Pirckheimer-Blog

Mi, 22.12.2021

ÖEG Mitteilungen 3/2021

Das letzte Jahresheft 2021 der Mitteilungen der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft enthält u.a. eine Nachlese zur Ausstellung von Exlibris der Freimaurer und freimaurerischen Objekte, sowie einen Beitrag über das älteste Arzt- und Freimaurer-Exlibris Ungarns.

In der Rubrik Besprechungen/Neuerscheinungen werden mehrere Bücher und 20 internationale Zeitschriften zum Exlibris vorgestellt.
Auch die gegenwärtige Situation der FISAE, um die es nach der pandemiebedingten Absage des Kongresses 2020 in London und der aufgrund ausbleibender Spendengelder erfolgte Abschaltung der Homepage sehr still geworden ist, wird in einem vom Schweizer Exlibris-Club übernommenen Beitrag untersucht.

Di, 21.12.2021

Fotos: Hans Witte

neu in der Edition Einstein

Gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest wird das Jüngste der Edition Einstein zwar nicht in der Krippe liegen, aber doch das Licht dieser unruhigen Welt erblicken: als Nr. 37! ist n diesen Tagen ein neuer Band der Reihe "Das andere Kinderbuch" erschienen.

Der Titel ist so lang wie das Objekt selbst: "Das längste typografische Buchstaben- und Zahlen-Herausfinde-Rollbilderbuch der Welt für kleine und große Leute".

Es handelt sich dabei also nicht um die Form des üblichen "Klapp"-Buches sondern um einen Blatt für Blatt im Buchdruck einseitig bedruckten und gerollten Papierstreifen mit einer Höhe von ca. 16 cm und einer Länge von ca. 5,5 m, der sich in gerolltem Zustand in einer Pappdose mit Deckel befindet. Der Durchmesser der Dose ist ca. 9 cm. Außen ist diese Dose ebenfalls typografisch illustriert.

Das "Buch" soll anregen, unterschiedliche Schrifttypen, die häufig nur bruchstückhaft oder verändert abgedruckt sind zu erkennen bzw. zu identifizieren.

Das längste typografische Buchstaben- und Zahlen-Herausfinde-Rollbilderbuch der Welt für kleine und große Leute
Edition Einstein, Emmerthal 2021
Auflage: 10 Exemplare
150 Euro (Vertrieb nur über Edition Einstein)

Mo, 20.12.2021

Briefe an Hans

Der 1951 geborene Hans Hess lernte Stahlreliefgraveur und absolvierte unter anderem eine Abendschulausbildung an der Hochschule für Bildende Künste Dresden in Oederan. Hess studierte zudem Metallgestaltung an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein in Halle. Anfang der 1980er-Jahre entstanden erste Mappen, Collagen und großformatige Arbeiten, später beschäftigte sich Hess auch mit Schrift und dem Potenzial in grafischen Blättern und Künstlerbüchern. Seit dieser Zeit beteiligte er sich auch selbst intensiv am kreativen Austausch an Mail-Art-Projekten.

Mit einem besonderen MailArt-Projekt erinnerte auch der Kunstkeller Annaberg an den 2019 verstorbenen Künstler Hans Hess und Kreative aus 25 Ländern antworteten mit 190 Einsendungen.
Diese „Briefe an Hans" zeigt der Kunstkeller seit dem 16. Oktober in einer Ausstellung. Collagen, Gemälde, persönliche Zeilen, insgesamt mehr als 190, werden noch bis zum 30. Januar gezeigt.

Zur Ausstellung erschien vor wenigen Tagen eine Dokumentation. Schon 2020 widmete der Kunstkeller der ungewöhnlichen Künstlerfreundschaft, die Hans Hess mit dem Hainichener Günter Hofmann verband, das Buch "Grüße aus dem Paralleluniversum". Beide schrieben sich im Verlauf von Jahren 1000, als kleine Kunstwerke gestaltete, Postkarten, Collagen und Zeichnungen. Hans Hess war in die Vorbereitungen noch eingebunden. „Die Gespräche mit ihm über dieses Projekt wurden durch seinen frühen Tod 2019 jäh unterbrochen", so Kunstkeller-Leiter Jörg Seifert. Im Andenken an die beiden Künstler wurde es jetzt zum Abschluss gebracht.

