Pirckheimer-Blog

Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Fr, 03.12.2021

Rainer Ehrt, Zerstreute Sammlung (Foto und Montage: ad)

Zerstreute Sammlung

Rainer Ehrt stellte gestern Abend im Kleinen Säulensaal den Berlin-Brandenburger Pirckheimern einiges aus seinem Schaffen der letzten Jahre vor, zu dem jetzt auch ein von ihm illustriertes Bändchen mit erotischen Geschichten aus seiner Feder gehört.

Als Appetizer las der Autor eine gründliche, hintergründige Betrachtung zu allen Aspekten der aktuellen Situation, die uns Masken und eine stark reduzierte Teilnehmerzahl an diesem Bibliophilen-Abend aufzwang; Einschränkungen, die allerdings in keiner Weise das Vergnügen an den erfrischend vorgetragenen Erzählungen "Die Wanderin" und "Mandy" aus dem druckfrischen Band "Zerstreute Sammlung" schmälerten.

Das Bändchen erscheint in diesen Tagen in einer broschierten Normalausgabe (18 €) und einer limitierten und nummerierten "Exklusiven Ausgabe der Galerie Vevais" in 500 Hardcover-Exemplaren in origineller Fadenheftung mit einer kleinen Blindprägung (29,50 €). In allen Ausgaben sind, um den Schriftsatz in reinem Schwarz drucken zu können, die farbigen Illustrationen montiert. Eine geplante Vorzugsausgabe wird zusätzlich eine Original-Kupferradierung enthalten.

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Do, 02.12.2021

Der Ketzer von Soana

Das Gerhart-Hauptmann-Museum in Erkner stellt das als Band 3 der Erkneraner Ausgabe des Quintus-Verlags von Gerhart Hauptmann "Der Ketzer von Soana" mit Radierungen von Hans Meid, mit denen die Ausgabe von 1926 bei S. Fischer illustriert war, in Anwesenheit von Stefan Rohlfs,der das Nachwort schrieb, sowie Wolfgang de Bruyn und André Förster vor. Es liest Cora Chilcott.

Gerhart Hauptmann veröffentlichte die Novelle Der Ketzer von Soana 1918 in der Neuen Rundschau, mit der er einen seiner größten Erfolge als Erzähler feierte. Darin schildert Hauptmann die Liebe eines jungen Priesters zu Agata und seine Hinwendung zur sinnlichen Leidenschaft.
Im letzten Kriegsjahr war das Publikum für solch einen Stoff empfänglich, es war von der Sehnsucht nach Frieden erfüllt und der militärischen Thematik mehr und mehr überdrüssig. So kam die Novelle, die eine Glückserfüllung vergegenwärtigte, gerade recht. Zugleich konnten die Todeserfahrungen und Todesängste am Ende des I. Weltkriegs kompensiert werden.
Selten fielen die Rezensionen so unterschiedlich aus. Während evangelische Kirchenkreise die Novelle zum Anlass nahmen, eine heftige Attacke gegen Autor und Verlag zu führen, zeigten sich Vertreter der literarischen Moderne begeistert und sahen darin eine „tiefe, heilende Erquickung“ Walther Rathenau.

Lesung: 9. Dezember 2021, 19 Uhr, 2G mit vorheriger Registrierung

Gerhart-Hauptmann-Museum
Gerhart-Hauptmann-Str. 1-2, 15537 Erkner

Mi, 01.12.2021

Bibliophiles des Monats Dezember 2021, Ill.: Albrecht v. Bodecker

Jacobus Schnellpfeffer

"Bibliophiles des Monats" Dezember ist das kleine Bändchen "Jacobus Schnellpfeffer: Stecknadeln im Sofa. Nebst einem Anhang: Im Nachthemd durchs Leben. Ein süddeutsches Weihebühnen-Festspiel.", welches von Walter Rösler mit einem Nachwort versehen und 1997 im Eulenspiegel-Verlag herausgegeben wurde.

