Pirckheimer-Blog

Sa, 07.03.2026

"Visions of Wonder" – Poughkeepsie, New York (USA).

Poughkeepsie: Visions of Wonder

Im Rahmen der Ausstellung Visions of Wonder, die sich in Poughkeepsie, New York, am Vassar College (Main Library) mit der bildnerischen Darstellung zu den Märchenstoffen der Gebrüder Grimm befasst und die noch bis zum 08. Juni 2026 zu sehen ist, wird auch das originalgrafische Buch Die Wilden Schwäne (nach dem Text bei Hans Christian Andersen und dem ganz ähnlichen Plot bei den Grimms) von Barbara Beisinghoff gezeigt. Zur Schau kann auch der Online-Katalog Visions of Wonder: Illustrating Grimms’ Tales Across Two Centuries unter dem anhängenden Link in Augenschein genommen werden, ein Kapitel widmet sich dort auch dem unikalen Beisinghoff-Werk. Ausstellung und Katalog ehren zudem die Bild-Arbeit von Kult-Illustrator Maurice Sendak.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 06.03.2026

Holger Uske: "Aufbruch des Windes. Gedichte 1975–1986" ist erschienen 2025 in der Edition Sinnbild in Suhl, broschiert, 124 Seiten, ohne ISBN, mit Grafiken von Annette Wiedemann, und ist beim Autor für 15 Euro erhältlich (50 Exemplare in der ersten Auflage).

Gelesen übers Jahr · III: „Aufbruch des Windes“ von Holger Uske

David Gilmour 80

Dieses Buch erscheint, wie sein Verfasser in seiner Vorbemerkung andeutet, vierzig Jahre nach seiner Entstehung, es ist das erste Skript, das Holger Uske beim Berliner Union-Verlag einreichte – 1987 war das; und im Sommer 1990 bekam er es zurück, ungedruckt. Die DDR hatte es simpel verhindert, und ihr aus der Wende aufsteigender Nachruch zudem. Aber irgendwie ging es dem Suhler Dichter und Liedermacher, mithin die gute Seele des Südthüringer Literaturvereins, nicht aus dem Kopf. Und auch wenn sein Urheber sich eine Weile fragte, ob es noch richtig und gut sein, diese Texte zu bringen, und auch wenn es nun nur in einer Kleinstauflage von 50 Stück vorliegt – es ist gut, dass es da ist! Denn das Büchel, hinter das sich auch Freunde des Autors mitdahinterklemmten, um es erscheinen zu lassen, ist es schon ganz „ein Uske“. Und berichtet (so der Eingangstext) „vom neuen und alten Widerstehen“. Vom Mut, den das kostet, damals wie heute, als Selbstbehauptung und wo die „Kraft des Wortes (...) im Schwinden“ ist. Und weiter steht da: „Ich hoffe, dass dieses lediglich in einer Kleinstauflage gedruckte Büchlein mehr ist als nur ein Zeitzeugnis. Denn es erzählt auch vom (beinahe) Möglichen von einst und vom damals wie heute nötigen (sic:) mutigen Widerspruchsgeist, um auch geistig zu überleben. Der ‚Wind‘ im ‚Wald‘ ist noch immer – oder längst wieder zum Sprung bereit.“ Ein Zeitzeugnis im schönsten und berührenden Sinne sind diese Lieder und Gedichte Uskes, die von der Liebe sprechen, dem Wunsch nach Behaustheit, aber auch von den Miss- und wackligen Umständen ihrer Zeit, die sich in den Iden der Zeit berühren und wohl auch wiederholen. Und sind zugleich das starke Statement, ein kraftvoller Auftritt des Dichters, der der gebürtige Riesaer Holger Uske bis heute geblieben ist – forschend und fragend, instistiv leise und doch auch unbestechlich, auf die Segnungen der Kunst rekurrierend, widerständig und innig zugleich. Und immer wieder die Liebe, auf diesen Seiten im Buch, auf denen die Perlschrift vor wechselnden Farben parliert, konkret und metaphysisch: „Nur das Licht / In uns gilt ...“ Mit Grafik von Annette Wiedemann, die auch Ende der 1980er schon die Gestaltung hätte übernehmen mögen. Gestaltet von Andreas Kuhrt. Endend mit einer großen Reminiszenz: „Mein bestes Gedicht / Ist mein Sohn“. Ein schönes bezeugendes berührendes Buch, nach soviel Jahrn: Gut, dass es nun da ist.

(André Schinkel)

Do, 05.03.2026

Die Präsentation des Katalogs bei der Eröffnung der "Aldinen"-Ausstellung, von links nach rechts: Astrid Steiner-Weber, Corinna Roeder, Detlef Haberland, Anna Teschner, Matthias Bley. Die LBO verfügt über einen kostbaren Bestand von "Aldinen"-Editionen.

