Pirckheimer-Blog

Di, 20.01.2026

"Druck & Buch" Wien lädt zu Künstlergesprächen ein.

Best of 2025: Künstlergespräche bei Galerie Druck & Buch in Wien

Im Rahmen ihrer gegenwärtigen Ausstellung Best of 2025, die bis zum 27. Februar zu sehen ist, lädt die Wiener Galerie Druck & Buch (Susanne Padberg, Berggasse 21/2, A-1090 Wien) im Januar und Februar zu zwei Künstlergesprächen ein. So wird am 22.01.26 Katya Dimova dort zu Gast sein und über ihre Faszination an Wildpflanzen wie an ihrem Zeichnen mit Fäden sprechen und zwei neue Bücher exklusiv vorstellen. Am 12.02. stellt Wolfgang Buchta eine neue Unikatbuchreihe zu Lewis Carrolls Unsinns-Ballade The Hunting of the Snark (1876) vor. Die beiden Veranstaltungen in dem Wiener Kunsthaus ganz in der Nähe des Sigmund-Freud-Hauses beginnen jeweils 19 Uhr. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 19.01.2026

In Merseburg – neue Schau in der Willi-Sitte-Galerie.

„Feier des Guten und Abwehr des Bösen“: Willi Sitte in Merseburg

Die Willi-Sitte-Galerie unterhalb des Doms der ehrwürdigen Stadt Merseburg (Domstraße 15, 06217 Merseburg) lädt am 21. Februar um 14 Uhr zur Eröffnung der neuen Sitte-Ausstellung Feier des Guten und Abwehr des Bösen , die bis zum 21. Juni 2026 zu sehen sein wird, ein. Es begrüßt: Michael Finger, der Vorstandsvorsitzende des Förderkreises der Galerie – die Einführungsrede zur Schau hält Pirckheimer-Freund Peter Arlt aus Gotha. Willi Sitte (1921–2013) galt in der DDR und gilt als einer der bedeutendsten Maler und Grafiker seiner Generation, er war zudem ein begnadeter Zeichner. Das ihn ehrende und sein vieldiskutiertes Werk, Wirken und Andenken pflegende Haus in der Domstadt besteht seit 2006. Die Galerie ist Mi bis Fr 10 bis 16, Sa/So 13 bis 16 Uhr geöffnet.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 18.01.2026

Die Buchmesse lädt im März wieder nach Leipzig ein, und auch die Pirckheimer sind 2026 wieder dabei.

Leipziger Buchmesse 19.–22.03.2026

Vier Tage, vom 19. bis 22. März 2026, präsentieren sich in den Messehallen (Messeallee 01, 04356 Leipzig) auf der Leipziger Buchmesse Autorinnen und Autoren mit ihren Novitäten, Verlage und Dienstleister die ganze Welt der Bücher. Diese Welt der Bücher wäre jedoch unvollständig, wenn nicht auch Buchkünstler, Illustratoren und die Sammler all dieser schönen Dinge in Leipzig dabei sind. Traditionell sind auch die Pirckheimer mit einem eigenen Stand vertreten. In diesem Jahr ist er in Halle 5, Stand C104 unter dem Dach von Buchkunst und Grafik, und ab diesem Jahr nahe dem Antiquariatsbereich, zu finden. Bei den Pirckheimern ist die Vorfreude groß, in diese Welt ums Buch einzutauchen und den Blick der hoffentlich vielen Besucher speziell auf Buchkunst und Bibliophilie zu lenken. Alle Informationen zur Leipziger Buchmesse gibt es hier unter diesem Link

(Robert Grieger)

Sa, 17.01.2026

Führung in der Staatsbibliothek zu Berlin – am 22.01.

Zur Erinnerung: Führung durch das Digitalisierungszentrum der Staatsbibliothek zu Berlin

Hier unsere kleine Erinnerung für die Veranstaltung am Donnerstag, den 22. Januar 2026, 17.15 Uhr: Führung durch das Digitalisierungszentrum der Staatsbibliothek zu Berlin. Die Führung wird von und mit Konstanze Rönnefahrt angeboten und durchgeführt. Gemeinsamer Treffpunkt für die Veranstaltung ist der Diensteingang links in der Säulenvorhalle vor dem Brunnenhof im Haus Unter den Linden (Unter den Linden 08, 10117 Berlin) der Staatsbibliothek der Bundeshauptstadt. 