Die Gedichte von Jacobus Schnellpfeffer (mit bürgerlichem Namen Carl Georg von Maassen), den Erich Mühsam einen "gelehrten Spötter und ironischen Bücherwurm" nannte und von dem Ringelnatz als "hochgebildetem Mann von mitreißendem Humor" fasziniert war, erschienen zuerst im Simplicissimus, bzw. im Verlag des Vereins süddeutscher Bühnenkünstler. Maassen selbst machte sich auch als E.T.A.-Hoffmann-Forscher und Gründer der "Hermetischen Gesellschaft" einen Namen.  

Die Illustrationen des 88 Seiten starken Bändchens stammen vom Pirckheimer Albrecht von Bodecker, der auch den Umschlag entwarf und für die Vorzugsausgabe eine beigelegte signierte Originalgraphik schuf. Diese Vorzugsausgabe in 99 Exemplaren wurde im illustriertem Pappschuber in Surbalin, aus dem auch das Vorsatzpapier besteht, ausgeliefert.
Die Typografie lag in den Händen des Pirckheimers Matthias Gubig, Druck und Bindung besorgte die Offizin Martin Andersen Nexö, Leipzig.

Monika Jäger, Was sie umgab. © Monika Jäger

Buch des Monats

Manchmal geschehen Dinge ganz unverhofft. So geht es auch Milla, als sie in eine Kaffeedose schaut und auf einmal in einer völlig anderen Welt landet. Wie kam sie dorthin und vor allem, wie kommt sie wieder zurück? Von dieser Frage und dem darauffolgenden Weg handelt das Künstlerbuch "was sie umgab" von Monika Jäger, das in der diesjährigen Kinderbuch-Ausstellung zu sehen ist. Dieses Buch und andere eröffnen fantastische Welten, die es zu entdecken gilt. Monika Jäger wird einige Werke aus der Kinderbuchausstellung neben ihren eigenen Arbeiten vorstellen. Einige gelesene Passagen machen Lust, mehr in der Ausstellung im Klingspor Museums ab 5. Dezember zu entdecken.

Buch des Monats: 3. Dezember 2021, 14 Uhr, 2G, Anmeldung erforderlich: Tel. 069 8065 - 21 64
Ausstellung: 5. Dezember 2021  20. Februar 2022, es gilt 2G

Klingspor-Museum
Herrnstraße 80, 63065 Offenbach

Di, 30.11.2021

Angela Hampel, Plakat zum von der Pirckheimer-Gesellschaft organisierten Dresdener Grafikmarkt 1988

Unter dem Radar

Mit der Ausstellung „Unter dem Radar. Originalgrafische Kunstplakate aus Ostdeutschland seit 1975“ wird das Museum für Druckkunst Leipzig das druckgrafische Schaffen in der DDR in den Fokus rücken.

Am Beispiel von rund 100 handwerklich hergestellten Plakaten für Kunstausstellungen stehen nicht nur die Künstlerinnen und Künstler im Mittelpunkt. Die Schau richtet zwar hauptsächlich den Blick auf Künstlerinnen und Künstler, die in der DDR überwiegend druckgrafisch tätig waren. Dazu gehören etwa Angela Hampel, Michael Morgner, Max Uhlig und die Gruppe Clara Mosch. Zum anderen stellen die Plakate aber auch weniger bekannte Kunstorte und Kulturinitiativen vor, die neben dem staatlichen Kunstbetrieb der DDR von Ahrenshoop bis Zwickau existierten und heute, teils vergessen, teils noch fortbestehen.
Der Titel „Unter dem Radar" indes dürfte aus ideologischen Gründen gewählt worden sein und wirft ein falsches Licht auf das Schaffen der Künstler originalgraphischer Plakate in kleinen Auflagen, denn diese Initiativen entstanden durchaus innerhalb des staatlich geförderten Kunstbetriebs der DDR, nicht zuletzt in Organisationstrukturen wie der weiter bestehende Pirckheimer-Gesellschaft oder den im Dezember 1990 aufgelösten Verband Bildender Künstler der DDR.

Neben weiteren Leihgebern stammen die Exponate der Ausstellung zum überwiegenden Teil aus der Sammlung der Leipziger Galerie am Sachsenplatz!

