Pirckheimer-Blog

Di, 08.06.2021

© Helm Zirkelbach
© Eckhard Froeschlin

Radierungen zur Ausstellung

Zur Ausstellung OH CAPTAIN, MY CAPTAIN In der Galerie Fähre in Bad Saulgau haben beide ausstellenden Künstler, Helm Zirkelbach und Eckhard Froeschlin, jeweils eine Radierung zum Ausstellungsort geätzt und in einer Auflage von 15 Exemplaren gedruckt: einmal eine Gesamtsicht auf die Stadt unter dräuender Gewitterwolke, die andere eine Aufsicht auf den Stadtkern mit den ortstypischen Störchen.

Beide Arbeiten werden während der Dauer der Ausstellung  -  bis 1. August  zu einem Vorzugspreis von je 180 € angeboten (danach 350 €). Beide sind in der Ausstellung zu sehen, und von beiden können Exemplare auch direkt in der Ausstellung erworben werden. Außerdem können die Blätter zum Postversand bei den Künstlern bestellt werden:

- Helm Zirkelbach
Eckhard Froeschlin

Ausstellung: (21. März), verlängert bis Ende Juli 2021, seit 2. Juni 2021 wieder ohne Impf- oder Testnachweis und Anmeldung, aber mit Maske zu besuchen

Städtische Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau
Hauptstr. 102/1 88348 Bad Saulgau

Mo, 07.06.2021

10. TRIENNALE der Karikatur

Unter dem Titel »Das ist jetzt nicht wahr, oder?« greift die Ausstellung im Satiricum Greiz ein Thema auf, das in den letzten Jahren mehr und mehr Anhänger fand – die Infragestellung von Realität, von  wissenschaftlichen oder mathematischen Erkenntnissen.
Die vielfältigen Möglichkeiten, die Wirklichkeit zu sehen oder sie anders zu sehen oder sie irgendwie zu interpretieren ist Gegenstand der Karikaturen, die Künstlerinnen und Künstler zur 10. Triennale der Karikatur einsandten.

Die Ausstellung öffnete gestern ihre Pforten!

Wie zu den vergangenen neun Triennalen erscheint zur Ausstellung im Schaltzeit Verlag ein Katalog.

Ausstellung: 5. Juni bis zum 3. Oktober 2021

Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz
SATIRICUM des Sommerpalais Greiz
Fürstlich Greizer Park, 07973 Greiz

So, 06.06.2021

Druckstock für einen Blockdruck aus dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek © Museum für Druckkunst Leipzig

Ton - Holz - Blei

Die Anfänge der Schriftherstellung in Ostasien und Europa

Johannes Gutenberg erfand um 1450 die bewegliche Letter und löste damit eine europäische Medienrevolution aus. Doch in Asien wurde lange vorher mit Lettern aus Ton und später aus Holz und Metall experimentiert. Dennoch dominierte dort bis ins späte 19. Jahrhundert der Holztafeldruck. Die Ausstellung vergleicht die Schriftherstellung auf beiden Kontinenten und verdeutlicht, wie bedeutend Gutenbergs Ingenieursleistung war. Denn sein Handgießinstrument ermöglichte erstmals eine präzise Serienproduktion, die mit den asiatischen Techniken nicht zu erreichen war.

Zur Ausstellung erschien bereits ein Begleitheft:
Philip Clart, Elisabeth Kaske, Ulrich Johannes Schneider (Hg.): Buchkultur aus China – Leipziger Spuren (Schriften aus der Universitätsbibliothek, Band 46)
Leipziger Universitätsverlag 2021
Broschur, 116 Seiten, 22 €
ISBN: 978-3-96023-389-3

Eröffnung: 18.06.2021, 17 Uhr
Dauer: 20. Juni - 12. September 2021

Museum für Druckkunst Leipzig
Kabinett-Ausstellung
Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig

Sa, 05.06.2021

LIT:Potsdam

Nach den langen Monaten ohne Präsenzveranstaltungen findet 2021 wieder das Literaturfestival Potsdam Brandenburg statt.

In entspannter Atmosphäre kann man sich über die Entdeckungen des Lesewinters austauschen und über Neuerscheinungen informieren. Lesungen, Musik, Talks und Mitmach-Aktionen: Ob Flanieren oder Verweilen, beim Bücherfest ist für jeden etwas dabei. An den Tischen präsentieren sich Verlage, Autoren, literarischen Initiativen und anderen Akteure der lokalen Buchszene, darunter auch Pirckheimer, wie z.B. Catharine Nicely (PalmArtPress).
Oder man lauscht gemütlich den zahlreichen Beiträgen auf den beiden Bühnen, wird sogar selbst kreativ und beteiligt sich am Aktionsprogramm.

