Pirckheimer-Blog

Mi, 05.10.2022

Blick in die Ausstellung I: Renaissance. ǀ © Gerd Gruber
Blick in die Ausstellung II: Moderne. ǀ © Gerd Gruber
Katalog zur Ausstellung in Wittenberg.

Blick in den Abgrund

Im September 1522 wurde die von Martin Luther auf der Wartburg erstellte und in Wittenberg gedruckte Übersetzung des Neuen Testaments, auch Septembertestament genannt, veröffentlicht. Zur großen Popularität dieser Publikation trugen sicher auch die 21 Holzschnitte bei, die Lucas Cranach d. Ä. und dessen Werkstatt für das letzte Buchkapitel, die Offenbarung (griech. apokalypsis) des Johannes, schuf.

Aus Anlass dieses 500-jährigen Jubiläums zeigt die Wittenberger Cranach-Stiftung im ehemaligen Wohnhaus der Malerfamilie Cranach die Ausstellung Apokalypse – ein Blick in den Abgrund und darüber hinaus. In etwa 60 Exponaten werden neben den berühmten Apokalypse-Darstellungen Albrechts Dürers Kunstwerke des 20. und 21. Jahrhunderts gezeigt, in denen das Thema wieder aufgegriffen und die existenzielle Bedrohung der Menschheit verbildlicht wird. Eine zentrale Rolle spielen hierbei die Lithographien Max Beckmanns, die er nach seiner Flucht vor den Nazis während des Gräuels des Zweiten Weltkrieges in Amsterdam schuf.

Pirckheimer-Freund Dr. Gerd Gruber unterstützt die Ausstellung mit mehreren Werken aus seiner Sammlung, so von Santos Balmori, Werner Drewes, Alfred Frank, Hans Grundig, Alfredo Mereles, Erich Mueller-Kraus und Michal Tillner. Gegenüber den berühmten apokalyptischen Reitern von Dürer ist Balmoris Schabblatt von 1938 ausgestellt, auf dem die Reiter die Gesichtszüge von Hitler, Franco, Mussolini und dem japanischen General Tojo Hideki tragen. Rechts neben diesem Werk der apokalyptische Reiter von Mereles, in dem, wie auch in Werken zeitgenössischer Künstler der Ausstellung, aktuelle Themen, wie Atomgefahr, Dominanz des Großkapitals und Umweltzerstörung, angesprochen werden. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (48 Seiten, 74 Abbildungen, 8 Euro). Die Ausstellung ist in der Cranach-Stiftung Wittenberg (Markt 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg) bis zum 11.12.2022 zu sehen, danach bis zum 31.01.2023 ohne die Werke Dürers und Beckmanns.

Neben dieser Exhibition unterstützte Gerd Gruber auch die Ausstellung Paul Busch. Zeichenlehrer und Künstler der Städtischen Sammlungen Cottbus mit Leihgaben. Paul Busch, nur wenigen Kunstfreunden bekannt, hatte enge Kontakte zu Herwarth Waldens Sturm in Berlin. Er war über Jahre hinweg in den Sturm-Ausstellungen vertreten, und der als Sonderheft 2022 der Cottbuser Blätter erschienene Ausstellungskatalog (124 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Regia-Verlag, 14,90 Euro) ist die erste recherchierte Veröffentlichung über diesen Künstler.

(Gerd Gruber/Pressemitteilung)

Di, 04.10.2022

Lino Salini: Porträt Moriz Sondheim.
Lino Salini: Porträt Paul Hirsch.

Frankfurter Bibliophilen-Gesellschaft 100 Jahre

Im Sommerheft 1922 der Zeitschrift für Bücherfreunde erschien die Ankündigung zur Stiftung einer neuen Gesellschaft – der Frankfurter Bibliophilen-Gesellschaft, gegründet am 25. Februar 1922, welche sich zum Ziel setzte, die Tradition der Buchkunst zu pflegen und „ein an Inhalt und Formen vorbildliches Druckwerk regelmäßig – etwa jährlich – den Mitgliedern vorlegen zu können“. Bis 1933 wurden mehr als 70 Drucke veröffentlicht, darunter Saint-Beuve von Stefan Zweig (1923), Richard de Bury. Ein Beitrag zur Psychologie des Büchersammelns von Moriz Sondheim (1926), Die Illuminierten Handschriften und Einzelminiaturen des Mittelalters und der Renaissance in Frankfurter Besitz von Georg Swarzenski (1928) – dieses Buch wurde von der Jury der Deutschen Buchkunststiftung zu einem der 50 schönsten Bücher des Jahres 1929 erklärt.

Zum Zeitpunkt der Gründung wurde die Gesellschaft vom Direktor der Stadtbibliothek Friedrich Ernst Ebrard (1850–1935) als Ehrenvorsitzendem geleitet. Der Besitzer einer der hervorragenden privaten Musikbibliotheken Europas Paul Hirsch (1881–1951) trat als erster geschäftsführender Vorsitzender an. Kunsthistoriker Rudolf Kautzsch (1868–1945) war der zweite Vorsitzende, gefolgt vom Begründer des Offenbacher Schriftmuseums Karl Klingspor (1868–1950). Der Leiter des Goethehauses Ernst Beutler (1885–1960) und Maria Gräfin Lanckoronska (1896–1978), die Historikerin des illustrierten Buches, beteiligten sich als Schriftführer; Georg Swarzenski (1876–1957), Direktor des Städelschen Kunstinstituts und der Städtischen Galerie, als Beisitzer. Zum wichtigen und aktiven Mitglied der Gesellschaft avancierte der Antiquar Moritz Sondheim (1860–1944), Mitarbeiter, Mitbesitzer und schließlich Seniorchef des Antiquariatshauses S. L. Baer in Frankfurt am Main.