Briefe an Hans, Dokumentation
Hrsg.: Kunstkeller Annaberg, Redaktion: Jörg Seifert
Annaberg-Buchholz, 2021
56 Seiten, broschiert, 64 Abbildungen, 21×29,6 cm
8 € (Vertrieb nur über Kunstkeller Annaberg)

Peter Verheyen

Auszeichnung für Peter Verheyen

Die Universitätsbibliothek Syracuse ehrt den Pirckheimer Peter Verheyen mit dem diesjährigen Preis für Herausragenden Service (Distinguished Service Award). Mit dieser Auszeichnung werden seit mehr als 30 Jahren Bibliotheksmitarbeiter geehrt, die einen bedeutenden Beitrag sowohl zu den Bibliotheken als auch zur breiteren Gemeinschaft der Syracuse University geleistet haben.

Peter Verheyen ist ein weltweit anerkannter Experte auf den Gebieten der Buchbinderei und Bibliothekskonservierung. Er präsentiert und publiziert regelmäßig auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Er gründete den Book Arts listserv, einen globalen Mailingdienst für Buchbinder und schuf die Book Arts Website und bonefolder E-Journal.
Seit 2013 arbeitet der Ausgezeichnete als Research and Emerging Issues Analyst im Program Management Center. In dieser Funktion bietet er fortlaufende Recherchen rund um Bibliothekstrends und Datenerfassung an.

Mendelssohn-Type

Seit Wochen sind unsere Mitarbeiter [der Offizin Haag-Drugulin, Dresden] nun schon dabei, neben dem täglichen Setzen und Drucken, die Schriftbestände im Nachbargebäude für den Umzug vorzubereiten; den Inhalt der vielen, meist nur unzureichend beschrifteten Pakete zu ordnen und zu registrieren. Alles Vorbereitungen für die Verlegung, denn die Räume stehen uns nicht mehr lange zur Verfügung. - Es war Anfang November, als ein unscheinbares Paket auftauchte mit dem lapidaren Vermerk »Mendelsohn«. Doch statt der erwarteten Bleilettern kamen Original-Matrizen der Mendelssohn-Type, wie sie richtig heißt, zum Vorschein. Jener Schrift, die Georg Mendelssohn 1921 - also vor genau 100 Jahren - für die Schriftgießerei Brüder Butter in Dresden geschaffen hat. Welche Überraschung, welche Sensation! 

Georg Mendelssohn war ein außergewöhnlicher Künstler. 1886 in Dorpat, heute Tartu, geboren, zog die Mutter, nach dem Tod des Vaters, mit ihm und seinen drei Geschwistern nach Jena. Schulbesuch, Abitur, Studium in Jena und Kiel, ein Aufenthalt in Italien. wo er Jakob Hegner kennenlernte. Wieder zurück: Studium an der Debschitz-Schule in München (1907/08). Mitglied im Deutschen Werkbund. Ausführung von Messinggravuren und erste Erfolge. Dann, mit 24 Jahren, ein Grand Prix auf der Weltausstellung 1910 in Brüssel. - Von Wolf Dohrn angeregt, zog Mendelssohn noch in dem gleichen Jahr mit der Familie nach Hellerau, wo er zusammen mit seinem Freunde Karl Schmidt in einem von Riemerschmid erbauten Doppelhaus wohnte. Hier schnitt er auf Drängen des feinsinnigen Druckers Jakob Hegner dann jene eigenwillige expressionistische Mendelssohn-Type, die gleich für mehrere Drucke verwendet wurde, vom Avalun Verlag, von Oda Weitbrecht und für den eigenen Verlag. Dank an Rainer Gerstenberg, daß wir sie hier zum Jahreswechsel zeigen können.

(Eckehart SchumacherGebler)

So, 19.12.2021

lks.: Utz Benkel, Linolschnitt, 2015 (nach einer Idee/Zeichnung von Daniela Sotier) | rechts: Elke Rehder, Schachspieler, Holzschnitt, 2021, Blattgröße 29,6 x 20,4 cm

Zwei Grüße zum 4. Advent

Fräulein Weihnachtsmann wünscht
euch ein besinnliches Weihnachtsfet
und einen guten Rutsch in ein gesundes
und friedliches neues Jahr.