LBO: Ein Schatz kommt ans Licht

Aldinen: Buchschätze der venezianischen Renaissance heißt die Kabinettausstellung, die seit dem 19.02. und noch bis zum 21.03.2026 in der Landesbibliothek Oldenburg (Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg) zu sehen ist. Über fünf Jahre hat der Bonner Literaturwissenschaftler Professor Dr. Detlef Haberland am Katalog der Drucke des Aldus Manutius und seiner Nachfolger in der Landesbibliothek Oldenburg gearbeitet und darin 275 kostbare Bücher aus der Renaissance erstmals wissenschaftlich beschrieben und untersucht. Der italienische Humanist Aldus Manutius gründete 1495 in Venedig einen Verlag, der sich besonders den Texten griechischer und römischer Autoren widmete. Seine Bücher, Aldinen genannt, wurden wegen ihrer herausragenden philologischen Qualität schon im 16. Jahrhundert hoch geschätzt und setzten auch in Typographie und Gestaltung neue Maßstäbe. Mit einer Festveranstaltung am 18. Februar stellte die Landesbibliothek diesen lange verborgenen Schatz nun der Öffentlichkeit vor. „Historische Kulturschätze – seien es Bücher oder andere Objekte – können nur für die Forschung fruchtbar werden, wenn sie wissenschaftlich erschlossen und öffentlich sichtbar gemacht werden“, betonte Anna Teschner, Referatsleiterin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, bei der Eröffnung der Ausstellung im Februar. Mit einer eigenhändigen Dürer-Miniatur in einem der Werke gab es zudem eine handfeste Sensation vermelden. Die LBO ist Mo bis Fr 10 bis 19, Sa 09 bis 12 Uhr offen. Der Eintritt ist frei. 

(André Schinkel/LBO/Pressemitteilung)

Mi, 04.03.2026

Neue Ausstellung "Faszination Druck" in Bonn-Bad Godesberg – vom 13.03.2026 bis zum 20.04.2026.

Bad Godesberg: Faszination Druck vom 13.03.2026 bis zum 20.04.2026

Anlässlich des Internationalen Tages der Druckkunst (15. März) veranstaltet der Kunstverein Bad Godesberg im Frühjahr 2026 erneut eine Ausstellung mit Druckgrafik. – Die künstlerischen Drucktechniken sind seit dem 15. März 2018 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO-Kommission in Deutschland aufgenommen worden. Ziel der Godesberger Ausstellung ist die Förderung der zeitgenössischen Druckkunst in seiner ganzen Vielfalt. Die gezeigten Arbeiten sind alle der Druckgrafik zuzuordnen, wobei es experimentelle zeitgenössische grafische Techniken wie Monotypien oder Cyanotypien ebenso zu sehen gibt wie die traditionellen Drucktechniken Holzschnitt, Linolschnitt, Siebdruck oder Radierung. Mit Arbeiten von: Lisa Bille, Norbert Bogusch, Beate Bündgen, Marlene Dammers, Ulrike Hagenkort, Sabine Häusler sowie Ulrike Viola Henrich, Gerlind Hentze, Ursula Hieronymi-Pinnock, Karoline Hoffmann-Pudelko und Elena Klinkmann-Voß, Johanna Köppel-Pirang, Brigitte Kuchta, Doris Maile, Ulrike Mangel – ferner von Mo Möseler, Sabine Odenthal, Sophia Pechau, Ulrike von Quast, Andy Rumball, Ursula Schaffer, Michael Scheu, Johanna Siegberg Kinast, Krystyna Steffens, zweiimdruck und Tanguy aus Paris. Die Vernissage der Ausstellung findet am Freitag, 13. März 2026, 18 Uhr, statt; die Exponate sind bis zum 20. April (abschließendes Kunstgespräch am 20.04. um 20 Uhr) zu sehen. Der Kunstverein ist unter folgender Adresse zu finden: Burgstraße 85, 53177 Bonn-Bad Godesberg. Alle Infos dazu hier. 

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Di, 03.03.2026

Eine Crowdfunding-Aktion für das neue Projekt der "Bücherkinder" läuft vom 03.03. bis 02.04. Mit dem Erlös soll das Buch-/Jahresprojekt "An den Marken meiner Tage" – Realisierung – mitfinanziert werden.