Eröffnung: 3. Dezember 2021, entgegen früheren Ankündigungen nur online!
Ausstellung: voraussichtlich 7. Dezember 2021 - 25. März 2022

Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig

Bettina Haller, "Früh im Jahr", Acrylstich mit Holzschnitt kombiniert, Beil. zur Ausg. A und B

GRAPHISCHE KUNST 2/2021

Gleich im ersten Artikel werden die aktuellen Arbeiten der Chemnitzer Künstlerin Bettina Haller vorgestellt. Von ihr befindet sich in der A- und B-Ausgabe ein Acrylstich mit Holzschnitt. Durch den Artikel der Autorin Brigitte Milde kommen wir auch der Gedankenwelt von Bettina Haller näher. 

Fast schon philosophisch mutet der Titel des Artikels über den in vielen Metiers vertretenen Künstler Thomas Franke an. Im Schriftstellerischen und als Autor für Bühnenstücke und Filme (in denen er auch als Schauspieler zu bewundern ist) bewegt sich der Künstler ebenso sicher wie als Graphiker. Die in der A-Ausgabe beigelegte Digigraphie auf Büttenpapier bezeugt dies. 

Dr. Oliver Bentz nun stellt uns die österreichische Künstlerin Linde Waber vor. Ergänzend zu seinem Artikel in Heft 1/2018 über den Wiener Künstler und Professor Maximilian Melcher (1922-2002) bringt uns der Autor die Werke seiner Schülerin nahe. 

Eva Masthoff verführt uns in die Graphikwelt Chinas. Auch wenn der Artikel nur eine Annäherung sein kann, so zeigt uns die Autorin doch einiges von der Vielfalt graphisch arbeitender Ki.instler in diesem Riesenreich.

(Jürgen Schweitzer)

Anselm Retzlaff - Singsang, ISBN: 978-3948999-04-9

BuchBerlin / Lyrik-Edition Neun

Im September 2021 erschien mit dem zweiten Gedichtband von Anselm Retzlaff der vierte Band der im Jahr 2021 neu gegründeten Lyrik-Edition NEUN im Verlag der 9 Reiche.

Diese bei einer Premieren-Lesung am 9.9.2021 in der Lettrétage und bei der BuchBerlin 2021 vorgestellte und von Steffen Marciniak herausgegebene bibliophile Lyrikreihe mit Linolschnitten von Steffen Büchner hat 32 Seiten und ist eine auf 50 Verlagsexemplare nummerierte und (bei lebenden Autoren) signierte Ausgabe limitiert.

Darüber hinaus gibt es im Besitz der Autoren eine unterschiedliche Anzahl weiterer Bücher, diese sind weiternummeriert und ebenfalls signiert. Diese Normalausgabe in fadengehefteter Broschur kostet 9 Euro.

Ab 2022 wird zu jedem dieser Bände eine auf 9 Bücher limitierte, nummerierte und signierte Hardcover-Ausgabe erscheinen, dem ein signierter Original-Linolschnitt von Steffen Büchner beiliegen wird. Diese Ausgaben kosten 33 Euro und sind nur über den Verlag zu beziehen.

Bislang sind neben dem oben genannten Titel erschienen: Albert H. Rausch - Tempelstufen, Gabriel Wolkenfeld - Sandoasen, Max Drushinin - Himmelsraunen, und als Band 5 Thomas Luthardt - Märchenbrunnen.

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Mo, 29.11.2021

Yayo Kawamura: Meine schönsten Bilder-Märchen. Ellermann 2015

Märchen reloaded

Die Sammlung "Rotkäppchen" des Bilderbuchmuseums wird neu präsentiert.

Kaum ein anderes Märchen ist bekannter und beliebter als die Geschichte von Rotkäppchen und dem Wolf. Die Rotkäppchen-Sammlung des Bilderbuchmuseums speist sich aus verschiedenen Quellen: Zu nennen ist zunächst die Sammlung des Ehepaares Waldmann, die weit über 1000 Bücher und Originalillustrationen wie auch volkskundliche Objekte zusammentrugen. In den Folgejahren wurde diese Sammlung durch Originale und Bücher wichtiger Künstlerinnen und Künstler ergänzt, so dass die Sammlung „Rotkäppchen“ mittlerweile einen festen Bestandteil im Ausstellungsensemble des Bilderbuchmuseums bildet.