Die Mitgliederzahl war an sich auf 150 limitiert, die Gesellschaft zählte aber am 1. Januar 1930 166 Mitglieder, darunter 16 Bibliotheken. Bis 1930 wurden einige Ausstellungen organisiert, wie zum Beispiel Drucke berühmter Offizinen von Aldus Manutius bis Bodoni und Frankfurter Drucke der Renaissance und Barockzeit von Moriz Sondheim. Die letzte Ausstellung fand 1933 statt. Sie war der Buchkunst der Jahre 1922 bis 1932 gewidmet. Die Drucke bibliophiler Gesellschaften und einzelner Liebhaber, die Hausdrucke großer Schriftgießereien und die Erzeugnisse berühmter Pressen wurden ausgestellt. Zahlreiche Mitglieder der Gesellschaft wurden porträtiert von Lino Salini, dokumentiert unter anderem in: Frankfurter Bibliophilen-Gesichter: Zur Jahres-Versammlung der Frankfurter Bibliophilen-Gesellschaft am Sonntag, den 23. Februar 1930. Von zwei Mitgliedern gewidmet. Gezeichnet von Lino Salini (Frankfurt am Main 1930).

Nach 1933 ging die aktive Tätigkeit der Gesellschaft zu Ende, das genaue Datum ihrer Auflösung ist nicht bekannt. Nicht wenige Mitglieder bekamen unter der Herrschaft der Nationalsozialisten Probleme, verloren Arbeit, Ansehen und Einfluss. Paul Hirsch, Vizepräsident der Frankfurter Industrie- und Handelskammer, einer jüdischen Kaufmannsfamilie enstammend, emigrierte 1936 nach Cambridge. Seine bibliophile und Musikalien-Sammlung gehört heute zum Bestand der British Library. Moriz Sondheim, ebenfalls jüdischer Herkunft, erhielt Berufsverbot und lebte zuletzt in einem Frankfurter „Judenhaus“. Er starb 1944 bei einem Luftangriff.

(Maria Bogdanovich)

So, 02.10.2022

Ulrich Wagner: "Borderline Berlin I", 2022, 32 x 245 cm, Leporello.
Die Galerie Druck & Buch in Wien.

Borderline in Wien

Die Betreiberin der Wiener Galerie Druck & Buch, Susanne Padberg, lädt für Donnerstag, den 6. Oktober 2022, um 19 Uhr zur Eröffnung der Ausstellung Borderline von Ulrich Wagner ein. Der Künstler Ulrich Wagner aus Köln ist für seine Papierarbeiten, Rauminstallationen und vor allem seine Winkelbücher – in Auseinandersetzung mit den Zeichensystemen der Nationalsozialisten – bekannt. In seinem hier nun erstmals gezeigten Projekt Borderline befasst er sich mit den Extremformen von Grenzen: Grenzmauern. „Sie bilden eine radikale Trennung zwischen einander nahen Menschen, verunmöglichen Begegnung und Austausch, sind eine aggressive, Objekt gewordene Trennung. Ulrich Wagner zeigt die Berliner Mauer, die geplanten Mauer zwischen den USA und Mexiko und den Westwall in seinen zeichen- und planorientierten Unikatbüchern auf. Sein Material ist das handgeschöpfte Papier mit aufgegautschten Zeichen – in enormen Formaten und erkenntnisleitenden Faltungen.“ Die Exhibition ist bis zum 28. Oktober zu sehen. Die Galerie Druck & Buch findet sich in Wien in der Berggasse 21/2 in der unmittelbaren Nähe des Freud-Museums und ist von Montag bis Freitag 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Künstler wird zur Eröffnung der Ausstellung anwesend sein. 

(André Schinkel/ Pressemitteilung)

Fr, 30.09.2022

"Lost Playgrounds" ǀ © Susanne Theumer
"Am Gastronom", Kaltnadelradierung, 2021 ǀ © Susanne Theumer

Bibliophiles des Monats: Lost Playgrounds

Am Gastronom spielen zwei kleine Mädchen in der Vergangenheit; nur ein Betonmäuerchen blieb davon stehen. Wie kann man diesen Ort nennen, seinen Schlaf in den Epochen, von denen er, Rudiment nur noch, kündet? Ich sehe die Mädchen in den Elementen der Wand klettern und rufen, und ich sehe, daß sie sich dabei leis umsehen, als wollten sie diese, ihre Welt begreifen und aufnehmen in sich. Ich weiß nicht – wird es beiden gelingen und ihnen über ihre Kinderzeit hin wichtig bleiben? Einst, sagen die verschütteten und nun zwischen Ramschangeboten versteckten Legenden, gab es hier auch Wasser – dieser Stadtteil ist ganz gegen seinen Ruf seit jeher einer der Brunnen. Ob das die Legende meint, oder spricht sie noch davon, daß es eigentlich eine trockenliegende Senke ist, in die die Neustadt gebaut ist? Die kleinen Mädchen toben über den Platz, eine ernster, eine verschmitzter, im Wechsel vielleicht … das werde ich erst später erkennen. Vorerst sind sie ganz in das Spiel in ihrer Vergangenheit vertieft, die sich zwischen den Kanten und Rändern des Stadtteils, dem sie entstammen, noch eine Weile über den Grasflächen und Bäumen hält, ehe sie wie das Rufen der Kinder zwischen den Hausquadern verhallt und verlischt. In der Ferne rauschen die Brunnen der Zukunft. Es werden andere sein. Von der Zukunft, die die Geschichte verheißt, blieb nur dieses Mäuerchen stehn.

