Pirckheimer-Blog

Mo, 03.01.2022

Foto: ad

BBA zum 100. Geburtstag von Wolfgang Borchert

Den Mitgliedern des Berliner Bibliophilen-Abend konnte nach längerer Zeit wieder die eigens für den BBA gestaltete Jahresgabe übersandt werden, eine Erzählung von Wolfgang Borchert mit vier Original-Farbholzschnitten von Hanfried Wendland zur Erinnerung an den 100. Geburtstag des Literaten 20021 in einer einmaligen Auflage von 45 nummerierten und signierten Exemplaren. Den Satz in 12p magerer Caslon-Antiqua, Handpressendruck auf 170 g/qm Natural Line sowie die Bindung von Hand besorgte Peter Rensch, Andante Handpresse.

"Gerade weil nun schon seit vielen Monaten keine bibliophilen Abende mehr veranstaltet werden konnten, wurde mit einer besonderen Ausgabe wieder ein Zeichen Interesses gesetzt.
Der ausgewählte Text aus dem Jahre 1947, den viele von uns wohl aus Schulzeiten kennen, berührt noch immer. Er ist zeitlos, solange in dieser Welt Menschen vor ihren zertrümmerten Häusern hoffen, wachen und trauern. Aber es gibt überall 'grünes Kaninchenfutter', das Freude verspricht.
"
(Dr. Jens Ziegler, BBA-Vorsitzender)

Die nebenstehende Abbildung zeigt neben der Jahresgabe des BBA auch den diesjährigen Neujahrsgruß des Pirckheimers Hanfried Wendland, NeueKleiderDrucke.

So, 02.01.2022

Für die Freunde der Officina Ludi zum Jahreswechsel 2021/22, gesetzt in der DS-Kurrent.

PF 2022

Die Officina Ludi begrüßt ihre Freunde mit einem Spruch von Heinrich Heine im neuen Jahr:

Ich schreibe diese Zeilen in den letzten Stunden des scheidenden bösen Jahres. Das neue steht vor der Türe. Möge es minder grausam sein als sein Vorgänger! Ich sende meinen wehmütigsten Glückwunsch zum Neujahr über den Rhein. Ich wünsche den Dummen ein bißchen Verstand und den Verständigen ein bißchen Poesie. Den Frauen wünsche ich die schönsten Kleider und den Männern sehr viel Geduld. Den Reichen wünsche ich ein Herz und den Armen ein Stückchen Brot. Vor allem aber wünsche ich, daß wir in diesem neuen Jahr einander sowenig als möglich verleumden mögen.
Heinrich Heine, Paris, 31.Dezember 1842 

Nach dem Sabbatical im Jahr 2020 und der Absage zahlreicher Messen und Märkte auch in diesem Jahr konnte die Officina Ludi erstmals im September viele ihrer langjährigen Kunden und Sammler wieder auf einer Buchkunstmesse begrüßen. Seinerzeit hofften man noch, ein neues Buch, von dem schon einige Illustrationen gezeigt werden konnten, bereits zum Jahreswechsel zu präsentieren, nun wird es aber wohl erst auf der nächsten BuchDruckKunst-Messe erscheinen, die turnusgemäß am ersten Aprilwochenende 2022 stattfinden soll.
Fast ein Jahr lang hat Claus Lorenzen über 180 literarische und autobiographische Texte von Schriftstellern über die Stadt Paris zusammengetragen (von Heine bis Houellebecq), und die Künstlerin Anita Ulrich aus Augsburg ist eigens für dieses Projekt an die Seine gereist und hat die Anthologie mit über 60 Aquarellen und »Urban Sketchings« aus dem Pariser Alltag wunderbar illustriert.
Näheres dazu jedoch später an dieser Stelle.

Sa, 01.01.2022

Horst Hussel | Alfred Traugott Mörstedt (Text und Einband) | Steffen Volmer | Horst Sagert | Carsten und Olaf Nicolai (v.o.n.u.)

