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Andreas Wessel

Pirckheimer-Blog

Andreas Wessel

Sa, 17.07.2021

Thomas J. Richter

Grafikeditionen erfreuen sich wieder immer größerer Beliebtheit, wie z.B. die Edition Pirckheimer (siehe Marginalien #239, 2020/4).

In der jW-Kunstedition, herausgegeben vom Pirckheimer Andreas Wessel, erschien jetzt das 7. Blatt, diesmal von Thomas J. Richter, sozusagen dem jW-Hauskünstler.

Im Handdruck auf einer Andruckpresse aus den 60ern in einer Auflage von 250 Exemplaren auf cremefarbene Munken Pure, 300 g/m2 stark, gedruckt von Harald Weller, den man in Berlin gern in einem Atemzug mit Hendrik Liersch von der Corvinus Presse und dem Tiefdrucker Dieter Béla nennt.

Dieses Blatt aus dem Jahr 2012 der Richterschen Liebespaare wurde hiermit erstmals publiziert und bislang noch nicht in einer Auflage gedruckt. Der Holzschnitt "Paar am Strand" ist ein schönes und provozierendes Gegenstück zu Walter Womackers gleichlautendem und wohl bekanntesten Gemälde aus der DDR der 60ger.

Bisher erschienen in der jW-Kunstedition

  • Marc Gröszer, »ohne Titel«, 2019
  • Ronald Paris, »Charons Boote«, 2019 (das Motiv taucht auch in der Merseburger Sitte-Ausstellung als Guache auf, siehe Katalog S. 110)
  • Heike Ruschmeyer, »Köln 9. Juni 2004«, 2020
  • Alex Weise, »Kleidsam durch die Krise«, 2020
  • Anna Franziska Schwarzbach, »Fred und Karl in Paris«, 2020
  • Harald Kretzschmar, »Die Bewegten«, 2021

So, 23.05.2021

Ausriss aus junge Welt vom 22./23./24. Mai, Screenshot von www.neues-deutschland.de vom 21.Mai, Ausriss aus "Der Freitag" vom 20. Mai und "Berliner Zeitung" vom 19. Mai 2021

Nichts hat sich erledigt

Mit diesem Titel von Michael Hameter ist einer der vielen Artikel überschrieben, mit denen der Pirckheimer Harald Kretzschmar zu seinem heutigen 90. Geburtstag gewürdigt wird. Ein anderer Artikel in neues deutschland zum langjährigen Zeichners dieser Zeitung bis zur »­Verjüngung« im letzten Jahr, diesmal von Hans-Dieter Schütt, titelt: "Er trifft, aber erledigt nicht". Schütt begründet das: "Dieser Künstler schaut nicht herab, sondern hin, nicht von oben, sondern eher von der Seite, die ihm niemals bloß Bilderbuch- oder Kehrseite ist. Heimlich schauen, ohne zu stören? Respekt nennt man das. Sezieren, ohne ins Fleisch zu schneiden. [...] Kretzschmars Witz trifft, aber erledigt nicht."

