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Pirckheimer-Blog

Di, 30.11.2021

Anselm Retzlaff - Singsang, ISBN: 978-3948999-04-9

BuchBerlin / Lyrik-Edition Neun

Im September 2021 erschien mit dem zweiten Gedichtband von Anselm Retzlaff der vierte Band der im Jahr 2021 neu gegründeten Lyrik-Edition NEUN im Verlag der 9 Reiche.

Diese bei einer Premieren-Lesung am 9.9.2021 in der Lettrétage und bei der BuchBerlin 2021 vorgestellte und von Steffen Marciniak herausgegebene bibliophile Lyrikreihe mit Linolschnitten von Steffen Büchner hat 32 Seiten und ist eine auf 50 Verlagsexemplare nummerierte und (bei lebenden Autoren) signierte Ausgabe limitiert.

Darüber hinaus gibt es im Besitz der Autoren eine unterschiedliche Anzahl weiterer Bücher, diese sind weiternummeriert und ebenfalls signiert. Diese Normalausgabe in fadengehefteter Broschur kostet 9 Euro.

Ab 2022 wird zu jedem dieser Bände eine auf 9 Bücher limitierte, nummerierte und signierte Hardcover-Ausgabe erscheinen, dem ein signierter Original-Linolschnitt von Steffen Büchner beiliegen wird. Diese Ausgaben kosten 33 Euro und sind nur über den Verlag zu beziehen.

Bislang sind neben dem oben genannten Titel erschienen: Albert H. Rausch - Tempelstufen, Gabriel Wolkenfeld - Sandoasen, Max Drushinin - Himmelsraunen, und als Band 5 Thomas Luthardt - Märchenbrunnen.

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Angela Hampel, Plakat zum von der Pirckheimer-Gesellschaft organisierten Dresdener Grafikmarkt 1988

Unter dem Radar

Mit der Ausstellung „Unter dem Radar. Originalgrafische Kunstplakate aus Ostdeutschland seit 1975“ wird das Museum für Druckkunst Leipzig das druckgrafische Schaffen in der DDR in den Fokus rücken.

Am Beispiel von rund 100 handwerklich hergestellten Plakaten für Kunstausstellungen stehen nicht nur die Künstlerinnen und Künstler im Mittelpunkt. Die Schau richtet zwar hauptsächlich den Blick auf Künstlerinnen und Künstler, die in der DDR überwiegend druckgrafisch tätig waren. Dazu gehören etwa Angela Hampel, Michael Morgner, Max Uhlig und die Gruppe Clara Mosch. Zum anderen stellen die Plakate aber auch weniger bekannte Kunstorte und Kulturinitiativen vor, die neben dem staatlichen Kunstbetrieb der DDR von Ahrenshoop bis Zwickau existierten und heute, teils vergessen, teils noch fortbestehen.
Der Titel „Unter dem Radar" indes dürfte aus ideologischen Gründen gewählt worden sein und wirft ein falsches Licht auf das Schaffen der Künstler originalgraphischer Plakate in kleinen Auflagen, denn diese Initiativen entstanden durchaus innerhalb des staatlich geförderten Kunstbetriebs der DDR, nicht zuletzt in Organisationstrukturen wie der weiter bestehende Pirckheimer-Gesellschaft oder den im Dezember 1990 aufgelösten Verband Bildender Künstler der DDR.

Neben weiteren Leihgebern stammen die Exponate der Ausstellung zum überwiegenden Teil aus der Sammlung der Leipziger Galerie am Sachsenplatz!

Eröffnung: 3. Dezember 2021, entgegen früheren Ankündigungen nur online!
Ausstellung: voraussichtlich 7. Dezember 2021 - 25. März 2022

Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig

Mo, 29.11.2021

Exlibris für Heinz Decker von Andreas Raub, "In Memoriam unserer jüdischen Mitglieder", 2015, Radierung

Heinz Decker (1933 - 2021)

Noch auf der letzten DEG-Jahrestagung in Haltern trat Heinz Decker so auf, wie man ihn seit Jahrzehnten kannte – freundlich, hilfsbereit, großzügig, warmherzig, klug und voller Humor. Allenfalls ungewöhnlich erschien sein neuer ständiger Begleiter, ein Rollator, mit dem er jedoch gelernt hatte, seinen Frieden zu machen. Als (nach Lebensjahren) ältestes anwesendes Vereinsmitglied leitete er in der Hauptversammlung im Rahmen der Vorstands-Neuwahlen traditionsgemäß die Wiederwahl des „alten“ Präsidenten. Heinz war insgesamt positiv gestimmt, blickte optimistisch in die nahe Zukunft und verfasste nach dem Meeting einen teils launigen und doch so wohlwollenden Tagungsbericht. Umso größer war die Bestürzung in der Exlibriswelt, als sie die Nachricht seines Todes erhielt.

