Pirckheimer-Blog

Di, 13.03.2012

Stummes Gespräch

Die Künstlerin Anke Mühlig zeigt als „begehbares Buch“ eine Installation der Biographie Zwi Kanars Jona oder A Fish hot mikh nisht ayngeshlungen. Handschriftlich wurden Textpassagen auf halbtransparente, große Stoffbahnen übertragen und in ein eine Art Labyrinth montiert. In seiner Biographie nimmt Zwi Kanar, der als Kind das Lager Buchenwald überlebte, seine Leser mit auf eine fiktive Reise heim in sein Schtetl. Dort begegnet er auf dem Marktplatz den Zurückgelassenen, die im Holocaust umgekommen sind – als wäre alles nur ein böser Zauber gewesen. In die Freude des Wiedersehens mischt sich unversehens ein Gefühl von Schuld – die unbegreifliche Schuld des Überlebenden. Anke Mühlig beschäftigt sich mit diesem Widerspruch.

Vernissage am Sonntag, dem 18.3.2012 um 16.00 Uhr

Die Kantorin Jalda Rebling liest im Wechsel mit Martin Swarzenski,
jiddische Lieder umrahmen das Geschehen.

Ausstellung: 19. März bis 25.3.2012

Parochialkirche
10179 Berlin-Mitte
Klosterstr. 67

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