"Harald Kretzschmar, der sich seit 1955 zu den freien Mitarbeitern der Satirezeitschrift Eulenspiegel rechnen durfte und bis 1991 zum festen Stamm der Zeichner dort gehörte, bleibt beim Wikipedia-Eintrag vom Eulenspiegel unerwähnt." konstatiert Michael Hameter in Der Freitag (20. Mai 2021) resignierend, gleichzeitig mit der Feststellung, mit seinem Artikel Harald Kretzschmar als einen "der prominentesten, profiliertesten, potentesten Porträtkarikaturisten Deutschlands" zu würdigen. Er schreibt: "Die DDR war nur ein Teil seines Lebens, gut, sie war der Mittelteil. Es bleiben 30 Jahre bis heute mit Stapeln von Karikaturen und literarischen Porträts in einer Handvoll Bücher."
Für Ingeborg Ruthe (Berliner Zeitung, 19. Mai) ist für den "Mienen- und Posen-Leser", den Eulenspiegel-Karikaturisten, Graphiker und Feuilletonisten Harald Kretzschmar auch erwähnenswert, dass er als einstiger Leiter der Sektion Karikatur im VBK der DDR Mitbegründer des Satiricum Greiz war, "zu DDR-Zeiten eine mutige Instanz der stillen kulturellen Auflehnung" - Kretzschmar selbst sieht diese Auflehnung vielleicht etwas differenzierter: In Der Freitag wird die Würdigung seiner Person mit dem Aufmacher angekündigt: "Harald Kretzschmar kennt sich mit Zensur aus" (S. 17) um ihn dann zu zitieren: er nennt Zensur eine "Irrtumsvokabel" (S. 19).
Harald Kretzschmar stellt klar: "Karikieren heißt Charakterisieren! Viele denken: Karikieren habe etwas mit Verzerren zu tun. Je größer die Nase, je besser das Porträt." Er sieht sich im Spiegel eines Kollegen, wenn er über den berühmten E. O. Plauen schreibt: „Erstens geht es um das skizzenhafte Aufspüren von Wesentlichem mittels Strich und Linie und zweitens um das abstrahierende Auf-den-Punkt-Bringen."
Hameter schreibt weiter: Harald Kretzschmar "hat über die, die seinen Weg gekreuzt haben, Bücher gemacht. Jetzt kam ihm zugute, dass er seit den 70er Jahren seine Karikaturen selbst mit Unterschriften versehen hatte: kleine Porträts. Anfangs zehn Zeilen. langsam entwickelten sich daraus literarische Porträts. In Buchform lauten ihre Titel: »Wem die Nase passt« (2001), »Paradies der Begegnungen« (2010), »Mimen und Mienen« (2011), »Treff der Originale« (2016) und zuletzt [der allen Pirckheimern als Jahresgabe bekannte Titel] »Stets erlebe ich das Falsche« (2017). Der Pirckheimer Andreas Wessel bemerkt dazu in der gestrigen Wochenendausgabe der Zeitung junge Welt: "Harald Kretzschmar [hat uns] mit seinem »alternativen Künstlerreport« [...], in dessen Biographien sich immer auch sein eigenes Künstlerleben spiegelt, vielleicht ein paar Körnchen der Wahrheit geschenkt, welche öffentlich besoldete Geschichtsdeuter so mühsam zu verdecken bemüht sind. Wer nachzudenken (oder auch einfach nur zu denken) bereit ist, findet hier eine heiter-ernste und unbedingt ehrliche Selbstbefragung über die Möglichkeiten und Grenzen von Kunst und Künstlern im Wandel der Gesellschaft." Hameter ergänzt: "Zum genauen Strich setzt er das präzise Wort. Er hat mit seinen »nachgerufenen Hinterherbemerkungen« etwas Großartiges geschaffen: ein Archiv der Originale. Für Originale besitzt er einen Nerv. Ist er doch selbst eines."

Schließen wir uns den Wünschen von Hans-Dieter Schütt an unser Mitglied an: "Harald, herzlichen Glückwunsch! Kraft! Für weitere Übertreibungen - in Richtung der Wahrheit."

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Sa, 13.03.2021

Harald Kretzschmar: »Die Bewegten«, 2021, vierfarbiger Siebdruck (Serigraphie) auf Munken Print Cream (300 g/m²), gedruckt in der Werkstatt R. Slotta (Berlin), Blatt: 29 x 20 cm

Harald Kretzschmar: »Die Bewegten«

Über die sechste Grafik der von ihm betreuten junge Welt-Kunstedition »Die Bewegten« des langjährigen Pirckheimers Harald Kretzschmar schreibt Andreas Wessel, ebenfalls Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, in der heutigen Tageszeitung:

"Wer dreht am Rad? Oder: Wer wird gedreht? Wollen alle drehen, oder ist es nicht auch mal ganz schön, einfach gedreht zu werden, Rädchen im Räderwerk, der Zukunft zugewandt? Ist es Menschenwerk, oder dreht hier doch der Wind der Geschichte, dem kein noch so starker Arm Einhalt gebieten könnte? Vielleicht ist es der Sturm, der den Angelus Bovus von Paul Klee, den Engel der Geschichte, wie ihn Walter Benjamin nennt, fortbläst und von dem er 1940 schreibt: »Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.« Hauptsache, alle haben Spaß dabei."