„An den Marken meiner Tage“: Eine Crowdfunding-Aktion – für die Bücherkinder aus Brandenburg

Mit dem heutigen Tag um 10 Uhr startete eine Crowdfunding-Aktion für das nächste Projekt der Bücherkinder Brandenburg unter der Mentorschaft von Pirckheimer-Freund Armin Schubert. Das segensreiche kreative Unterfangen, in dem Schülerinnen und Schüler Schreibern und Künstlern begegnen und selbst schreiberisch und gestalterisch aktiv werden, zeitigte bereits mehrere Bücher und fand zwischen Berlin, Potsdam und Paris weithin Beachtung. Auch im Arte-Film zur Einhorn-Ausstellung im Potsdamer Barberini-Museum spielen die Bücherkinder eine elementare Rolle. Die Pirckheimer unterstützen die Kinder seit vielen Jahren, der Mentor der Gruppe wurde für seine Arbeit mit einer Verdienstmedaille des Landes Brandenburg geehrt. Für das jüngste Vorhaben, An den Marken meiner Tage, bitten die Gesellschaft und die Akteure um Unterstützung. Ja, für die physische Umsetzung (Material-/Druckkosten) brauchen die Bücherkinder dieses Mal finanzielle Unterstützung, um in diesem Jahr gemeinsam ein Texte-Bilder-Buch schaffen zu können. Ein Jahr erforschen die Kinder und Jugendlichen u. a. das Leben und Werk von Margot Friedländer und Marlene Dietrich, schreiben und illustrieren selbst ein eigenes Buch, das nach seiner Realisierung präsentiert wird. Ein mehr als edles Unterfangen! Für jede Spende ab oder über 30 Euro geben die Stadtwerke Brandenburg, die in diesem Jahr 30. Geburtstag feiern, 30 Euro dazu. Ziel ist: 2.000 Euro. Geld also für einen guten Zweck: Das sollte doch zu schaffen sein. Die ersten Spenden für das Projekt sind bereits eingegangen. Auch Prämienkäufe sind möglich. Werden die 2.000 Euro nicht erreicht, gehen alle Gelder zurück. Spenden kann man bis zum 02.04. (20 Uhr) unter diesem Link.

(André Schinkel im Namen der Pirckheimer-Gesellschaft)

Mo, 02.03.2026

Zur Lesung, zu Gespräch und Diskussion mit Michael Knoche lädt die SBB am 16.03.2026 nach Berlin ein.

Knoche: „Revolution im Leseland“

Zur Buchvorstellung und Diskussion zu Michael Knoches beim Wallstein-Verlag in Göttingen edierter Untersuchung Revolution im Leseland. Wissenschaftliche Bibliotheken der DDR nach der Wende lädt die Staatsbibliothek zu Berlin in den Wilhelm-von-Humboldt-Saal (Unter den Linden 08, 10117 Berlin) am Montag, den 16. März 2026, um 18 Uhr ein. Im Gespräch, neben dem Verfasser der Monografie, Michael Knoche: Jens Bisky und Carola Pohlmann, die Moderation übernimmt Achim Bonte. – Nach dem Mauerfall 1989 standen auch die Bibliotheken der DDR vor einer radikalen Neuausrichtung. Gerade den Staats-, Landes- und Universitätsbibliotheken gelang jedoch – mit Unterstützung aus dem Westen – eine rasche und beispiellose Modernisierung. Die Lücken in den Sammlungen wurden geschlossen, die Gebäude saniert und mit zeitgemäßer Informationstechnologie ausgestattet. Diese Erneuerungsoffensive löste einen Schub aus, von dem das gesamtdeutsche Bibliothekssystem profitiert hat. Auch in personeller Hinsicht verlief die Umgestaltung bemerkenswert: Zwar wurde das Personal auf Leitungsebene streng evaluiert, aber anders als in vielen Bereichen der Hochschulen gab es keinen starken Elitenaustausch von West nach Ost. Die Personalstärke der Belegschaften blieb relativ konstant – auch wenn die Übernahme der Angestellten in das bundesdeutsche Tarifsystem konfliktträchtig war und viele Erwartungen enttäuschte. Immerhin blieb der Großteil der Arbeitsplätze erhalten. Während andernorts nur von Versäumnissen und Verlierern die Rede ist, belegt dieses Buch: Die wissenschaftlichen Bibliotheken nicht nur im Osten, sondern auch im Westen gehören zu den Gewinnern der Einheit. Die Lesung findet in Kooperation mit den Freunden der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. statt. Alle Informationen zur Veranstaltung mit Michael Knoche in der SBB finden sich hier ... Um Anmeldung wird gebeten.

Michael Knoche: Revolution im Leseland.
Lesung, Gespräch und Diskussion
am 16. März 2026 um 18 Uhr, in
der Staatsbibliothek zu Berlin,
Wilhelm-von-Humboldt-Saal,
Unter den Linden 08, 10117 Berlin.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

