Pirckheimer-Blog

Do, 15.05.2014

"... es wurde alles verbrannt außer Emil"

Am gestrigen Abend hatte die Initiative Buchkultur im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Die Deutsche Freiheitsbibliothek“ Herrn Dr. Werner Treß von der Humboldt Universität Berlin zu Gast.
Das Ernst Bloch Zentrum, der Gastgeber des Abends, eröffnete den Abend mit einer informativen Führung durch dieses wunderschöne Haus.
Dr. Klaus Kufeld, Direktor des Ernst Bloch Zentrums, begrüßte die zahlreichen Gästen und Herrn Dr. Werner Treß in gewohnt eloquenter und Neugier weckender Weise.
Dr. Werner Treß beleuchte die Hintergründe der Bücherverbrennungen in Deutschland im Jahr 1933 und stellte regionale Bezüge illustrativ her. Die historischen Hintergründe und die Verantwortlichen für die Bücherverbrennungen wurden uns, gewürzt durch zahlreiche Anekdoten, aufgezeigt. Bei Kästner wurde z.B. gesagt, „es wird alles verbrannt außer Emil“. Wussten Sie, dass nicht Göbbels der Treiber der Bücherverbrennungen war, sondern vielmehr Teile der deutschen Studenten die vielen einzelnen Aktionen der Bücherverbrennungen organisiert und getrieben hatten?!
Herr Dr. Treß referierte fast zwei Stunden, aber sein Vortrag verlor in keinem Moment den Spannungsbogen, wie es Dr. Klaus Kufeld zutreffend beschrieb. Anschließend stellte sich Herr Dr. Treß noch einer intensiven Diskussion mit den Anwesenden. Der Abend klang bei einem gemeinsamen (spätem) Abendessen aus.
Die nächste Veranstaltung in unserem Programm wird wieder ein absolutes Highlight sein. Am 18.05.2014 ab 11.00 Uhr erwarten wir im Stadtmuseum in Ludwigshafen Herrn Dr. Wolfgang Kaiser (Berlin) als unseren Gast. Das Thema seines Vortrages lautet „Publizieren im Exil“. Anschließend laden wir in unsere Ausstellung und zum weiteren Austausch und kulinarischen Genuss in das Cafè Arago ein. Mit Dr. Wolfgang Kaiser haben wir einen bedeutenden Sammler von Exilliteratur und Bibliophilien für unsere Veranstaltungsreihe gewinnen können, der Garant für einen spannenden Vormittag ist.
(Dr. Ralph Aepler)

Di, 13.05.2014

In memoriam Peter Röske

Gedenkausstellung zum 10. Todestag des Gründers der Berliner Graphikpresse

3. Graphikbuch der Berliner Graphikpresse.
Hrsg: Peter Röske und Ekkehard Hellwich
Mit einer Gedenkausstellung wird anläßlich des 10. Todestages im Mai 2014 an Peter Röske, den Kunstfreund und -förderer, Herausgeber bibliophiler Editionen und Galeriegründer erinnert.
Es wird Einblick gewährt in seine private Kunstsammlung mit besonderem Augenmerk auf Werke engster Kunstfreunde, mit denen ihn oft jahrzehntelange Freunddschaften verbanden. Darüberhinaus werden Peter Röskes Aktivitäten als Verleger dokumentiert und Mappenwerke und Künstlerbücher der Berliner Graphikpresse gezegt. Einige Eitionen sind seit ihrem Erscheinen vergriffen, andere können käuflich erworben werden.

Eröffnung 22. Mai 2014, 19:00 Uhr
Einführende Worte: Robert Wolf, Ingo und Sabine Röske,
Musik Felix Korinth und Ernst-Martin Schmidt, Viola

