Pirckheimer-Blog

Exlibris des Monats

Mi, 05.08.2026

Exlibris des Monats: der Glanz, der Abgrund in einem.

Gingko biloba des Monats August

Das Exlibris des Monats im August ist natürlich passend als Gingko-biloba-Blatt: War das doch ein Lieblings- und Symbolbaum von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), unsterblich durch das ihm gewidmete Gedicht im West-östlichen Diwan (1819). Goethe ist zudem ein August-Kind, am 28. jährt sich sein Ehrentag zum 277. Mal. Die DEG schreibt in ihrer Rubrik dazu: „Carla Fusis feine Radiertechnik ist in Exlibriskreisen zu Recht sehr geschätzt. Sie gehört zu den Künstlern und Künstlerinnen, die mit ihrer Kunst nicht nur erfreuen, sondern auch etwas mitteilen möchten. So auch auf ihrem Exlibris aus dem Jahr 2016 für Lydia Willemsen. Im Mittelpunkt steht, obwohl genaugenommen eigentlich nur in der rechten Hälfte im Vordergrund der horizontalen Radierung ein“ eines dieser typischen Blätter das Bild öffnet. Dessen einzige Gestalt steht für die Schönheit und Vollkommenheit der Natur, trägt auch Goethes Ambivalenz, „eins und doppelt“ zu sein, in sich: Die zweite Hälfte gedenkt des 06. August, der Katastrophe von Hiroshima. Die Infos dazu hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 05.07.2026

Exlibris des Monats: Karel Demel

Bestimmte Momente in der Musikgeschichte, sei die der Klassik oder eben jene der Moderne, sind als Wendepunkte zu verstehen. Ab diesem Augenblick öffnet und verändert sich etwas in dieser überaus direkten Art und Weise einer Kunst, in der Welt zu sein. Und der in Kansas City geborene Altsaxophonist Charlie Parker (1920–1955) ist wohl für einen solchen Moment verantwortlich zu machen: Seine Art zu spielen, die letztlich in den Bebop mündete, hat die Populärmusik des Jazz geprägt bis heute. Seine inspirierende Gabe bezahlte er letzthin mit einem unglücklichen Leben, das 35-jährig endete, krank, vom Heroin gezeichnet. Es bleibt das Feuer seiner Musik – als Quell in der Kunst. Auch der Exlibriskünstler Karel Demel (1942–2024), der in Prag lebte, hat sich eingehend mit Musik beschäftigt. Am Prager Konservatorium studierte er Posaune,Tuba und Kontrabass, ehe er den Grafiker-Beruf erlernte. Wie vibrierend die Melodiebögen und Improvisationen Charlie Parkers auf seinem Saxofon wirkten, stellt er eindringlich in dieser Radierung für M. C. dar, die das Exlibris des Monats Juli bei der DEG ist. Dem fliegenden Sound Parkers wie der Kleingrafik Demels hat sich Heinz Neumaier in einem tiefgehenden Text angenommen. Er findet sich komplett lesbar hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 01.06.2026

Die DEG-Kleingrafik des Monats versucht sich über den Stand der Dinge dieser Ära zu verlautbaren: die Kunst als Instanz von Einhalt und Wahrnehmung ...

