Pirckheimer-Blog

So, 19.10.2025

Eine der schönsten Lieben der Welt: Vitrinenausstellung zur Bibliophilie im DHM in Berlin

Und im Anschluss ab Ende Oktober: Vitrinenausstellung zu diversen Schadensbildern von Büchern

Vitrinenausstellung zur Bibliophilie: Zwischen der Langen Nacht der Museen (30.08.2025) und dem Tag der Bibliotheken (24.10.2025) zeigt die DHM-Bibliothek eine Vitrinenausstellung zur Bibliophilie (Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 02, 10117 Berlin). In der gezeigten Präsentation erfährt man, welche Eigenschaften eine bibliophile Person auszeichnet, seit wann es das Phänomen des Büchersammelns gibt und welche Gründe Buchliebhaber dazu animieren, eine eigene private Buchsammlung aufzubauen. Optisch sehr aufwendig gestaltete und unikale Objekte aus der Bibliothekssammlung legen Zeugnis über eine der schönsten Lieben der Welt – der Bücherliebe – ab. Die Ausstellung kann innerhalb der Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 09 bis 16 Uhr und Freitag 09 bis 13 Uhr besucht werden. Eine Führung durch die Ausstellung ist im Rahmen des Tags der Bibliotheken buchbar. Und das hat gute Tradition im DHM: Die Bibliothek präsentiert im Rahmen ihrer Öffnungszeiten in regelmäßigen Abständen besondere Stücke aus ihrer Sammlung. So ist auch bereits die nächste Vitrinenausstellung angekündigt – sie widmet sich ab Ende Oktober allen Sachverhalten zum Thema Schadensbilder von Büchern. „Ab Oktober 2025 sind dort Bücher zu sehen, die verschiedene Schadensbilder aufweisen. Anhand von kaputten Einbänden und Schäden in den Bänden selbst wird gezeigt, wie solche Mängel entstehen, welche Maßnahmen im Vorfeld ergriffen werden können, um diese zu vermeiden und welche Schritte unternommen werden können, um Schäden zu beheben. Die Ausstellung soll ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig ein umsichtiger Umgang mit Büchern sowohl im Privatbereich, als auch in einer Kulturgut bewahrenden Einrichtung, wie die des DHM, ist.“ Alle Schau-Informationen dazu finden sich hier.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Die Jugendliteraturpreise 2025 auf der Buchmesse verliehen

„Bücher, die Mut machen“ standen bei der diesjährigen Verleihung der Jugendliteraturpreise im Rahmen der Buchmesse in Frankfurt am Freitag im Zentrum und auf der Agenda: Mut machend in einer unübersichtlichen und brodelnden Zeit. Bundesfamilienministerin Karin Prien überreichte die Auszeichnungen in insgesamt fünf regulären und zwei Sonder-Kategorien. Ausgezeichnet wurden Berta Paramo und die Übersetzerin Stefanie Kuballa-Cottone für ihr Buch Läuse. Handbuch zum Überleben auf Menschen in der Sachkategorie. Desweiteren wurden Jens Rassmus (im Ressort Bilderbuch) für Regentag und Karen Köhler mit Himmelwärts (Sparte Kinderbuch) geehrt. Auch wurden ausgezeichnet: Sarah Jäger, Dirk Reinhard und Maren Amini. Ja, und schließlich wurde noch ein Sonderpreis für das Gesamtwerk Illustration verliehen. Die Extra-Ehrung wurde an Antje Damm vergeben, deren Bücher, am bekanntesten wohl Frag mich!, als stilbildend anzusehen sind. Mut machen in wackliger Ära, das ist aller Ehren wert. Glückwunsch an die sieben Gepriesenen!

(André Schinkel)

