Er galt in der Kollegenschaft und letztlich Nachfolge von Paulus Böhmer und Werner Söllner als eine der guten Seelen des Mousonturms in Frankfurt am Main und dürfte vielen Schriftstellern zu Bekanntheit verholfen haben: Harry Oberländer. Der Dichter und Übersetzer leitete das Haus viele Jahre und war in Personalunion auch Herausgeber des hochrenommierten Literaturboten. Seine Bücher erschienen in kleinen Verlagen – als Nachdichter und Herausgeber arbeitete er jedoch auch mit großen Häusern wie Schöffling oder der Büchergilde Gutenberg. 2016, nach seinem Rückzug ins Private, ging er in seine Geburtsstadt, nach Bad Karlshafen in Nordhessen, er blieb der Szene aber über die Edition Faust verbunden. Oberländers Wort hatte Gewicht unter Freunden und Kollegen; wie am Sonntag bekannt wurde, starb er am Wochenende im Alter von 73 Jahren.
(André Schinkel/Pressemitteilung)