In der ersten Etage des Museums werden dabei die hauseigene Sammlung Waldmann und die in der Sammlung des Bilderbuchmuseums befindlichen Bücher, Originale und Objekte umfangreich präsentiert. Ein weiterer Ausstellungsraum widmet sich den Künstlerbüchern von Burgi Kühnemann (*1935). Ihre lebendigen Umsetzungen des Märchens „Rotkäppchen“ loten die unterschiedlichsten Konflikte des Stoffes aus und beleuchten auch die komplexe historische Wahrnehmung des Märchens.

28. November 2021 - März 2022

Burg Wissem - Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

So, 28.11.2021

Joachim Pohl (Foto: ad)

eine Popart-Sammlung in der DDR

In der Galerie Wolf und Galentz sprach Joachim Pohl heute innerhalb der aktuellen Ausstellung "Druckgrafik – Umrisse einer Kunstgattung" unter dem Titel "Wie kommt ein Künstler und Kurator in der DDR zu einer Sammlung mit Druckgrafiken der Popart?" über seine Sammlung mit britischer und amerikanischer Künstlern dieses Genres.

Für Joachim Pohl begann das Interesse an Popart damit, dass er sich 1971 das Stones-Album "Sticky Fingers" mit dem von Andy Warhol gestaltete Cover mit dem Reißverschluss mitbringen ließ. 1984 wurde ihm dann erstmalig durch den VBK der DDR ein Studienaufenthalt in der BRD ermöglicht, was u.a. zu umfangreichen Kontakten führte und damit den Beginn seiner Sammlung von originalen Drucken begründete, die jetzt erstmalig komplett in Pankow ausgestellt wurde.

Der Vortrag beschrieb dann, basierend auf seiner Sammlertätigkeit, weit ausholend die Geschichte der Popart von den Anfängen in Großbritannien über den Abstrakten Expressionismus bis zur öffentlichkeitswirksamen Beachtung amerikanischer Popart in Europa und den positive Schub, den die Druckgraphik durch diese Kunstgattung und ihre Protaginisten wieder erfuhr, die sich vielfach des Siebdrucks, aber auch des Offsetdrucks, teilweise kombiniert und mit Übermalung bediente.

(ad)

Sa, 27.11.2021

Reclam, Leipzig 1984

Núria Quevedo: 70 Jahre Exil in Deutschland

Normalerweise feiert man bei Künstlern runde Geburtstage, vermeldet verliehene Auszeichnungen und Preise oder würdigt Verstorbene – ich bin aber zufällig auf ein 2022 anstehendes Jubiläum gestoßen, das ich auch der Würdigung für wert erachte: 1952 kam die 1938 in Barcelona als Kind katalanischer, republikanisch gesinnter Eltern geborene Núria Quevedo aus Franco-Spanien nach Deutschland, damals in die DDR. Quevedo studierte an der Kunsthochschule Berlin Weißensee, u.a. bei Werner Klemke, dessen Meisterschülerin sie war. Die Künstlerin, deren bekannteste Illustration vielleicht die von Christa Wolfs Kassandra ist, war längst Teil der deutschen Kunstszene, als Franco 1975 starb – und blieb glücklicherweise hier. Mit ihrer unverwechselbaren Figuration und der illustrativen Auseinandersetzung mit im Exil entstandener Literatur wie der von Anna Seghers und Franz Fühmann bereichert sie die deutsche Kultur.

(Wolfgang Grätz, in 240. Frankfurter Grafikbrief)

Fr, 26.11.2021

Alan Davie
Joe Tilson / James Rosenquist (Fotos: ad)

Pop in Pankow

Am Sonntag wird der Pirckheimer Joachim Pohl in der Galerie Wolf und Galentz über das Entstehen seiner, für einen DDR-Bürger nicht alltäglichen, Sammlung amerikanischer und britischer Popart berichten.

Damit endet die Ausstellung „Pop in Pankow“ mit einer Auswahl von mehr als 30 Exponaten aus seiner Sammlung amerikanischer und britischer Popart in Räumen des Rathaus-Centers, nach der Ausstellung „pop on paper“ im Jahr 2020 mit Sammlungsbeständen aus dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin gewissermaßen ein regionaler Nachschlag.