(Deutsche Exlibris-Gesellschaft)

Frohe Weihnachten und ein gutes, gesundes neues Jahr 2022, in dem so mancher kluge Schachzug gelingen mag,
wünscht

Elke Rehder

 

Wünsche, die ich gern an alle Leser des Pirckheimer-Blogs weitergebe! (ad)

Matthias Frohl, Holzschnitt, 2021 | rechts: Jette Holz, 13 Jahre, Linolschnitt, 2021

... und aus Brandenburg zum Advent

... alle guten Wünsche zum neuen Jahr: Gesundheit, Kraft, Freude sowie Vernunft und Weisheit als Maßstab in der kleinen und großen Welt; vielleicht wachsen Kreativität bzw. Phantasie 2022 Flügel ...

(Matthias Frohl)

Woldn´t it be wonderful if we could all be a little more gentle with each other, and a little more empathy, and maybe we´d like each other a little big more.
Judy Garland, 100. Geburtstag 2022

(Galerie Sonnensegel)

 

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Sa, 18.12.2021

Bibliophiles des Monats

Das erste Jahr, in welchem im Blog der Pirckheimer-Gesellschaft "Bibliophiles des Monats" vorgestellt wurde, geht zu Ende.
Ein Überblick über das Jahr 2021 findet sich hier - vorgestellt wurden in diesem Jahr

Januar - Edition Schwarzdruck: BWL-Reihe (1999ff)
Februar - Pirckheimer-Gesellschaft: 29. Januar 1956 (1955)
März - LBA: Rote Wut und schwarze Galle (1991)
April - Bertolt Brecht: Gegen Verführung (2017)
Mai - BBA: Tellers Trauungsrede für Herrn von Itzenplitz und Fräulein von Friedland, 1792 (1928)
Juni - Klaus Waschk: Vor&NachBilder (2021)
Juli - Schweizerische Bibliophilen-GesellschaftBibliophilie (2021)
August - Ulrich Tarlatt: abschied von sara (1992)
September - miley: Ein Tagebuch (2002)
Oktober - Ingo Schulze: Kakoj Koschmar oдer You Are Welcome (2021)
November - Frans Masereel und das Buch (1961)
Dezember - Jacobus SchnellpfefferStecknadeln im Sofa (1997)

Das Spektrum der ersten mit diesem Ehrentitel bedachten Bücher ist zwar bereits annähernd breit gefächert, doch sollte durchaus auch Besonderes aus anderen Sammlungen, wie z.B. Buchobjekte, historisch Wertvolles oder Raritäten der Druckgraphik in dieser Rubrik auftauchen. Wir wissen, die Regalen der Pirckheimer beherbergen viele Schätze und auch Kuriosa.

Obwohl alle Freunde des Bibliophilen aufgerufen waren, Lieblingstitel für diese Rubrik vorzuschlagen und es auch einige Bekundungen gab das zu tun, fehlte es doch an der Tat. Damit nun nicht weiterhin ausschließlich Titel aus der Bibliothek des Blogbetreibers Bibliophiles des Monats werden, ist hiermit jeder (was jede einschließt) angesprochen, entsprechende Vorschläge einzureichen.

Fr, 17.12.2021

letzte DEG-Mitteilungen

Gemäß einem Beschluss des DEG-Vorstandes wurde das letzte, wie seit 30 Jahren von Klaus Thoms herausgegebene, Heft der DEG-Mitteilungen ausgeliefert: "Die bisherigen Mitteilungen sollen neu konzipiert werden und ab 2022 unter einem neuen Titel einmal jährlich zum Jahresende erscheinen."
Darin unter anderem eine zeitgemäße Betrachtung des Exlibris zum Thema "Impfungen lassen die Menschen hoffen", zu "Christian Morgenstern - ein Meister der komischen Lyrik" und "Die Dreigroschenoper, ihre Liedtexte und ihre Musik" von Heinz Neumaier.