„Reading between the Lines“ in der World Chess Hall of Fame

Reading between the Lines – Chess and Literature heißt eine Ausstellung in der World Chess Hall of Fame (4652 Maryland Ave., St. Louis, MO) in St. Louis (Missouri) in den Vereinigten Staaten, die seit dem 19. September 2025 und noch bis zum 12. April 2026 zu sehen ist. Mit dabei ist der Grafik-Zyklus der Barsbütteler Künstlerin und Pirckheimerin Elke Rehder, eine Folge Holzschnitte zur weltberühmten Schachnovelle von Stefan Zweig (1881–1942), seines letzten und wohl auch bekanntesten Werks. Elke Rehders Arbeiten – das Phänomen Schach spielt eine erhebliche Rolle in ihrer Passion als Künstlerin wie Sammlerin – nahmen dabei selbst einen überaus wirksamen und erfolgreichen Weg: wurden sie doch in einer Anzahl Ausstellungen gezeigt, so unter anderem bei der Büchergilde Gutenberg; zierten Buchcover (so bei S. Fischer, beim Leipziger Miniaturbuchverlag) und Kataloge; erschienen monografisch, als Plakate und Postkartensets und ließen den Zyklus, der in der Grundschicht aus sechs Blättern besteht, die die Erzählung illustrieren und sich explizit zu Zitatauszügen der Schachnovelle verhalten, selbst ikonisch werden. Nun, es gilt: Ehre, wem Ehre gebührt. Rehders Xylografien dürften zum Eindrücklichsten gehören, was zu Stefan Zweigs Text, der momentan so hochaktuell ist wie je, an Anverwandlung entstand. Ja, und Schach (von persisch šāh: Schah), das alte Königsspiel, es dürfte noch eine der edleren Metaphern sein für das, was zwischen den Menschen so vorgeht. Alle Infos zu Reading between the Lines finden sich unter diesem Link.

(André Schinkel via Till Schröder)

So, 01.03.2026

DEG-Exlibris des Monats – Stella für Fahrenhorst.

Exlibris des Monats März: Stella radiert für Fahrenhorst (1912)

Das DEG-Exlibris des Monats März 2026 ist ein Blatt von Guido Balsamo Stella (1882–1941), radiert 1912 für den Juristen, Regierungsrat und – Phoenix-AG-Generaldirektor Walter Fahrenhorst (1871–1938). Die zunächst widersprüchlich scheinende Arbeit lässt ganz gut anhand der Biografie des Exlibris-Eigners sich auflösen: Der gebürtige Magdeburger Fahrenhorst war als Jurist zunächst in der Landwirtschaft und später in der Industrie tätig, er blieb neben seinem Brotberuf zeitlebens den Iden der Kunst zugetan, was sich im Beieinander von Wald, Feld, Werk und der nackten Muse mit der Leier auf dem kleinen Blatt ausdrückt: Ein so sprechendes Kunstwerk, das durch Recherche der Hintergründe eine neue, beziehungsvolle Interpretation ermöglicht. Darauf verweist auch DEG-Vizepräsident Siegfried Bresler in seiner eingehenden Exegese des Druckkunstwerks, die zudem ausführt, dass der Einbruch der Moderne und Industrialisierung im Exlibris-Wesen zugleich ein neues Themen- und Sammelgebiet anstieß. Bresler schreibt: „Das Blatt zeigt, dass die Exlibris-Künstler, die ja eher den Geschmack und die Sehnsucht des Bürgertums nach einer heilen Welt bedienten, die Augen nicht vor der neuen Realität verschlossen. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts tauchten immer häufiger auch Fabriken auf Exlibris auf ...“ Auch wenn das für Stellas Exlibris-Werk nicht ganz typisch ist: „Auch Balsamo Stella griff das Thema der Industrialisierung in seiner freien Grafik auf, was in seinen Exlibris jedoch eher die Ausnahme bleibt. Es ist also in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Exlibris-Blatt von Balsamo Stella.“ Den ganzen Text gibt’s hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 28.02.2026

Bei der Editionale dabei: Susanne Padberg aus Wien.

Galerie „Druck & Buch“ zu Gast in Köln: 13. Editionale (06.–08. März)

Die Pirckheimer-Freundin und Galeristin Susanne Padberg aus Wien ist mit ihrer Galerie „Druck & Buch“ zu Gast bei der 13. Editionale, die vom 06. bis 08. März 2026 in der Metropole Köln am Rhein stattfindet. Die Editionale ist eine internationale Messe für Künstlerbücher und Editionen sowie Buchobjekte, die alle zwei Jahre, in unmittelbarer Nähe zum Kölner Dom, in der Kunst- und Museumsbibliothek (am Heinrich-Böll-Platz, Bischofsgartenstraße 01, 50667 Köln, Eingang über das Filmforum) an die Stände einlädt. Die Messe ist am Freitag von 18 bis 21, am Samstag von 11 bis 19 und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet, die Eröffnung findet am Freitag, 06.03., um 18 Uhr im Kinosaal des Filmforums statt. Zu sehen sein werden am Stand der Galerie „Druck & Buch“ neueste Arbeiten von: Jule Claudia Mahn und Tricia Treacy sowie Herbert Stattler, Clifton Meador und Stefan Gunnesch, Ronnin Ami Silverberg, Käthe Wenzel, Blow Up Press, Daniela Deeg und Cynthia Lollis, Ken Campbell, Desislava Unger, Marlene McCallum, Emily McVarish und schließlich von Veronika Schäpers. Die Arbeiten, die die Galerie in Köln zeigen und anbieten wird, können bereits über die Website von „Druck & Buch“ angesehen werden, der Link zu den Werken findet sich hier. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Borken: 38. Grafikbörse eröffnet