Führung durch das Digitalisierungs-
zentrum der Staatsbibliothek zu Berlin,
17.15 Uhr Diensteingang Säulenhalle,
Unter den Linden 08, 10117 Berlin

(Robert Grieger via Marina Fritsche/Ninon Suckow)

Fr, 16.01.2026

In Oldenburg: „Mein Freund Rilke“

Die Landesbibliothek Oldenburg (LBO, am Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg) lädt im Rahmen ihrer vielfältigen Ausstellungstätigkeit zum Rilke-Doppeljubiläum 2025/2026 (150. Geburtstag und 100. Todestag) am 22. Januar 2026 zu einer Buchpräsentation des Comics Mein Freund Rilke von Melanie Garanin, erschienen im Carlsen Verlag, ein. „Die Comic-Zeichnerin Melanie Garanin eröffnet in ihrem Comic Mein Freund Rilke (2025) einen neuen, glei­chermaßen berührenden wie erfrischend witzigen Blick auf den berühmten Lyriker Rainer Maria Rilke. Der Comic“, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung, „erzählt von einer Begegnung mit dem Autor – und zwar sowohl über dessen Gedichte als auch im tatsächlichen Leben. Poesie und Fantasie, Tiefe und Humor berühren sich in dieser Graphic Novel ebenso, wie sich Rilkes Lebenszeit mit unserer heutigen Zeit berührt. Melanie Garanin lädt ein zu einer Entdeckungsreise – für alle, die Rilke lieben, und für alle, die ihn (neu) entdecken wollen.“ Rainer Maria Rilke (1875–1926) zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dichtern der letzten anderthalb Jahrhunderte. Sein Werk, das auch zeitweise belächelt wurde, vereint in symbolistischer Manier Schönheit und Existentialismus – viele seiner Zeilen wurden zu geflügelten Worten und Ausdruck für die Würde wie Geworfenheit des Menschen in der Moderne. Der gebürtige Prager, der über die Künstlerkolonie Worpswede mit dem Norden verbunden ist, gilt als Meister des Dinggedichts. Melanie Garanin bietet einen neuen Blick auf RMR. – Die Veranstaltung in der Landesbibliothek (alle Infos dazu hier) beginnt 19 Uhr.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 15.01.2026

Das Register der "Marginalien"-Ausgaben 151 bis 255 ist jetzt kostenlos online im PG-Shop downloadbar.

Register der Marginalien 151–255 neu auf der Pirckheimer-Website

Wir haben es endlich geschafft, den Großteil des Registers unserer Marginalien als Download auf unsere Seite zu bringen. Das Register umfasst sowohl alle Beiträge der im deutschsprachigen Raum einzigartigen Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie (so der beredte Untertitel des Journals) und funktioniert zugleich auch als Kreuzregister: Denn es verzeichnet sowohl die einzelnen Autoren mit den Titeln ihrer Aufsätze, Rezensionen und Berichte als auch die aus dem Inhalt der Texte gewonnenen Schlagwörter nach dem Alphabet geordnet. Die Schlagwörter können zum einen Personen- oder Sachschlagwörter sein. Unterschlagwörter wurden nicht erstellt. Dafür wurde bei allen Schlagwörtern jeweils die aufsteigende Reihenfolge der Hefte berücksichtigt, in denen sie erschienen sind. In unserem Shop bieten wir als kostenlosen Download aktuell das Register in zwei Teilen an. Teil 1 (Hefte 151–235), welches damals auch als Publikation erschienen ist. Und Teil 2 (Hefte 236–255), welches als Fortsetzung digital zusammengeführt wurde. Auch für die einzelnen jüngsten Hefte 256, 257 und 258 gibt es bereits eigene Heftregister. Diese sind aber nicht im Shop zu finden, sondern direkt bei den einzelnen Marginalien im Shop – direkt am Ende des angezeigten Inhaltsverzeichnis’. Und: Wenn wieder mehrere einzelne Register zusammengekommen sind, werden diese auch gebündelt direkt als Zusammenfassung im Shop erscheinen. Hiermit wollen wir auch allen Beteiligten und insbesondere Gerhard Rechlin für die große Arbeit an dem Register danken! Alle Informationen und der Link zum Download der Register für die Marginalien finden sich hier.

(Robert Grieger)

Mi, 14.01.2026

Die Dichterin Daniela Danz wird von der KAS geehrt.

KAS-Literaturpreis: Auszeichnung für die Dichterin Daniela Danz

Die Thüringer Dichterin, promovierte Kunsthistorikerin, Literatur- und Kulturvermittlerin Daniela Danz erhält den mit 20.000 Euro dotierten Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2026. Die Verleihung der Auszeichnung an die in Kranichfeld im Ilmkreis Lebende soll am 14. Juni 2026 im Weimarer Musikgymnasium Belvedere stattfinden. Danz, deren lyrisches (zuletzt publizierte sie den Gedichtband Portolan), erzählerisches und essayistisches Werk im Göttinger Wallstein Verlag erscheint, arbeitet bei einer NGO-Stiftung und leitet in jedem Sommer im Verbund mit Pirckheimer André Schinkel die Schreibwerkstatt des Lese-Zeichen e. V. in Ranis. Das Werk von Daniela Danz wurde vielfach (Thüringer Literaturpreis 2023) geehrt – sie ist Mitglied in vier Künstlerakademien. 

