Marginalien (2/2021).

Anlässlich des 90. Geburtstages unseres Mitglieds liegt dem Heft eine Ergänzung zur Jahresgabe 2018 bei: ein Personenregister zum alternativen Künstlerreport von Harald Kretzschmar "Stets erlebe ich das Falsche". Und, ebenfalls exklusiv für Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft, der Farbholzschnitt IMMER-WIEDER-NEU, 2019/2021 von Andrea Lange (Sonnenberg-Presse), von der Künstlerin in einer Auflage von 680 Exemplaren gedruckt. André Schinkel besuchte sie im Atelier: "Hinter geschlossenen Lidern, oder: Immer wieder neu"

"Diese Ausgabe der Marginalien ist ein Heft der Spurensuchen, des Aufnehmens des Fadens in die Vergangenheit. Denn dass diese mithin auch bestimmt, wer wir sind und wie wir heute leben, steht außer Frage. Alles ist durch alles bedingt, das gilt auch für die Geschichte. Die Menschheit ist ein gigantisches Puzzle mit eingebauter vierter Dimension. Wir vererben nicht nur Eigenschaften und Dinge, sondern geben auch Erzählung und Erfahrung weiter. Man muss die Spuren nur lesen wollen. Nun ist diese Einsicht für viele Sammler nicht neu. Sich für die Geschichte hinter den geliebten Objekten zu interessieren, erscheint vielen selbstverständlich. Und doch erstaunt immer wieder, mit welcher Akribie verblüffendes Wissen zu heben ist, wenn Sammler forschen. Peter D. Verheyen beispielsweise wollte mehr wissen über Ernst Collins Der Pressbengel von 1922. ..."
(Till Schröder, Vorab)

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