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Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft

Pirckheimer-Blog

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Sa, 27.03.2021

Fritz Kuhr, Radierung, 1939, Fritz und Erna (Kirchner)

kuhrkreis 6

Der kuhrkreis 6 ist erschienen

Ursprünglich trafen sich Freunde des Bauhäuslers Fritz Kuhr unter dem Namen Kuhrkreis. Nun lebt dieser Name in einer unregelmäßig erscheinenden Publikation weiter.

Heft Nr. 6 beschäftigt sich mit dem Ulenspiegel von 1947 und der Funktion von Fritz Kuhr als Typograf dieser Zeitschrift.

Stichworte sind: E. L .Lirchner, Josef Hegenbarth und Frans Masereel.

Der kuhrkreis 6 kann hier heruntergeladen werden.

Fr, 26.03.2021

MARIKA VOSS, Jahreszeiten, 3 Faltbücher mit je 3 Lithografien, Bleisatz, auf Karton kaschiert, Einband: schwarzes Leinen auf Pappelsperrholz kaschiert; 40 x 30 cm; Bronzemedaillon 9,5 cm, Aufl. 21 Expl.

Ein Künstlerbuch für die Staatsbibliothek zu Berlin

Mit der Berliner Künstlerin Marika Voss verbindet unser Mitglied Neuhauser Kunstmühle eine langjährige Zusammenarbeit. Die Neuhauser Kunstmühle hat im Jahr 2009 mit ihr ein Künstlerbuch editiert, das eigentlich das zentrale Stück Ihrer grafischen Arbeit ist.

Ein solches Buch sollte wohl in zentralen Bibliotheken vertreten sein. Die Staatsbibliothek zu Berlin hat auch großes Interesse am Erwerb eines Exemplars, verfügt aber über kein oder nur ein so minimales Budget, dass ihr ein Ankauf nicht möglich ist.

Um die Übergabe eines Exemplars des Buches an die Bibliothek zu ermöglichen, wurde ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen. Die Neuhauser Kunstmühle wendet sich nun hiermit an die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft und bittet, dieses Projekt durch einen frei gewählten Beitrag zu unterstützen. Unterstützer können unter vielen Druckgrafiken von Marika Voss als „Dankeschön“ wählen. Diese Blätter wurden aus den Beständen der Neuhauser Kunstmühle in das Projekt eingebracht. Nur wenn die gewünschte Finanzierungssumme von 3.150 € erreicht ist, werden die Beträge abgebucht.

Finanzierungszeitraum: 26. März - 25. April 2021

Unterstützen

Mi, 24.03.2021

Herbert Holzing: Krabat, Arena -Verlag, Würzburg 1971

HERBERT HOLZING

EINE SAMMLUNG VON BILDERN IM BUCH

Die erste Krabat-Ausgabe von Otfried Preußler erschien 1971 und wurde aufgrund der großen Nachfrage 1976 als Prachtausgabe neu aufgelegt. 2005 legte der Thienemann Verlag eine weitere Ausgabe des Erfolgsromans auf und setzte damit auf ein Buch, das sich bereits als Klassiker im Kinder- und Jugendbuchbereich etabliert hatte. Dabei war es nicht nur der Text, der die kleinen und großen Leser begeisterte. Vielmehr beeindruckten auch die Illustrationen, die der Künstler und Illustrator Herbert Holzing den Buchzeilen hinzugefügt hatte.

Tatsächlich hatten Otfried Preußler und Herbert Holzing schon für das Buch Die Abenteuer des starken Wanja, das 1968 publiziert wurde, zusammengearbeitet. Seit dieser Zeit verband die beiden Männer eine innige Freundschaft, aus der zahlreiche gemeinsame Buchpublikationen entstammten. Das bis heute bekannteste ist sicherlich Krabat.

Im Dezember 2008 übernahm das Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf große Teile des Bildnachlasses Herbert Holzings. Dazu zählen viele Illustrationen, die Herbert Holzing in Zusammenhang mit den Texten Otfried Preußlers schuf, aber auch zahlreiche weitere Bilder, die Texte herausragender Autoren begleiteten. Zu nennen sind hier u.a. Willi Fährmann oder Lloyd Alexander. In einer Überblicksschau werden diese Illustrationen zum ersten Mal zusammenhängend der Öffentlichkeit präsentiert.