"Die vorgestellten Werke, u.a. von Warhol, Lichtenstein, Rauschenberg, Rosenquist, Rivers, Oldenburg, sowie die Briten Hamilton, Allen Jones, Alan Davie und Eduardo Paolozzi sind Gipfelpunkte der in den 60er Jahren wieder aufgelebten originalen Druckgrafik, v.a. in der perfektionierten Technik des farbigen Siebdruckes, gelegentlich auch in Kombination mit dem originalen Farboffsetdruck. Charakteristisch für die Verwirklichung der Bildkonzeptionen war die Einbeziehung von Elementen der Werbegrafik, von Comic-Zeichnungen, sowie von Fotografien und Zeitungsausschnitten. Programmatisch wurde mit konventionellen Bildauffassungen gebrochen und in mitunter provokanter Weise auf die von Werbemitteln überschwemmte Alltagswelt reagiert: Ironisierung und Persiflage dienten als bildnerische Stilmittel. Überraschende neue Bildstrukturen wurden kreiert, nicht selten in leuchtenden Farben realisiert, entfalten diese – auch gelegentlich großformatig angelegten – Blätter ihre ganz eigene Aura und Bildmagie. In ihrer Signalwirkung sind sie oft einprägsam und verwehren sich der Vergesslichkeit."

(Joachim Pohl)

Ausstellung: September - November 2021
Rathaus-Center Pankow, Breite Str. 20, 13187 Berlin

Vortrag: 28. November 2021, 16:30 Uhr
Wolf & Galentz Kunstgalerie
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin

Blick in die Ausstellung
miley, Buchsammlung des Orchis Verlags
Vitrine mit Druckgrafik und Künstlerbüchern von miley (Fotos: ad)

Druckgrafik - Umrisse einer Kunstgattung

Heute eröffnete in der Pankower Galerie Wolf & Galentz die Ausstellung "Druckgrafik - Umrisse einer Kunstgattung" mit historischen und zeitgenössischen Werken von Michail Wercholantsew, frühen Bücher mit Originalgrafiken von Wassili Masjutin und Pawel Schillingowski sowie ein berühmtes Picasso-Porträt von Georgi Echeistow von 1934. Die Familie von Arkadi Kolchanow vertraute den Galeristen mehrere sehr seltene Holzstiche des Meisters an. Der langjährige Drucker von Konrad Felixmüller, Hans-Jürgen Wilke, leiht Werke aus seiner Sammlung. Zu sehen sind einige Blätter aus dem Nachlass von Jürgen Wittdorf, sowie u.a. auch experimentelle Ansätze wie Drucke von Swetlana Wedernikowa aus Sankt Petersburg, die in einer einzigartigen Technik entstanden sind. Da der Künstlerin nach dem Ende der Sowjetunion keine Lithografiewerkstatt mehr zur Verfügung stand, entwickelte sie eine Drucktechnik mit ölgetränkten Pappen.

Unter den Exponaten auch die Installation Buchsammlung des Orchis Verlags in einem Kubus aus Druckstöcken von miley und die Vitrine mit Druckgrafik und Künstlerbüchern von ihm zu "Schnittstellen / Interfaces zwischen analoger Druckgraphik und digitaler Technik".

Das Begleitbuch zur Ausstellung, welches den Katalog zur Ausstellung "Holzstich - Ausgewählte Druckgrafik aus Russland und Deutschland" (Artbear Books, 2020, ISBN: 978-3-946957-03-4) ergänzt, erscheint leider erst im 1. Hj. 2022.

Ausstellung: 28. November 2021 - 6. Februar 2022

Wolf & Galentz Kunstgalerie
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin

Mi, 24.11.2021

VOC, Leporello. Von links nach rechts: B.1429 (Kalifornien), Kappa (B1617.1), Alpha (B 1.1.7), Lambda (C 37)
Abbildungen © Hartmut Andryczuk

Die ultimative Pandemie-Edition

Mit dem Künstlerbuch VIR + VOC hat Hartmut Andryczuk im Hybriden-Verlag die ultimative Pandemie-Edition herausgegeben.