(Kevin Konopke/Pressemitteilung)

Di, 13.01.2026

Filmaufnahmen – Mentor Armin Schubert und seine Bücherkinder vor dem 'Einhorn-Teppich' in Potsdam.

Potsdam: „Open House“ & Premiere

Das Museum Barberini in der brandenburgischen Landeshauptstadt (Humboldtstraße 5–6, 14467 Potsdam) lädt zum Open-House-Termin am 25. Januar 2026 in die Kapitale an der Havel ein. Von 10 bis 19 Uhr (letzter Einlass: 18 Uhr) gibt es freien Eintritt ins Museum und jeweils 12.30 und 15.30 Uhr Einführungen zur aktuellen Ausstellung Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst im Museum sowie von 14 bis 16 Uhr freie Atelierzeit für alle. Und – dabei findet aber auch und vor allem die Premiere des Arte/ZDF-Films Das Einhorn. Kulturgeschichte einer Sehnsucht von Mathias Frick (2025, 52 Minuten) statt, in dem die Brandenburger Bücherkinder, die sich eingehend mit der Materie der Schau befassten und unter Mentorschaft von Pirckheimer-Freund Armin Schubert ein Einhorn-Buch veröffentlichten, eine bedeutende Rolle spielen. Die Bücherkinder werden seit Jahren auch von der Pirckheimer-Gesellschaft unterstützt und gefördert. Der Film wird jeweils um 11 (Screening, auf Einladung des Hauses) und um 14 Uhr (öffentlich) gezeigt. Was für tolle Nachrichten: Chapeau!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 12.01.2026

"Was lesen? Verdrängte Texte wiederentdecken": Ab 12.02. lädt das Stabi Kulturwerk zur Ausstellung ein.

Im Stabi Kulturwerk: „Was lesen?“

Unter dem so beziehungsreichen Titel Was lesen? Verdrängte Texte wiederentdecken lädt das Stabi Kulturwerk (Staatsbibliothek zu Berlin, Unter den Linden 08, 10117 Berlin) vom 12. bzw. 13.02. bis zum 10.05.2026 in einer Ausstellung zur Wahrnehmung von Literatur ein, die jenseits der Kanons und Listen stattfindet und nichtsdestotrotz vielleicht doch von Bedeutung ist. Die Schau schließt so Lücken und lässt eine andere Liste des bewahrten Wissens der Welt entstehen. Die Exhibition wird am 12.02. um 18 Uhr im Wilhelm-von-Humboldt-Saal der Stabi mit einem Grußwort von Julia von Blumenthal (Präsidentin der Humboldt-Uni) sowie einer Lesung der Schauspielerin Maria Hartmann eröffnet. Um Anmeldung zur Vernissage wird gebeten. Die Ausstellung kann Mi bis So von 10 bis 18 und Do von 10 bis 20 Uhr besucht werden – Eintritt/Begleitprogramm sind kostenlos.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 11.01.2026

Susanne Padberg präsentiert "Best of 2025" in Wien.

„Druck & Buch“ Wien: Best of 2025

Die erste Präsentation der Galerie Druck & Buch in der österreichischen Hauptstadt (Berggasse 21/2, A-1090 Wien – ganz in Schrittnähe des Sigmund-Freud-Hauses) gilt den Erwerbungen des Ausstellungshauses von Susanne Padberg im letzten Jahr. Die Pirckheimerin schreibt dazu in ihrer Rundmail: „Vielen Dank für viel Gutes im alten Jahr und die besten Wünsche für das neue Jahr – ein neues Jahr ist ja immer mit Hoffnung und Verheißung verbunden (möge sie sich erfüllen) und auch mit dem Rückblick auf Gutes: Best of 2025, die besten Neuzugänge des alten Jahres! Diese sind vom 09. Januar bis 27. Februar in der Galerie in Wien und online zu sehen ...“ Gezeigt werden dabei die Neuzugänge von Käthe Wenzel und Tricia Treacy, Herbert Stattler – ferner Werke von Clifton Meador, Stefan Gunnesch, Robbin Ami Silverberg, Natalia Weiss ... sowie der Blow Up Press, von Daniela Deeg & Cynthia Lollis, Ken Campbell und Josef Schwaiger, von den augen:falterinnen aus Leipzig und Emily McVarish. Die Galerie im Zentrum Wiens ist Mo bis Fr 11 bis 18 Uhr geöffnet.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 10.01.2026

Findet im Mai statt: Die 'artGrafik Ahrenshoop' 2026.