Sa, 18.10.2025

6. BuchKunstSalon hat begonnen

Gestern begann in Aschaffenburg der 06. Buchkunstsalon, den Susanne Theumer, Bernhard Hench und Frank Eißner in der Coronazeit begründeten und der eine Alternative zu den großen Messen bietet: In kleinem Ambiente bieten Buch- und Grafikenthusiasten und -enthusiastinnen ihre Werke und Arbeiten an. Die kleine Metropole im nordwestlichen Zipfel Bayerns an Main und Aschaff scheint für eine solche Aktion geradezu prädestiniert – überschaubar, und doch ist alles vorhanden von der Infrastruktur bis zur großen Geschichte und Kultur. Noch heute und morgen bis in den frühen Abend empfangen die Ausstellerinnen und Aussteller ihre Sammler, Käufer und sonst sich Interessierenden im Herzen der mainfränkischen Stadt. Die kleine, feine Messe ist dabei flankiert von einem nicht unerheblichen Kulturbeiprogramm: mit Theater, Musik und Aktionen. An zwei Orten, deren Zentromer das Café Krèm Bernhard Henchs, der sich als Magnet und gute Seele für die Kulturschaffenden nicht nur seiner Region erwiesen hat, bildet, ist alles konzentriert auf das bibliophile und/oder schönst gebundene Buch, edle Kalender, Originalgrafik und -zeichnungen ... Und die Kundschaft der Eingeladenen weiß das familiäre und zugleich professionelle Engagement in Aschaffenburg zu schätzen. Das alles ist für kleinen Eintritt zu haben: nur 3 Euro kostet die Karte, und die Türen zum buch- und grafikschönen Glück öffnen sich ... das kann man ja mal versuchen, in Leipzig oder Frankfurt für diesen Obolus sich bis zu den Buchkunstständen durchzukämpfen ... Und es wird auch 2025 viel geboten, neben den Protagonisten sind in diesem Jahr wieder eine Reihe illustrer Künstlerinnen, Künstler, Herausgeber und Editionen vor Ort: Andrea Ackermann sowie Claudia Richter, Inka Grebner, Wolfgang Grätz von der Büchergilde Gutenberg ... die edition sonblom, der Verlag Thomas Reche, die edition wasser im turm.berlin, Martin Lang, John Gerard, Rollbuch und The Bear Press. Die Karten gelten für beide Salon-Orte, die in der City unmittelbar in Nachbarschaft sind: Riesengasse 10 und Herstallstaße 20. Heute bis 19, morgen bis 17 Uhr. Hingehn!

(André Schinkel)

Fr, 17.10.2025

Hochdruckpartnerkalender 2026 – ab 18.10.2025 in Leipzig erhältlich. Präsentation bei HDP um 17 Uhr.

Hochdruckpartnerkalender 2026

Die Galerie+Werkstatt hochdruckpartner lädt zur Präsentation des originalgrafischen Kalenders hochdruckpartner und Gäste 2026 am 18.10. um 17 Uhr in ihren Räumen (Lützner Straße 85, 04177 Leipzig) in die Boomtown an der Pleiße ein. „Am Samstag, dem 18. Oktober 2025 erscheint zum 19. Mal unser originalgrafischer Hochdruck-Kalender. Daran wirken mit: Hans Bote, Niklas Dietzel, Leon Friederichs, Bettina Haller, Hanneke van der Hoeven, Jonas Liesaus, Felix Lorenz, Jan Vičar und wir Hochdruckpartner – alle Blätter wurden exklusiv für den Kalender gestaltet und gedruckt.“ Der Druck der Kalenderauflage (180 Exemplare zuzüglich 24 Belegexemplare für die beteiligten Künstlerinnen und Künstler) erfolgte durch hochdruckpartner an den Kniehebelpressen bzw. der Andruckpresse Grafix in der eigenen Werkstatt. Und: Komplettiert wird der Kalender durch ein originalgrafisches Deckblatt, die Monatsblätter hinter den Grafiken sowie ein Informationsblatt mit Künstlernamen, Titeln und Angaben zur Technik. Natürlich sind alle Hochdrucke von Hand signiert und nummeriert. Das Papierformat der Grafiken beträgt 36 x 29,7 cm, mit Kalendarium hat der Kalender eine Gesamtgröße von 45 x 29,7 cm. Der Preis: 220 Euro (zuzüglich Versandkosten). „Wir freuen uns schon auf Ihr Interesse ... und Ihre Bestellung!“ Alle HDP-Infos unter diesem Link.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 16.10.2025

Alle Jahre wieder öffnet die Buchmesse in Frankfurt ihre Pforten für das Büchervolk. | © Marc Jacquemin