Ausstellung: 22. Mai bis 6. Juni 2014

è Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 6
10247 Berlin

Hartmut Andryczuk - Odenwald-Odyssee

Hartmut Andryczuk wird bei der Ausstellungseröffnung im Archive Artist Publications (München) über die Odyssee berichten und über die Produktionen des Hybriden-Verlags sprechen.
Die Odenwald-Odyssee ist eine Art Logbuch und Langzeitdokumentation vom 30. Dezember 2012 bis zum 29. Dezember 2013. Die tagebuchähnliche Dokumentation beinhaltet noch zusätzlich 14 Originalarbeiten im Stil des Logbuchs, die bei Archive Artist Publications gesondert neben dem Künstlerbuch ausgestellt werden.
Die Themen der Odenwald-Odyssee sind universell:
humanistische Krematorien,
die Medizin des neo-germanischen Irren Ryke Geert Hamer,
der Suizid des Internet-Aktivisten Aaron Swartz,
Aktienjunkies und ihre Prognosen,
atypische Neuroleptika,
der Super-Stern VY Canis Majoris,
eine Künstler-Weltrangliste,
die Drake-Formel für ausserirdische Zivilisationen etc.
Medizin, Astronomie, Physik, Chemie, Literatur, Kunst, Sport, Psychiatrie, Botanik, Geografie, Ökonomie, Philosophie, Ufologie und Etymologie: die Odenwald-Odyssee präferiert die Grenzbereiche der Wissenschaft und des Alltags.
Hartmut Andryczuk, geboren 1957 in Barsinghausen, lebt in Berlin.
In den 1980er Jahren Mitglied der Gruppe Solypse – Charmante Schamanen. 1993 gründete er den Hybriden-Verlag, der sich zu einem der wichtigsten Foren für internationale Buchkunst entwickelt hat.
Publikationen zuletzt:
Virulent – Aufrühren in Wort und Bezeichnung (Klingspor-Museum, Offenbach 2012),
Bauplan Teilchenzoo (Achill Island 2012),
Kniphofia obscura (Rudolsatdt 2012).
 
Eröffnung am Freitag 16.5.2014 um 18 Uhr
Ausstellung: 16. Mai bis 7. Juni 2014
Fr und Sa 12-18 Uhr, sonst nach Vereinbarung,
 
Hubert Kretschmer
Archive Artist Publications
Türkenstraße 60 UG / 80799 München
Telefon 089 1234530

Ausschreibung für den Antiquaria-Preis 2015

Preisträger 2014 Klaus Detjen
Zum 21. Mal wird der mit 8.000 Euro dotierte Antiquaria-Preis für Buchkultur im Rahmen der Antiquaria am 22. Januar 2015 vergeben.
Vorschläge dazu können bis zum 30. Juli 2014 eingereicht werden, möglichst per E-Mail.
Form und Inhalt: Eingereicht werden können Vorschläge zum gesamten Spektrum Buchkultur wie zB. Buchrestaurierung, wissenschaftliche Arbeiten, Buchkunst, Buch- und Schriftgraphik, Verlagswesen / verlegerische Leistungen, Buchgeschichte, Ausstellungen, Pflege von Sammlungen, Projekte und Aktionen zur Förderung des Buches.
Der Vorschlag sollte eine kurze Begründung enthalten (max eine DIN A 4 Seite). Angaben zu weiterführenden Links im Internet, über die ausführliche Informationen eingeholt werden können, sind hilfreich.
(Petra Bewer)
 
nähere Informationen hier ...

Lese-Zeichen gegen Rechts

Am Donnerstag, den 15. Mai 2014, findet in Hamburg die 14. Marathonlesung aus den verbrannten Büchern statt, genau dort, wo am 15. Mai 1933 Studenten und Burschenschaftler Bücher ver­brannten. Esther Bejarano, Vorsitzende des Auschwitz-Komitees und Wolfgang Rose werden den Lesemarathon eröffnen. Von 11 bis 18 Uhr lesen Schülerinnen und Schüler der Schule an der Isebek, der Ida-Ehre-Schule, des Kaifu-Gymnasiums. Und Peggy Parnass, Steffi Wittenberg, Rolf Becker, Sylvia Wempner, Abi Wallenstein, den Klezmerlech-Chor der Liberalen Jüdischen Gemeinde, Klaus Robra, Thomas Ebermann und viele andere mehr. Besucher können selbst vorlesen vor oder einfach nur zuhören: Ein Gedicht oder einen Text aus einem der verbrannten Bücher. Es liegen ausgewählte Lesetexte bereit.

