Pirckheimer-Blog

Mo, 16.02.2026

"Robert und der elfte Apfel", erschienen bei Mirabilis. Und Autor Ralph Grüneberger hat heute Geburtstag!

Buch des Monats: „Robert und der elfte Apfel“ beim Mirabilis Verlag

Manchmal muss man einfach doppelt mutig sein. Oder tapfer. So geht es dem Helden in Robert und der elfte Apfel. In der Geschichte, die im Mirabilis Verlag von Barbara Miklaw erschien, sind nicht nur Abenteuer zu bestehen, bei denen man sich fragt, ob man sie sich zugetraut hätte, wenn man wüsste, was auf einen zukommt; nein, es geht auch auf andere Weise ans Eingemachte. Ein Buch, in dem ... Riesen vorkommen, deren Furor man erstmal begreifen muss (weil sie sich selbst in schwere Wasser manövrierten), aber auch die Not des möglichen Abschiednehmens und des Versuchs, damit weiterzumachen und den Mut zu behalten. Und es manchmal eine Rudika braucht, die zwischen dem Knirps, der in diese Story geriet, und den erwachsenen Riesen, allen voran Oberriese Hymidis, mit dessen Worttreue (sowas, bei Erwachsenen!) es auch nicht immer weit her ist, vermittelt und so einiges Unheil verhindert. Und, als Robert kämpfen soll, mit Raschel noch einen Freund gewinnt ... Woraus der dritte Mut entspringt: Dass man Freunde hat, wenn es darauf ankommt. Und man mit Hoffnung zurückkehrt: und die Tage, die man an sich nur bei Oma verbringt, plötzlich zu den Ferien des Lebens mutieren. Neugierig? Mit Recht! Illustriert hat dieses so fulminante wie berührende, stille und zugleich überaus lebhafte Buch Pirckheimer-Freund Florian L. Arnold, herrlich, schon in der Cover-Gestaltung über den Vorsatz bis in die Innentitel, Vignetten eine köstliche Augenweide. Der Dichter, Erzähler und Herausgeber Ralph Grüneberger, der Verfasser dieses wundersamen Buches, dessen Meriten um die Literatur und ihre Anwesenheit in der Welt weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Leipzig hinausgehn, feiert im Übrigen heute seinen 75. Geburtstag. Von Herzen alles Gute von hier – ein großes Glück auf! für alle künftigen Bücher, ohne Gänsehautkriegen und Zähneklappern ... (Ralph Grüneberger: Robert und der elfte Apfel. Mit Illustrationen von Florian L. Arnold. Klipphausen: Mirabilis 2025, Hardcover, 176 Seiten, ISBN 978-3-947857-26-5, für 21 Euro.)

(André Schinkel)

So, 15.02.2026

Spitzenstücke in der Bayerischen Stabi ab dem 11.03.

Stabi München: die Spitzenstücke

Die Bayerische Staatsbibliothek hütet und bewahrt in ihren Magazinen und Tresoren unzählige Spitzenstücke des schriftlichen und visuellen Kulturerbes der Menschheit: erlesene Handschriften – 14 von ihnen zählen zum UNESCO-Weltdokumentenerbe – Inkunabeln und rare alte Drucke, Landkarten, Noten, Nachlässe, historische Fotos, Künstlerbücher, Orientalia, Hebraica, Asiatica von Weltrang u. v. m. Aufgrund strenger konservatorischer Vorgaben sind diese Schätze nur sehr selten öffentlich zu sehen. Für den #StabiLiebling öffnet die Bibliothek ihre Tresore und präsentiert in ihrer Schatzkammer jeden Monat an zwei Tagen ein Spitzenstück aus den Sammlungen. Die Präsi-Reihe startet am 11. und 12. März mit der weltberühmten Gutenberg-Bibel, gefolgt im April von den Bairischen Landtafeln von Philipp Apian, einer Ikone der altbayerischen Kartographie, und dem Bußpsalmencodex Albrechts V., der wohl schönsten Musikhandschrift der Welt, im Mai ... Die Schatzkammer liegt im ersten Obergeschoss der Stabi. Jeweils um 11, 13 und 17 Uhr der Präsitage (die bis zum Februar 2027 bereits feststehen) geben Experten Erläuterungen zu den Preziosen. Alle Infos zu diesem so besonderen Angebot finden sich auf der Webseite der Staatsbibliothek verlinkt.

(André Schinkel/BSB/Pressemitteilung)

Sa, 14.02.2026

"Buchobjekt, Performance und Klangkunst" zudem – Laure Catugier wird 2026 in Wolfenbüttel gefeiert.

Laure Catugier erhält den HAB-Künstlerbuchpreis für 2026

Die französische, 1982 in Toulouse geborene Künstlerin Laure Catugier, die heute in Berlin lebt, erhält den Künstlerbuchpreis 2026 der berühmten Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel für ihr Buchprojekt Kadenz. Prämiert wird damit ihr Konzept für ein vielschichtiges Künstlerbuch, das sich der HAB, ihrer Architektur und ihrer Baugeschichte widmet. Das Medium Buch denkt die Künstlerin dabei als räumlich erfahrbare Ausstellungsfläche ganz neu. „Mit Kadenz legt Catugier ein innovatives Konzept vor, in dem das Künstlerbuch als dreidimensionaler, aktiv erfahrbarer Raum verstanden wird“, heißt es auf der Website der HAB zum Projekt. Weiter steht da: „Traditionelle Lesereihenfolgen und textuelle Hierarchien sollen aufgehoben werden, um stattdessen ein offenes, performatives Erlebnis zu schaffen. Innerhalb dieses Formats entfaltet das Buch eine eigene ‚Architektur‘: Es verknüpft Archivbilder, Fotografien vor Ort und meditative Klangkompositionen zu einem architektonischen Portrait der Herzog August Bibliothek.“ Und zugleich reflektiert Kadenz auch den Wert und die Präsenz von Bibliotheken in der Öffentlichkeit. Der Künstlerbuchpreis wird seit 2018 gemeinsam von der Herzog August Bibliothek und der Curt Mast Jägermeister Stiftung vergeben und ist mit 6.000 Euro und der Möglichkeit, einen Monat in der und mit den Beständen der HAB zu arbeiten, verbunden. Im Anschluss findet die Präsentation des Resultats im Rahmen der feierlichen Preisverleihung statt. Insgesamt lagen der Jury 26 Projektideen vor, aus denen die der international beachteten Laure Catugier ausgewählt wurde. Eine würdige, mutige wie reizvolle Wahl.