Einlass nur für Personen mit aktuellem Negativ-Test oder dem Nachweis, genesen bzw. vor mindestens 14 Tagen vollständig geimpft zu sein. Auf dem Bücherfest gelten Maskenpflicht und Abstandsregeln. Es wird eine Einlass-Liste unter Einhaltung datenschutzrechtlicher Grundsätze geführt.

6. Juni 2021, 12 - 18 Uhr

Potsdam
Schiffbauergasse zwischen T-Werk und Uferweg

Fr, 04.06.2021

Klaus Waschk, Zeichnung zur Ausstellung "150 Jahre Kapital" im Hamburger Museum der Arbeit

Klaus Waschk zum 80.

Wir gratulieren dem Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft Prof. Klaus Waschk herzlich zu seinem heutigen 80. Geburtstag.

Bücherfreunden brauch man diesen in Hamburg lebenden Künstler nicht mehr vorzustellen, schon häufig konnten hier und in den Marginalien aus der Vielzahl der von ihm illustrierten Bücher einzelne Titel präsentiert werden, so zu Matthias Claudius, Peter Rühmkorf, Karl Marx und Joseph Roth, seine "Biographische Bilderbogen" und zuletzt als "Bibliophiles des Monats" der in Kürze erscheinende, ursprünglich als Werkverzeichnis gedachte und ausgeuferter Titel "Vor&Nachbilder".

Über seinen künstlerischen Werdegang gibt Klaus Waschk in der letzten Nummer des "Hamburger Bothen" Auskunft.

Matthias Gubig sagt über unseren Jubilar: "Stets demonstriert Klaus Waschk in den von ihm illustrierten Büchern, daß er ein aufmerksamer, fein differenzierender Menschenbeobachter ist. Dies gilt für die Darstellung der einzelnen Charaktere, wie auch für deren Verwicklung in die zumeist misslichen Verhältnisse." (Marginalien 234) Ein Lob für das zeichnerische Schaffen von Klaus Waschk, dem anlässlich seines heutigen Ehrentags nur voll zuzustimmen ist.

Do, 03.06.2021

© Brigitte Iseli-Neustäbler

Kleine Geheimnisse

Die Pirckheimerin Brigitte Iseli-Neustäbler zeigt in ihrer ersten Ausstellung nach dem Log-Down in Basel «Kleine Geheimnisse».

Frech, spannend und provokativ versteht es die Künstlerin, das Thema Erotik in ihren Holzschnitten hochkarätig umzusetzen.
Im Jahr 2018 flog die Künstlerin zweimal ins Druckatelier nach Barcelona zu Jordi Rosés Pou. Unter dem Arbeitstitel «The screts behind the curtains» entstand eine Konzeptarbeit mit fünf großen Holzschnitten, sowie «Little secrets» als Kleinformat, im Folgeaufenthalt.
Die Galerie Brigitta Leupin in Basel realisierte nun die Ausstellung, sowie einen Arbeitsaufenthalt von Brigitte Iseli-Neustäbler in den Räumen. Dort wird sie an den Wochentagen während der Ausstellung an diversen Holzschnitten arbeiten und auch auf Ihrer mobilen Druckpresse erarbeitete Druckstöcke abziehen.

Preview: 12. Juni 2021, 13 - 17 Uhr
Vernissage: 19. Juni 2021, 15 Uhr, die Künstlerin ist anwesend
Ausstellung: 22. Juni - 11. Juli 2021

GALERIE.BRIGITTA LEUPIN
Münsterberg 13, CH 4051 Basel

Mi, 02.06.2021

HAMBURGER BOTHE 4

... "Aus dem als Notbehelf gedachten „Bothen“ ist binnen eines halben Jahres ein richtiger Buchverlag erwachsen, der unter dem Namen Angeli & Engel im Juni seinen ersten Titel vorlegt.
In der Rubrik „Pirckheimer Freunde stellen sich vor“, lernen wir
Matthias Haberzettl, Professor Klaus Waschk und Norbert Köppe näher kennen.
Unser „Korrespondent“ aus Thailand liefert den Beweis, wie assoziativ Lektüre sein kann und dass Friedensreich Hundertwasser auch in Thailand kein Unbekannter ist.
Unsere Reihe mit Beiträgen von zeitgenössischen Schriftstellern setzen wir mit Gedichten des Hamburger Erzählers und Lyrikers
Wolfgang Denkel fort, der sich zudem Gedanken über das „Schreiben in der Corona-Krise“ gemacht hat und auch eine Lesung zu dieser Ausgabe beisteuert." ...