DEG: Grafik des Monats Juni 2026

Die DEG-Kleingrafik des Monats für den Juni ist das Blatt Dispair von Horst Brandenburg. Es handelt sich dabei um einen sprechenden Titel (das englische Wort bedeutet Verzweiflung) und bei dem Objekt um ein höchst aktuelles Blatt, das sich künstlerisch in Form eines Holzstichs zu den Verwerfungen der Zeit verhält. Da das 21. ganz offenbar in Verlängerung des in der Hinsicht verheerenden 20. Jahrhunderts eines der Kriege sein soll, wird sich das auch weiter in die Kunst wie die Kunstgeschichte eingraben. „Der Künstler dieser Kleingrafik ist in der DEG gut bekannt. Sein P. F. zum Jahreswechsel hat jedes Mitglied erhalten. Nun wurde Horst Brandenburg aus Mecklenburg-Vorpommern mit dem Jury-Preis des DEG-Wettbewerbs ausgezeichnet. Stellvertretend für seine eingereichten Holzstiche stellen wir diese bewegende Grafik vor.“ So beschreibt es Siegfried Bresler in seinem Begleittext zur Exlibris-des-Monats-Rubrik. Und gibt auch einen Einblick für die Situation, nun, und den Anlass der Entstehung der grafischen Arbeit: „Die Idee zu dem Blatt kam Horst Brandenburg, als er beim Zahnarzt wartend in einer Zeitschrift das Foto des Jungen aus dem Gaza-Streifen sah, der verzweifelt seinen Kopf in die Hände an der Stirn stützt und apathisch auf den Boden blickt.“ Und: „Das Foto berührte ihn so sehr, dass er mit den Eindrücken die Grafik mit dem Titel Dispair (...) entwarf. In der Grafik bildet der in der Hocke sitzende Junge, der auf einem Quader positioniert ist, den Bildmittelpunkt.“ Keiner soll sterben / Von einer anderen Hand – / Zu keiner Zeit, Bro. So möchte man es gern an die Wände geschrieben wissen – Bresler spürt in seinem Begleitwort dem Leid nach, das am Ende in der Regel vor allem Verheerung hinterlässt, hier wie da. In einer zunehmenden Ideologisierung der Debatten wird es zunehmend schwer, darüber zu sprechen; vielleicht vermag es ja die Kunst als aufklärerische Instanz, wenigstens eine Nachricht über den Zustand der Welt abzugeben und dass man sie sich befriedet wünscht, rum wie num. Punkt.

(Bert Blaubart via DEG/Pressemitteilung)

Fr, 03.04.2026

"Exlibris des Monats": Druck von Horst Brandenburg.

Exlibris des Monats – „Der König der Lüfte“ Horst Brandenburgs

Das Exlibris des Monats für den April 2026 stammt von Horst Brandenburg und entstand für Heinz Haffki, der gleich auch die Ausführungen zur Arbeit beiträgt. Der Holzstich trägt den Titel Der König der Lüfte und zeigt einen Adler (eigentlich zwei, ein zweiter Vogel schwebt, mit dem Namen des Eigners auf den Schwingen, über der Szenerie), der in seinen Fängen den Druckerballen zum Holzstich trägt, auf dem sich der Text, „Ex Libris“, abzeichnet. Der Künstler verbindet damit die Leidenschaft des Eigners für Greifvögel mit der für das Exlibris gleichermaßen. „Nach ein paar Tagen, unvorbereitet und unangekündigt, kommt ein Bild, der erste Entwurf mit einem Adler und schon die Platte, wo er aufgezeichnet ist. Absolut erstaunt und sehr erfreut, harre ich der Dinge, die da kommen, und es geht Schlag auf Schlag (...)“, schreibt Haffki, und weiter: „Es entsteht eine Sehnsucht, die Vögel kreisen zu sehen. Man muss sich einlassen auf das Blatt, auf die Szenerie, um die Leichtigkeit des Blattes zu spüren. Für mich wird Bergluft, Leichtigkeit, Naturelles, meine Leidenschaft zu großen Vögeln und mein Beruf in gekonnter Weise zusammengeführt.“ Eine große Freude, die der Norddeutsche Horst Brandenburg dem süddeutschen Buchdrucker Heinz Haffki da bereitet. Der seiner sehr persönlichen Besprechung des Blatts zugleich ein Plädoyer für das Exlibris folgen lässt und auf die Tatsache verweist, dass Brandenburg auch weiter für die DEG arbeiten wird: „Ich würde mich sehr freuen, wenn andre Sammler ebenso begeistert über das Blatt urteilen würden, die Hochdrucktechniken wieder mehr geschätzt würden und sich die Konzentration nur auf C-Blätter und die großen Formate wieder etwas beruhigen würde ...“ Ja, so mög’ es sein und bleiben.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 01.03.2026

DEG-Exlibris des Monats – Stella für Fahrenhorst.

