Pirckheimer-Blog

Sa, 16.03.2019

Im Licht von Raum und Zeit

Unter diesem Titel zeigt das Klingspor-Museum Fotografien und Künstlerbücher von lnes von Ketelhodt

lnes von Ketelhodt blickt auf ein über 30jähriges Buchschaffen zurück und gehört schon seit vielen Jahren zu den Protagonistinnen des zeitgenössischen Künstlerbuches. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch die Kombination von Fotografie und Typografie aus. Verfremdung, Unschärfe und Langzeitbelichtung führen zu ungewöhnlichen Seherfahrungen. Oft wirken ihre Bilder wie Traumsequenzen oder lassen Zeitabläufe erkennen. Immer stehen die Fotografien im Wechselspiel mit typografisch sorgfältig inszenierten Texten, die von der Romantik bis zur Gegenwart reichen. 

Eröffnung: 31. März 2019, 11.30 Uhr, es spricht Paul van Capelleveen, Koninklijke Bibliotheek, Den Haag, musikalische Begleitung Kerstin Fahr 
Ausstellung: 31. März - 19. Mai 2019

Klingspor Museum Offenbach
Herrnstraße 8, Büsing Palais, 63065 Offenbach am Main

Fr, 15.03.2019

Kay Voigtmann - Lederdämon, Siebdruck 2019, Beilage zu Marginalien # 232

Freikarten für die Leipziger Buchmesse

Das richtige Lösungswort für unser Gewinnspiel wurde von allen Teilnehmern genannt. Die Originalgraphik, die alle Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft mit dem ebenfalls kostenlosen Heft der Marginalien erhielten, wurde für die Nummer 232 von Kay Voigtmann gestaltet.

Eine Tageskarte haben u.a. gewonnen:
Gabriele A., Markranstädt
Nora D., Berlin
Lena H., Weimar
Udo H., Berlin
Sabine K., Leipzig
Sabine M., Altenburg
Christian S., Neumünster
Michael Sch., Saalfelder Höhe
Ralf W., Magdeburg
Sigrid W., Magdeburg
Die Gewinner erhalten ihren Code zum Freischalten der Tageskarte per E-Mail.

Selbstverständlich würden wir uns über einen Besuch der Gewinner an unserem Stand auf der Leipziger Buchmesse freuen, Halle 3, Stand E 519.

Do, 14.03.2019

Hokkei, Stillleben: Ukifune, Abbn. © MKG Hamburg

Surimono?

Surimono (japanisch „Drucksachen“) stellen eine besondere Form des japanischen Farbholzschnitts dar. Der Begriff bezeichnet Grußkarten mit kurzen Dichtungen wie Haiku oder Kyoka, die von Einzelpersonen, Dichtervereinigungen, Unternehmen wie Restaurants oder Theatern in Auftrag gegeben und zu verschiedenen Anlässen an Freunde und Bekannte verschenkt wurden. Im Unterschied zu den handelsüblichen Farbholzschnitten waren Surimono nicht für den Verkauf bestimmt. Produziert wurden sie über einen Zeitraum von annähernd 150 Jahren zwischen 1730 und 1880.

Die Formate der Drucke reichen von kleinen Blättern mit den Maßen 6 x 8 cm bis hin zu Großformaten mit den Abmessungen 36 x 58 cm. Viele der heute noch erhaltenen Surimono wurden in aufwendigen und kostenintensiven Druckverfahren hergestellt, die auch Prägungen, Gold- und Silbereffekte einschließen konnten. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie bei Sammlern japanischer Farbholzschnitte aus Europa und den USA zu begehrten Objekten, seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden sie auch in Japan hoch geschätzt. (Nach: Wikipedia.)

Zu den Künstlern, die sich dieser intimen Graphik widmeten, gehörten beispielsweise Katsushika Hokusai (1760–1849), dessen Einfluß auf europäische Künstler wie Vincent van Gogh, Paul Gauguin, Egon Schiele und Gustav Klimt allgemein bekannt ist; sein Schüler Totoya Hokkei (1780–1850), oder der hier mit einem „in seiner graphischen Gestaltung und seinen Farbkontrasten besonders exquisiten Blatt“ vorgestellte Hokuga Yamadera, von dem man wohl nur weiß, daß er um 1830 bis 1853 tätig war.

