Pirckheimer-Blog

Gleimhaus

Mi, 15.10.2025

"Das neue Versteck" – Ausstellung in Röderhof (Huy) mit Arbeiten der beiden aktuellen Stipendiatinnen.

In Röderhof: „Das neue Versteck“

Sage keiner, im Harzvorland wäre nix los: Seit vielen Jahren arbeitet in Röderhof im Huygebirge ein Kunstverein unerschrocken an seinen Träumen und Visionen, macht Ausstellungen, Symposien und vergibt v. a. sechs Stipendien im Jahr an Künstlerinnen und Künstler: Franca Bartholomäi war da, Wiebke Elzel, Wieland Krause, aber auch Autoren wie Ingo Schulze und André Schinkel ... Für den Sonntag lädt der Verein um Ingund und Olaf Wegewitz kraft seines Vereinsvorsitzenden Martin Hentrich in die alte Brauerei unterhalb von Kloster Huysburg (Gut 50, 38838 Röderhof) ein: 19.10., ab 15 Uhr. Gezeigt werden die Arbeiten der aktuellen Stipendiatinnen Katja Windau und Susanne Ostwald. Zu sehen sind diese bis zum 28.11., immer am Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Da das Haus im Winter geschlossen ist, handelt es sich um den Saisonabschluss in Röderhof. Und wer einmal da ist: Halberstadt liegt mit Gleimhaus, Dom, Domschatz sowie Buchardikirche gleich um die Ecke. 

(Kevin Konopke/Pressemitteilung)

Fr, 05.09.2025

Gleims Garten, wo sich auch sein Grab befindet. Das Gleimhaus lädt zur Ideenfindung für den Platz ein.

Neu: Gleims Garten in Halberstadt

Nun, neu ist Gleims Garten in Halberstadt an sich nicht, ist doch sein Eigner (1719–1803) seit über 220 Jahren tot. Aber die Benennung als offizieller Orts-, Platz- und Flurname der Domstadt an der Holtemme, im nördlichen Harzvorland ist ganz frisch, wie das Gleimhaus (Domplatz 31, 38820 Halberstadt), seit langem Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, mitteilt: „Der Park zwischen der Gröperstraße und dem Burchardikloster in Halberstadt erhält gemäß seiner Geschichte den Namen Gleims Garten. Dies hat der Stadtrat vor wenigen Tagen beschlossen, wie wir im regulären September-Newsletter bereits mitgeteilt haben.“ Und weiter heißt es im aktuellen Sondernewsletter: „Dies wiederum ist Anlass, Überlegungen anzustellen, wie der Park aufgewertet werden könnte.“ Es wird also eingeladen, das Areal, auf dem sich auch Gleims Grab findet, wieder in seiner Bestimmung sichtbarer zu machen. „Der Garten Johann Wilhelm Ludwig Gleims war Obstgarten, Ort von Naturfreuden, Schauplatz freundschaftlicher Geselligkeit und selbstgestaltetes Idyll, in dem der Dichter sich auch bestatten ließ. Noch immer ruht er hier, doch von der einstigen Poesie des Gartens ist nicht mehr viel zu ahnen.“ Ergo: „Zusammen mit der Abteilung Stadtgrün der Stadt Halberstadt laden wir schon am Mittwoch, dem 10. September, um 19.30 Uhr zu einer öffentlichen Ideenfindung ein.“ Jede und jeder ist eingeladen. Ideen sind auch vorab unter info@gleimhaus.de willkommen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 10.07.2025

Olaf Wegewitz: "Gleims Hüttchen", Collage (2025). Für die Schau wurden auch Gleim-Texte eingelesen, die auf der Webseite des Hauses eingestellt sind.