Susanne Theumer: Lost Playgrounds,
mit einem Gedicht von Rainer Maria Rilke und
vier Prosastücken von André Schinkel,
originalgrafische Mappe mit 9 Kaltnadelradierungen,
Handsatz, Handeinband mit Radierung bedruckt,
Bindung (Kassette): Claudia Richter,
45,5 x 55,5 cm, Auflage: 10 Exemplare.

(André Schinkel/Textbeispiel aus der Mappe)

Do, 29.09.2022

ver.di-Preisträger Till Sailer ǀ © Abel Doering
Der Preisträger (Mitte) nimmt die Ehrung von Jurorin Susanne Stumpenhusen und Juror Henning Kreitel entgegen ǀ © Abel Doering

ver.di-Literaturpreis für Till Sailer

Für seinen Roman Haus mit der Madonna, erschienen 2021 im Mitteldeutschen Verlag, erhielt unser Pirckheimer-Freund Till Sailer am 27. September den ver.di-Literaturpreis. Das Buch erzählt die Geschichte seiner nationalsozialistisch geprägten Mutter, die sich mit drei Söhnen in Weimar allein in das Leben nach dem Zweiten Weltkrieg einfinden und sich politisch umorientieren musste. In dieser Wendezeit durchlebt sie Not und zahlreiche Konflikte, die einen tiefen Einblick in die Psyche des Menschen sowie in die politischen Umstände in Ost wie West erlauben. Der Band kann als exzellentes Beispiel der Erzählkunst Till Sailers, den neben der zur Literatur und Geschichte eine tiefe Liebe zur (und Kenntnis der) Musik auszeichnet, gelten.

Der ver.di-Literaturpreis Berlin-Brandenburg des Verbands deutscher Schriftsteller wird jährlich in einer der Sparten Prosa, Lyrik sowie Kinder- und Jugendbuch vergeben – 2004 zum ersten Mal und zwar an Christoph Hein für Landnahme. 2008, drei Jahre vor ihrem Tod, erhielt ihn Eva Strittmatter für ihr Lebenswerk. Der Berliner Dichter und vielfach beachtete Übersetzer Richard Pietraß wurde 2009 mit ihm ausgezeichnet. Till Sailer, der aktuelle Preisträger, wurde 1942 in Weimar geboren und lebt in Bad Saarow. Sein vielgestaltiges Werk umfasst Hörspiele, Erzählungen, Sachbücher und Romane. Als Pirckheimer ist er vor allem mit dem Sammeln belletristischer Werke zu musikalischen Themen beschäftigt.

Die 65 für 2021 eingereichten Werke wurden juriert durch Susanne Stumpenhusen, viele Jahre Leiterin des ver.di-Landesbezirks Berlin-Brandenburg, Jana Weinert, Mitglied des Landesverbands Brandenburg und Laudatorin, sowie Henning Kreitel, Vorsitzender des VS-Landesverbands Berlin. Zu den prominenten Gästen der Feierlichkeit gehörte die Präsidentin des Landtags Brandenburg, Ulrike Liedtke (SPD), selbst Mitglied des Verbands und überdies auch schriftstellerisch tätig. Die Verleihung fand im Picasso-Saal der ver.di-Bundesverwaltung in Berlin statt. Die Pirckheimer-Gesellschaft gratuliert ihrem Mitglied von Herzen!

(Abel Doering/Elke Lang)

Di, 27.09.2022

Vom 08.10.22 bis 03.03.23 sind die Arbeiten von Olaf Wegewitz in Brandenburg a. d. Havel zu sehen.

Olaf Wegewitz in Brandenburg

Vom 8. Oktober bis zum 3. März des nächsten Jahres ist die Ausstellung Sedimente mit neuen Arbeiten – Grafik, Zeichnungen, Schreine – von Olaf Wegewitz in Brandenburg an der Havel zu sehen. Der vielfältige und vielfach ausgezeichnete Künstler, 1949 in Schönebeck (Elbe) geboren und über den Umweg Leipzig seit vielen Jahren in Huy-Neinstedt ansässig, hat Deutschland in seiner ganzen Länge und Breite durchquert. Nun macht er Station in Brandenburg und gewährt in der Galerie „Sonnensegel“ (Gotthardtkirchplatz 4/5, 14770 Brandenburg a. d. H.) einen kleinen, aber äußerst eindrucksvollen Einblick in sein künstlerisches Schaffen. Sedimente nennt Wegewitz seine Ausstellung. Der Titel löst Assoziationen mit Begriffen wie ‚Geschichtetes‘ oder ‚Bodensatz‘ aus. Bedeutungen, wie sich senken und sich setzen, lassen sich aus dem Wortstamm ableiten. Auch Erfahrenes, Gedankliches muss sich setzen, bevor es sich in der spontanen Zeichnergeste oder im filigran geplanten Kunstprojekt neu manifestiert. Die ausgestellten Blätter sind anschauliche Beispiele dieser Transformationen des Naturvorbilds in eine individuelle Kunstform. Die Schau wird am 08.10. um 16 Uhr eröffnet – durch die Unterstützung der Pirckheimer-Gesellschaft konnte Uwe Gellner, Sammlungskurator im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg, für die Rede zur Vernissage gewonnen werden. Wie immer ist der Druck des originalgrafischen Künstlerplakats Bestandteil der Ausstellungseröffnung.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 26.09.2022

Neben anderen Motiven sind auch die berühmten Raben von Bodo W. Klös in Ahlbeck zu sehen.