(André Schinkel/Sarah Janke (HAB)/Pressemitteilung)

Fr, 13.02.2026

Andrea Lange stellt in Halle im "Kunstraum P16" aus.

Neue Bücher und Grafik in Halle: Andrea Lange im Kunstraum P16

In memoriam Cees Nooteboom

Die Kemberger Grafikerin und Buchkünstlerin Andrea Lange stellt ab dem heutigen 13. Februar bis zum 30. April 2026 im halleschen Kunstraum P16 (Puschkinstraße 16, 06108 Halle an der Saale) aus; die Vernissage findet heute um 17 Uhr in der kleinen Galerie in der nördlichen Innenstadt des Saalemetropölchens statt. Andrea Lange, die auch gemeinsam mit ihrer Kollegin und seinerzeitigen Kommilitonin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig, Bettina Haller aus Chemnitz, die Sonnenberg-Presse betreibt, in der unter anderem das feine LyrikHeft erscheint, zeigt unter dem Titel im Nachhinein – Monoprint und anderes Grafisches von Andrea Lange neben Hochdrucken und Unikatblättern aus der Serie Typo ’25 auch Beispiele unikater Bücher im Kleinformat und das titelgebende Exponat, im Nachhinein, zu einem Gedichttext der Wiesbadener Dichterin, Performerin und Jongleurin Daniela Daub (Gelliprint, Acryl, Handsatz, Buchdruck, Leporello, feste Buchdecke, Format ca. 16 x 16 cm, Auflage: 9 unikate Exemplare). Der Kunstraum P16 ist jeweils freitags von 17 bis 19 Uhr und ansonsten zu den Veranstaltungen geöffnet. Während der Eröffnung liest auf Einladung der Künstlerin Pirckheimer-Freund André Schinkel den Text von Daniela Daub und drei eigene Texte aus dem LyrikHeft Nr. 28, das Gedichte und Prosagedichte des Lyrikers sowie mehrere Serigrafien von Cornelius Brändle (corn.elius) enthält. Alle Informationen zu Andrea Lange, zu ihrer Arbeit, ihren Aktivitäten und Angeboten finden sich unter diesem Link.

(Ernst-Jürgen Liebetraut)

Do, 12.02.2026

"Yellow Submarine and Beyond ..." – das Graphische Kabinett der Stadt Backnang ehrt Heinz Edelmann.

„Yellow Submarine and Beyond ...“

Yellow Submarine and Beyond – noch bis zum 06.03.2026 ist die umfassende Ausstellung zum Werk von Heinz Edelmann (1934–2009) im Graphik Kabinett in der Galerie der Stadt Backnang (Petrus-Jacobi-Weg 01, 71522 Backnang) zu sehen. Heinz Edelmann – eine prägende Gestalt des internationalen Grafikdesigns und der Illustrationskunst – vermittelt anhand von Leihgaben aus dem Nachlass des Künstlers einen eindrucksvollen Einblick in sein facettenreiches Schaffen: von der Jugendzeitschrift twen über den legendären Beatles-Film Yellow Submarine (der ihm zu Weltruhm verhalf) bis zu den Buchumschlägen zu Herr der Ringe und freien grafischen Arbeiten. Als Lehrer prägte Edelmann Generationen von Gestaltern. Die Schau präsentiert sein umfangreiches Werk, zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Beiprogramm mit Führungen und freien Druckwerkstätten.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 11.02.2026

Martha (Irene Leps): "Nachts zwischen den Büchern".

„Nachts zwischen den Büchern“

Das neue Kinderbuch von Martha Irene Leps, Künstlerin und Erzählerin aus Zerbst (Anhalt)

Es war einmal – eine kleine Hexe, die ein neues Zuhause suchte, nachdem sie die Hexenschule absolviert hatte und nun „groß und schlau genug geworden war“. Natürlich war sie trotzdem klein von Gestalt, aber das ist ja relativ, wenn es um Größe geht, wie wir alle wissen. Es gäbe viele Lieblingsplätze, die sie sich als neuen Wohnort vorstellen konnte, doch irgendetwas war immer: eine fiese Kreuzspinne, die ihre Nähe als Nachbarin nicht wollte oder das Schild Räumungsverkauf im Papierwarenladen, in dem sie sich auch ein Leben hätte vorstellen können. Sie nahm sich von dort wenigstens einen Flugbleistift mit, denn einen Besen hatte sie nicht dabei. Die Hexe folgte neugierig einigen Kindern, die in ein großes Haus gingen, und dort fühlte sie sich sofort am wohlsten! Inmitten von Büchern einer Bibliothek. 