(Andreas Wessel)

»Das Leben, ganz besonders das künstlerische Leben, das war unglaublich schöpferisch, wer wollte, konnte etwas leisten. Aber deine Generation [die des Andreas Wessel] und die noch Jüngeren haben das ja jetzt wahnsinnig schwer, überhaupt etwas zu schaffen. Irgendwie braucht diese Gesellschaft gar nichts mehr – auch künstlerisch. Das macht mir ja auch immer noch Mut, mich so viel mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, weil ich merke, dass die Gegenwart – die nun schon 30 Jahre lang anhält – von der künstlerischen Ernte her so mager ist. Aber das geht ja schon bei der Auftragsvergabe los. Dass diese Gesellschaft überhaupt keinen Ehrgeiz hat, ein künstlerisches Bild von sich zu hinterlassen!«

(Harald Kretzschmar)

Sa, 02.01.2021

Manifest-Illustrationen von Lea Grundig

Auf der letzten stattgefundenen Leipziger Antiquariatsmesse (2019) machte der Verlag 8. Mai beim Antiquariat Walter Markov einen besonderen Fund, einen grauen Umschlag, rot beschriftet: »Manifest der KP 1969 / – nicht veröffentlicht – « mit Andrucken des Dietz-Verlags für Illustrationen von Lea Grundig (1906 - 1977) zum »Manifest der Kommunistischen Partei«.

Der Pirckheimer Andreas Wessel forschte zu den Hintergründen der teilweise bislang unbekannten Tafeln von Lea Grundig und dieser Mappe aus dem Keller des Bonner Antiquariats:
1966 trat der Dietz-Verlag an Lea Grundig mit dem Vorschlag heran, Illustrationen für diese Ausgabe des Manifests zu schaffen. Dem Vertrag ist zu entnehmen, dass diese »Sonderausgabe« mit »12 farbige Zeichnungen« 1968 erscheinen sollte. Lea Grundig konzentrierte sich auf diese Arbeit, stellte andere Projekte in den Hintergrund: »Ich wollte die Wahrheit des Kommunistischen Manifestes darstellen an den Ereignissen unseres Jahrhunderts. Es sollten also keine Illustrationen des Textes sein, der 1848 geschrieben wurde, sondern die künstlerische Beweisführung für seine Gültigkeit in unserer Gegenwart.« Die großformatigen Blätter waren, wie man es bei Lea Grundig weniger kennt, ungewöhnlich farbig, in zwei Fällen sogar mit Blattgold, ein Blatt entstand mit Collageelementen, eine Technik, mit der Lea Grundig offensichtlich der damaligen Formalismus-Aburteilung trotzte.
Bislang konnte nicht geklärt werden, woran die Veröffentlichung dieser Publikation scheiterte, was im Februar 1970 im ZK der SED endgültig besiegelt wurde. Sicher war auch der bewusste Bruch mit der damals herrschenden Kunstauffassung dafür maßgeblich oder auch eine 1967 erschienene (weitere) Ausgabe des Manifests mit Illustrationen von Frans Masereel, aber auch die seinerzeitigen drucktechnischen Möglichkeiten, so die Einarbeitung von Blattgold und die damit verbundenen Kosten können für das Scheitern des Projekts den Ausschlag gegeben haben.

Umso mehr ist es zu begrüßen, dass im Jahr des 200. Geburtstages von Friedrich Engels diese Ausgabe nun doch noch erschien, 52 Jahre nach der aus Anlass des 120. Jahrestag der Erstveröffentlichung des Manifests geplanten Edition. Die Illustrationen von Lea Grundig werden damit erstmals und in bester Qualität komplett veröffentlicht (nur bei Volk und Wissen gab es in den 70gern den ungeschickten Versuch, einige Tafeln für Schulen zu publizieren). Damit schließt der Verlag 8. Mai nicht nur eine Lücke der Verlagstätigkeit der DDR, sondern hält mit dieser bemerkenswerten Publikation die international beachtete Künstlerin und langjährige Präsidentin des VBKD in würdiger Erinnerung.

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Lea Grundig, Elfteiliger Bildzyklus zum Manifest der Kommunistischen Partei von Karl Marx und Friedrich Engels,
Einl.: Dietmar Dath, Nachwort: Andreas Wessel
128 S., Fadenheftung, Lesebändchen
Verlag 8. Mai, Berlin 2020
Nummerierter Sonderdruck für Subskribenten, 100 Expl., Ln. mit SchU., vergriffen
Normalausgabe, gebunden, 22,90 €
ISBN 978-3-931745-41-7

Sa, 07.03.2020

Joachim John: »Bilder zur Zeit«

Die jW-Ladengalerie zeigt derzeit politische Malerei, Druckgraphik und Zeichnungen des ehemaligen Pirckheimers Joachim John (1933 - 2018).