Mit dem dreibändigen, im OSTASIEN Verlag in Gossenberg erschienenen Katalog Warten auf das Neujahrslicht werden alle bis einschließlich 2006 in den Bestand des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKGH) gekommenen Surimono vorgelegt. Er führt dem Leser jedes der 173 Einzelblätter und ein Album der Sammlung mit farbigen Abbildungen sowie Übersetzungen und Interpretationen der Gedichte in deutscher und japanischer Sprache vor Augen, erklärt die angewandten Drucktechniken und bettet die Surimono in ihren kulturellen Hintergrund ein. Detailaufnahmen bieten Einblicke in bemerkenswerte Techniken und Arbeitsweisen.

Ein ausführliches Glossar, in dem für das Verständnis der Graphiken und Gedichte wichtige Begriffe aus der japanischen Geschichte, dem Theater, der Fauna und Flora oder anderen Bereichen erläutert werden; Verzeichnisse der Surimono-Künstler und ihrer Siegel; der Dichter sowie der Dichterclubs, in deren Auftrag viele der Surimono entstanden, und deren Marken und Embleme runden die Darstellung ab.

Die Katalogbände werden auf der entsprechenden, informativ verlinkten Webseite des OSTASIEN Verlags in Text und 17 Bildern anschaulich vor- und dargestellt. Hervorhebenswert ist die Rezension in den Hamburger China-Notizen.

Der in dieser Ausführlichkeit und opulenten Bebilderung seinesgleichen suchende Katalog dürfte nicht nur die Liebhaber von Japonica, sondern auch Bibliophile begeistern, die sich dem Sammeln von Gelegenheitsgraphik verschrieben haben.

(Bernd-Ingo Friedrich)

Warten auf das Neujahrslicht. Japanische Grußblätter (Surimono) aus dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Herausgegeben von Ursula Lienert, Hannelore Dreves und Mizuki Wildenhahn. Gossenberg: OSTASIEN Verlag 2011. (Deutsche Ostasienstudien 5.)

Thomas Ranft, Till Sailer und Gregor Torsten Kozik vor Gemälde von Kozik

Landschaftssicht = Weltsicht?

Clara-Mosch-Ausstellung auf der Burg Beeskow

Gleich zwei Ausstellungen auf einmal wurden am Sonnabend auf der Burg Beeskow eröffnet. Das ist ungewöhnlich, zumal die Präsentation im Erdgeschoss das Wirken einer Künstlergruppe unter dem Namen Clara Mosch betraf, die von 1977 bis 1982 bestand. In der oberen Etage aber waren Arbeiten zu sehen, die im vorigen Jahr bei einem dreiwöchigen Symposium mit Teilnahme von Künstlern aus Sachsen und Brandenburg in Lübbenau entstanden. Die Berührungspunkte zwischen beiden Expositionen erklärte Burgchef Arnold Bischingen in seiner Begrüßung der rund 50 Gäste der Vernissage so: „Damals wie heute setzen sich Künstler im Verlauf ihres künstlerischen Zusammenseins mit kollektiven und individuellen Perspektiven, Befindlichkeiten und Sehnsüchten und mit gesellschaftlichen Modellvorstellungen auseinander.“ Verbindend ist auch, dass zwei Künstler der Karl-Marx-Städter (heute Chemnitz) Gruppe bei dem von Herbert Schirmer einberufenen Lübbenauer Symposium auch dabei waren: Thomas Ranft, das Haupt von Clara Mosch, der Gruppe, die den Namen nach den Anfangsbuchstaben ihrer fünf Mitglieder gewählt hatte, und Gregor Torsten Schade, seit 1980 Kozik.