Bibliophiles des Monats - Reflexionen

Eine besondere Freude empfindet der Sammler schöner und bedeutender Bücher, wenn er nach langjährigen Bemühungen endlich eine besonders gesuchte Edition vollständig bei sich genießen kann. So erging es mir kürzlich nach dem Erwerb der "Reflexionen 1" von August Traugott Mörstedt. Begonnen noch zu Zeiten der DDR und beendet nach 10 Ausgaben erst in den 90er Jahren, ist hier eine Anzahl ostdeutscher Künstler vertreten, die jeweils in einer Einheit von Text und Bild ihre eigene Position vertreten und in ihrer Gesamtheit einen Eindruck von den künstlerischen Strömungen und Bewegungen vor und nach der politischen Wende geben. Als im Westen beheimateter Buchenthusiast ergab sich für mich so ein bildgewaltiger Einblick in die Kunstszene des Ostens, gepaart mit Einsichten in das Denken wichtiger Protagonisten. Eine gute Kurzcharakteristik dieser Reihe findet man im Vorwort von Herbert Kästner zu der vorjährigen Jahresgabe für die Pirckheimer, dem Band "Alles für die Katz" über Jens Henkels burgart-presse:

Gemeinsam mit der "Galerie oben" konnte Jens Henkel nun ein lange vorbereitetes Projekt beginnen: die Reihe Reflexionen, in der jeweils ein Künstler die Gelegenheit erhielt, sich in Wort und Bild zu sich selbst und zu seinen künstlerischen und ästhetischen Auffassungen zu äußern: Den Anfang machte 1985 der Erfurter Alfred Traugott Mörstedt; 1997 wurde die Reihe mit Carsten und Olaf Nicolai (Band X) abgeschlossen. Die ersten fünf Bände erschienen als Edition der Galerie, ab Band VI (Horst Hussel) in der burgart-presse unter alleiniger Herausgeberschaft von Jens Henkel. Nach Lothar Lang stellt die Buchreihe Reflexionen "neben verschiedenen Hochschuldrucken aus Leipzig und Dresden, mehreren Künstler-Privatdrucken und nach Altenbourg den konsequentesten Beitrag zur Kategorie des Malerbuches dar, der in der DDR erbracht worden ist".

Nach dem ersten Erwerb in den 90er Jahren, noch bei Jens Henkel selbst, war es mir nur mit viel Geduld und einigem finanziellen Einsatz möglich, das Sammeln dieser zehnbändigen Reihe zu Ende zu bringen. Umso größer ist nun die Freude, diese kleinen Kunstwerke alle in der Hand zu haben.

(Prof. Dr. Norbert Grewe)

Fr, 31.12.2021

PF 2022

Flugplan
für die Weiterreise

dem Schnabel nach
und nicht im Kreise!

Gute Wünsche für das neue Jahr
sendet Matthias Gubig
 

P.f. 2022

Henry Günther
Klaus Waschk

Mit diesem Post verabschiedet sich der Blogbetreiber für 2021 ...

aber am 1. Januar geht es im vierzehnten Jahr des Pirckheimer-Blolgs hier weiter mit "Bibliophiles des Monats". Rutscht alle gut rein!

(Abel Doering)

Do, 30.12.2021

Constanze Kreiser, 'close-up J', Radierung, 15/21 cm, 2021

PF 2022

Herzliche Neujahrsgrüße an alle Pirckheimer:
auf ein unverbrauchtes 2022!

Constanze Kreiser

pf 2022

Trotzdem oder deshalb:

Herzliche Neujahrsgrüße
für 2022
Harald Kretzschmar

Mi, 29.12.2021

Ulrich Tarlatt, Holzschnitt 2021

PF 2022

Alles Gute für das
Kommende wünschen
Heidi & Ulrich
Erik Seidel, 2021

PF 2022

Im Jardin des Plantes, Paris 

Sein Blick ist vom Vorübergeh der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tauseud Stäbe gäbe 
und hinter tausend Stäben keine Welt. 

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht, 
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht. 

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille - 
und hört im Herzen auf zu sein. 