„Ich will nicht recht haben!", schreibt John 2003. „Ich erschrak, weil ich mich der Aufklärung verpflichtet fühle, weil ich betroffen bis angewidert von Esoterikern und der Gegenaufklärung bin, die wie eine größere Welle des Krakatau um die ganze Erde schwappt. Global. Der Zusammenbruch des Sozialismus hat die Gegenaufklärung ermächtigt und ließ sie zur Sturmflut werden. Ihre darüber noch herausragenden turmhohen Wogen sind die Aggressionskriege."

Kaum ein Künstler heute ist so sorgfältig, zart und deutlich im Umgang mit unserer Geschichte wie John. Die druckgrafischen Zyklen „Thomas Müntzer" und „América Latina", die in der Ladengalerie auch zu sehen sind, zeugen von Johns Studium wissenschaftlicher und künstlerischer Literatur, sie weisen in ihrer Gestaltungskraft auf uns. 1985 erhielt John den Käthe-Kollwitz-Preis, seit 1986 ist er Mitglied der Akademie der Künste. Ein Zurücklehnen in die Historie oder auf schon Erreichtes ist für John jedoch undenkbar. So schreibt er in einer Neujahrskarte 2009:
»wenn die pole schmelzen / laufen wir auf stelzen // wenn die wälder sterben / könn wir brennholz erben // wenn die wasser steigen / auf zum nixenreigen // wenn alle alles wüssten / wärn alle kommunisten«

Ausstellungseröffnung:5. März 2020, 19 Uhr, Einführung Andreas Wessel
Dauer der Ausstellung ist noch nicht bekannt

jW-Ladengalerie
Torstr. 6, 10119 Berlin

Mo, 30.09.2019

Prof. Roland R. Berger, Foto © Abel Doering

außer der Reihe

Seit dem 5. September ist in der jW-Ladengalerie eine Ausstellung mit Graphiken von Roland Berger zu sehen, mit denen der Pirckheimer wie zuvor bereits in der Eremitage Gransee Größen der Malerei wie Michelangelo, Dürer, Kandinsky, Bill, Malewitsch, Warhol, Mattheuer, Metzkes und anderen seine "Reverenz" erweist, siehe hier.

Pirckheimer können jetzt auf eine Führung durch den Künstler und Gespräche mit Roland Berger gespannt sein - die Berlin-Brandenburger Regionalgruppe wird die Ausstellung in einer kurzfristig dem Jahresprogramm hinzugefügten Veranstaltung besuchen.

9. Oktober 2019, 16.30 Uhr

jw-Ladengalerie
Torstraße 6, 10119 Berlin

Do, 05.09.2019

Michael Mäde, jW-Ladengalerie und die Pirckheimer Andreas Wessel und Roland R. Berger (von lks. nach rechts), Foto © Abel Doering

Reverenzen eines Pirckheimers 2.0

Heute wurde die Ausstellung "Reverenzen" des Pirckheimers Roland R. Berger, gegenüber der Präsentation in der Eremitage um einige Linolschnitte erweitert, in der jW-Ladengalerie eröffnet. Kuratiert wird die Ausstellung durch unser Mitglied Andreas Wessel.
Da aufgrund des morgen in Mainz startenden Jahrestreffens nur wenige Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft dabei sein konnten ist geplant, der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg einen geführten Besuch der Ausstellung anzubieten.

5. September - 8. November 2019

jW-Ladengalerie
Torstr. 6, 10119 Berlin

Sa, 31.08.2019

Roland Berger, Reverenz vor … Hermann Glöckner, 1988 | Kurt Schwitters, 2016 | Jackson Pollock, 2013 | Max Beckmann, 2017 | Victor Vasarely, 2019 | Fernand Léger, 2019 (Fotos Abel Doering)

Reverenzen eines Pirckheimers

Mit einer Ausstellung in der jw-Ladengalerie erweist der Pirckheimer Prof. Roland Berger erneut Größen der Malerei wie Michelangelo, Dürer, Kandinsky, Bill, Malewitsch, Warhol, Mattheuer, Metzkes und anderen seine "Reverenz", wie er es bereits im April und Mai in der Eremitage Gransee tat.
Einfühlsam deutet er seit nunmehr gut 50 Jahren mit Graphiken, zumeist als Linolschnitt, das Werk dieser Künstler neu.und nimmt, teilweise mit neuem gesellschaftlichen Hintergrund und auch einem humorvollen Ernst, Bezug auf das Werk dieser Künstler. So verreckt etwa der "Sklave" von Michelangelo hinter der Windschutzscheibe eines verunfallten Luxusautos oder Warholds blecherne "Soup-Büchsen" werden zu Pfandflaschen einer DDR-Marke. Dabei interpretierte der Künstler Themen, künstlerische Aussagen, Linienführung und Bildaufbau in seiner eigenen Art neu.