Vergleichsweise spät, mit fast 60, trat Heinz 1992 der DEG bei. Und obwohl er dem Vereinsleben eigentlich immer kritisch gegenüberstand, legte er in der DEG von Anfang an los, fungierte von 1993 bis 2000 als Rechnungsprüfer und von 2000 bis 2012 als Redakteur des DEG-Jahrbuchs, im Anschluss wurde er zum Vizepräsidenten gewählt. Nach 16-jähriger Vorstandsarbeit kandidierte er 2016 nicht mehr für einen Vorstandsposten, wurde aber bis 2020 in den Beirat berufen. Parallel dazu betreute er von 2012 bis 2019 noch die Homepage der Gesellschaft.

Als Sammler galt sein Interesse vor allem Bücherzeichen, die mit der Schriftstellerei zu tun hatten und mit Theaterkunst. In diese Richtung gingen auch viele Aufträge, die er als Eigner an Künstler und Künstlerinnen, gerne an junge, noch unbekannte, vergab. Und das waren auch bevorzugte Themen seiner eigenen zahlreichen Schriften – aber nicht nur. Er schrieb Bücher über Dichterexlibris und Dichterzirkel ebenso wie Werke über Totentänze oder die deutsche Exlibriskunst vom Jugendstil bis zur Gegenwart. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehörte sicher das DEG-Jahrbuch 2004 über „Jüdische Kultur und Exlibriskunst“. Heinz verfasste unzählige Aufsätze und Artikel über Exlibris und Gelegenheitsgrafiken für die einschlägigen Publikationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, England und Amerika, auf Deutsch und Englisch (bei Letzterem halfen ihm seine langjährigen Berufserfahrungen als Dozent am University College in Dublin und am Frankfurter Goethe-Gymnasium) – stets sachlich-kompetent und wissenschaftlich fundiert, trotzdem populär verständlich und mit humorigen Einfügungen.

2016 verlieh ihm die DEG in Würdigung seiner heraus-ragenden Verdienste um die Exlibrisbewegung die Walter-von-Zur-Westen-Medaille. 2020 ernannte sie ihn wegen seiner großen Verdienste um das Exlibris und die DEG zu ihrem Ehrenmitglied.

Wir verlieren mit Heinz Decker, der am 27. November 2021 im Alter von 88 Jahren verstarb, einen überaus wertvollen Mitarbeiter auf allen Ebenen und Helfer in allen möglichen Situationen, aber vor allem einen guten Freund. In seinen Schriften und in seinen Exlibris wird er unvergessen bleiben.

Mit unseren Gedanken sind wir bei seiner Frau und seiner Familie und fühlen mit ihnen.

(Henry Tauber)

Yayo Kawamura: Meine schönsten Bilder-Märchen. Ellermann 2015

Märchen reloaded

Die Sammlung "Rotkäppchen" des Bilderbuchmuseums wird neu präsentiert.

Kaum ein anderes Märchen ist bekannter und beliebter als die Geschichte von Rotkäppchen und dem Wolf. Die Rotkäppchen-Sammlung des Bilderbuchmuseums speist sich aus verschiedenen Quellen: Zu nennen ist zunächst die Sammlung des Ehepaares Waldmann, die weit über 1000 Bücher und Originalillustrationen wie auch volkskundliche Objekte zusammentrugen. In den Folgejahren wurde diese Sammlung durch Originale und Bücher wichtiger Künstlerinnen und Künstler ergänzt, so dass die Sammlung „Rotkäppchen“ mittlerweile einen festen Bestandteil im Ausstellungsensemble des Bilderbuchmuseums bildet.

In der ersten Etage des Museums werden dabei die hauseigene Sammlung Waldmann und die in der Sammlung des Bilderbuchmuseums befindlichen Bücher, Originale und Objekte umfangreich präsentiert. Ein weiterer Ausstellungsraum widmet sich den Künstlerbüchern von Burgi Kühnemann (*1935). Ihre lebendigen Umsetzungen des Märchens „Rotkäppchen“ loten die unterschiedlichsten Konflikte des Stoffes aus und beleuchten auch die komplexe historische Wahrnehmung des Märchens.