Lesung: 15. Mai 2014

Platz der Bücherverbrennung
Hamburg-Eimsbüttel
Kaiser-Friedrich-Ufer/Ecke Hey­mannstraße

Deutsche Freiheitsbibliothek / Exilliteratur

Die Eröffnung der Ausstellung im Stadtmuseum Ludwigshafen der Initiative Buchkultur mit verschiedenen Installationen, die die ›Deutsche Freiheitsbibliothek‹ zum Thema haben, hat geradezu überschwengliche Kommentare ausgelöst: nicht nur Ausstellung und Programm, sondern auch das anwesende Publikum haben beeindruckt. „Dieses ist nicht nur interessant, sondern interessiert, und zwar außerordentlich und vielseitig, offen, belesen, informiert, unprätentiös, wesentlich, positiv, freundlich, geradeaus. Wo findet man sonst noch so eine Anhäufung von ausgeprägten Leuten?” (M.R.) Möchten Sie auch zu diesem erlesenen Kreis gehören? Dann kommen Sie zu unseren nächsten Veranstaltungen. Wir können versichern, daß es bei den Referenten genauso spannend weitergeht.
Am kommenden Mittwoch finden wir uns im Ernst-Bloch-Zentrum wieder, das als Kooperationspartner zu einer Führung mit Sofie Sonnenstatter über Leben und Werk von Ernst Bloch einlädt und im Anschluß zum Vortrag ›Verbrannte Bücher 1933. Mit Feuer gegen die Freiheit des Geistes‹ von Dr. Werner Treß. Treß (Humboldt-Universität zu Berlin) gilt als der Experte für das Thema Bücherverbrennung, er beleuchtet die Vorgeschichte der Freiheitsbibliothek und ordnet die Gegengründung historisch ein.

Führung Sofie Sonnenstatter: 14. Mai 2014, 18 Uhr,
Vortrag Dr. Werner Treß im Anschluß 19 Uhr

Ernst-Bloch-Zentrum
Walzmühlstraße 63
67061 Ludwigshafen
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Gleichzeitig laden wir schon ein zum ›Internationalen Museumstag‹ am kommenden Sonntag, der passenderweise unter dem Motto ›Sammeln verbindet‹ steht. Zur Matinee haben wir Dr. Wolfgang Kaiser (Berlin) eingeladen. Von 2000 bis 2013 Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft (die lebendigste Bibliophilen-Gesellschaft der Republik) ist er ein ausgewiesener Experte für Exilliteratur, Buchillustration und Grafik, außerdem einer der Leihgeber unserer Ausstellung.
(Marita Hoffmann)

Sonntag, 18. Mai 2014, 11 Uhr ›Sammeln von Exilliteratur‹ Vortrag von Dr. Wolfgang Kaiser,
im Anschluß Gang durch die Ausstellung mit anwesenden Leihgebern
Unser ›Café Arago‹ ist anläßlich des Museumstages den ganzen Sonntag geöffnet

Stadtmuseum Ludwigshafen
Im Rathauscenter
Rathausplatz 20
67059 Ludwigshafen

So, 11.05.2014

Die Bilderbücher des Insel-Verlages

Ursula Kirchberg: Onkel Ede hat einen Schnurrbart
(Insel Verlag, 1971)
Der Insel-Verlag ist seit mehr als hundert Jahren für seine anspruchsvollen und schönen Bücher bekannt. Wenn ein solcher Verlag sich entschließt, Bilderbücher in sein Programm aufzunehmen und damit eine erfolgreiche Kinderbuchautorin betraut, muss etwas ganz Besonderes entstehen.
Zwei Jahrzehnte lang hat Elisabeth Borchers das Gesicht und auch die Inhalte der Insel-Bilderbücher geprägt. Es waren Bücher für die anspruchsvollen Leser und die Liebhaber schöner Bilder. Große Namen wechseln mit Neuentdeckungen ab: Bertolt Brecht, James Joyce, Walter Schmögner, Wilhelm Schlote, Anita Albus und viele andere Künstler und Autoren stehen für das »Schöne Insel-Bilderbuch«.
Die Ausstellung erschließt zum ersten Mal ein faszinierendes Kapitel deutscher Bilderbuchgeschichte und blickt dafür auch in das Insel-Archiv mit seinen Schätzen.
Zugleich haben viele Künstler geholfen, den Bilderbuchreigen von »Fitzebutze« bis »Billy« durch Originale auszugestalten.
Bücher, Bilder, Texte, Biographien und nicht zuletzt die berühmten Faksimiles prägen eine Ausstellung von ganz besonderem Anspruch.