Eröffnung: 5. September 2019, Eröffnung: Andreas Wessel. Es spricht: Roland R. Berger
Ausstellung: 6. September - 8. November 2019

jw-Ladengalerie
Torstraße 6, 10119 Berlin

So, 07.07.2019

Ausriss mit der Abb.: Marc Gröszer, o.T. (2019), dreifarbige Serigraphie auf Zerkall-Bütten

jW-Kunstedition

Vor einigen Monaten besann sich die Pirckheimer-Gesellschaft mit der Edition Pirckheimer oder die Büchergilde Gutenberg mit dem Einsteigerpaket wieder auf die Tradition bereitgefächerter Editionen zeitgenössischer Druckgraphik und jetzt auch die junge Welt, die sich bereits in den 1970ern damit hervortat: Die seinerzeit auflagenstärkste Publikation der DDR bot schon damals regelmäßig, wie auch der dortige staatlichen Kunsthandel, kostengünstig signierte Originalgraphiken in limitierten Auflagen an, u.a. neben dem Kupferstich "Lehrblatt" von Baldwin Zettl auch den Linolschnitt "Hochdrucklehrblatt" des Pirckheimers Roland Berger (siehe Kunst für alle).

Die neu ins Leben gerufene neue Graphikreihe der Tageszeitung eröffnet der Berliner Künstler Marc Gröszer mit einem dreifarbigen Siebdruck. Marc Gröszer wurde 1973 geboren und datiert den Beginn seines Werkes auf 1987. Nach einer eine Steinmetzlehre ab 1990 folgte 1994 ein Studium der Bildhauerei an der Kunsthochschule Weißensee, er erlangte 2001 ein Diplom für Freie Kunst und war bis 2003 Meisterschüler bei Inge Mahn und Berndt Wilde.

Der von Marc Gröszer geschaffene Siebdruck hat wie alle anderen Werke der Edition eine Auflage von 250 Exemplaren, von denen 200 in den freien Verkauf gehen. Alle Blätter der Edition erhalten einen Stempel im Blinddruck und das Blattmaß wird mit einer für den Wechselrahmen handhabbaren Größe von 20 x 29 cm einheitlich sein. Falls der Künstler nicht selbst druckt, entsteht die Graphik in enger Zusammenarbeit mit einem Drucker, für das erste Blatt der Kunstedition mit dem Berliner Siebdrucker Reiner Slotta.

Kurator der Edition ist der Pirckheimer und ausgewiesene Experte für Druckgraphik Andreas Wessel. Auf einer, in der Wochenendausgabe erscheinenden Doppelseite der Zeitung, werden der Künstler, sein Werk und das Vorhaben insgesamt vorgestellt. Geplant ist zunächst die Veröffentlichung von drei Blättern pro Jahr, die, ohne Gewinnerzielungsabsicht, zum Einzelpreis von 28 Euro (+ Porto) angeboten werden und auch im Abonnement zu beziehen sind.

Bestellung des Blattes "Marc Gröszer, o.T."
Abo-Bestellung der Graphikedition

Di, 30.04.2019

Harald Kretzschmar, 2009, Wo wir sind, ist die Kultur!, Tusche (Feder, Pinsel), farbige Pastellkreide | © Harald Kretzschmar
Harald Kretzschmar, 2009, Wo wir sind, ist die Kultur!, Tusche (Feder, Pinsel), farbige Pastellkreide | © Harald Kretzschmar

Der Bildwitz der Geschichte

Die Ladengalerie junge Welt stellt von Harald Kretzschmar Zeichnungen, die zwischen 1989 und 2019 entstanden sind, vor. Die Ausstellung mit dem Titel "Der Bildwitz der Geschichte" wird um 19 Uhr eröffnet.
Die Ausstellung wird eröffnet von Stefan Huth (jW), es spricht der Pirckheimer und Kurator Andreas Wessel.

Eröffnung: 7. Mai 2019, 19 Uhr
Ausstellung: 7. Mai - 16. Juni 2019

Ladengalerie der jungen Welt
Torstraße 6, 10119 Berlin

Mi, 27.06.2018

Arno Mohr

In der Galerie der Berliner Graphikpresse läuft noch bis zum 20. Juli 2018 die Ausstellung "Arno Mohr - Das druckgrafische Werk".
Zur Finissage der Ausstellung wird der Pirckheimer Andreas Wessel mit dem langjährigen Drucker von Arno Mohr, Dieter Béla, das Werkverzeichnis vorstellen und eine Vorzugsausgabe dieses Werkverzeichnisses zur Subskription anbieten.
 