Nachts zwischen den Büchern hat die Künstlerin Martha Irene Leps alias Martha ihr neues Buch für alle, die Bücher lieben, genannt, das sie, wie alle ihre Kinderbücher, zum sofort Gernhaben liebevoll und ideenreich verfasst und illustriert hat. Die großen Doppelseiten können jede für sich als Solitär stehen. Sie sind bunt, doch nicht grell, und ganz Marthas grafischem Talent entsprechend harmonisch, ausdrucksstark und vollflächig gestaltet. Die Bücher, zwischen denen die kleine Hexe wohnt, sehen aus wie richtige Bibo-Bücher – mit Banderole und Nummer, und sie tragen richtige Namen wie richtige Bücher. Schließlich sind wir ja auch in einer richtigen Bibliothek. Sie sind zugleich Anregungsgeber und stabiles Element der Welt, an denen sich gut auch eine imaginierte Hängematte befestigen ließe, nicht nur die der kleinen Hexe, in die sie sich mit einem – hexfix! – kleingezauberten Buch begibt, nachdem sie ihre Zudecke, die sie immer dabei hat, darin aufgeschüttelt hatte ... Die Darstellungen und die Geschichte, die Martha erzählt, vermitteln trotz neuer und unbekannter Umgebung Ruhe und eine selbst geschaffene Ordnung. 

Aufmerksam beleuchtet die Mondfrau das Geschehen und den spannenden Krimi, der sich ein paar Nächte später, nachdem die kleine Hexe sich ein Buch von Hans Christian Andersen –, ja, kleingehexfixt hatte, entspann, denn sie stellte fest, dass einige Seiten des Buches ziemlich zerrupft und beschmiert sind. Ursache dafür sind zwei Monster, die sich an den Büchern vergehen, so dass Märchenfiguren von den zerfressenen und beschmierten Bücherseiten vertrieben werden und hilflos umherirren. Die kleine Hexe rettet sie und sammelt sie mithilfe ihres Flugbleistiftes auf. Und sie wäre ja nicht erfolgreich von der Hexenschule gekommen, wenn sie keine Lösungen gegen die Unwesen finden würde, und das, obwohl das Seitenfressermonster ein großes Stück von ihrem Zauberspruchmerkheft abgebissen hat. Die Monster werden am Ende gebannt. Und es ist nicht die einzige unaufdringliche Botschaft dieser Geschichte, nämlich, dass jeder seine Monster zwischen zwei Buchdeckeln fesseln könnte, und wenn es auch ohne Zauberspruch länger dauerte und bestimmt mehr Arbeit machte – doch wer weiß von uns schon, wie viel Kraft so ein Zauberspruch kostet, und vor allem einer, der Gutes bewirkt. 

Nachts zwischen den Büchern eignet sich hervorragend als Abendlektüre, wenn man es allein, egal, in welchem Alter, oder mit dem Kind oder Enkel auf dem Schoß liest und betrachtet, der spannend schönen Geschichte folgt und die vielen Details nach und nach gemeinsam entdeckt. Es weckt in jedem Fall das Interesse an Büchern, am Lesen, am Nutzen einer Bibliothek und vielleicht auch am Schreiben, am Hinein- oder Wegschreiben von Unliebsamem und auch Erfreulichem, an allem, das man gern zwischen zwei Buchdeckel legen möchte. Und wer weiß, vielleicht erlebt die kleine Hexe ja noch mehr Abenteuer, die Martha uns demnächst erzählen wird. (Martha, das ist Martha Irene Leps: Nachts zwischen den Büchern, bei www.martha-art.de – oder aber über die E-Mail martha_art@yahoo.de – bei der Autorin bestellbar, ISBN 978-3-00-083054-9, 17 Euro.)

(Sabine Raczkowski)

Di, 10.02.2026

Der Cartoonpreis 2025: Krüger, Beck und Masztalerz.

Der „Deutsche Cartoonpreis“ 2025

Zum fünften Mal wurde der Deutsche Cartoonpreis im Kasseler KulturBahnhof verliehen. Die Auszeichnung wird jährlich von Frankfurter Buchmesse sowie Lappan Verlag in drei Preiskategorien zu 3.000, 2.000 und 1.000 Euro vergeben, ein Publikumspreis in Höhe von 1.000 Euro wird zudem von der Stadt Kassel ausgelobt. Der Leipziger Zeichner Beck wurde dabei mit dem ersten Preis geehrt. Die Siegerkarikatur nimmt einen gewissen transatlantischen Königsnarziss auf die Schippe, ohne dass sein Namen genannt wird. Den zweiten Preis erhielt Jens Eike Krüger – der dritte ging an Piero Masztalerz, der Publikumspreis an meta bene ... Die Verleihung wurde ausgerichtet durch die Caricatura Galerie (Rainer-Dierichs-Platz 01, 34117 Kassel) unterstützt von der cdw-Stiftung. Am Rainer-Dierichs-Platz sind die Preisträgerarbeiten der Geehrten noch bis zum 15.02.26 zu sehen.

(André Schinkel via Christian von Hoffen/Pressemitteilung)

Solitaire-Zyklus: Hannes Möller stellt in der LBO aus.