„Ein Rabe ist gelandet“

Unter dem Titel Ein Rabe ist gelandet werden seit dem 24. September in der Kunsthalle Ahlbeck auf Usedom die Grafiken von Bodo W. Klös gezeigt. Gezeigt werden in der umfangreichen Verkaufsausstellung neben seinen weithin gerühmten Raben auch grafisch interpretierte Tierkreiszeichen, Portraits und erotisch aufgeladene Blätter. Die Veranstalter schreiben in ihrer Einladung zum Kunstgenuss an der Ostsee: „Über Ihren Besuch würden wir uns freuen, bevor die Raben wieder zurück zu ihrem Erschaffer flattern. Die Ausstellung wird vom 24.09.2022 bis zum 05.01.2023 in unseren Räumen im Bahnhof Ahlbeck zu sehen sein.“ Die BuchKunst-Usedom bzw. die Kunsthalle Ahlbeck finden sich in der Bahnhofsstraße 1 des Seebads. In Kürze soll auch auf der polnischen Seite der Insel, nur wenige Kilometer entfernt, im Eingangsbereich des Radisson Blu in Świnoujście (Swinemünde) Kunst aus beiden Ländern gezeigt werden.

(André Schinkel)

Sa, 24.09.2022

Der erste Preis beim Keith-Wingrove-Memorial-Wettbewerb ging an Deborah Chapman aus Montreal für ihr Mezzotinto-Exlibris "Poseidon".

Keith Wingrove Memorial Prizes

Gruß aus Nordamerika II: Wie Klaus Rödel im FISAE-Newsletter berichtet, teilt James P. Keenan in seinem kurzen Bericht vom XXXIX. FISAE Exlibris Congress auch die Preisträger des Keith-Wingrove-Memorial-Wettbewerbs mit. Die Auszeichnungen gingen in diesem Jahr nach Kanada, in die USA, die Türkei, nach Polen und Frakreich. Im Einzelnen wurden mit den Keith Wingrove Memorial Trust Prizes des American Bookbinders Museums folgende Künstler geehrt: Der erste Preis geht an Deborah Chapman aus Montreal in Quebec (Kanada) für ihr Mezzotinto Poseidon (für George Steiner). Den zweiten Preis erhielt Marina Terauds aus Michigan (Vereinigte Staaten) – ihr Exlibris, eine Radierung, entstand für Claudia Smukler. Nurgul Arikan, Istanbul (Türkei) wird für sein computergeneriertes Exlibris für M. Omer Dedeoglu geehrt. Anerkennungen und ehrenvolle Erwähnungen gingen an die Exlibris mit dem synchronen Titel Jack London an Krzysztof Marek Bak aus Bielsko-Biala in Polen (Computer Generated Design – „for KHB”) und – auch er ein sehr bekannter Exlibris-Künstler in Europa wie Amerika – Oleg Dergachov. Der gebürtige Russe lebt im französischen Soyaux, er war lange Jahre als Kunst- und Hochschullehrer in Kanada tätig; seine Radierung schuf er für James P. Keenan. Ein herzlicher Glückwunsch an die internationale Riege an Preisträgerinnen und Preisträgern!

(André Schinkel)

Do, 22.09.2022

Exlibris: eine große Leidenschaft auch in Amerika.
James Keenan, Dan Mueller und Ann Pari-Mueller.
Der Book Club of California ǀ © James Keenan

Gruss aus Nordamerika

Über Klaus Rödel erreicht uns ein Gruß aus den Vereinigten Staaten: Im Nachgang des XXXIX. FISAE Exlibris Congress, der am 15. September in Oakland, Kalifornien, stattfand, berichtet FISAE-Vizepräsident James Keenan kurz vom Treffen der Exlibris-Freunde im Regatta Room des Oaklander Waterfront Hotels und gibt seiner Hoffnung Ausdruck, künftig auch mehr Sammler und Begeisterte aus Europa zu treffen, was, so der ehemalige FISAE-Präsident Rödel, „für die Belebung des Exlibris auf beiden Kontinenten von Vorteil“ wäre.

Keenan schreibt: „Der Kongress in San Francisco war mit 50 Teilnehmern bei jeder unserer Veranstaltungen ein Erfolg. Es war ein kleiner Kongress mit überwiegend nordamerikanischen Teilnehmern, die sich über das Sammeln von Exlibris informieren wollten. Es ist schade, dass die Europäer nicht teilnehmen konnten, da ihr Einfluss den Austausch in der Zukunft fördern würde. Im Mittelpunkt unseres Treffens stand passenderweise die bedeutende zeitgenössische Buchkunstbewegung, die heute in San Francisco im Gange ist. (...) Alle hatten viel Spaß, und die Ausstellungen, Vorträge und Empfänge waren außergewöhnlich. Auch das mehrgängige Abschlussbankett in Yoshi’s Jazz Club am Jack London Square war köstlich!“

Dazu gibt es eine Reihe beeindruckende Fotos und eine Auflistung der Ehrungen für besondere Leistungen (die Keith Wingrove Memorial Trust Prizes, die nach Kanada, in die USA, nach Polen und in die Türkei gehen); auch eine Teilnehmerliste wird in Aussicht gestellt. Bereits am 12. September wurde die Ausstellung The Tribute to George Steiner. An International Bookplate Competition exhibition, präsentiert vom Book Club of California, die in der 312 Sutter Street in San Francisco bis zum 12. Dezember zu sehen wird, eröffnet.

