Pirckheimer-Blog

Mi, 13.05.2026

Ahrenshoop: ArtGrafik ab 14. Mai

Die Kunstmesse für zeitgenössische Druckgrafik, Fotografie, Zeichnung und Künstlerbücher im hohen Nordosten: Vom 14. bis zum 17. Mai 2026 ist es wieder soweit und findet die 05. artGrafik Ahrenshoop zwischen Meer, Sand, Wiese und Bodden – auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst – statt. Die Messe lädt auch in diesem Jahr ein in die Strandhalle Ahrenshoop (Dorfstraße 16b, 18347 Ahrenshoop). Die vom Pirckheimer-Freund aus dem benachbarten Ribnitz-Damgarten, Henry Günther, organisierte und kuratierte viertägige Begegnung öffnet von Donnerstag bis Sonnabend jeweils von 11 bis 18, am Sonntag von 11 bis 17 Uhr ihre Pforten. Insgesamt sind 16 Künstlerinnen und Künstler eingeladen: Gudrun Illert, Reiner Stec, Klaus Raasch, Rainer Ehrt, Susanne Hoch und Tina Flau ... Neu dabei sind in diesem Jahr Susanne Theumer und Frank Eißner. Auf nach A’hoop!

(André Schinkel)

Di, 12.05.2026

Poesiefestival Berlin ab 15.05.2026

Jeden Sommer verwandelt sich Berlin in eine Hochburg der Poesie. Mehr als 150 Dichter und Künstler aus aller Welt kommen zum Poesiefestival Berlin und präsentieren aktuellste Tendenzen in der zeitgenössischen Dichtkunst. Neben dem Buch hat sich die Poesie längst auch andere Präsentationsformen gesucht und experimentiert mit Theater, Performance, Musik, Tanz, Film und digitalen Medien. Das Festival macht Poesie erlebbar, in ihrer ganzen Formenvielfalt. Und es zeigt, welche Kraft und Inspirationsquelle die Poesie besitzt, verschafft der Sprachkunst Aufmerksamkeit, beschreitet neue Wege der Präsentation, Publikation, Distribution, erreicht weltweite Ausstrahlung. Hier treffen sich auch Direktoren von Poesiefestivals aus aller Welt. Das Poesiefestival setzt 2026 drei Schwerpunkte: Es geht um Mythen, Trauer und eine kritische Neubewertung der europäischen Literatur. Dazu gibt es Themenabende, internationale Lesungen und dezentrale Formate in der ganzen Stadt. Ein besonderer Höhepunkt ist die Lesung der kanadischen Dichterin Anne Carson in der AdK (24. Mai) und die Berliner Rede zur Poesie von Valzhyna Mort im silent green am 02. Juni. Bei Lesungen, Gesprächen und anderen Aktionen werden alte Erzählungen neu geschrieben, Machtverhältnisse gezeigt und neue Arten, sich auszudrücken, ausprobiert. Das Poesiefestival Berlin 2026 beginnt am 15. Mai, es endet am 14. Juni 2026. Der Eintritt für die Veranstaltungen variiert, viele Events sind kostenlos. Alle Informationen zum Festival gibt es auf der Website des Lyrikfests.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Der Namensgeber für die Ehrung ist Max Herrmann.

Max-Herrmann-Preis verliehen

Die Antiquarin Elvira Tasbach aus Berlin erhielt am gestrigen 11. Mai im Wilhelm-von-Humboldt-Saal der Stabi den Max-Herrmann-Preis 2026. Dieser wird für Verdienste um das Bibliotheks­wesen von den Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. vergeben. Geehrt wird unter anderem, wie der Vorsitzende der Stabi-Freunde, Peter Altmaier, und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilen, ihre Tätigkeit als Mäzenatin. So hatte Elvira Tasbach der Bibliothek u. a. den Catalog der Bücher im Besitz seiner Exzellenz Herrn Freiherrn Alexander’s von Humboldt mit mehr als 1.000 hand­schriftlichen Notizen Humboldts geschenkt. Der Preis ist nach dem Berliner Literatur- und Theaterwissenschaftler Max Herrmann (1865–1942) benannt, der im KZ Theresienstadt starb. Die Verleihung fand um 18 Uhr statt, die Laudatio für die Geehrte hielt der Verleger im Wallstein-Verlag, zugleich Vorsitzender der Historischen Kommission des BörsenvereinsThedel von Wallmoden. Der Preis wurde zuvor bereits an Paul Raabe, Götz Aly, Monika Grütters, Wim Wenders vergeben.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mo, 11.05.2026