Die 38. Deutsch-Niederländische Grafikbörse in Borken, ganz am äußersten westlichen Rand des Münsterlands, in der Eigenwerbung der Stadt ein „Marktplatz für moderne und zeitgenössische Grafik“, wurde am gestrigen Freitag in der Stadthalle Vennehof (Vennehof 01, 46325 Borken) um 16 Uhr feierlich eröffnet. Aus mehr als 90 Bewerbungen wurden 53 Künstlerinnen und Künstler zur Teilnahme eingeladen und präsentieren ihre Arbeiten noch heute und morgen von 11 bis jeweils 17 Uhr. Die Ausstellerinnen und Aussteller präsentieren die ganze Bandbreite serieller Drucktechniken. Das Team der FARB-Druckwerkstatt gibt am Samstag Einblicke in verschiedene druckgrafische Techniken. Sonntags übernimmt Grafikerin Franziska Jäger die Vorführung um 12, 14 und 16 Uhr.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 27.02.2026

Pirckheimer Christoph Links liest am 24.03.2026 aus seinem neuen Buch – um Anmeldung wird gebeten.

Verschwundene Verlage der DDR

Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zugelassene Verlage, obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 noch mehr als 200 Editionshäuser eine Genehmigung erhalten hatten. Der Verlagshistoriker und Pirckheimer-Freund Christoph Links hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht der Frage nach, warum und wie sie verschwanden ... Er stellt sein Buch im Gespräch in der Staatsbibliothek zu Berlin (Wilhelm-von-Humboldt-Saal, Unter den Linden 08, 10117 Berlin) am 24. März 2026 (Beginn ist 18.30 Uhr) erstmals vor und präsentiert außergewöhnliche Fälle. Der Klarinettist Jan Hermerschmidt begleitet den Abend mit Schlagermelodien des verschwundenen Musikverlags Kurt Grabau. Alle Infos dazu finden sich hier. Um Anmeldung zur Veranstaltung wird gebeten. Besprechung des Buchs im Blog erfolgt gesondert.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Do, 26.02.2026

„Diese lange Zeit in der Sonne“

Sage einer, Erzählungen (sic!:) zählten nicht. Mit Diese lange Zeit in der Sonne hat es der Weimarer Autor Stefan Petermann in die thüringischen Nachrichten des MDR geschafft. Das Buch, soeben in der von Wulf Kirsten (um 2000) begründeten Edition Muschelkalk im Mitteldeutschen Verlag erschienen, fasst 17 nachgerade ungeheuerliche, stets aus der Brandung der Normalität aufsteigende, teils magisch-, teils surrealistische Geschichten auf 188 Seiten (ISBN 978-3-68948-038-7, 20 Euro) – am heutigen Donnerstag feiert der Band seine Premiere in der LiteraturEtage (Marktstraße 2–4, 99423 Weimar). Die Lesung, das Gespräch moderiert der Herausgeber der Edition, Pirckheimer-Freund André Schinkel. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, Tickets können auch bereits digital erworben werden und sind an der Abendkasse der LiteraturEtage erhältlich. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, mit dem Autor und dem Herausgeber ins Gespräch zu kommen. Alle Infos – hier.

(Othmar Kasulke/Pressemitteilung)

Mi, 25.02.2026

In Buxtehude zu sehen ab 01.03. – "Maskiertes Paar" von Heike Küster. Außerdem stellt Britta Lange aus.