(aus: Editorial von Peter Engel)

Hamburger Bothe 4

Di, 01.06.2021

Klaus Waschk: Vor&NachBilder

"Bibliophiles des Monats" ist im Juni die Sonderausstattung der „Vor&NachBilder – Zeichnungen zur Literatur 1971 – 2021“ des Pirckheimers Klaus Waschk, die in dem von den Pirckheimern Rudolf Angeli und Peter Engel in Hamburg neu gegründeten Verlag Angeli & Engel im Juli als erster Titel erscheinen wird.

Darin lässt der Hamburger Maler sein bisheriges buchkünstlerisches Schaffen aus 50 Jahren Revue passieren, versammelt die wichtigsten Illustrationen daraus noch einmal und publiziert darüber hinaus in Auszügen mehrere bisher unveröffentlichte Projekte. Vor allem aber legt der Künstler Rechenschaft darüber ab, warum und unter welchen Umständen er sich mit den entsprechenden Werken überhaupt beschäftigt hat. So wird diese „Summe seiner Zeichenkunst“ zugleich zu einem Lebensbericht, einer zeichnerisch akzentuierten Autobiographie. Staunenswert die thematische Bandbreite der von Klaus Waschk aufgegriffenen Werke, denen er sich erst als engagierter Leser näherte und die er dann mit seinem eigenen Zeichenstil in eine bildkünstlerische Ebene hob, so dass sie auch für nachempfindende Literaturenthusiasten zu einem Erlebnis für Kopf und Augen zugleich werden. Das reicht von den Fragmenten der Vorsokratiker über die Carmina Burana bis hin zum „Kapital“ des Karl Marx, von der Erzählkunst Vladimir Nabokovs bis zu der von Johannes Bobrowski oder Joseph Roth. Der ersten Gedichtsammlung „Irdisches Vergnügen in g“ seines Övelgönner Nachbarn Peter Rühmkorf hat Waschk ebenso zeichnerische Interpretationen gewidmet wie etwa dem „Wandsbeker Bothen“ des Matthias Claudius. Wer einige bedeutende Werke unserer Literatur und unseres Bildungskanons aus der Perspektive eines Künstlers neu- oder wiederentdecken möchte, der findet in diesem „Bilderbogen“ reichhaltige Anregung dazu und mag durch die vielen, teils auch farbig abgebildeten zeichnerischen „Appetithappen“ dazu verführt werden, zu den von Klaus Wasch illustrierten Originalausgaben zu greifen.

Klaus Waschk: Vor&Nachbilder Zeichnungen zur Literatur 1971 - 2021
Angeli & Engel, Hamburg Juli 2021 
Format 24X30, Fadenheftung, Einband Gewebepapier, 87 Seiten, ill.
ISBN: 978-3-9815836-4-9
Aufl. 200 Expl., davon 50 Expl. mit bibliophiler Sonderausstattung: Nummeriert von 1-50, sign. mit Beil. einer für das Buch geschaffenen Originalgraphik
Standardausstattung: 28 €
bibliophile Sammlerausstattung: 48 €
Für verbindliche Bestellungen (E-Mail) bis 1.7.2021 wird ein Vorbestellerrabatt von 25% gewährt.

Hanna Nagel (1907 – 1975), „Ich kann nicht abstrakt“, Tuschfederzeichnung, Abb. © Peter Engel

„Ich kann nicht abstrakt“

Aus der umfangreichen Sammlung von Selbstporträts des Hamburger Schriftstellers und Publizisten Peter Engel zeigt Schloss Reinbek die weibliche Seite, Künstlerinnen aus ganz Deutschland. Die Gemälde, Zeichnungen und Graphiken stammen von 1920 bis zur Gegenwart und umspannen einige der bedeutendsten Positionen aus diesem Zeitraum. Die Hamburger Kunstszene ist mit Werken der Altmeisterin Gretchen Wohlwill und mit wichtigen Malerinnen wie Charlotte Hilmer, Gisela Bührmann, Margrit von Spreckelsen und Meike Lipp vertreten. Aus Norddeutschland ist zudem die Eutiner Malerin Louise Wagner zu nennen. Gisela Breitling, Corinna Rosteck, Cornelia Schleime, die auch als Schriftstellerin hervorgetreten ist, und Angelika von Schwedes gehören zu den Berliner Vertreterinnen. Besonders reich sind Künstlerinnen aus der ehemaligen DDR repräsentiert, darunter neben der Dresdener Sezessionistin Hildegard Marion Böhme und der Bildhauerin Sabina Grzimek etwa die Malerinnen Gudrun Brüne, Angela Hampel und Sibylle Leifer. Zu sehen sind auch Werke der jüngeren Generation, zu der Nicole Kegel, Susanne Theumer und der Shootingstar Lydia Thomas gehören. Weitere herausragende Positionen markieren Selbstdarstellungen der Heidelberger Zeichnerin Hanna Nagel, der Bildhauerin Emy Röder, der Fotokünstlerin Annegret Soltau aus Darmstadt oder von Elvira Bach, die den „neuen Wilden“ nahestand. Selbsterforschung, Selbstdarstellung, Selbsterfindung, künstlerisches Experiment – was heute als „Selfie“ ein Massenphänomen ist, hat Kunstschaffende immer schon beschäftigt.