Clara Mosch, bestehend aus Carlfriedrich Claus, Dagmar Ranft-Schinke, Michael Morgner und Gregor Torsten Schade, konnten in der DDR künstlerisch nur in einer politischen Grauzone an die Öffentlichkeit treten, denn „die Künstler setzten sich bewusst ab vom vorgegebenen Stil des sozialistischen Realismus und entwickelten unabhängig ihre eigenen Kunstformen“, so Arnold Bischinger. Herbert Schirmer hat nun gemeinsam mit Thomas Ranft versucht, die Landart-Aktionen der Clara-Mosch-Künstler unter den gegenwärtigen Bedingungen wiederzubeleben. Das Thema der zweiten Ausstellung, „Landschaftssicht = Weltsicht?“ stellt die Landschaft des Spreewaldes in den Fokus der aktuellen Weltsicht, ob es die abgelegene Wasserlandschaft der Lausitz ist oder das Besucherbergwerk „Abraumförderbrücke F60“ am Bergheider See. Und damals wie heute kommt es „im ungestümen Malprozess zu spannungsvollen Bildfindungen“, wie Herbert Schirmer bezüglich Gregor Torsten Kozik feststellt, als auch wie bei Thomas Ranft zu „filigranhaften, transparenten Geweben aus ungezählten Linien und Punkten, die den Charakter von meditativen Niederschriften aufweisen“.

Ilona Weser, frühere Leiterin des Beeskower Kunstarchivs, freut sich über die interessante Ausstellungskonzeption und besonders auch, dass viele Blätter von Clara Mosch aus dem Kunstarchiv stammen.

(Elke Lang)

Ausstellung: bis 26. Mai 2019
12. April 2019, 19 Uhr Gespräch mit Christiane Bergelt, Micha Brendel und Herbert Schirmer

Burg Beeskow

Frank Wahle, Madame Veto, Farb - Holzschnitt, aus der Mappe »Grafik zu Liedern der Französischen Revolution«, 1989, Foto: A. Herrmann, © Künstler

Grafik zu Liedern der Französischen Revolution

Ein Mappenwerk aus dem Jahr 1989 mit Arbeiten von: Ulrich Hachulla, Karl-Georg Hirsch, Joachim Jansong, Joachim John, Rolf Kuhrt, Werner Liebmann, Gerd Mackensen, Reinhard Minkewitz, Rolf Münzner, Ronald Paris, Volker Pfüller, Otto Sander, Stefan Thomas Wagner, Frank Wahle, Trak Wendisch und Winfried Wolf.

1988 gibt der Verband Bildender Künstler der DDR eine  Grafikmappe in Auftrag, die zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution erscheinen soll. Warum, so könnte man fragen, wird eben jenes historische Ereignis gewählt, welches so ambivalent ist und eine komplexe Deutungsgeschichte mit sich führt?
Die Herausgeberinnen und Herausgeber der Grafikmappe haben einen spezifischen Aspekt im Blick: So betont der  Kunstwissenschaftler Peter Pachnicke im beiliegenden Text die »sinnliche Überzeugungskraft« der Menschen, die auf den Straßen von Paris um Anerkennung rangen. Dieses dort beschworene Pathos 1989 erscheint »Grafik zu Liedern der Französischen Revolution« mit der Beilage einer Schallplatte mit insgesamt 21 von Dieter Süverkrüp gesungenen Liedern, deren Texte aus der Zeit der Französischen Revolution stammen. Und auch wenn sich die Grafiken mit ihren Titeln auf jene Kampf- wie Liebeslieder beziehen, so spiegeln diese selten die Atmosphäre der Blätter. Hier begehrt kein Volk auf. In düsteren Visionen zeigen die Künstler in Lithografien, Radierungen und einem Siebdruck, zweifelnde Figuren, Massen, die erneut von einem König unterdrückt werden und Fratzen von zweifelhaften »Erben«, die bedrohlich nach vorn schreiten.
Schwarz bestimmt viele der Kompositionen, seien es feine, zerbrechliche Arrangements oder mit dickem Strich geformte Figuren. Selbst die farbigen Blätter in diesem Kompendium sind ergriffen von dieser Drastik. Jener spannungsreiche Kontrast zwischen der Interpretation der Auftraggeber und den Interpretationen sowie Umsetzungen der Künstler öffnet auch einen Blick auf den nunmehr historischen Moment 1989.

