Das DEG-Exlibris des Monats für den November des Jahres – es stammt von Siegfried Otto Hüttengrund, einem renommierten und, nun ja, selbst ein bisschen geheimnisvollen Künstler aus Westsachsen, und wurde für Marina Stappen geschaffen. Und in der Tat: „In welchem Monat könnten diese Exlibris-Betrachtungen zu den altägyptischen Göttern Isis und Anubis besser passen als in den November“, so beschreibt es DEG-Rezensent Heinz Neumaier in seiner eingehenden Betrachtung des Blattes, das tief in die Geschichte der wohl erstaunlichsten Kultur dieser Welt lotet. Und: „Nicht nur Historiker sind seit Jahrhunderten von der ptolemäischen Königin Kleopatra VII. (69–30 v. Chr.) fasziniert. Wie kaum eine andere Potentatin ist ihre Person in der Kunst- und Filmwelt von herausragender Bedeutung. Als Frau an der Spitze eines Königreiches, in dem der Pharao(nen)-Titel im Normalfall lediglich Männern zugänglich war, gelang es ihr, sich selbst als Inkarnation der Göttin Isis zu inszenieren, um als Herrscherin politische Macht auszuüben, sowie den Isiskult und damit ihre eigene Person weit über die Grenzen ihres Königreiches in anderen Ländern zu etablieren.“ Weiter: „Für Marina Stappen schuf der Maler und Grafiker Siegfried Otto Hüttengrund (*1951) ein Exlibris mit der Darstellung Kleopatras als Isis-Göttin, an deren Seite der Totengott Anubis zu sehen ist.“ Und es verweist auf einen weiteren Großen: „Der Exlibriskünstler, der seine Werke häufig mit einem S.O.H.-Monogramm kennzeichnet, hat hier die Technik des Holzrisses angewandt, bei der er mit dem Radiergriffel feinste Linien in harte Holzflächen ritzt und darauf Abzüge im Hochdruckverfahren herstellt. Die Eignerin sammelt Blätter zum Gesamtwerk des englischen Schriftstellers William Shakespeare. So ist auch anzunehmen, dass dessen 1606/1607 fertiggestellte Tragödie Antonius und Cleopatra bei der Entstehung dieses Exlibris Pate gestanden ist.“ Und noch einiges Faszinierendes ist da zu lesen. Der ganze Text findet sich auf der DEG-Seite.
(André Schinkel/Pressemitteilung)