Ausstellung: März - August 2021, Anmeldung erforderlich

Burg Wissem - Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Di, 23.03.2021

OTFRIED PREUßLER - HOTZENPLOTZ & CO.

Wer kennt sie nicht? Der Räuber Hotzenplotz, Die kleine Hexe, Der kleine Wassermann oder Krabat – Bücher verfasst von Otfried Preußler, der mit seinen Figuren und Geschichten Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur schuf, die seit über einem halben Jahrhundert sehr erfolgreich auf dem Buchmarkt bestehen. Seine mehr als 35 Bücher mit einer Gesamtauflage von mehr als 50 Millionen Exemplaren begeistern auch heute noch kleine und große Leserinnen und Leser weltweit.

Zu Otfried Preußler als Autor und seinem literarischen Schaffen wurde über die Jahre hinweg viel geschrieben. Die Bilder zu seinen Geschichten blieben jedoch immer im Hintergrund. Diesen widmete sich die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen erstmalig im Herbst 2020. In unmittelbarer Folge übernahm das Bilderbuchmuseum Troisdorf große Teile dieser Ausstellung.

Zu sehen sind in Europas einzigartigem Museum für künstlerische Bilderbuchillustration Originale von F.J. Tripp, der dem Räuber Hotzenplotz sein unverwechselbares Aussehen verlieh, aber auch Illustrationen zu dem Buch Das kleine Gespenst schuf. Die Zeichnerin Winnie Gebhardt ist mit Bildwerken rund um Die kleine Hexe oder Der kleine Wassermann vertreten. Moderner wird es mit den Illustrations-Kolorierungen von Daniel Napp oder Mathias Weber. Jan Peter Tripp schuf u.a. freie Arbeiten zum Thema „Hotzenplotz“ ebenso wie Julian Sonntag, der eine Street-Art- und Fotografie-Serie im Ruhrgebiet zu dem berühmten Räuber entwickelte.

Zahlreiche Mitmachstationen begleiten die Ausstellung und machen sie zu einem besonderen Erlebnis.

Ausstellung: März - August 2021, Anmeldung erforderlich

Burg Wissem - Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf
Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Fr, 19.03.2021

NACHKLÄNGE zum AUSKLANG

30 Jahre Künstlerbuch
Almanach COMMON SENSE 1989 - 2018

NACHKLANG 5

Jürgen Brodwolf, Richard Pietraß, Wolfram Adalbert Scheffler, Friedemann Hahn, Thomas Florschuetz, Jan Kuhlbrodt, Volker Lehnert, Christian Lehnert, Markus Daum, Wolfgang Troschke

NACHKLANG 6

Felix Droese, André Schinkel, Max Uhlig, Michael Augustin, Thomas Rosenlöcher, CW Loth, Peter Bömmels, Reinhard Stangl, Andreas Maier, Helge Leiberg

die nachklang-hefte 5 + 6 sind fertig - auflage je 30 exemplare
es folgen noch die hefte 7 + 8  (in arbeit)
dann ist der komplex nach 33 jahren beendet …

… schlußritzeaus …

(ulrich tarlattedition augenweide)

siehe auch NACHKLANG 1 - 4

Do, 18.03.2021

Thomas Glöß, Wolfgang Zumpe und Evelin Krüger (v.l.) beim Aufbau der Ausstellung des Leipziger Bibliophilen-Abends im Literaturhaus. Ab Mittwoch kann sie nach Anmeldung besichtigt werden. © André Kempner, LVZ

Stammtisch gebildeter Spezialsten

Unter diesem etwas unglücklich gewähltem Titel veröffentlicht die Leipziger Volkszeitung einen Bericht über eine Ausstellung des Leipziger Bibliophilen-Abend, der mit dieser Präsentation, siehe hier, den 30. Jahrestag seiner Wiedergründung feiert.
Die Leipziger Bibliophilen sehen sich keineswegs als elitären oder exklusiven Stammtisch. So heißt es auch im Artikel "Was die mehr als 200 Mitglieder des Vereins zusammenführt, sind: die Affinität für das schöne Buch, die Buchkunst, die grafische Gestaltung, für die Typografie, den exzellenten Druck, den erlesenen Einband - und das Bestreben, Buchkunst zu fördern. Das entspricht den Intentionen des ersten Leipziger-Bibliophilen-Abends", der, 1904 gegründet, nach Unterbrechung seines Bestehens während des Nationalsozialismus in der DDR als Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft existierte.