Zum Kongress erschienen insgesamt vier PublikationenTribute to George Steiner. An International Bookplate Competition (Cambridge Bookplate, 2022), Ex Libris: The Art of Contemporary World Bookplates (ebd., 2022), Illustrated Essays on Bookplate Collecting. Revised edition (ebd., 2022), Antioch Bookplate Company. Excerpts from the Autobiography of Ernest Morgan 1905–2000 (ebd., 2022); zusätzlich wurde auf William E. ButlerAmerican Bookplate (Primrose Hill Press, London 2000) ausdrücklich verwiesen. 

Auch standen wichtige Entscheidungen an. Der bisherige FISAE-Präsident James Keenan stand nicht mehr für die Wahl an die Spitze zur Verfügung. Zur neuen Präsidentin wurde gewählt Maria Casas Hierro, Keenan wurde erster, Anthony Pincott zweiter Vizepräsident. Da es für den Exekutivsekretär keine Kandidatur gab, führt Olli Ylönen das Amt bis 2024 fort. Dann findet der XL. Kongress statt, erwählter Ort für die Tagung ist mit großer Mehrheit Palma de Mallorca auf den Balearen geworden. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 20.09.2022

superILLU: Die Illustration fängt das Unsagbare im Netz der Wörter ... ǀ © Uta Schneider/Juliane Wenzl

superILLU — Die Zweite

Welche Bedeutung haben Illustrationen? Ist dieses Medium überhaupt noch aktuell? Und: Wie illustriert man eigentlich? Zu diesen Fragen haben Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis kontroverse Antworten vorgelegt, die in der Publikation superILLU nachzulesen sind. Am Veranstaltungsabend werden diese grundlegenden Thesen zur Illustration erstmals öffentlich vorgestellt sowie mit neuen Gästen und Publikum diskutiert. Es wird dafür herzlich eingeladen am Dienstag, den 04.10.2022 um 18 Uhr in die Ingeborg-Drewitz-Bibliothek in Berlin-Steglitz. Es diskutieren: der Kunstwissenschaftler Andreas Rauth (Beitrag: Stil und Authentizität der Illustration), Kunsthistoriker Johannes Rößler (Hybridität/historische Genese der Illustration), Typografin und Künstlerin Ulrike Stoltz (Schriftbildlichkeit, Illustration als Darstellung des Unsagbaren im Netz der Wörter), Illustratorin und Bildwissenschaftlerin Juliane Wenzl (visuelle Narrationsformen, Vermittlung von Inhalten mit Bildern). Die Bibliothek befindet sich im dritten Obergeschoss im Einkaufszentrum Das Schloss, Grunewaldstraße 3, 12165 Berlin, und ist via S- und U-Bahn (Bahnhof Rathaus Steglitz) gut zu erreichen. Die Veranstaltung wird organisiert von der Hegenbarth Sammlung Berlin, die Plätze sind begrenzt, es wird um Anmeldung unter anmeldung@herr-hegenbarth-berlin.de gebeten.

superILLU: Zu einer Theorie der Illustration =
superILLU: Towards a Theory of Illustration.
Hrsg. v. Ulrike Stoltz u. Juliane Wenzl.
Weimar: Jonas Verlag 2022. In deutscher und
englischer Sprache, 352 Seiten, Broschur,
ISBN 978-3-89445-593-4, 32,00 Euro.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 18.09.2022

Farbradierung und Linolschnitt von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries: "Denn nirgend bleibt er" (Friedrich Hölderlin, Fragment 38). Künstlerin und Künstler führen am 23.09. nicht nur durch die Ausstellung, es gibt auch eine Lesung mit der Oldenburger Schauspielerin Elfi Hoppe.

Führung und Lesung bei der Jahrestagung in Oldenburg

Das Pirckheimer-Jahrestreffen in Oldenburg wird um einen Höhepunkt reicher. Am 23.09. werden Anja Harms und Eberhard Müller-Fries die Teilnehmer des diesjährigen Jahrestreffens persönlich durch die Ausstellung „Wie ist doch alles weit ins Bild gerückt“ führen. Es werden aber nicht nur die Künstler selbst im Landesmuseum Oldenburg ihre Arbeiten präsentieren. Die Kammerschauspielerin Elfi Hoppe wird zudem literarische Texte vortragen. Elfi Hoppe ist vielen Menschen in Oldenburg und darüber hinaus durch unzählige Theater-Rollen bekannt. 2020 wurde sie sogar zum Ehrenmitglied des Oldenburgischen Staatstheaters ernannt. Wir freuen uns nicht nur auf künstlerischer Ebene, sie für diesen Nachmittag  gewinnen zu können, sondern vor allem auch, unseren Mitgliedern und Oldenburger Gästen damit eine Freude bereiten zu können!

(Charlotte Aepler)

Sa, 17.09.2022

Vom 29.9. bis 2.10. findet die paper positions im Herzen Hamburgs statt. ǀ © paper positions

Paper Positions in Hamburg

Die paper positions hamburg – the show findet in diesem Herbst zum zweiten Mal in Hamburg statt. Vom 29. September bis zum 2. Oktober 2022 werden auf der paper positions hamburg die Werke von über 30 internationalen Künstler*innen im zentral gelegenen Jupiter, dem ehemaligen Domizil des Karstadt Sport, in der Mönckebergstraße 2–4, 20095 Hamburg, ausgestellt. Ausgewählte Hamburger Galerien und eine kleine Auswahl von Aussteller*innen aus anderen Teilen Deutschlands präsentieren jeweils eine künstlerische Position zeitgenössischer und moderner Kunst mit, aus und auf Papier. Ermöglicht wird diese Ausstellung durch die Förderung der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, die Unterstützung der Kreativgesellschaft Hamburg und realisiert in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Hamburger Galerien. Informationen zu Öffnungszeiten und Tickets finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 16.09.2022

Bei den Ahrenshooper Literaturtagen werden auch die Nocturnen Henry Günthers präsentiert.
Doppelseite aus dem Buch.