Vorblick auf Ahrenshoop – im Mai

Vom 14. bis zum 17. Mai 2026 ist es wieder soweit und findet die nächste artGrafik Ahrenshoop zwischen Meer, Sand, Wiese und Bodden auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst statt. Die Messe für zeitgenössische Druckgrafik, Fotografie, Zeichnung und Künstlerbücher lädt wieder ein in die Strandhalle Ahrenshoop (Dorfstraße 16b, 18347 Ahrenshoop). Die vom Pirckheimer-Freund aus dem benachbarten Ribnitz-Damgarten, Henry Günther, organisierte und kuratierte viertägige Begegnung öffnet von Donnerstag bis Sonnabend jeweils von 11 bis 18 und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr ihre Pforten. Das Künstlerdorf Ahrenshoop ist seit langem berühmt und bekannt für eine Reihe Kunstschaffender, die mit ihm verbunden sind, Ausstellungen bestimmen das kulturelle Leben des mit einer langen kunsthistorischen Geschichte verbundenen Ostseebads. Und durch das im Orts-Inneren ansässige Künstlerhaus Lukas wird seit vielen Jahren auch die Entstehung von Werken aller künstlerischen Gattungen gefördert. Insgesamt sind zur artGrafik in diesem Jahr 16 Ausstellende eingeladen, ihre Arbeiten zu präsentieren. Dabei sind 2026 u. a. der Holzschneider Frank Eißner aus dem mainfränkischen Aschaffenburg, zudem die Pirckheimer-Freunde Klaus Raasch (von dem auch der Plakathintergrund stammt) und Rainer Ehrt sowie Henry Günther selbst, ferner die zwei Leipzigerinnen Susanne Hoch und Urte von Maltzahn-Lietz (die aus dem Norden stammt), Tina Flau aus Berlin und aus dem Großraum von Halle die Kaltnadelvirtuosin und Zeichnerin, die auch auf eine lange originalgrafische Bibliografie verweisen kann – Susanne Theumer ... Aus Elsterberg reist Peter Zaumseil an. Und schließlich: Lokalmatador wird sein Hans Götze, der im Ostseeort lebt.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 09.01.2026

Neue Jahresgabe der Kölnischen Bibliotheksgesellschaft e. V.

In diesem Jahr präsentiert die Kölnische Bibliotheksgesellschaft e. V. eine Kollektion von Postkarten, auf denen insbesondere Artefakte christlicher mittelalterlicher Kunst dargestellt sind. Diese wurden 1925 in der berühmten Jahrtausend-Ausstellung in den neuen Kölner Messehallen auf Betreiben des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer (1876–1967) präsentiert. Es beinhaltet auch einen Kommentar, welcher die Umstände und Hintergründe dieser Sammlung erläutert. – Die Kölnische Bibliotheksgesellschaft unterstützt die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln bei der Pflege und Aufbau ihres Bestands. „Der umfangreiche Altbestand der Kölner Universitätsbibliothek umfasst neben zahlreichen alten privaten Sammlungen auch die Bestände der Vorgängerinstitutionen, die bis ins Jahr 1602 zurückreichen. Mit Ihrer Mitgliedschaft drücken Sie Ihre Verbundenheit zur USB Köln aus und kommen in den Genuss von Sonderveranstaltungen und Veröffentlichungen. Schwerpunkte und Ziele der KBG sind: der Erhalt der wertvollen USB-Altbestände, die Bezuschussung aktueller Fachliteratur für Studierende, die Unterstützung bei der Realisierung von Publikationen der Bibliothek, Kontaktpflege zu Stiftungen, Vereinen und Sponsoren.“ Alle Informationen zur Gesellschaft, wie auch der USB, finden sich unter diesem Link. Die Mitgliedschaft in der Gesellschaft ist für jährlich 30 (Studierende: 20) Euro Beitrag zu haben.

(Robert Grieger)

Do, 08.01.2026

Potsdam-Bornim: Manfred Butzmann ist gestorben.

Trauer um Manfred Butzmann

Der Träger des Käthe-Kollwitz-Preises und des Brandenburgischen Kunstpreises, der Grafiker und Illustrator Manfred Butzmann (1942–2026) ist in seiner Heimatstadt Potsdam, im Stadtteil Bornim, in dem er auch geboren wurde, am 04. Januar im Alter von 83 Jahren gestorben. Vor allem den Berlinern ist er als unbestechlicher Chronist ihrer Dinge im Gedächtnis geblieben. Butzmann wuchs in Eutzsch im Wittenbergischen auf und studierte nach einer beruflichen Ausbildung zum Offsetretuscheur und Malübungen in Caputh in Weißensee bei Werner Klemke, Arno Mohr und Klaus Wittkugel. Nach seiner Meisterschülerschaft bei Werner Klemke arbeitete Butzmann als Buchillustrator und Einbandgestalter, machte sich als Grafiker, Aquarellist und Plakatkünstler einen Namen. Berlin verdankt ihm viele Abbilder seiner rauen Seele“, schreibt die tageszeitung vom 06. Januar in ihrem Nachruf auf Manfred Butzmann. Und: „Butzmann, das ist beste ‚Berliner Schule‘, sein künstlerischer Blick glitt über Menschen und Stadt, sah einen Schwarzen Giebel, der sich roh auf der Wand des Nachbarhauses abzeichnete, oder den Anhalter Puff, ein pervers pink getünchtes Haus, während nebenan alles wegbrach.“ Und mit einer besonderen Vorliebe gestaltete Butzmann, dessen Ausstellungsplakate Maßstäbe setzten, auch Frottagen, Abreibungen u. a. von Berliner Hausfluren, aber auch von Grabsteinen und Türblättern. Seine überaus unkonventionelle Plakat-Kunst setzte Butzmann auch für zahlreiche öffentlich relevante Themen ein. 2007 zog es ihn zurück nach Potsdam-Bornim, wo er am vergangenen Sonntag starb. Er illustrierte u. a. Bücher und Textzyklen von Maxim Gorki, Iwan Turgenjew sowie Gustav Meyrink und Nikos Kazantzakis.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 07.01.2026