DEG-Mitglieder erhielten gemeinsam mit den Mitteilungen die 2021 bereits zum zweiten Mal erschienene, gut gestaltete, gedruckte Jahresübersicht über das "Exlibris des Monats" mit Beiträgen von Ulrike Ladnar und Henry Tauber, sowie, wie wir mit Trauer zur Kenntnis nehmen mussten, zum letzten Mal von Heinz Decker.
In großem A4-Format und mit umfangreichen Informationen werden die Miniaturen vorgestellt, traditionell beginnend mit der Graphik des PF im Januar (Katarzyna Handzlik) bis zum Exlibris des Monats Dezember (Oleksandra Sysa für Cees Lith). Alle Exlibris werden, einschließlich der Texte zu den Hintergründen der Bucheignerzeichen, auch auf der Homepage der Gesellschaft vorgestellt, siehe hier.

Schöpferlaunen - Galgenlieder

In der Kleinen Galerie des Winckelmann-Museums wird ab morgen aus Anlass des 150. Geburtstags von Christian Morgenstern die Ausstellung "Schöpferlaunen - Galgenlieder Wilhelm Höpfners Bilder nach Christian Morgensterns literarischen Humoresken" gezeigt.

Der Magdeburger Künstler Wilhelm Höpfner (1899-1968), dessen Nachlass das Museum besitzt, hinterließ in den fünf Jahrzehnten seines Wirkens ein enormes Werk an Druckgraphik. Seine Bilderwelt ist zauberhaft und phantasievoll, durchdrungen von Ironie und hintergründigem Humor, teils grotesk, teils surreal, doch bei aller Heiterkeit niemals weltfremd oder banal.
Die Gedichte von Christian Morgenstern (1871-1914) inspirierten Höpfner auf besondere Weise. Es war das Zusammenspiel von liebenswürdiger Komik und scharfsinnigem Tiefgang, worin der Zeichner im Dichter seinen geistigen Bruder gefunden hat.
Die kleine Ausstellung im Winckelmann-Museum zeigt Radierungen des Künstlers in Gegenüberstellung mit den Versen aus Morgensterns Gedichtzyklus „Galgenlieder", darunter Highlights wie das „Nasobem", das ,,ästhetische Wiesel" oder den „Werwolf". Höpfners Freude am bildlichen Fabulieren verbündet sich mit dem Sprachwitz in Morgensterns humoristischer Lyrik auf wunderbare Weise. Für Wilhelm Höpfner war es „das befreiende Lachen".

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Morgenstern-Gesellschaft Werder und der Galerie 47 Birkenwerder.

Eröffnung: 18. Dezember 2021, 15 Uhr, Begrüßung: Prof. Dr. Max Kunze (Präsident der Winckelmann-Gesellschaft), Christians Morgenstern und seine Galgenlieder: Heinz-Jürgen Raßbach (Vorsitzender der Christian Morgenstern Gesellschaft), Wilhelm Höpfners Morgenstern-Illlustrationen: Dr. Kathrin Schade
Ausstellung: 18. Dezember 2021 - 20. März 2022, 2G

Winckelmann-Museum
Winckelmannstr. 36-38, 39576 Stendal

Do, 16.12.2021

Gustave Doré, Rotkäppchen, um 1870, Foto: Sven Beham

Märchen Sagen und Symbole

Im Winckelmann-Museum findet eine Ausstellung zu Märchen, Sagen und Symbolen statt. Der Einfluss dieser Literaturgattungen prägt die Kunst seit Jahrtausenden. Die in den Geschichten überlieferten Erzählelemente und Erzählstrukturen finden sich heute wieder in der modernen Welt der Fantasy-Erzählungen und Filme.

Wie entstanden die Welt und das Leben in dieser Vielfalt, wie lautet der Plan der schicksalsbestimmenden, übernatürlichen Mächte, welche Ursachen haben Übel, Krankheit und Tod, und von welchen außergewöhnlichen Taten gibt es neue Kunde? Die Ausstellung stellt die Themen Märchen, Mythen, Legenden, Fabeln und Sagen vor, die einen fundamental wichtigen Bestandteil jeder Kultur und ihres kollektiven Gedächtnisses bilden. Dabei werden Spuren verfolgt, die sich durch die Erzählungen von Menschen verschiedener Kulturen ziehen. Diese Spuren beginnen tief in der Vorgeschichte und verbreiten sich zu einem frühen Zeitpunkt. Sie entfalten sich in den Mythen, Sagen, Fabeln, Legenden der Antike und führen in die Welt unserer europäischen Märchen, welche zunächst nur mündlich tradiert worden sind. Auch die Sagenwelt Liechtensteins wird dabei vorgestellt.