Karl-Georg-Hirsch-Ausstellung in Göpfersdorf ab dem 22. Mai

Die Anita und Günter Lichtenstein Stiftung (Dorfstraße 12, 04618 Göpfersdorf) ehrt einen großen Grafiker dieser Zeit: aus dem Dunklen ins Licht heißt die neue Jahresexposition der Stiftung in Göpfersdorf im Altenburger Land und widmet sich dem Werk von Karl-Georg Hirsch. Hirsch, der dieser Tage seinen 88. Geburtstag feiert, blickt als Meister vor allem (aber nicht nur) des kleinen Formats auf ein gigantisches Werk, in dessen Zentrum etwa 3.000 Druckgrafiken und eine kaum zu überschauende Zahl Zeichnungen stehen. Vor allem in seiner Kardinaltechnik des Holzstichs wie auch des Holzschnitts, verbunden mit einer unverkennbaren Sprache in Stil und Motivik hat Hirsch, der immer wieder auch Bezug auf Literatur in seiner Kunst nimmt, für die Insel-Bücherei arbeitete und selbst mehrere bibliophile Publikationsreihen aus der Taufe hob, Standards gesetzt. Die Schau in Göpfersdorf wird am 22. Mai um 17 Uhr eröffnet, es liest und spricht Rolf Sakulowski. Die Schau wird bis zum Januar 2027 zu sehen sein, am 08.08.2026 findet von 14 bis 17 Uhr eine Midissage statt. Es erscheint ein Katalog, an dem der Pirckheimer-Freund wie Hirsch-Kenner Jens-Fietje Dwars wesentlich beteiligt ist. Karl-Georg Hirsch wurde 1938 in Breslau geboren, er lebt in Leipzig und gehört zu den bedeutendsten Grafikern der Gegenwart. Durch seine langjährige (1976–2003) Lehrtätigkeit an der Leipziger HGB hat er sein Wissen an viele heute selbst hochgeschätzte Schülerinnen und Schüler weitergegeben. Sein Werk wurde vielfach geehrt, unter anderem mit dem Gutenberg-Preis ... er ist Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften, Literatur und Schönen Künste Belgien seit 1994. Seine Arbeiten sind bei vielen Sammlern höchst begehrt.

(André Schinkel)

So, 10.05.2026

Christian Ewald (in der Mitte des Bilds) an der Seite von Andreas Platthaus (li.) und Michael Krüger Ende 2014 bei der Präsentation des "e-walds" in Mainz.

Abschied von Christian Ewald

Wie von verschiedenen Seiten aus der Pirckheimer-Gesellschaft zu erfahren ist, ist der Verleger der legendären Katzgraben-Presse, Christian Ewald (1949–2026) in der Nacht vom 08. zum 09. Mai in seiner Wahlheimatstadt Berlin gestorben. Der vielfach für seine künstlerische und verlegerische Arbeit Geehrte wurde in Weimar geboren und studierte Typografie und Gebrauchsgrafik in Berlin. 1990 gründete er in einem der ältesten Häuser in Berlin-Köpenick den nach der anrainenden Straße benannten Verlag. Der hochgeschätzte Künstler, Büchermacher wie kundige Austauschs- und Gesprächspartner in Sachen Bibliophilie war Mitglied unserer Gesellschaft – zum Jahreswechsel 2014 präsentierte er unter der prominenten Anteilnahme von Andreas Platthaus von der FAZ und Hanser-Kult-Verleger Michael Krüger seinen e-wald im Gutenberg-Museum in Mainz. In Heft 256 (2025/1) der Marginalien würdigt Helmut Garritzmann Christian Ewald im Zuge einer Ehrung in seiner Geburtsstadt zum 75. wie auch die Presse zum 35. Geburtstag. Abel Doering, der mit ihm eng befreundet war, könnte es nicht treffender formulieren: „Mit dem Tod von Christian Ewald hat die bibliophile Gemeinde einen weiteren großen Verlust erlitten, er wird uns fehlen.“ So ist es.

(André Schinkel via Henry Günther)

Sa, 09.05.2026

Trauerfeier für Roland Berger findet am 02.06. statt.

Der Termin für Trauerfeier und die Beisetzung von Roland Berger steht fest: Pankow, 02.06., 12 Uhr

Über mehrere Äther erreichen den Blog die Informationen zur Trauerfeier und Beisetzung des langjährigen Pirckheimers und Künstlers Professor Roland R. Berger: Sie findet am Dienstag, den 02. Juni 2026 auf dem Friedhof Pankow III (Am Bürgerpark 24, 13156 Berlin) in Berlin um 12 Uhr statt. Der 1942 in Sachsen geborene Berger, der als Lehrer wie Künstler aktiv war und von 1985 bis 1995 eine Professur für Kunsterziehung mit künstlerischer Lehrtätigkeit an der Humboldt-Uni bekleidete, war am 04. April des Jahres gestorben. Roland Berger war von 1969 bis 2025 Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und arbeitete zeitweise im Vorstand der Gesellschaft. Ein Hauptmotiv seiner Kunst war der Harlekin, der auch als Originalgrafische Beilage einem Heft der Marginalien beilag. Eine eingehende Würdigung von Leben und Werk Roland R. Bergers erfolgt in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift (Heft 261, das sich derzeit im Druck befindet) durch Carsten Wurm. 

(André Schinkel via Matthias Haberzettl)

Fr, 08.05.2026

HDP ab 08.05.26: „Ans Licht geholt“

Am heutigen Abend, 08.05., um 19 Uhr, eröffnet bei der hochdruckpartner Galerie+Werkstatt (in der Lützner Straße 85/Seiteneingang, 04177 Leipzig) die neue Ausstellung mit dem schönen und sprechenden Titel Ans Licht geholt. Zu sehen sind: Hochdruckarbeiten von Franca Bartholomäi (– in der Abbildung ihr Holzschnitt Lost Faces: Puppenfrau, 29 x 29,5 cm, 2023, Reproduktion: Gustav Franz, Leipzig) und Brian Curling, Christine Ebersbach, Roswitha Grüttner, Bettina Haller, Egbert Herfurth, Robert Marchewka, Thomas M. Müller, Gudrun Petersdorff, Frank Wahle sowie Susanne Werdin. Gezeigt werden ältere und jüngere Werke der Künstlerinnen und Künstler, die als Protagonistinnen und Protagonisten der Hochdruckkunst alle mit der hdp-Galerie in Leipzig verbunden sind. Die neue Exposition Ans Licht geholt ist regulär vom 09. Mai bis zum 20. Juni des Jahres in der Pleißestadt zu sehen, die Galerie ist wie folgt geöffnet: Mittwoch bis Freitag 14 bis 18 Uhr und Sonnabend 12 bis 17 Uhr. „Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf Ihren Besuch!“, heißt es im Pressestatement der hochdruckpartner zur Schau. Die weiteren Infos finden sich hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Do, 07.05.2026