Buchmesse in Frankfurt eröffnet

Am Mittwoch wurde die Frankfurter Buchmesse 2025 in den Messehallen der Stadt am Main, nachdem es bereits zuvor den Preisregen mit dem Deutschen Buchpreis für Dorothee Elmigers Roman Die Holländerinnen gab, für das Fachpublikum eröffnet. Die weltgrößte Bücherschau läuft bis zum Sonntag, ab morgen ist die Messe auch fürs interessierte Publikum zugänglich. Insgesamt werden mehr als 1.000 Autorinnen, Autoren und Sprecher auf 15 Bühnen erwartet, die über 500 Stunden Programm bieten. Auch wird jede Menge Prominenz durch die Hallen pilgern. Es sind Aussteller aus 92 Ländern und Fachbesucher aus 140 Ländern vor Ort, auch das Segment Buchkunst wird bedient, von den Pirckheimern ist u. a. die Edition Hibana in Frankfurt. Neu ist, dass es in der Festhalle die Möglichkeit gibt, Autorinnen und Autoren zu treffen und sich ihre Bücher signieren zu lassen. Allein dafür werden 20.000 Fans erwartet. Großer Bahnhof für die Literatur as every year! 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 15.10.2025

"Das neue Versteck" – Ausstellung in Röderhof (Huy) mit Arbeiten der beiden aktuellen Stipendiatinnen.

In Röderhof: „Das neue Versteck“

Sage keiner, im Harzvorland wäre nix los: Seit vielen Jahren arbeitet in Röderhof im Huygebirge ein Kunstverein unerschrocken an seinen Träumen und Visionen, macht Ausstellungen, Symposien und vergibt v. a. sechs Stipendien im Jahr an Künstlerinnen und Künstler: Franca Bartholomäi war da, Wiebke Elzel, Wieland Krause, aber auch Autoren wie Ingo Schulze und André Schinkel ... Für den Sonntag lädt der Verein um Ingund und Olaf Wegewitz kraft seines Vereinsvorsitzenden Martin Hentrich in die alte Brauerei unterhalb von Kloster Huysburg (Gut 50, 38838 Röderhof) ein: 19.10., ab 15 Uhr. Gezeigt werden die Arbeiten der aktuellen Stipendiatinnen Katja Windau und Susanne Ostwald. Zu sehen sind diese bis zum 28.11., immer am Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Da das Haus im Winter geschlossen ist, handelt es sich um den Saisonabschluss in Röderhof. Und wer einmal da ist: Halberstadt liegt mit Gleimhaus, Dom, Domschatz sowie Buchardikirche gleich um die Ecke. 

(Kevin Konopke/Pressemitteilung)

Di, 14.10.2025

tgm lädt zu Vortrag mit Kathrin Kunkel-Razum in München ein

Die Typographische Gesellschaft München e. V. (Schumannstraße 09, 81679 München) lädt gemeinsam mit Dr. Christoph Draxler, Sprachwissenschaftler an der Münchner LMU und aktives tgm-Mitglied, ein zu einem Abend mit Dr. Kathrin Kunkel-Razum, der langjährigen Leiterin der Duden-Redaktion und einer der prägenden Stimmen der deutschen Gegenwartssprache, zu einem Abend zum Thema Sprachkultur in motion am 30.10.25 um 19 Uhr in der LMU oder via Online-Stream. Woke, Klimakleber, Zeitenwende? Wir sprechen darüber, wie Sprache Normen setzt, welche politischen und gesellschaftlichen Diskussionen sich in einem Wörterbuch zeigen. Ja, und warum es so faszinierend sein kann, wie Wörter kommen, gehen oder ganz plötzlich für Aufregung sorgen. Kathrin Kunkel-Razum ist Germa­nistin und gehörte der Duden-Re­daktion seit 1997 an. Als Chef­re­dak­teurin prägte sie maßgeblich die inhaltliche und gesell­schaftliche Weiter­ent­wicklung des Dudens. Unter ihrer Führung wurden zahl­reiche Neolo­gismen aufge­nommen, darunter Begriffe wie Klimakleber oder ChatGPT. Sie setzte sich insbe­sondere für eine sprachliche Öffnung in Richtung inklusiver und gend­er­ge­rechter Sprache ein, was gesell­schaftlich stark diskutiert wurde. Darüber hinaus war sie lang­jähriges Mitglied im Rat für deutsche Recht­schreibung. Alle Infos zur Veranstaltung im Hörsaal A 014 im LMU-Hauptgebäude am Geschwister-Scholl-Platz gibt es hier.  