4. Dezember 2021 - 27. März 2022

Winckelmann-Museum
Winckelmannstr. 36-38, 39576 Stendal

Michael Blümel, Eine mögliche Begegnung, nach Robotermärchen, 2019 / unten: Lothar Lempp

zum 100. Geburtstag von Stanisław Lem

„GoLEM Go!“

Am 12. September 2021 jährte sich 100. Geburtstag des Science-Fiction Autors, Essayisten und Philosophen Stanisław Lem, dessen in 57 Sprachen übersetzten Werke bis dato über 45 Millionen Mal verkauft wurden. Diesen ebenso genialen wie eigensinnig-phantasiebegabten Menschen zu ehren, ist das Anliegen der Bad Mergentheimer Künstler Lothar Lempp und Michael Blümel, deswegen begannen die beiden bereits 2019 sich mit dem Leben und Werk des polnischen Intellektuellen Lem zu beschäftigen. schon während ihrer Jugendzeit waren beide Künstler begeisterte Leser von Stanisław Lem’s einfallsreichen intergalaktischen Welten.

Lothar Lempp widmet sich hauptsächlich den plastischen Anregungen, die in Lems Werken zu finden sind. So wird beispielsweise das bevorzugte Werkzeug des Schriftstellers, die mechanische Schreibmaschine, einer Metamorphose unterzogen. So wie Lem klassische Formen neu verwendet, z.B. die Erzählform des Märchens, so verwendet Lempp die alte Tradition des Zinnfigurengießens um Lems futuristische Eskapaden lebendig werden zu lassen. Auch die dynamischen Prozesse eines planetaren Ozeans werden ins Bild gebracht - und nicht zu vergessen, der Humor der in vielen Werken des Autors präsent ist.

Michael Blümels Künstlerische Arbeitsschwerpunkte bzw. Ausgangspunkte sind oftmals literarische Quellen und so wird er seine Auseinandersetzungen einmal mehr einem Schriftsteller widmen, den er genrespezifisch, ergo im Bereich Science-Fiction, bis heute zu seinen Favoriten zählt. Zumeist beginnt Blümel mit dem direkten (Hinein)zeichnen auf Buchseiten in herkömmliche Buchausgaben, aus denen Künstlerunikatbücher werden, parallel folgen die ersten Skizzen und Studien, Graphit- und Acrylzeichnungen, in die z.B. Schrauben, Scharniere, Stahlfedern und dergleichen geklebt werden. Und so entstanden bis zum jetzigen Zeitpunkt inklusive der Zeichnungen in den insgesamt sechs Künstlerunikatbüchern – die in der Regel zwischen 20 und 50 Zeichnungen umfassen, über 600 Werke nach Stanisław Lem.

In Zusammenarbeit mit dem Harrassowitz Verlag erschien das Buch „Kosmos Lem“.

Vernissage/Soft Opening: 17. Dezember 2021, 18 Uhr
Ausstellung: 18. Dezember 2021 - 26. Februar 2022

Forum in der Au
Austraße 6, Bad Mergentheim

links unten: Widmung "Für Max Lehmann mit bestem Dank Stefan Heym" in Kreuzfahrer von heute, Paul List Verlag , Leipzig-München 1950, Ausgabe für das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik (M.L. war seinerzeit Sekretär im Schriftstellerverband der DDR), im Vordergrund: "Erinnerungen ...", Verlag für Berlin-Brandenburg, Inh. André Förster

Stefan Heym (1913 - 2001)

Heute vor 20 Jahren starb Stefan Heym - einer der großen deutschen Literaten.