28. November 2021 - März 2022

Burg Wissem - Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

So, 28.11.2021

Joachim Pohl (Foto: ad)

eine Popart-Sammlung in der DDR

In der Galerie Wolf und Galentz sprach Joachim Pohl heute innerhalb der aktuellen Ausstellung "Druckgrafik – Umrisse einer Kunstgattung" unter dem Titel "Wie kommt ein Künstler und Kurator in der DDR zu einer Sammlung mit Druckgrafiken der Popart?" über seine Sammlung mit britischer und amerikanischer Künstlern dieses Genres.

Für Joachim Pohl begann das Interesse an Popart damit, dass er sich 1971 das Stones-Album "Sticky Fingers" mit dem von Andy Warhol gestaltete Cover mit dem Reißverschluss mitbringen ließ. 1984 wurde ihm dann erstmalig durch den VBK der DDR ein Studienaufenthalt in der BRD ermöglicht, was u.a. zu umfangreichen Kontakten führte und damit den Beginn seiner Sammlung von originalen Drucken begründete, die jetzt erstmalig komplett in Pankow ausgestellt wurde.

Der Vortrag beschrieb dann, basierend auf seiner Sammlertätigkeit, weit ausholend die Geschichte der Popart von den Anfängen in Großbritannien über den Abstrakten Expressionismus bis zur öffentlichkeitswirksamen Beachtung amerikanischer Popart in Europa und den positive Schub, den die Druckgraphik durch diese Kunstgattung und ihre Protaginisten wieder erfuhr, die sich vielfach des Siebdrucks, aber auch des Offsetdrucks, teilweise kombiniert und mit Übermalung bediente.

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Sa, 27.11.2021

Reclam, Leipzig 1984

Núria Quevedo: 70 Jahre Exil in Deutschland

Normalerweise feiert man bei Künstlern runde Geburtstage, vermeldet verliehene Auszeichnungen und Preise oder würdigt Verstorbene – ich bin aber zufällig auf ein 2022 anstehendes Jubiläum gestoßen, das ich auch der Würdigung für wert erachte: 1952 kam die 1938 in Barcelona als Kind katalanischer, republikanisch gesinnter Eltern geborene Núria Quevedo aus Franco-Spanien nach Deutschland, damals in die DDR. Quevedo studierte an der Kunsthochschule Berlin Weißensee, u.a. bei Werner Klemke, dessen Meisterschülerin sie war. Die Künstlerin, deren bekannteste Illustration vielleicht die von Christa Wolfs Kassandra ist, war längst Teil der deutschen Kunstszene, als Franco 1975 starb – und blieb glücklicherweise hier. Mit ihrer unverwechselbaren Figuration und der illustrativen Auseinandersetzung mit im Exil entstandener Literatur wie der von Anna Seghers und Franz Fühmann bereichert sie die deutsche Kultur.

(Wolfgang Grätz, in 240. Frankfurter Grafikbrief)

Fr, 26.11.2021

Blick in die Ausstellung
miley, Buchsammlung des Orchis Verlags
Vitrine mit Druckgrafik und Künstlerbüchern von miley (Fotos: ad)

Druckgrafik - Umrisse einer Kunstgattung

Heute eröffnete in der Pankower Galerie Wolf & Galentz die Ausstellung "Druckgrafik - Umrisse einer Kunstgattung" mit historischen und zeitgenössischen Werken von Michail Wercholantsew, frühen Bücher mit Originalgrafiken von Wassili Masjutin und Pawel Schillingowski sowie ein berühmtes Picasso-Porträt von Georgi Echeistow von 1934. Die Familie von Arkadi Kolchanow vertraute den Galeristen mehrere sehr seltene Holzstiche des Meisters an. Der langjährige Drucker von Konrad Felixmüller, Hans-Jürgen Wilke, leiht Werke aus seiner Sammlung. Zu sehen sind einige Blätter aus dem Nachlass von Jürgen Wittdorf, sowie u.a. auch experimentelle Ansätze wie Drucke von Swetlana Wedernikowa aus Sankt Petersburg, die in einer einzigartigen Technik entstanden sind. Da der Künstlerin nach dem Ende der Sowjetunion keine Lithografiewerkstatt mehr zur Verfügung stand, entwickelte sie eine Drucktechnik mit ölgetränkten Pappen.