Ausstellung: 25. Mai bis 27. Juli 2014

è Burg Wissem, Bilderbuchmuseum
Burgallee

53840 Troisdorf

50% of Men and Woman Do It

"The Collectors", ein Film von Fred Burn aus dem Jahre 2011, trifft, so der erste Eindruck, den Nerv auch des Bibliophilen. Selbstverständlich weist dieser, der sich weniger als Sammler, denn als Bewahrer von Kultur sieht, einen solchen Vorwurf weit von sich.
Zu Recht? In 34 Minuten werden einige der exzentrischen Sammler Großbritanniens vorgestellt. Sie sammeln verstellbare Schraubenschlüssel, Commodore-Kassetten, Bakelit-Hunde aus China, wertvolle alte irische Fotografien oder einfach Trödel, der das Haus überquellen läßt ...
Es gibt offensichtlich zahllose Möglichkeiten zu sammeln. Prof. Susan Pearce wird zitiert: "50% of Men and Woman Do It." So kommen im Film Sammler zu Worte und es wird Vieles untersucht, vor allem jedoch die wichtigste Frage: “why do we do it?

Fr, 09.05.2014

Schönste Bücher Österreichs 2013

Für den Wettbewerb "Schönste Bücher Österreichs 2013" wurden von 139 Verlage und Druckereien insgesamt 191 Bücher eingereicht. 15 davon wurden jetzt in Wien ausgezeichnet, 3 davon zusätzlich mit einem Staatspreis.
Der Wettbewerb, so betonte Bundesminister Ostermayer, ist ein "Zeugnis dafür, dass Optik und Haptik eines Buches auch in Zeiten des digitalen Lesens immer noch von hoher Bedeutung sind". Und auf die derzeitige Diskussion über die Zukunft des Buches eingehend führte HVB-Präsident Benedikt Föger aus: "Gut gestaltete und hochwertig produzierte Bücher werden nie vollständig durch E-Books ersetzt werden. Man will sie besitzen, sie erleben und mit ihnen leben." Er ist sogar überzeugt, dass die Rolle der Buchgestaltung in Zukunft noch zunehmen wird.
Die drei Staatspreise wurden an die Titel vergeben:



Jenny. Denken. Behaupten. Großtun
(Kategorie Allgemeine Literatur)
edition angewandte, AMBRA |V, Wien
19 Euro | ISBN: 978-3-99043-610-3

 
proHolz Austria (Hrsg.): Holzböden im Freien
(Kategorie Allgemeines Sachbuch)
proHolz Austria, Wien
49 Euro | ISBN: 978-3-902320-99-5

Helmut Lethen, IFK (Hrsg.): Katalog der Unordnung
(Kategorie Sonderproduktionen und/oder Bücher, die nicht in den Handel gelangen)
Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften an der Kunstuniversität Linz
 
Weitere Angaben zu allen prämierten Titeln hier.

Do, 08.05.2014

Il Salone internationale del Libro di Torino

Heute hat die Turiner Buchmesse, „Salone internationale del Libro di Torino“ ihre Pforten geöffnet. Fünf Tage lang wird es Präsentationen, Begegnungen, Diskussionen und Veranstaltungen geben. Ehrengast ist in diesem Jahr der Vatican, „La Santa Sede“.
Im Vorfeld gab es Diskussionen um ein Buch von Luigi Bisignani, „Il Direttore“. In diesem Thriller werden die italienischen Verhältnisse der letzten Jahre und die Bankgeschäfte des Vaticans geschildert. Das Buch wurde, nachdem es zunächst für die Messe angenommen worden war, von der Präsentation wieder ausgeschlossen. Der Verlag Chiaralettere, in dem das Buch erschienen ist, hat protestiert und von „Zensur“ gesprochen. Der Autor selbst sieht die Sache gelassen. Er freut sich über die öffentliche Aufmerksamkeit, die seinem Buche entgegengebracht wird, und wird auf der Messe statt seines Buches das seines Kollegen Alessandro Iovino vorstellen, in dem der Fall von Giulio Andreotti behandelt wird.
 