Rainer Maria Rilke 

Auf deinen Wegen durch 2022 wünsche ich dir, lieber Abel, sowie allen Pirckheimern, große Überraschungen und Staunen, leuchtende Augen und Heiterkeit, Gesundheit und ganz viel Genuß!

Mit besten Grüßen,
Erik Seidel

Di, 28.12.2021

Julienne Jattiot, P.f. 2022, Druck mit Prägung und Ausstanzungen

PF 2022

Das atelier carpe plumbum 
       wünscht alles Gute -
nicht nur zum Jahresanfang!

(Julienne Jattiot)

Mo, 27.12.2021

Ein Nagel für die Marginalien

Im ADC Wettbewerb 2021 wurde den Marginalien, Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, wie hier berichtet, der Bronzene Nagel des Art Directors Club für Deutschland verliehen.
Insgesamt wurden in dieser Kategorie drei Bronzene Nägel vergeben. Die beiden anderen Preisträger sind die Design-Zeitschrift "form" und die Zeitschrift der Wochenzeitung "ZEIT", das "ZEIT-Magazin". Goldene und Silberne Nägel sind in diesem Jahr von der Jury nicht verliehen worden.

Wie unser Chefredakteur Till Schröder mitteilte, ist diese Auszeichnung jetzt nach einigen Irrwegen in realitas bei der Pirckheimer-Gesellschaft eingetroffen und kann somit hiermit vorgestellt werden.
Diese Würdigung wird der gesamten Redaktion Ansporn für weitere interessante und vielfältige Beiträge in zukünftigen Heften der Marginalien sein und den Lesern ist diese Auszeichnung nochmals Anlass, der Redaktion dafür Dank zu sagen.

So, 26.12.2021

lks.: miley, Holzschnitt 2021 | rechts: Rainer Ehrt, Ein angstfreies 2022

PF 2022

Michael Ley, Geflecht 2022

Rainer Ehrt
Der ängstlichste Mann in einem
Gefängnis ist sein Direktor!

George Bernhard Shaw


Pour féliciter 2022 - allen Lesern des Pirckheimer-Blogs! (ad)

Pirckheimer-Briefmarke

Unser Namensgeber Willibald Pirckheimer zierte im ablaufenden Jahr auch einen Brief anläßlich der Mitgliederversammlung der Dürer- und Luther-Philatelisten e.V. Nürnberg 2021.

(nach einer Information von Ralf Parkner)

Sa, 25.12.2021

Fürchtet euch nicht

Frohgemut in die
     Festtage
- und ins neue Jahr!
Mit bestem Gruss,
          Pascal Cloëtta

Fr, 24.12.2021

Foto © ad

friedliche Weihnachten

Mit diesem kürzlich auf dem Heimweg von einer der wenigen Lesungen des ablaufenden Jahres aufgenommenen Foto von der mit einem Herrnhuter Stern geschmückten Zionskirche in Berlin, in welcher von 1986 bis zur Auflösung im Jahre 1998 mit der Umwelt-Bibliothek die, von vielen Künstlern maßgeblich mitgetragene, oppositionelle Friedens-Bewegung ihren Sitz hatte, wünsche ich allen Lesern des Pirckheimer-Blogs ein geruhsames Weihnachtsfest ...

und glaube trotz aller Widrigkeiten der letzten beiden Jahre hoffnungsvoll an ein gutes 2022.

(ad)

Do, 23.12.2021

Motiv der 17. BuchDruckKunst

Eine hoffnungsvolle Meldung dieser Tage lautete: Die BuchDruckKunst im Hamburger Museum der Arbeit wird 2022 wieder stattfinden. Vor wenigen Tagen wurde das von Thomas Marutschke geschaffene Messemotiv vorgestellt.