VIR versammelt Texte, Abbildungen und einen Anhang für deine persönlichen Notizen. 
Virus und Radioaktivität 
Schwarze Pest und Covid-19  
Europa Burnout 
Virusmalerei und Vampire 
Kronenvirus, 15. Kalenderwoche
Risikogruppen
Virologen 
Das Ende ist nahe – Erster Teil: Kabbalisten 
China 
Lockdown-Romantik
Hygiene-Demos? 
Journal of the Plague Year…
Steve Bannon – Warroom Pandemic
Rudolf Steiner, Verschwörungstheoretiker und Rassist 
Corona bedingte Sonderedition
„Freiheit“
Astronaut Scott Kelly: ein Jahr auf der Weltraumstation 
Hitler & Beatmungsgeräte
Covidioten-ABC (kurzer Überblick) 
Mit HRA zur mRNA 

VOC ist ein Leporello mit Virusmutanten-Porträts – vom Wuhan Wildtyp bis zur Delta-Variante, siehe nebenstehende Abbildung. Als Beilage ist ein Heft mit kurzen wissenschaftlich zitierten Beschreibungen der „Variants of Concern“.

VIR + VOC Die ultimative Pandemie-Edition
Zwei Bücher im Schuber,
Insgesamt 172 Seiten mit 14 Originalzeichnungen von Hartmut Andryczuk
Hybriden-Verlag, Berlin 2021
Edition: 30 copies
750 €

Di, 23.11.2021

Ergänzung und Absagen

Am Freitag wird eine Druckgraphik-Ausstellung in der Galerie Wolf & Galentz in Berlin Pankow eröffnet. Die hier erfolgte Ankündigung kann um einen Hinweis ergänzt werden: Unter den Ausstellern ist auch der Pirckheimer Michael Ley, der im Kabinett ein Vitrinentableau mit Druckgraphik und Künstlerbüchern mit dem Schwerpunkt "Schnittstellen / Interfaces zwischen analoger Druckgraphik und digitaler Technik" präsentiert.
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Der zweite Hinweis ist leider eine negative Nachricht: Die Eröffnung der angekündigten Ausstellung "Aurelius Vita/Die armenische Nachtigall" in Berlin ist abgesagt - bis auf weiteres.
Udo Würtenberger, ebenfalls Pirckheimer, hat zwei sehr schöne Holzschnitt-Bücher geschaffen, die unbedingt sehenswert sind! Den Satz beider Bücher führte Michael Ley aus.
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Der dritte Hinweis ist nochmals eine Absage: Nach zwei Jahren Corona-Wirren sollte es am 24. November 2021 endlich wieder einmal ein Treffen des Berliner Bibliophilen-Abend geben, dieser musste ebenfalls kurzfristig abgesagt werden. Geplant war ein Abend zum Thema "Griechische Mythologie in bibliophiler Gestalt".

So, 21.11.2021

Nina A. Schuchardt, Eichhörnchenverlag, (Foto: ad)

BuchBerlin / Eichhörnchenverlag

Unter den Ausstellern der BuchBerlin 2021 gab es einige aufleuchtende Sterne, vor allem im Bereich des Kinderbuchs. Dazu gehört zweifelsohne der Eichhörnchenverlag.

Der 2017 gegründete Eichhörnchenverlag gibt, derzeit von zehn Künstlern und vier Autoren gestaltet, Bücher für Kleinkinder heraus. Darin werden jedoch nicht, wie mitunter angestrebt, vorbestimmte Lerninhalte vermittelt, sondern es werden liebe- und anspruchsvoll gestaltete Bilderbücher vorgelegt, die Freude an den Bildern, Worten und Geschichten schenken. Im Vordergrund stehen bei den Büchern des Eichhörnchenverlags somit die Bilder, für Kleinkinder anregend und anspruchsvoll gezeichnet, Bilder, die selbst Erzählungen sind und keine bloßen Illustrationen.
Den Kindern wie ihren Bezugspersonen wird damit ein Anlass zu entspanntem Miteinander und Kommunikation geboten, wobei dieses geteilte Erlebnis für alle Beteiligten auch bei der hundertsten Wiederholung noch schön, spannend und wertvoll bleibt. Damit werden die Bücher des Verlages nicht nur zu einer Empfehlung für den familiären Umkreis der Kinder, sondern auch für jeden, der wie ich beruflich mit der frühkindlichen Entwicklung unseres Nachwuchses zu tun hat.

(Nora Doering, Kita-Erzieherin)