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 13.10.2025

Neuhauser Kunstmühle lädt ein

Die Neuhauser Kunstmühle (Obere Hauptstraße 01, A-3192 Hohenberg) lädt zum nächsten Tag der offenen Tür am Samstag, den 25.10.2025, 10 bis 16 Uhr herzlich ein. Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin führen durch die Werkstatt, geben Einblick in nahezu alle seit 1996 entstandenen Editionen, sie stellen vor allem auch die Werke vor, die sie gemeinsam mit dem Verein DruckKunst in letzter Zeit verwirklicht haben: Laser, Plotter, Fine art printer und andere digitale Werkzeuge verbinden sich mit den traditionellen Drucktechniken zu einer neuen Qualität. „Wir freuen uns auf Ihren Besuch!“, heißt es in der Einladung. Den direkten Kontakt nach Niederösterreich gibt’s hier.

(André Schinkel)

Franckesche Stiftungen: erneuter 'Welterbe-Anlauf'.

Zweiter Anlauf für das Welterbe

Seit 1999 stehen sie auf der Tentativliste, ein erster Antrag wurde 2016 zur Prüfung und Bearbeitung noch einmal zurückgenommen; nun aber scheinen die Chancen nicht schlecht zu stehen, dass es in einem weiteren Anlauf klappt – der Welterbe-Titel für die Franckeschen Stiftungen zu Halle. So teilt es die neue Stiftungsdirektorin der ehrwürdigen Schulstadt, die mit ihrer Philosophie in die ganze Welt ausstrahlte und zu den bedeutenden Aushängeschildern der Kulturstadt an der Saale gehört, Frau Dr. Marianne Schröter, heute mit. Und auch wenn der Weg dahin sicher langwierig sein wird, so seien dem Bildungskosmos, den die Stiftungen, die Mitglied unserer Gesellschaft sind, darstellen, für einen guten Ausgang bei der UNESCO-Entscheidung einst alle Daumen gedrückt!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 12.10.2025

Der brandneue Newsletter der FISAE (518) würdigt u. a. die jüngste Ausgabe der "Marginalien" (Heft 258).

Marginalien im FISAE-Newsletter

In seinem soeben versandten FISAE-Newsletter 518 würdigt Klaus Rödel einmal mehr das neu erschienene Heft der Marginalien (Ausgabe 258, 2025/3) und bringt neben dem Inhaltsverzeichnis auch das Editorial von Redaktionsleiter Till Schröder in zehn Sprachen. Und neben einer reichen Auswahl Bilder aus der Nummer wird auch explizit die Originalgrafische Beilage mit vier teils fein kolorierten Holzschnitten Peter Zaumseils, gedruckt von Bettina Haller, gewürdigt, im Fall von Rödels Exemplar ist das das Blatt Baumgruppe (in der Abbildung der Druck oben rechts). Weiter berichtet der mit 32 Seiten diesmal recht umfängliche Newsletter von der 12. Welttriennale für Druckgrafik, die von September bis November in Chamalières und in 11 weiteren Partnerstädten stattfindet und in deren Zentrum die Exposition in der Städtischen Kunstgalerie, die dem gravierten Werk von Pierre Soulages gewidmet ist, steht. Und ein Porträt Olli Ylonens im Dschungel findet sich, während der Triennale in der Mittelalterburg Malbork samt Herzchen aufgenommen. Fein!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 11.10.2025

Hat nicht geningelt, aber trotzdem gewonnen – der Literaturnobelpreis für 2025: László Krasznahorkai.

Literaturnobelpreis für László Krasznahorkai u. a. gute News

Dieses Mal sind es zwei gute Nachrichten hintereinander: Nach der gestrigen Verkündung des Friedensnobelpreises braucht man das Ende der Aufklärung noch nicht mit dem Gedanken an jene gruselclownesken Einforderungen verbinden, die durch das Mediendickicht schipperten – noch nicht, wie gesagt. Und dass László Krasznahorkai, wie wir seit zwei Tagen wissen, den diesjährigen Literaturnobelpreis enthält, ist in gewisser Weise die Bestätigung eines in der Welt noch möglichen besseren Trends: Einen Ungarn hatte mancher in diesem Jahr sicher auf der Liste, aber womöglich nicht Krasznahorkai. Der aus Gyula an der Grenze zu Rumänien (aus dem auch der Vater Dürers nach Deutschland dereinst kam) stammende Autor hat seit Satanstango (1985) sein in der Tradition von Kafka und Bernhard gesehenes Werk konsequent vorangetrieben, zuletzt erschien von ihm auf deutsch die Erzähltrilogie Im Wahn der Anderen mit Zeichnungen von Max Neumann (S. Fischer 2023). Ein mehr als würdige Wahl, reiht sich doch der Erzähler damit endgültig in die Phalanx der großen ungarischen Erzähler, unter denen er nach Imre Kertész (2002) der zweite Nobelgeehrte ist, ein. Und ein Appell an die Leidenschaft in der Kunst und die Aufrichtigkeit in den Dingen. Gut.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 10.10.2025

Volker Stelzmann: "Prometheus", 1982, Radierung auf Büttenpapier – Teil der "Prometheus"-Mappe.