21. Ahrenshooper Literaturtage

Vom 01. bis 03.10.2022 findet in der Strandhalle Ahrenshoop die größte Buchmesse Mecklenburg-Vorpommerns statt. Auf ihr präsentieren sich 15 Verlage u. a. mit Literatur über das Bundesland am Meer, die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und Ahrenshoop. Auf der Messe spiegelt sich auch wider, dass Ahrenshoop ein Künstlerort ist. Der Ort ist durch seine reiche künstlerische Tradition und nicht zuletzt durch sein hochrenommiertes, in den ganzen Ostsee-Raum ausstrahlendes Künstlerhaus Lukas, das Kunstschaffende aller Sparten beherbergt, berühmt. Auf der Messe sind aufgrund dessen neben regulären Publikationen auch besondere Druckerzeugnisse, wie zum Beispiel künstlerisch anspruchsvolle Bücher aus handgeschöpftem Papier, mit siebgedruckten Illustrationen, originalgrafische Bücher, Blätter, Karten sowie Sammelmappen, die per Holzschnitt, Linotype oder Monotypie gedruckt wurden, zu finden. So ist auch die aktuelle Publikation der BuchKunstBalance in der Strandhalle zu bewundern, Nocturnen von Henry Günther, die mit dem beziehungsreichen Untertitel Ahrenshooper Gedichte zu glänzen wissen. Das Büchlein wurde auf Bütten gedruckt und ist mit Zeichnungen des Autors versehen.

Henry Günther: nocturnes
Ahrenshooper Gedichte
Format: 19,5 x 15 cm, 28 Seiten,
gedruckt auf Büttenpapier,
Einband: Fedrigoni Tintoretto crema,
signierte Ausgabe, 25 Euro.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 15.09.2022

Miniatur von Albrecht Dürer in Aristoteles’ „Opera“, Bd. 1. Venedig: Aldus Manutius, 1495. Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover. ǀ © GWLB
Miniatur von Albrecht Dürer in Polydeukes’ „Onomastikón“. Venedig: Aldus Manutius, 1502. Landesbibliothek Oldenburg. ǀ © Frauke Proschek
Dr. Christof Metzger, Chef-Kurator der Albertina Wien. ǀ © Albertina Wien

Dürer-Miniaturen in Oldenburg

„Dürer, Pirckheimer, Manutius und die Liebe zum Buch“ – die Landesbibliothek Oldenburg zeigt erstmals zwei Buchmalereien in einer Ausstellung, die Dürer zugeschrieben werden. Vor kurzem wurde in der Landesbibliothek ein Buch mit einer Miniatur entdeckt, die wahrscheinlich von Albrecht Dürer (1471–1528) eigenhändig gemalt wurde. Der spektakuläre Fund sorgte international für Aufsehen. Die Miniatur gehört zu einer kleinen Gruppe von Buchmalereien, die Dürer für seinen Freund, den Humanisten Willibald Pirckheimer (1470–1515), gestaltete. Die Oldenburger Miniatur ist vom 16.09. bis zum 29.10.22 in der Tresorvitrine der Landesbibliothek zu sehen – gemeinsam mit einer zweiten Miniatur Dürers aus der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover.

Besucher haben so erstmals die Chance, die beiden Buchmalereien unmittelbar im Original zu vergleichen. Alle anderen bekannten Dürer-Miniaturen befinden sich im europäischen Ausland und in den USA. Rund um diese beiden Spitzenwerke präsentiert die Landesbibliothek Oldenburg bis Ende Oktober ein hochkarätiges Vortragsprogramm. Experten verschiedener Fachrichtungen beleuchten die Beziehungen der drei großen Renaissance-Persönlichkeiten und ihre Leidenschaft für Bücher. Zu sehen ist auch die Kabinettausstellung „Bücherschätze der venezianischen Renaissance aus der Offizin des Aldus Manutius“.

Den Eröffnungsvortrag Schöner lesen. Albrecht Dürer und das Buch als Kunstwerk am heutigen Donnerstag, den 15.09., um 19 Uhr hält Dr. Christof Metzger. Er ist Chef-Kurator der Albertina Wien, einer der größten und bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt, und international anerkannter Dürer-Experte. „Die jüngst in der Landesbibliothek Oldenburg entdeckte Buchrarität, das 1502 in Venedig gedruckte Onomastikón des Polydeukes, ist ein (kunst-)historisches Dokument von allererstem Rang“, so Metzger. Auf dem ersten Blatt finden sich in delikater Deckfarbenmalerei auf Delphinen balancierende Putten, die das Wappen eines der wichtigsten deutschen Büchersammler des Humanismus begleiten: Willibald Pirckheimer. Es fügt sich in eine Gruppe von 19 ähnlich opulent ausgestatteten Klassikerausgaben, als deren Gestalter Pirckheimers Freund und Vertrauter Albrecht Dürer in der Diskussion steht. Der Vortrag beleuchtet den historischen Hintergrund dieses hochbedeutenden bibliophilen Projekts und versucht auf die Frage aller Fragen – „Hat Dürer es selbst gemalt?“ – die Antwort zu geben.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen von Ausstellung und Kabinettausstellung, die ebenfalls bis zum 29.10. gezeigt wird, sind Druckerschwärze und antiker Geist. Die Rolle der italienischen Offizinen im Humanismus mit Professor Dr. Detlef Haberland (Bonn) am 12.10. und Willibald Pirckheimer, Albrecht Dürer und die Griechen mit Professor Dr. Niklas Holzberg (München) am 18.10. Auch diese Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr, der Eintritt zu allen drei Vorträgen ist frei. Eine Anmeldung zu den Vorträgen wird wegen der begrenzten Plätze empfohlen – dies ist via Mail (lbo@lb-oldenburg.de) wie per Telefon: (0441) 50 50 18 20, möglich. Die Bibliothek befindet sich in Oldenburg am Pferdemarkt 15 und ist Montag bis Freitag von 10–19, Samstag von 9–12 Uhr geöffnet.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 13.09.2022