Der Künstler steht mit der Arbeit in seinem Studio Trashline für eine zeitgenössische lebendige, farbige Formensprache und gestaltete das aktuelle Motiv der Messe mit einer strahlenden Grafik. Er benutzt ausschließlich Vektorgrafiken für seine Werke: Zeichnungen, Flächen und Formen werden dabei als sogenannte Pfade angelegt. Während das Pixeln von Fotografien Grafiken zum Teil erhebliche Datenmengen produziert und abweichende Formate neue Berechnungen erfordern, lassen sich Vektoren ohne Verlust mit kleinen Dateien in jedes beliebige Format bringen. So entsteht beispielsweise selbst bei einer extremen Vergrößerung kein »Sägezahneffekt«.

Bei längerer Betrachtung sind auf der Grafik des Künstlers viele Details zu entdecken: BDK wie BuchDruckKunst, die 22 für das Veranstaltungsjahr, das Wörtchen »book«, die Ansichten von Bücherstapeln, das Logo der Stiftung Historische Museen Hamburg, zu der das Museum der Arbeit gehört. Das Feld über dem »K« zeigt das abstrahierte Konterfei von Johannes Gutenberg, der Buchstabe K selbst ist sein Körper mit Armen und Beinen. Auch seine Druckpresse ist neben fließender Farbe dargestellt. Hinzu kommen Bildelemente mit Rasterpunkten, Testfeldern, Sensoren, Schachbrettmustern – alles basierend auf der Anordnung eines klassischen Setzkastens, der auch ein lachendes Gesicht enthält. Das auf den ersten Blick abstrakte Wimmelbild lädt zu vielen weiteren Assoziationen ein: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren ortsansässigen Drucker oder Augenarzt!

(Klaus Raasch)

17. BuchDruckKunst: 1. - 3. April 2022

Museum der Arbeit, Hamburg

Mi, 22.12.2021

Sommerhaus, später

Die von Stefan Gunnesch für die Maximilian-Gesellschaft gestaltete Erzählung von Judith Hermann "Sommerhaus, später" ist Jahresgabe 2021 dieser Gesellschaft für alte und neue Buchkunst.

Als Schriften für diesen, zuerst 2004 im Fischer Taschenbuch Verlag veröffentlichten, Text kamen Malabur Pro und Univers zum Einsatz, gedruckt wurde auf Fly weiß und Colorplan Smoke in der DZA Druckerei zu Altenburg.

Judith Hermann - Sommerhaus, später
Maximilian-Gesellschaft, Köln 2021
Ln., 64 S.
ISBN 978-3-921743-69-0

ÖEG Mitteilungen 3/2021

Das letzte Jahresheft 2021 der Mitteilungen der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft enthält u.a. eine Nachlese zur Ausstellung von Exlibris der Freimaurer und freimaurerischen Objekte, sowie einen Beitrag über das älteste Arzt- und Freimaurer-Exlibris Ungarns.

In der Rubrik Besprechungen/Neuerscheinungen werden mehrere Bücher und 20 internationale Zeitschriften zum Exlibris vorgestellt.
Auch die gegenwärtige Situation der FISAE, um die es nach der pandemiebedingten Absage des Kongresses 2020 in London und der aufgrund ausbleibender Spendengelder erfolgte Abschaltung der Homepage sehr still geworden ist, wird in einem vom Schweizer Exlibris-Club übernommenen Beitrag untersucht.

Di, 21.12.2021

Fotos: Hans Witte

neu in der Edition Einstein

Gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest wird das Jüngste der Edition Einstein zwar nicht in der Krippe liegen, aber doch das Licht dieser unruhigen Welt erblicken: als Nr. 37! ist n diesen Tagen ein neuer Band der Reihe "Das andere Kinderbuch" erschienen.

Der Titel ist so lang wie das Objekt selbst: "Das längste typografische Buchstaben- und Zahlen-Herausfinde-Rollbilderbuch der Welt für kleine und große Leute".

Es handelt sich dabei also nicht um die Form des üblichen "Klapp"-Buches sondern um einen Blatt für Blatt im Buchdruck einseitig bedruckten und gerollten Papierstreifen mit einer Höhe von ca. 16 cm und einer Länge von ca. 5,5 m, der sich in gerolltem Zustand in einer Pappdose mit Deckel befindet. Der Durchmesser der Dose ist ca. 9 cm. Außen ist diese Dose ebenfalls typografisch illustriert.