Zur Ausstellung im Literaturhaus Leipzig haben die Mitglieder "Grafik, Plastik, angewandte Kunst und natürlich Bücher ausgewählt." Darunter "eine originale Seite der Schedel´schen Weltchronik, ... Buchgrafiken von Lesenden, ... Hanna Studnitzkas Entwurf der Lesenden-Plastik, ... Frans Masereels Holzschnitt Lesender Arbeiter ...".
Jedoch, "nicht nur mit seiner Ausstellung zielt der neue LBA auf eine breite Öffentlichkeit. Auf Leipziger Buchmessen ist der Verein, der im Literaturhaus Leipzig seine Heimat hat, mit einem eigenen Stand vertreten. Mit Veranstaltungen ist er Monat für Monat präsent, sobald es wieder erlaubt ist. Geplant sin ein Gespräch in der Hochdruckwerkstatt im Leipziger Westen am 1. Juni, ein Abend zu bibliophilen Erstausgaben Friedrich Dürrenmatts in der Deutschen Nationalbibliothek am 2. September und ein Vortrag über den Leipziger Verleger Otto Spamer am 5. Oktober im Literaturhaus."

(zitiert aus LVZ, Eckehart Schulreich, 17.3.2021)

Di, 16.03.2021

ERSTER BRANDENBURGER BILDERBOGEN

Anlässlich des Tages der Druckkunst 2021 hat die Galerie „Sonnensegel“  befreundete Künstler eingeladen, den „ERSTEN BRANDENBURGER BILDERBOGEN“ mitzugestalten. Sechzehn mehrfarbige Originalgrafiken, welche den Begriff „Karambolage“ illustrieren, wurden im Gutenberg-DRUCKLADEN zu einem Bilderbogen vereint. Das Spektrum der Wortdeutung ist breit: da stoßen abstrakte auf realistische Formen, „karambolieren“ Männer, Frauen, Katzen, Fische und ja, auch das Corona-Virus, wurde druckgrafisch kommentiert.

Der Wettergott hatte wenig Erbarmen, aber die kleine Pause zwischen zwei Regenschauern reichte für ein Gruppebild unter Einhaltung der Abstandsregeln. Elf von sechzehn beteiligten Künstlern stellten den BILDERBOGEN (50 x 70 cm) mit Arbeiten von Jan Beumelburg, Dietmar Block, Marina Block, Matthias Frohl, Jeannette Goldmann, Frieder Heinze, Sabine Herrmann, Nancy Jahns, Tobias Jacob, Constanze Kreiser, Ruth Loibl, Sven Märkisch, Paul Pribbernow, Christian Radeke, Martina Stein und Gertrud Zucker vor, der ab sofort zum Preis von 35 Euro im DRUCKLADEN der Galerie Sonnensegel erhältlich ist.

Auseinandergeschnitten wären das 16 Künstler- Postkarten – aber zum Zerlegen ist der Druckbogen eigentlich viel zu schade…

(Matthias Frohl)

Sonnensegel e.V.
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg a.d. Havel

Mo, 15.03.2021

Virtuell - Rund um den Tag der Druckkunst

Rund um den heutigen „Tag der Druckkunst“ zur Aufnahme der Drucktechniken als Immaterielles Kulturerbe organisieren Museen, Galerien und Druckwerkstätten in ganz Deutschland eine Vielfalt an Aktivitäten zur Vermittlung der Druckkunst.

Das Museum für Druckkunst, beteiligt sich unter dem Motto „Rund um den Tag der Druckkunst“ seit dem 12. März 2021 mit einem tollen Programm auf Facebook und YouTube.