„Gleims Hüttchen“: Ausstellung mit Olaf Wegewitz im Gleimhaus

„... auf der Erde sind noch Freuden; / Komm Er nur, Er soll’s gestehn.“ Es sind nur wenig bekannte Verse, die Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719–1803) seinem Das Hüttchen widmete, das er als Refugium und Idyll ansah und dazu einlud, es mit ihm zu teilen. Gleim, ein Genie der Freundschaft, verfasste die kaum rezipierte Schrift 1794, und der Huy-Neinstedter Künstler und Naturphilosoph Olaf Wegewitz widmet sich ihm in seiner neuesten Ausstellung, die justament im Gleimhaus zu Halberstadt seit dem 21. Juni und bis zum 21. September zu sehen ist. Olaf Wegewitz, der auch als Buchkünstler von sich reden machte und 2021 mit dem Antiquaria-Preis geehrt wurde, entdeckte vor etlichen Jahren für ein Klopstock-Projekt (Klopstock gehörte als enger Freund Gleims zu dessen Umkreis) das Büchlein für sich und seine Arbeit: Wir sollten uns eine schöne Rast halten heißt nun seine Adaption zu Gleims Gedichten. Auf der Seite des Museums der deutschen Aufklärung heißt es: „Im Miteinander von Handzeichnung, Schabloniertem und Gedrucktem, von gegenständlichen Motiven, atmosphärischer Malerei und collagierten Schriftkarten, von Buch und Bildnis bietet Wegewitz Variationen über das Hüttchen dar. Vielfach bedient er sich dabei seiner Methode der Fortschreibung überlieferter Poesie und Bildkunst.“ Alle Infos zu Schau und zum Haus gibt es hier

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 16.11.2024

Die Dauerausstellung im Gleimhaus zu Halberstadt, des ältesten Literaturarchivs Deutschlands, wurde neu gestaltet – in der Schau begegnet man Gleim höchstselbst: am Tisch des "Freundschaftstempels".

Mit Gefühl in Gleims Welt

Das Gleimhaus – Museum der Deutschen Aufklärung in Halberstadt (Domplatz 31, 38820 Halberstadt) eröffnete Ende Oktober eine neue Dauerausstellung. Nach zwei Jahrzehnten wurde die Sammlung zum Dichter, Mäzen und Sammler des 18. Jahrhunderts Johann Ludwig Gleim (1719–1803) neu aufbereitet. Nicht nur flossen neue Forschungserkenntnisse in Auswahl der Exponate und Texte ein, vor allem die Präsentation wurde verändert – ganz bewusst mit vielen Angeboten, um den Zugang für ein breiteres Publikum zu ermöglichen. Man hört einen Herzschlag im Eingangsbereich, der auf die Bedeutung des Herzens, des Gefühls für Gleim verweist. Es gibt eine Animation, die Gleim und die Ära der Aufklärung in drei Minuten unterhaltend einführt. Eine Demonstration mit Pappaufstellern bekannter Personen der Aufklärung wie Immanuel Kant, Mary Wollstonecraft lädt zur Auseinandersetzung mit Personen und Ideen ein, sie umzustellen, sich in sie einzureihen. Es dürfen Objekte in die Hand genommen werden. Texte in Blindenschrift oder Leichter Sprache erweitern den Zugang fürs Publikum. Die Kernstücke des Museums wie der „Freundschaftstempel“, die größte Porträtgemäldesammlung der deutschen Aufklärung, allesamt Weggenossen und Freunde Gleims, oder die durch eine Glaswand zu betrachtenden Privatbibliothek Gleims, mit gut 30.000 Bänden und 10.000 Briefen das erste Literaturarchiv Deutschlands, bleiben nach wie vor das Herz der Schau. Die Teilnehmer des Pirckheimer-Jahrestreffens 2020 in Halberstadt und Quedlinburg können sich lebhaft daran erinnern. Doch auch hier gab es eine Anpassung: Neuerdings sitzt eine Gleim-Figur im Schreiben vertieft am ovalen Tisch im „Freundschaftstempel“: Der Geist Gleims durch den Künstler Norman Lodahl manifestiert, wenn man so will. Mehr Infos zur Sammlung und zum Museum findet man auf der neugestalteten Webseite des Hauses: www.gleimhaus.de.