Otto Ubbdelohde zu "Frau Holle", ca. 1910, 12,8 x 11,6 cm. In Goßfelden wírd zudem Henrik Schrat gezeigt.

In Lahntal-Goßfelden: „Henrik Schrat und Otto Ubbelohde“

Die im November 2025 geplante und seinerzeit abgesagte Eröffnung der Ausstellung Henrik Schrat und Otto Ubbelohde – Rodung Kreuzung Lichtung im Otto-Ubbelohde-Haus in Goßfelden (Otto-Ubbelohde-Weg 30, 35094 Lahntal-Goßfelden) im Lahntal findet nun am Sonntag, den 11. Januar 2026, um 11.30 Uhr statt. Der Pirckheimer-Freund Henrik Schrat, der soeben den letzten Band seiner neu illustrierten Ausgabe der Märchen der Brüder Grimm vorgelegt hat, schreibt dazu: „Otto Ubbelohde ist wohl mein Favorit unter den Grimm-Illustratoren, ein grafisches Genie, und in seinem Haus in der Stiftung zu Gast sein zu dürfen und eine Ausstellung gemeinsam mit seinen Zeichnungen zu machen, ist eine große Ehre und Freude.“ Überdies: „Das Ubbelohde-Haus, seine Wandmalereien und die Dauerausstellung an sich sind schon eine Reise wert ...“ Otto Ubbelohde (1867–1922) dürfte der bekannteste und nachhaltigste Illustrator der Grimm-Märchen sein – der Grimmschrat, erschienen von 2019 bis 2025 unter der Ägide Henrik Schrats, sollte sich mt seiner Vollendung allerdings in die Riege der großen Märchenausgaben einreihen. Das Haus im Lahntal ist sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet bzw. nach Vereinbarung zugänglich. Am 24.01.26 eröffnet zudem eine Schrat-Ausstellung im Haus unter den Linden im thüringischen Sondershausen ... Weitere Veranstaltungen sind geplant. Alle Informationen zu den Büchern wie zu Terminen finden sich hier.

(André Schinkel)

Di, 06.01.2026

DEG-Exlibris des Monats: P. F. 2026

Das Exlibris des Monats im Januar ist traditionell das PF, das die DEG bei einer Künstlerin oder einem Künstler für das beginnende Jahr in Auftrag gibt und das dem DEG-Magazin beigelegt wird. Da ein Mitgliederbeschluss festgelegt hat, dass die DEG aus Kostenersparnisgründen keines mehr in Auftrag geben soll, wäre ein solches PF eigentlich nicht mehr entstanden. Doch der Präsident der DEG – Utz Benkel – fand im Verbund mit der Enkelin des bekannten Exlibriskünstlers Hubert Rockenberger, der in Norwegen lebenden Annika Rockenberger, eine feine Lösung. „Um diese schöne Tradition für all unsere Mitglieder beizubehalten, habe ich unser Mitglied, den Holzstecher Horst Brandenburg aus Vorpommern beauftragt, ein PF zu gestalten und zu drucken. Das Honorar für diese Arbeit wurde von unserem Mitglied aus Norwegen Annika Rockenberger […] und von mir selbst aufgebracht. Thema des Blattes ist die weltpolitische Situation. Schnell hat er einen Entwurf vorgelegt, der sich – obwohl die Lage bekanntermaßen düster und problematisch ist – auf humoristische Weise diesem Thema annimmt.“ Auch vom Holzstecher selbst, Horst Brandenburg, gibt es ein berührendes Statement, in dem er auf das Motiv und seine Quelle blickt, dann in einem zweiten Absatz auf Die Axt Gottes von Simon Brett eingeht und seine Conclusio daraus verweist („Wir sollten es darstellen, das Leid der Welt, es bewegt die Menschen.“) und schließlich – noch ein paar Worte zu Technik, Druck und Ausführung, seiner Werkzeugausstattung und schließlich seinem Umgang mit dem Resultat verliert. Die Verse sind übrigens im Bleisatz gedruckt. Am Ende gibt es gute Wünsche des DEG-Präsidenten für alle Exlibris-Freunde. Und alle Informationen dazu – hier.