In der DDR arbeitete Heym als freier Schriftsteller und daneben publizistisch für Zeitungen und Zeitschriften. Von 1953 bis 1956 schrieb er, gemeinsam mit dem Pfarrer Karl Kleinschmidt, die Kolumne Offen gesagt für die Berliner Zeitung. 1956 wurde Heym ein Veröffentlichungsverbot auferlegt, 1959 wurde er mit dem Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur ausgezeichnet.
1976 gehörte Heym zu den Unterzeichnern der Petition, mit der DDR-Autoren gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns protestierten. 1979 wurde er aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen. Ende November 1989 war er Mitinitiator und Unterzeichner des Aufrufes "Für unser Land", in dem sich die Initiatoren gegen „eine Wiedervereinigung bzw. eine Konföderation mit der BRD“ und für den Erhalt einer eigenständigen DDR mit demokratischem Sozialismus aussprachen. Im November 1989 wurde er wieder in den Schriftstellerverband der DDR aufgenommen.
Bei der Bundestagswahl 1994 erhielt Heym als Parteiloser auf der Liste der PDS ein Direktmandat. "Den Juden und Anti-NS-Kämpfer demütigte 1994 die Kohl-Regierung, als Heym als Alterspräsident mit einer weisen Rede den 13. BT eröffnete. Um ihn zu verhindern, streuten westdeutsche Politiker und Medien gar noch das verleumderische Gerücht, der jahrelang von der Stasi überwachte Heym sei Stasi-Spitzel gewesen." (Ilko-Sascha Kowalczuk, Facebook)
Im Oktober 1995 legte er sein Mandat aus Protest gegen eine geplante Verfassungsänderung im Zusammenhang mit der Erhöhung der Diäten für Bundestagsabgeordnete nieder.

Mi, 15.12.2021

Aus dem Antiquariat 4/2021

Das letzte Heft des Jahres "Aus dem Antiquariat", eine Zeitschrift, die auch allen Mitgliedern der Maximilian-Gesellschaft zugestellt wird, enthält das Jahresregister 2021.

Roland Jäger beschäftigt sich mit dem Gebrauchsgraphiker und Buchgestalter Fritz Löwen, auch Lucien Lowen, (1893 - 1970) und Hans-Otto Keunecke untersucht den Nürnberger Antiquariatsbuchhandel im 17. Jahrhundert und stellt Deutschlands ältesten Antiquariatskatalog vor.
Weiterhin im Heft: ein Interview von Björn Biester mit Sibille Wieduwilt, Vorsitzende des Verbandes Deutscher Antiquare und seit 14 Jahren Inhaberin des Kunstantiquariats Tresor am Römer in Frankfurt am Main, zur gegenwärtigen Situation des Antiquariatsbuchhandels.

Hanne Reinhardt-Fischer, "Ein Engel für Thomas", Mischtechnik

Himmlische Heerscharen

Bibliophile beschränken ihre Sammlerleidenschaft häufig nicht nur auf das bedruckte Papier, wie jetzt auch eine Ausstellung aus den Beständen des Pirckheimers Wolfgang Zumpe, Schatzmeister des Leipziger Bibliophilen-Abend, beweist.

"Nicht vom Himmd hoch, aber aus der Obhut von Freunden und Bekannten und aus eigenem Bestand kamen geflügelte Wesen ins Kohrener Land. Auf Bildern, in Büchern, als allerlei Figuren und neuerdings auch als DVD, himmlische Heerscharen eben, deren Mitgliedern wir nur gelegentlich und zumeist nur einzeln begegnen. Allen voran, aus der Zeit als Götter noch selbst flogen, Pegasos und der Held Bellerophontes im fortwährenden Kampf gegen das Böse. Ihnen folgen alte und 'junge große und kleine Engel: tröstend, preisend, verklärend, belehrend, schützend, siegend, erinnernd, erheiternd und, o Gott (gut, dass Putten zu Hause blieben), sogar nackend. Solchen angesichts hege ich Zweifel, dass Engel geschlechtslos sind. Das behauptet nämlich mein Freund, ein malender und in der Ausstellung u.a. mit einem Engelsflügel präsenter Pfarrer, der es doch eigentlich wissen sollte. "Das Engel". Wäre es nicht schade um die schönen Engelinnen?"