Nu:Lit – Texte um Ulm und Neu-Ulm

Den Auftakt gab es schon vorgestern mit der Lese- und Diskussionsveranstaltung Warum eigentlich Klassiker? Thedel von Wallmoden im Gespräch mit dem erfolgreichen Verleger des Wallstein Verlags in der Theaterei Herrlingen, aber mit dem heutigen Tag beginnt das Nu:Lit-Festival für ungewohnte Literatur in (Ulm und) Neu-Ulm offziell. Nu:Lit, ein Konzept von Autor, Pirckheimer-Freund und Verleger Florian L. Arnold, ist dezentral und barrierefrei und bringt die Kultur in die Stadtteile. Und zwar in Form von ungewohnter Literatur. Die kleine, aber feine Reihe hat sich den Spielarten des Humors in der Literatur verschrieben: mal schräg, mal fein, aber nie bösartig. Lachen und Lächeln an ungewöhnlichen Orten in Neu-Ulm. Weil Lachen doch die beste Medizin ist ... Auch 2026 bringt Nu:Lit die Mundwinkel wieder nach oben, vertieft Lach- statt Sorgenfalten und verteilt literarische Lachanfälle im ganzen Neu-Ulmer Stadtgebiet. Die diesjährige Ausgabe findet bis zum 17. Mai 2026 statt. Mit dabei sind: Friederike Gräff, Knut Cordsen, Leo Riegel mit Cartoon-Pointen vom Feinsten, Ole Lucoje und schließlich Matthias Egersdörfer, der aus Das Lachen des Grünspechts und Rotkehlchen umschwirren mich liest. Das Verzeichnis der Akteure, Auftritte und ihrer Zeiten findet sich auf der Webseite des Festivals. Humor in der ganzen Stadt: So soll es sein.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Mi, 06.05.2026

München – „Mein*Morgenstern“- Schau und MDE-Tagung: 15./16.05.

Die Wanderausstellung Mein Morgenstern – Von Hand geschöpft, gesetzt, gedruckt, gebunden, die anlässlich des 111. Todestags von Christian Morgenstern (1871–1914) unterwegs ist, macht Station in München. Nachdem die vom Verein für die Schwarze Kunst e. V. und den MDE, den Meistern der Einbandkunst – Internationale Vereinigung e. V. initiierte buchkünstlerische Aktion in Werder an der Havel, Dresden, Köln und Leipzig präsentiert wurde, werden Beispiele der insgesamt 22 entstandenen Objekt-Familien, bestehend aus Bleisatz, Buchgestaltung und letztlich Bindung durch 22 Meisterinnen und Meister der MDE, vom 15. Mai bis zum 19. Juni 2026 in der Meisterschule Buchbindehandwerk Alois Senefelder (BSZ, Pranckhstraße 02, 80335 München) präsentiert. „Unter dem Stern der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit und dem immateriellen Kulturerbe wurde handgeschöpft, handgesetzt, handgedruckt und handgebunden“ – 111 der bibliophilen Werke können auch bei der Büchergilde Gutenberg erworben werden. Die Ausstellung, die momentan (der Blog berichete) in Mainburg zu sehen ist, wird nach München weiter nach Mainz, Oldenburg und Bischofszell in der Schweiz (zur Typorama) wandern. Und zum Auftakt der Münchner Schau findet im Verbund mit dem Bund Deutscher Buchbinder unter dem Motto Innovation – Motivation – Tradition – Transformation am 15./16. Mai die MDE-Jahrestagung für 2026 in München statt.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Di, 05.05.2026

Rainer Ehrts Ausstellung "Strichgewitter" wird vom 15. August bis 25. Oktober in Werder (Havel) gezeigt.

Ausstellung in Werder – Rainer Ehrts „Strichgewitter“ ab 15.08.

Er dürfte unter den Pirckheimern einer der Umtriebigsten und Präsentesten sein: Künstler Rainer Ehrt stellt unter dem sprechenden Thema Strichgewitter von August bis Oktober 2026 bei der Christian-Morgenstern-Gesellschaft e. V. (Hoher Weg 150, 14542 Werder an der Havel) in der Obst- und Blumenstadt Werder (Havel) aus. Strichgewitter zeigt Cartoons und satirische Grafik, Malerei und eine Reihe anderweitige Grafik und Illustrationen Ehrts. Der in Kleinmachnow lebende und freiberufliche Maler und Grafiker, Illustrator, Cartoonist sowie Buchkünstler und Skulpteur Rainer Ehrt zeichnet sich in seinem umfangreichen, vielfach geehrten Werk besonders für seine satirisch-kritischen Bearbeitungen und Adaptionen historischer wie gegenwärtiger Themen sowie gesellschaftlich relevanter Persönlichkeiten aus. Ehrts originalgrafische Arbeiten werden durch einige skulpturale Werke ergänzt. Seine Werke sind unter anderem bekannt durch Publikationen in Eulenspiegel, Das Magazin, in der Märkischen Allgemeinen, im Nebelspalter (Schweiz), bei Cicero und im Manager-Magazin. Die Ausstellung Strichgewitter wird vom 15. August bis zum 25. Oktober 2026 in der Christian-Morgenstern-Gesellschaft e. V. gezeigt, die Vernissage dafür findet am 15.08.​ von 17 bis 19 Uhr statt. Die nähere Information dazu gibt es auf der Website der Veranstalter. 