Exlibris des Monats März: Stella radiert für Fahrenhorst (1912)

Das DEG-Exlibris des Monats März 2026 ist ein Blatt von Guido Balsamo Stella (1882–1941), radiert 1912 für den Juristen, Regierungsrat und – Phoenix-AG-Generaldirektor Walter Fahrenhorst (1871–1938). Die zunächst widersprüchlich scheinende Arbeit lässt ganz gut anhand der Biografie des Exlibris-Eigners sich auflösen: Der gebürtige Magdeburger Fahrenhorst war als Jurist zunächst in der Landwirtschaft und später in der Industrie tätig, er blieb neben seinem Brotberuf zeitlebens den Iden der Kunst zugetan, was sich im Beieinander von Wald, Feld, Werk und der nackten Muse mit der Leier auf dem kleinen Blatt ausdrückt: Ein so sprechendes Kunstwerk, das durch Recherche der Hintergründe eine neue, beziehungsvolle Interpretation ermöglicht. Darauf verweist auch DEG-Vizepräsident Siegfried Bresler in seiner eingehenden Exegese des Druckkunstwerks, die zudem ausführt, dass der Einbruch der Moderne und Industrialisierung im Exlibris-Wesen zugleich ein neues Themen- und Sammelgebiet anstieß. Bresler schreibt: „Das Blatt zeigt, dass die Exlibris-Künstler, die ja eher den Geschmack und die Sehnsucht des Bürgertums nach einer heilen Welt bedienten, die Augen nicht vor der neuen Realität verschlossen. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts tauchten immer häufiger auch Fabriken auf Exlibris auf ...“ Auch wenn das für Stellas Exlibris-Werk nicht ganz typisch ist: „Auch Balsamo Stella griff das Thema der Industrialisierung in seiner freien Grafik auf, was in seinen Exlibris jedoch eher die Ausnahme bleibt. Es ist also in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Exlibris-Blatt von Balsamo Stella.“ Den ganzen Text gibt’s hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 01.02.2026

Exlibris des Monats für Februar 2026 – von Daniel Chodowiecki

Der große Grafiker und Illustrator Daniel Chodowiecki (1726–1801) wird in diesem Jahr doppelt geehrt – am 07. Februar jährt sich der Todestag zum 225. Mal, am 16. Oktober begeht man seinen 300. Geburtstag. Der gebürtige Danziger, der 1801 in Berlin starb, hat innerhalb seines umfänglichen Werks auch ein schmales Exlibris-Œuvre geschaffen, das bis heute gern gesammelt wird, gar nicht so selten, aber auch nicht preiswert zu haben ist. Und ist ein guter Anlass für die DEG, dem Meister der „künstlerischen Aufklärung“, der für Goethe, Schiller, Cervantes oder Voltaire illustrierte, mehr als 2.000 Grafiken und noch mehr Zeichnungen hinterließ, das Exlibris des Monats Februar zu widmen. Chodowiecki hat unter anderem Exlibris für Anna Louisa Karsch (die Karschin), für David Friedländer geschaffen, berühmt aber sind vor allem seine Eigen-Exlibris, und das abgebildete dürfte das beliebteste sein: eine Mutter-Natur-Darstellung, antik an die Diana Ephesia (orientalisch: Kybele) gemahnend – vielbrüstig, von nährender Kraft ... kreativem Reichtum. Der Künstler selbst hat es wohl nicht über Gebühr verbreitet, aber durch spätere Abdrucke ist es populär geblieben. Und zeugt von der Eigenkraft des Schöpferischen, eben auch in die Kunst gespiegelt. Henry Tauber hat einen aufschlussreichen Text dazu verfasst – Bild und Essay sind auf der DEG-Webseite zu finden. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 06.01.2026

DEG-Exlibris des Monats: P. F. 2026

Das Exlibris des Monats im Januar ist traditionell das PF, das die DEG bei einer Künstlerin oder einem Künstler für das beginnende Jahr in Auftrag gibt und das dem DEG-Magazin beigelegt wird. Da ein Mitgliederbeschluss festgelegt hat, dass die DEG aus Kostenersparnisgründen keines mehr in Auftrag geben soll, wäre ein solches PF eigentlich nicht mehr entstanden. Doch der Präsident der DEG – Utz Benkel – fand im Verbund mit der Enkelin des bekannten Exlibriskünstlers Hubert Rockenberger, der in Norwegen lebenden Annika Rockenberger, eine feine Lösung. „Um diese schöne Tradition für all unsere Mitglieder beizubehalten, habe ich unser Mitglied, den Holzstecher Horst Brandenburg aus Vorpommern beauftragt, ein PF zu gestalten und zu drucken. Das Honorar für diese Arbeit wurde von unserem Mitglied aus Norwegen Annika Rockenberger […] und von mir selbst aufgebracht. Thema des Blattes ist die weltpolitische Situation. Schnell hat er einen Entwurf vorgelegt, der sich – obwohl die Lage bekanntermaßen düster und problematisch ist – auf humoristische Weise diesem Thema annimmt.“ Auch vom Holzstecher selbst, Horst Brandenburg, gibt es ein berührendes Statement, in dem er auf das Motiv und seine Quelle blickt, dann in einem zweiten Absatz auf Die Axt Gottes von Simon Brett eingeht und seine Conclusio daraus verweist („Wir sollten es darstellen, das Leid der Welt, es bewegt die Menschen.“) und schließlich – noch ein paar Worte zu Technik, Druck und Ausführung, seiner Werkzeugausstattung und schließlich seinem Umgang mit dem Resultat verliert. Die Verse sind übrigens im Bleisatz gedruckt. Am Ende gibt es gute Wünsche des DEG-Präsidenten für alle Exlibris-Freunde. Und alle Informationen dazu – hier.