„Panik im Olymp“: Vortrag in Jena

Roland Rittig spricht heute um 18.30 Uhr in der Kunstsammlung Jena (Markt 07, 07743 Jena) über das legendäre Mappenwerk Prometheus 1982 – das zunächst im Auftrag des Kulturbunds der DDR entstand und dann in Ungnade fiel und verboten wurde. Es enthält Texte und Grafiken der Crème de la Crème der damaligen Szene: mit Arbeiten von Willi Sitte bis Werner Tübke und Texten von Volker Braun bis Wilhelm Bartsch. Die Mappe entstand anlässlich des 150. Todestags Goethes. Im Rahmen der Ausstellung So viel Silber im Grau soll ein Vortrag des Initiators die Mappe in den Fokus rücken. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu einem Besuch in der Ausstellung. Rittig war viele Jahre Lyrikdozent an der halleschen MLU, zu seinen Schülern gehörten u. a. Ralf Meyer und André Schinkel, er lebt in Zeitz und machte sich um die Wiederentdeckung Ernst Ortlepps verdient. Anmeldungen zu Vortrag wie Besuch der Schau werden unter der Nummer (03641) 498250 erbeten.

(Othmar Kasulke/Pressemitteilung)

Do, 09.10.2025

Die DEG schreibt Wettbewerb für Jahrestagung aus. Eingereicht werden können Exlibris & Kleingrafiken.

DEG schreibt zur Jahrestagung in Wetzlar 2026 einen Wettbewerb für Exlibris und Kleingrafik aus

Zur Jahrestagung der Deutschen Exlibris-Gesellschaft e. V. 2026 in Wetzlar schreibt die DEG einen Exlibris- und Kleingrafik-Wettbewerb aus. Die Grafiken sollen bis zum 27.03.2026 eingesendet werden an: Joachim Schlosser, Viersener Straße 123, in 41063 Mönchengladbach, joachim47@t-online.de. Es können maximal sechs Exlibris oder andere Kleingrafiken eingereicht werden, die zwischen dem 01.01.2025 und dem Einsendeschluss entstanden sind, gegebenenfalls in Absprache zwischen Künstler und Eigner. Die Blätter (alle Drucktechniken sind erlaubt, Maße maximal bis zur Papiergröße DIN A4) bitte – ohne Trägerpapier – auf der Rückseite mit Bleistift beschriften (Name, Land, Titel, Technik und Jahr). Sämtliche Informationen zum Procedere finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 08.10.2025

Das neueste Projekt (Auflage: 24) der "augen:falter" ehrt die jung verstorbene Autorin Marie T. Martin.