Rainer Ehrts Exposition Strichgewitter
vom 15.08.2026 bis zum 25.10.2026.
Vernissage der Ausstellung: 15.08., 17 Uhr,
Christian-Morgenstern-Gesellschaft e. V.
Hoher Weg 150, 14542 Werder (Havel)

(Ninon Suckow via Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 04.05.2026

BuchKunstBiennale in Horn 2026

Die Edition Thurnhof lädt gemeinsam mit dem Kunstverein Horn von 14. bis 17. Mai 2026 zur 17. BuchKunstBiennale nach Horn in Niederösterreich (Wiener Straße 02, A-3580 Horn) ein. In den Räumlichkeiten des Kunstvereins steht an den Tagen die Vielfalt des Buches als künstlerisches Medium im Mittelpunkt. 25 Buchkünstlerinnen und -künstler aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Tschechien und Österreich geben Einblick in ihre Arbeit und zeigen, auf welch unterschiedliche Weise das Buch als Kunstobjekt gedacht und gestaltet werden kann. Mit dabei sind unter anderem: Hanneke van der Hoeven, Cornelius Brändle und Annegret Frauenlob sowie Svato Zapletal. Geboten werden Präsentation, Vorführungen, Werkstatteinblicke und Workshops. Auch die Neuhauser Kunstmühle ist dabei. Die XVII. KunstBuchBiennale ist wie folgt geöffnet: Do 15 bis 19, Fr 09 bis 18 Uhr, Sa 10 bis 18 & So 10 bis 17 Uhr. Die feierliche Eröffnung der Biennale samt Vereinsausstellung findet donnerstags 15 Uhr statt. Unter dem Link gibt es alle Informationen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

So, 03.05.2026

Die Exkursion auf dem berühmten Waldfriedhof von München findet am 21. Mai 2026 (ab elf Uhr) statt.

Exkursion auf dem Waldfriedhof von München am 21. Mai ab 11 Uhr

Den Pirckheimern steht mit einer gut zweistündigen Exkursion über den Waldfriedhof in München ein weiteres Highlight bevor. Wir treffen uns dazu am 21. Mai 2026 um 11 Uhr am Haupteingang in der Fürstenrieder Straße. Dort werden wir mit Gerd Holzheimer in die literarische Vergangenheit wandern. Dr. phil. Gerd Holzheimer muss ich in unserem Kreis nicht mehr vorstellen, er ist Verfasser von über 30 Büchern, zuletzt die Biografie über „Apfelpfarrer“ Korbinian Aigner, Künstlerischer Leiter der Veranstaltungsreihe Literarischer Herbst im Fünfseenland, Herausgeber der Zeitschrift Literatur in Bayern. Als literarischer Landvermesser leitet er literarische Exkursionen weltweit und in seiner Heimat an der Würm. Kurator verschiedener Ausstellungen, Mitarbeit an Filmen, Vorträge zu kulturhistorischen Themen. Die Landeshauptstadt München zeichnete 2013 Holzheimer mit dem Ernst-Hoferichter-Preis aus, der an Künstler verliehen wird, die „Originalität mit Weltoffenheit und Humor verbinden“. 2015 war Gerd Holzheimer zudem Kulturpreisträger des Landkreises Starnberg.

Ein Besuch auf einem Friedhof ist immer auch ein Stück Erinnerungskultur. In ganz besonderem Maß trifft das auf den Waldfriedhof in München zu. Ein Gang durch seine weitverzweigten Wege kommt einem Gang durch die Literatur- wie Kulturgeschichte, auch durch die politische Geschichte gleich. Der Waldfriedhof, von 1905 bis 1907 angelegt, ist der größte in München. Er liegt auf dem ehemaligen Forst von Schloss Fürstenried. Und die Anlage selbst ist ein Meisterstück von Hans Grässel (1860–1939), Architekt, der das Stadtbild von München überhaupt sehr stark geprägt hat.

Schon die Eingangssituation ist hochinteressant. Thema: Sphingen auf dem Portal. Mit Sphinx verbinden wir automatisch das Rätselhafte, auch Gefährliche. Wer ihre Frage nicht beantworten kann, wird gefressen, und das waren alle auf dem Weg nach Theben. Ödipus war der Erste, der ihren Fängen entging. Dafür bekam er zum Lohn die Königin Iokaste zur Frau – seine Mutter, Witwe des von ihm gleichfalls – im Unwissen, dass es sein Vater sei – erschlagenen Laios. Das Rätsel seines eigenen Daseins bleibt ihm verborgen. „Du schaust umher und siehst nicht, wo du stehst im Üblen, / Nicht, wo du wohnst, und nicht, mit wem du lebst – / Weißt du, von wem du bist?“, heißt es im König Ödipus des großen griechischen Tragöden Sophokles, der im 5. Jahrhundert v. Chr. lebte.

Allenthalben verschwanden auf Münchner Friedhöfen Sphingen, so am Westfriedhof und am Nordfriedhof. Ein regelrechter Sphingenfresser namens Max Panitz, seines Zeichens Baurat, wird von Heißerer dafür verantwortlich gemacht. Und Erich Scheibmayr, Verfasser von Letzte Heimat. Persönlichkeiten in Münchner Friedhöfen (München 1984), mit dessen Buch (genauer gesagt sind es drei) Begräbnisstätten zu kulturellen Gedenkstätten wurden, nennt Panitz „brutal“, einen „wilden Hund“, einen „Zerstörer“. Die zwei Sphingen auf dem Haupteingang am Münchner Waldfriedhof hat er wohl nur deshalb verschont, weil sie so „erhaben auf jeweils zwei steinernen Toren“ liegen.