Hannes Möllers „Solitaire“ in der LBO: Bibliotheken-Projekt 2026

Das Bibliotheken-Projekt von Hannes Möller, das in hohem Maße einzigartig an die künstlerische Umsetzung seltener, rarer und in Mitleidenschaft (durch den Brand in der Anna Amalia 2004 etwa) gezogener Bücher in den großen Bibliotheken des europäischen Raums herangeht, geht weiter: Ab dem 26. Februar werden ausgewählte Exponate aus dem dritten Zyklus des Projekts, Solitaire, in der Landesbibliothek Oldenburg (Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg) gezeigt. Das berückende Unterfangen Möllers, das mit Brandbücher/Aschebücher und Die verlorene Bibliothek zwei weitere Legs besitzt und in der fotorealistisch-malerischen Würdigung von Buchsolitären (oder was von ihnen übrigblieb) besteht, wird zudem flankiert von der dritten Auflage des Begleitbuchs (Solitaire, Hardcover, 96 Seiten, 81 Farb- und Schwarzweißabbildungen, zum Preis von 34,95 Euro zuzüglich 6,95 Euro Versandkosten), die u. a. beim Künstler zu haben ist. Was gibt es in Oldenburg zu sehen? „Gezeigt werden u. a. zehn große Arbeiten aus dem Solitaire-Zyklus, darunter sechs neue Bilder u. a. aus Gotha, Coburg und der Landesbibliothek Oldenburg“, so schreibt es der Künstler Hannes Möller in seiner Einladung. Die Ausstellung wird regulär vom 27.02. bis zum 25.04.2026 zu sehen sein, zur Vernissage am 26.02. um 19 Uhr sprechen Professor Dr. Peter Burschel von der HAB Wolfenbüttel und für die LBO Corinna Roeder. Die Schau ist von Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr, an den Samstagen von 09 bis 16 Uhr zu sehen, der Eintritt in die Bibliothek ist frei. Bücher als Individuen, in Gemälden in Szene gesetzt, man möge sich das nicht entgehen lassen. Das Buch zum Solitaire-Projekt erscheint am 15. Februar und kann vorbestellt werden ... Alle LBO-Infos hier

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 09.02.2026

"Gestaltung braucht Haltung" – ab März in München.

TGM: Gestaltung braucht Haltung

Zeichen setzen: Gestaltung braucht Haltung – unter diesem Titel stehen 2026 die Abendvorträge der tgm, der Typographischen Gesellschaft München e. V. Die Reihe in diesem Jahr fragt: Wie kann Haltung der Gestaltung Orientierung geben, um Zukunft positiv mitzugestalten? Antworten liefern Vorträge aus Fotografie, Architektur, Buchgestaltung und Typografie. In der Tat ist es so: In Zeiten von Polykrisen und Reizüberflutung gewinnt Haltung an Bedeutung und ist nicht neutral. Die Gestaltung in all ihren Anwendungsgebieten formt das Werk, zeigt und prägt zudem unser Verhältnis zur Gesellschaft. – Im März startet die Vortragsreihe, die vor allem im HP8 des Gasteigs (Hans-Preißinger-Straße 08, 81379 München) stattfindet, im Raum Projektor. Es referieren: Jean Ulysses Voelker, Jutta Echterhoff, Martina Borsche, Peter Haimerl, Sybille Krämer, Martin Mosch und Hans ten Doornkaat. Die Reihe läuft bis zum November, alle Infos dazu auf der tgm-Website.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 08.02.2026

"BuchDruckKunst" – auch die Pirckheimer sind dabei.

10. bis 12. April: „BuchDruckKunst“

Die Hamburger BuchDruckKunst findet vom 10. bis 12. April 2026 traditionell im Museum der Arbeit (Wiesendamm 03, 22305 Hamburg) in der 21. Auflage statt. Eine Vielzahl an Künstlerinnen, Künstlern und Editionen zeigt ihre außergewöhnlichen Werke und Drucke auf der Messe, die im deutschsprachigen Raum die größte und bekannteste Verkaufsmesse für Buchkunst und Grafik ist. Von 2015 an stand die BuchDruckKunst unter der Ägide von Buchdrucker, Holzschneider sowie Pirckheimer-Freund Klaus Raasch; ab 2026 organisieren und leiten Diplom-Designerin Annette Kölbel und der Maler, Grafiker und Xylograf Matthias Taube die 21. BuchDruckKunst. Als Motto für die kommenden Messen haben sie den Slogan Tradition Meets Young and Fresh festgelegt – im Willen, in Hamburg Tradition und junge, frische Positionen zusammenzuführen. Die Stiftung der Hamburger historischen Museen, zu der das Museum der Arbeit gehört, war und ist Kooperations- und Vertragspartner der Messe. Insgesamt werden in der Alten Fabrik des Museums der Arbeit wieder 60 Ausstellerinnen und Aussteller erwartet. Alle Infos zur BuchDruckKunst finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 07.02.2026

Besuch beim "Pergamenter" in Bobingen – am 26.02. in der Pestalozzistraße 01, Treffpunkt ist um 15 Uhr.

„Der Pergamenter” – Pergament-Ausstellung in Bobingen (26.02.)