Turiner Buchmess auf facebook

Präsentation von Einblattdrucken der PalmArtPess

Einblattdrucke sind einseitig bedruckte Blätter mit abgeschlossenem Text, oft Flugblätter der verschiedensten Art, Aufklärungs- und Spottschriften. Die frühesten Einblattdrucke sind als Reiberdrucke hergestellt worden. Die Einblattdrucke bilden auch die ersten Vorläufer unserer Tageszeitungen. Heute kann man Plakate und alle sonstigen, nur aus einem Blatt bestehenden Drucksachen als Einblattdrucke bezeichnen.
Die Einblattdrucke von PalmArtPress sind Klappkarten im Format 26 x 17 cm, dem Lieblingsformat Friedrichs des Großen. Auf der linken Seite ist der Text eines Autoren, Kulturpolitikers, Physikers, Künstlers, Psychoanalytikers, Sinologen u.a. und auf der rechten Seite ein Kunstwerk oder Foto abgebildet. Die Texte sind teilweise zweisprachig. Die Drucke erscheinen in einer Auflage von 50 Exemplaren und sind von den Text- und Bildautoren handsigniert. Das Konzept des Einblattdruckes ermöglicht es uns, die Blätter in gerahmter Form zu präsentieren.
Autoren und Künstlern lesen und präsentieren ausgewählte PalmArtPress Einblattdrucke der Nummern 0 bis 74: Unter anderem Christoph Geiser, Anne Lorquet-Leithäuser, Michael Lederer, Wolfgang Nieblich, Catharine J. Nicely, Regine Weiss, Anar Imanov, Elya Lapovok, Erich Buerck, Klaus J. Rothbarth, Lothar Hartmann, Ingolf Brökel, Shelia Dunn-Jogeleit, Reinhard Knodt, Manfred Giesler ...
Musikalische Umrahmung: Roland Satterwhite - Improvisationen auf der Geige.
(Catharine J. Nicely und Wolfgang Nieblich)

Lesung: 21. Mai 2014 um 19:30
Eintritt: 5 Euro

Lettrétage
Mehringdamm 61
10961 Berlin

Mi, 07.05.2014

Menschen und Bücher im Widerstand gegen den Faschismus

Die Initiative Buchkultur zeigt zum Gedenktag der Bücherverbrennung bis zum 15. Juni 2014 im Stadtmuseum Ludwigshafen verschiedene Installationen, die die ›Deutsche Freiheitsbibliothek‹ zum Thema haben.
Am 10. Mai 1934 – ein Jahr nach den Bücherverbrennungen in Deutschland – begann in Paris die ›Deutsche Freiheitsbibliothek‹ ihre Arbeit, deren zentrale Figur der Publizist Alfred Kantorowicz war und an der sich zahlreiche Geistesgrößen im Exil beteiligten, darunter auch Heinrich Mann. Die Bibliothek war nicht nur Treffpunkt und Ort der Sammlung, sie war eine Institution, die gegen die Unterdrückung des freien Wortes, des freien Geistes kämpfte, über die Verbrechen der Nationalsozialisten aufklärte und das „andere Deutschland” in der Öffentlichkeit lebendig hielt.
Im Juni und Juli wird dann im Schillerhaus Oggersheim, wohl erstmals in der BRD, eine Ausstellung zu Heinrich Heine zu sehen sein, die 1956 in der DDR aus Anlaß seines 100. Todestages gezeigt wurde, ergänzt durch Originallithographien von Rahel Szalit-Marcus († 1942, Auschwitz) zu Heines Hebräischen Melodien.

Ausstellung: 10. Mai bis 15. Juni 2014
Stadtmuseum Ludwigshafen
Ausstellung: 1. Juni bis 20. Juli 2014
Schillerhaus Oggersheim
Führung und Vortrag: 14. Mai 2014
Ernst-Bloch-Zentrum (Ludwigshafen)

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Die Initiative Buchkultur startete hierzu eine Webseite mit dem Titel "Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Der Mantel der Geschichte", auf der weitere Informationen zur den geplanten Ausstellungen, Vorträgen, Lesungen und weiteren Veranstaltungen vorgestellt werden.

Di, 06.05.2014

Herzlichen Glückwunsch zum 65sten

Die Pirckheimer-Gesellschaft gratuliert Prof. Dr. Wolfgang Schmitz zu seinem heutigen 65. Geburtstag. Wolfgang Schmitz ist seit 1999 Direktor der Universitäts- und Stadtbibliothk in seiner Geburtsstadt Köln, in welcher er u.a. 2008 das Pirckheimer-Jahrestreffen ausrichtete. Neben zahlreichen weiteren Publikationen erschien von ihm 2010 im Leipziger Jahrbuch zur Buchgeschichte ein Artikel über den Ehrenvorsitzenden der Pirckheimer-Gesellschaft "Horst Kunze – Bibliothekar, Buchwissenschaftler und Bibliophiler im Sozialismus". Schmitz ist sowohl Vorsitzender der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft als auch des Wolfenbüttler Arbeitskreises für Bibliotheks-, Buch- und Mediengeschichte, er ist Mitglied in der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst und engagiert sich im Nachfolger der Bibliophilen-Gesellschaft in Köln, dem Studienkreis Buchkultur innerhalb der Kölnischen Bibliotheksgesellschaft, sowie in der Historischen Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Bibliophilie in der Schweiz