Ein paar Meter weiter kommen wir zu der Rotunde, die als Anlage für Hans Grässel gedacht ist. Auf der Rückseite findet man (aber nur, wenn man es weiß) Johann Wolfgang von Goethes Sonett Natur und Kunst in Stein gemeißelt. „Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen / Und haben sich, eh man es denkt, gefunden; / Der Widerwille ist auch mir verschwunden, / Und beide scheinen gleich mich anzuziehen …“ Zur Auswahl einzelner Gräber: Das bereits erwähnte Buch von Erich Schreibmayr ist ein guter Cicerone für unseren Gang über den Waldfriedhof. Hier nur ein kleines name dropping, damit man ungefähr erkennen kann, wohin die Reise geht – 12: Familie Mann; 13: Circus Krone; 17: Die Wedekinds; 22: Kurt Huber; 43: Bandera, Bierbaum, Heyse; 44: Lena Christ; 38: Alfons Goppel, Josef Ruederer; 131: Max Reger; 95: Franz von Stuck … Ja, und natürlich etliche andere mehr, darunter ein paar echte „Geheimtipps“: das Grab der Vera Ouckama-Knoop (1900–1919); ihr hat Rilke Die Sonette an Orpheus gewidmet mit dem Untertitel: Ein Grab-Mal für Wera Ouckama Knoop), oder des Malerpaars Maria Uhde (1892–1918) und Georg Schrimpf (1889–1938).

In der Amalienstraße 42 befand sich das Atelier des Malers Georg Schrimpf, des Freunds von Oskar Maria Graf, in dessen autobiografischen Schriften Schrimpf eine große Rolle spielt (so über den Tod von Schrimpfs Lebensgefährtin im Kindbett: Das Unglück. Eine Künstlergeschichte) sowie Ein barockes Malerporträt, 1950 erschienen in der Sammlung Mitmenschen. Und Schrimpf porträtierte seinerseits Graf (siehe Galerie im Lenbachhaus). – Weiterhin: Julia Löhr (1877–1927), Schwester von Heinrich und Thomas Mann, für den sie das Vorbild abgab als Ines Institoris im Roman Doktor Faustus. Der eigentümlich seltsame, wenngleich nahezu unleserliche Spruch auf ihrem Grab lautet: „Gott, ich danke dir für alles Glück, das du mir gesandt hast und noch viel mehr für jedes Unglück.“ Um Himmels willen, was hat denn das zu bedeuten, wenn ihr Bruder Thomas schreibt, sie hätte sich „vor Gattenekel“ das Leben genommen? Dumpf ahnt man das Schreckliche ihres Schicksals.

Georg Kannewischer (1897–1972), zählte zu den ersten Mitarbeitern des Bayerischen Rundfunks, seit 1929 Komponist, Dirigent und Arrangeur von Musiksendungen, Leiter der Hauptabteilung Musik. Langjähriger Briefwechsel mit dem Kiem Pauli (ein Exemplar davon wird im Exkursions-Rucksack mitgeführt und kann am Grab gezeigt werden), womit sich ein weiterer roter Faden durch die Exkursion zieht: der Kiem Pauli (1882–1960) war lange Zeit zusammen mit Kurt Huber (1893–1943), dessen Grab ja auch besucht wird, in den Bergen unterwegs, um Volkslieder zu sammeln, was Grundlage für das spätere, gemeinsam herausgegebene Altbayerische Liederbuch (1936) wurde.

Die Anastasia-Kapelle im alten Teil des Waldfriedhofs ist eine Kirche der ganz besonderen Art: Eine hölzerner, ursprünglich provisorischer Bau. Man kann nur einmal im Jahr in sie hineinblicken, ansonsten sind die Türen verschlossen. Nur bei der Mai-Andacht, an der auch schon der orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis teilgenommen hat, kommt man hinein. Was schade ist, denn die Ausmalungen, gestaltet vom 1988 verstorbenen Maler Max Lacher, sind sehr besonders. Lacher gestaltete die Kapelle kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aus. Er stellt die Pein Jesu dar, jedoch sind dessen Peiniger klar als Nationalsozialisten gezeigt, eine einmalige ikonografische Darstellung. Auch Adolf Hitler kann man auf dem Gemälde erkennen, mit Spiegel um die Ecke schauend. Max Lacher malte nicht nur von 1946 bis 1949 die Fresken der Anastasiakapelle, 1956 zum Beispiel übernahm er in München die Fassadengestaltung des Textilhauses Ludwig Beck am Rathauseck, in Sgraffito- und Steinintarsien-Technik. Und last, but not least besuchen wir Michael Endes (1929–1995) Grab.

Der kulturgeschichtliche Gang beginnt am Haupteingang des Waldfriedhofes, Fürstenrieder Straße. Das ist auf Jahre hinaus von der Verkehrsanbindung her problematisch, aber sowohl thematisch wie dramaturgisch notwendig. Es ist dringend notwendig, ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen. Verursacht durch die städtebauliche Schnapsidee, eine Trambahn-Trasse durch die Fürstenrieder Straße zu legen, gibt es keine Parkplätze mehr an der Fürstenrieder Straße – und damit auch keine als Parkmöglichkeit für den Waldfriedhof. Selbst der einst großzügig eigene Parkplatz für den Waldfriedhof fiel dieser „Nicht-Planung“ zum Opfer. Also: Nicht mit dem privaten PKW anfahren! Das kann durch den ebenfalls allfälligen Stau eine Verzögerung von wenigstens  einer halben Stunde ergeben, bis man aus dieser Mausefalle überhaupt wieder herausfindet – noch immer, ohne einen Parkplatz zu finden. Einzige Möglichkeit: Buslinie 51 Richtung Aidenbachstraße nehmen. In den Bus kann man aus den U-Bahnlinien U6 Holzapfelkreuth oder U5 Laimer Platz umsteigen.