Ausstellung: 9. Juni - 15. August 2021
Die Ausstellung und ein Film mit einem Gespräch zwischen Thomas Sello, ehem. Museumspädagoge der Hamburger Kunsthalle, und dem Sammler Peter Engel ist auch digital zu besuchen
Finissage: 15. August 2021, 16 Uhr

Kulturzentrum Reinbek
Schloßstr. 5, 21465 Reinbek

Mo, 31.05.2021

Bunt ist meine Lieblingsfarbe

Der Kunstkeller Annaberg lädt ein zur Ausstellungseröffnung "Bunt ist meine Lieblingsfarbe" mit Exponaten seiner Mitglieder.

Innerhalb der Ausstellung wird es aus Anlass des 80. Geburtstages von Wolfgang Hilbig (31. August 1941) eine Lesung gebe.

Vernissage: 12. Juni 2021, 17 Uhr
Ausstellung: 12. Juni - 15. August 2021
Lesung: 10 Juli 2021, 19 Uhr

Kunstkeller Annaberg
Willischstraße 11, 09456 Annaberg-Buchholz

So, 30.05.2021

Rainer Ehrt
Julia Ehrt, Fotos: ad

Pirckheimer bei Julia & Rainer Ehrt

Nach Monaten der Abstinenz fand heute endlich wieder ein Pirckheimer-Treffen der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg statt, für alle Teilnehmer ein Hoffnungsschimmer, dass die kontaktlosen und vor allem kulturarmen Zeiten langsam ein Ende finden.

Rainer und Julia Ehrt hatten eingeladen zu einem Atelierbesuch und stellten jeweils für kleine, wechselnde Gruppen ihre Arbeiten vor, Julia Ehrt Holzobjekte, Collagen und Designspielzeug, Rainer Ehrt, Graphiker, Maler und Autor, zeigte Künstlerbücher, mitunter Unikate, sowie Illustrationen, zwischendurch gab es eine Kaffeetafel mit mitgebrachtem, in der Regel selbstgebackenen Kuchen, nette Gespräche mit anderen Bücherfreunden, worauf wir so lange verzichten mussten und später bei einem Glas Wein eine Lesung von Kurzgeschichten Rainer Ehrts, die im Herbst in der Katzengraben Presse bei Christian Ewald erscheinen werden.

Weitere Fotos von Ralf Parkner und Abel Doering hier.

Fr, 28.05.2021

Vorbereitung von Kurt Löffler zum 1. Dresdner Graphikmarkt 1976, Quelle: Martin Dänhardt

45 Jahre Dresdener Graphikmarkt

Nach dem Erfolg des 1. Berliner Graphikmarktes 1975 der Pirckheimer-Gesellschaft wurde unter maßgeblicher Initiative des Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Dr. Fritz Löffler vor 45 Jahren der Dresdner Graphikmarkt in Leben gerufen.

Er hatte wie in Berlin das Ziel, zeitgenössische graphische Kunst für jeden Interessenten zu erschwinglichen Preisen anzubieten und ist einer der vielen, von der Pirckheimer-Gesellschaft veranstalteten Graphikmärkte in der DDR.

Seit 1976 und dann ab 1984 alljährlich ist dieser Wunsch dann auch in Dresden Wirklichkeit geworden und dieser Graphikmarkt hat, wie leider nur wenige, das Jahr 1990 überlebt.
Von Anfang an wählten die Organisatoren die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler aus. Bedingung war damals die Mitgliedschaft im Verband Bildender Künstler der DDR, später wurden auch weitere Künstler zur Teilnahme eingeladen. Seit 2012 entscheiden die Mitglieder des neu gegründeten Dresdener Graphikmarkt e.V. über die Künstlerinnen und Künstler, die eine Einladung zum Graphikmarkt erhalten.

Geblieben sind die Ziele des Dresdner Graphikmarktes: Vielfalt, hohe Qualität der Arbeiten bei moderaten Preisen.