„Um:Druck“ in Buxtehude: Küster und Lange im Marschtorzwinger

Um:Druck: Vom 01. März bis 05. April 2026 lädt die Kulturförderung der Hansestadt Buxtehude unter diesem Titel zur Sonderausstellung in den Marschtorzwinger (Westfleth, 21614 Buxtehude) ein. Gezeigt werden Arbeiten der Künstlerinnen Heike Küster und Britta Lange, die sich beide seit vielen Jahren der analogen Druckkunst widmen – mit unterschiedlichen Handschriften und einem gemeinsamen Blick auf die Vielfalt traditioneller Techniken. Heike Küsters Arbeiten zeichnen sich durch klare Formen und präzise gesetzte Flächen aus – in seriellen Prozessen und mit mehrfarbigen Druckplatten entstehen kraftvolle, vielschichtige Bildwelten, die, bei aller Klarheit, oft erzählerische Tiefe mit einem feinen Humor vereinen. Britta Lange lässt sich von Situationen des Alltags, Märchen und Gedichten inspirieren. Was sie bewegt, überführt sie in eine eigenständige, zeitgenössische Bildsprache. Es entstehen dabei klare, erzählerische Arbeiten, die Vertrautes neu betrachten. Ergänzt wird Um:Druck durch eine „Ausstellung in der Ausstellung“: Gezeigt werden Mini-Prints aus einem internationalen Open-Print-Exchange-Projekt. Dadurch entsteht ein Dialog zwischen lokaler Druckkunst und internationalen Impulsen. Die Ausstellung wird am 28.02. um 15 Uhr von der Bürgermeisterin der Hansestadt, Katja Oldenburg-Schmidt, eröffnet. Die Einführung gibt Christoph Goritz, Vorsitzender des Vereins der Kunstfreunde für Wilhelmshaven, musikalisch begleitet wird die Eröffnung vom Gitarristen und Loop-Artisten Uwe Kamrad. Der Eintritt ist frei.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 24.02.2026

19.02., in der Stabi Berlin: Ein Abend für das "Mosaik".

Aufgewachsen mit den Digedags: Das „Mosaik“ von Hannes Hegen

Letzten Donnerstag durfte ich in der Staatsbibliothek zu Berlin (Unter den Linden 08, 10117 Berlin) wieder für die Berlin-Brandenburger Gruppe der Pirckheimer-Gesellschaft einen Vortrag halten. Das Mosaik ist der sowohl älteste als auch auflagenstärkste erscheinende Comic aus deutscher Produktion. Und durch die am längsten währende zusammenhängende Erscheinungsgeschichte im Comic-Bereich steht das Mosaik auch im Guiness-Buch des Rekorde. Der Vortrag am 19.02. begann um 19 Uhr, und im Begleittext zum Event hieß es: „Generationen von Kindern sind in der DDR mit den Digedags aufgewachsen. Die drei kleinen Kerle, die Johannes Hegenbarth alias Hannes Hegen Mitte der 1950er Jahre zum Leben erweckt hatte, waren unterhaltsam und witzig. Bei ihren Reisen in der Gegenwart, der Vergangenheit und auch in der Zukunft konnte man vieles lernen, wurde aber niemals belehrt. Wer die Hefte heute noch besitzt, wie Pirckheimer Robert Grieger, kann sich glücklich schätzen, und das nicht nur, weil guterhaltene Hefte inzwischen auch sehr gute Preise erzielen. An diesem Abend erfuhren wir viel über den ‚Vater‘ der Digedags, und der Referent hatte neben den Heften auch eine Vielzahl an weiterführender Literatur mitgebracht.“ Und so war es: Ein spannender Abend, an dem sich wohl so mancher aus unseren Reihen in seine Kindheit und Jugend zurückversetzt fühlte, denn irgendwann hatte fast jeder Kontakt mit den munteren Knaben. Von Dezember 1955 bis Juni 1975 erschienen unter der Federführung von Hannes Hegen 221 Hefte, die in 23 Jahrhunderten Menschheitsgeschichte spielen und deren Haupthelden die Digedags: Dig, Dag und Digedag, waren. Die Serie wird seit 1976 mit den nachfolgenden Figuren der Abrafaxe bis heute weitergeführt. Das Thema Mosaik & Hannes Hegen wurde, das lag schon allein in der Sache begründet, farbenfroh, unterhaltsam und spannend präsentiert ... Und das hat mir sehr gefallen, und ich denke, ich konnte meine Zuhörer auf die Reise gut mitnehmen. So konnte ich an dem Abend in der Staatsbibliothek ein weiteres Thema meiner Sammelleidenschaft (was ich zuvor bereits durch die Themen Whisky & Buch sowie Alexandre Dumas vollzog) präsentieren. Der Vortrag fügte sich, denke ich, gut passend zu den vielen Jubiläen der letzten Jahre zum Thema Mosaik (800. Mosaik-Heft, 100 Jahre Hannes Hegen, 50 Jahre Abrafaxe, 600 Hefte Abrafaxe, 70 Jahre Mosaik) ein.

(Robert Grieger/Fotos: Abel Doering)

Mo, 23.02.2026

Die jüngste Sonderausstellung "In der Heimath. Karl Mays Erzgebirge" eröffnete eben im Karl-May-Haus.