Die reine Gehzeit der Exkursion beträgt etwas mehr als zwei Stunden. Es empfiehlt sich, im Anschluss die Einkehr im Restaurant Busento gegenüber dem Haupteingang einzuplanen und zwar nach der Mittagszeit, also nach 14 Uhr, da das Lokal bis zu dieser Zeit überlastet ist. Reservierung ist dafür unbedingt notwendig. Bitte bei Teilnahme anmelden bei mir: rabenbauer@pirckheimer-gesellschaft.org. Ich freue mich auf Ihren Besuch am 21. und wünsche Ihnen bis dahin alles Gute.

(Hans Rabenbauer/Regionalgruppe der Pirckheimer in Bayern)

Sa, 02.05.2026

Ulla Diedrichsen und Benjamin Langner in Hamburg mit „Vögel“

Neue Ausstellung bei den Schlumpern in Hamburg (Galerie der Schlumper, Marktstraße 131 in 20357 Hamburg): Ab dem 09. Mai 2026 und bis zum 26. Juli des Jahres stellen Ulla Diedrichsen und Benjamin Langner unter dem Titel Vögel gemeinsam aus. Die Vernissage der gemeinsamen Schau findet am 09.05. um 19 Uhr statt. „... in diesem Frühjahr kehren die Vögel nicht nur in unsere Stadt, sondern auch in unsere Galerie zurück“, heißt es bei den Schlumpern. Und: „Benjamin Langner und Ulla Diedrichsen, die sich beide seit vielen Jahren der Darstellung von Tieren widmen, insbesondere der farbenfrohen Vogelwelt, präsentieren uns eine Auswahl großartiger, archaisch anmutender Wesen. Deren Abstammung – nach moderner biologischer Systematik sind Vögel eine Untergruppe theropoder Dinosaurier – wird in den dargestellten Exemplaren eindrucksvoll verdeutlicht.“ Man sieht: „Flamingos beim Liebesspiel, Papageien und Pfauen bevölkern die Wände und versuchen, sich in ihrer Farbenpracht gegenseitig zu überbieten. Von Benjamin Langner werden großformatige, expressive Malereien gezeigt – von Ulla Diedrichsen Wachskreidezeichnungen, die den Malereien in ihrer Ausdruckskraft in nichts nachstehen ...“ Nun, und dazu gibt es, so skurril wie passend zugleich, gehäkelte und motorisierte, sogar beschallte Schnecken: Ergänzt wird die Ausstellung durch eine kleine Installation von Benjamin Binder. Die Ausstellenden sind allesamt Mitglieder der Ateliergemeinschaft der Schlumper. Die Galerie der Schlumper ist wie folgt geöffnet: Mittwoch bis Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag 11 bis 17 Uhr und Sonntag 14 bis 17 Uhr. Alle Infos hier.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

Fr, 01.05.2026

Lange Buchnacht in der Berliner Oranienstraße am 09. Mai 2026

Die 27. Lange Buchnacht in der Berliner Oranienstraße findet am 09. Mai 2026, ab 16 Uhr, statt. Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann lädt u. a. dazu ein: „Auch in diesem Jahr beteiligt sich die Stadtbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg an der traditionellen Langen Buchnacht in der Oranienstraße. Bei freiem Eintritt können alle Literaturbegeisterten die Oranienstraße entlang flanieren und immer wieder Halt machen, um den vielfältigen Lesungen zu lauschen ...“ Auch wird Clara Herrmann am 09. Mai ab 18 Uhr am Mariannenplatz an der Lesung Reinventing Society: Zukunftsbilder 2045 – eine Reise in die Welt von morgen teilnehmen und ein Grußwort halten. Die teilnehmenden Orte gestalten ihr Programm eigenverantwortlich. „Wir sind natürlich auch dabei – und erstmalig sogar an zwei Standorten!“ Wann? Samstag ab 18 Uhr. Wo? Mittelpunktbibliothek Wilhelm Liebknecht/Namik Kemal, Adalbertstraße 02, 10999 Berlin, sowie am Mariannenplatz, 10997 Berlin. Programm: Mörderische Schwestern, um 20 Uhr. Und: Can Dündar liest aus seinem Roman Ich traf meinen Mörder, 21 Uhr. In unserem Open-Air-Programm auf dem Mariannenplatz: Reinventing Society, 18 Uhr, sowie: Katja Diehl/Mario Sixtus lesen aus ihrem Buch Picknick auf der Autobahn, 20.30 Uhr. Das Gesamtprogramm der 27. Langen Buchnacht am 09. Mai gibt es hier. Insgesamt wird zu mehr als 50 Veranstaltungen (die letzte beginnt um 22.30 Uhr) eingeladen. 

(Robert Grieger/Pressemittteilung)

Do, 30.04.2026

"Blechtrommel" aus Volker Schlöndorffs Verfilmung des Romans. | © Akademie der Künste (Roman März)

ADK: Neues von der Blechtrommel

Die Blechtrommel von Günter Grass (1927–2015) gehört zu den umwitterten Großtaten deutscher Erzählkunst. Oskar Matzerath trommelt darin lautstark gegen Dummheit, Opportunismus und Lügen, gegen Nationalsozialismus und Geschichtsvergessenheit. Mit seinem ersten Roman sorgte der bis dahin weitgehend unbekannte Autor 1959 für Furore. Mehr als ein halbes Jahrhundert später wurden unbekannte Teile des Skripts entdeckt und konnten vom ADK-Archiv erworben werden. Am 07.05., 19 Uhr, wird in der Akademie der Künste (Pariser Platz 04, 10117 Berlin) die spektakuläre Entdeckung vorgestellt. Großschauspieler Ulrich Matthes liest aus dem Jahrhundertroman. Über den Fund und die gleichermaßen verwickelte wie spannende Entstehungsgeschichte des Romans sprechen die Literaturwissenschaftlerin Gabriele Radecke sowie Dieter Stolz. In einer Vitrinen-Präsentation wird eigens an diesem Abend Einblick in das Blechtrommel-Manuskript gegeben, das die bereits vorhandenen Bestände des Akademiearchivs zum Roman hervorragend ergänzt. Für die Lesung und Textpräsentation sind die Karten online oder vor Ort an den Ticketschaltern erhältlich.
 