40. Dresdener Graphikmarkt: 13./14. November 2021

Deutschen Hygiene-Museums Dresden
Konferenzzentrum

Do, 27.05.2021

Ausriss aus Der Freitag, NR: 21 (2021), S. 18

Kritik einer Kritik

"Marx in Dada", so heißt in Der Freitag eine Besprechung der Manifest-Illustrationen von Lea Grundig, deren Erscheinen in der DDR 1968 scheiterte und die 52 Jahre später vom Verlag 8. Mai herausgebracht wurde, siehe hier.

Der Untertitel des Beitrages von Michael Jäger lautet: "Stolperstein Lea Grundig schuf Ende der 1960er Jahre einen Bild-Zyklus über das „Kommunistische Manifest“ - der DDR gefiel das nicht"
Warum es nicht gefiel, dass Lea Grundig diesen Auftrag auf Bitten des Dietz-Verlages, dem zentrale Parteiverlag der SED, ausführte, (ja, es war eine „Auftrags"-Arbeit), lässt der Autor unbeantwortet, genauso wie die pauschale Behauptung, es gefiel „der DDR“ nicht, denn diese ist keinesfalls identisch mit dem von Jäger wohl gemeintem „ZK der SED“, dem nebenbei auch Lea Grundig angehörte. Die Ursachen für das Nichterscheinen dieses Zyklus in der DDR dürften etwas diffiziler sein, Andreas Wessel hatte darauf in seinem Nachwort hingewiesen und das begründet.

In der Analyse ausgewählter Bilder wird dann durch Jäger u.a. kritisiert, dass „die Ausbeutung, dargestellt [wird] durch große, raffende Hände mit Gichtknoten.“ Und er schreibt zu dieser Darstellung in dem vor über einem halben Jahrhundert entstandenen Zyklus: „Aber wer soll das verstehen, wenn heute ein Monteur der Autoindustrie 42.000 Euro jährlich verdienen kann…“.
Und für Jäger ist der Zyklus, da ein Blatt in Collagetechnik gearbeitet ist, 50 Jahre nach den, unter anderen gesellschaftlichen Bedingungen entstandenen, unvergessenen Werken von George Grosz, John Heartfield, Hannah Höch und Raoul Hausmann dadaistisch? Das erscheint etwas zu kurz gegriffen!
Das Unverständnis des Autors für das Schaffen von Lea Grundig offenbart sich dann letztlich in seinen abschließenden Worten. „Zur »Wahrheit des Kommunistischen Manifestes« [warum in Anführungsstrichen? ein Zitat? oder Ironie?] gehört die Bewunderung, die Marx und Engels der Bourgeoisie entgegenbringen.“ Eine fast richtige Beschreibung der geschichtlichen Rolle der Bourgeoisie, die Marx allerdings auch jeder vorhergehenden herrschenden Klasse zuschrieb, die sich aber, und das ist die "Wahrheit des Kommunistischen Manifestes"!, inzwischen überholt hatte.
„[Bourgeoisie] auf raffende Gichthände zu reduzieren, war unklug.“ Und genau das hat Lea Grundig auch nicht getan, wenn man ihren Zyklus in seiner Gesamtheit betrachtet, im Gegensatz zu anderen Künstlern, die dieses Verhältnis, um es verständlicher zu machen, vereinfacht darstellten, wie z.B. der großartige Frans Masereel, dessen Manifest-Illustrationen Ende der 60er im Gegensatz zu denen von Lea Grundig bei Dietz erschienen.

Jäger schreibt weiter: „Wer seinen Klassenfeind nicht versteht, kann ihn natürlich auch nicht besiegen.“ Und ich sage: Genauso kann man einen Künstler nicht einschätzen, dessen Werk man nicht versteht.

(ad)

Mi, 26.05.2021

Schriftenfest wird verschoben

Das diesjähriges Schriftenfest der Offizin Haag Drugulin, für Mitte Juni geplant, fällt aus, allerdings nicht wegen Corona!

Dabei hatten sich die Veranstalter ein abwechslungsreiches Programm ausgedacht: Premiere der von den Mitarbeitern gestalteten »Typo-Spiele« mit phantasievollen Schriftzeichen. Alles von Hand gesetzt und Original-Buchdruck. Weiter: Vorträge kompetenter Persönlichkeiten. Typographisch reizvolle Schriftenplakate waren vorbereitet, von denen sich jeder sein eigenes Exemplar drucken kann. Also: Selbst Hand-mit-anlegen, am Setzkasten, an der Druckpresse. Und vieles andere mehr.

Doch die Räume, in denen der größte Teil der Schriften untergebracht ist, sind nun zum Jahresende gekündigt worden. Alle Bemühungen um eine Verlängerung waren vergebens. Und Ersatz im Umfeld leider nicht zu bekommen. Der einzige Ausweg – unseren Keller großflächig auszubauen und zu erweitern. Und beides - Baustelle und Schriftenfest - das ließ sich beim besten Willen nicht verbinden.

