Die Ausstellungs-Sigle ist Programm: Produktive Unruhe. Kunst, Publikum und Alternativkultur im Spannungsfeld der IX. und X. Kunstausstellung der DDR in den 80er Jahren, unter diesem so sehr sprechenden wie weitläufigen Titel sind noch bis zum 26. Juli 2026 die zahlreichen künstlerischen Dokumente der (alternativen) Kulturszene der DDR in der robotron-Kantine (Lingnerallee am Skatepark, 01069 Dresden) zu sehen. Die 1980er waren auch in Dresden eine bewegte unruhige Zeit voll Widersprüche, Auseinandersetzungen und Neuanfänge. Welche Ausdrucksformen konnten sich durchsetzen, welche neuen Beziehungen entstanden zwischen Kunst und Publikum diesseits und jenseits von staatlicher Lenkung? Die Schau Produktive Unruhe nimmt ausgewählte Positionen der Kunst, der Fotografie und der Alternativkultur dieser Zeit als Resonanzraum sich anbahnender gesellschaftlicher Veränderungen in den Blick. Den Ausgangspunkt bilden dabei die IX. und die X. Kunstausstellung als größte und meistbesuchte Überblicksausstellung der DDR, in denen sich bereits die Vielfalt des damaligen künstlerischen Wirkens abbildet, aber auch ausgewählte Positionen einer Alternativkultur, die zu diesem Zeitpunkt bereits eigene Wege jenseits der staatlich gelenkten Bahnen sucht und findet. Daneben gibt in der Auseinandersetzung mit dem Thema auch Neues zu sehen. Insgesamt werden die Arbeiten von mehr als fünfzig Künstlerinnen und Künstlern gezeigt, darunter Karl-Heinz Adler und Falko Behrendt, Sibylle Bergemann, Christian Borchert sowie Hubertus Giebe, Dieter Goltzsche, Hans-Hendrik Grimmling ... Angela Hampel, Andreas Hegewald, weiterhin Gerda Lepke, Peter Makolies, Helga Paris, A. R. Penck, Núria Quevedo – der Pirckheimer Ulrich Tarlatt, Max Uhlig, Ruth Wolf-Rehfeldt oder schließlich Fotis Zaprasis. Die Schau ist von Mittwoch bis Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag 12 bis 18 Uhr geöffnet – der Eintritt ist frei. Alle Infos zur Unruhe-Schau in der Kantine im Kunsthaus Dresden finden sich hier.
(André Schinkel via Christian von Hoffen)