(André Schinkel/Pressemiteilung)

Mo, 05.01.2026

"Mit Glanz und Gloria": seit 10.12. in Dresden zu sehn.

In Dresden: „Mit Glanz und Gloria“

Vor 40 Jahren, an Weihnachten 1985, wurde der Fernseh-Mehrteiler Sachsens Glanz und Preußens Gloria erstmals ausgestrahlt. Es war die aufwändigste Filmproduktion der DDR. Weniger bekannt ist die polnische Filmproduktion Gräfin Cosel (1960) von Jerzy Antczak. Dies wiederum war die bis dahin kostengünstigste Produktion der polnischen Kinematografie. Den Stoff lieferte die Sachsen-Trilogie des polnischen Schriftstellers und Journalisten Józef Ignacy Kraszewski. Kraszewski war 1863 nach Dresden gekommen. Er lebte hier 22 Jahre lang im Exil. In seinen Romanen Gräfin Cosel, Brühl und Aus dem Siebenjährigen Krieg schildert er die sächsisch-polnische Geschichte und ihre Akteure – als Autor und Historiker, als Pole und Bewohner Dresdens. Die Romane spielen in der „Sachsenzeit“: Von 1697 bis 1763 wurden das Kurfürstentum Sachsen und das Königreich Polen in Personalunion von August II. und dann von seinem Sohn August III. regiert. Die Ausstellung im Kraszewski-Museum (Nordstraße 28, 01099 Dresden) stellt diverse legendäre Persönlichkeiten des höfischen Lebens an der Elbe vor und gibt Einblicke in dessen Festkultur. Einen genauen Blick richtet sie auf Kraszewskis Romane sowie die Hintergründe und die Entstehung der Filme. Wie entstanden die Filme – wie beurteilte der polnische Schriftsteller August den Starken und den sächsisch-polnischen Hof? Und wie gestaltete sich das Leben am polnischen Hof, den die Wettiner von 1697 bis 1763 regierten? In der Schau sind zahlreiche Leihgaben aus sächsischen und polnischen Sammlungen zu sehen, darunter Gemälde, Grafiken, originale Filmkostüme sowie Medaillen, Plakate und Ausgaben der Bücher Kraszewskis und weiterer sächsischen Romanschriftsteller aus dem 19. Jahrhundert. Die Ausstellung ist seit dem 10.12.2025 und noch bis zum 25.10.2026 zu sehen.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

So, 04.01.2026

Neu erschienen: Ingolf Brökel: Null-lage. Gedichte. Berlin: PalmArtPress 2025. Hardcover, 120 Seiten, ISBN 978-3-96258-234-0, Preis: 22 Euro. Farbe von Coverschrift, Vorsatz und Lesebändchen Ton in Ton.

Gelesen übers Jahr · II: Die „Null-Lage“-Texte von Ingolf Brökel

Es beginnt mit einem schönen Wort, der Literatur wie der Physik, der, mit Verlaub, „vernünftigen“ Kunst Ingolf Brökels, gleichsam würdig: Null-Lage (oder, lyrisch fast noch schöner, Nulllage), ein um den Ruhepunkt geführtes Unterfangen, und, praktisch gesehen, um den Punkt eines nur mit sich selbst tarierten Geräts, den Nullpunkt einer Waage etwa, das Nichts, auf das die Nadel, der Magnet, die Aussicht zeigt, Abgleich und schwer zu erklärender Abgrund in einem. Ja, und ein guter Point Nemo in einer Zeit, da die Welt und ihre Verderber in den Arsch getreten gehören. Nun, und es bezieht sich im Fall Ingolf Brökels, seines Zeichens lange Lehrender der Physik in Berlin, auf die Verwerfungen der Zeit wie auch des Ur-Eigenen. Corona-Mief blinkt auf, die Vorhut der qualvollen Beschissenheit, in die die Epoche einbog. Aber auch das widerständige Vergehen der Altvorderen und des eigenen Sehens und Denkens, das Hervorholen vielfältiger Erinnerung, das sich in der Reife und im Rückblick einstellt. Ja, und auch Fluchtgedanken, was uns im Angesicht der Gegebenheiten pro domo et mundo nicht verwundern mag: „Ich habe die Stelle gefunden / In einem Buch / Dort bin ich versunken / Falls ihr es findet / Schlagt zu.“ (Endlich, S. 82) Oder dies: „Das Gegenteil von Mensch / Ist Mensch“, wie es Brökel in den kargen Begegnungen (Stück 5, S. 80) formuliert. Und – was eine Eindeutigkeit und Ambivalenz in einem greift, wie, nach Niels Bohr, eine tiefe Wahrheit wieder eine tiefe Wahrheit nach sich zieht und keine Falschheit wie die einfache selbe. Dazu flirren Variablen und Ankreuzmomente, aber letztlich ist alles ein Denken und Deuten, ein Sichten und ... – nun ja, auch Wünschen und die Erkenntnis, dass es oft nur ganz knapp neben dem ist, was denn regel-recht wäre, sinn-voll: „Ganze Leben / Werden geopfert / Um Noten / Richtig zu spielen / Wunderkinder // Aber keiner trifft / Den Ton / Alles / Nur Klang / Und vorbei.“ (Pianissimo, S. 63) Karg, kühl und geradeaus ist es, das Sprechen dieser Erwägung, die das Ende einer trilogischen Denk- und Schreibbewegung bildet, oft von geradezu haikuartiger Prägnanz: „Aus der Null und der Null zu: / Das ist der Fluss“, und kehrt am Ende ebendahin zurück: „zur Null hin / oder sich treiben lassen gegen Null.“ Ein stilles, ein kristallin-intimes, selbst widerständiges, ein klarblickendes wie allgültiges Buch, vorgelegt bei PalmArtPress, äußerlich in schlichter Eleganz, austarierter Würde. 

