Manchmal muss man einfach doppelt mutig sein. Oder tapfer. So geht es dem Helden in Robert und der elfte Apfel. In der Geschichte, die im Mirabilis Verlag von Barbara Miklaw erschien, sind nicht nur Abenteuer zu bestehen, bei denen man sich fragt, ob man sie sich zugetraut hätte, wenn man wüsste, was auf einen zukommt; nein, es geht auch auf andere Weise ans Eingemachte. Ein Buch, in dem ... Riesen vorkommen, deren Furor man erstmal begreifen muss (weil sie sich selbst in schwere Wasser manövrierten), aber auch die Not des möglichen Abschiednehmens und des Versuchs, damit weiterzumachen und den Mut zu behalten. Und es manchmal eine Rudika braucht, die zwischen dem Knirps, der in diese Story geriet, und den erwachsenen Riesen, allen voran Oberriese Hymidis, mit dessen Worttreue (sowas, bei Erwachsenen!) es auch nicht immer weit her ist, vermittelt und so einiges Unheil verhindert. Und, als Robert kämpfen soll, mit Raschel noch einen Freund gewinnt ... Woraus der dritte Mut entspringt: Dass man Freunde hat, wenn es darauf ankommt. Und man mit Hoffnung zurückkehrt: und die Tage, die man an sich nur bei Oma verbringt, plötzlich zu den Ferien des Lebens mutieren. Neugierig? Mit Recht! Illustriert hat dieses so fulminante wie berührende, stille und zugleich überaus lebhafte Buch Pirckheimer-Freund Florian L. Arnold, herrlich, schon in der Cover-Gestaltung über den Vorsatz bis in die Innentitel, Vignetten eine köstliche Augenweide. Der Dichter, Erzähler und Herausgeber Ralph Grüneberger, der Verfasser dieses wundersamen Buches, dessen Meriten um die Literatur und ihre Anwesenheit in der Welt weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Leipzig hinausgehn, feiert im Übrigen heute seinen 75. Geburtstag. Von Herzen alles Gute von hier – ein großes Glück auf! für alle künftigen Bücher, ohne Gänsehautkriegen und Zähneklappern ... (Ralph Grüneberger: Robert und der elfte Apfel. Mit Illustrationen von Florian L. Arnold. Klipphausen: Mirabilis 2025, Hardcover, 176 Seiten, ISBN 978-3-947857-26-5, für 21 Euro.)
(André Schinkel)