Unter den Exponaten auch die Installation Buchsammlung des Orchis Verlags in einem Kubus aus Druckstöcken von miley und die Vitrine mit Druckgrafik und Künstlerbüchern von ihm zu "Schnittstellen / Interfaces zwischen analoger Druckgraphik und digitaler Technik".

Das Begleitbuch zur Ausstellung, welches den Katalog zur Ausstellung "Holzstich - Ausgewählte Druckgrafik aus Russland und Deutschland" (Artbear Books, 2020, ISBN: 978-3-946957-03-4) ergänzt, erscheint leider erst im 1. Hj. 2022.

Ausstellung: 28. November 2021 - 6. Februar 2022

Wolf & Galentz Kunstgalerie
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin

Alan Davie
Joe Tilson / James Rosenquist (Fotos: ad)

Pop in Pankow

Am Sonntag wird der Pirckheimer Joachim Pohl in der Galerie Wolf und Galentz über das Entstehen seiner, für einen DDR-Bürger nicht alltäglichen, Sammlung amerikanischer und britischer Popart berichten.

Damit endet die Ausstellung „Pop in Pankow“ mit einer Auswahl von mehr als 30 Exponaten aus seiner Sammlung amerikanischer und britischer Popart in Räumen des Rathaus-Centers, nach der Ausstellung „pop on paper“ im Jahr 2020 mit Sammlungsbeständen aus dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin gewissermaßen ein regionaler Nachschlag.

"Die vorgestellten Werke, u.a. von Warhol, Lichtenstein, Rauschenberg, Rosenquist, Rivers, Oldenburg, sowie die Briten Hamilton, Allen Jones, Alan Davie und Eduardo Paolozzi sind Gipfelpunkte der in den 60er Jahren wieder aufgelebten originalen Druckgrafik, v.a. in der perfektionierten Technik des farbigen Siebdruckes, gelegentlich auch in Kombination mit dem originalen Farboffsetdruck. Charakteristisch für die Verwirklichung der Bildkonzeptionen war die Einbeziehung von Elementen der Werbegrafik, von Comic-Zeichnungen, sowie von Fotografien und Zeitungsausschnitten. Programmatisch wurde mit konventionellen Bildauffassungen gebrochen und in mitunter provokanter Weise auf die von Werbemitteln überschwemmte Alltagswelt reagiert: Ironisierung und Persiflage dienten als bildnerische Stilmittel. Überraschende neue Bildstrukturen wurden kreiert, nicht selten in leuchtenden Farben realisiert, entfalten diese – auch gelegentlich großformatig angelegten – Blätter ihre ganz eigene Aura und Bildmagie. In ihrer Signalwirkung sind sie oft einprägsam und verwehren sich der Vergesslichkeit."

(Joachim Pohl)

Ausstellung: September - November 2021
Rathaus-Center Pankow, Breite Str. 20, 13187 Berlin

Vortrag: 28. November 2021, 16:30 Uhr
Wolf & Galentz Kunstgalerie
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin

Do, 25.11.2021

Bernd Wolf, Dead Can Dance, High Drawings, Berlin 1996, frankfurter unikat edition
Coco Wolf-Gediehn mit einem Titel aus der frankfurter unikat edition (Foto: ad)

BuchBerlin / frankfurter edition

Bernd Wolf (1953-2010) gründete 1990 die „frankfurter edition“, einen kleinen Verlag, in dem bis 2001 jährlich etwa 20 Unikatbücher erschienen, die in künstlerischer Kooperation entstanden. Ein Künstler schuf z.B. zu einem, in einem Symposium vorgegebenen, Stichwort eine Graphik, reichte diese an einen anderen weiter, der oder die dann einen Text verfasste und dies an einen weiteren Künstler gab, der das Buch wiederum um eine neue Graphik oder einen Text erweiterte, bis es mit den Werken aller beteiligten Künstler fertiggestellt war.

Genau zwanzig Jahre später lebt der Künstlerbuchverlag wieder auf, vorgestellt von Coco Wolf-Gediehn auf der BuchBerlin 2021.
In den aktuellen Editionen erkunden Sammler in der Reihe Resonanz den ganz privaten Zugang zu Kunstwerken und was diese bei denen auslösen, die mit ihnen leben, sowie in der Reihe Kamishibai neue Geschichten für die alte Erzählkunst des japanischen Papiertheaters.