Das "Buch" soll anregen, unterschiedliche Schrifttypen, die häufig nur bruchstückhaft oder verändert abgedruckt sind zu erkennen bzw. zu identifizieren.

Das längste typografische Buchstaben- und Zahlen-Herausfinde-Rollbilderbuch der Welt für kleine und große Leute
Edition Einstein, Emmerthal 2021
Auflage: 10 Exemplare
150 Euro (Vertrieb nur über Edition Einstein)

Mo, 20.12.2021

Peter Verheyen

Auszeichnung für Peter Verheyen

Die Universitätsbibliothek Syracuse ehrt den Pirckheimer Peter Verheyen mit dem diesjährigen Preis für Herausragenden Service (Distinguished Service Award). Mit dieser Auszeichnung werden seit mehr als 30 Jahren Bibliotheksmitarbeiter geehrt, die einen bedeutenden Beitrag sowohl zu den Bibliotheken als auch zur breiteren Gemeinschaft der Syracuse University geleistet haben.

Peter Verheyen ist ein weltweit anerkannter Experte auf den Gebieten der Buchbinderei und Bibliothekskonservierung. Er präsentiert und publiziert regelmäßig auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Er gründete den Book Arts listserv, einen globalen Mailingdienst für Buchbinder und schuf die Book Arts Website und bonefolder E-Journal.
Seit 2013 arbeitet der Ausgezeichnete als Research and Emerging Issues Analyst im Program Management Center. In dieser Funktion bietet er fortlaufende Recherchen rund um Bibliothekstrends und Datenerfassung an.

Mendelssohn-Type

Seit Wochen sind unsere Mitarbeiter [der Offizin Haag-Drugulin, Dresden] nun schon dabei, neben dem täglichen Setzen und Drucken, die Schriftbestände im Nachbargebäude für den Umzug vorzubereiten; den Inhalt der vielen, meist nur unzureichend beschrifteten Pakete zu ordnen und zu registrieren. Alles Vorbereitungen für die Verlegung, denn die Räume stehen uns nicht mehr lange zur Verfügung. - Es war Anfang November, als ein unscheinbares Paket auftauchte mit dem lapidaren Vermerk »Mendelsohn«. Doch statt der erwarteten Bleilettern kamen Original-Matrizen der Mendelssohn-Type, wie sie richtig heißt, zum Vorschein. Jener Schrift, die Georg Mendelssohn 1921 - also vor genau 100 Jahren - für die Schriftgießerei Brüder Butter in Dresden geschaffen hat. Welche Überraschung, welche Sensation! 

Georg Mendelssohn war ein außergewöhnlicher Künstler. 1886 in Dorpat, heute Tartu, geboren, zog die Mutter, nach dem Tod des Vaters, mit ihm und seinen drei Geschwistern nach Jena. Schulbesuch, Abitur, Studium in Jena und Kiel, ein Aufenthalt in Italien. wo er Jakob Hegner kennenlernte. Wieder zurück: Studium an der Debschitz-Schule in München (1907/08). Mitglied im Deutschen Werkbund. Ausführung von Messinggravuren und erste Erfolge. Dann, mit 24 Jahren, ein Grand Prix auf der Weltausstellung 1910 in Brüssel. - Von Wolf Dohrn angeregt, zog Mendelssohn noch in dem gleichen Jahr mit der Familie nach Hellerau, wo er zusammen mit seinem Freunde Karl Schmidt in einem von Riemerschmid erbauten Doppelhaus wohnte. Hier schnitt er auf Drängen des feinsinnigen Druckers Jakob Hegner dann jene eigenwillige expressionistische Mendelssohn-Type, die gleich für mehrere Drucke verwendet wurde, vom Avalun Verlag, von Oda Weitbrecht und für den eigenen Verlag. Dank an Rainer Gerstenberg, daß wir sie hier zum Jahreswechsel zeigen können.

(Eckehart SchumacherGebler)