Vernissage: 24. März 2019, 14 Uhr, es spricht Florentine Nadolni, Leiterin des Kunstarchivs Beeskow und des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR Eisenhüttenstadt
Ausstellung: 24. März - 3. Juni 2019

Schloss Biesdorf
Alt-Biesdorf 55, 12683 Berlin

Di, 12.03.2019

Thomas Reinecke "Entdeckerfreuden - Der Wehrhahn Verlag", Marginalien #232, S. 41ff

Der Wehrhahn Verlag kommt nach Leipzig

Aufmerksamen Lesern der Marginalien wird nicht entgangen sein, dass der Wehrhahn Verlag aus Hannover in der Vergangenheit nicht auf den Messen in Leipzig und Frankfurt vertreten war. Diese Information von Thomas Reinecke in den Marginalien wurde, kaum erschienen, von der Realität eingeholt: In wenigen Tagen werden wir Matthias Wehrhahn auf der Leipziger Buchmesse an seinem Verlagsstand in Halle 5, E 405a. finden.

Die Neuhauser Kunstmühle präsentiert Remigio

Die Neuhauser Kunstmühle präsentiert an gewohnter Stelle auf der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr vor allem ihr Projekt „Remigio“ (Näheres auch auf facebook) und die Tapete von Markus Krön (die nebenstehende Abb. zeigt einen Ausschnitt). Und wie alljährlich zeigt die Neuhauser Kunstmühle mit Thomas Franke an der Steindruck-Presse, wie eine Lithografie entsteht!

21. - 24. März 2019

Leipziger Buchmesse
Halle 3, Stand H 402

Mo, 11.03.2019

AdA 1/2019

Das soeben ausgelieferte neueste Heft "Aus dem Antiquariat" enthält unter anderem Beiträge von Hans Altenhein (Der Kritiker Adolph Müllner. Eine Aktualisierung), Frank-Rutger Hausmann (Die Verlagsbuchhandlung der Gebrüder Henninger in Heilbronn) und Roland Stark (Buchkunst im frühen S. Fischer Verlag, 1889 bis 1906).

In der Rubrik Antiquariat findet sich ein ausführlicher Bericht von den Antiquariatsmessen in Ludwigsburg und Stuttgart.

Es gibt außerdem einen Terminkalender (Messen, Auktionen, Ausstellungen) sowie eine Übersicht über neue Antiquariatskataloge und -listen.

So, 10.03.2019

Jan Tschichold – ein Jahrhunderttypograf?

Blicke in den Nachlass

Obwohl selbst nie am Bauhaus tätig gewesen, gilt der in Leipzig geborene Typograf, Plakatdesigner und Buchgestalter Jan Tschichold (1902–1974) als einer der wichtigsten Vertreter der funktionalen Typografie. Anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums zeigt das Deutsche Buch- und Schriftmuseum in seiner neuen Wechselausstellung die Meilensteine seines typografischen Lebenswerkes.

Der 176 Kisten umfassende Nachlass Tschicholds gewährt Einblick in alle Schaffensperioden und Meilensteine seiner typografischen Arbeit: Beginnend mit den ersten Skizzenbüchern des 16-Jährigen über zahlreichen Schriftentwürfe, Studien zu Buchcovern und Arbeiten im Umfeld der „Neuen Typographie“ bis hin zu seinen pädagogischen Schriften und den Arbeiten für die gestalterischen Gesamtauftritte großer Unternehmen. Anhand einer Auswahl von ca. 200 Objekten führt die Ausstellung durch die Biografie dieses Jahrhunderttypografen, dessen Leben von zahlreichen, auch exilbedingten Brüchen und Neuanfängen geprägt ist. Dieses „Zick-Zack“ durch das Jahrhundert der Typografie bettet Tschicholds berühmte Arbeiten aus den 1920er-Jahren in den Kontext seines Gesamtwerkes. Dass die „Neue Typographie“ im Umfeld des Bauhauses, die Tschicholds Ruhm begründet hat, dabei nur eine Facette des Werkes darstellt, wirft auch ein neues Licht auf 100 Jahre Rezeption des Bauhauses.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch, knapp 400 Seiten, Wallstein Verlag, 24,00 Euro.