Einen kleinen Einblick vermittelt die aktualisierte Website der OHD. Sie zeigt einige interessante Details des geplanten Programms. Auch die frisch gedruckten »Typo-Spiele«, ein Kleinod, das nach Hause geholt werden kann. Viel Freude beim Anschauen.

(Eckehart SchumacherGebler)

Poetische Miniaturen XII

Die Leipziger Buchmesse 2021 !? Die Messe ist ausgefallen - aber das Künstlerbuch des Pirckheimers Henry Günther der Edition BuchKunstBalance ist pünktlich fertig !!

Künstlerbuch mit Farbholzdrucken zu Gedichten von Sarah Kirsch "Jahres_Zeiten Boden_Los".

Poetische Miniaturen XII
Jahres_Zeiten Boden_Los
Farbholzdrucke zu Gedichten von Sarah Kirsch
mit einer Vorbemerkung von Moritz Kirsch.

15 signierte und nummerierte Unikatexemplare
+ 9 Künstler e.a., mit einer beigelegten Fine Art Grafik
von Sarah Kirsch, mit Nachlaßsignierung von Moritz Kirsch.
Buchformat: 23 x 14 cm, BuchKunstBalance, 2o21, Euro 275

Di, 25.05.2021

z.B. [zum Beispiel] [zum Buch]

Im Rahmen der Ausstellung "Best of 2020 - Beste Neuzugänge des alten Jahres" der Galerie Druck & Buch, Wien, findet ein Künstlerinnengespräch mit den Pirckheimernn Uta Schneider und Ulrike Stoltz von mit dem Thema "z.B. - zum Beispiel / zum Buch" statt.

z.B. [zum Beispiel] [zum Buch] ist eine Zeitung, die von ‹usus› initiiert und von 2014 - 2020 herausgegeben wurde.
Das Spektrum der Texte reicht von Definitionen, Vermittlungen und Erklärungen über Erfahrungsberichte und grundlegende Gedanken bis hin zu künstlerischen Statements. Jede Ausgabe hat 4 Seiten: Je 2 Seiten Text (meist deutsch und englisch) und Bild und erscheint in einer Auflage von 200 nummerierten und signierten Exemplaren.
Uta Schneider (Offenbach) und Ulrike Stoltz (Berlin) sind Autorinnen, Gestalterinnen, Künstlerinnen, Verlegerinnen und Organisatorinnen dieser Publikation. Sowohl für Text wie auch für Bild werden gelegentlich Gäste eingeladen. Wissenschaftliche Beirätin ist PD Dr. Viola Hildebrand-Schat.

online: 27. Mai 2021, 19 Uhr
Zugang, Meeting-ID: 661 3696 2252, Code: 095060

Mo, 24.05.2021

Russel Maret, Interstices & Intersections or, An Autodidact Comprehens a Cube, © Russel Naret

BORN IN THE USA

Zu den exquisiten Leihgaben der Herzog August Bibliothek an der aktuellen, leider geschlossenen Ausstellung BORN IN THE USA des Klingspor-Museums in Offenbach gehört das Buch des Amerikaners Russel Maret.
Es inszeniert die Betrachtungen des antiken Wissenschaftlers Euklid zu Abständen und Zwischenräumen im physikalischen Raum - ein Sachverhalt, das der Gestaltung von Schrift und Buchkunst ja durchaus geläufig ist. Anhäufung und Ausbreitung, Gedränge und geometrisch gefügte Weite - immer aufs Neue sind es Gegensätze, die ein Phänomen umso deutlicher hervortreten lasen.

Trübes Grau gegen abwechslungsreiche Farbe, das steht auch für die Herausforderungen, die uns das Leben mit Abstand, mit viel Zwischenraum dieser Tage bietet.
Die grüne Schrift möchte Hoffnung machen auf Zuversicht und auf Nähe, auf mehr Begegnung in naher Zeit. Bitte behalten Sie, behaltet Ihr alle unser Mitglied, das Klingspor Museum als Ziel dieser Hoffnung im Herzen und im Auge.