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10. Todestag von Christa Wolf

Buchlokal Pankow plante aus Anlass des 10. Todestages von Christa Wolf am 1. Dezember 2021 in der Alten Pfarrkirche eine Veranstaltung zu Ehren von Christa und Gerhard Wolf mit einer Lesung von Dagmar Manzel aus „Herzensache“ von Gerhard Wolf und aus Christa Wolfs „Reden und Essays“, moderiert von Dr. Thomas Sparr (Suhrkamp Verlag) und an der Orgel begleitet von Dr. Rudite Livmane.

Diese Veranstaltung fällt, wie jetzt mitgeteilt wurde, "in verantwortungsvollem und vorausschauendem Handeln" aus. Einen neuen Termin wird es frühestens ab Mai nächsten Jahres geben. Die Veranstaltung wird dann hier erneut angekündigt.

Mi, 24.11.2021

VOC, Leporello. Von links nach rechts: B.1429 (Kalifornien), Kappa (B1617.1), Alpha (B 1.1.7), Lambda (C 37)
Abbildungen © Hartmut Andryczuk

Die ultimative Pandemie-Edition

Mit dem Künstlerbuch VIR + VOC hat Hartmut Andryczuk im Hybriden-Verlag die ultimative Pandemie-Edition herausgegeben.

VIR versammelt Texte, Abbildungen und einen Anhang für deine persönlichen Notizen. 
Virus und Radioaktivität 
Schwarze Pest und Covid-19  
Europa Burnout 
Virusmalerei und Vampire 
Kronenvirus, 15. Kalenderwoche
Risikogruppen
Virologen 
Das Ende ist nahe – Erster Teil: Kabbalisten 
China 
Lockdown-Romantik
Hygiene-Demos? 
Journal of the Plague Year…
Steve Bannon – Warroom Pandemic
Rudolf Steiner, Verschwörungstheoretiker und Rassist 
Corona bedingte Sonderedition
„Freiheit“
Astronaut Scott Kelly: ein Jahr auf der Weltraumstation 
Hitler & Beatmungsgeräte
Covidioten-ABC (kurzer Überblick) 
Mit HRA zur mRNA 

VOC ist ein Leporello mit Virusmutanten-Porträts – vom Wuhan Wildtyp bis zur Delta-Variante, siehe nebenstehende Abbildung. Als Beilage ist ein Heft mit kurzen wissenschaftlich zitierten Beschreibungen der „Variants of Concern“.

VIR + VOC Die ultimative Pandemie-Edition
Zwei Bücher im Schuber,
Insgesamt 172 Seiten mit 14 Originalzeichnungen von Hartmut Andryczuk
Hybriden-Verlag, Berlin 2021
Edition: 30 copies
750 €

Di, 23.11.2021

Ergänzung und Absagen

Am Freitag wird eine Druckgraphik-Ausstellung in der Galerie Wolf & Galentz in Berlin Pankow eröffnet. Die hier erfolgte Ankündigung kann um einen Hinweis ergänzt werden: Unter den Ausstellern ist auch der Pirckheimer Michael Ley, der im Kabinett ein Vitrinentableau mit Druckgraphik und Künstlerbüchern mit dem Schwerpunkt "Schnittstellen / Interfaces zwischen analoger Druckgraphik und digitaler Technik" präsentiert.
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Der zweite Hinweis ist leider eine negative Nachricht: Die Eröffnung der angekündigten Ausstellung "Aurelius Vita/Die armenische Nachtigall" in Berlin ist abgesagt - bis auf weiteres.
Udo Würtenberger, ebenfalls Pirckheimer, hat zwei sehr schöne Holzschnitt-Bücher geschaffen, die unbedingt sehenswert sind! Den Satz beider Bücher führte Michael Ley aus.
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Der dritte Hinweis ist nochmals eine Absage: Nach zwei Jahren Corona-Wirren sollte es am 24. November 2021 endlich wieder einmal ein Treffen des Berliner Bibliophilen-Abend geben, dieser musste ebenfalls kurzfristig abgesagt werden. Geplant war ein Abend zum Thema "Griechische Mythologie in bibliophiler Gestalt".

BuchBerlin / comediantes

Aufmerksam auf comediantes wurde ich durch "Niemandsreich" von Anna-Birke Lindewind, ein Fantasy-Märchen, "unser erstes Hardcover mit Schutzumschlag und vermutlich der neue Harry Potter!", wie der Inhaber der Verlags Wolfram Christ bescheiden erläuterte.