Ausstellungseröffnung: 18. März 2019, 19:30 Uhr
Ausstellung: 19. März - 8. September 2019

Deutsches Buch- und Schriftmuseums / Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig
in Kooperation mit der Universität Erfurt

Sa, 09.03.2019

Heinrich Stieglitz, ein Denkmal

Bernd-Ingo Friedrich veröffentlichte jetzt bei Arnshaugk, Neustadt den zweiten Teil seiner Forschung zu Heinrich Stieglitz.

Heinrich Stieglitz (1801-1849) gehört zu den Persönlichkeiten, deren Bild sich durch interessengeleitete Wahrnehmung, Deutung und Bewertung schon zu Lebzeiten weitgehend verfestigt hat. Ein solches auf verschlungenen Pfaden tradiertes und durch die Macht steter Wiederholung erstarrtes Bild infrage zu stellen, gehört zu den vorrangigen Aufgaben biographischer Forschung, wie sie sich der Pirckheimer Bernd-Ingo Friedrich bereits zu Gottlob Leopold Immanuel Schefer (1784–1862) und Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871) verschrieb.

Der zweite Band des Denkmals für Heinrich Stieglitz ist seinem Werk gewidmet.
In einem ersten Teil werden „Der Dichter Heinrich Stieglitz“, seine Bilder des Orients und die im vierten Band derselben enthaltene Tragikomödie „China“ in Beziehung zur Gesamtheit der deutsch-orientalischen Dichtung des 19. Jahrhunderts gesetzt. Ein Verzeichnis der Publikationen und nachgelassenen Produktionen runden die Bestandsaufnahme ab. Dem Anhang „Heinrich Stieglitz als Texter“ folgt eine ausführlich kommentierte Bibliographie der Vertonungen seiner Gedichte. Der zweite Teil besteht aus rund 90 „Nachklängen“, also „einer kritischen Sichtung und Neubewertung überlieferter Interpretationen und bekannter Quellen“, sowie einer kurzen Zusammenfassung. Ein dritter Teil enthält die Register für beide Bände der Monographie.

Eine Rezension on U.E.G. Schrock erschien in Marginalien, # 229, S. 96f

Friedrich, Bernd-Ingo: Heinrich Stieglitz, ein Denkmal.
Erster Teil: Biographie und Exkurse. Arnshaugk Verlag 2018. ISBN 3-944064-88-7. 58,– €
Zweiter Teil: Anhänge, Nachklänge und Register. Arnshaugk Verlag 2019. ISBN 3-944064-89-5. 58,– €

Janosch - zurück im Bilderbuchmuseum

Endlich ist es soweit! Nach langen Reisen zu unterschiedlichen Ausstellungshäusern und -orten sind die Originalarbeiten von Janosch wieder im Bilderbuchmuseum Burg Wissem eingetroffen.

Ein guter Grund, den „Vater der Tigerente“ mit einer großen Schau willkommen zu heißen. Lieblinge wie Tiger und Bär, die nach Panama reisen, werden dabei ebenso zu sehen sein wie Märchenillustrationen, Originale zu Kasper Mütze oder Postkartenentwürfe.

Janosch, sowohl Maler, Zeichner als auch Autor, ist einer der erfolgreichsten deutschen Bilderbuchillustratoren, der seit 1960 Kinder wie Eltern begeistert. Er veröffentlichte bis heute fast 400 Bücher, die in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden. Das Bilderbuchmuseum in Troisdorf verfügt über den weltweit größten Bestand an Janosch-Illustrationen aus der Dauerleihgabe der Janosch-Film & Medien AG Berlin.

