Die Stadt Rudolstadt und die Welt des schönen Buches einschließlich der Pirckheimer trauern um den Museologen und Verleger Jens Henkel, den legendären Betreiber der burgart-presse, der am 07. August 2025 im Alter von 72 Jahren gestorben ist. Im Jahr 2023 hatte seine Handpresse den Betrieb bereits eingestellt, viele der dort erschienenen originalgrafischen Text-Bild-Bände gehören zum Bestand der schönsten Bibliophilia dieser Zeit und sind so begehrt wie gesucht. Das Verlagsprogramm mit seinen sieben Reihen kann durch den Rückzug Henkels vor zwei Jahren als abgeschlossen betrachtet werden, die Nachricht vom Tod ihres Editors schmerzt und bedeutet einen großen Verlust für die ostthüringische Kulturstadt wie die Buchwelt. Henkel war Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, er arbeitete über Jahrzehnte mit zahlreichen Autoren und Künstlern zusammen, so mit Matthias Biskupek, Karl-Georg Hirsch, Kay Voigtmann und vielen anderen. Die Stadt Rudolstadt verdankt ihm zugleich durch sein museologisches Wirken vieles. Sie schreibt u. a. in ihrem Nachruf: „Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und die Stadt Rudolstadt trauern um den langjährigen Kustos am Thüringer Landesmuseum Heidecksburg, Verleger und Kämpfer für die Kultur in seiner Heimatstadt Rudolstadt, Jens Henkel. Der 72-Jährige ist am Donnerstag, 07. August 2025, nach langer schwerer Krankheit verstorben. ‚Wir haben einen klugen Kopf und eine gewichtige Stimme für die Kultur verloren‘, sagte Landrat Marko Wolfram. ‚Unser Mitgefühl gehört in diesen Stunden seiner Frau Renate und seiner Familie. Wir werden Jens Henkel in bleibender Erinnerung behalten und sein Andenken wahren‘, so der Landrat.“ Weiter heißt es: „Der gebürtige Rudolstädter war über Jahrzehnte in herausragendem Maße im kulturellen Bereich aktiv und hat im politischen Ehrenamt im Stadtrat der Stadt Rudolstadt Anfang der 1990er Jahre wichtige Weichenstellungen für die kulturelle Entwicklung vorgenommen. Beinahe ein halbes Jahrhundert – von 1971 bis 2018 – bildete seine hauptberufliche Tätigkeit im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt das Fundament für sein vielseitiges Wirken.“ Im ersten demokratischen Rudolstädter Stadtparlament ab 1990 war Jens Henkel Stadtrat in der Fraktion SPD/Neues Forum. Henkel war auch für zehn Jahre für die Konzeption und Realisierung der Buchreihe Künstler in Thüringen zuständig. Auch sonst ist die Liste der Verdienste um die Kultur seiner Stadt lang. In der burgart-presse erschienen ab 1991 49 Pressendrucke, bibliophile Drucke und 27 weitere Publikationen – die Unterlagen der Edition befinden sich in der Anna Amalia in Weimar. 2023 erhielt Jens Henkel das Bundesverdienstkreuz.
(André Schinkel/Pressemitteilung)