Manfred Wildbrett wurde als „der Letzte seines Standes, der Pergamenter” bezeichnet. Von 1868 bis 2012 bestand die Firma Carl Wildbrett in Bobingen, im Anschluss wurde sie als Schenkung von Manfred und Edith Wildbrett an die Öffentlichkeit übergeben. Die historische Verwendung von Pergament ist durch Blätter in Büchern, also mittelalterlichen Handschriften, überliefert und reicht durch handgeschriebene Urkunden bis in die Neuzeit. Pergament ist spanngetrocknete Tierhaut, die seit dem Altertum als Beschreibstoff verwendet wird. Zum Charakter des Pergaments heißt es unter anderem: „Handgeschriebene Dokumente (Besitzurkunden, Grundschuldbriefe) existierten bis ins 19. Jahrhundert. Pergament war noch vor wenigen Jahren attraktiv für Wappenmalerei und Urkunden im kulturellen Bereich. (...) Man unterscheidet beim Pergament (...) die Haarseite oder Oberseite und die Fleischseite oder Unterseite. Die Dicke des Pergamentes ist kein Merkmal. Je nach Verwendungszweck bleibt die Haut in ihrer natürlichen Stärke oder wird mechanisch dünner geschabt. Beispielsweise wird für Urkunden dickes Pergament gewählt, weil es die Feuchtigkeit der Farben besser absorbiert. Dagegen sollte Pergament für Bucheinbände dünn sein. Die Blätter in den aus dem Mittelalter überlieferten Handschriften sind entweder beidseitig glatt oder beidseitig samtartig. In der Dicke sind sie sehr unterschiedlich, denn es war immer Herstellung in Handarbeit. Pergament ist opak (durchschimmernd), weshalb die mittelalterlichen Schreiber darauf achteten, dass die Zeilen Rücken auf Rücken angeordnet waren.” Weiter heißt es in den Ausführungen des Hochsträssler-Vereins, der die Pflege der Objekte mitträgt: „Pergament ist hygroskopisch, das heißt, es nimmt Luftfeuchtigkeit auf. Beim Trocknen kann es etwas wellig werden, wenn es dabei nicht gespannt oder gepresst wird. (...) Lose Blätter wölben sich beim Trocknen immer in Richtung Haarseite; das erleichtert dem Laien die Bestimmung der Oberseite, die insbesondere beim samtartigem Pergament nicht so leicht erkennbar ist.” Die Wehringer Firma Wildbrett, die 2012 aus Altersgründen den Betrieb aufgegeben hat, wird uns Teilnehmenden einen Einblick in die ehemalige Pergamentherstellung geben. Somit werden wir alle Schritte kennenlernen, angefangen bei der Rohware über das Äschern/Einweichen und das Enthaaren bis hin zum Spannen der Häute, dem Trocknen und der Lagerung. Es werden zudem die Werkzeuge zur Herstellung vorgestellt, darunter das Halbmondformschabeisen. Zu sehen sind unter anderem auch der Zunftsiegelstock und diverse Musterbücher, Urkunden, Werbematerialien sowie Kalligraphen. Treffpunkt für diesen besonderen Termin ist am 26. Februar 2026 um 15 Uhr im Museum (Pestalozzistraße 01, 86399 Bobingen). – Es wird um baldige Anmeldung per Email: rabenbauer@pirckheimer-gesellschaft.org, gebeten.

(Hans Rabenbauer via Robert Grieger)

Fr, 06.02.2026

Thema des FISAE-Newsletters: die 'Marginalien 259'.

Marginalien im FISAE-Newsletter

Der aktuellen Ausgabe der Marginalien (Heft 259, Ausgabe 2025/4) ist wieder ein großer Teil eines der beiden neuen FISAE-Newsletter gewidmet: In der Ausgabe Nummer 539 des Rundbriefs für die internationale Exlibris-Gemeinschaft wird das Heft ausführlich und wie man es vom FISAE-Neuigkeitenbrief gewohnt ist, in zahlreiche Sprachen übersetzt und damit in der Tat weltweit präsentiert, gewürdigt. Das geht einher mit dem Abdruck des Vorabs von Seite 3, des Editorials von Marginalien-Chefredakteur und stellvertretendem Vorstand der Pirckheimer-Gesellschaft, Till Schröder, dem Inhaltsverzeichnis des Heftes in zehn Sprachen – namentlich in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch, Ukrainisch, Russisch, Chinesisch und Japanisch – dazu kommt eine reiche Auswahl Bilder aus der Ausgabe zu den einzelnen Themen des Hefts. Die Ausgabe 259 war das Schlussheft des Jahres 2025, die nachfolgende Nummer 260 ist gegenwärtig in der Endredaktion und erscheint im Vorfeld der Leipziger Buchmesse. – Zu weiteren Themen im FISAE-Newsletter schreibt sein Herausgeber Klaus Rödel aus Frederikshavn: „Aus Luxembourg kommt wieder eine schöne Veröffentlichung: Emil van der Vekene – So druckte damals Johannes Gutenberg.“ Und schließlich gibt es laut Newsletter einen Verlust zu konstatieren: „Am 09. Januar starb leider wieder einer der aktiven Sammler der Deutschen Exlibris-Gesellschaft, Prof. Dr. Werner Grebe. Er hatte seine umfangreiche Exlibrissammlung der Universität (zu) Köln übergeben.“ Klaus Rödel informiert auch am Ende der Präambel, dass er gestürzt ist und der Newsletter (bis auf die bereits vorbereiteten) einige Wochen pausieren muss. Wir wünschen von Herzen gute Besserung!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 05.02.2026

"The Hunting of the Snark ...": Wolfgang Buchta lädt zum Künstlergespräch bei "Druck & Buch", Wien, ein.

Druck & Buch: Künstlergespräch

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung Best of 2025 lädt die Galerie Druck & Buch (Berggasse 21/22, A-1090 Wien) in die österreichische Hauptstadt zum Künstlergespräch am 12.02.2026 um 18 Uhr ein. Zu Gast sein wird Wolfgang Buchta, der über seine jüngste Unikatbuchreihe zu Lewis Carrolls The Hunting of the Snark spricht. In der Ankündigung heißt es: „Die phantastische und tatsächlich rückwärts erzählte Ballade von Lewis Carroll ist der Ausgangspunkt für Wolfgang Buchtas neueste Unikat-Künstlerbuchserie. Er fertigte Druckgrafiken an, die ihm aber ausschließlich zum Übermalen dienten! Wir sprechen über diesen Prozess, über das phantastische Vergnügen und sehen die verschiedenen Zustände.“ Und unter diesem Link gibt es einen ersten Einblick in das erste der Bücher. Vom 12. bis 27.02. gibt es zudem einen Flohmarkt: alte und seltene Künstlerbücher!