(Wo!fgang Zumpe)

Ausstellung: 1. Oktober 2021 - 13. März 2022

Töpfermuseum Kohren-Sahlis
Baumgartenstraße 3, 04654 Frohburg

Di, 14.12.2021

Post aus Leipzig für die Bücherkinder

Rechtzeitig zur weihnachtlichen Buchübergabe an die Bücherkinder Brandenburg kam die Post von Egbert Herfurth, mit dessen Illustrationen zu Franz Fühmanns „Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel“ sie sich in ihrem diesjährigen Projekt auseinandersetzten. Das ist für die Kinder und unsere Arbeit ein Ritterschlag.

Wenn man ein Jahr lang gearbeitet hat, treffen auch Zweifel und Vorfreude und Wankelmut und Kühnheit aufeinander. Vor allem vor dem Hintergrund: Die für die Förderung der kulturellen Arbeit mit Kindern zuständige Ministerin für Kultur in Brandenburg hat weder persönlich geschrieben, noch sich für das übersandte Metzkes-Buch, entstanden im letztjährigen Projekt der Bücherkinder, gedankt, geschweige denn, selbst nach erneuter Anfrage, die Arbeit der Bücherkinder Brandenburg gefördert.

Am 16. Dezember 2021 erhalten die Bücherkinder Brandenburg ihre Bücher und die originalen Farbradierungen bei einer weihnachlichen Feier am Dom zu Brandenburg.

(Armin Schubert)

Mo, 13.12.2021

Dieter Goltzsche, Nixe, 2000, Kaltnadelradierung, 17,5 x 12,2 cm

Teile von Etwas

Am Dienstag wird in der Galerie der Berliner Graphikpresse die Ausstellung Dieter Goltzsche: Teile von Etwas. Radierungen aus den Jahren 1960 bis 2021 eröffnet.

Ende November 2021 erschien der dritte Band des Werkverzeichnisses der Radierungen von Dieter Goltzsche, der im Rahmen der Ausstellung in der Galerie erhältlich sein wird. Dieter Goltzsche schuf unter anderem einige Graphiken für die Pirckheimer-Gesellschaft, so z.B. die monogrammierte Algraphie "Porträt Peter Hille" als Beilage zu den Marginalien Heft 174.

Im Rahmen der Ausstellung findet ein Künstlergespräch mit Dieter Goltzsche und Sigrid Walther zum Radierwerk des Künstlers, den technischen und inhaltlichen Herausforderungen sowie dem neu erschienenen dritten Band des Werkverzeichnisses der Radierungen statt.

Eröffnung: 14. Dezember 2021, 18 Uhr, Einführende Worte: Anita Kühnel, 2G, Anmeldung erforderlich
Ausstellung: 14. Dezember 2021 - 11. Februar 2022 (20. Dezember 2021 - 11. Januar 2022 geschlossen)
Künstlergespräch: 27. Januar 2022

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin-Friedrichshain

So, 12.12.2021

© Harald Kretzschmar

Lebe Frohsinn

Eine Zeichnung mit vorweihnachtlichen Grüßen zum 3. Advent von Harald und Gisela Kretzschmar.

Sa, 11.12.2021

Perlen der Literatur

Vor einem guten Jahr startete der Hamburger Input-Verlag von Ralf Plenz die „Perlen der Literatur“, eine neue Buchreihe mit literarischen Höhepunkten europäischer Belletristik aus dem 19. und 20. Jahrhundert, neben Buchtiteln, die es lohnt, neu entdeckt zu werden auch einiges, was wiederzuentdecken oder ins Bewusstsein zu holen ist, wie sich an den ersten 13 Autoren der Perlenbibliothek zeigt, von Walter Benjamin und Robert Louis Stevenson über Gorch Fock und Christian Morgenstern (als Vorab-Auflage in kaschiertem Pappband) bis zu George Orwell und Heinrich Mann. Jeder Band der Perlenbibliothek kostet 15 Euro. Jährlich sollen 8 Titel dazukommen.