(André Schinkel/Pressemiteilung)

Mi, 03.12.2025

Exlibris des Monats im Dezember

Das DEG-Exlibris des Monats Dezember stammt von Alberto Martini (1876–1954) und entstand für Gianni Mantero (1897–1985). In einer berührenden und eingehenden Besprechung des Blattes begründet die Rezensentin Ulrike Ladnar die Wahl des Kunstwerks für den Dezember, der an sich eine Zeit der Besinnung und der Einkehr sein möge. Handelt es sich doch um ein Kriegsblatt, das die beiden großen Weltkriege und deren mit ihnen in Verbindung stehende Verheerung aller Dinge zum Gegenstand hat. Und geht der Tod als Schnitter, nach allen Seiten „Guerra“ brüllend, durch die Verwüstung – und damit zipfelt das Blatt, das dem ehemaligen FISAE-Präsident Gianni Mantero zugeeignet ist, dunkel in die Gegenwart. Nichtsdestotrotz ist die Besprechung mit dem Wunsch Ulrike Ladnars verbunden, da möge eine Aussicht sein und sich die Taube mit dem Ölzweig wieder erheben können: „Allen Mitgliedern wünschen wir auch in diesen schwierigen Zeiten oder besser: trotz dieser schwierigen Zeiten ein schönes Weihnachtsfest mit Familie und oder Freunden und ein gutes und vor allem friedvolles Neues Jahr. Vielleicht kann das leider traurig stimmende Exlibris, das aber der Exlibriskultur künstlerisch und inhaltlich große Ehre macht, bei allen Betrachtern den Friedenswunsch verstärken.“ Und die Betrachterin verbindet das mit dem Wunsch, das Dezember-Exlibris für 2026 möge mit einem hellen, nach den Maßgaben der Aufklärung guten Engel versehen sein, einem Engel des Lichts, wie es die Zeit verdient. Und dass die im Fußteil abgebildete, gerupfte Taube wieder Mut und Federn fasst, um den Erdkreis zu fliegen ... Der ganze Text findet sich hier. Super diruta construere heißt übrigens frei übersetzt ... Auf dem Zerstörten neu erbauen. Wohl dem.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 05.11.2025

Exlibris des Monats im November

Das DEG-Exlibris des Monats für den November des Jahres – es stammt von Siegfried Otto Hüttengrund, einem renommierten und, nun ja, selbst ein bisschen geheimnisvollen Künstler aus Westsachsen, und wurde für Marina Stappen geschaffen. Und in der Tat: „In welchem Monat könnten diese Exlibris-Betrachtungen zu den altägyptischen Göttern Isis und Anubis besser passen als in den November“, so beschreibt es DEG-Rezensent Heinz Neumaier in seiner eingehenden Betrachtung des Blattes, das tief in die Geschichte der wohl erstaunlichsten Kultur dieser Welt lotet. Und: „Nicht nur Historiker sind seit Jahrhunderten von der ptolemäischen Königin Kleopatra VII. (69–30 v. Chr.) fasziniert. Wie kaum eine andere Potentatin ist ihre Person in der Kunst- und Filmwelt von herausragender Bedeutung. Als Frau an der Spitze eines Königreiches, in dem der Pharao(nen)-Titel im Normalfall lediglich Männern zugänglich war, gelang es ihr, sich selbst als Inkarnation der Göttin Isis zu inszenieren, um als Herrscherin politische Macht auszuüben, sowie den Isiskult und damit ihre eigene Person weit über die Grenzen ihres Königreiches in anderen Ländern zu etablieren.“ Weiter: „Für Marina Stappen schuf der Maler und Grafiker Siegfried Otto Hüttengrund (*1951) ein Exlibris mit der Darstellung Kleopatras als Isis-Göttin, an deren Seite der Totengott Anubis zu sehen ist.“ Und es verweist auf einen weiteren Großen: „Der Exlibriskünstler, der seine Werke häufig mit einem S.O.H.-Monogramm kennzeichnet, hat hier die Technik des Holzrisses angewandt, bei der er mit dem Radiergriffel feinste Linien in harte Holzflächen ritzt und darauf Abzüge im Hochdruckverfahren herstellt. Die Eignerin sammelt Blätter zum Gesamtwerk des englischen Schriftstellers William Shakespeare. So ist auch anzunehmen, dass dessen 1606/1607 fertiggestellte Tragödie Antonius und Cleopatra bei der Entstehung dieses Exlibris Pate gestanden ist.“ Und noch einiges Faszinierendes ist da zu lesen. Der ganze Text findet sich auf der DEG-Seite.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 02.10.2025