„Kennen wir uns nicht?“ – neues Projekt der augen:falterinnen

Über die augen:falter, eine Künstlerinnnen-Gruppe aus Leipzig, wurde an dieser Stelle wie auch in der Zeitschrift der Pirckheimer, den Marginalien, wiederholt berichtet, einerseits im Porträt wie auch in der Begleitung und Rezension ihrer Projekte. Dem Künstlerkollektiv mit Leidenschaft für originalgrafische Techniken, das im Jahr 2008 in Leipzig gegründet wurde, gehören aktuell Nadine Respondek und Julia Penndorf, Petra Schuppenhauer und Katja Zwirnmann sowie Urte von Maltzahn-Lietz und Franziska Neubert an. Die sechs Künstlerinnen arbeiten gemeinsam an Publikationen im Bereich der Druckgrafik, präsentieren sich gemeinsam oder in Gruppen auf Messen und in Ausstellungen. So entstanden nahezu jedes Jahr gemeinsame Editionen. Einer der Höhepunkte dürfte die Zusammenarbeit mit Ingo Schulze gewesen sein: Mit Einübung in Paradies gelangten sie auf die Shortlist der Schönsten deutschen Bücher 2016 der Stiftung Buchkunst. Und auch für eine Ausgabe der Marginalien (Heft 247) steuerten sie eine Serie Linolschnitte für die Originalgrafische Beilage bei. Ihr allerneuestes gemeinschaftliches Projekt heißt Kennen wir uns nicht? und bezieht sich auf ausgewählte Gedichte und Kurzprosatexte von Marie T. Martin (1982–2021). Julia Penndorf schreibt dazu: „Die Texte durften wir dem Band Marie T. Martin: Der Winter dauerte 24 Jahre. Werke und Nachlass (Verlag poetenladen, 2024) entnehmen.“ Und weiter heißt es: „Im Mai diesen Jahres haben wir die Grafiken zu Gedichten und Kurzprosa von Marie T. Martin gedruckt. Mittlerweile hat Katja Zwirnmann die Bücher (Auflage: 24) gebunden. Es fehlt nur noch der Schuber, dann wird alles voraussichtlich Anfang November fertig sein ...“ Und: Jede der sechs Künstlerinnen steuerte zu Kennen wir uns nicht? zwei Linolschnitte bei, je einen farbigen und einen in Schwarzweiß. Die fertigen Blätter heißen jeweils: Katja Zwirnmann Eiszeit und Steinzeit, Urte von Maltzahn-Lietz gewächshaus und queen of night – weiterhin Franziska Neubert Lost und Found, Petra Schuppenhauer Wisperzimmer I und Wisperzimmer II und Julia Penndorf Hotel und Entfernung sowie schließlich Nadine Respondek Neueröffnung und Meine Familie ... Alle 12 Blätter wurden gedruckt von den Künstlerinnen im Atelier carpe plumbum von Thomas Siemon. Im Format von 50 x 70 cm handelt es sich zudem um recht große Grafiken. Auf der Webseite der augen:falter können alle Linolschnitte des Projekts in Augenschein genommen werden. Über diese Seite besteht auch bei Interesse die Möglichkeit der Kontaktaufnahme sowohl zur Gruppe als auch zu den einzelnen Grafikerinnen. Tolle Sache, und eine Ehrung der viel zu früh gestorbenen Autorin.

(André Schinkel)

Di, 07.10.2025

LBO: Buchpremiere „Im Zeichen der Spinne“ (Mopsa Sternheim)

Ein verschollen geglaubter Roman feiert Premiere: Elfi Hoppe liest am 08. Oktober 2025 aus dem Roman Im Zeichen der Spinne von Mopsa Sternheim, der Tochter Carl Sternheims, der in einer hand- und maschinenschriftlichen Rohfassung in der Landesbibliothek Oldenburg wiederentdeckt wurde. Über die Arbeit mit dem Material sprechen die Herausgeber Dr. Rudolf Fietz und Gisela Niemöller. Es ist nicht weniger als eine literarische Sensation: Ein verloren geglaubtes Werk, der Roman einer vergangenen Epoche von alarmierender Aktualität, wurde in der Landesbibliothek Oldenburg wiederentdeckt. In einem Koffer fand sich als Konvolut unsortierter Blätter der einzige Roman von Mopsa Sternheim (1905–1954). Gert Schiff, dem jungen Freund ihrer letzten Lebensjahre, vertraute sie das Werk mit der Bitte um Publikation an. Der aus Oldenburg stammende Kunsthistoriker konnte ihren Wunsch bis zu seinem Tod 1990 nicht realisieren. So überdauerte der Text versteckt inmitten seines Nachlasses. Mit diesem Roman tritt die Tochter des Dramatikers und Erzählers Carl Sternheim und der Tagebuchschreiberin und Autorin Thea Sternheim endlich aus dem Schatten der Eltern heraus als Verfasserin und Zeugin der Epochenumbrüche des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie erzählt die Geschichte von Vivan und Michael, die von den Gegensätzen zwischen künstlerischer Selbstverwirklichung und hartem Alltagskampf geprägt ist. Es geht um die Glanz- und Schattenseiten der „Goldenen Zwanziger“ und die Gräuel des Nationalsozialismus. Der Roman wurde bei Wallstein aufgelegt und hat eine interessante Editions-Geschichte, die am Abend gleichsam zur Sprache kommen wird. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Grußworte kommen Corinna Roeder (LBO) und Margarete Rosenbohm-Plate (Stiftung Dr. Gert Schiff). Der Zutritt ist ohne Anmeldung möglich, der Premiereneintritt frei. Ort: LBO, Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg.

(André Schinkel/LBO/Pressemitteilung)

Mo, 06.10.2025

Der Leipziger Bibliophilen-Abend präsentiert in "24 x 34 Grafik" – Wolfgang Buchta und Wilhelm Bartsch.