Tag der Druckkunst: 15. März 2021

Sa, 13.03.2021

Harald Kretzschmar: »Die Bewegten«, 2021, vierfarbiger Siebdruck (Serigraphie) auf Munken Print Cream (300 g/m²), gedruckt in der Werkstatt R. Slotta (Berlin), Blatt: 29 x 20 cm

Harald Kretzschmar: »Die Bewegten«

Über die sechste Grafik der von ihm betreuten junge Welt-Kunstedition »Die Bewegten« des langjährigen Pirckheimers Harald Kretzschmar schreibt Andreas Wessel, ebenfalls Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, in der heutigen Tageszeitung:

"Wer dreht am Rad? Oder: Wer wird gedreht? Wollen alle drehen, oder ist es nicht auch mal ganz schön, einfach gedreht zu werden, Rädchen im Räderwerk, der Zukunft zugewandt? Ist es Menschenwerk, oder dreht hier doch der Wind der Geschichte, dem kein noch so starker Arm Einhalt gebieten könnte? Vielleicht ist es der Sturm, der den Angelus Bovus von Paul Klee, den Engel der Geschichte, wie ihn Walter Benjamin nennt, fortbläst und von dem er 1940 schreibt: »Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.« Hauptsache, alle haben Spaß dabei."

(Andreas Wessel)

»Das Leben, ganz besonders das künstlerische Leben, das war unglaublich schöpferisch, wer wollte, konnte etwas leisten. Aber deine Generation [die des Andreas Wessel] und die noch Jüngeren haben das ja jetzt wahnsinnig schwer, überhaupt etwas zu schaffen. Irgendwie braucht diese Gesellschaft gar nichts mehr – auch künstlerisch. Das macht mir ja auch immer noch Mut, mich so viel mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, weil ich merke, dass die Gegenwart – die nun schon 30 Jahre lang anhält – von der künstlerischen Ernte her so mager ist. Aber das geht ja schon bei der Auftragsvergabe los. Dass diese Gesellschaft überhaupt keinen Ehrgeiz hat, ein künstlerisches Bild von sich zu hinterlassen!«

(Harald Kretzschmar)

Do, 11.03.2021

Das Faultier im Pop-up-Wald. Anouck Boisrobert und Louis Rigaud. Jacoby & Stuart, Berlin. Foto: © Klingspor Museum.

Das Faultier im Pop-up-Wald

Corina Bremm vom Klingspor Museum liest das Pop-up-Buch "Das Faultier im Pop-up-Wald" von Anouck Boisrobert und Louis Rigaud.

"Im Faultierwald ist alles grün, überall ist Leben." Doch leider bleibt es nicht so friedlich, denn schon bald kommt der Mensch mit Baggern und Sägen in den Wald. Wer wissen möchte, wie es mit dem Faultier weitergeht, kann sich die Lesung auf dem Youtube-Kanal des Klingspor Museums ansehen. Den Film drehte Simon Malz, das Buch erschien im Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin.

Der Link zum Video findet sich hier.

Do, 04.03.2021

Schachwut

Die Barsbütteler Künstlerin und Pirckheimerin Elke Rehder, deren Arbeiten hier schon mehrfach vorgestellt wurden, wird auch die Graphik zum Jahrestreffen 2021 der Pirckheimer-Gesellschaft in Hamburg schaffen. Elke Rehder wurde 1953 in Hamburg geboren. Ihre Ausbildung erhielt sie 1979-80 an der Heatherley School of Fine Art London, 1991 an der Bundesakademie Wolfenbüttel, u. a. bei Prof. U. Teske und 1992-93 FHS für Kunst und Gestaltung, Hamburg.

2007 erschien von ihr der nebenstehende ein Einblattdruck zur Schachnovelle mit dem Farbholzschnitt "Schachwut" mit einem in Bleibuchstaben gesetztem Zitat aus der Schachnovelle von Stefan Zweig.
Druck auf Lana Bütten. Format: 21 x 29,6 cm. 2007.
Auflage: 100 nummerierte und signierte Exemplare, Elke Rehder Presse

Weitere 360 signierte Exemplare dieses Farbholzschnitts wurden für die Edition Curt Visel, die seit 2002 vom Pirckheimer Jürgen Schweitzer herausgegeben wird, gedruckt.

Mi, 03.03.2021

Schönfärberei !!!

Eine Pressemitteilung von heute lautet: Jugendliche haben im Corona-Jahr 2020 mehr Zeit für das Lesen verwendet als im Vorjahr. ... "Kinder und Jugendliche fürs Lesen zu begeistern, ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft'" sagte die Expertin. 
Neben Eltern, Verwandten und Lehrern sollten sich noch mehr Vertreter und Institutionen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion und Bildung an der Leseförderung beteiligen. Die Stiftung Lesen habe daher gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Nationalen Lesepakt ins Leben gerufen. Zum Auftakt findet heute als digitale Gesprächsrunde der "Nationale Lese-Summit'' statt.