Auf der Suche nach dem bibliophilen Extra landete ich jedoch schnell bei der Reihe comediantes Doppelpack, bislang drei schmale Hefte á 80 Seiten mit sechs Covern von Ralf Alex Fichtner und, da dos à dos gebunden, keinen Buchrücken. Leider wurde diese Edition, die sehr erfolgreich gestartet werden konnte, durch Corona und das damit eingeläutete Ende von Lesungen und Buchmessen jäh gestoppt.

Die ersten 3 Doppeltitel machen Appetit auf mehr. In einem Titel erfährt man von Max Werrner etwas über den "Intelligenzquotienten einer Rolltreppenstufe", bei Jonathan Emilia Trotz wurde eine "Flaschenpost" aus dem All Gegenstand einer satirischen Utopie / utopischen Satire, ein weiter Titel enthält neben einer "zauberhaften Erzählung" von ihm eine ergreifende Homage á Paul Delvaux von Wolfram Christ, von dem dann im 3. Bändchen "Das Weihnachtsmassaker" stammt und von Larissa Carolin "Romantisches zur Weihnachtszeit".

Der Wiederbeginn des kulturellen Lebens könnte eine Fortführung dieser durchaus sammelwürdigen, mit Liebe gestalteten, auf jeden Fall aber sehr interessanten und nützlichen Heftchen werden, wünschen wir uns beides.

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Mo, 22.11.2021

DANIEL PULIDO

Daniel Pulido (Kolumbien) ist Gastkünstler Druckgraphik im Alten Schlachthof Sigmaringen.

Vor bald drei Jahren war Daniel Pulido schon einmal im Schlachthof, damals noch als Künstler aus Nicaragua. Er ist vor den elenden Zuständen dort in seine alte Heimat Kolumbien emigriert, und fängt in der Hauptstadt Bogotá von null auf wieder an: „eine verrückte Stadt, aber voll mit Kunst und Aktivität“.
In Sigmaringen arbeitet er „como un prusiano - wie ein Preuße“ seit Anfang November an großen und kleineren Holzschnitten. Seine überschießende Formenwelt ist alles andere als preußisch, sie lebt von wuchernden Körper- und Pflanzenwüchsen und von rabiater Gesellschaftskritik, und sie verarbeitet alles zu fremdartigen Welten.
Daniel Pulido wird ab 29.November als Gast am Siebdruck-Symposium im Alten Schlachthof teilnehmen.

Werkstattgespräch: 26. November 2021, 18 Uhr, es gilt 3G
Ausstellung: 26. November - 5. Dezember 2021

Alter Schlachthof, Atelier 1 im Hof
Sigmaringen, Georg-Zimmerer-Str. 7

So, 21.11.2021

Nina A. Schuchardt, Eichhörnchenverlag, (Foto: ad)

BuchBerlin / Eichhörnchenverlag

Unter den Ausstellern der BuchBerlin 2021 gab es einige aufleuchtende Sterne, vor allem im Bereich des Kinderbuchs. Dazu gehört zweifelsohne der Eichhörnchenverlag.

Der 2017 gegründete Eichhörnchenverlag gibt, derzeit von zehn Künstlern und vier Autoren gestaltet, Bücher für Kleinkinder heraus. Darin werden jedoch nicht, wie mitunter angestrebt, vorbestimmte Lerninhalte vermittelt, sondern es werden liebe- und anspruchsvoll gestaltete Bilderbücher vorgelegt, die Freude an den Bildern, Worten und Geschichten schenken. Im Vordergrund stehen bei den Büchern des Eichhörnchenverlags somit die Bilder, für Kleinkinder anregend und anspruchsvoll gezeichnet, Bilder, die selbst Erzählungen sind und keine bloßen Illustrationen.
Den Kindern wie ihren Bezugspersonen wird damit ein Anlass zu entspanntem Miteinander und Kommunikation geboten, wobei dieses geteilte Erlebnis für alle Beteiligten auch bei der hundertsten Wiederholung noch schön, spannend und wertvoll bleibt. Damit werden die Bücher des Verlages nicht nur zu einer Empfehlung für den familiären Umkreis der Kinder, sondern auch für jeden, der wie ich beruflich mit der frühkindlichen Entwicklung unseres Nachwuchses zu tun hat.

(Nora Doering, Kita-Erzieherin)