(Stefan Soltek)

Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

So, 23.05.2021

Ausriss aus junge Welt vom 22./23./24. Mai, Screenshot von www.neues-deutschland.de vom 21.Mai, Ausriss aus "Der Freitag" vom 20. Mai und "Berliner Zeitung" vom 19. Mai 2021

Nichts hat sich erledigt

Mit diesem Titel von Michael Hameter ist einer der vielen Artikel überschrieben, mit denen der Pirckheimer Harald Kretzschmar zu seinem heutigen 90. Geburtstag gewürdigt wird. Ein anderer Artikel in neues deutschland zum langjährigen Zeichners dieser Zeitung bis zur »­Verjüngung« im letzten Jahr, diesmal von Hans-Dieter Schütt, titelt: "Er trifft, aber erledigt nicht". Schütt begründet das: "Dieser Künstler schaut nicht herab, sondern hin, nicht von oben, sondern eher von der Seite, die ihm niemals bloß Bilderbuch- oder Kehrseite ist. Heimlich schauen, ohne zu stören? Respekt nennt man das. Sezieren, ohne ins Fleisch zu schneiden. [...] Kretzschmars Witz trifft, aber erledigt nicht."

"Harald Kretzschmar, der sich seit 1955 zu den freien Mitarbeitern der Satirezeitschrift Eulenspiegel rechnen durfte und bis 1991 zum festen Stamm der Zeichner dort gehörte, bleibt beim Wikipedia-Eintrag vom Eulenspiegel unerwähnt." konstatiert Michael Hameter in Der Freitag (20. Mai 2021) resignierend, gleichzeitig mit der Feststellung, mit seinem Artikel Harald Kretzschmar als einen "der prominentesten, profiliertesten, potentesten Porträtkarikaturisten Deutschlands" zu würdigen. Er schreibt: "Die DDR war nur ein Teil seines Lebens, gut, sie war der Mittelteil. Es bleiben 30 Jahre bis heute mit Stapeln von Karikaturen und literarischen Porträts in einer Handvoll Bücher."
Für Ingeborg Ruthe (Berliner Zeitung, 19. Mai) ist für den "Mienen- und Posen-Leser", den Eulenspiegel-Karikaturisten, Graphiker und Feuilletonisten Harald Kretzschmar auch erwähnenswert, dass er als einstiger Leiter der Sektion Karikatur im VBK der DDR Mitbegründer des Satiricum Greiz war, "zu DDR-Zeiten eine mutige Instanz der stillen kulturellen Auflehnung" - Kretzschmar selbst sieht diese Auflehnung vielleicht etwas differenzierter: In Der Freitag wird die Würdigung seiner Person mit dem Aufmacher angekündigt: "Harald Kretzschmar kennt sich mit Zensur aus" (S. 17) um ihn dann zu zitieren: er nennt Zensur eine "Irrtumsvokabel" (S. 19).
Harald Kretzschmar stellt klar: "Karikieren heißt Charakterisieren! Viele denken: Karikieren habe etwas mit Verzerren zu tun. Je größer die Nase, je besser das Porträt." Er sieht sich im Spiegel eines Kollegen, wenn er über den berühmten E. O. Plauen schreibt: „Erstens geht es um das skizzenhafte Aufspüren von Wesentlichem mittels Strich und Linie und zweitens um das abstrahierende Auf-den-Punkt-Bringen."
Hameter schreibt weiter: Harald Kretzschmar "hat über die, die seinen Weg gekreuzt haben, Bücher gemacht. Jetzt kam ihm zugute, dass er seit den 70er Jahren seine Karikaturen selbst mit Unterschriften versehen hatte: kleine Porträts. Anfangs zehn Zeilen. langsam entwickelten sich daraus literarische Porträts. In Buchform lauten ihre Titel: »Wem die Nase passt« (2001), »Paradies der Begegnungen« (2010), »Mimen und Mienen« (2011), »Treff der Originale« (2016) und zuletzt [der allen Pirckheimern als Jahresgabe bekannte Titel] »Stets erlebe ich das Falsche« (2017). Der Pirckheimer Andreas Wessel bemerkt dazu in der gestrigen Wochenendausgabe der Zeitung junge Welt: "Harald Kretzschmar [hat uns] mit seinem »alternativen Künstlerreport« [...], in dessen Biographien sich immer auch sein eigenes Künstlerleben spiegelt, vielleicht ein paar Körnchen der Wahrheit geschenkt, welche öffentlich besoldete Geschichtsdeuter so mühsam zu verdecken bemüht sind. Wer nachzudenken (oder auch einfach nur zu denken) bereit ist, findet hier eine heiter-ernste und unbedingt ehrliche Selbstbefragung über die Möglichkeiten und Grenzen von Kunst und Künstlern im Wandel der Gesellschaft." Hameter ergänzt: "Zum genauen Strich setzt er das präzise Wort. Er hat mit seinen »nachgerufenen Hinterherbemerkungen« etwas Großartiges geschaffen: ein Archiv der Originale. Für Originale besitzt er einen Nerv. Ist er doch selbst eines."