Die Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft Rhein-Main-Neckar lädt zu ihrem nächsten Bibliophilen-Abend Mitte Mai in das Hotel Krone ein. Ferdinand Puhe wird über Bibliophilie in der Schweiz – Bücher, ihre Gestalter, Verleger und Sammler berichten. Bekannte Typographen, Künstler und engagierte Verleger sind bis heute in Sachen „Schöne Bücher“ tätig. Die Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft, 1921 in Bern gegründet, ist nicht nur in ihrem Tätigkeitsfeld und der Mitgliederzahl der Pirckheimer-Gesellschaft sehr ähnlich, sie gibt auch zweimal jährlich die Zeitschrift Librarium heraus, eine wie die MARGINALIEN sorgfältig gestaltete, reich illustrierte Zeitschrift zu Buchkunst und Bibliophilie von internationalem Ruf.
Gäste sind herzlich willkommen. Wie immer werden sich die Teilnehmer zuvor mit einem kleinen Imbiss stärken.

Treffen: 15. Mai. 2014, um 19 Uhr
Wintergarten des Hotels Krone
Hirschberg-Großsachsen
Landstr. 9-11

Mo, 05.05.2014

Soncino - Gesellschaft für Freunde des Jüdischen Buches

Der in der Schriftenreihe Europäisch-jüdische Studien jetzt als "Beiträge 17" ausgelieferte Band "Soncino - Gesellschaft für Freunde des Jüdischen Buches" wird am 22. Mai 2014 um 18:30 Uhr in der Staatsbibliothek zu Berlin vorgestellt.
Die Soncino-Gesellschaft der Freunde des Jüdischen Buches wurde im Mai 1924 in Berlin gegründet. Benannt nach der jüdischen Druckerfamilie Soncino des 15. und 16. Jahrhunderts in Italien, hatte sich diese erste jüdische Bibliophilen-Gesellschaft die Publikation seltener jüdischer Texte und wertvoller hebräischer Drucke zum Ziel gesetzt. Mitglieder der Gesellschaft waren namhafte Persönlichkeiten, Bibliotheken, jüdische Logen und Kultureinrichtungen im In- und Ausland. Ihre Mitgliederzahl betrug über 800.
Der Band, der aus Anlass des 90. Gründungsjubiläum der Soncino-Gesellschaft erscheint, geht in acht Essays der Geschichte der Vereinigung und ihrem Engagement für die hebräische Buchkultur nach, beleuchtet das Netzwerk ihrer Mitglieder und mögliche zionistische Einflüsse und hinterfragt die Wirkungsgeschichte der Gesellschaft. Ein umfangreicher Anhang mit einer Bibliographie der Publikationen und erstmals einer möglichst vollständigen Liste der Mitglieder der Soncino-Gesellschaft ergänzt den Band.

Karin Bürger, Ines Sonder, Ursula Wallmeier (Hrsg.)
SONCINO - GESELLSCHAFT DER FREUNDE DES JÜDISCHEN BUCHES
Ein Beitrag zur Kulturgeschichte
ISBN 978-3-11-028928-2, € 99,95
 
Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Dietrich-Bonhoeffer-Saal
Potsdamer Straße 33
10785 Berlin

Fr, 02.05.2014

Feuerwerk der Kalligraphie

Ein kalligraphisches Potpourri vorgestellt und erläutert von Dr. Stefan Soltek.
Zum 100. Geburtstag von Karlgeorg Hoefer (1914 – 2000) zeigt das Klingspor-Museum eine Retrospektive seines Werks. Hoefers breitgefächertes Œuvre umfasst sowohl freie kalligraphische Arbeiten als auch angewandte Arbeiten, u.a. Typedesign und Entwürfe für Tapisserien. An dieser Stelle soll der Bogen etwas weiter gespannt werden als Hoefersche Œuvre umfasst - ins schwungvoll-überraschende Reich der Schriftkunst hinein sozusagen.