DEG-Kleingrafik des Monats: „Auf dem Land“ von Safiya Piskun

„Auf Tagungen ziehen Hunderte von Kleingrafiken am Blick des Betrachters vorüber. Einen großen Teil vergisst er, kaum dass er ihn gesehen hat. Bei einigen wird man jedoch spontan angesprochen, das Auge verweilt und die intensivere Beschäftigung mit dem Blatt kann beginnen. Sender und Empfänger haben offenbar die gleiche Frequenz. So ging es mir am 10. Mai mit der vorliegenden feinziselierten Strichätzungs-Radierung von 10 cm x 10 cm Plattengröße. Massiv und beunruhigend dominiert im Vordergrund die Silhouette eines Baumstamms, dessen Äste offenbar abgesägt wurden, die Szenerie. Auf den ersten Blick scheint er im Gegenlicht zu stehen ...“ Damit beginnt der Text von Andreas Raub, die Grafik des Monats bei der DEG betreffend: Auf dem Land von Safiya Piskun aus Belarus. Dem folgt eine so eingehende wie berührende Exegese des Blattes, das sich mit dem Natur und den Eingriffen der Menschen in sie, aber auch, im Symbol der beiden Störche, mit der Hoffnung befasst. Der ganze Text Andreas Raubs zum Blatt ist auf der Site der DEG zu lesen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 04.09.2025

September: Exlibris des Monats

Peter Barth aus Lüdinghausen bespricht für den September das Exlibris des Monats auf der Webseite der Deutschen Exlibris Gesellschaft e. V. – er tut dies mit einer poetischen ... tief lotenden Exegese für das feinstziselierte Blatt von Andreas Raub für die Dres. Monika und Peter Nölke.Wir sind nicht in der Zeit der Burgen und alten Gemäuer gefangen“, schreibt er, „seien sie auch noch so malerisch und von sich kräuselndem Wasser umhüllt.“ Und weiter heißt es: „Man mag dem Künstler vordergründig einen Hang zu Historisierung oder Romantisierung vorwerfen. Hier jedoch tritt er eindeutig den Gegenbeweis an. Er gibt uns zu sehen, was er nicht zeigt. Das scheinbar harmlose Oval hat es in sich.“ Die ganze Auslegung zum Blatt findet sich auf der Webseite der DEG.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 05.08.2025