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 04.02.2026

„Preußens Luise“ von Rainer Ehrt

Anlässlich des 250. Geburtstags der Königin Luise von Preußen hat Künstler und Pirckheimer-Freund Rainer Ehrt neben einer eigenständigen Würdigung in feiner Buchform auch eine Reihe Präsentationen anvisiert. Die sicherlich am berufensten Ort stattfindende wird vom 09.05. bis 21.06. im Pomonatempel auf dem Pfingstberg inmitten des Potsdamer Sanscoussi-Welterbes zu sehen sein: Zeichnungen, Illustrationen, Druckgrafik und besagtes Buch werden in Schinkels erstem Bauwerk präsentiert. Die Schau im Pomonatempel, der 1800 als Teepavillon errichtet wurde, ist sonnabends und sonntags sowie an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Das Buch erschien bei Hendrik Bäßler.

(André Schinkel via Till Schröder)

Di, 03.02.2026

Die Ausgabe 32: Der neue "Hamburger Bothe" ist da.

„Hamburger Bothe 32“ erschienen

Pünktlich zum 01. Februar erschien die neue, die insgesamt 32. Ausgabe des Hamburger Bothen, herausgegeben von den Pirckheimern im Norden wie gewohnt, namentlich von Rudolf Angeli und Peter Engel. Das Magazin, in der Corona-Zeit zur Verständigung über die Lockdown-Grenzen hinaus aus der Taufe gehoben, ist mittlerweile für viele Bibliophile im deutschsprachigen Raum zum Infopoint geworden und wird auch in den großen Bibliotheken online vorrätig gehalten. Das neue Heft rekursiert auf die Veranstaltungen rund um das neue Buch von Gustav Kluge, dessen Band Disegno ≠ Disegno im Verlag Angeli & Engel erschien; auch lädt Pirckheimer-Freund Ralf Plenz zum Pirckheimer-Treffen in der Elbmetropole am 09.05. ein. Peter Engel berichtet eindrücklich vom Wachsen und Entstehen seiner Selbstbildnis-Sammlung in der noch neuen Rubrik Mitteilungen aus dem Sammlerleben ... und dem Gruselbusel à la 1772 im Zeitsprung folgt de facto die Todesanzeige für das Graphische Viertel in Leipzig: Mit der Schließung der letzten Druckerei, der von Thomas Böhlau in der Ranftschen Gasse 14 Ende 2025 und dem anvisierten Exitus des Literaturhauses wird es langsam dunkler in der Buchstadt. – Urs Heftrich parliert aus dem Reimversteck über das Bauen von Sonetten nebst drei eigenen Bausätzen, und Abel Doering würdigt Mary W. Shelley zum 175. Todestag. Dieser fiel bzw. fällt, wie auch der 225. von Daniel Chodowiecki, der im aktuellen Bothen gleichsam die allfällige Würdigung erfährt, auf Anfang Februar. Hoffnung und Gedenken also, und in den Themen Licht und Schatten in der neuen Nummer des Hamburger Bothen, der so, als kleines wie digitales Geschwisterchen der Marginalien, in seinem sechsten Jahrgang eine gute Figur macht: Wer ihn nicht hat, kann ihn über die E-Mail Rudolf_Angeli@web.de ganz problemlos anfordern.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 02.02.2026

In Bielefeld zu Gast ab 06.02.: The Brautigan Library.

Bielefeld: The Brautigan Library

Eine Bibliothek unveröffentlichter Manuskripte? So etwas gibt es? In der Tat, und wie passend, dass sie sich in Bielefeld präsentiert, der Stadt, die bekanntlich auch „unveröffentlicht“ ist. Im Jubiläumsjahr unserer Gesellschaft präsentieren wir diese Schau unseres Mitglieds Marie-Pierre Bonniol. In den Räumen des Kunsthauses Artists Unlimited (Viktoriastraße 24, 33602 Bielefeld) blickt die französische Kuratorin vom 06. bis 22. Februar 2026 auf eine Idee aus dem Roman Die Abtreibung (1971) von Richard Brautigan (1935–1984). In dem Buch stellt sich der amerikanische Schriftsteller und Dichter eine Bibliothek vor, die sich der liebevollen Aufnahme und Aufbewahrung persönlicher Bücher und Manuskripte aller Art verschrieben hat. Seit ihrer fiktiven Gründung bietet sie einen Ort des Trostes und der symbolischen Existenz für Werke, die niemals veröffentlicht oder vertrieben werden. In den 1990ern erweckte Todd R. Lockwood diese fiktive Bibliothek als The Brautigan Library in den USA zum Leben, die bis 1996 auf knapp 400 Bände anwuchs und mittlerweile im Clark County Museum in Vancouver, Washington, ansässig ist. Die Bibliothek ist zu einer Ikone geworden und hat französische Autoren wie Jean-Yves Jouannais (Artistes sans œuvres, 2009) und David Foenkinos (Le mystère Henri Pick, 2016) inspiriert. Marie-Pierre Bonniol schaut unter anderem auf das eigenwillige „Mayonnaise“-System der Klassifizierung der Bibliothek, das nach Themen sortiert, nicht Autoren, zeigt Werke der Sammlung als Unikate, Filme, Fotos und lud zudem ihre Mutter, die naive Malerin Danielle Bonniol-Ferrus, ein, die Bücherei in Bildern zu kommentieren. Öffnungszeiten: Fr 16 bis 19 Uhr, Sa/So 14 bis 17 Uhr. Ein Fest für Auge und Geist. 