(André Schinkel via Till Schröder/Pressemitteilung)

Mi, 29.04.2026

Der "Gratis Comic Tag" findet 2026 am 09. Mai statt.

Am 09. Mai 2026 ist wieder „Gratis Comic Tag“ an 1.100 Buchorten!

Was ist der Gratis Comic Tag? Der Gratis Comic Tag ist ein besonderer Tag für alle, die Comics lieben – und für alle, die sie vielleicht erst noch entdecken wollen! Einmal im Jahr verschenken Buchhandlungen, Comicläden und Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz viele tolle Comics komplett kostenlos. Ziel ist es, Lesespaß zu wecken und Kinder, Jugendliche und auch die Erwachsenen für die bunte Welt der Comics zu begeistern. An diesem Tag, der am 09. Mai stattfindet, kannst du einfach vorbeikommen, dir Comics aussuchen und diese mit nach Hause nehmen – ganz umsonst! Ob lustig, aufregend oder fantastisch – für jedes Alter ist etwas dabei. In nur wenigen Tagen reißen fast 1.100 Buchhandlungen, Comic-Stores, Büchereien und Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Türen auf und freuen sich auf große und kleine Comic-Fans! Folgende ausgewiesene Verlagshäuser mit respektablen Comic-Programmen sind an der Aktion beteiligt: Carlsen und Chinabooks, Cross Cult, Edition Helden, Egmont, Kibitz, Klett Kinderbuch, Panini, Reprodukt, Splitter und schließlich Ueberreuter. Insgesamt 22 Comics sind zig-tausendfach produziert, versendet und freuen sich nun auf euch. Die beteiligten Bücherorte und Comic-Händler können wie auch die Einzeltitel der Comics auf der hier verlinkten Website eruiert werden. Auch für die beteiligten Buchhandlungen sind dort alle Infos zum 09.05. eingestellt.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Di, 28.04.2026

Klaus Zyllas "Schoßeule" bis zum 14.06.26 in Werder.

Ausstellung mit Klaus Zylla: „Die Schoßeule“ in Werder (Havel)

Die aktuelle Ausstellung in der Christian-Morgenstern-Gesellschaft e. V. ist seit dem 28.03. und bis zum 14.06.2026 zu sehen. Gezeigt werden unter dem Titel Die Schoßeule Werke von Klaus Zylla: Künstlerbücher und Arbeiten auf Papier zu Christian Morgenstern und anderen Schriftstellern. Das künstlerische Werk von Klaus Zylla reicht von Malerei und Zeichnung bis hin zu Druckgrafik und Künstlerbüchern. Letztere offenbaren eine enge Bindung zur Literatur, die gelegentlich auch die Malerei inspiriert. Malerei, das ist bei Zylla nicht selten eine Mischform aus Malerei und Zeichnung auf Leinwand – das eine ist im anderen angelegt.  Zusätzlich zur klassischen Malerei arbeitet der Künstler mit einer Vielzahl von Techniken, auf jedem Untergrund, dass als rohe Grund- und Unterlage dazu einlädt oder in dessen Materialbeschaffenheit er Formen und Figuren sieht, die er herausarbeiten und akzentuieren kann. Der 1953 in Cottbus geborene Zylla lebt seit langem in Berlin, wo er von 1985 bis 1990 eine eigene Siebdruckwerkstatt betrieb. Zuvor studierte er in Weimar und Berlin-Weißensee und leitete einige Zeit die Siebdruckwerkstatt der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Seit 1990 arbeitet Zylla freiberuflich. Anbei alle Infos zu der Schau. 

Ausstellung Die Schoßeule – mit
den Arbeiten von Klaus Zylla
Christian-Morgenstern-Gesellschaft e. V.
vom 28.03. bis zum 14.06.2026
Hoher Weg 150, 14542 Werder (Havel)

(Ninon Suckow via Robert Grieger/Pressemitteilung)

Mo, 27.04.2026

"Die Schnecken schlafen im Bart des Ampfers" ist der dritte Gedichtband Anne-Marie Kenesseys und erschien im Herbst 2025 im KLAK-Verlag in Berlin. Die Dichterin und Übersetzerin lebt in der Schweiz.

