Pirckheimer-Blog

Exlibris: Karl Michel für Walter von Zur Westen, Kupferstich, 1922
Di, 03.04.2018

Walter von Zur Westen

Am 19. April 2018 jährt sich zum 70. Mal der Todestag Walter von Zur Westens (1871–1948), der die deutsche organisierte Exlibris-Bewegung 26 Jahre lang (1906–1912, 1919–1938) als Vorsitzender leitete – länger als jeder andere vor und nach ihm. Er war ein Großsammler von Gebrauchsgrafik aller Art; seine riesige Kollektion umfasste insbesondere Abertausende von Gelegenheitsgrafiken, d.h. Besuchskarten, Umzugs- und Familienanzeigen, Patenbriefe, Dankkarten, Briefköpfe, Gedenkblätter, Glückwunsch- und Festkarten, Tafelkalender, Reklamekunst, Theaterprogramme, Speisekarten, Spiele, Urkunden, Bruderschaftsdiplome und Wallfahrtsblätter, Verbandszertifikate, Thesenblätter, Musiktitel, Buchtitel und Seitenumrahmungen, Drucker- und Verlegerzeichen, Buchumschläge, Lesezeichen, Vorsatzpapiere, Verlegereinbände und nicht zuletzt: Exlibris.

Über seine Sammlertätigkeiten hinaus war von Zur Westen trotz seiner starken beruflichen Belastung (u.a. als Richter und Senatspräsident am Reichsversicherungsamt in Berlin) als unermüdlicher Autor tätig, u.a. war er Herausgeber, Schriftleiter und Verfasser der meisten Schriften des Deutschen Exlibris-Vereins zwischen 1907 und 1938. Mehrere seiner einschlägigen Buchveröffentlichungen gehören noch immer zur Standardliteratur des Fachs, u.a. der zwischen 1901 und 1924 in drei Auflagen bei Velhagen & Klasing erschienene Band „Exlibris“.

(Henry Tauber auf Facebook: Exlibris des Monats April 2018)

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