Schließen wir uns den Wünschen von Hans-Dieter Schütt an unser Mitglied an: "Harald, herzlichen Glückwunsch! Kraft! Für weitere Übertreibungen - in Richtung der Wahrheit."

(ad)

Sa, 22.05.2021

Carlfriedrich Claus / Lothar Lang - Der Briefwechsel 

Bei Faber & Faber erscheint im September 2021 der von Elke Lang herausgegebene Briefwechsel zwischen 1966 und 1990 von Carlfriedrich Claus und Lothar Lang, eine Auswahl der Korrespondenz zweier »ungleicher Brüder«, die viel über die Kunstrezeption und die Schwierigkeiten der Vermittlung von Kunst in der DDR zum Ausdruck bringt.

Carlfriedrich Claus (1930 - 1998) war ein avantgardistischer Künstler auf den Gebieten der Schriftgrafk, der Visuellen und konkreten Poesie. Er schuf ein umfangreiches Werk. Sein Nachlass steht unter Kulturschutz. Claus beginnt sich schon früh für andere Sprachen zu interessieren. Seit 1951 entstehen erste Gedichte. Er nennt seine Gedichte Klanggebilde. Es entstehen »Phasenmodelle«, »Letternfelder« und »Sprachblätter«. 1977 gründet er zusammen u. a. mit Michael Morgner und Thomas Ranft die Produzentengalerie Clara Mosch in Karl-Marx-Stadt.
Er begriff sich zeitlebens als Kommunist, dennoch wurde er von der Staatssicherheit der DDR überwacht. Er blieb in seinen Gedanken und Handlungen frei und widersetzte sich jeglichen Ideologien. Sein Werk ist transmedial. Obgleich viele seiner Werke sehr grafisch aussehen, hat er sich selbst stets als Literat begriffen.

Lothar Lang (1928 – 2013), der viele Jahre im Vorstand der Pirckheimer-Gesellschaft mitgearbeitet hat und als Chefredakteur maßgeblich daran beteiligt war, dass die MARGINALIEN zur heute wichtigsten bibliophilen Zeitschrift Deutschlands wurden, war Kunsthistoriker, Kurator und Kunstkritiker. Er förderte so unterschiedliche Künstler wie etwa Gerhard Altenbourg, Harald Metzkes, Wieland Förster und eben Carlfriedrich Claus. Von bleibender Bedeutung war die Herausgabe von 20 Grafikmappen der Kabinett-Presse von 1965 bis 1974.
Auskunft über sein Denken und Wirken gibt er in seinem Erinnerungsband Ein Leben für die Kunst, Faber & Faber, 2009, welches in einer Teilauflage mit einer beigelegten Graphik von Andreas Dress als Jahresgabe 2009 an die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft ausgereicht wurde.

Carlfriedrich Claus / Lothar Lang - Der Briefwechsel
herausgegeben von Elke Lang und mit einem Essay von Brigitta Milde
Faber & Faber, Leipzig (September) 2021
mit Abbildungen, ca. 192 S., 16,5 x 23,5 cm, Hardcover
ca. 30 €
ISBN 978-3-86730-220-3

Fr, 21.05.2021

Helm Zirkelbach, Die Krähe - Winterreise, 1999/2000, Radierung

Oh Captain, My Captain

Helm Zirkelbach und Eckhard Froeschlin präsentieren in einer Ausstellung „Oh Captain, My Captain“ in Bad Sulgau, betitelt nach dem berühmten Gedicht von 1865 des von den Künstlern geschätzten Dichters, Malers und Musikers Walt Whitmans, in dem er die Ermordung Abraham Lincolns betrauert, eine Hommage an die aufklärerische Kraft der Kunst und zeigen, dass die jahrhundertealte Technik der Radierung noch längst nicht an ihrem Ende angekommen ist.

Helm Zirkelbach ist mit einem großen Block aus seinen Whitman-Radierungen vertreten, mit einem Zyklus zu Chopin Préludes, der Winterreise und der Serie „Ein ewig Hugärtle“.
Von Eckard Froschlin gibt es Radierungen zu Nicodemus Frischlin, zu Brechts Anachronistischem Zug, die Mappen „Künstler“, „Zehn Dichter" und „Überfahrt - Passage“ und natürlich einige der lebensgroßen Figurenporträts zu sehen.

Zu Veranstaltungen wie Künstlergespräche und Finissage, sowie zu zwei Sonder-Editionen zur Ausstellung kommen noch gesonderte Informationen.

Eröffnung: 22. Mai 2021
Ausstellung: (21. März), verlängert bis Ende Juli 2021

Städtische Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau
Hauptstr. 102/1 88348 Bad Saulgau