DEG: Exlibris des Monats im August

Das DEG-Exlibris des Monats August 2025 stammt von Elfriede Weidenhaus und entstand für Anton Vetterle. DEG-Freund Heinz Neumaier würdigt das Blatt, das sich im Namen und Thema dem Monat, für den es gewählt wurde, geradezu synonym und passend verhält, in einer eingehenden Besprechung samt weiterführendem Fußnotenbereich. Lesen wir kurz hinein: „Kaum ein Exlibris ist für den Sommermonat August besser geeignet, als ein Bücherzeichen, das sich mit der Stadt Augsburg, der schwäbisch-bayerischen Metropole und seiner Geschichte beschäftigt. Schon der Name des Eigners lässt uns vermuten“, geht es im Text weiter, „dass die aus Berlin stammende Grafikerin und Aquarellmalerin Elfriede Weidenhaus (1931–2023) diese Radierung für einen Einheimischen geschaffen hat, der höchstwahrscheinlich den Namen der Stadt als ‚Augschburg‘ aussprechen wird. Diese typisch alemannische Eigenheit, mit manchen S-Lauten umzugehen, ist bis ins Allgäu hinein weit verbreitet. Auf seinem Exlibris sind einige der schönsten Gebäude der Altstadt abgebildet, die Augsburg als Renaissance-Stadt berühmt gemacht haben.“ Und im weiteren Verfolg heißt es am Schluss der Würdigung: „Vielleicht fühlt sich nun mancher Leser dieses Beitrags ein wenig angeregt, das von dem im August des Jahres 14 n. Chr. verstorbenen Kaiser Augustus vor über 2000 Jahren gegründete Augsburg mit seinen Sehenswürdigkeiten – eventuell im Monat August – zu besuchen.“ So sei es – der ganze Text Heinz Neumaiers findet sich hier. Schönes Blatt.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 01.07.2025

DEG: das Exlibris des Monats Juli von Bruder Notker.

DEG: Exlibris des Monats Juli 2025

Das DEG-Exlibris des Monats für Juli 2025Bruder Notker für Johann Georg von Sachsen, wurde heute auf der Webseite der Deutschen Exlibris-Gesellschaft e. V. vorgestellt. „Den Mönch Bruder Notker Becker OSB (1883–1978) aus Maria Laach braucht man in der DEG wohl kaum vorzustellen; er war der Onkel unseres langjährigen Ehrenpräsidenten Paul G. Becker († 01.01. 2024). Dieser hat jenem auch einen Beitrag im DEG-Jahrbuch von 1998 gewidmet, in dem er das Exlibris der Katharina Reuther und die zugehörigen Entwürfe vorstellt. Der Künstler Bruder Notker, der mit bürgerlichem Namen Heinrich hieß, wurde am 23. März 1883 in Mülheim an der Ruhr geboren und wuchs in Köln-Kalk auf ...“, so beginnt der eingehende Text von Professor Dr. Hans-Walter Stork, der das dem Bruder des letzten sächsischen Königs gewidmete Blatt würdigt. Dem folgt die Erörterung des Motivs (das christliche Ägypten) und des Exlibris selbst. Ein überaus aufschlussreicher Text, der auch Archäologen und Religionsforscher reizt. Der ganze Wortlaut hier

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 02.06.2025

Exlibris des Monats Juni bei der DEG: ein Kupferstich Norbert Salzwedels für Dr. Joachim Werner (2025).

„Exlibris des Monats“ im Juni 2025

Siegfried Bresler von der Deutschen Exlibris Gesellschaft e. V. hat in der Exlibris-des-Monats-Rubrik der DEG eingehend über das abgebildete Blatt Norbert Salzwedel für Dr. Joachim Werner geschrieben und befunden: Das Exlibris des Monats kommt in seiner Exegese als raffiniertes Spiel mit Metaphern einerseits und Lebenswirklichkeiten des Sammlers und Auftragsgebers andererseits daher. „Das hier vorgestellte Exlibris des Berliner Künstlers Norbert Salzwedel“, heißt es auf der Webseite der DEG, „wurde beim DEG-Wettbewerb 2025 in der Kategorie Bester Künstler von einer Jury prämiert. Das Blatt ist als Kupferstich für den Eigner Dr. Joachim Werner gestaltet worden, der passionierter Sammler von Stühlen aus allen Epochen ist. Somit erklärt sich die Fülle von unterschiedlichen Stühlen in dieser Grafik, die ungeordnet durch das Bild fliegen.“ Und weiter: „Zentral ist die Figur eines Kardinals, der auf einem schräg gestellten Stuhl sitzt. Gezeigt ist der spanische Großinquisitor Fernando Niño de Guevara – geboren 1541 in Toledo, gestorben 1609 in Sevilla – so wie ihn der Maler El Greco um 1600 porträtiert hat. Das Gemälde, das für diese Abbildung als Vorlage diente, befindet sich heute im Metropolitan Museum of Art in New York.“ In seiner Auslegung führt Bresler sehr fein aus, wie sich das Alltägliche eines wackligen Stuhls mit dem Nimbus eines Inquisitors, dessen Hände mit Blut beträuft und sein Bestehen vor Gott deshalb auch fraglich ist, verbinden. Und führt dies beherzt ins Allgemeine zurück: „Beim nächsten Setzen auf einen Stuhl, welcher Art auch immer, sollte man prüfen, wie sicher der Sitzplatz ist.“ Wohl dem. Der ganze Text, der sich dem Exlibris des Monats widmet, findet sich auf der Webseite der DEG.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 22.12.2022

Zwei Exlibris von Žibuntas Mikšys (1923–2013).