Kinderbuchantiquar Winfried Geisenheyner, Klaus Ensikat und Xago (v. l.) am Pirckheimer-Stand auf der BücherLust 2022. ǀ © Till Schröder
Mehr als 40 Aussteller waren auf der BücherLust zu Gast. ǀ © Kerem Saltuk

Impression von der BücherLust

Die alte Tribünenhalle der Trabrennbahn in Berlin-Karlshorst war anlässlich der BücherLust am 10. und 11.09.2022 mit über 40 Antiquariaten gut gefüllt. Von der Haarlocke eines französischen Königs bis zu einem Sammelbildalbum zur kubanischen Revolution war die Bandbreite wie erwartet groß. Bei guter Stimmung tauschten sich Interessierte, Künstler und Antiquare aus, man hätte sich noch etwas mehr Publikum wünschen können – vielleicht war das spätsommerliche Wetter an dem Wochenende einfach eine Spur zu schön und lockte nach draußen. Leider musste die Pirckheimer-Gesellschaft ihr geplantes Programm wegen krankheitsbedingter Absagen eindampfen und war nur am Samstag präsent, konnte aber wieder neue Mitglieder gewinnen. Highlights waren die Signierstunde Klaus Ensikats am Stand der Gesellschaft und das kleine Geigenkonzert am Stand des Musikalienantiquariats Florisatus aus Den Haag am Sonnabendnachmittag. 2023 soll es eine zweite Ausgabe der BücherLust geben.

(Till Schröder)

So, 11.09.2022

Gedichte Altenbourgs erschienen 2019 bei Wallstein.
Die Studie "Ein Engel im Atelier" erschien ebenfalls in Göttingen.

Altenbourg zu Gast bei Novalis

Altenbourg und Novalis, das ist aus Sicht des großen Altenburger Künstlers eine stimmige und triftige Kombination. So findet das nächste Treffen der Gerhard Altenbourg Gesellschaft am 24. September 2022 im Novalis-Museum auf Schloss Oberwiederstedt statt, dem Geburtsort des von Altenbourg verehrten Dichters und Naturforschers. Damit schließt sich im Jubiläumsjahr anlässlich des 250. Geburtstags Friedrich von Hardenbergs ein berührender Kreis. Im Vorfeld der Diskussion, wie wiederum der 100. Ehrentag von Gerhard Altenbourg, der auf das Jahr 2026 fällt, würdig zu feiern sei, sollte der kleine Ort an der Wipper im Mansfeldischen der ideale Platz sein.

Die Gerhard Altenbourg Gesellschaft gründete sich im November 2018 in Altenburg, dem Wirkort des Künstlers. Sie will beitragen, das künstlerische und dichterische Werk Gerhard Altenbourgs zu erhalten, wissenschaftlich zu erfassen und publizistisch zu verbreiten. Die Gesellschaft unterstützt darin – sowohl finanziell als auch durch eigene Projekte – die seit 2002 bestehende Stiftung Gerhard Altenbourg, die den umfangreichen Nachlass des Künstlers betreut – inklusive des Wohnhauses mit Bibliothek und Kunstsammlung sowie des Gartens.

Die Pirckheimer-Gesellschaft gehört zu den Gründungsmitgliedern der inzwischen auf knapp 100 Mitglieder angewachsenen Gerhard Altenbourg Gesellschaft. Die 2019 aufgenommenen Aktivitäten wurden durch Corona unterbrochen, doch konnte die Gesellschaft zwei Publikationen der Stiftung fördern: noch 2019 den im Wallstein Verlag erschienenen Band Wald minotaurisch mit Gedichten Altenbourgs in einer Auswahl des Dichters Wulf Kirsten, und 2021 Ein Engel im Atelier, die ebenfalls im Wallstein Verlag edierte kunst- und geistesgeschichtliche Studie des Kunsthistorikers Dieter Blume zu Altenbourgs künstlerischer Ausgestaltung des zentralen Raumes im Haus am Braugartenweg.

Gegenwärtig, so Vorsitzende Jutta Penndorf, baut die Gesellschaft eine eigene Website auf. 2021 gab sie mit Unterstützung des Förderkreises des Lindenau-Museums den Holzschnitt Erich dressiert seinen Vogel – einen Nachdruck vom originalen Druckstock der Stiftung durch Stefan Knechtel, heraus. Als jüngste Publikation legte sie 2022 eine Annäherung an Altenbourgs Garten mit Bildern und Texten von Zeitgenossen und mit finanzieller Unterstützung der Stadt Altenburg und der Thüringer Staatskanzlei vor. All diese Aktivitäten werden wie das Künftige Thema in Oberwiederstedt sein. Interessierte erhalten weitere Informationen und melden sich bitte unter der Mailadresse post@gerhard-altenbourg-gesellschaft.de für die Teilnahme an.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 09.09.2022

Breslauer Preis für Bibliographie: Erster Preis 2022.
Den zweiten der insgesamt vier vergebenen Preise erhält Ernst Fischer.