Ausstellung: 17. März - 30. Juni 2019

Fr, 08.03.2019

FRIEDER HEINZE – Arbeiten auf Papier

Mystisch und geheimnisvoll wirken die Malereien und Grafiken des in Leipzig geborenen Künstlers Frieder Heinze. Der Schüler von Bernhard Heisig und Werner Tübke, Mitinitiator und -gestalter des 1. Leipziger Herbstsalons (1984)  kehrte sich schon früh von einer Darstellungsart ab, für die u.a. seine Lehrer exemplarische Gestaltungskonzeptionen entwickelten. Frieder Heinze verwarf die figürlich-illusionistische Malerei mit einem starken narrativen Bezug und entwickelte einen formel- und flächenhaften Malstil. Ornamenthafte Zeichen, kalligraphische Elemente, urtümliche Gestalten, auch Zitate mittelalterlicher religiöser Kunst verbreiten sich labyrinthartig über die Fläche, bevölkern in großer Dichte die gemalten bzw. gezeichneten Bildteppiche. Nicht von ungefähr wurde oft und richtig auf die Nähe der Bildsprache des Künstlers zu prähistorischen Darstellungen verwiesen. Frieder Heinze gefällt das Diktum von Picasso, der nach Besichtigung neu entdeckter Höhlenmalereien der Steinzeitmenschen mit Blick auf die eindrucksvollen Tierdarstellungen gesagt haben soll, dass die Künstler nichts dazugelernt hätten. Aber nicht nur Prähistorisches bzw. die sogenannte Kunst der Naturvölker bieten Inspirationsquellen. Die ausgestellten Lithografien, die in Teilen handkoloriert wurden, weisen auch deutliche Bezüge zu surrealistischen Strömungen auf. Der schier unerschöpfliche Erfindungsreichtum Frieder Heinzes schlägt eine Brücke von den phantastischen und seltsam verstörenden Figuren eines Hieronymus Bosch hin zu Bildschöpfungen von Klassikern der Moderne wie Paul Klee und Miró.

(Matthias Frohl)

Ausstellungseröffnung: 16. März 2019, 16.00 Uhr, Frieder Heinze wird mit den Ausstellungsgästen ein originalgrafisches  Ausstellungsplakat drucken und auf Wunsch signieren.
Ausstellung: 16. März - 31. Mai 2019

Galerie „Sonnensegel“
Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg a.d. Havel

Do, 07.03.2019

am Stand der Pirckheimer-Gesellschaft zur Leipziger Buchmesse 2018

Freikarten zur Leipziger Buchmesse

Den Mitgliedern der Pirckheimer-Gesellschaft stehen auch in diesem Jahr wieder Freikarten für einem Besuch der Leipziger Buchmesse zur Verfügung. Leider nicht unbegrenzt, deshalb werden diese Tageskarten verlost. Es nimmt jeder Pirckheimer an der Verlosung teil, der sich bis zum 14. März per E-Mail oder postalisch unter "Pirckheimer-Gesellschaft, Driesener Str. 13, 10439 Berlin" anmeldet.

Auch Nichtmitglieder können mit einer Bewerbung um eine Freikarte in die Lostrommel kommen, müssen dabei aber den Namen des Künstlers nennen, von dem die Originalgraphik, die (für Mitglieder) den Marginalien beiliegt, aus Heft 232 stammt. Die Antwort findet sich auf unserer Homepage. Auf der Messe kann man übrigens diese Graphik, wie auch viele weitere, die den Marginalien exklusiv für Mitglieder beilagen, bewundern.
(Psst: und sogar erstehen, als Begrüßungsgeschenk einer neuen Mitgliedschaft.)

Die Gewinner werden hier am 15. März mit Vorname, Initiale des Nachnamens und Stadt veröffentlicht - falls das nicht gewünscht wird, bitte im Wunsch auf eine Freikarte angeben.

Mi, 06.03.2019

Oscar Jolles zum 90. Todestag

Zur Erinnerung an einen Buchliebhaber, Förderer der Gutenbergschen Kunst und hebräischer Lettern, Oscar Jolles, findet im Forum Gneisenaustar. in Berlin eine Veranstaltung des Arbeitskreises Berthold AG statt.

Oscar Jolles war jüdischer Herkunft und von 1900 bis zu seinem Tod am 11. März 1929 leitender Direktor der Schriftgießerei H. Berthold AG, in dem Gebäude des jetzigen Mehringhofes. Dass uns heute eine Vielzahl von aufwändig gestalteten Druckwerken über das Schriftgießereigewerbe zur Verfügung steht ist zu einem bedeutenden Teil das Verdienst Oscar Jolles. Und dass das Gießen von Bleilettern keine Nebensächlichkeit war, dafür legt eine Vielzahl schöner Druckwerke der Berthold AG ein beredtes Zeugnis ab. Ein Meisterwerk ist das von Joseph Tscherkassky gestaltete Musterbuch hebräischer Schriften, welches ohne das Engagement Oscar Jolles nicht denkbar gewesen wäre. Mit diesem Musterbuch, der Frank-Rühl-Hebräisch aus dem Hause Berthold und der Mitgliedschaft Jolles in der Soncino-Gesellschaft verbindet sich das Gedenken an Oscar Jolles auch mit dem Erinnern an einen Teil der glanzvollen deutsch-jüdischen Kultur der Kaiserzeit und Weimarer Republik.