(André Schinkel)

Sa, 03.01.2026

Die 63. Antiquariatsmesse Stuttgart findet vom 23. bis 25.01.2026 statt. Der Katalog ist jetzt einsehbar.

63. Antiquariatsmesse Stuttgart: Der Messekatalog ist verfügbar

Der Katalog für die 63. Antiquariatsmesse in Stuttgart vom 23. bis 25.01.2026 (neuer Standort: Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle, Berliner Platz 1–3, 70174 Stuttgart) ist, zum Download, als blätterbare Onlineausgabe und auch in Papier bestellbar) seit Ende des vergangenen Jahres verfügbar. „Auf der Antiquariatsmesse Stuttgart präsentiert der Messekatalog die ganze Vielfalt der internationalen Ausstellerinnen und Aussteller. Er führt durch das sorgfältig kuratierte Angebot von 72 Antiquariaten aus 11 Ländern und lädt dazu ein, seltene Bücher, Handschriften, Graphiken und Papierantiquitäten gezielt zu entdecken“, heißt es auf der Webseite der Messe.​ Und weiter ist in den Ausführungen zu lesen: „Der Katalog begleitet Ihren Messebesuch, lädt aber auch schon im Vorfeld zum digitalen Stöbern und Entdecken ein. So lassen sich bereits vor dem Messebesuch Highlights markieren, der Rundgang über die Messe planen und begleitende Veranstaltungen entdecken.“ Sowie:​ „Jeder Eintrag im Katalog ist sorgfältig von den teilnehmenden Antiquariaten zusammengestellt: mit präzisen Beschreibungen, bibliographischen Angaben, Abbildungen und Preisangaben, damit Sie gezielt nach Ihren Sammelgebieten suchen, sich inspirieren lassen und Entdeckungen machen können. Die große internationale Bandbreite der Aussteller spiegelt sich im Angebot des Kataloges wider – von internationalen Erstausgaben in der Literatur, Handschriften und Autographen, alten Drucken und Inkunabeln, illustrierten Werken und Pressendrucken bis hin zu internationaler moderner und zeitgenössischer Kunst auf Papier oder als Photographie.“ So wird der Katalog, heißt es da, zum idealen Werkzeug für die Vorbereitung des Messebesuchs, für Terminabsprachen mit Ausstellern und für die Nachrecherche. Alle Informationen dazu gibt es hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 02.01.2026