Breslauer Preis für Bibliographie

Die International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) hat die Gewinner des Breslauer Preises für Bibliographie 2022 bekanntgegeben. Insgesamt wurden 99 Arbeiten eingereicht. Der erste Platz ging an Jack Baldwin mit A Catalogue of Fifteenth-Century Printed Books in Glasgow Libraries and Museums (zwei Bände, Woodbridge: Boydell and Brewer 2020). Die Universitätsbibliothek Glasgow besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen seltener Bücher im Vereinigten Königreich, darunter 1.062 Inkunabeln. Eine Beschreibung von weiteren 62 Inkunabeln aus anderen Glasgower Bibliotheken und Museen vervollständigt den Katalog.

Der zweite Preis geht an Ernst Fischer (Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Historische Kommission): Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert. Band 3 Drittes Reich und Exil, drei Teile: Exilbuchhandel 1933–1945/1; Exilbuchhandel 1933–1945/2; Exilbuchhandel/Supplement (Berlin und Boston: De Gruyter, 2020 und 2021). Den dritten Platz belegt Renaud Adam mit Vivre et imprimer dans les Pays – Bas Méridionaux (Des Origines à la réforme) (zwei Bände, Turnhout: Brepols 2018). Eine Honourable Mention (Lobende Erwähnung) erhielten schließlich Frank Romano und Miranda Mitrano mit History of Desktop Publishing (New Castle, Delaware: Oak Knoll Press 2019).

Die Auszeichnung, mit dem alle vier Jahre herausragende bibliografische und buchgeschichtliche Arbeiten gewürdigt werden, wurde erstmals 1967 verliehen. Der ILAB Breslau Prize for Bibliography wird von der ILAB mit der großzügigen Unterstützung der B. H. Breslauer Foundation gesponsort und am 14. September 2022 im Rahmen des ILAB-Symposiums in der Weston Library (Bodleian Libraries) in Oxford, verliehen. Eine Ausstellung aller eingereichten Bücher samt der 2022 ausgezeichneten Titel wird vom 15. bis 18. September 2022 während der London Rare Book Fair (Firsts) in der Londoner Saatchi Gallery zu sehen sein. – Das Opus magnum des zweiten Preisträgers, Ernst Fischer, wurde übrigens in der Ausgabe 243 (2021/4) der Marginalien durch Klaus-Jürgen Becker rezensiert und gewürdigt. 

(Maria Bogdanovich)

Mi, 07.09.2022

Die "BücherLust" findet am 10. und 11. September in Berlin statt.

Pirckheimer-Teilnahme nur reduziert möglich

Wie der Vorstand der Pirckheimer-Gesellschaft soeben mitteilt, muss das Programm des Vereins auf der BücherLust am 10. und 11. September in Berlin-Karlshorst (der Blog berichtete) am Sonntag krankheitsbedingt komplett entfallen. Durch die Absage des Quintus-Verlags ist leider auch das Programm für den Samstag nur reduziert möglich. Die Signier-Stunde mit Klaus Ensikat am Sonnabend findet, so die Auskunft von Vorstandsvorsitzendem Dr. Ralph Aepler, wie geplant statt.  

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 06.09.2022

Der ikonische Herrscher Tutanchamun wird in Lissabon von der Exlibris-Akademie geehrt.

Exlibris und Ägyptomanie

Gute und ungewöhnliche Nachricht gibt es für alle Exlibris-Freunde aus Portugal. Am 24. September nimmt nach kurzer Sommerpause die Academia de Portuguesa de Ex-Libris ihre Ausstellungs- und Sitzungstätigkeit wieder auf. Aus Anlass des 100. Jahrestages der Entdeckung des Grabs von Tutanchamun im Tal der Könige in Luxor-Theben durch Howard Carter, die einen an sich wenig bedeutenden Pharao des Neuen Reichs zu einem Superstar der Moderne katapultierte und eine zweite Welle der Ägyptomanie auslöste, die letztlich bis heute anhält, widmet sich die Akademie, teilt Klaus Rödel von der FISAE mit, in der Ausstellung „Egyptomania, Sphinges and Pyramids“ des Architekten Segismundo Pinto dem Thema. Der Ausstellungseröffnung um 15 Uhr folgt die Konferenz „Tutanchamun in Portugal. Berichte in der portugiesischen Presse (1922–1939). Archäologie, Ägyptomanie, Ägyptologie“ unter der Ägide von Professor José das Candeias Sales und Dr. Susana Mota. Es laden ein die Präsidentin der Academia, Ana Cristina Martins, Vizepräsident José Estevéns Colaço und Generalsekretärin Madalena Ferreira Jordão. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 04.09.2022

Die Bleiläuse laden am 11.9. zur Lesung.

Verena Liebers liest bei den Bleiläusen

Die Bleiläuse freuen sich auf Verena Liebers, auch unter ihrem Künstlerpseudonym VIGLi bekannt und selbst eine Bleilaus! Sie liest am 11. September um 11 Uhr im Dachgeschoss der felto Filzwelt in Soltau aus ihren mit „lächelnden“ Fingerspitzen geschriebenen Texten. Gleich danach sind alle eingeladen, nach Munster auf den Ollershof zu kommen. Neben der beeindruckenden Ausstellung „Glasplastik und Garten“ gibt es am Tag des Offenen Denkmals ein buntes Programm bis 16 Uhr. Die Bleiläuse sind mit ihren „Glaslandplätzen“, die vor Ort mit einer mehr als hundert Jahre alten Druckmaschine angefertigt werden, dabei. Interessierte Besucherinnen und Besucher können sich etwa ihre Namen setzen und eindrucken lassen. Mit im Gepäck: Bleilettern – wie zu Gutenbergs Zeiten! Weitere Infos finden sich unter www.buchdruckmuseum-soltau.de.

(André Schinkel)