(Till Schröder)

Mo, 29.07.2024

Das Gleimhaus, ein Hort der Freundschaft, ehrt F. G. Klopstock. | © Archiv Gleimhaus (via CC BY-SA 3.0)

Klopstock und die Freundschaft

Das Ausstellungsprojekt Klopstock und die Freundschaft ist im Gleimhaus zu Halberstadt aus Anlass des 300. Geburtstages von Friedrich Gottlieb Klopstock (1724–1803) seit dem 30. Juni und noch bis zum 29. September zu sehen. Sie beleuchtet nicht nur ausgewählte Freundschaften des Dichters wie etwa diejene mit Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719–1803), sondern thematisiert auch die Bedeutung der Freundschaftskultur für die Literaturentwicklung und umgekehrt. Deutlich wird, dass Klopstock Teil einer großen Freundschaftsbewegung war, jedoch in seiner literarischen Ausdrucksweise Singularität beanspruchen kann. Zur Ausstellung wird im Gleimhaus ein sehr umfangreiches Begleitprogramm geboten mit Vorträgen, Lesungen, szenischem Spiel ... Interaktive Stationen laden zur Reflexion und Selbstreflexion ein. Alle Infos auf der Webseite des Hauses.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 03.01.2024

"Leseland DDR"-Schau im Gleimhaus Halberstadt.

„Leseland DDR“ in Halberstadt

Es dürfte mithin eines der ältesten Literaturmuseen des deutschsprachigen Raums sein – seit über 160 Jahren lädt das „Museum der deutschen Aufklärung“, das Gleimhaus in Halberstadt, direkt im Domrondell der ehrwürdigen Stadt am Harz (Domplatz 31, 38820 Halberstadt) gelegen, Interessierte ein. Das ursprüngliche Wohnhaus Johann Wilhelm Ludwig Gleims (1719–1803), auch als „Freundschaftstempel“ seiner Zeit gerühmt, umfasst den vollständigsten Dichternachlass seiner Epoche, seine Sammlungen beruhen auf den umfänglichen Hinterlassenschaften seines Besitzers; zudem erfüllt es bis heute die Funktion eines lebendigen Archivs, indem es nach wie vor die Nachlässe von Autorinnen und Autoren des Harzraums und Sachsen-Anhalts bewahrt und pflegt. Da dürfte es mehr als gut passen, dass die deutschlandweit bekannte Wanderausstellung (der Pirckheimer-Blog berichtete mehrfach) Leseland DDR auch in dem illustren Haus Station macht. Die Exhibition, die auf einer Reihe Schautafeln die Bedeutung des Lesens im und das Leseverhalten selbst des kleines und versunkenen Landes bebildert und in Texten sichtbar macht, ist noch bis zum 28. Januar in Halberstadt zu sehen. Gerade in Zeiten, da das Wort nicht oder nur bedingt als frei zu gelten hatte, kam der Literatur (wie auch den anderen Künsten) eine besondere Funktion zu – so war manches Werk nur schwer zu erreichen und ging so manches Buch auch als Abschrift, quasi im Samisdat, von Hand zu Hand. Als das Metropölchen des östlichen Harzrands ist Halberstadt von allen Seiten gut zu erreichen; und wer die Sonderschau gesehen hat, der möge sich auch durch den Sammlungsteil des Hauses führen lassen, der überaus faszinierend und das Herze des Bücherfreunds berührend ist. Und wer einmal da ist, möge nicht darauf verzichten, die ornithologische Sammlung einige Häuser weiter und natürlich den Domschatz zu besichtigen. Und ASLAP von John Cage in der Buchardikirche lauschen, auf dem Weg zum Kloster Huysburg … Und da sage noch einer, in der Provinz sei nix los. Das Gleimhaus ist winters außer am Montag täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

(André Schinkel)

Fr, 28.08.2020

© BODONI

Hans Eckardt Wenzel in Neuruppin und Halberstadt

Ein Höhepunkt des Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft in Halberstadt wird zweifelsohne ein Konzert mit Hans Eckardt Wenzel sein.

Bereits morgen wird Wenzel und Band bei unserem Mitglied Marc Johne auf dem Bodoni-Vielseithof auftreten. Eine Zeile von Hans Eckardt Wenzel wurde anlässlich des morgigen Konzerts zum Motto dieses famosen Jahres 2020, gedruckt in der zeitgereisten hauseigenen Druckerei. Es prangt jetzt an der Scheune des Vielseithofes - gewissermaßen zur Mahnung an spätere Generationen.

Beide Veranstaltungen sind, bedingt durch derzeit geltende Einschränkungen, ausgebucht.

Bodoni-Vielseithof: 29. August 2020, 19 Uhr
Buskower Dorfstraße 22, 16816 Neuruppin

Konzert zum Jahrestreffen: 18. September 2020, 19 Uhr
Gleimhaus in Halberstadt