LBA: Präsentation „24 x 34 Grafik“

Der Grafiker Wolfgang Buchta (Wien) und der Autor Wilhelm Bartsch (Halle an der Saale) haben im Laufe der Jahre schon bei mehreren Projekten zusammengearbeitet. Üblicherweise reagiert bei einer solchen künstlerischen Auseinandersetzung der Grafiker auf das Werk des Autors. Dass in diesem Fall umgekehrt Wolfgang Buchta mit einer handkolorierten Aquatinta-Radierung vorgelegt und Wilhelm Bartsch darauf mit einem Text reagiert hat, macht einen der besonderen Reize dieser Edition aus. Seit 2020 erscheint beim Leipziger Bibliophilen-Abend die Reihe 24 x 34 Grafik in der Auflage von 99 Exemplaren, namensgebend ist das einheitliche Maß der Reihengestaltung. Immer stehen sich ein originalgrafisches Blatt – vom Künstler signiert – und eine Seite Text – Buchdruck auf Bütten – gegenüber, eine stets neue und immer spannende Korrespondenz von Text zu Bild und umgekehrt. Präsentiert wird die Nummer 9 der Reihe in Anwesenheit von Autor und Grafiker am 07.10.2025, 18.30 Uhr, im Literaturcafé des Haus des Buches (Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig). Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Alle Infos zum Leipziger Bibliophilen-Abend finden sich hier

(André Schinkel via Thomas Glöß/Pressemitteilung)

So, 05.10.2025

„Materialisierte Heiligkeit“ ab dem 19.10.25 im Stabi Kulturwerk mit jüdischen Buchpretiosen zu sehen.

SBB: „Materialisierte Heiligkeit“

Heilige Bücher sind das Herzstück der jüdischen Schriftkultur, die sich seit ihren Anfängen im antiken Israel bis in die Gegenwart in beeindruckender Vielfalt und ästhetischer Ausdruckskraft entfaltet hat. Abschriften der Hebräischen Bibel, liturgische Schriftrollen und Gebetsbücher für die Feiertage strukturieren den Rhythmus von Lehre, Gebet und religiösem Ritus in der Synagoge und schaffen so einen Raum kultureller Identität jenseits des Alltäglichen. Als Handschrift gewinnt ein solcher Text eine besondere Bedeutung: Sein Wert bemisst sich nicht allein an der Qualität des Materials oder der künstlerischen Ausgestaltung, sondern auch an den persönlichen Tugenden des Schreibers und den Umständen, unter denen er geschrieben wurde. Die Ausstellung in der Stabi Berlin präsentiert ausgewählte hebräische Handschriften aus der bedeutenden Hebraica-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin und eröffnet faszinierend Einblick in die jüdische Buchkunst und ihren kulturellen Kontext. An herausragenden Stücken der berühmten Erfurter Sammlung lassen sich etwa die kunstvolle hebräische Mikrographie, Spuren christlicher Hebraistik sowie die rituelle Herstellung von Torarollen studieren – darunter die größte hebräische Bibel des Mittelalters, zwei außergewöhnlich gut erhaltene aschkenasische Torarollen und ein großformatiges Gebetsbuch aus dem 14. Jahrhundert. Einblicke in die Blütezeit jüdischer Buchkunst bieten zudem reich illuminierte Ester-Rollen und Gebetbücher, unter anderem aus der renommierten Hamilton-Sammlung. Ein besonderes Highlight ist das aufwendig restaurierte Kalenderwerk des Judah Mehler Reutlingen. Die Schau im Stabi Kulturwerk ist vom 19.10.25 bis 25.01.26 zu sehen – Vernissage am 19.10., 12 Uhr.

(André Schinkel/SBB/Pressemitteilung)

Sa, 04.10.2025

Buchkunstsalon Aschaffenburg: vom 17. bis 19.10.25 im Zentrum der fränkischen Stadt am Mainviereck.

Buchkunstsalon Aschaffenburg

Als Initiative von Bernhard Hench, Frank Eißner und Susanne Theumer findet der nunmehr schon sechste BuchKunstSalon in Aschaffenburg statt: Eine kleine, feine und höchst ambitionierte Verkaufsmesse für Grafik und Buchkunst in besonderem Ambiente. Er findet statt am 17. (16 bis 20 Uhr), 18. (11 bis 19 Uhr) und 19.10.25 (11 bis 17 Uhr) im Café Krèm (Riesengasse 10) sowie im Salon Künstlertreff (Herstallstraße 20, 65759 Aschaffenburg); der Eintritt beträgt 3 Euro, und es wird Bestes geboten: so ist Andrea Ackermann dabei, Inka Grebner, Urte von Maltzahn-Lietz, die Büchergilde, die edition sonblom, Gerard Paperworks und viele weitere. Und natürlich sind die Initiatoren auch vor Ort und gibt es ein umfangreiches Beiprogramm: Musik, Theater und Aktion, das keine Wünsche offenlässt. Wem es also auf den großen Messen zu voll ist: Feine Empfehlung! 