Freitag, 2. Mai 2014, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Do, 01.05.2014

Barbara Beisinghoff

Das Gesetz des Sterns und die Formel der Blume
Wasserzeichen, Radierungen, Künstlerbücher und Installationen

In einer Ausstellung wird in elf Sälen im Schloss Arolsen jeweils als Kern ein Künstlerbuch von Barbara Beisinghoff gezeigt.
Der Titel der Ausstellung ist dem Künstlerbuch "Klavierkindheit" mit Gedichten von Marina Zwetajewa entnommen und deutet hin auf die Dialektik zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos. Jeder der elf Ausstellungsräume birgt ein Künstlerbuch, das in Dialog tritt zu Installationen oder großformatigen Wandbildern. Diese Raumbilder haben nicht nur durch die Künstlerbücher und den darin umgesetzten Texten eine über das Raumbild hinausweisende geistige Dimension. Das titelgebende Raumbild „Das Gesetz des Sterns und die Formel der Blume“ nimmt die letzten Zeilen eines Gedichtes von Marina Zwetajewa von 1934 auf. Die Autorin erinnert sich darin, wie sie als Kind Klavier üben musste, wie sie versucht, dem Anspruch der Mutter zu genügen und doch die Tasten zu „Treppen über den Abgrund“ werden. Das Kind wehrt sich innerlich gegen das erzwungene Spiel. Die Worten „Vom Sänger sind im Schlaftraum entdeckt das Gesetz des Sterns und die Formel der Blume.“ schildern eine Erlösung, ein Pfad in die Zukunft, eine Vision, die aus der Enge des elterlichen Anspruchs herausführt. Die Künstlerin schließt ihre Spuren mit Hilfe des Wassers im Papier ein oder sie bannt sie auf der Druckplatte. Die farbige Radierung hat Barbara Beisinghoff zu höchster künstlerischer Reife und Ausdruckskraft gebracht. Die einzigartigen großformatigen Blätter zeigen Spuren innerer Gefilde, Erinnerungen an feine Länder, Spuren lange vergessener Träume.
Barbara Beisinghoff erarbeitet Papiere mit Wasserzeichen, die erst durch das Licht sichtbar werden. Sie verleiht der Schönheit des Lichts Gestalt, eingefangen mit Wasser und umschlossen von Pflanzenfasern. "Insbesondere die Wasserstrahlzeichnungen wirken durch ihre Materialhaftigkeit. Nur im Französischen gibt es den Ausdruck papier matière. Nur im Deutschen gibt es die doppelte Bedeutung von Begreifen. Der Dialog ist mir wichtig - des Materials mif dem Betrachter. Das Haptische ist der erste Schritt des Begreifens; gegen Licht kristallisieren sich durch die feineren Wasserzeichen Begriffe." (Barbara Beisinghoff)
Das Künstlerbuch bietet auf handgeschöpften Papieren unterschiedlichster Pflanzen Raum für Kostbarkeiten beider Techniken: die Radierung und das Wasserzeichen.
Zur Ausstellung erscheint ein Buch mit zahlreichen Abbildungen und elf Essays zu den elf Raumbildern, unter anderem von Dr. Claudia Wulff, Biologin, Helma Sanders-Brahms, Regisseurin, und Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Goethe Museum Frankfurt.
 
Vernissage: 16. Mai um 19 Uhr
Einführung: Dirk Schwarze
Trompete und Glastrompete: Peter Knodt
Ausstellung: 17. Mai bis 27. Juli 2014

Schloss Bad Arolsen
Schloßstraße 27

Mi, 30.04.2014

mein reklame-fegefeuer

Herbert Bayer. Werbegrafik zwischen Bauhaus und Emigration

Herbert Bayer war einer der kreativsten Gebrauchsgrafiker seiner Zeit und dieser stilistisch um Jahrzehnte voraus. Nach seinem Weggang vom Dessauer Bauhaus 1928 führte Herbert Bayer die am Bauhaus entwickelten Prinzipien einer modernen Werbegrafik als Gestalter in Berlin konsequent weiter. Bis zu seiner Auswanderung in die USA 1938 schuf Bayer hunderte Plakate, Buch- und Zeitschriftentitel, Werbeanzeigen und -broschüren. Zu seinen Auftraggebern zählten neben der Konsumgüterindustrie und Verlagen auch staatliche und staatsnahe Einrichtungen. Bayer hat seine innovativen Werbeideen auch in den Dienst der NS-Machthaber gestellt. 75 Jahre nach seiner Emigration beleuchtet die Ausstellung des Gutenberg-Museums kritisch und umfassend Herbert Bayers Schaffen in der Zeitspanne von 1928 bis 1938.
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Gastkurator Prof. Dr. Patrick Rössler von der Universität Erfurt anlässlich des Themenjahres 2013 »zerstörte Vielfalt — Berlin im Nationalsozialismus« für das Bauhausarchiv/Museum für Gestaltung Berlin realisiert und für das Gutenbergmuseum neu konzipiert.