Pro felicitas 2026: Fürs neue Jahr

Das neue Jahr wirft bereits Licht und Schatten voraus – angesichts der verheerenden Katastrophe im Zentrum von Crans-Montana im schweizerischen Wallis fehlen der Welt sichtlich die Worte; und alles Eifern möge in diesen Tagen verstummen, wünscht man sich, und den weit über 100 Verletzten, die gerade unter anderem auch nach Deutschland, nach Berlin, Leipzig und Halle etc. ausgeflogen werden, möchte alle Hilfe zukommen, dass sie wieder gesund werden können. Dass diese Hilfe über die Ländergrenzen hinaus möglich ist und passiert, hilft, nicht den Glauben zu verlieren, dass es eben so auch unter den Menschen zugehen kann und soll. Und dass man da einhält und der vielen Toten gedenkt, die das Unglück forderte. In der Tat ist es grad nicht die Zeit des Belferns, wie es die politische Hochprominenz ungerührt fortführt, sehr wohl aber der guten Gedanken, an die man sich doch trotz allem halten muss, auch, um Kraft zu haben fürs Künftige und das, was ertragen werden muss und zu bestehen ist. Leicht fällt es einem da nicht, das pro felicitas auszusprechen, aber ohne ein Wort für tätige Zuversicht und in der Bedeutung etwas abgewandelt eben auch anteilnehmende Solidarität ... wäre auch alles nix, so ist es doch. Nun, und auch auf andere Art und Weise wird es ein herausforderndes Jahr: 2026 ist in Deutschland ein sogenanntes Superwahljahr, aber ein bissel bleibt einem im Moment die Vorfreude auf diese Art Ausübung von Mündigkeit im Solarplexus stecken. Wo es auch so schon knirscht und knackt in der möglichen und geförderten Anwesenheit von Kultur und Kunst in der geschätzten Öffentlichkeit. Und um Literaturhäuser gefeilscht wird: in den Städten der Bücher und überhaupt. Und wo sich ein Gegen-Establishment rüstet, mit den Werkzeugen einer umgedeuteten Aufklärung und der verbrämten Postulation von Harmlosigkeit behängt. Scheint also so, als wäre auch da Solidarität und Beharren gefordert. Pro felicitas? Aber ja. Übertreiben wir es nur nicht und wirken weltfern und saumselig in dieser Übertreibung. Und halten uns so an eines der schönsten der nun doch Stück für Stück eintreffenden Blätter mit guten Wünschen, das hier für viele als stellvertretend eingestellt sein soll. Es stammt von unserem Pirckheimer-Freund Matthias Frohl und wünscht den Pirckheimern und überhaupt, dass man, wenn „das Glück vorbeirollt – fest zugreifen [soll], auch wenn man sich dabei etwas verrenken muss …“ Glück und Aufklärung, Nähe und Einsatz, Solidarität und Mitmenschlichkeit, sie werden 2026 gebraucht: Gehen. Wir. Es. An.

(Ernst-Jürgen Liebetraut)

Do, 01.01.2026

Klaus Bellin: Was bleibet aber. Schriftsteller in der DDR. Porträts. Bucha b. Jena: quartus-Verlag 2025. KlBr., 198 S., ISBN 978-3-947646-68-5, für 16 Euro.

Gelesen übers Jahr: Klaus Bellins „Was bleibet aber“- 32 Porträts

Als Porträtist ist Klaus Bellin, der Ende des eben vergangenen Jahres seinen 90. Geburtstag feierte, eigentlich uneinholbar. In zahlreichen Bänden und Features für den Rundfunk, in Artikeln und Aufsätzen hat der Berliner so ungezählte Biografien auf höchstem literarischem und essayistischem Niveau verfasst, einige dieser Werke, etwa zu Kurt Tucholsky und seiner Frau, zu Anna Seghers oder zu Heinrich Böll, gehören zum Besten, was man an gegenwärtiger biografischer Publizistik zu lesen bekommt. Viele dieser WerkeAugenblicke der Literatur, Bankett für Dichter oder Gegenwelten seien genannt – dürften mehr zu einer gelebten Literaturgeschichte der Gegenwart beitragen als so manche hochtrabende wissenschaftliche Affirmation. So ist es auch mit dem neuesten Band Bellins: Was bleibet aber, auf ein ikonisches Zitat Friedrich Hölderlins bezogen, porträtiert in 32 Texten bekannte und auch weniger bekannte Schriftsteller der DDR, die heute zum Teil schon längst dem Vergessen anheimgegeben sind. Bellin spannt dabei den Bogen weit von Johannes R. Becher, dessen tragische Vita noch einmal zum Tragen kommt, über Hermlin und Fühmann bis hin zu Elmar Faber, seines Zeichens einer der bedeutendsten Verleger des selbsternannten Leselands. Die Großen und Nobelpreisverdächtigen wie Christa Wolf oder Johannes Bobrowski, Brecht oder eben Seghers, mit denen Bellin vertraut war, sind selbstverständlich dabei. Zugleich wird in dem Buch sehr viel zur Ehrenrettung derer getan, deren Name heute kaum noch klingt. Klaus Bellin beschreibt zudem die Ambivalenz dieser Jahre: Emigranten, die, in der BRD verschrien, verspottet, in die DDR gingen, dort lebten und schrieben, an ein besseres Deutschland glaubend und selbst schwer enttäuscht wurden; Iden, die auch die Dagebliebenen und Nachgeborenen trafen. Oder das seltsame Zwischen-den-Stühlen-Sein Stefan Heyms, der aus den USA nach Europa zurückkehrt und nach und nach bei anfänglicher Privilegiertheit in die kruden Mühlen der DDR-Kulturpolitik gerät und dies aber mit größter Würde aussitzt. Weiterhin treten auf: Fritz Rudolf Fries, Brigitte Reimann, Jeanne Stern, Armin Müller, Volker Braun, Walter Kaufmann, Hans Mayer u. a. essentielle Teile der Phalanx der DDR-Literatur. Erschienen ist das Büchel in der Weißen Reihe des quartus-Verlags, begründet und herausgegeben von Pirckheimer-Freund Jens-Fietje Dwars. Der Toplesetipp für den Neujahrstag!

(André Schinkel)