Hohenstein-Ernstthal: „In der Heimath. Karl Mays Erzgebirge“

In der Heimath. Karl Mays Erzgebirge, so heißt die neue Sonderausstellung im Karl-May-Haus in Hohenstein-Ernstthal (Karl-May-Straße 54, 09337 Hohenstein-Ernstthal), die seit dem 21.02.2026 zu sehen ist und bis zum 14.02.2027 zu sehen sein wird. In der Heimath? Karl Mays Erzgebirge? Nicht ungewöhnlich ist, wenn ein Schriftsteller über seine Heimat schreibt. Ungewöhnlich ist eher, wenn dies ein wenig bekannter Teil seines Werks ist. Doch ebenso wie Karl Mays Wilder Westen oder sein Orient anders aussahen, als es Reisende von damals tatsächlich erlebt haben oder wie es wissenschaftliche Erkenntnisse heute zeigen, so ist sein Bild der Heimatregion ein literarisch verändertes. Es bringt uns aber den Autor besonders nahe. Die Sonderausstellung im Karl-May-Haus, an authentischem Ort, soll die Besucher mitnehmen in eine vergangene Welt. „Wir wollen das Erzgebirge vorstellen, wie Karl May es erlebt hat, also seine Umgebung in seiner Zeit. Gehört Ernstthal zum Erzgebirge? Was verbinden wir heute mit dem Erzgebirge und was davon spielte für Karl May eine Rolle? Unter welchen Bedingungen lebten die Menschen hier im 19. Jahrhundert, welche sozialen Hintergründe beeinflussten ihre Entwicklung? Was bedeuteten Grenzen für den Alltag und die Zukunftsaussichten, politisch und wirtschaftlich? Was verbindet die Menschen auch diesseits und jenseits der sächsisch-böhmischen Grenze?“ Erst in der Zusammenschau – durch Querbezüge und im Rückblick zeigen sich besondere Facetten des Lebens und Werks sowie der Wirkung Karl Mays, denen hier einmal genauer nachgegangen werden soll. Die Ausstellung wurde von Frau Professorin Dr. Kerstin Kreul aus Hohenstein-Ernstthal kuratiert, das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die Infos zur Schau finden sich unter diesem Link.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

So, 22.02.2026

"Mein Morgenstern"-Schau in Mainburg: ab 01.03.26.

„Mein Morgenstern“ in Mainburg

„Von Hand geschöpft, gesetzt, gedruckt, gebunden: Mein Morgenstern. Ein Buch zum 111. Todestag von Christian Morgenstern“: Unter diesem Slogan reist momentan eine ganz besondere Reminiszenz und/oder Reverenz für den Dichter (1871–1914), der soviel mehr war als der Schöpfer von Fisches Nachtgesang, durch die Lande. Vom 01. März bis zum 03. Mai 2026 ist das Resultat, ein Gemeinschaftswerk von 60 Künstlerinnen und Künstlern, nun im Stadtmuseum Mainburg (Abensberger Straße 15, 84048 Mainburg) zu bewundern und in Augenschein zu nehmen; ja, und auch selbst kann man setzerisch interaktiv werden. Was gibt es zu sehen in der Hallertau? Der Verein für die Schwarze Kunst, die Meister der Einbandkunst (MDE), die Papiermühle Homburg und die Büchergilde Gutenberg haben in einer zweijährigen Projektkooperation die Werke für diese Ausstellung geschaffen im Verbund mit 60 Protagonistinnen und Protagonisten der Druck-, Papier- und Buchbindekunst. Die Schau feiert das Handwerk, lösungsorientierte Zusammenarbeit und die Kreativität von, wie für Wort, Schrift und Bild. Weiter heißt es in der Ankündigung des Museums: „Das Setzen mit Bleibuchstaben und das Drucken von Morgenstern-Gedichten auf einer sog. Nudel (kleine Handpresse) können Besucher selbst erleben.“ Und mehr noch: „Das Ergebnis – Mein*Morgenstern mit eigenem Namen – können sie gleich mitnehmen.“ Ein rundum feines Paket also: tolle Kunst und was Eigenes dazu. Und dass der 111. Ehrentag für Morgenstern, der am 31. März, also innerhalb der Exposition, auch Geburtstag hat, bereits 2025 war, ist dabei nebensächlich.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 21.02.2026

Eugen F. Strobel-Matza in Burgk

Das Museum Schloß Burgk zeigt vom 01.03.2026 bis zum 27.09.2026 eine Gedenkausstellung der Deutschen Exlibris Gesellschaft e. V. zur Erinnerung an Eugen F. Strobel-Matza (1931–2018). Unter dem Titel Nürnberg, China und gemalte Musik – Die Kunst des Eugen F. Strobel-Matza wird eine Vielfalt der Werke des Künstlers ausgestellt. Ergänzt wird sie durch die Ausstellung von Exlibris, die andere Künstler für Strobel-Matza schufen. Eine große Leidenschaft waren für Strobel-Matza der Nahe und der Ferne Osten und deren Kulturen. Zudem war er Synästhet, er konnte Töne sehen, was er in seine Kunst einfließen ließ. Einige dieser Klangbilder sind auch in der Ausstellung auf Schloß Burgk zu sehen. Seit den 1960ern schuf er für seine eigene Bibliothek eigene Exlibris, die er als Gebrauchsgrafiken in seine Bücher einklebte. Seit 1986 war er Mitglied der DEG. Insgesamt gestaltete er 433 Exlibris, von denen fast 200 in der Ausstellung auf Schloß Burgk gezeigt werden. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 20.02.2026

Daumiers Blatt "Mme. Greluche: Oh Gustave, qu'elle est bonne!" (1839), zu sehen in der Albertina in Wien.

