Am 17. Mai 2018 eröffnet die TABOR PRESSE BERLIN von 18.00 bis 22.00 Uhr eine Ausstellung mit Steindrucken, Linolschnitten, Plakaten und Zeichnungen der letzten 30 Jahre von Johannes Grützke (1937 - 2017).
"...In hundert Jahren wird man kaum unsere zeitgenössische Kunst heranziehen, wenn man Auskunft sucht über unser Leben und Treiben. Primäre Bildquellen sind die Fotografie, der Film, die Dokumente des Fernsehens. Das Werk von Johannes Grützke bildet da eine seltene Ausnahme. Denn Grützkes Bilder sind einzigartige, freilich extravagante Beiträge zu einer Gesellschafts- und Sittengeschichte der Bundesrepublik. Sie kommentieren auf bizarre Weise gesellschaftliche Rollenspiele, Emanzipationsversuche und infantile Regressionen, Single-Kultur und zwanghaftes Gruppenverhalten, den Geschlechterkampf, Frauen-Power, sexuelle Befreiungen und sexuelle Verkrampfungen, ideologische Verrenkungen und kollektive Neurosen. Grützke ist Sensualist und Theatraliker. Sein Idiom ist die Körpersprache. Die psychische Mechanik und das konfuse Triebleben stellt er in einem Theater des Fleisches dar. ..."
(Eduard Beaucamp, FAZ vom 29.09.2007)
TABOR PRESSE BERLIN
Taborstraße 22, 10997 Berlin