(Till Schröder)

So, 01.02.2026

Exlibris des Monats für Februar 2026 – von Daniel Chodowiecki

Der große Grafiker und Illustrator Daniel Chodowiecki (1726–1801) wird in diesem Jahr doppelt geehrt – am 07. Februar jährt sich der Todestag zum 225. Mal, am 16. Oktober begeht man seinen 300. Geburtstag. Der gebürtige Danziger, der 1801 in Berlin starb, hat innerhalb seines umfänglichen Werks auch ein schmales Exlibris-Œuvre geschaffen, das bis heute gern gesammelt wird, gar nicht so selten, aber auch nicht preiswert zu haben ist. Und ist ein guter Anlass für die DEG, dem Meister der „künstlerischen Aufklärung“, der für Goethe, Schiller, Cervantes oder Voltaire illustrierte, mehr als 2.000 Grafiken und noch mehr Zeichnungen hinterließ, das Exlibris des Monats Februar zu widmen. Chodowiecki hat unter anderem Exlibris für Anna Louisa Karsch (die Karschin), für David Friedländer geschaffen, berühmt aber sind vor allem seine Eigen-Exlibris, und das abgebildete dürfte das beliebteste sein: eine Mutter-Natur-Darstellung, antik an die Diana Ephesia (orientalisch: Kybele) gemahnend – vielbrüstig, von nährender Kraft ... kreativem Reichtum. Der Künstler selbst hat es wohl nicht über Gebühr verbreitet, aber durch spätere Abdrucke ist es populär geblieben. Und zeugt von der Eigenkraft des Schöpferischen, eben auch in die Kunst gespiegelt. Henry Tauber hat einen aufschlussreichen Text dazu verfasst – Bild und Essay sind auf der DEG-Webseite zu finden. 

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Sa, 31.01.2026

Jubiläum: Pirckheimer auf Touren

Pirckheimer auf Touren: Im Jubiläumsjahr unserer Gesellschaft ruhen wir uns nur ein klein wenig aus mit Rückblicken und Festivitäten. Wir werden auch dies tun – vor allem in Nürnberg beim Jubiläumstreffen –, aber 70 Jahre Pirckheimer sind für uns Anlass, wie gewohnt aktiv in die Öffentlichkeit zu gehen. Wir werden in Kooperationen Präsenz zeigen und bei verschiedenen Veranstaltungen und Messen auftreten. Den Auftakt macht unser Mitglied Marie-Pierre Bonniol im Februar (06.–22.02.) mit einer Ausstellung in Bielefeld (Viktoriastraße 24, 33602 Bielefeld) in den Räumen des Kunsthauses Artists Unlimited. Die Pirckheimer sind Medienpartner. Die Schau kreist um eine Idee des Schriftstellers Richard Brautigan aus seinem Roman Die Abtreibung (1971): als eine Sammlung unveröffentlichter Manuskripte. In den 1990ern erweckte Todd R. Lockwood diese fiktive Bibliothek als The Brautigan Library in den USA zum Leben mit nun beinahe 400 Bänden. Bonniol kuratiert Werke der Sammlung und lud ihre Mutter, die naive Malerin Danielle Bonniol-Ferrus, ein, die besondere Bücherei Brautigans/Lockwoods in Bildern zu kommentieren. 

Außerdem stellte Bonniol anlässlich unseres Jubiläums eine Filmreihe für Kinder mit Kurzfilmen über Bücher zusammen, die 2026/2027 in deutschen Städten gezeigt werden soll. Näheres zu den Terminen folgt online und in den Marginalien.  – Im März beginnt für die Pirckheimer die Messe-Saison. Wir sind wieder präsent auf der Leipziger Buchmesse (19.–22.), der BuchDruckKunst in Hamburg (am 11. und 12. April) – sowie bei der artbook in Berlin im November. In Leipzig bieten wir dem neuen Buch der Bücherkinder über Einhörner eine Bühne – und ein Dokumentarfilm zur Kulturgeschichte des Einhorns wird im Juni auf Arte laufen, der in Zusammenarbeit mit dem Museum Barberini in Potsdam auch die Bücherkinder in ihrem Tun filmte. In der Woche gleich nach unserem Jahrestreffen in Nürnberg im September sind wir Medien- und Programmpartner der Rare Book Week in Berlin, veranstaltet vom Verband Deutscher Antiquare und anlässlich der Tagung der Internationalen Vereinigung der Antiquare (ILAB) vom 14. bis 20. September in Berlin. Die Rare Book Week bietet Veranstaltungen an verschiedenen Orten Berlins und eine dreitägige Buchmesse im Kronprinzenpalais. Neben der Einbindung ins Programm werden wir auch als Pirckheimer-Gesellschaft mit einem Stand vor Ort sein, der auch das Jubiläum der PG abbildet. 

Im Jubiläumsjahr schenkt unser Mitglied Nikolaus Topic-Matutin von der Neuhauser Kunstmühle ein bei ihm erschienenes Künstlerbuch der Malerin Marika Voß der Staatsbibliothek zu Berlin. Die Übergabe am 19. März 2026 samt Podiumsgespräch mit der Künstlerin wird organisiert von der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg. Im Juni liest Pirckheimer-Freund Christoph Links in der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker (Johannes-Stelling-Straße 29, 19053 Schwerin) in Kooperation mit unserer Gesellschaft aus seinem neuen Buch Verschwundene Verlage. Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte und unterhält sich auch mit Till Schröder über die Geschichte der Pirckheimer und ihre Rolle im Buchland DDR. Der Link zum Buch findet sich hier. Dies ist ein erster Ausblick ins Jubiläumsjahr unserer Gesellschaft, weitere Vorhaben und Veranstaltungen sind in Planung. Alle Mitglieder sind eingeladen, das Jubiläum ebenfalls als Anlass für eigene Veranstaltungen zu nehmen, Kooperationen anzuregen. Der Vorstand unterstützt gern. 