Ausstellung: 14. Mai bis 26. Oktober 2014

Gutenberg-Museum
Museum für Buch-, Druck- und Schriftgeschichte
Liebfrauenplatz 5
55116 Mainz

AdA 2/2014

Das zweite Heft "Aus dem Antiquariat" des Jahres 2014, welches am 5. Mai erscheinen wird, enthält unter anderem den dritten Teil der Untersuchungen von Michael Eschmann zum Leipziger Antiquar, Buchhändler und Verleger Karl Markert (1888 – 1969).
„Markert und Petters“ waren auf Sprachwissenschaften, speziell Slawistik, spezialisiert. Es ist die erste umfassende Darstellung zum Thema. Die Recherche erfolgte in den Jahren 2011 – 2013 im Stadtarchiv Leipzig sowie im Sächsischen Staatsarchiv, ebenfalls in Leipzig, mittels hinterlassener Geschäftsakten des Unternehmens „Markert & Petters“. Der Beitrag belegt, dass Karl Markert zwei Unternehmen führte (bzw. ab 1933 nur noch „Karl Markert Buchhandlung und Antiquariat“). Ferner wird dokumentiert, dass Markert niemals ein sogenanntes „Berufsverbot“ unter den Nationalsozialisten hatte. Seine spätere Anstellung als Prokurist im Unternehmen „Otto Harrassowitz“ wird ebenso beschrieben wie die literarischen Spuren des Unternehmens im Roman „Herrn Lublins Laden“ des Nobelpreisträgers Josef Schmuel Agnon. Karl Markert wurde nach 1945 zur zentralen Figur des Antiquariatsbuchhandels in der DDR. Als Vorsitzender des „Antiquariatsausschusses“ innerhalb des „Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig“ trug er entscheidende Umsetzungen verschiedener staatlich verordneter Antiquariatsreformen mit. Dies wird in den kommenden Jahren in Folgebeiträgen dokumentiert werden.
Das Inhaltsverzeichnis kann auf
boersenblatt.net eingesehen werden.
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Für einen kommenden Beitrag suche ich Hinweise zu dem Künstler Hans Michael Bungter (08.06.1896 Leipzig – 21.09.1969 in Moelkau/Leipzig). Bungter gehörte zum Freundeskreis von Karl Markert und entwarf u.a. für Edith Markert zwei Exlibris. Weiterhin suche ich Informationsmaterial wie Briefe, Dokumente und Fotos zu: Karl und Edith Markert sowie dem letzten Geschäftsführer des Antiquariats Hans-Peter Weinhold (1941 Magdeburg – 2010 Leipzig).
(Michael Eschmann)

Di, 29.04.2014

La garde meurt – mais elle ne se rend pas

Salon International du Livre Ancien,
Grand Palais © ILAB
Vom 10. bis 16. April hat der Zirkus des alternden Buchhandels in Paris Station gemacht: Seit Gründung der ILAB zum dritten Mal nach 1961 und 1988 mit der Abhaltung des internationalen Kongresses mit dazugehöriger Messe im großartigen Ambiente des Grand Palais. Es genügten in der wolkenlosen Frühsommerluft mit blühenden roten und weißen Kastanien, Glyzinien und Flieder zwei Busse, um die 78 KongressteilnehmerInnen durch Paris und seine bibliophile Umgebung zu führen. In der Weltstadt und Buchstadt Paris wirkte das Trüppchen in die Jahre gekommener Buchartisten eher wie der Familienausflug à la Fanny und Alexander. ... Am Kongress selbst waren keine jüngeren AntiquarInnen anwesend. Die Kongressgebühr und die längeren Hotelaufenthalte etc. sind für sie kaum noch leistbar, ...
(Dieter Tausch)

gesamten Artikel lesen in Verband der Antiquare Österreichs