Armin Schubert, Pirckheimer und "Vater" der Bücherkinder Brandenburg bezeichnet diese Meldung als "Schönfärberei !!!" und kann das begründen, denn "Die Stiftung zur Förderung des Ehrenamtes hat dieses Projekt abgelehnt. Und das Kulturminsiterium in Potsdam hat auf Anfragen zur Förderung nicht reagiert." Er schreibt dazu: "Es ist für mich als [...] erfahrener Praktiker in der kulturellen Bildung, als jemand, der sich bewusst auch mit der neusten Forschung auf dem Gebiet der Kognitionsforschung / dem Leseverhalten und der Veränderung im Rezeptions- und Sozialverhalten von uns Menschen des digitalen Zeitalters auseinandersetzt, unverständlich, wenn diese Arbeit von der Kulturpolitik so wenig wertgeschätzt und nur zufällig gefördert wird."

Di, 02.03.2021

Hartmut Andryczuk, Seniorenresidenz Hyperion mit Hölderlin, © beim Künstler

Seniorenresidenz Hyperion mit Hölderlin

"Höderlin sieht in einer Talk-Show Ingmar Hoerr, den Erfinder des mRNA-Impfstoffs Curevac. Auch der berühmte deutsche Dichter möchte mit dieser Anti-Virensoftware geimpft werden, aber das Gesundheitsamt Tübingen gibt ihm nur einen negativen Bescheid, da er ja als unsterblich gilt.

Seit der Renovierung des Turms bewohnt Hölderlin ein 200 qm Appartement mit Hantelbank, Crosstrainer, Sauna und Solarium in der Seniorenresidenz Hyperion. Jeden Mittwoch besucht ihn Tamara, die eigentlich Lena Brinckmann heisst und eine Germanistikstudentin aus Ludwigsburg ist. Ihren Master möchte sie mit einer Arbeit über den CIS-Trottel Goethe abschliessen. Sie bleibt nicht sehr lange bei Hölderlin, verdient sich durch diese kurze Sexarbeit etwas Geld hinzu und wird für ihre Dienste vom Land Baden-Württemberg bezahlt. 

Hölderlin fragt sich, was die mRNA seiner Gedichte ist und googelt nach Die Liebe. Es erscheint aber nur die Meldung ERROR 404.

Der bekannte Dichter lebt nun seit mehreren hundert Jahren im Lockdown und erinnert sich an die Turmzeit, Verrücktspielen vor Studenten, an den Psychiater Autenrieth und seine Kuren mit Kaltwasserbädern und Quecksilber. Auf dem Flur der Residenz trifft er eine ältere Dame mit Rollator, die ihn an Susette Gontard erinnert.

Der Oberbürgermeister von Tübingen informiert Hölderlin über seinen Plan, die Senioren demnächst mit Flugdrohnen zu den Impfzentren fliegen zu lassen. Er fürchtet, dass 70jährige 80jährige und 80jährige 90jährige anstecken und ihm die Corona-Inzidenz verhageln. Der verfügbare Impfstoff ist aber kein regionales Produkt.

Im Grunde ist Hölderlin aber jetzt ein sehr glücklicher Mensch, der in einem virtuellen Paradies lebt und sich nicht mehr fragen muss, ob er tot oder lebendig ist."

Zeichnungen und Text von Hartmut Andryczuk
Buch als Leporello mit beigelegtem Textheft
Hybriden-Verlag 2021
Bemalter Einband, Buch im Schuber
Auflage: 30 Exemplare
800 €

Mo, 01.03.2021

Rote Wut und Schwarze Galle

Als "Bibliophiles des Monats März" wird hiermit der im Jahr der Wiedergründung des Leipziger Bibliophilen-Abend vor 30 Jahren der erste der Leipziger Drucke vorgestellt: "Eine Anthologie mit Texten zur Zeit von Ulrich von Hutten bis Volker Braun", ausgewählt von Dietmar Keller und mit 3 Holzstichen von Karl-Georg Hirsch ausgestattet. Er wurde von der Leipziger Gruppe der Pirckheimer-Gesellschaft unter Mitarbeit des Instituts für Buchgestaltung der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig herausgegeben.
In der Reihe "Leipziger Drucke" sind bislang 20 Titel, ab #2 jeweils in einer 150ger Auflage und 30 Künstler-Exemplaren erschienen.