‚Warum das Weite suchen / wenn es nah ist‘: Anne-Marie Kenessey

Die Schnecken schlafen im Bart des Ampfers ist der dritte Gedichtband der Züricher Dichterin und Übersetzerin Anne-Marie Kenessey und ihr zweiter im Berliner KLAK-Verlag nach flügelnüsse & Schädelklopfer, der 2020 erschien. Kennesseys Dichtung ist eine, die sie auf der Höhe von Glanz und Möglichkeiten, die dieses vorgeblich aufgeklärte Äon bietet, und beim Blick in dessen abysstiefe Abgründe zugleich zeigt. In sieben stilistisch hoch abwechslungsreichen Zyklen, die aufgrund und trotz ihrer Diversität sich eigenartig und souverän auf ein Zentromer dieser Sprache ausrichten, die eine berührende, nicht selten zugleich kühne Melange aus Neugier, dem Ton der zeitbasierten Ismen, Licht, Erinnerung und Tragedy aufbietet, die einen lange beschäftigt, sobald man den Fuß in diesen Raum des, ja, Kenessey’schen Sprechens setzt. In der Art, wie uns eine so heillos verkannte Elektroband wie Mesh auf ihrem neuen Opus The Truth Doesn’t Matter die krude Abseitigkeit der Epoche in Bass-Salven um die Ohren haut, klingt das auch zum Teil in diesen Texten, die wie gesagt auch Wärme und vielfaches Besinnen auf Herkunft und Schicksal der Herkunft inmitten eines notwendigerweise sezierenden Blicks kennen: „alle Zeiger fallen aus der Zeit“ oder – zutiefst ins Mark der Gegenwart erschüttert – „Dreihundertsiebenundzwanzig / Tage lang berichtete sie / seit dem 7. Oktober 2023. // Ich kämpfe um dieses Leben! / war ihre letzte Nachricht / bevor sie starb.“ Nachrichten aus einer Zeit, die sich jenseits von 300 Jahren Aufklärung entfesselt. Wünscht man nach der Lektüre von Die Schnecken schlafen ... zurückzukehren an die Reisebilder und Wort-Mechaniken des Anfangs? Man kann es versuchen und darin für ein paar Sekunden das Damokles-Schwert vergessen, indes, das „Wehe uns“, das einst Marion Titze aussprach, es holt uns wieder ein. Nun ist Sprechen ein menschlicher Akt, zumal in Dichtung, an den man sich hält. Darin gründet Hoffnung, auch in dieser Poesie, die in Leichtigkeit spricht, in großer Trauer zugleich, eigentümlich und klug das Coleur der Antipoesia des Jetzt einbeziehend, sie damit sichtbar macht. Ein nur scheinbar leises, ein unbestechliches, klarblickendes wie den Solarplexus bewegendes und gleichsam opalen schimmerndes Buch. (Anne-Marie Kenessey: Die Schnecken schlafen im Bart des Ampfers. Gedichte. Berlin: KLAK-Verlag 2025. Klappenbroschur, 88 Seiten, ISBN 978-3-911617-14-7, 15 Euro.)

(André Schinkel)

So, 26.04.2026

Der 'Tag der offenen Ateliers' in Potsdam steht unter der Schirmherrschaft seiner Oberbürgermeisterin Noosha Aubel und wird vom Fachbereich für Kultur und Museum der Landeshauptstadt organisiert.

Tag der offenen Ateliers am 03.05.

Der jährlich stattfindende, beliebte Tag der offenen Ateliers lädt seit 26 Jahren Kunstinteressierte aus nah und fern zum Schauen, Austauschen, Kaufen sowie kreativem Mitmachen ein. Exklusive Einblicke in künstlerische Entstehungsprozesse und -räume sowie die Möglichkeit, in den direkten Austausch mit lokalen Bildenden Künstlerinnen und Künstlern zu kommen, stehen hier im Fokus und finden traditionell immer am ersten Maiwochenende statt. 2026 ist der Tag in Potsdam am 03. Mai. Parallel dazu finden die brandenburgweiten Offenen Ateliers am 02. und 03.05. statt. Um die Veranstaltung künstlerisch vielfältig zu gestalten, sind alle Potsdamer Kunstschaffenden wieder herzlich eingeladen, an diesem Tag ihre Ateliers von 11 bis 18 Uhr zu öffnen und ihre Arbeiten zu präsentieren. Alle Teilnehmenden können den Tag der offenen Ateliers auch gern mit einem eigenen kleinen Rahmenprogramm bereichern – durch Vorführungen, Gespräche oder Mitmachaktionen.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)

Sa, 25.04.2026

"Kein Kinderkram. Comics für Kinder" ab 26.04.2026.

Bilderbuchmuseum ab 26.04.: „Kein Kinderkram. Comics für Kinder“

Kein Kinderkram. Comics für Kinder, die neue Ausstellung im Bilderbuchmuseum Troisdorf (Burgallee 01, 53840 Troisdorf) ist vom 26. April bis zum 30. August 2026 zu sehen. Lange rümpfte man in Deutschland beim Thema Comics die Nase, denn das Genre, das vom amerikanischen Markt nach Europa schwappte, war schon sehr früh als Schmutz- und Schundliteratur abgetan. Dies galt vor allem für Comics für Kinder, denn als geradezu verpönt erschien es, Geschichten für junge Leserinnen und Leser mit bunten Bildchen erzählen zu wollen. Seit einigen Jahren wandelt sich diese Einstellung – und immer mehr Kinder- und Jugendbuchverlage entdecken den Kindercomic neu. Sie werden mit Niveau produziert und verlegt – nicht für den üblichen Heftchenmarkt, sondern in schön gebundener Form und durchaus spezialisiert für Leseeinsteigerinnen und -einsteiger. Denn heute weiß man: Comics schulen die Wort-Bild-Verknüpfung und unterstützen damit das Begreifen von Wörtern und deren Inhalten. Durch das visuelle Einbetten von Kontexten wird das erlernte (Wort-)Schreiben und Lesen schneller erfasst und tiefer im Gedächtnis verankert ... Um diesem aktuellen Markttrend nachzugehen, zeigt das Bilderbuchmuseum von April bis August 2026 eine Auswahl von Kindercomics, die derzeit den Bilder- und Kinderbuchmarkt stark beeinflussen. Den „roten Faden“ durch die Ausstellung in Troisdorf bilden dabei zu großen Teilen das Polle-Magazin und die Auswahl der hier wiedergegebenen Comicgeschichten. Unter diesem Link gibt es alle Infos.

(Robert Grieger/Pressemitteilung)