Exlibris von Žibuntas Mikšys

Klaus Rödel teilt im jüngsten FISAE-Newsletter Interessantes über einen litauischen Exlibris-Künstler mit, dessen 100. Geburtstag im nächsten Jahr ansteht. Er schreibt: „Liebe Exlibrisfreunde, aus Litauen kommt ein Artikel über den Künstler Žibuntas Mikšys mit einer Auswahl seiner interessanten Exlibris. Es ist erfreulich, dass unsere Exlibrisfreunde in Litauen […] mit Material für den FISAE-Newsletter beitragen.“ Jonas Nekrašius, ein ausgewiesener Kenner des ganz eigenen, außergewöhnlichen Werks wie des Lebens von Mikšys, würdigt dessen Vermächtnis wie folgt:

„Die Exlibris von Žibuntas Mikšys (1923–2013) heben sich aus dem Universum der von zeitgenössischen litauischen Künstlern gestalteten Exlibris ab. Seine Exlibris sind einzigartig in ihrer Sensibilität, Transparenz, Klarheit der Botschaft, Eleganz und Plastizität. Inspiration für die Arbeit des Künstlers sind: der Mensch als Wesen, die Welt um ihn herum, Bilder der Natur, Fragmente der Stadt, architektonische Motive, Schriftzüge und Inschriften.

Wir glauben, dass der Künstler über 150 Exlibris entworfen hat, darunter einzigartige Collagen. Linolschnitt und Radierung, oft mit Aquatinta veredelt, sind seine bevorzugten Techniken zur Herstellung von Exlibris. Mikšys hat erwähnt, dass sein erstes Exlibris Ex libris Ž. Mikšys ein Linolschnitt aus dem Jahr 1940 war. Der Künstler signierte seine Exlibris nur selten und vertrat die Ansicht, dass Exlibris in mehreren Exemplaren gedruckt und in die Bücher gelegt werden sollten, um die Eigentümerschaft anzuzeigen. Seine Exlibris zeichnen sich durch ein organisches Bild aus – eine Mischung aus grafischen und linearen Strukturen des assoziativen Denkens.

Eine Linie, eine Zeichnung und virtuos eingebettete Schrifttexte, die in den Werken des Miniaturdrucks zu einer einzigen Struktur zusammenwachsen, bewahren nicht nur die Integrität und Dekorativität des künstlerischen Bildes, sondern wecken auch eine eigentümliche Spannung und eine Kette von Assoziationen, die uns dazu anregen, Symbole zu durchdringen und nach einem tieferen Sinn zu suchen. Er schuf solche Exlibris für die Schauspieler S. Pilka, L. Noreika, die Künstlerkollegen V. Antanavičius, V. Kisarauskas und A. Švažas, die Dichter S. Geda und M. Karčiauskas, den Publizisten J. Keliuotis, den Ethnografen V. Milius und andere. 

Der Künstler fertigte auch eine Reihe von Exlibris-Collagen an, in die er häufig Poststempel, handgeschriebene Texte, Drucke und andere Materialien einarbeitete. Zusammen mit dem deutschen Künstler Rainer Mordmüller entwarf er einen „Giganten“ – wie er es selbst nannte – ein Exlibris mit der Aufschrift Ex libris Rainer Gottlieb Mordmüller, das nicht dem für seine Drucke üblichen Maßstab entsprach. […] Die Exlibris […] wurden auf zahlreichen europäischen und nordamerikanischen Ausstellungen gezeigt, darunter auf Exlibris-Kongressen und anderen internationalen Wettbewerben. Diese Präsentation ist Teil des Projekts der litauischen Exlibris-Schöpfer für ein enzyklopädisches Nachschlagewerk, das vom litauischen Kulturrat und der Stadtverwaltung von Šiauliai finanziert wird.“

(André Schinkel/Pressemitteilung)