"Die Absicht, mit der Herausgabe dieser Drucke an alte Tugenden der Bibliophilengesellschaften anzuknüpfen und gleichzeitig den guten Ruf der Leipziger Buchkunst zu stärken, entstand 1989 - gleichzeitig mit dem Wunsch nach Wiedergründung des Leipziger Bibliophilen-Abends. In dieser Zeit der sich anbahnenden gesellschaftlichen Umbrüche wurden schon neue Denkansätze und Sichtweisen deutlich, welche die Gesellschaft aus der auch geistigen Erstarrung zu befreien suchten. Erst im Rückblick läßt sich ermessen, welch maßgebliche Bedeutung dabei der Rückbesinnung und Neubewertung gemeinsamer Geschichte und Kultur zukam.
Die hier vorliegende Textauswahl spiegelt diese Suche nach neuen Standpunkten, den Versuch, durch Befragung der Vergangenheit Halt auf (schon oder noch) unsicherem Grund zu finden. (Wie Sie sehen, ist auch die typographische Gestaltung »aus dem Gleichgewicht« geraten!) Insofern ist der wichtigste Vorzug dieser Anthologie ihre historische Authentizität; sie hält die geistige Befindlichkeit in der kurzen Etappe der »Erfahrung der Freiheit« (Volker Braun) fest.
Dieser Druck sollte ... bereits 1990 das Licht der Öffentlichkeit erblicken, aber die Vorfinanzierung durch unseren (nahezu mittellosen) Bibliophilenverein erwies sich als sehr schwierig, nachdem die Währungsunion unsere Bestände halbiert hatte.
"

(Herbert Kästner im Ersten Rundbrief an die Subskribenten der Leipziger Drucke, 22.12.1991)

lt. Impressum erschienen: Leipzig 1990 [tatsächlich jedoch 1991]
34 S., 6 Bl. in Blockbuchform 182 x 156 mm,
Pappe in Schuber
200 arab. num. und sign. Exemplare, sowie 60 röm. num. und sign. Künstlerexemplare
Die Nummern 1 - 10 mit einer beiliegenden Handzeichnung von Karl-Georg Hirsch
Gestaltung: Gert Wunderlich
Bleisatz: Offizin Andersen Nexö, Leipzig
Schrift: Dante-Antiqua
Druck des Textes und der Holzstiche, Schwarz auf rot und gelbem Papier, von den Originaldruckstöcken: Philipp Heinze in den Werkstätten der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Fertigung des Handeinbands: Ludwig Vater, Jena

Sa, 27.02.2021

Eberhard Hartwig: Faszination Druckkunst. Holzschnitt, 29,7 x 42 cm

Tag der Druckkunst

Zum Tag der Druckkunst, der aus Anlass der Aufnahme die traditionellen Drucktechniken in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission am 15. März 2018 sind auch in diesem Jahr wieder verschiedene Veranstaltungen geplant, der allgemeinen Situation geschuldet häufig nur als Schaufensterveranstaltung oder im Internet.

Das Haus der Stadtgeschichte Offenbach und das Klingspor Museum planen eine Veranstaltung, bestehend aus zwei Videoaufzeichnungen mit den renommierten Künstlern und Druckgrafikern Philipp Hennevogl und Eckhard Gehrmann.
Philipp Hennevogl wird dabei Linolschnitte an einer FAG Andruckpresse drucken. Eckhard Gehrmann, der auch Mitglied im Vorstand der Internationalen Senefelder Stiftung ist, druckt Lithographien auf einer historischen Kniehebelpresse der Leipziger Maschinenfabrik Karl Krause.
Beide Druckpressen befinden sich in der neu eingerichteten "Druckwerkstatt im Bernardbau", die ein Gemeinschaftsprojekt des Hauses der Stadtgeschichte Offenbach und des Klingspor Museums ist.
Beide Videos werden am Tag der Druckkunst veröffentlicht.

Weitere Veranstaltungen aus anderen Werkstätten werden hier angekündigt.

Tag der Druckkunst: 15. März 2021

Haus der Stadtgeschichte Offenbach
Klingspor Museum Offenbach