Aufgrund der begrenzten Platzzahl wird um Reservierung per Telefon oder Mail gebeten.

Ausstellung: 13. Juni - 20. Juli 2018
Finissage:  20. Juli 2108, 18 Uhr

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin

Do, 14.06.2018

Andreas Wessel, Sabine Ulber, Ilse Klein, Foto © Abel Doering
Foto © Marlene Aulich
Andreas Wessel (lks) im Gespräch mit Abel Doering, Foto © Marlene Aulich

Das druckgrafische Werk von Arno Mohr

Der Pirckheimer Andreas Wessel sprach gestern Abend in der Galerie der Berliner Graphikpresse zur Eröffnung einer Präsentation des druckgrafischen Werks von Arno Mohr über das Schaffen und den Werdegang dieses Künstlers, über den er in Kürze ein Werkverzeichnis veröffentlichen wird, einen Maler, Grafiker und "Meister" der Druckkunst, der wie wenige maßgeblich für die Bildende Kunst der DDR war. Ein Vortrag, der erhellendes zeigte über die Anfänge der Berliner Kunsthochschule Weissensee, die Formalismusdebatte, über Tragik und Erfolg von Mohr, René Graetz und auch das letztliche Scheitern anderer, wie Horst Strempel.
Diese Ausstellung in der Galerie von Sabine Ulber ergänzt hervorragend die zur Zeit die in der jw-Ladengalerie laufende und bis zum 23. Juni verängerte Ausstellung zu frühen druckgrafischen Werken von Arno Mohr, siehe hier, in welcher bislang nie gezeigte Arbeiten des Künstlers zu sehen sind.
Zur Finissage der Ausstellung wird Andreas Wessel mit dem langjährigen Drucker von Arno Mohr, Dieter Béla, das Werkverzeichnis vorstellen und eine Vorzugsausgabe dieses Werkverzeichnisses zur Subskription anbieten.
Aufgrund der begrenzten Platzzahl wird um Reservierung per Telefon oder Mail gebeten.

Ausstellung: 13. Juni - 20. Juli 2018
Finissage:  20. Juli 2108, 18 Uhr

Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6, 10247 Berlin

Di, 17.04.2018

Arno Mohr - Werkverzeichnis Druckgrafik

Zur Finissage der Arno-Mohr-Ausstellung in der jW-Ladengalerie am 22. Juni wird Andreas Wessel die Manuskriptfassung eines lang überfälligen Werkverzeichnises der Druckgrafik dieses Künstlers vorstellen. Es dokumentiert mehr als 800 Grafiken und bietet damit erstmals die Möglichkeit, Entwicklungen von Gestaltungsmitteln und -techniken, Motiven und Themen über fünf Dekaden nachzuvollziehen.

Arno Mohr (1910–2001) gehörte zu den prägenden Figuren der ostdeutschen Nachkriegskunst. In einem Plakat zum 1. Mai 1946 gelang dem bis dahin völlig unbekannten Künstler, der gerade aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, die Empfindungen seiner Zeitgenossen kongenial auszudrücken. Als Maler schuf er 1949 in Kollektivarbeit mit René Graetz und Horst Strempel das legendäre Wandbild »Metallurgie Hennigsdorf«, das bald darauf den ideologischen und ästhetischen Kämpfen der Zeit zum Opfer fiel. Als Professor an der von ihm mitbegründeten Kunsthochschule Berlin-Weißensee lehrte Mohr Generationen von Kunststudenten denken und sehen. Die größte Wirkung, ja sogar Popularität, erlangte er jedoch zweifellos als Grafiker.
Die Verbindung von Handwerk und Kunst in der druckgrafischen Praxis boten ihm ein ideales Arbeits- und Lehrgebiet, das er als »selbstdruckender« Künstler, Werkstattleiter und Lehrer ausfüllte. Die Druckgrafik bildete den Schwerpunkt von Mohrs künstlerischer Arbeit.

Andreas Wessel: Arno Mohr. Werkverzeichnis der Druckgrafik
Lukas Verlag, Berlin 2018
210 x 280 mm, Festeinband, ca. 350 Seiten, ca. 800 Schwarzweißabbildungen und 50 farbige Reproduktionen
ISBN 978-3-86732-284-3
Preis 40,– €