Auf geht’s in weitere 70 Jahre.

(Till Schröder)

Fr, 30.01.2026

Das Gleimhaus. | © Archiv Gleimhaus (CC BY-SA 3.0)

Gleimhaus: Weiße, Falk & Fantasy

Auch vor der nächsten Sonderausstellung, die das Gleimhaus für den März vorbereitet, gibt es ein gutes und weitgefächertes Programm im Museum der deutschen Aufklärung am Halberstädter Dom-Rund (Domplatz 31, 38820 Halberstadt) im östlichen Vorharz. So feiert die Einrichtung, die auch Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft ist, am 09.02. den 300. Geburtstag von Christian Felix Weiße (1726–1804). Im Lesezirkel wird über dessen Parallelstück zu Lessings Nathan von 1780, Der Fanatismus oder Jean Calas, gesprochen. Die Runde beginnt um 18 Uhr, Vorkenntnisse sind nicht nötig. Am 11.02. stellt um 19.30 Uhr in der Rubrik Geist und Muse bei Gleim Frau Düfi stellt ihren Fantasy-Roman Das Band der Elemente vor. Die gebürtige Harzerin lebt heute in Hannover. In der Geschichte vereinen sich die Kräfte der vier Elemente mit der Dramatik des Zirkus’ zu einem bunten Schauspiel. Und am 19.02., 15 Uhr, spricht in der Teestunde bei Gleim Reimar Lacher zum Thema Johannes Falk. Vom Spötter zum Retter. Falk, der viel Gutes bewirkte und dessen 200. Todestag sich 2026 jährt, ist vor allem als Dichter von O du fröhliche im Gedächtnis geblieben. Über ihn wird man im Lauf von 2026 wie auch zu Christian Felix Weiße noch öfter hören. Alle Gleimhaus-Info hier

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 29.01.2026

70 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft e. V., das sind 70 Jahre Arbeit für das und Liebe zum schönen Buch ... So ist der 29. Januar 2026 ein ganz besonderer Tag.

Ein ganz besonderer Tag: 70 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft e. V.

Bücher – Nein, ich bitte Sie inständig:
Nicht mehr fragen! Laß dich doch belehren!
Bücher, auch wenn sie nicht eigenhändig
Handsigniert sind, soll man hoch verehren.

Joachim Ringelnatz.

29. Januar 2026 – was für ein Datum. Wir feiern 70 Jahre Pirckheimer-Gesellschaft. Viele haben bereits über ihre Geschichte geschrieben: Horst Kunze und Carsten Wurm, Wolfram Körner, Herbert Kästner, Hartmut Pätzke oder Till Schröder; in den Marginalien, den Jubelrufen oder auch auf unserer Webseite. „Am 29. Januar treffen sich im Café Budapest, Berlin, Stalinallee 165, etwa 80 Bücherfreunde, um die Pirckheimer-Gesellschaft in aller Form aus der Taufe zu heben. Das Präsidium besteht im wesentlichen aus dem Initiativkomitee, Kaiser, Löwenthal, Lange, Kaemmel und Klemke. Bruno Kaiser umreißt die Ziele und die Arbeitsaufgaben. Neben dem Bewahren des Bucherbes sieht er im Fördern des neuen Buches eine gleichrangige Aufgabe. Gewählt wird ein Geschäftsführender Vorstand, dem die Mitglieder des Initiativkomitees und Walter Berger, Ausstattungsleiter des Verlages Rütten & Loening, angehören, und ein 18 Personen umfassender Gesamtvorstand.“ So fing es an vor 70 Jahren. Mehr dazu auch auf unserer Webseite. 70 Jahre voller Wandel für das Buch und die Gesellschaft. 70 Jahre voller Arbeit für das Buch – mit Hochs und Tiefs. Digitalisierung, demografischer Wandel, verändertes Leseverhalten, die Begrifflichkeit der Bibliophilie an die nächsten Generationen tragen, alles Themen, mit denen sich die Gesellschaft auseinandersetzen muss. Bibliophile und literarische Gesellschaften haben es schwer in der jetzigen Zeit. Einige haben aufgeben müssen im Verlauf der Jahrzehnte. Um so wichtiger ist es, jetzt ein Zeichen zu setzen und mit Aktivität und Kreativität gegen diesen Trend zu arbeiten. Alle Mitglieder können hierbei helfen. Vor 20 Jahren fand zum 50-jährigem Jubiläum das Jahrestreffen in Berlin statt, mit reichhaltigem Programm. In diesem Jahr findet das Jubiläumstreffen in der Stadt unseres Namensgebers Willibald Pirckheimer in Nürnberg statt. Auch dort dürfen wir uns auf ein tolles Programm freuen (Näheres u. a. in unserer Rubrik Veranstaltungen auf unserer Webseite). Gleichzeitig stehen in diesem Jahr auch die ein oder andere Veranstaltung, Beiträge in den Marginalien und auch im Blog unter dem Thema 70 Jahre Pirckheimer. Wir dürfen gespannt sein. Also: Lasst uns mit diesem Jubiläum einen positiven Blick in die Zukunft werfen und alles für unsere Gesellschaft und unsere Herzensthemen rund um Buch und Grafik in Angriff nehmen.

(Robert Grieger, Pirckheimer mit ganzem Herzen)