Zum einen ist diese Wiederentdeckung von fast Vergessenem interessant für Pirckheimer und andere Büchersammler und -freunde; um in der Sprache zu bleiben, die Hebung versunkener Schätze aus den Tiefen des literarischen Ozeans, eine Bergung wahrer Perlen. Und das mit Respekt vor dem ursprünglichen und zu Unrecht mitunter verschollenem Buch, so durch Erinnerung mittels beigefügter Faksimiles oder Abbildungen der der ersten Edition, zeitgenössischen Illustrationen und erläuternden, einordnenden Vorworten.
Zum zweiten wäre die Ausstattung zu nennen: eine individuelle, an den Inhalt angepasste Typographie, eine Bauchbinde mit kaligraphischer Gestaltung, deren Buchrücken nebeneinander gestellte den Namen der Reihe zeigt, einheitlich blauen Leineneinbänden mit silberner Prägung und farbiges, zum Buchtitel passendes Vorsatzpapier. Hardcover-Leineneinband, gutes Papier, sorgfältiger Druck und Fadenheftung versteht sich von selbst.

Die Reihengestaltung spricht vor Allem ein Publikum an, für welches diese literarischen Perlen dem Vergessen entrissen werden, sie sind prinzipiell neu übersetzt und sprachlich vorsichtig modernisiert und eventuell gekürzt, was aber, wo das geschehen ist, im besten Fall nur das Interesse am Original weckt.

Andreas Raub: Exlibris für Dr. Hartmut Polenz, 2012, Radierung

Hartmut Polenz (1940 - 2021)

Noch auf der DEG-Tagung im Oktober in Haltern sah man Hartmut Polenz und Heinz Decker in intensivem Gespräch vertieft einträchtig beieinandersitzen. Nun ist wenige Tage nach dem Tod von Heinz Decker auch Hartmut Polenz seinem längeren schweren Leiden erlegen. Er starb am 7. Dezember 2021 in Hamburg im Alter von 81 Jahren.

Hartmuts große Leidenschaft galt der Altertumsforschung. Er war Privatdozent und Dr. phil. habil., der u. a. in der Redaktion der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt tätig war und ab 1978 als wissenschaftlicher Referent am Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte in Münster arbeitete. Für die Vereinigung westfälischer Museen führte er von 1984 bis 1996 die Geschäfte und war von 1996 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2005 ihr Vorsitzender. Danach wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Vereinigung gewählt. In zahlreichen Schriften teilte er seine Forschungsergebnisse mit der historischen Fachwelt und interessierten Laien, insbesondere zur Geschichte und Archäologie der vorrömischen Eisenzeit und der Zeit der Römer und Germanen in Westfalen, besondere Schwerpunkte legte er auf keltische Kultur in Mitteleuropa und keltische Numismatik.

Zu seinen Interessensgebieten zählte aber auch die bildende Kunst, eine Leidenschaft, die er mit seiner Frau Anke Polenz, die er 2003 kennenlernte, teilte. Sie war 2001 in die Deutsche Exlibris-Gesellschaft eingetreten und förderte fast von Beginn an (v. a. jüngere) Exlibriskünstler aus Osteuropa. Und das taten dann beide, spätestens nach Hartmuts Eintritt in die DEG als Partnermitglied, gemeinsam. Die Namen der von ihnen geförderten Künstler und Künstlerinnen reichen von Jaroslav Minář aus Tschechien über Ivan Rusachek aus Belarus bis zu Rajmund Aszkowski aus Polen. Letzterer war es auch, der sie auf weitere polnische Künstler aufmerksam machte, wodurch u. a. eine besondere Verbindung mit Krzysztof Marek Bąk und Katarzyna Handzlik entstand.

Auf den DEG-Jahrestagungen trat das Ehepaar Polenz (Anke Polenz leitet seit 2014 die DEG-Geschäftsstelle) stets gemeinsam auf, und auch die jährlichen Hamburger Exlibris-Treffen in ihrem Privathaus organisierten beide gemeinsam – als kenntnisreiche Gesprächspartner, freundschaftlich, großzügig, hilfsbereit.

In seinen Exlibris wird Hartmut Polenz der Exlibriswelt für immer in Erinnerung bleiben. Wir trauern mit seiner Frau und seiner Familie und fühlen mit ihnen.

(Henry Tauber)