 11. März 2019, 18 Uhr

Schule für Erwachsenenbildung/Forum
Gneisenaustr. 2a, Berlin

Tamara Ivanova (MTM), Rekonstruktion des Universums Teil 1 – Umänderung. Auflage 5 Exemplare. 2017

Rekonstruktion des Universums

Zeitgenössische russische Künstlerbücher

Eine Ausstellung in Köln zeigt Künstlerbücher und Buchobjekte russischer Künstlerinnen und Künstler vorwiegend aus den Jahren 2000 – 2018. Die Auswahl der Künstlerbücher und Buchobjekte von 16 russischen Künstlerinnen und Künstlern wurde von Elisabeth Broel (Mitbegründerin der EDITIONALE) zusammengestellt. Dabei war es Broel wichtig, ein möglichst breit gefächertes Spektrum von Themen, Techniken, sowie Auflagen und Unikaten zu zeigen. Die Künstlerinnen und Künstler der ausgestellten Werke leben heute in Russland und Deutschland, wo sie schon an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen haben. Die in der Ausstellung in der Kunst- und Museumsbibliothek gezeigten Arbeiten, sind jedoch zum größten Teil zum ersten Mal in Deutschland zu sehen.

Der Titel der Ausstellung ist dem Titel des Künstlerbuches „Rekonstruktion des Universums“ von Tamara Ivanova entlehnt. Ihr Künstlerbuch hat die Künstlerin den Künstlerinnen und Künstlern der Avantgarde gewidmet, die vor ca. hundert Jahren neue Wege bestritten und mittels der Kunst versuchten haben, die Lebenswelt neu zu gestalten. Tamara Ivanova hat ihr Künstlerbuch als Stoffmusteralbum gestaltet. Es wurde für die Ausstellung komplett fotografiert, so dass es nicht nur im Original ausgestellt ist, sondern in einem „Digitalen Bilderrahmen“ alle Seiten in einer Endlosschleife geblättert werden.

Ausstellungseröffnung: 15. März 2019, 19.00 Uhr, Einführung Elisabeth Broel im Gespräch mit Tamara Ivanova und Vladimir Sitnikov
Ausstellung: 16. März - 5. Mai 2019

Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln
Heinrich-Böll-Platz/Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln

Di, 05.03.2019

Hits! No.2 – Präsentation zur Leipziger Buchmesse

Zehn Lieder – Zehn Drucker*innen – Zehn Einblattdrucke

Annegret Frauenlob präsentiert die zweite Ausgabe der Hitbox – ein musikalisch-grafisches Gemeinschaftsprojekt – am Messestand von Friederike von Hellermann.

Die Top Ten der Buchdrucker*innen 2018 wurden gedruckt von Alexandra Frohloff, Julienne Jattiot (carpe plumbum), Thomas Siemon (carpe plumbum), Marc Berger (edition schwarzdruck), Nadine Respondek (augen.falter), Thomas Konietschke (kaefertalpresse), Annegret Frauenlob, Friederike von Hellermann, Markus Färber und Sven Märkisch (edition sand)

Marktplatz Druckgrafik, Halle 3 – Stand C525

Mo, 04.03.2019

Bucheinbände & Gästebücher

In der Rostocker Hugendubel-Filiale werden Bucheinbande, Gästebücher und graphische Arbeiten von Henry Günther aus Ribnitz-Damgarten ausgestellt, darunter auch die Einbände zu den Buchprojekten der Bücherkinder Brandenburg.