Honoré Daumier: Im „Spiegel der Gesellschaft“ in der Albertina

Seit dem 06. Februar und bis zum 25. Mai 2026 ist in der Albertina in Wien (Albertinaplatz 01, A-1010 Wien) die erste große Daumier-Schau seit 90 Jahren zu sehen, wobei seine Kunst nicht weniger aktuell erscheint als zur Entstehungszeit. Fürwahr: Der große Maler, Grafiker, Bildhauer und vor allem Karikaturist Honoré Daumier (1808–1879) wirkt in seiner überaus beißenden Zeitkritik im Angesicht der gegenwärtigen Entwicklungen in der Welt so gar nicht aus der Epoche gefallen. Als er 1832 sogar den französischen König anging, brachte ihm das sechs Monate Haft ein. Auch galt er als profunder Chronist des Pariser Alltagslebens. Neben Lithografien und Zeichnungen sind auch seine berühmten Gemälde und Skulpturen ausgestellt – sowie ein Trickfilm zum Werk Daumiers, dessen Musik von keinen Geringeren als Paul und Linda McCartney stammt. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 (Mi und Fr 10 bis 21) Uhr zu sehen. Alle Infos zur Exposition finden sich hier. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 19.02.2026

"Glamour und Geometrie" – bis 26.04.2026 in Berlin.

Berlin: „Glamour und Geometrie“

Glamour und Geometrie. Art Déco in der Illustration. Blackbox #17 heißt die jüngste Ausstellung im Berliner Bröhan-Museum (Schlossstraße 01a, 14059 Berlin), die seit dem 20. November und noch bis zum 26. April 2026 (immer von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr) zu sehen sein wird. Paris, April 1925: Die Exposition internationale des arts décoratifs et industriels modernes feiert den Erfolg einer neuen Ästhetik, die später, nach der Schließung der Schau im Herbst, als Art Déco in die Designgeschichte eingehen wird. In Illustrationen für Zeitschriften und Werbung fand der Stil eine besonders schillernde Bühne. Diese grafischen Zeugnisse prägten das Bild der Moderne entscheidend – sie machten den Luxus der neuen Zeit sichtbar, multiplizierbar und massenwirksam. Dabei waren sie alles andere als trivial: Die Publikationen der Zeit waren Kunstwerke, sorgsam ediert und gedruckt, ausstrahlend vor allem in die Lebensbereiche Mode und Innenarchitektur. Das Au-Pochoir-Verfahren zeitigte zarte, reliefartige Strukturen und zugleich eine intensive, leuchtende Farbigkeit in den Publikationen. Alle gezeigten Werke entstammen der Stuttgarter Privatsammlung Lucius, die mit dieser Präsentation erstmals in Berlin zu sehen ist. Alle Informationen dazu hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 18.02.2026

Bereits am 01.02.2026 starb mit Günter Richter ein bedeutender Maler & Grafiker der Leipziger Schule.

Vertreter der Leipziger Schule: Abschied von Günter Richter

Er war einer der stilleren, dem Tun und dem Handwerk verpflichteter Vertreter der Leipziger Schule – bereits am 01. Februar starb in seiner Wahlheimatstadt Leipzig Günter Richter (1933–2026) im Alter von 92 Jahren. Richters Themen spannten sich im Wirkfeld zwischen Werden, Blühen, Welken und Vergehen – ob in der Natur oder in der menschengemachten Welt – auf, eine so passionierte wie spezielle Vorliebe hatte Richter für die Abbildung von Holz und Architektur. Der Maler und Grafiker, der auch eine Reihe zwischen Neuer Sachlichkeit und Surrealismus changierender Exlibris schuf, hatte in der 1950er Jahren an der HGB bei Bernhard Heisig studiert und war freischaffend tätig, arbeitete zeitweise als Lehrer und viele Jahre als Dozent am Lindenau-Museum in Altenburg und an seiner Leipziger Alma mater. Richter gehörte auch 1972 zu den Begründern der Leipziger Grafikbörse, die er mehrere Jahre leitete. Günter Richter war zudem auch als Schriftsteller tätig und veröffentlichte bei Plöttner und Mirabilis. Seine bildnerischen Arbeiten werden in diversen größeren Kollektionen, so in der Nationalgalerie in Berlin, Im Dresdner Kupferstichkabinett, im Leipziger Museum der Bildenden Künste, im Stendaler Winckelmann-Museum, gesammelt und archiviert. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)