(André Schinkel)

Fr, 03.10.2025

Die 30. Ausgabe des "Hamburger Bothen" enthält neben Gedichten von Jan Wagner wieder diverse Infos und 'feineste Schmackazien' zur Bibliophilie.

Hamburger Bothe 30 erschienen

Die neue Ausgabe des Hamburger Bothen, die insgesamt 30. Nummer des Periodikums der Pirckheimer aus dem Norden, die soeben erschienen ist, hat es wieder informativ wie bibliophil in sich. „In der 30. Nummer unseres Mitteilungsorgans für bibliophil Interessierte wird der bedeutende Buchkünstler E. R. Weiß, der bis 1933 insbesondere das Erscheinungsbild des Berliner S. Fischer Verlags entscheidend geprägt hat, zu seinem 150. Geburtstag geehrt. Er wurde ebenso wie sein Verlag ein Opfer der Nazis, die nach ihrer ‚Machtergreifung‘ auch das Verlagswesen völlig umkrempelten und nicht nur die jüdischen Repräsentanten verfolgten, sondern auch aufrechte Künstler wie E. R. Weiß, die dem Regime nicht genehm waren“, heißt es u. a. im Editorial der von Rudolf Angeli und Peter Engel verantworteten Zeitschrift. Im Heft gibt es Informationen zum Jahrestreffen der Pirckheimer im September in Hannover wie auch zum Treffen der Stefan Zweig Gesellschaft in Paris, kurze Nachrichten aus der Bibliophilie und die obligatorische Bibliophile Empfehlung samt einem Nachtrag. In der neuen Rubrik Mitteilungen aus dem Sammlerleben stellt Abel Doering seine 10.000 Bände fassende Bibliothek vor. Auch der Zeitsprung mit einem Auszug aus dem großen Vorausgänger, dem Wandsbecker Bothen, findet sich wieder. Und in der primären Abteilung gibt es einen echten Leckerbissen: Drei neue Gedichte des gebürtigen Hamburgers und hochdotierten Dichters, Übersetzers und Essayisten Jan Wagner, der nicht nur mit dem Georg-Büchner-Preis, sondern auch (für einen Gedichtband eine Sensation) mit dem Preis der Leipziger Buchmesse geehrt wurde. Zu lesen gibt es: exclusive Doppelhaiku, eine Sestine und ein Sonett. Unter der Mail Rudolf_Angeli@web.de ist die Ausgabe erhältlich und kann man zudem auch das neueste Buch von Angeli & Engel (angekündigt ist Gustav Kluge) subskribieren bis zum 15.10.2025.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 02.10.2025

DEG-Kleingrafik des Monats: „Auf dem Land“ von Safiya Piskun

„Auf Tagungen ziehen Hunderte von Kleingrafiken am Blick des Betrachters vorüber. Einen großen Teil vergisst er, kaum dass er ihn gesehen hat. Bei einigen wird man jedoch spontan angesprochen, das Auge verweilt und die intensivere Beschäftigung mit dem Blatt kann beginnen. Sender und Empfänger haben offenbar die gleiche Frequenz. So ging es mir am 10. Mai mit der vorliegenden feinziselierten Strichätzungs-Radierung von 10 cm x 10 cm Plattengröße. Massiv und beunruhigend dominiert im Vordergrund die Silhouette eines Baumstamms, dessen Äste offenbar abgesägt wurden, die Szenerie. Auf den ersten Blick scheint er im Gegenlicht zu stehen ...“ Damit beginnt der Text von Andreas Raub, die Grafik des Monats bei der DEG betreffend: Auf dem Land von Safiya Piskun aus Belarus. Dem folgt eine so eingehende wie berührende Exegese des Blattes, das sich mit dem Natur und den Eingriffen der Menschen in sie, aber auch, im Symbol der beiden Störche, mit der Hoffnung befasst. Der ganze Text Andreas Raubs zum Blatt ist auf der Site der DEG zu lesen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)