1. März - 30. April 2019

Hugendubel
Kröpeliner Straße 41, 18055 Rostock

So, 03.03.2019

ausgewählt schön

Eine Ausstellung in Berlin widerspiegelt mit etwa 100 Titeln die Vielfalt und Breite des Büchergilde-Programms: Klassiker finden sich darunter ebenso wie illustrierte Bücher und Graphic Novels, Sachbücher sowie aktuelle Romane und die Edition Weltlese.
Begleitend zur Ausstellung werden in einer Lesung auf einem Büchergilde-Abend in den Räumlichkeiten der Philipp-Schaeffer-Bibliothek mit einem moderierten Gespräch Jana Hensel und Wolfgang Engler den Band "Wer wir sind" vorstellen.

Ausstellung: 4. März - 18. April 2019
Lesung: 12. März 2019, 20 Uhr

Philipp-Schaeffer-Bibliothek
Brunnenstr. 181, Berlin-Mitte 

Sa, 02.03.2019

Bernd Friedrich in der Eremitage

Nach dem - leider weitestgehend erfolglosen - Versuch, auch im Winter in der Eremitage Gransee eine Ausstellung zu zeigen und weil im Weihnachtsstress eine Eröffnung terminlich sehr unpassend war, wird es diesmal zum ertsen Mal eine Finissage geben. Bis dahin zu sehen ist dann die Ausstellung mit Drucken von Bernd Friedrich noch zu sehen.
Zur Finissage wird der Künstler und Berliner Pirckheimer jedem Besucher die Teilnahme mit einem geschenkten Druck versüßen. Außerdem zeigt er an diesem Tag seine selbstgedruckten Bücher. Das gastronomische Konzept ist wie immer: für Kaffee und Kuchen ist gesorgt.
Für alle, die vorher vorbei schauen wollen: am 7. und 10. März bleibt die Eremitage geschlossen, weil die Belegschaft an der GrafikBörse Borken teilnimmt.

Ausstellung: 11. Dezember 2018 - 23. März 2019
Finissage: 23. März 2019, 16 Uhr

EREMITAGE GRANSEE
Galerie für zeitgenössische Buchkunst und Druckgraphik
Mauerstraße 4A, 16775 Gransee

Mi, 27.02.2019

Mit Illustrationen von Benjamin Lacombe, Aus dem Französischen von Edmund Jacoby, mit Seidenbezug und 14 Ausstanz-Seiten, Verlagshaus Jacoby & Stuart GmbH, ISBN 978-3-946593-47-8

Frida Kahlo im Kinderbuch

Frida Kahlo - Illustrationen über das Leben der legendären mexikanischen Malerin in Kinderbüchern

Bekannt durch ihre ausdrucksstarken Selbstbildnisse, ist Frida Kahlo und ihr künstlerisches Schaffen bis heute noch präsent. Ihre Dynamik offenbart sich auf besondere Art und Weise in einem von Benjamin Lacombe illustrierten Bildband. Das Buch mit dem Titel „Frida“ erzählt im poetischen Stil das Leben der Künstlerin mit großformatigen besonders gestalteten Bildern und eingefügten Zitaten. Verschiedene Lebensthemen werden hier in kurzen Kapitel vorgestellt: „Die Liebe“, „Die Erde“, „Die Mutterschaft“(...). Es ist kaum verwunderlich, dass Frida Kahlo, die als Mensch und Künstlerin so stark polarisiert, eine große Inspirationsquelle für viele Illustratoren und andere Künstler darstellt.

Monica Brown befasst sich in ihrem Kinderbuch „Frida Kahlo und die Tiere“ mit der liebevollen Bindung Fridas zu den Tieren. Geprägt durch eine Reihe von Schicksalsschlägen geben ihr die Tiere als loyale Begleiter den nötigen Halt. Die Farbigkeit der Illustrationen soll an die Werke der Künstlerin erinnern.

Die Gestaltungen der Kinderbücher, die Lucia Gallo präsentiert, veranschaulichen die Vielschichtigkeit und Komplexität der Malerin und ermöglichen den Kindern eine schonende Herangehensweise, sich mit den Themen Krankheit, Schmerz, Leid, Kunst und Liebe auseinanderzusetzen.

1. März 2019, 14 Uhr

Klingspor-Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach